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Full text of "Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins"

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'J.MDSiiiklriiiinH'iil  \u\i  <lor  iiPiicn  niNsisclHMi  Kirrlic 


Zeitschrift  des  Deutschen 
Palästina-Vereins 

Deutscher  verein  zur  erforschung  Palästinas 
(Founded  1952),  Deutscher  Verein  zur  ... 


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Zeitschrift 

des 

Deutschen  Palaestiua-Vereins. 

HeisaigegebeD 

von  dam  gesohäftsföhrenden  Amsohuss 

Lie.  Hej-mann  Qvthe. 

Band  IT. 
Mit  8  Tafeln. 


Leipäs  1881 
in  Oommisiion  bei  K.  Badeker. 


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Inhalt 


des  vierten  Bandes  der  Zeilschrift  des  Deutschen 
Palästina- Vereins, 

Nschrichten  aber  AnKelEeenhcileü  des  Dfliitacher  Verains  zur  Er- 

forschunK  PalSjlina's  

I 

KechengchafUbericht  Dtiei  das  VeTeinsinhr  l^BO  

III 

Peraonalnochiithten  und  neachttilioliE  MillheilunKen  

IX 

Verieichnias  BSmiDlÜcher  MLlitliflder  etc  

XII 

Liste  arcxbiochcr  OrtwippcllatiTa.    Van  A-  Soein  1 

Sarkophaite  und  Gtobiinchrifton  nus  Jcnnalem.   Von  V.  SrMt:e  .  . 

ZiQH.  Davideladt  und  die  Akia  innerhalb  des  alten  Jerusalem.  Von 

Tlr  ÄT^iW  

MitlheilmiEcn  Qber  Leben,  Sitten  und  Gebrlluchc  der  Fellachen  in 

PslRatinn.  fll.i  Von  F.  A.  Klrin  

57- 

Beitrage  lur  Fnlästiimkunde  nuo  unbiacheti  Quellen.   I  und  II,  Von 

J.  niMamiHii^r  1.  . 

InAtiuclion  far  die  SnnunlunK  vou  Stein meu zeichen.   Von  F.  Büha. 

93 

Instruction  für  das  Studium  der  BeiRfriede.   Von  F.  Rhiha  .... 

Die  Siloabinachrift,   Von  E,  Kauhaeh  

1Ü2 

Ausgrabungen  in  Jerusalem.  Von  S.  G'ilhi  

Iii 

Bericht  Qbei  neue  EiBcbeinunKen  auf  dem  Oebiolc  der  Falggtinalitc- 

127 

Die  Bcsitcungen  des  Johanniterordena  in  Pal&itina  und  Si-rien.  Von 

IST 

Der  Käme  chän  minje.     Von  J.  GilJr>ii,iiltr  

191 

Zwei  an^ebliohe  deulsche  PilKeraehriften  des  15.  Juhrhunderta.  Von 

nr    irUhilm  Fmm..  

JO» 

Ueber  die  Schrift  Schonre  Joruachahiiim.    Von  M.  Stciniehneidcr  .  . 

2UT 

Stuciicn  übet  die  Einwohnorznhl  defl  alten  Jeruanlem.   Von  C.  Schick 

211 

GeoririBche  Inschrift  aus  Jerusalem,  ontiiffart  Tun  ZaaarelU  

222 

Beitiöi-e  lur  üibliogra|)bio  der  PnlSatiualitcrBtur  im  Anschluse  an  eine 

Bcsiitechung  von  Dr.  W.  A.  Kcumnn,,  

ÜigiUzea  Oy  Google 


Kept^i,  Xarnwä.  Aleinndtium.   Von  J.  Gildemnittr.  .  .  '.   'M 

SbuIb  Reiac  I.  Sam.  Cnp.  a.    Von  C.  Schick   247 

lieber  die  Siloahiinchrift.    Van  H.  (latlu   iBB 

Die  Siloiihiinclirift.  Von  E.  Kauiuch   2flO 

BttcbcronteiKen  :  ItinciB  hicroaolymitana  et  dewriptioue»  terrae  Mnc- 

tat.  —  Plan  dea  heutigen  JtruMilcm   120 

  Spitti.  igt  Jerumlem  dea  Joaephua   273 


Tafeln  :  ,  Sil&iu 

I.  AitchriatUcher  Muanikbodcn  vom  Ülbcrge  und  Mogaikfrajroaat 

bsi  der  neuen  ruaaiflclign  Kirche  nuf  dem  Uibergo,  mit 
SitutuBlionapian  von  C\  ScAicA   flg. 

II.  Tafel  tur  Inatruetion  für  die  Sammlung  von  Steinm et eichen. 

loa  F.  Riiha.  (Lithosr.)   93ff. 

III.  Tafel  lut  Inattuolion  aber  das  Studium  der  Bergfriede,  von 

F.  Sliha.  iLithoKT.)   Bflff. 

IV,  Die  SilunhinBuhritt ,  nach  der  mehrfach  ravidinen  Copie  von 

C.SeAiet,  nuf  die  HglfUredueirt.  ;Litho|[T.;  iOZff. 

V,  Cbawichtakiitte  der  BeBitiungen  dea  Johannittrordena  in  Fa- 

iägtina.  (Lilhogr.)  157ff. 

VI.  GBorgiache  Inachrift  aua  JeruMlcm.    (Lithogr.)  Miff. 

Vn.  Uie  Silpahinachrift.    Ke'eiohnet;  von  H.     Outhe  [auf  die 

H»lfte  redueitt).  [Lithogr.l  2aOff. 

VIII.  Die  SiloBhiniehtift ,  nach   dem  Gypaabguaa  gezeichnet  von 

A.  Sucin.   -LithoBT.i  2GÜff. 


Nachricliten 


Angelegeiiheiteü  des  Deutschen  Vereins 
Erforsohung  Falästina's. 


Beebensehaftelwrlclit  aber  du  Tereln^ifar  1860. 


Die  ifitgUader  d«  geschBftsfülitenden  AtmcliiusM  uhen  neh, 
Donk  Am  arfrenliotieiL  Vexmehnu^  dM  ExpeditiimafaiidB,  wslohsi  im 
letzten  Jahresbericht  erwähnt  irerdsD  konnte ,  im  Sommer  des  Ter- 

gangenen  Jahres  vor  die  Aufgabe  geslelll,  VorschlSge  für  die  Arbeiten 
zu  entwerfen  .  die  aaf  Kosten  des  Vereins  in  Palästina  in  Angriff  ta 
nehmen  seien.  Dieselben  pinpen  aufl  ErÖrIcmQgen  hervor,  welohe  von 
den  Milgliedem  des  Keschltflsfflhreaden  Aussohusaea  theiU  in  gegen- 
seitigem AuslaiiKcli ,  itieils  unter  Berathung  vnn  Autoritäten,  wie 
Pfarrer  Dr.  Ki"brkk  uml  Biiiiralh  C.  Schick,  angestellt  waren.  Aus- 
grttbongen  am  Ophel,  dem  sfldlichen  AusUufer  dei  Östlichen  HOgeU 
der  Stadt  Jerusalem ,  sofaienen  den  sLehersten  Erfolg  in  Yenpreehen. 
Dts  iRundaehreiben  «n  die  Henea  Mit|^ieder  de«  weiteren  Cenuti'e« 
etc.  mit  Bezog  auf  diesen  Plan :  »Ist  auch  der  definitive  Erfolg 
solcher  Untern ehmimgcn  von  Faktoren  abhangig,  die  sieh  maglicber- 

doch  keinem  Zweifel,  dass  Cnlersnehungon  an  der  eenaimlen  Stelle, 
wo  nicht  zu  n'ichtigen  archaologiachen  Kunden,  so  doch  zur  Losung 
topographischer  Fragen  fahren  nerden.t  Es  wurden  daher  die  hGt- 
{^icdet  des  weiteren  Comitö'e  enneht,  die  thnlvreise  Verwendnog  der 
Mittel  des  Eipeditionsfonds  n  Arbeiten  an  den  AbhSngen  des  Ophct 
an  genehmigen.  Nachdem  die  Zustimmung  zu  den  VorachlSgen  des 
Auaachnisea  ohne  Widerspruch  erfolgt  war.  reichte  der  Unterzeichnete, 
nach  I&ngeren  einleitenden  Verhandlungen .  ein  Gesuch  an  das  aus- 
nartige  Amt  dca  deutschen  Keiches  um  Auswiiknng  des  nSthigen  Feiv 
[iians  von  der  Hohen  Pforte  ein.  Wenn  ancfa  dasselbe  bis  heute  noeh 
nicht  erledigt  ist.  so  kann  es  wohl  kaum  einem  ISweifel  nnteriiegen, 
dasa  CS  der  kaiserlich  deutschen  Botschaft  in  Konatantinopel  gelingen 
wird,  von  der  Hohen  Pfoit«  einen  Fetnun  für  die  geplanten  Untemsh- 
miu^n  IQ  erlangen. 


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IV 


Der  UnteizaichuBte,  welcher  'büwen  kunem  eine  Heise  Osch  dem 
heiligen  Lande  antritt,  denkt  sofort  nach  seiner  Ankunft  an  Oit  nnd 

Stelle  die  Aibeiten  in  Angriff  nehmen  eu  können.  Derselbe  freut  sich, 
auf  die  bereitwillige  UnterstatEong  des  kaiKrlich  dentschen  CoiiBtils 
in  Jeriisulem  rechnen  lu  dürfen,  und  hofft,  durch  die  Erfahrung  und 
Fachkunde  des  Herrn  BBurath  C,  Schick  in  der  AuafOhrung  der  von 
dem  Ausschuss  bcabaichtigten  Arbeiten  krOftig  gefordert  xii  nerileD. 
Je  grösser  die  Seliwierigkoiten  sind,  welche  der  Builen  jLTusukniri  di-ii 
Ausgrabungen  entgegenstellt,  und  je  reger  das  InleresHi-  ist.  wi'klii-i 
dieser  ehmOrdigeD  StStte  anhsflet,  um  so  lebhafter  regt  eidi  der 
Wunsch,  dttes  der  letzte  Entschloss  an  Ort  and  Stelle  nicht  fehl  treffe 
und  da«  glOokliahe  Hände  einen  «erthTollen  Erfolg  dem  deuttehen 
PaliBÜna-Vereine  bereiten  1 

Dasselbe  Rundschreiben,  vrelohes  dem  weiteren  ComiU  die  Vor- 
echlSge  zu  Ausgrabungen  unterbreitete,  enthielt  auch  den  Antrag,  »Herrn 
Baurath  C.  Sciuce  in  Jerusalem  einen  £iedit  von  zunScbst  300  Mark 
anzuweieeni,  duoit  derselbe  im  Stande  Bei,  nichtige  Funde  sofort  aus- 
beuten  zu  können.  Dieser  Antrag  war  Teranlaast  dmeh  die  lufSlüge 
Entdeckung  einet  Inschrift  an  der  Felswand  des  silrtmMt*ti»lBj  Tergl. 
ZDPV.  m,  p.  54  f.  Die  von  dem  weiteren  Comil«  sofort  bewilligten 
Mittel  verwandte  Baurath  ScmcK  zum  Thcil  dazu,  den  unteren  Theil 
des  Kanals,  in  welchem  sich  die  Inschrift  befindet,  von  Schutt  zu  rei- 
nigen, dadurch  den  Wasserspiegel  tiefer  zu  legen,  um  nun  die  Aus- 
dehnung der  Inacbrift  sicher  untersuchen  iu  können,  '  Die  Arbeiten, 
welche  am  B.  November  1B8Ü  mit  Krlanbniss  da  l'aatha  begannen, 
erlitten  eine  Unterbrechung,  da  Hi.>rr  Si  iuck  in  Folge  der  aclilechten 
Luft  im  Innern  des  Kanals  erkrankte.  Nacli  seiner  Wiederherstellung 
nahm  SoBsnc  mne  mOgUohst  genaue  Kopie  der  InaohriA  und  später 
noohjnehiere  Abklataehe.  Wdbhe  Sehwierigkeilen  indesa  der  Lesung 
der  Inschrift  entgegenstehen  und  inwieweit  es  bis  jetzt  m<%lieh  ist, 
den  Werth  derselben  zu  beurtheilcn,  «erden  die  Leser  aus  der  in  die- 
sem Bande  sich  Sndcndtn  weiteren  JHttheilung  Uber  die  Inschrift  (s. 
p.  102)  ersehen.  —  Ferner  hat  diese  nichtige  Entdeckung  den  Anlass 
gegeben,  in  Jerusalem  ein  Lokalcomite  zu  bilden  und  demselben  die 
BefugnisB  eu  Terieihen,  ausser  dem  Herrn  Schice  persönlich  venvillig- 
ten  Kredit  von  300  Mark  weitere  hOa  Mark  aus  Vcreinsmitteln  durch 
einstimmigen  Besohluss  sur  Ausbeulimg  von  zutWig  gemachten  Flui- 
den aninweisen.  Dieses  Iiokalooinitf  besieht  aus  den  in  Jerusalem 
wohnhaften  Mitgliedern  des  weiteren  Comit6's  [des  Vereins,  Herrn 


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Freihertn  von  MDschhai  sen  ,  Heini  Lic.  Dr.  Beihicez  und  Herrn 
Banraih  Schick,  uniec  dem  voTsitz  dsi  «ntgemimiien  Herrn  :vgi.  da- 
rüber zDPv.  m.  u.  XXV). 

Die  Znuchnfc  Tordeiikt  anah  In  diesmi  Jahre  wiflderum  nerth- 
Tolle  Mit&dlnngBn  der  Umlnahme.  welahe  dis  in  PaUrtma  uwStBigen 

M!i)!:beder  des  Vereins  seinen  Bestrebungen  iimenden.   Ansner  den 

verschiedenen  BeilrtRen  von  Schick,  unter  «flclipn  lUf  l  ntpr-iicliun- 


Tafel  ni).  beides  Arbeiten,  welche  an  Geaauickeit  und  Sorgfalt  der 
Ansfohmi^  daa  batreffande  Blatt  der  neuen  englischen  Karte  llber- 
treffen  und  ohne  Ftags  bis  heute  die  nverllMigite  hartographuche 
Darsteuung  dieser  KOsienstreoke  bieten.  Herr  Cand.  O.  ochwuiz. 
damals  in  Jafa.  hat  durch  seine  erlSulemden  Worte  zn  dem  Pinne 
und  uer  Karte  das  vcrai^nuniss  derselben  geiorueri.  ine  f;e3CLiieKie 
Feder  de»  Herrn  F.  A.  Klein  lieferte  den  AnfanR  von  MittheUiinRen 
über  Leben.  Sitlen  und  Gebrttuche  der  FeUaohen  in  Palästina  und  «-ird 
c(if  l.i'si-r  der  Zeil^chrilt  durch  die  Fortsetzunir  derselben  erfreuen. 
Audi  Villi  iindcTor  .icitc  stehen  BeitrOge  Über  diesen  Gegenäland  in 
aussieht.  —  uer  fian,  geographiaohe  und  hiswnsohe  Naohnehten 
aoeruratasoita  aus  oiquauenan,  sjTuanen  una  araouanen  werken  lor 
(Ue  Zeitwhrift  m  beubeiten,  ist  dnreh  eine  ntnAugreiehe  Correapan- 
denz  erOrtert  worden.  loh  erwHhne  besonders  die  Herren  J.  Oii.de- 
HEI8TEB,  A.  DE  OoEjB.  Th.  NflLSEKE  Und  A.  SpaBVOBB,  welehe  durch 
ihren  umsichtigen  Rath  die  Angelegenheit  ivesentlleh  gaiSrdeTt  haben. 
Als  festes  Itesultat  liat  sich  eine  Theilung  der  Avi^abe  hetatugestellt, 
wie  sie  schon  in  der  ersten  Aufforderung  dw  üntetMieliueleii  ange- 
deutet war.  Sie  betrifft  eine  Scheidung  iwisehen  den  iKngeren  Ab- 
schnitten, welche  im  Zusammenhange  Palästina  oder  angreuiende 
Theile  von  Sjnen  behandeln,  und  iwisehen  den  kürzeren,  mehr 
beilflufiiten.  auf  Palästina  und  fevrien  boiOglichen  Bemerkungen,  wel- 
che äich  Hei  HchnftstcUern  aus  dem  envllhnten  Lmkrelsc  finden.  Die 
erst.-tPn  sollen  tiiimliohst  in  chrtmolrigisdier  bolgf  in  rbersetiun«  und 
mi(  i-rkliircudcn  .^nniL'i-kunL'cn  in  dtr  V,.reinszcil!'i:lirift  vpröffentlicht 


tercn  sollen  gesamnieli,  alphabetiscli  geordnet  und  xa  einem  "Lexi- 
einigt  Verden.    Wie  dieser  vorlBufig  angenommene  Utel  erkennen 


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IflsBt,  Bind  die  VertiiiTi<lluiif;en  hauptsficlilieh  nuc  Beiug  auf  die  ara- 
bische Litei&tur  gefuhrt  worden.  Ob  die  Angaben  gleicher  Art  aus 
ayrisohen  Quellen  cbcnralls  in  das  Leiikon  aufzunehmen  seien  oder 
nicht,  ist  noch  nicht  definitiv  entschieden.  Die  XEichriohten  über  Pa- 
lästina nu.H  al  j  1  I  1  1!  1  M  1  I  a  a- 
sicliHich  in  1 

veröffentlicht  worden.  Besoadersder  zeitraubende  und  weitUuügo  Vei^ 
kehr  dncoh  Cortespondenz  ut  der  Omnd,  du»  der  lEntwuif  euiM  liezi- 
kons  Bjröckei  OrtsnUBen  ans  sntHMiiMn  Qitellwt  nodi  nioht  end- 
gelüg  hsl  festgestellt  werden  können.  Hoffentlich  gelingt  dieses  anf 
dei  «weilen  GeneralverBBrnmlung  des  VereioB  im  Herbst  diesea  Jahrea, 
E«  wird  besser  sein,  erst  dann  Genaues  Qber  den  ganzen  l'lan  wnil  die 
Art  seiner  Ausfühning  mitiutheilen .  Ich  spreche  hier  allen  denjenigen, 
welche  ihre  Mitarbeit  an  dieser  Aufgabe  so  freundlich  waren  in  Au9- 
doht  EU  stellen,  lebhaften  Dank  ans  und  bitte  zugleich,  ihre  Theil- 
nahUB  diesem  Plane  erhalten  lu  wollen.  Sollten  noch  Andere,  denen 
dis  Aufforderung  nicht  tugegangen  iat,  mr  Mitwiiknng  bereit  sein,  ao 
wollen  sich  dioiolben  gefiUIigst  «rShiend  der  Zeit  meiner  Abweaenhoit 
u  Herrn  Fiitf.  Dr.  J.  Qxtioxiaanat  in  Bonn  wenden.  Derselbe  wird 
Sberhaupt  bis  mr  Rfloltkehr  des  TTntenseiahneten  m  jeder  weiteren 
Auskunft  in  dieser  Angelegenheit  bereit  sein, 

Herr  V,'.  Diiisbeeo  in  Jerusalem  hat  dem  Vereine  im  vergangenen 
Jahre  ein  besondercB  Zeichen  seiner  liemühuag  um  die  genauere 
Kenntnisa  des  heiligen  Landes  zugesandt.  Er  hat  durch  einen  deut- 
sohen  l^Bahler,P.MiOBBi;  in  JenuMlem,  eine  gSMhmaekvoU  geordnete 
Sunmlnng  derjenigen  Holcerten,  mlehe'In  Palflatlna  tenubeitet  tu 
werden  pflagen,  anfertigen  Usaen  und  sie  dem  Vereine  geschenkt. 
Diese  Sammlung  enthalt  SbNummern,  von  jeder  Hokart  zweiStacke, 
das  eine  im  Lfingen-,  das  andere  im  Querdurchschnitt.  Die  Samm- 
lung befindet  sich  jetst  in  Berlin,  wo  Herr  Prof.  P.  Aschebsok  die- 
selbe behufs  wissensciiafClicher  Bestimmung  zu  prflfen  bereits  be- 
gonnen hat.  Derselbe  wird  nach  Vollendung  dieser  Arbeit  einen 
Bericht  daraber  in  unserer  Zeitachrilt  TerOffenllichen.  Da  Herr  Pro- 
fessor P.  Abdhbbsoh  der  bette  Kenner  der  orientalischen  Flora  ist,  so 
verweise  iob  um  k  lieber  anf  die  von  ihai  in  Anasi^  gestellte  Be- 
Bclueibnsg  und  BenrthjeUnng  und  qneehe  in  dieaem  Jahieaberiehts 
ma  noch  den  wSnnsten  Dank  des  Veteini  an  Herrn  W.  jDnsBena  in 
Jemaalem  far  seine  Gabe  ans.  MOckte  dieselbe  bald  Nachfolger  ähn- 
licher Art  haben  1 


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DiePaUMÜubiUiothekhataioliftiia&iittveTfloBsenen  JfthMvdeder 
neithvoller  OeKbenke  von  Teruhledetien,  Uitglieden  des  Vneiua  in 
eifieuen  gehabt.  Die  balbjShrlicben  Berichte  weisen  HfibereB  Uber  den 
Zun'QChs  auf.  Hier  cmahne  ich  nur,  dase  8e.  Eicellenz  der  k.  prensa. 

Minister  der  pcistliehtn,  Unterrichts-  unii  iledicinalaUKelegenheiten, 
Herr  vun  I'i  liK  (Iimkb,  ilsm  Vereine  drei  Eiemplare  der  sAnleitung 
zu  wisBcllBChat'tlichen  Beobachtungen  auf  Iteiaen',  heraoagegeben  von 
Prof.  De,  Nkuuis,  geuhenkt  hat,  sowie  du«  dtuah  die  Oflte  des 
Herrn  JLektor  Di.  C.  Znoaaiuxv  in  Baael  die  TeteinibibUoihek  in 
den  Besitz  der  lOrdnance  Survey  of  JemBalen»  1865  gekommen  ist. 
Allen  geehrten  Gebern,  genannten  wie  ungenannten,  sei  der  wärmste 
Dank  ausgesprochen.  Die  neue  englische  Karle  von  Palästina  Ist  aus 
Verein smilteln  angekauft  worden. 

Die  Revision  der  Uectinung  nber  die  Einnahmen  und  Ausgaben 
des  Vereins  haben  auch  in  diesem  Jahre  die  Herren  Prof.  Dr.  J.  Oilde- 
UEiBTER  und  Pfarrer  K.  Ft^brer  gQtigst  flbemommen.  Mit  dem  besten 
Dank  an  diese  Henen  für  die  darauf  verwandte  Mobe  schliesse  ich 
dieaeu  Bericht. 

Leipiig,  21.  Febi.  1S8I. 

Für  den  AusmIuub 

H,  OUTHE, 


In  Folge  der  verlängerten  AWesenheit  unseres  Eedacteors  sind 
wir  genOthigt,  die  AufzEhlung  der  neuen  ^gSnge  unserer  Bibliothek 
auf  das  nächste  Heft  zu  verschieben.  ■ —  Über  den  Erfolg  der  Ausgra- 
bungen in  Jerusalem,  spcciell  am  Ausgange  des  TjTOpOon  wird  Herr 
Lic.  Ooras  in  Beriin  mQndlichen  Bericht  erstatten ;  wir  hoffen  im 
nächsten  Hefte  AiufllhilichereB  daraber  to  bringen. 

Tablngeu,  8.  Aug,  1881. 

Fflr  die  Kedactioo 
A,  SocrN. 


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AoHzng  ans  der  Bechnimg  Uber  Einnahme  im 


M  1(KI7  G5  ^  RQckstAndige  JahieabeitiSge  Ton  I67S  u.  1S79. 

-  3294  S9  -  Laufende  JnhieibeiUige  von  188C. 

-  190  10  -  fQi  10  Exemplare  Jitiq^I  and  9  Eumpluf 

Jahrgang  n  von  neu  dngMtiUnen  Hitglie- 
dem  Diuiltbsiageii. 

-  614  ftt  llltlirgaogl,  Ulalngaiiglliuid  EOlnlir- 

M  Blas.  S4^   gug  IS  dmoh  dtn  Badihmdel  abgesatst. 


-  20  desgleichen  von  Herrn  Dr.  M.  Ebenebl  ii 

Dresden. 

16  desgleichtn  von  Herrn  Btsotsrnlh  HrfROWt 

in  St.  Petershu^. 
\y>  —  -  desgleichen  von  Hotm  Professur  Dr.  Fkz 

Delitzscii  in  Leipzig. 

-  3061.   10   deigleiohenTonlM.BÖflKlMOEttiiiBOnniBhBim 

^130—^  fOi  gtttennteOoupanaTon  4StaekSXSh!hti 
uhe  fiente  k  tOOO  Jl.  p.  ISBO. 

-  »  SO    -  dngWdKQ  von  B  SttUkSXSbiliaiM^  Bant 
r    142.  S«  -  hS0O^.pmAptU— Ootober. 

■  -  32. 31  -  QuUabiift  an  Zinwn  und  Agio  fte  toi  dem  ZalduDBi 
^^^^^^^^^  Tmnin  gaiahlta  Beohnungan. 

Jl  83T3.  4S  '       Summa  der  Einashmen, 

-  7249.  iO  -  -     der  Ausgaben,  also 
M  1133.  15  '        Bestand  baai. 

An  Vermögen  hesilit  der  Verein  ferner 
j»  3174.  4  Stück  AH  Stchaioohe  ReaU  a  1000  JlzMS 

Coum(bii>4.  Ufin  18S1]  todT9,3S. 
Ji  43S1.  SD  -  -  laOT.  50-5  Stock  3X  StahaiBohe  Bente  k  »DO  ^  nii 
Ooun  von  SO.SO. 
AuHerdem  aindnooh  ^.M  TOO an ]ahi:aa1]eitrtg« 


Die  Beehnung  de«  Falictina-VereinB  fOr  1S80  iit  nach  oingi 
Bonn,  14.  Hbi  ISSl. 
Zürioh. 


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Ausgabe  der  Kasse  des  D.P.  T.  Im  Jahre  1880. 


Insgaken. 

259.  Ü2  ^  Saldovortr^  von  roriger  Bechniins. 

19H3.  IS  -  fQi  Druck,  I.ithogiaphiB  elo.  der  Zeitaoluritt  Band  m  und 


r  51H).  —  ^  foi  Bsdtotion  der  ZeiMohilft  von  1S80. 
■  jOa.  06  -    -  Beitrige  lOT  Zsitnhrift. 
DIÜ  und  Abuhidbakoaten: 


Jl  II.  TD  ^  tn  dia  Bernte  uohiologique  alt  Ficw-Ud- 
tenchied  fOi  1  Eiempl.  äai  Z«it«ilin(t. 
-   42.  —  -  für  1  Map  ot  Weitem  FsUltine. 
te  Frachten. 


jl  300.  —  ZaUiuigan&CTnBanrathScmoKinJeTii- 

—  -  fürWechsplaposenvonJ.FHimoBB&Oo, 

für  CasBfltflhrunR  an  den  üuoliliBlier, 
-  Paokpspier  lur  Veraendung  der  ZeiMohritl. 
'    -  angeknutt«  4  Stück  3X  BücluUclie  Rente  k  1000 
Inel.  Courtage  eto. 


liericht. 

der  Prüfung  in  ToUkommeaetcr  Ordnung  befunden  irordaD. 

J.  QlLDBUBinBB. 


PersoniüiiMliriehten  nnd  gesehXftUehe  Hlttliellimgeii. 

Als  Mitglieder  Bind  dem  Verein  ferner  belKKtrelcn : 
AUtei»,  Fr.,  Lehrer  in  Lüneburg. 

Behm,  Dr.  pliil.  il.  Th.,  Gymnaaiallehrer  in  Duberan  (Meckleohui?) . 
Bibliotiieken : 

Akademie  von  Noucliutel  (Schweiz]  i'rol'.  H.Ad.NmiiH». 

Stadlbibliothek  m  Mainz,  Di.  Vi&e. 
V.  Brtdae,  Oraf ,  in  Ooene  bei  FnBsaok,  Maik  Brandenburg. 
Pahmgn^tr,  Jehamt,  AvshilfipiieBter  in  Geversdorf,  Niedai^ster- 

Gaulier,  Dr.  Lueim,  ProfefM»T  in  Lsusuine. 
Karlen,  Ffurer  in  ßOlidoif  Ddceu. 

Märcker,  Franz,  erster  Lehrer  an  der  deutBch-cTangeliachen  Schnle  in 
JeiuBalem. 

Mt&turt,  Oiwald,  Antiquar-BDiihliftndlei  in  Dreeden. 
Mescher,  Pfonei  in  St.  Gallen. 

NapUr,  W.  R.,  Rev.  in  London. 

Pritiz,  H.,  zweiter  Lehrer  an  der  dcutäch-evangeÜBcheii  Sahule  in  Je- 

V.  Protkowek,  Dr.  M.,  in  Kivaasiu  iMHhren). 
Sehapira,  M.  W.,  Bvditi&ndlei  in  Jeiuaalem. 
Wugand,  f&irer  in  SobliprOthen  Seikeniode. 
WoUtrt,  F.,  Rev.  in  Jerosalem. 

Durch  den  Tod  verlor  der  Verein  die  MiQ^Ueder : 
HirteA,  Aron  J.,  in  Haiherstadl. 
Koha,  Dr,  Jar.,  in  Prsg. 
Lath,  Dr.  O.,  ProfeBaor  in  Leipzig. 

Ee  traten  aus : 
Amtler,  K.,  kOnigl.  bälg.  Consul  in  Beirut. 
Binnam,  eidgen.  SUbiderath  in  Lieatal. 


3U 


eOxr,  Qirl,  CanA.  theol.,  in  Btsel. 

O/mtü,  Pfoner  in  Katnuse  bei  Altfelde,  Wsetpreu 

Gerdau,  Dr.  B.  F.,  Profeuor  la  Bern. 

BincA,  Guilmi,  in  Beilin. 

Sola,  J.,  Futor  ia  Big«. 

/Ay,  Dr.  med.  Gtr.  Ons.,  in  Ldpsig. 

Xirtitm,  Di.  med.  In  Berlin. 

Keäing,  Lic.  Zf.,  Buperinteudant  in  RoEohkowitti. 

Sinter,  O.,  Pwtor  in  Neu-Erkerode. 

Vereine: 

OBpitel-Lue-Ventn  von  GhtnienlikuaM). 
Füueg,  J. ,  Futoi  in  Elotohwite  bei  FlanOn.  . 


Herr  Dr.  3i.  Kreniel  in  Dresden  hat  dem  Verein  &1b  auHsr- 
oidendieke  Gabe  für  den  Expeditionsfond  die  Bnmme  von  !0  Haik 
ttberwieien. 

Herr  7m.  Bahringer  in  BOnnigheini  dcigleichen  die  Summe  von 
10  Hark. 


Digilized  by  CoOgle 


Verzeichiiisii  Bämmtlioher  Ifitgliedei  des  Deatsohen  Vereins 
ini  Er&noliniig  Falästina'e. 


SeioB  Si^'sstst  der  Dbdtsohs  Eaisbk  otd  Kfline  tob  PssirsaxH. 
Seine  MajegtSt  der  Vi6ma  tok  WOhtmmbbbo. 

Seine  EOnigliehe  Holieit  der  Qrosshebzog  vom  HjtOKtiSirBDBO- 

Seine  Kaiserliche  und  Königliche  Hoheit  der  Kboktbihz  dbbDbdXSDBBh 

Reichs  um»  vos  Pbeussek. 
Seine  Durchlaucht  der  FObst  voct  HoHEiizoLLESH-SiaiUBtMaiN. 

jttiol,  Eitra,  FrOfeuoi  in  Cambridge,  NordamBrika. 

AberU,  ff,  G.,  SefcretBr  d.  QeiellMhaft  d.  dentsehen Tempels  inStutt- 

gart. 

AUüin,  Fr.,  Lehrer  in  LHnebui^. 

c.  Alien,  Baron,  geh.  LegntioQBrat))  in  Montreux. 

Antonin,  Archimandric  in  Jerusalem. 

Arndt,  Dt.  TA,,  Semintroberlehrer  in  Dresden. 

AteitrtMt,  PiofaBBor  Dr.P.,  In  BerUn. 

AuerhaaA,  Dr.       Rabhinsr  in  Halberstodt. 

Aanmg,  Paitor  in  Sesswegen,  Livland. 

Baartt,  Pastor  d.  deutsch-franz,  gv.  Qemeinds  in  Beirut. 

Baedektr,  K.,  in  Leipzig. 

Ball,  Dr.,  Ober-Conaiskirialrath  in  Cohleni. 

Barclay,  J.,  Lord  Blshop  of  JoruBalem. 

BarrfUl.  J.,  I'aslot  in  Boudevillicrs,  Nouchätel. 

Barth,  Dr.  J,,  Profeasor  in  Berlin. 

Btuttrmmm,  Dr.  H.,  Profestor  in  Heidelbetg. 

Batticie,  Pfarrer  in  Sohwanhauaeu  (Thflringen). 

Blutig,  iWU.,  Mai.  theol.  nel  Semloario  maggiore  in  ftbüland. 

e.  Baudittm,  Qraf,  Dr.  W.,  Profeuorin  Straubu^. 

Baur,  J.,  Pfarrer  in  Dieterahofen  bei  Elosterwald. 


Baur,  Dt.  G-,  Conustorialiatii  v.  PiofeHOT  in  Leipiig, 

Btim,  Dt.  pbil. ,  Himr.  M.  73.,  OTiunuialleliiei  m  Dobenn  ;Meek- 

leiiburg) . 

Bthrmann,  Hauptpastor  an  St.  Michaelis  in  Hamburg. 
Bfrlmtr,  Dr.  A.,  Doccnl  am  Rabbincrscroinar  in  Berlin. 
Beniat/t,  Dr.        ProfeiiBor  in  Bunn. 
Birtheau,  Di.  E.,  Hofrath  u.  l'rofossor  in  Qcttingen. 
Btr&*aii;  Carl,  Pastor  an  8t.  MicihteliB  in  Hambnig. 

BOSoihdlm: 

der  Akademie  toh  NsaahAtel  (Sobweii)  PioftMor  H,  Ad.  IfavUb. 
der  Hoducimle  Bli  ^  WisHtuehalt  des  JudentlinmB  in  Berlin, 


Prof.  Dt.  Laamu. 

der  inraelitiBclien  Cnltusgemeinde  in  Wien.  Dr.  Franil. 
der  Synagogengemeindc  in  BicBlau,  Dr.  M.  Brann. 
des  Rabbiner-Seminar«  in  Berlin,  Dr.  A.  Berliner. 
DiOcesanbibliothek  Homberg  [Baden],  Pfarrer  Fr.  Zanmermann 

in  Ontaoh. 
Ojmnarälbibliothek  in  Hhingen. 

in  Kottweil. 
EOnigliehe  flffentlishe  Bibliothek  m  Stuttgart. 
Minliterialbibliotbek  in  Schaffbansen,  C.  A.  BSe/Uold,  Pforrer. 
Öffenlliebe  Bibliothek  in  Basel,  Dr.  L.  Sieber. 


Stadtbibliolbek  in  Frankfurt  u/Main,  Dr.  ^au«i«m. 

in  Hamburg,  Dr.  likr. 

in  Maini,  Dr.  ^«0«. 
Univeintätsbibliolliek  in  Dorpat. 


in  Oiessen. 
in  Halle, 
in  Leipzig, 
in  Marburg, 
in  Prag, 
in  Straubuig. 
in  Tübingen, 
in  L'tieclit. 


Lejdeu,  Holland, 
üsfürd,  Dr.  Neubauer. 


BiektU,  Dr.  Q.,  Profewor  in  Innsbruck. 
Bothl,  Dr.  E.,  Profewor  in  Wien. 


XIV 

Botkringer,  Immanuel,  in  BOonigheim,  Wortlemberg. 

V.  BlAtlmgt.  Dr.  0.,  ksis.  niss.  Staalsiath  in  Jena. 

Bauaek,  F.,  Pfairer  in  Manebach  bei  Ilmenau. 

Boluce/KA,  Mag.  IV.,  Docent  der  Theologie  in  Dorpat. 

0.  BrtdoiB,  Gmf  zu  Qoena  het  Frieuek,  Huk  Brandenburg. 

Bnmn,  Di.  /.,  Landes-Advocat  in  Fr^. 

Brau,  Dr.  in  Fnuikfart  a/H. 

Brünmg,  Consul  dea  dentachen  Reiches  in  Beirut. 

Budde,  Ue.  Dr.  (7..  l'tofeanor  in  Honn. 

Burckharäl,  Dt.  C.  F.,  Alt-Bürgcrmeiatcr  in  Basel. 

Burckhardt-Zahn,  Ed.,  EaaDnonn  in  Basel. 

CaSnieh,  Dr.  phil.,  Haaptpaator  an  St.  Jacob!  in  Hambuig. 

Caaia,  Dr.  th.  P. ,  Professor  und  Pastor  in  Beriin. 

Ciaplin,  Dr.  med:  TAam.,  in  JeroEalem. 

CA<g>tiii,  Dr.  P.,  FrofeHSOi  in  Lanaamie. 

Chacbon,  Dr.  .Don.,  trirkl. Staatarsth  und  ProfeMor  in  St.  Peteisborg. 
Ciauten,  Conustorial-Rath  in  BrO^  bei  Bordssholm  (Hobtcln). 

Cimrady,  L.,  Pfarrer  a.  D.  in  Miltenberg. 
Dallim.  ConBislorial-Bnth  in  St.  Pctprshurg. 
DHiUsch.  Dr.  Franz,  Professor  in  Lcii)iiig. 
Diechnniin.  R..  l'nstor  in  Ücgffcrow  bei  llemmin. 
Dillmmm.  Dr.  A..  l■l■.>t■.'^M-l■  in  Ik-ilin. 

Dilimer.  Dr.  |ihU..  Astionom  und  Ini^enieur  in  Charlotteabuif . 

Doiel,  Dr.  Frieär.,  Archivar  in  Augsburg. 

Dom,  fi-udricA  in  Memmingen. 

Darr.  W.,  in  Bonn. 

Diiiiierff,  IT.,  in  Jetttsalem. 

Ebera.  Dr.  G..  Professor  in  Leipzig. 

ErlMrdt,  C.  P.  fr.,  Stud.  theol.  in  Leipdg. 

Küfftrling,  Suiietintendcnt  in  Warlier  bei  Bielefeld. 

Efmiffer-Gcip!/  in  Basel. 

Emszier.  Dr.  med.         Staiitiirzl  in  JeruSBlem, 
EkenUr,  Dr.,  IVofcasor  in  Heidolbprg. 
Euting.  Prof.  Dr.  /..  Oberbibliothekat  in  Strasaburg. 
Falnr.  If.,  Superintendent  in  Manafeld. 

FaAmgrubir,  Johann,  AushilfoprieBterin  Geretsdorf,  Nieder-ÖBterTeicli. 

Fay,  F.  R.,  Pfarrer  in  Orcfeld. 

Fthr,  Dr.  P^tdnk,  Prediger  in  Stookliolm. 


RH,  Dr.  Wh.,  OjttaamMsxet  in  COln. 

FItitektr,  Dr.  B.  L.,  geh.  Hofrftth  n.  FrofBUOt  in  Leipng. 

Plotckner,  Dr.  theol..  Oberlahrer  in  Beuthen. 

ßrs/emano,  Dr.,  Bibliothekar  in  Leipsig.  , 

Fraas,  Dr.  0.,  Professor  in  Stuttgart. 

Frank.  Dr.,  Rabbiner  in  Cöln. 

Frenke!,  Dr.  Ä.,  Oymn. -Oberlehrer  in  Dresden. 

Fromme,  Pastor  in  WeiBabo  (PoBt  Sandstedt  b*i  Bremen) . 

Frutiger  ^  Cimp.,  J.,  in  Jeruaalem. 

Furrer,  Dr.  E.,  Pfarrer  in  ZQrich. 

OaaÜtr,  Dt.  Xwcün,  Professor  in  lAOMUine. 

OiUtmtitltr,  Dr.  J.,  Fiofessoi  !n  Bonn. 

OidU,  Dr.  F.,  Professor  in  Nevch&tel. 

dl  Ooeji,  Dr.  3f. ,  Professor  in  Leyden. 

Coldzihiir,  Dr.  /.,  Docent  an  der  UniTetütSt  in  BndapeM. 

Gnchi,  Dr.  B.,  Profeeaar  in  Halle. 

OrSb,  Dr.  H.,  Professor  in  Breslau. 

Grofsmann,  Lic.  Dr.,  Suiiorintemient  in  Orimma. 

Grünioimi.  Dr.  SI.,  in  Milnchon. 

Gründl,  Dr.  F.  J.,  Oberlehrer  in  Dresden. 

OvAi,  IM,  H.,  Docent  in  Leipüg. 

Bagenm^ür,  er.  Pfonrer  in  Gtoga-EichloWisim ,  Baden. 

Bagtrtqt,  B.,  BaehhSndler  in  Kopenhagen. 

BaBitntaBun,  S.  J.,ia  Bielits,  Oestteich. 

Balivy,  J.,  Professor  in  Paris. 

Hariavy,  Prof.  Dr.  Alb.,  Bibliothekar  an  der  k.  Offentl.  Bibliothek  in 

St.  Petersburg. 
Eartiaek,  Dr.  Ad.,  ]*rofeSBOr  in  Oiessen. 

Hartmann,  Dr..  Kanzler  des  kais.  deutBclion  Consnlats  in  Beimt. 

Ht/Kr,  Kever.  Dr.  A.,  in  Frankfurt  a/Main. 

Iltinrici,  Dr.,  ProfesEor  in  Marburg. 

Htür.  Dr.  F.  W.,  in  Jauernig.  Österr.  aehlerien. 

Hanann.  Pfarrer  im  i'rOBelyteiihaiis  in  Basel. 

Heurit.  Pastor  in  Schwerin. 

Hnaskr,  <!.,  l'fürrcr  in  IJssel. 

Hüdrshfimrr.  Dr.       Seminarditeolor  in  Berlin. 

Hildnieimer,  A.,  in  HalberBtadt. 

HOdtäieimtr,  Ltm,  in  Odessa. 

Bm^,  Dr.  F.,  Profisssor  in  Tübingen. 


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t:.  Hilraaj,  W.,  kais.  lUBs.  wiikl,  StaaMratb  in  Petetsbui^. 
Hoffmatm,  Lic.  C.,  Supermtendent  in  Frooendoif  bei  ZüUohow,  R.- 
Bez.  Stettin. 

Hoßmam,  Ch.,  Vprsteher  des  Tempels  in  JemMlAm. 

Hoßnam,  Dr.  Q.,  Profesn»  in  Kiel. 

BoBeniay,  Dr.       Hym""""!!**"" Mueia. 

Somniel,  Dr.  Frils,  Bibliothekar  in  MDncben. 

Hoemle,  Dr.  A.  F.  Rudolf,  OffR.  PriQci|>al  Madrasah  Celcutta. 

IlUs,  .Ste/m.  z.  Z.  nul'IlcUon. 

Jäger,  Uuü.  Buchhändler  in  Basel. 

Jeraitr,  IC..  Pfarrer  in  CalvOrde,  Braunsthiveitj, 

Jatai,  Dr.  juris,  Adrocat  in  Frankfurt  a/M. 

Kaflm,  Dr.  f.,  Professor  in  Basel. 

KalUwoda-,  Günther,  Abt  des  BenediktinerBtifts  Raigem  bei  Brünn. 

Kalinta,  Julius,  in  Berlin. 

K„^npf.  ]>-  S.  J.,  l'r„IVsH.,rin  Crag. 

Kamphmuen,  Dr.  A..  IVofojsor  in  Bonn. 

Ka/lenb<^cA,  Ur.  F-.  i'rotcasor  in  Gioasen. 

Aniiymnnir.  J.,  Buchhllncller  in  frankfurt  a/M. 

h'iiul^c/,,  Dr.  E..  Professor  in  Tübingen. 

Ktralen,  Dr.  phil.  O.,  in  Berlin. 

Säpirt,  Dr.  .0.,  Professor  in  Beriin. 

Ki^l,  Dr.  pbil.  S.,  in  Berlin. ' 

Kmd,  Dr.  A.,  Diakonus  in  Jenn. 

Kinzter.  Adolph,  Pfarrer  im  Missionshaus  in  Basel. 

Ktaiber,  Dekan  in  GOppiagen,  Worttemberg. 

Klein,  Stadtpfaner  in  Pfunlieiin. 

Klein,  Rev.  F.  A  .  \a  Sigmaringan. 

Knemter,  Dr.  J.  J.,  Pfarrer  in  Ziegelhansen  bei  Heidelberg. 

Kober-Gabat,  P.  J.  F.,  in  Basel. 

Koch,  A.  W.,  Hofprediger  in  Sofia. 

Xegd,  Dr.,  HofpTsdigei  in  Berlin. 

Kehl»,  Dr.  A.,  Professor  in  Erlangen. 

Ki^  E..  Bankier  in  Utrecht. 

Kany,  Dr.  J.,  l'rofessor  In  FreiburR  i.  Br. 

XSnig.  Lic.  Dr.  E..  ObcrlehriT  u.  DoEeat  a.  d.  UniverdtJlt  in  Leipsg. 
Xom/el-l.  Dt.  m,t,\.  !!..  in  WiihUu. 
Konen.  Plarrer  in  ROlsdorl'  bei  Düren. 

Kraffl,  Dr.,  Professor  in  Bonn. 


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KräAr,  Dr.  iihil.  Rl.,  Sladt««huliiiH|.«ktur  in  Itprlin. 

ÄrarHr.  Altr..  i'aslor  an  St.  (;atiiarinn  in  Hamburfi. 

Kreil,  Dr.  L,,  ProfcBsor  und  Obeibibliothckai  in  Lciinig. 

Krenktl,  Dr.  ifw,  in  Dreeden. 

Kugler,  Dr.,  ProfBUor  in  Tflbiugen. 

Küper,  Di.,  Conuatoiialiatli  in  Stettin. 

d»  Lagardt,  Dr.  P,,  FrofesaoT  in  OOttlngen. 

Ä  Üo&njw,  Dr.,  in  Genf. 

Laaä^ff,  Di.  Th.,  in  Heidelberg. 

Lanh,  ^egierunRS-  und  Bnurath  in  CasBel. 

Lange,  lt.,  Iti1t<]r|;iil:il>0!<il'^er  in  T.iihausL'n  b/KsiaerBwertfa. 

Leydmff,  SujjDrintoniicnt  in  GcvfirsdorC  a/d.  Oste  (Huinovor). 

Leyrer,  Pfarrer,  Plochingen  [Wflrttcmbergj . 

XtoUnuAin,  Dt.  Ali,,  in  London. 

Ltndna;  Dr.  Br.,  Docent  an  der  Univenitflt  in  Leipiig. 

Lorano,  Dr.  med.,  in  Beirat. 

Zeaeeulhai,  B.,  in  CtsaeL 

Xtyftwf,  IcOnigl,  dlniach«  VicB-Cansul  in  Beimt. 

Latft,  H.,  Pastor  in  Amsterdam. 

Lattiche,  Vice-Consul  des  deutschen  Kcichca  in  Damaseus. 
I^likii,  M.,  Pfarrer  in  SciikeudiW  bei  Halle  n/S. 
Litl^enürehen,  A.  L.  C,  Stud.  pliil.  in  IicijuiK. 

.UflrcAn-,  Franz,  erster  Lehrer  an  dur  dcutsch-evang.  Schule  in  Jem- 

Mart,',  I.tc..  ITarret  in  Iluus  im  K;.nlon  ü^i'Hand. 

Mayer,  Dr.  phil.,  A.,  PrufoSHot  in  Loi]iiig. 

Mthtert,  O.,  in  Dresden. 

Menul,  Dr.  A.,  Jftahaam  in  Bonn. 

(b  Meurm,  H.,  Pastor  in  St.  Blaiae,  Canton  NeuchUel. 

Meyer,  Ssminarcpbonas  in  SchOnthal,  Württemberg. 

Mieicher,  E.,  Pfarrer  in  St.  Qallen. 

c.  MolOe.  Graf,  Eue,  FoldmarachB!!  in  Horlin. 

^f^!>u■ieberg.  Dr.  th..  Archidiakonua  an  St,  Nicolai  in  Hambutg. 

.1/.»rfy,  A.,  enjfl.  l'rciUiter  In  BuiUiiest. 

Moldau,  Dr.  F.,  kai«.  tum.  Slaatsralh,  I'rofosBor  in  Dotpat. 

Müllfr,  Dr.  /.  P..  Monnonitenprediger  in  Emden, 

Müller,  Dr.        i'rofesaor  in  Halle. 

f.  .IfüncA^aiuni,  Freiherr,  knie,  denlachei  Consul  in  JertualBm. 


Digilized  by  GoOgle 


XVIII 


Mimk,  E. ,  KabbinatgasaeMor  in  AltnitB. 

Napitr,  Fredtr.,  in  London. 

Napier,  W.  R.,  Rev.  in  London, 

.Yrj/fr.  I>r.  F...  Hi'lfcr  in  Münsine.-n,  Wilrtcmbcrg. 

Xr.diiwl  l';i^l<.i  in  i'^lersrapflk',  LivLand, 

Nkdtn.  Dr.,  Ucncralsuiicjrinteudi-iil  in  C^ibltnz. 
Nnldela,  Hr.  TA.,  PtofBsaai  in  Straasbuig. 
NevHieii,  Idc.  Dr. ,  in  Berlin. 
Onrt.  Dr,  H.,  ProteSBor  in  I^yden. 
I',  (helli,  Dr.  f.,  i'rofcBflor  in  Uaacl. 
O-yn^-i/,  //unrnci/.  !*rüfc9Sc^^!nN«^s•-Vu^k. 
Prt/wi.  Dr.,  l'rufesauc  in  SchüffliiiiiBi..|i . 

I'iiltner.  F..  Vomlclicr  der  englincben  ZionBBohule  in  Jerusalem. 
l'iHil,  Heinr..  Studtvikar  in  Sobwolsingon,  Baden. 
Paulus,  Dr.  J,,  Pfarrer  in  ClBveTBolxbaob  bei  Neuenstadt,  WOrttem- 
bctg. 

Pnlal(mi,  Pfarrer  am  OroBunflnstsr  in  Zflrioh, 
Pül^pi,  Dr.,  ProfoTOor  in  Rostock. 
PAalioa,  Ärchidiokaniis  des  Kreuddosters  bei  Jenualem. 
Preiawerk,  S.,  Pfarrer  an  St.  Alban  in  Basel. 

I'rmz,  H.,  uweiter  Lehrer  an  der  deutsch-cvang.  Schule  in  JeruBolcm, 

von  rroskoicrU,  Dr.  M.,  in  KwaadtE  (MSbrcn) . 

Prym,  Dr.  E,,  I>ofc8Bor  in  Bonn. 

ICaiemr,  Af.  S.,  Diioctor  in  Jattsy,  Kumnnicn, 

liiimi'n,  JaUut,  Professor  und  Stiftaliibliothpkur  in  Zircz,  Ungarn. 

Sethlui,  Dr.  (7.  3f.,  ProfeMur  in  Hamburg. 

Reimeke,  Lio.  Dr.,  evangeliacher  Pfarrer  in  Jenualem. 

ReiucA,  Dr.  F.  H.,  Professor  in  Bonn, 

Reuis,  Dr.  E.,  Professor  in  Strossburg. 

R!ehUr.  Dr.  /.  F.,  in  London. 

firVW,  Dr.  E..  PrüfWi^dr  in  Hüllt  ;.,S. 

ffiVsj,  Dr.,  l)uraka[iLluliir  in  KoMcnljurg  ».  N. 

Riggcn&acA,  Dr.  J.,  i'rofoBsur  in  Basel. 

BitieAl,  Dr.  A&r.,  Consiatorialrath  u.  Professor  in  GOtüngen. 
Seb-ieA4,  lAo.  Dr.  BeinMd,  Obarlehrer  am  Humboldtsgyniniisinm  in 

du  Boi,  Ad. ,  Amtariolihir  in  Salder,  BrannBohwing. 
Bupa,  H.,  Pastor  an  St,  Jaeolü  in  Hamburg, 


XIX   

Amt^,  G.,  Pfarrer  in  Hemumgen  im  Brenitlud,  Wg. 

n.  Saun,  Buon  V.,  Docsat  in  Petersburg. 

1^.  Roth,  Dr.  R..  Proresscirin  Tübingen. 

Rolht,  H.,  Saminitrlebrcr  in  Cunmin.  l'ommBm. 

Rolitlßin,  Ijc.  Dr.,  Gymnasiallehrer  in  Elbarfold. 

Rt,H>ch:.  Dr.  R.,  llecan  n.  I'rofeflsor  in  Bern. 

R'/vrl,  \Äc.  Dr.  V.,  Oborlelircr  u.  Docpnl  a.  d.  Univotsitit  inLeipüg. 

Su'hf.  Dr.  G-.  GjmnusiuUcliror  in  l'oscn. 

Sanilhergrr ,  Obcrhülfcr  in  T(lbiiit;en. 

Sandrtcdd,  Dr.  med.,  in  JürusalDio. 

Saadrtczld,  Sr.  C,  in  Paunu. 

Sammt-Biiduiff,  Tktedor,  EaulniBnD  in  Basel. 

Saratm-Slt/iUn,  Rad-,  Kaufmann  in  Basal. 

Sai/Ur,  Dr.  E.,  l'rivaüor  in  Flnntan  b/ZOriok. 

SrAaf,  RcvJ,  Dr.  P/ut,  Prolessor  in  Now-Vork. 

-Sr/um:,  Dr.  P..  ProfesBor  in  Tübingen. 

SrAapim,  Alex.,  in  Gaza. 

Srhapira,  M.  W-,  Buchhändler  in  JeruBslcm . 

Schegg,  Dr.  P..  Professor  in  Mflnchon. 

Schielt,  Conr.,  kOnigl.  warClembeig.  Bnurath  in  Jarusalem. 

SeAittAn,  Dt.  ff.  C,  in  Uamboig. 

ScUotlmam,  Dr.  C,  ProfeHor  in  Holle  a/S. 

SeAmtdt,  S.,  Lic.  Oiool.,  Fastor  in  Slembeig  (Meeklenburg, . 

Si:linabl.  K..  I'roimtci-Cooperator  an  der  VotivtirohB  in  Wien. 

^i-hiinn-kr .  I,.,  Kiuirinann  in  JetiiBalen». 

.S'Araihr.  Dr.  JC.  i'rofcBSor  in  Herlin. 

St/irameier,  iV.,  in  Duisburg. 

Schroedtr,  Dr.  P..  Dolmetscher  bei  der  kaiserl.  deutscken  Bolschftft 

in  CoQBlantinopel. 
Schr/!der,  Dr.  pbil.  C,  in  Leipzig. 
SeiuUc,  Dr.,  FÜOTer  in  Erwitle  b/LippsUdt. 
SnJiulb,  OanenlanperiDtendant  in  Reval. 
SciOra;  Dr.  B.,  ProfeBsor  in  Oiessen. 
Sciicarz,  G.,  DiiGCkiF  der  Deutschen  8ahula  in  Beirut. 
Srriemann,  H.,  Directar  des  tivl.  lAndeHgymnasiunlB  in  Rellin 
Seil,  O.,  Stud.  thcol.  in  l^i\'r.ig. 
SUsfrwd,  Dr.  K.,  l'rof.  in  Jena. 
SioKÜng,  Dr.  jur.  Htm.,  in  Hamburg. 
Süvert,  O.,  pMtor  In  Neustadt  a/d.Dosse,  Brandenburg. 


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.    XX  _ 

^rüt-WOer,  C,  Kaufmann  in  Beirut. 
Smaid,  Im.  Di.  Bud.,  Frotttaot  in  Basel. 
Socia,  Dr.  A.,  Professor  in  Tübingen. 

Snmmer,  Dr.  J.  G.,  ProfesBOr  in  Köni((sberg. 
SpaicA,  Pfarrer  in  DeRcnfelci  bei  Suhwüb.  Gmfind. 
Sprenger.  Dr.  A,,  l'rofessor  in  Wabern  bei  Bern. 
Stade,  Dr.  B.,  Professor  in  Gicssen. 
StaeieUn,  Dt.  B.,  Pftner  ia  Buel. 

Sliei,  R,,  Pfmer  au  der  reformiiten  Gemönde  iu  Dresden. 

Sleffatteit,  Dr. ,  Professor  in  Basel. 

Sltiner,  Dr.  H.,  Professor  in  ZQiioh. 

Siengleln,  Reicliaanwalt  in  Lei[iiift. 

Stiehl,  Dr.  J.  G.,  l'rufessor  in  Jena. 

Stiirimti/er,  Dr.  J..  Anti«Li's  uii.l  l'rofcsHor  in  Hasel. 

Ärarf,  Dr.  Hrrm.  L..  l'rofts^Dr  in  licrlin. 

Slra'i.5s,  Dr.  F.  A..  Hofiir(^(U(rer  in  Potsdam. 

Streit,  Dt.,  GjmnaBialdirector  in  Dolberg. 

Svbe,  Dr.       Pastor  in  Dtesden-NeoBtAdt. 

Snneeh,  Dragoman  des  kusetl.  deutsoli.  Consnlals  in  Beirut. 

l^orieeif,  Dr.  H.,  FrofeMor  iu  Hridelbeig. 

Thm^,  Dr.  pbil.  E.,  Profeisor  in  Hänchen 

«.  Utlinoie,  Baron  Pblo,  in  Jafa. 

Valebm,  J.  J.  P.,  ProfeMOi  in  Oroningon. 

Vereine: 

Alliancü  israC-l.  univoracllo  in  Paris. 

Capitel-Iiese-Verein  von  Rothenburg  a./T'auber  , Bayern),  Pfarrer 
BftyloeAer. 

Deutscher  Verein  in  Ja&. 

Lesq^sellscliaft  »zur  Harmonie»  in  Frankfurt  h/M-,  Ad.  Buer. 
Palestino  Eiplomtion  Fand  in  London. 

Pastoral-Oosellschaft ,  Anhalt^DessaiÜBchc  .  Archidiaconus  Heue 

Predigerverein  von  Broistedt ,  Pastor  JF.  ScAratttr  in  Broblcdt, 
BraunaohiTsig. 

Vöder-Heuultr,  Dr.  W.,  l^fessor  in  Basel. 

Vüciar-Sarann,  Adc^,  Kaufmann  in  Basel. 

Vegd,  A;  Pliirrer  in  Hohen-Reinltendorf  b.  Tantow,  FammeRi. 


XXI 


Feldt,  Dr.  W.,  küs.  mu.  Staafsiatli  und  Piofeaior  in  DoTpftt. 

ymUemmr,  Dt.  B.,  PiofcHor  in  LsuMuna. 

Wachemagil,  W.,  Rev.  Prof.  in  Allentown,  PennBylTtiiien. 

Wagner  tf  Debes,  GooRTaphiacho  Anstalt  in  Leipng. 

mUhamai,  Dr,  J.,  l-rofcssor  in  Greifewald. 

Ifenai,  Di.  phil,  //,,  in  Oxford. 

Weitr,  lic.  H..  ranlor  in  Itcrlin. 

Werrich,  Pastor  in  Arrascli,  I.ivland. 

Wiigattd,  Pfarrer  in  Scliliiirntlien  l)ei  Serkenrode,  Westfalen. 
WUteltr,  Dr.,  Consifltnrialratli  und  Professor  in  Oreifswald. 
miMon,  Charhf  W.,  Mqor  B.  E.  in  London. 

IPttt»,  Landgerielitadiiektor  in  BieBlaa  und  Mitglied  des  Beichstagn. 
Wi^,  Dt.  PK.,  StadtpTaRer  in  SottireU. 

WaUen,  Rev.  Th.  F.,  in  JeniBalem. 

Wrxghl,  Dr.  W.,  l'rofeaaor  in  Conibrii^,  England. 

ZandtT,  GjTnn.-Oborlehiei  in  Gülcrsloh. 

Zarl,  Dr.  ,  Gymnasiallehrer  in  Fflratcnwalde. 

Zeller,  Rev.       MisMonar  in  Jerusalem. 

von  Ziilen-Schuieriti,  Graf  zu  Janow  bei  Clcmpenow,  Eieis  Anclam. 

Zhmttmtaim,  Dr.,  Ojinnasial-Rector  in  BMel. 

V.  Zig/lm  van  NgmOt,  Graf,  königl.  niederlSnd.  Oeaandter  in  Wien. 


UescUoBsea  «n  8.  August  18S1. 


m«  BedKtion. 


Feraonalnaohrioiiteii  und  gesohäftlloha  Uittheilangen. 


AU  Mitglieder  aiod  dem  Veieina  be^etrateni 
Bülüillie&in! 

Dar  ituditiwhen  EiJtuBgsniunde  in  Wim. 

Libraif  Unian  TheolDgioäl  Beminaiy  In  Kew  Yaik  (Obertngni 

durch  FiofeswT  Di.  Pfa.  SnUff}. 
UiiiTciBilätsbibliathek  in  EilaogeD. 

Ganning,  iJr.  th.  J.  ff.,  refoim.  Brediger  in  Wilhalmüuuloip  in  Zseland, 
Uotbnd. 

Lorttl,  Dt,  Ai.,  MuMnun  de«  Soienoes  naturellea  in  Lyon. 
WaHtr,  JvU$,  Futoi  in  Anuohes,  Schwein. 

Durch  den  Tod  -verlor  der  Verein  das  Jlitglied: 
Spilla-Btt/,  Dr.  Wilh.,  aue  Hildesheim. 


Usn  Adolf  Fri^.  V.  D.  M.,  in  Zürich  beahiiohtigt  im  Februar  1884 
eine  wimcnacbcftliahe  Keisc  nach  Palästina  aniutieteu,  deren  Zveok  suf 
eine  genaue  Untersuchung  der  Ufer  des  Soea  Oeneureth  Betiahut  Igt 
Dieselbe  nird,  falls  die  eingeleiteten  Verhandlungen  lu  dem  gewQIuditeD 
E^ebnisB  fahren,  mit  Unteiatatzung  des  Deutachen  Pallatina- 
Veiefna  unlemomnien  werden.  Herr  Frei  ist  ausserdem  bereit,  auoh 
•olohe  AuftrEge,  die  sich  nicht  direkt  auf  den  eigentlichen  Zneok  der 
BbIm  belieben,  entgegen: u nehmen  und  nach  Krsften  aufliutQhren.  Er 
bittet  daher  alle  diejenigen,  die  sich  mit  der  Erfarschung  PalUtina'a  be- 
aehUtigen,  ihm  aventualle  Fragen  und  Wünaeha  unter  der  Adiease  •Jiatf 
Ten,  T.  D.  H.,  bei  Herrn  Ffknei  D.  K.  Fmrtr  in  ZOrieht  mSgllflhat 
bald  mittheilen  in  wollen. 

acieUoaaen  am  IS,  Deebr.  1883. 


Die  Bedactlon. 


Digilized  by  GoOgle 


liste  arabischei  OrtsappellatiTa. 

Von  ProfessoT  A.  Sodn  in  Tübingen.  . 

Imiem  ich  hiemit  unternehme,  das  in  ZDPV.  III,  p.  184 
;riene  >  ersprecnen  zu  losen,  ermnoe  lon  mir,  aer  nacniolgen- 
iiisüc  arainscucr  (.'risanneuanra  emure  wenige  nemericungen 


t  «er  uisK  V 
n  Karte  sich 


Kivtitun  Thcilc  vuu  Ortsbencnnungen  finilen.  Natürlich  war  es 
Hcnivicrtif.  oei  uieser  /lUsammenBeiznng  aer  Liste  eine  Grenze 
für  iias  Autziinenmcnue  zu  ziehen:  Wrnke.  nach  weicner  Kich- 
ninü  uic£cit>e  zu  crgojizen  sein  mocnie.  werae  ]cn  aankoar  an- 
nehracu.    Die  ganze  Arbeit  ist  nicht  darauf  antfclcBt,  Kcmiem 


lunreiL:  68  Bcmen  mir  genugena.  uaraui  hinzuweisen,  dass  oie 
sBine  mcn  simacnsE  bei  Femmmwortem  von  aer  gewöhnbcne 


Fonü  jiui'  iliidürcli ;  uiitcrschflidet ,  daas  die  auslautende  Endung 
a,  e  in  ul'  V/  vbrw"aiidi;rt  >vird.  'Wii  die  Plural-  uder  Diminutiv- 
formen allzusehr  lon  der  r'^"*'''"''''^''^"  Form  nlizuweichen 
schienen,  d,  h.  in  den  Fällen,  wo  eis  den  Laien  beixrendei  Wech- 
sel im  Anlaut  einttitt,  wurden  die  ahgeleiteten  Fonnen  hesonden 
auige fuhrt.  Ungleichheiten  in  Betreff  dei  Yocalisatioii  konnten 
natürlich  nicht  rermieden  widen.  Einzelne  Benennungeu, 
weiche  mir  bloss  aus  der  englischen  Liste  beka.niit  sind,  wurden 
mit  einem  Stern  '  bezeielmet. 


ab,  gew.  abu,  Vater;  vor  Geni- 
tivenBesitzer,  Inhaber  Ton  . .. 

alffo^  fem.  hei^,  iS4S,  weiss. 

ahmar  fem.  hamrä,  roth. 

'«»  pl.   'i^^f  'y^, 
Quelle. 

'A^le,  Beigsteige,  Hügelab- 

a'lä  fem.  'aljä .  'iljä .  höher, 
höchste. 

'ämüd  pl.  'atcätmd,  Säule. 

'oraj  pl.  'örfSn  oder  'ariän, 
Hehle. 

ar4,  Erde,  Boden,  Land. 

'arktili,  Thalbiegung. 

asfal.  fem.  sußä  oder  siflü,  nie- 
driger, niedrigste. 

asfar  fem.  safrä,  gelb. 

'aiabe,  Obeischwelle  der  Thüle. 

ofor,  Fusseindruok,  Spnx, 

'oKiämld  B.  'ämüd. 

axrak  fem.  xerkä,  blau. 

bäh  pl.  ahwäh  oder  blbm,  'llior, 

Thüre,  Durchgang. 
bäilije,  Wiisto.  Stejiiie. 
biiliara.  Hassin.  Dimin.  buhirii. 
bahr,  Meer,  See,  grosser  Fluss. 
iayära,  b^ära,  Baumga);tenBn- 


luge  [auch  mit  einem  Land- 
haus) die  mit  einer  Cisteme 
bewässert  wird  i  Jäia) . 

ba^'a  oder  bu^'a  und  bi^'a, 
31ialebene  zwischen  zwei 
Betgteihen. 

btuta,  iFlat!:,  der  feucht  ist  und 
ivorauf  Gras  wächst,  weil 

stehenbieibt.il  (Schick). 

ba(iha.  eine  von  Wasser  durch- 
flossene  und  mit  Kieseln  be- 
deckte Ebene  (?) 

bat»,  breites  Thal,  Hoden de- 
prcssion.  Inneres. 

bawEüiie,  'Xliorweg. 

bedar  pl.  bejadir,  Tetme. 

heidS,  bedä  B.  a^a4- 

beled  pl.  bäad,  Ortschaft. 

benät  s.  bint. 

beni  s.  ihn. 

bernj,;  \\'üste.  Ebene,  Felder. 
lii-t  pl.  bi/üt,  Haus,  Beduinen- 

zeh. 
bi  n.  Synagoge. 
iiSc-ms.  bäb. 
bijül  s.  bet. 
bi^'a  B.  bai'a. 


Digilized  by  GoOgle 


3 


basd  (B.  b«hdt,  Ortsdukften, 
ImbA,  Hnmst. 

Unt  pl.  batät,  Tochter. 
bir  jil.bifär,  Cisteme,  Bninnen. 
biriepl.bural:,  WasBerrescrvoir. 
Itkea  Dimiimtivum  von  baliu. 
bu^eira,  be^a,  DiminiiCiviim 

Tfiaba^  vjii  ba^ara,  kleiner 

See,  BaBflin. 
but'a  a.  bai'a. 
bür,  büra,  Hntchfeld. 
burak  B.  birke. 
burdsch,  Thurm. 
btuiän,  bit&wpi.  beiäfin,  llaiim- 

gBiten,  Galten. 
btaoibe  Diminitivum  von  balr. 


eJiaBdteh,  Conal. 

ehtäh,  kleines  Thal. 

ohän,  CarawBnsem. 

chandai^.  Graben. 

dän^äi,  ehänia  pl.  ehauänik, 

Kloster. 
charäb  odercAwrüiepl.cÄiirn'i'i. 

chaschm,  Nase,  langUchcT  Vor- 
sprang. 

dtatae,  Schatzkammer,  Kam- 

chhne,  Zelt. 

chirbe  ]>1.  ckiirab ,  zerstörtes, 
verfallenes  ücliäiide,  Ruine, 
Ruinencomplex. 

ehbcha ,  kleines  Thürchen  in 
der  Mitte  eines  Thoiflügels 
(auch  gyn.  mit  kwowa  und 
muchtara^). 

ehcff,  breitere  StraBSe. 


ehttrSbe,  olivreyib,  kleine  Bu- 
inensOUe  (DimisutiTumj . 

rfoÄr,  da/ira,  Bücken. 
1/1?^  pl.  tliir,  Haus,  Wohnsitz; 
Schule, 

ih'  a  pi.  <iija',  kleine  OrlscliLift, 
Landgut. 

(leiia,  i/viffti,  t>t:lihicht,  Kugc. 

der,  dar  pl.  dijüra,  Kloster. 

d«rb,  Weg;  derb  e*-»ulfäm  ^1. 
farilfi  derb  el-fyidieh,  Filgei- 
strasse  [nach  Mekka) . 

deredsche,  Treppe,  Stufenweg. 

dihliz,  Vorhalle,  Flur. 

dijüra  s.  der. 

dscASmi'a,  dachäm'a  ■p\.  dscha- 
wämi',  grosse  Moschee. 

darhehel  pl.  dschibal^  dtehebät, 
Gebii^zug,  Be^. 

dschedid  fem.  dschedide,  Dimi- 
nutiviim  dachedediem.  dteke- 
deide.  dschedede,  neu. 

decheime^.d»ehin:än,dieher>än% 
Diniinut.  <focA«n£n«,  Baum- 
garton. 

dtckenre  pl.  daehas^ir,  Insel, 

Halbinsel. 
dschür,  Brücke,  Damm,  Träger. 
dschöf,  Höhlung,  Niederang. 
dscliubb,  Hnmncn. 
dschüit,  darMinc,  Bucht,  (iolf. 
dschüra  oder  dec/iöra,  Höhlung, 

dgchurd,  kahle,  hohe  Ueigkettc. 

dschuif,  Bachufer,  an  welchem 
das  Wasser  den  Boden  weg- 
spült, oder  w^^espült  hat; 


Digilized  by  GoOglc 


4 


auch  einzeln  stehende  Erhe- 
Imiig  am  l'ftT  lios  Wfnii. 

iluJckäii  pl.  ddifikin,  Kaufladon. 

dür  s.  dar. 

dmoär,  klemeres  Beduinenla- 
ger,  einige  im  Kreis  aufge- 
stellte Zelte.  iStemkieis). 

nskvlu.  Ilnlen.  bechafen. 

ferik ,  grosses  ücilutnenlager, 

Lager  emcs  ganzen  StammeB. 
ßrdaus ,  ßrdös .  Dimmutivnin 

fureidis.    fttredis.  feredia. 

schöner  liaiimgartcn  Para- 

aies). 

pkUiii  iem. ß'kTi.  ul.erhiilli  he- 
findlich. 

ghadir,  Ort.  no  sich  zeitweilig 

Wassel  anaamraclt. 
(/hirbi  fem.  gharbije,  westlich. 
ijhTir,  Niederung.  Tiefland. 
ffhmceir,  ghuwer  DunmutiTum 

ghü{a,  CartenUnd. 
gwnrukohSM ,  gttmruk ,  Zoll- 
statte,  Zollhaus. 

Inuld  pl.  hiidTid.  f;ien/e.  HeiihI. 
Ija^rir,  //adirc,  ein  mit  /iiimen 

oder  Mauern  eingetschlossencr 

Platz. 

Iiadschar  pl.  htdschar.  Stein. 
hafire  pl.  hafatr,  Oruhe. 
$a'if,  haii  pl.  ht(än,  Mauer. 

Feld,  Acker, 
jö^üro,  ein  Feld,  auf  welchem 

Gemüse  gezogen  ivird. 
^amäd,  Steppe. 


hammäm.  heisses  Bad. 

hmni-ri  s.  ahmar. 

haram,  /«uram,  heiliger  Bezirk. 

hare.  Quartier. 

harra,  Vulcaniegioa. 

hati4  oder  Aö^,  Triuikstelle, 
TränkreservoiT. 

Aesc/i,  Wald,  Waldgebirge. 

htnck.  \\ald. 

köich,  Hof.  Gehöfte. 

hörn,  ht^,  hum.  Festung. 

hudtckra,  Zimmer,  Gemach. 

tbn  pl.  \  erhindungsf.  hani  oder 
hem,  Sohn,  '.\iifth  wie  ahu 
innl  vmm  gehraiielit  . 

ijah  ^.  icdojc. 

iklim.  Provinz.  District. 

islabl  ytali. 

ha.  Ebene. 

hä  a,  hoher  Isaal. 

kahr  pl.  kiihir.  Grab. 

kabü,  unterirdisches  Gewölbe. 

kadä,  Gcnchtshczirk,  Bezirk. 

k&hf.  Höhle,  Grotte. 

kaimrije.    überwölbte  Bazar- 

hnllc. 
kata.  Castell.  Burg. 
k,mü.  kanUjc  |)1.  h„t„<€äi.  Was- 

sorleitung,  \Va.<s,. reanal,  Di- 

■  kanim,  Bergrücken,  Berg- 
kamm.  \  on  Scluck's  Ge- 
wahrsmann rcnmi  geschne- 
hen,  wohl  unrichtig. 

kmiiara  pl.  kaiiUlir.  Dimiiiuli- 
vum  kimitera .  kenZ-lerii. 
Brücke.  Bruckenbogen,  Ge- 
wölbebogen. 


Digilized  by  GoOgle 


^rCa,  jeder  Ton  Oebinden, 
Sbmem  und  anderen  liervo^ 
ragenden  Oegenständen  freie 
Platz. 

ixay'e  pl.  iura,  Ortschaft. 
kam  pl.  hirüa.  karain  Dimi- 

nutivum  kurem,  Horn,  auch 

von  einem  Berge. 
^ofT  pl.  ^atür,  grosses  Haue, 

festes  Gebäude,  Schloss: 
kaifal,  Castell. 

iefr  Diminuüvum  kefer,  hfer, 

Dorf  (aus  dem  Syrischen) . 
fcemse  Diminutiv  um  kuneijise, 

kuueiie ,      kuiiZ-se ,  kmese, 

keftn  pl.  liurüm,  Weingarten, 
Rebberg. 

^-ifi/t  fem.  ^'6^0,  Büdlich. 

killäje,  Zelle  eines  Mönchs,  Ein- 
siedlers . 

l.-imme,  Gipfel  eines  Herges. 

körn,  Haufen. 

kubbe  Dirainutivum  kiibebe.  he- 
bvbe,  Kiippelgebiiiule,  Kup- 

,,.1. 

iura,  Gegend,  Bezirk,  Land. 
jwMT,  i»er  Diminutivum  von 

tütca,  Luft-  und  Lichtloch. 

hilsc/u,.  /.Mfliiclitfcirt. 
lisü».  Lnnd/.inigu. 
luhf,    Fuss    eines  niedrigen 
HShenzoges. 

machä^f.  Fuhrt. 
dmmAmnpL  maehSxm,  M^azin, 
Speicher. 


ma^ena  pL  tnq/'S^,  Minoret. 
taaialh,  GehSfte,  Quartier. 
ma'j'att,  Quellplatz. 
makhm,   eigentlich  Standort, 

1'latz ;  dann  besonders  Hei- 

ligenkapellc. 
makbara,  Friedhof. 
tna^(a\  Ort,  woselbst  man  über 

einen  Fluss  setzt. 
ma^tal,  ma^tdle,  Platz  an  v  ol- 

chem  Jemand  getödtetM'orden 

i>t. 

mamlaka  pl.  numälili,  Platz  auf 
welchen  SalEwasser  zum 
Zweck  des  Verdunstens  und 
der  Saligewinnnng  geleitet 

manSra,  Ort  ftir  Feuersignale, 
Landmarkej  Thurm.  Oifiuz- 

manluru.  Platz,  von  wo  aus  ein 
Feldhüter  Landereien  über- 
sieht, übcru-acht, 

mar,  Heiliger  (aus  dem  SjTi- 

'  mürülän,  Spital,  Irrenhaus. 
ntaschraf  pl.  matchärtf,  An- 
höhe, Bodenerhebung. 

masj'aria ,  Gehege ,  in  welches 
nian  Gazellen  hineintreibt. 

■  ma:.h,.h.  -v.>  Tliicre  pe- 

ma.via\  offene  t'isterne.  Reser- 
voir fiir  Regenwasstr. 

mag(aba,  Estrade  mit  Sit/eu. 

ma(cA ,  naturliche ,  teichartige 
Niederung  mit  felsigem 
Grunde. 


Digilizedby  Google 


mofb'pl.  mafälf,  Anstieg,  Aue- 

sichtapimkt. 
maftnür ,  mafmSre ,  untenTili- 

scher  Getreidebchälter. 
medine  pl.  madä'in,  Stadt. 
meilrese  pl.  madäris ,  höhere 

Schule. 
medschdel,  llurg,  Thurm. 
tae^heme,  Gerichtshaus. 
memil,  Unterkunftsstätte,  Ab- 

Bteige^uarliei  s.  d.  f. 
menxBl,  öffentliches  AbBteig:- 

quBTtier. 
meräh,   umzäunter  Platz  für 

Herden. 
mei^n,  ofTener  Platz,  Ebene. 
merdsck ,    Wiese ,  Graswicse, 

Wiesenland. 
tnerkab.  Warte;  Wachtthunn. 
mertä,  Ankerplatz. 
mersed,  Warte. 

meschhed,  Ort,  wo  Jemand  ge- 
tödtet  worden  iet,  gefallen  ist. 

mesduAid,  Betplatz,  Moschee. 

mein.  Bücken,  Hochmcken. 

mezär,  SanctDarium,  zu  wel- 
L'hpm  man  wallfahrtet. 

mi-:rii'ii  [il.  inaztiri  Dimiiiuti- 
v\via  meziri'a,  bebautes  ,  be- 
pflügtes  oder  urbares  Land, 
Meierei. 

Tnihräb,  Gebetsnisehe. 

mlnä,  Hafen. 

mizräb  Diminut.  mexertb,  Was- 

Berfall,  lUnnsal,  Traufe. 
muchtarai),  schmaler,  ofEener 
Saum  zwüchen  zwei  Häusern . 
mudauwar  f.  mudatmara,  rund. 


mughäTUy  megAära,  emghSivpl. 

raeffAä'ir,  Tnuffhä'ir,emffhä'n; 

mughr,  Höhle. 
munfär  s.  manfara. 
mürialSn  =  tHörittän. 
muttafäm,  gerade. 


näiir'e,  Disttict,  Kanton. 
nair,  perennitendea  fliessendes 

Wasser,  Bach,  FIubs. 
nakb  Diminutivum  nixb,  Pasa. 
nämüg  pl .  nawätnis,  Ruinen  von 

Häusern  und  Giühem  (Sinai) . 
neb'a,  Quell. 
nebt,  Prophet. 

neeel,  grösseres  Beduinenlager, 
dessen  Zelte  in  gerader  Linie 
angeschlagen  sind. 

t&St  s.  nakb. 


rabwe,  Hügel,  Bodenerhebung. 

raml,  ratnh,  Sandhügel. 

räs  pl.  ru'üs  oder  rü»,  Kopf, 
Spitze,  Vorgebirge. 

rasif,  ßömeralraese. 

resvi  pl.  msüm,  resüm,  Ruinen- 
spuren. 

rÜHitii,  riba{,  Hospiz, 

ridsc/m  odpr  riidsc/im  pl.  ni- 
dsdi  ii  ni ,  Steinh  au  fen ,  Diminu- 
tiv um  rudschim. 

rukn,  Winkel. 

mmSle  Diminutivnm  von  raml, 

ttiiBöi,  Galerie,  Halle. 
mmü,  rwoSg,  rmeSM  Diminu- 
tiTum  Ton  rSa. 


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7 


aa&cAa,  salzgeschwäagerCer  Bo- 

sädüd  pl.  mwädid,  Pfeiler. 
iofa.  Fels.  bes.  kahle  steile 

Felswand. 
tqf^,  Fuss  eines  Be^es. 
fj^ö  s.  atfar. 
tO^,  Meeiesnfei,  Uferland. 
»aJU,  Ebene. 

io^rü,  grosse  unbebaute  Ebene. 
sa/iTidsch,  artesiscliGr  Ilruiiiicn. 
sahwe,  Gebirgsrücken,  Höhen- 
rücken. 

täkija,  Wasserachöpfmaschine. 
«äbie,  Voistadt,  Aussenquai- 

«afjtpl.fu^üA,  eig.Dach;  Spitze, 
Hochfläche,  Terrasse. 

sarbi'l  pl.  sarTihU,  Hü^el,  Berg- 
gipfel jSinai;. 

tchakk,  Spalte,  Rias. 

tcki^b  pl>  tehe'äb,  Abzweigung 
«nes  Thdles. 

»chedtchere  s.  Medichere. 

geheich,  schtch,  Häuptling,  Hei- 
liger. 

ickek'if,  grosses  Felfstück,  das 
vom  Berge  heninterstürzt 
oder  herunterstürzen  will. 

»chemali  {schemeli\  fem.  «ehemä- 
lye,  nördlich. 

ichena,  Platz  an  einem  Fluaie, 
woselbst  man  Waesei  holt, 
dann  Fluss  selbst 

wA«r^'fem.  leher^'e,  östlich. 

tcAu^,  Felsklippe. 

tebtt.  Öffentlicher  Bronnen  [nicht 
■  wayside  foontun«,  sondern 
ein  «auf  dem  Wege  Gottes« 


gestifteter,  Jedeimann's  Be- 

nuteung  anheimgegebener 

Bnumen).  , 
ledtchere  (eigeiit1ieh«c!A«&e{«re) 

Baum,  Strauch. 
»eyid,  Herr,  Heiliger  (fem.  («^ 

ßde,  üäe,  tiil). 
seil  oder  sei,  Regenbach. 
seräi,  Regienntgagelrilude. 
siÄ,  Zellengaüerie. 
Sj'Ms,  Slraspo. 

fn-ij  ]>i.  si/„r.   Hilnif.  Schaf- 

sitt,  Frau,  Heilige  s.  seijiil. 

M/Zä  s.  at/ai. 

süi  pl.  MtoSk,  Bazar. 

iSr,  Ringmauer  einer  Ortsohsft. 

tu(ü^  s.  safi. 

suweika,  kleine  Bazaigasse,  Di- 

(abaka,  grosses  Zimmer  auf  der 

Terrasse,  Terrasse,  Podium. 
tafftSni  fem.  ta^lä,  unterhalb 

befiiidhch. 
!ä/,T,»e  pl.  tawäliin,  Mühle. 
(äka,  Wandnische. 
tal'a,  liergsteige,  Aufstieg. 
tantür,  hohe  Jliitze. 
farii,   Weg;  fariA  e»-ml{äm 

Hauptstrasse. 
tekff'a,  Kloster,  Bospitz. 
üU  pl.  tum,  ta&l,  Hügel,  bes. 

künstlich  aufgeworfen  er  Erd- 

temed,  Höhlung,  in  welcher 
sich  ein  Rest  von  angesam- 
meltem Begenwasser  findet. 

temila  pl.  toffiä'if,  Wasserrest, 


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bes.  eiu  solcher,  der  in  einer 
Felsvertiefung  übrig  geblie- 

lenije.  l'asp,  der    über  einen 


lliii 


highru.  Eiii;j)asa,  ISpalte. 

Iiitvil  ln/e/oAer  lelel.  l)i- 

mhnitiv,  von  lell,  pl.  iulcläi. 
für,  Gebirge   (aus  dorn  öj-ri- 

liirbi:  ]j1.  fiimh.  Gnibkii]ioHe. 


«7(7- 


m,  Mutter;  vor  Genitiven, 
Beaitzeiin,  Inliaberin  von  . . . 
wädi  oderwöff  pl.  wu^'Sn,  Thal- 
bett. 


laJid,  vmkde,  .Absturz  eines 
Herges ;  unterster  Abhang 
eines  Herges. 

iiTnV,  Gegend,  deren  Terrain 
yoliivierigkeiten  bietet,  durcli 
spitze  Steine  ii.  dergl. 

i€atä.  Ebene,  Nicdenmg, 

v:cli ,  muBlimischer  Heiliger, 
Grab  eines  solchen. 

iritäje,  Provinz.von  einem  Ober- 
st ntthalt  er  ■iräli)  regirt. 

mdr,  Felskluft  \"ei>teek  . 

iüitye  pl.  zatciy'ä.  Kapelle. 
xerilß  s.  axrai. 
zH^öj,  ze^ö^,  Gasse. 


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Sarkophage  und  (rraliinsclirifteu  anB  Jeruaalem. 

Von  Lic.  Vltlor  Sehultze  iu  Leipzig. 

(Hietm  Tafel  1., 


Schon  seit  einer  Reilie  von  .fahren  sind  m  der  Lmgehmig 
vu:i  JenL-iik'ni  durch  Zufall  ijdi*r  ni  I'oiijf  pluiiiuiissiger  Ausgm- 
Uuiifjcn  kk'inc  .Siirk»|diiij;<'  Külk-lciji  r.imi  Vorscrhein  ge- 
kommen, die  m  niinuher  ]Iin-^itht  Interosso  beaiisimiehüii.  Sii- 
ivoil  w.h  ■ii.'hv .  i.'e~dni'ht  dieser  i'i^eiiiirtufen  Monuineiiti^  nut'r-l 
hei  liuiiLNMiN'  Er^^  iihiiuiiji .  wekl.ei  i'M  ei  Exemphue  im  suife- 
iianiitcn  Grabe  des  .iaseph  «iid  Nikodemus  m  Jeniisiilem  seihst 
fand.  Das  eine  maes  4  euglisclie  Fuss  Länge;  das  andere  bot 
nocli  geringere  Dimeneionen.  Ein  reicheret  Fund  von  zwanzig 
Stück  iTurde  im  Jalire  1866  im  Kordwesten  der  Stadt  gemnclit, 
worüber  Baurath  Schick  in  der  »Illnstrirten  ZeitiiiLgn  [l&Glj, 
Nr.  1224,  p.  408  f.)  reforirte.  Bald  darauf  hcriehtcto  auoli  der 
Palestlne  Exploration  Fund  2)  über  inelirere  neu  fiitdeekte  Sarko- 
phage dieser  Gattung  und  die  von  Clekuokt- Gaknkau  in  der 
Nekropole  des  Wadi  Yasoul  bei  Jerusalem  im  Jalire  1674  gelei- 
teten Ausgrabungen  fordertcu  eine  weitere  Anzahl  zu  Tage^). 
Im  September  vergangenen  Jalues  endlich  wurde  wiederum  eine 
Anzahl  derselben  am  südlichen  Abhänge  des  Kidronthales,  zelui 
Minuten  unterhalb  des  hir  eyub  aufgefunden,  wie  ich  einer  aus- 
fiihrliohan  Mittheilung  darüber  an  die  Hedaction  dieser  Zeit- 
schrift seitens  des  ITemi  Himrath  SlnUK  euhieluue.  Ebendrr- 


11  KüJiJ.NM,N,  Neuere  liil.lische  Furschungni  [BcTlin  lv:.7  .      17-,  T.;?,. 
2)  OurwoikinValcsline,  Lond.  '.Ib'i'.  |>.  läti  nehsl  Alibiidung  .  Vgl. 
aueh  Ths  recovery  ot  Jeruialem  'London  167li,  p.  4ä3  f. 
3|  Revue  arcli6aL  Kav.  1ST3,  p.  2. 


10 


selbe  betechnet  ^e  Zahl  der  bis  jetzt  zum  Vorschein  gekommenen 
Saikopfaage  auf  dteihnndert  Demnach  ist  nur  ein  ganz  kleiner 
Bruchtheil  ^efier  Summe  äei  ForschuQg  bekannt  genutden. 

IHe  Existenz  ron  Kalksteinsatkophagen  ■]  dieser  Klasse  hat 
CiiBKMONT- Gakneav  auch  in  L;^dda  constatirt,  und  nach  einem 
Berichte  von  Nbrcvtsos-Bey ^]  üher  die  in  den  Jahren  18T4  bis 
1875  in  Alexandrien  ausgeführten  Ausgrabungen  haben  auch  die 
jüdischen  Katakomben  daselbst  mehrere  Exemplare  geliefert  >). 

IHe  Sarkophage  sind  sfimmtlich  aus  einem  weichen,  weissen 
Kalksteine  angefertigt.  Die  Area  ruht  auf  kurzen,  stämmigen 
Fuasen  und  weitet  sich  nach  oben  his  ungefähr  zu  einem  Sechstel 
ihrer  Hasi^hreitc.  Der  Deckel  i=t  entweder  platt  oder  dachförmig 
oder  peivölbt  und  peift  ilureh  eine  Fu^e  in  den  Sarkophag- 
körper ein.  Die  Lange  der  kürzlich  in  Jerusalem  ge&ndenen 
Exemplare  bewegt  sich  zwischen  0,80  und  0,35  m.  Das  Duroh- 
achnittsmaass  betrugt  0.6  m.  Als  MaOBSe  Önes  alexandrinischen 
Sarkophagos  ergaben,  sich:  Lange  0.61;  Breite  der  Basis  0,24; 
Iliihe  U,i:i;  Wandstürke  O.O.i  Revue  nrch6ol.         Nov.  p.;l03^ 

Die  Mehrzahl,  wiu  es  sclioint,  ist  an  der  LanijPcite.  d.  h.  der 
VordcriTand,  imd  an  den  beiden  Schmalseiten  mit  (■rafhlo-Onia- 
menten  versehen.  Nach  den  vorliegenden  Hesclirt-ilmiiui^ii  und 
Zeichnungen  zu  urthcilen,  hielt  sich  diese  Dekoratiiin  iiiiierhalh 
eines  beschränkten  Spielraumes  und  war  durch  bestimmte  Ira- 
dition  gebunden.  Scchsblattenge  Rosetten  und  stihsirte  Tflanzen, 
umschlossen  durch  einfache  oder  gedoppelte  Kreise  oder  durch 
geradlinige  geometrische  Hguren  —  das  ist  das  Grundschema 
dieser  glatten,  mathematischen  Ornamentik,  die  nur  einmal, 
soviel  bekannt,  ilureh  eingeset/te  Palmzweige  und  Colonnaden 
reicher  und  voller  i;cstal(fi  ci'-ibeint*).  Zuweilen  waren  die 
omamentirten  SeitfTi  Itji^bi  imi  Roth  überdeckt,  aus  dem  die 
graffirtcn  Linien  weiss  liervonreieii, 

1)  Rerua  nthtol.  1ST3,  Juili  t-  400. 

2)  Notice  NT  tes  fornllea  ticeata  eiicut£ea  k  Aliiandrie  IB'4 — I8T5. 
AUi.  1875,  p.  4B.  Vgl.  such  dm  Sdireiben  »on  Collocci-Bet  in  der  lUrue 
■Tcbiol.  IBT3,  Not.  p.  302  ff. 

3\  Ob  ÜQ  in  anartedr  Stuemeat  1S73,  p.  34  b1>  in  ■Khiibeth  Khaineh. 
(bei  NuareUil  befindlich  emthnter  Sarkophag  diean  Klasse  angehört,  ist 
leid«!  aas  dem  Berichte  aelbat  nicht  la  erkennen.  Vgl.  auch  p.  21t. 

4)  Abgebildet  in  Our  woik  in  Pdaatine  p.  156. 


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II 


Nur  in  soltcin^n  t'iillon  trne-en  die  Sarkophage  Inschriften. 
Die  bisher  bekiiiint  i;t-">'  'Ji'<l™t'ii  f-ind  : 

1.  lAeiPOC  ~  lAeiPOC  lü)ANOY.  Kevue  archcol.  1^73,  Juin  p.  lO"  ff.  De- 
*elb,>t  als  im  Garten  des  deutaohen  Consulals  befindlich  beieichnet.  — 
lAGlPOC  = 

3|  lIDCHnOCKDCHnOC  — tmCHnOC  lACPOY.  SsrltophaR  in  der  SBmmlung 
Parent.  Copio  in  der  llluatrirten  Zeit.  a.  s.  O.  n.  i       Vgl,  SArLCT, 
ISullcun  du  Muice  Patent  p.  23;  Ileme  arohiol.  B.  a.  0,  p.  407.  — 
«nhrBchijinliih  ist  auth  hier,  in  Abweichung  von  Saulct,  mit  CleH- 
iN>  :-:,UT  zu  l«^^n  :  lAeiPOV. 
3    BePNIKH  ürliTBePNiKHCi,  Danmlcr  die  hebriische  TranSJ-oription -?13. 

In  der  Sammlung  des  Palestine  Kxjiluration  Fund.  Vgl.  Revue  archtol. 
».  fl.  O,  S,  W2a\ 

4)  Auf  der  Area  ITTOAMA  1=  U-.-'.iLä-, ,  Ilw>.;™g;.    Auf  dem  Deckel  oin 

hcbriiischea  Otafüto,  wdches  SArLCY  las:  ^isT  ;|l'anl  le  i  da 

Adar),  KenaN:  i"»-  -"srii  =  lliecaJairi  IJoumal  asiatiquB,  eix"" 
tiiio  XI,  p.  S39  f.)  nach  Ansiogio  von  9»K».  eHKH  AIA«ePOYCA. 
Nach  Renak  -Bnn  Substantiv  non  oder  Participialform  —  "DTia  (= 
eontintnt  Jairum).  Sowohl  die  Erklärung  Satilct's  al>  diejenige  Be- 
Saü'b  hat  Levy  (ZeiWchr.  d,  DMG.  XXIII,  p.  441  ff,)  beanatandel, 
ohne  jedoch  in  der  Lage  lu  sein,  eine  andere  vorzuschlagen.  —  Dan 
Deckel  und  Area  ursprünglich  nicht  zusammen  gehören,  scheint  ClER- 
MOXT-Oannead  ;in  der  Revue  arch^ol.  a.  a.  0.  p,  411  ([.]  erwiesen  zu 
babtia.  —  Der  Sarkophaf;  gehart  dar  Sammlung  Parent  an. 

6)  linini  -is  CiB^n^.   Auf  einem  jetit  im  Lohtts  befindlichen,  mhnobdn- 

lich  auBJaTH  nunmenden  Sarkophage.  Zuent  mitgathrilt  und  tu  der 
ang^benen  Weite  gelesen  von  Clermoxt-Gan.S£AU  (Iterue  arcMol. 
1878,  Ntn,). 

B)  ismm.   Sarkc^hag des  Wadi  Yasoul.    Ci.EKiinNT-GANJT-.iu  a,  a,  O, 

7)  sam\  OldehBT  Provonieni.    Clehmont-Gannead  n.  a.  0, 

5)  IKDAAA.    Auf  dnem  der  jüngst  aufgefundenen  Sarkophage,  liiüili, 

[liUn,  Palla,  bekannter  griechisch-ramiaeher  Name. 
9)  ZHNAPOYTOC.     Derselben   Gruppe  angehörig.    Die  Etymologie  ist 
dunkel. 

Die  Sarkophage  fanden  sich  sämintüch  in  Felsenhöhlen'), 
die  auch  ans  dem  natüriiclicu  («'=lcin  ai(sgpnrlicitete  Gräber  von 


1|  Über  den  genauem  Standort  >"£koctsos-I1ey  a.a.  O.  S.  4U:  .pcoa  cas- 
nttel  ilwent  pUeiei  dana  de  peütes  nicbea  cieuatea  ii  Mt  effat  dana  Ua  paroii, 
Ott  dipoaiBi  par  terres  dana  quelqae  «rin  de  la  chambre  mortuaire.c 


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12 


den  bekaimteii  Foimen  enthielten.  In  Jerusalem  entdeckt« 
man  üe  namentlich  in  den  Gingen  des  KidrontfaalB  und  des  Öl- 
beTgs ,  apf  der  Höhe  zwischen  Jerusalem  und  Lifta  und  in  der 
Nfihe  von  Mar  E^Ss.  In  den  Särgen  waren  noch  stark  verweste 
Knochenreste  vorhanden,  ans  denen  erkannt  weiden  konnte, 
dass  bei  der  Bestattung  die  Ctemation  nicht  in  Anwendung  ge- 
kommen war.  Ausserdem  fanden  sich  in  danselben  dünne  GUs- 
phiolen  (sog.  ThtSnenflaachohen),  die  rat  An&ahme  von  Salben 
dienten  und  in  antiken  und  altchristlichen  Gräbern  ein  gewöhn- 
liches Inrentarstück  bilden  {Abgeb.  bei  Saulcy,  Voyage  I, 

p.  35«; . 

Dor  Zweck  diosor  Kalks ti'iiicassotti-iv.  wMk'  -.in  diu  Asdioii- 
iirneli  hcidlÜscliuT  t^ülumliiirit'ii  friiuierii,  erscheint  auf  Jeu  trstfu 
Itlick  dunkel.  Die  Cremntiuii,  welche  durch  sie  voruiiagesctzt  zu 
werden  scheint,  wurde  von  den  Juden  ebensowenig  geübt  wie  in 
der  alten  Kirche.  Auch  fetklen,  wie  bermts  erwähnt,  Spuren  von 
Feuerbestattung.  Andererseits  dienten  zu  regelrechten  Bestat- 
tungen Felsigräher  oder  Steinsarkophage  Ton  einem  der  Grösse 
des  Todten  entspre eilenden  Längenmaasse.  Exemplare  solcher 
iiunnaler  Steinsürgc  sind  in  den  jenisalemi tischen  KoiiiKs^Tä- 
heni'],  in  Rom']  unil  sonst  ^  gefunden  worden.  OtFenhnr  also 
hahen  wir  in  den  ^anz  luider.-^  hemesseneii  und  gestalteten  Urnen 
Moiiuracntc  zu  sclion,  ilio  nur  in  Ausiiiihnicralleii  dienten.  Aber 
ivie  sind  diese  letztem  zu  hcstiinmen  ?  Die  Verfasser  von  "Our 
woik  in  Palesdnei  ^)  haben  die  Meinung  ausgesproctieu,  daSB 
diese  Casaetten  die  tiberreste  von  Märtyrern  umsohloasen,  welche 
provisorisch  begraben  und  dann  in  diese  Sarkophage  iiber- 
gefiihit  seien.    Diese  Vermuthung,  an  sich  wenig  iviiliTselieiii- 


1]  ToUJ.BB,  Topofr.  V,  Jetu«.  p.  2114;  235  Anm.  1  ;  M\  —  Sntku|iliag 
in  der  PelaKiHkuiiellc  in  Jerusalem  mit  der  Inschrift :  SAPCI  ÜO  |  «eTIAAi-^,  | 
OYülC  A9AN;AT0C  S.lfl.CV,  Voyoge  en  terro  aaintc  II,  p.  2^2  . 

:i)  liiEimplar  im  Muaeo  Kircheriano  in  llom  mit  dem  Titulua  eNSAAS 
Kei:TAI  »AYCTINA  (a.  meine  »Arehaeol.  Studien-,  Wien  ISBU,  S.271);  ein 
iweitui  in  der  jodiachen  Kntakombe  dn  Vigna  Bsndiinuu  (Gaobucci,  Cimi- 
t«ro  dtg\i  Bnt.  Ebrei  S.  19  ff.). 

3)  ItoBlNsON  (s.  a.  O.  p.  14,  23  f.,  41,  44,  442, 1S2  f.). 

4)  p.  156  r.:  >It  ii  pMrible  thstthe  Indifidn&li  thni  intwred  Tere  mar- 
tjra  IgnomiDionilj  buiied  at  Bnt  and  »ftemidi  nhttmed  and  honoured  vith 
mors  caieCol  intennent.n  Wiedelholt  in  ■The  recovery  ot  Jeruiatemi  p.  4S3, 


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13 


lieh,  ISsat  sich  dtntch  nichts  st&tsen.  Saolct  ')  hatte  früher  die 
Kassetten  aeitstunerweiBe  iür  schatEkaatohen  erklärt,  was  schon 
uurca  aen  Inhalt  wiueiiegt  wira.  sutiter  aoer')  sicn  «ahm  anage- 
sprochen, .lass  sie  zur  Aufnahme  <l<-r  I.eiclni  am  Greste  dienten, 


er  That  Kann  die  Richtigkeit  dieser  Hypotnese. 
Bchnfthche  Zengmsse  gm  begmnaec  ist.  nicht  in 


Nohen  dieser  Zweckbestimmung  scheint  mir  ilic  Möglich- 
Kelt  offen  zu  stehen,  dass  in  den  (Jassetten  auch  Leichen  von 
answirts  ttansportirt  worden.  Der  umstand,  dsss  gerade  Jeru- 
salem mese  Monumente  m  so  uoerans  grosser  Ztüil  anfiveist. 


Die  Zahl  der  jüdischen  Seimlcralmonnmente,  welclip  l)is  zur 
uegenwort  sicn  crnaiten  haoen.  ist  eine  vcrnuiinissmassifr  tip- 
träohtliche;  sie  wird  fast  ununterbrochen  durch  Funde  von 
grösserer  oder  geringerer  Wichtigkeit  gemehrt.  Leider  aber  fehlt 
trete  des  reichen  MaterialB  eine  den  Eifordemissen  moderner 
archäologi scher  Wissenschaft  entsprechende  Darstellung  des  alt- 
jüdipclmn  Ill^^^hiln1i^■.l^■l'-l■ll>.  niihrrnd  keinem  Zweifel  unterließen 

■Ij  De  SAl-I.tY,  'iiullüdn  du  Mmei-  l'ntcnt  p.  ^1  ff, 

Thscity  ofthegrc^itkiiij.-  l^-iT  .  j,,;W7i  -i.ms.r..  J)rit:c  Wnü.kruiiK  n.  l'al. 
(1859:,  p.  — Auch  die  mit  kleben  Nischen  versehenen  ?.ahlreichen  Grab- 
kninnieni  in  der  Umgebung  lon  Bet  DBchibrio,  die  einer  gennueni  Uncar- 
luahnng  noch  liBTtW),  sdirinen  jadluher  Prorenfoni  lu  stin. 


14 


kann,  dass  eine  solche  Monographie  von  hohem  Werthc  für  die 
EtkenntniBB  altjüdischen  LebciiE  sein  -u'ürdc.  ^vie  in  Dezichuii^ 
auf  die  alte  Kirche  an  der  Katakombe nforschung  hinlänglich  er- 
fahren vTOrden  ist.  Die  von  CLBEtuoNi-CrANNBAi;  tn  Aussicht  ge- 
stellte Publikation  altjüdiecher  Chnbinsohnften  viid  nns  in 
dieser  Kichtung  voraussichtUch  einen  bedeutenden  Schritt  weiter 

II. 

Altchristliche  Grabinschriften. 

Der  Boden  Palästina  s  iH 
Sfonumentc  aus  altchristUcher  Zeit  yfhcfort.  Ausser  eiinnCTi  iii- 
Bchriften,  welche  zum  grüssten  Thcil  im  Corpus  Inscript.  giuec. 
Hd.  IV.  mitgetheilt  sind,  ist  nui  gennges  epigiapmscnes  und 
architektonisches  Material  bekannt  geworden.  Skulpturen  fehlen 
ganz.  Der  Grund  liegt  darin,  daas  der  monumentale  Besitzstand 
des  heiliKeu  Landes  überhaupt. noch  nicht  gründlich  geprüft  ist; 
dass  vor  Allem  eine  ivisseuschafthcUe  Jstatistih  der  Denkmäler 
fehlt,  ^lcht  einmal  von  Jerusalem  haben  ryit  eine  solche.  Und 
doch  erscheint  dieselbe  in  einem  Lande .  wo  den  Monumenten 
der  gesetzliche  ;>ehutz  in  irkliclikeit  fehlt,  und  unendlich 
vieles  m  f{f;waltsiLmer  /^r.stoniii);  niitiir;jeht ,  doppelt  geboten. 
Daneben  ist  die  gcnnge  Zahl  der  altchnstlichen  palöstinensi- 
Bchen  Monumente  wohl  daraus  zu  erklären,  dass  das  Land  über- 
haupt nie  an  aolchen  reich  war.  Eine  nationale  Knast  bat  es 
dort  nicht  gegeben-  und  die  Abneigung  des  Judenthums  gegen 
monumentales  fecliaffen  hnt.  das  ist  anzunehmen,  unter  den 
ältesten  cliristlielitTi  Gfiiiemdeii  l'alüstma  s  fuiijtünirkt. 

L'nler  diesen  Umstüiideii  ist  ieiler  neue  Fund  doppelt  w  ill- 
kommen. Der  Gute  des  Herrn  Haurath  bciiiCK  verdanken  n-ir 
die  Kenntmss  zweier  unedirtcr  griechischer  Inachiiften.  die  in 
diesem  Jahre  bei  Jerusalem  auf  dem  Ölberge  geAmden  wurden. 

Der  Boden  des  Ölbcigs  ist  mit  zahlreichen  Trümmerstucken 
bedeckt ,  welche  antiken  Hauten ,  irio  Ciaternen ,  Grabern, 
Mauern,  angehören.  Umgiahungen  fordern  \oii  diesen  Rudora 
fast  täglich  Theile  ans  Tageslicht.  Zu  diesen  gehijreu  /uei  uurch 
Inschrifi«n  ausgezeichnete  Mosaiken.  Das  eine  {s,  Taf.  1) 
hat  die  Form  eines  Quadrates,  dessen  Seite  1  m  misst.  In  dieses 


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Viereck  ist  ein  Kreb  mit  einem  Inachriftenbande  eingelegt, 
dessen  äussere  Peripherie  0.95  m  beträgt.  Das  Mosaik  lag  fast 
1  m  lief  unter  der  Erde.  Uber  die  genHuere  Lage  benchtet  Herr 
ISaiiratll  Hcm1(;k:  üVoii  der  Unitke  des  Kiilroii  ira  siig.  Jus-apliat- 
thalc  aus  iulirüii  .hvi  i 

nördlk'her,  ein  süiUiclif        Im  ]  W 

gellt  durch  eine  Terraiiifako  und  biegt  dann  oben  nordivurts 
gegen  das  Dorf  zu.  Siidlich  von  diesem  Wege,  nicht  ireit  von 
der  Biegung  nach  N.,Ueg«n  die  Bog.Piaphetengraber.  Noidhch 
davon ,  zwischen  dem  sudbchen  und  dem  mittleren  Wege,  und 
ein  wenig  niedriger  als  die  Frophetengraber  ist  die  stelle,  wo  das 
Mosaik  gefunden  wurde.  Die  Orientirung  desselben  richtet  sich 
nach  der  TcrrainbcEchaffenheit.u  Das  Mosuikmuster  ist  sehr  ein- 
fach und  ündet  sich  auch  sonst.  Wichtiger  ist  die  Inschrift, 
welche,  mit  Ku^lösten  Li«atnien,  lautet:  YnCP  SYXHC 
KH  ANAnAYCeOC  KANSTPATOY  YnOAIAK(OTw) 
Ar(ia;)  ANACTACeUIC  d.  h.  »Um  des  Gelübdes  und  der 
Ruhe  willen  des  Kanstratos  ('.].  Unterdiakonen  der  heiligen  Auf.- 
erstehuiigskirche.il  Die  hier  genannte  A^la  'Aväarasi;  ist  das  un- 
mittelbar über  dem  Grabe  Christi  sich  erhebende  Mausoleum, 
welclies  durch  Koiialanlin  neu  ausjje schmückt  wurde  i'EuaE- 
liKs.^itaCoust^uLt.lII,  4ij;,i;.  Wir  frsebeu  lais  der  Inschrift,  dass 
die  Kirche  eineu  xalilrcichcii  Klerus  hatte ;  denn  darauf  lässt  das 
Vorhandensein  eines  Subdiakonen  schliesscn.  Dunkel  erscheint 
der  Name  dieses  letztem.  Das  Wort  Kavorpato;  steht  fest,  und 
^gennamen  mit — utparo?  snuammengesetzt,  und  nicht  gelten 
Aber  wovon  ist  die  erste  Silbe,  Kav  — ,  abzuleiten  ?  loh  gestehe, 
dass  ich  die  Antwort  nicht  zu  geben  vermagS).  Die  Eingangs- 
formel  imip  findet  sich  auch  sonst  im  Sinne  von  ex  voto, 

doch,  soviel  mir  bekannt,  nie  die  Verbindung  üröp  eiyrfi  xal 


IJ  Vgl.  UNOE&,  Dia  Bauten  Conitantini  d.  Or.  un  hL  Or»ba  in  Jorui»- 
lemlQAH.  1B63),  p.  !9  C 

!)  Auf  altchnitlichenlDicliritten  i.  B.Ti;ii:n^dn]  (C. J.  Gl.  IV,  Nl.  9171) , 
Nixfarptnoc  {Ki.  9301). 

3]  Heir  Prot  PiPSi  in  Berlin,  wekher  die  Oflte  hatte,  üt  Inichrift  un- 
nuehen,  mOdtte  ititt  Kavorp^Toti  l«en  Kavnpalou  k  KemMTpalou  (von  dem 
Adjektive  xnaaipalK).  Doch  ist  dai  T  in  du  Torlettten  ffilbe  im  Originale 
gaüeherL 


Iß 


Aus  ilem  Inlialte  der  Inschnfi  erjrielit.  sicli,  diiss  ihs  Musaik 
den  Kodcn  eiiiev  Graliknmmer  liildclt'.  An  cnu'  kiidir  i-i  mein 
■/.n  lienken.    Da  das  Mosmk  nach  Siidcii  und  A\  ■■nh  iinch 

weiter  erstreckt ,  durfte  die  Anlage  als  em  Faimlicnmmisolcum 
zu  beatunmen  sem.  Dafür  spnclit  feiner  der  ümstand,  daBB  auch 
nn  andem  Stellen  des  Ölbergs  >fo«ukfragmente  zum  Toischem 
gekommen  smä.  Eme  Parallele  za  diesem  Monnmente  bietet  ein 
vor  Kurzem  m  Ancoiia  entdecktes,  elienfails  mit  musi\i?cliem 
?>dimiiek  verseliencs  ['nvatkiilnkMliini '  ■ .  Miisaikiii'^chnftpii 
kiiraracn  auch,  freilich  selten,  in  den  roiniscll(?ii  Kntakomben  vnr. 
Dass  aiith  die  Juden  tirahanlauen  mit  Mosaikliodcn  hatten,  hp- 
KCUKt  eni  tirab  in  libne''. 

Das  zweite  Mosaik  inirdc  »an  der  südlichen  Hahle  dtis  01- 
bergs.  nnhe  der  bpitie.  a«f  welcher  das  türkische  Weh  steht«, 
auf  einem  Grundstücke  des  ruseiecheu  Archimandnten  entdeckt. 
Man  stiess  dort,  hei  Anlage  einer  auf  den  Trümmern  einer  alten 
Kirche  errichteten  neuen  Kirche  auf  Grrundmauem  von  Gebäu- 
den, deren  ursprüngliche  Bestimmung  nicht  klar  ist.  Neben 
diesen  fand  sich  ein  in  spaterer  Zeit  stark  restaurirter  Mosaik- 
fiissboden.  Den  iirsiiriiiigliuhen  nicilcn  desseHicn  gekört  das 
Tafel  VI,  2  abgebildete  Vragment  air.  Die  grössere  Hülfte  der 
Inschrift  ist  zerstört  und  der  Rest  nicht  vollständig  zu  entziffern. 
Deutlich  Bmd  die  Worte:  eNAOIOTATHC  KOYBIKOYAA 
PtAC  (»der  angesehenen  Enbiknlariax) .  Das  vorhei^hende 
Wort,  Ton  welchem  die  BuchBtaben  CIMOIHC  (denn  der  viert- 
letzt«  Bnchstabe  ist  wohl  Fragment  von  O)  gesichert  scheinen, 
ist  entweder  ein  Stuck  des  jetzt  nicht  mehr  bestimmbaren  Eigen- 
namens der  als  Kou,^i/in)),ar,ii  bezeichneten  Person  oder,  was  in- 
iless  weniger  wahrscheinlich,  fin  weiterem  .Vdjektiv.  Cuhicnlnrii 
(gracisirt  KoupixouXsfii'ji'  miuI  die  mit  der  .Aufsicht  über  die 
Zimmer  betrauten  I'ersoneii  (in  der  Hegel  Eunuchen  3) .  Nur  aus- 
nahmsweise wurden  hieran  Frauen  verwandt,  wofür  die  vor- 

1)  De  Bossi,  BoUnt  di  sichsol.  ciiiüiiu,  1879,  p.  I!B  f. 

!)  De  Saulct,  Voyage  II,  p.Sil;  Ksch  einer  Notis  ebendatelbst  Baden 
neb  Btiipiels  atwlt  iii  PhOietoea. 

3)  VgL  Du  CKsas,  OIouariuiD  mediu  et  iaf.  Ut  >.  v.  Cubiculerins, 
uod  OIoM.  med.  et  iat.  graecit.  i.  v.  K<nßtw»U|xae.  Auch  auf  eine  Burch- 
liohs  Beamtenicbstt  STSdieiut  im  MoTSenluide  und  ha  AbendUnde  die  Be- 


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liegende  Inschrift  ein  ISoispiel.  Auch  nnf  piner  christlichen  In- 
schrift auB  Eom  (De  Ilossi,  Iiisuript.  christ.  I  n.  fil2  p.  2tl2  iviril 
eine  CVBICVLARIA  R EG  I NAE  genannt.  Das  heigefiigte 
Adjektiv  weist  auf  eiue  cubicukria  in  vomehmem  Hause  uod  in 
einflnasreicher  Stellung.  Auch  dieaes  JUoBaik  hat  offenbai  als 
FoBsboden  dnes  Giabea  gedient,  weldiea  zu  dar  Billigenden 
Kirehe  in  Beziehting  gestanden  hat.  Die  Sf  auer-  und  BogenreBte 
daneben  mögen  die  Umfassung')  dea  ganzen  Areals  gebildeth 
allen,  wofür  sich  auch  sonst  Beispiele  finden. 

Die  Abfassnngszeit  der  beiden  Inschriften  Väast  sich  nur  an- 
nähernd bestimmen.  Der  tenninns  a  quo  dürfte  das  5.  Jahr- 
hundert aein.  Dieser  Zeit  scheint  mir  der  zuerst  beschiiebeiie 
TituluB  enzngehSren,  lehrend  der  andere  mindestens  ei»  halbes 
Jahrhundert  jünger  iet.  Dtaaxd  weisen  Conceptäon  und  Sohrift- 
oharaktere. 

I)  Übet  du  auf  denuelben  Tsnaln  befindtioliea,  in  ulnar  Beiümmung 
ifthieliuifteiBiniweikbeiiohtetHeiTBauiatli  Schick:  «Kebon  dei  Hondkin- 
■cliriFt  ist  ein  klräisa  ganuneitea  Rondell  tat  twü  Iiagen  gut  behanener 
Stdne  bMtelwiul,  wdohai  an  der  obem  FlMoha  eine  0,aS  m  tisfb  and  0,86  m 
brsita  TsrtiBltiDghBt,  obanmitnnhGr  Obsiflleha.  Dansben  atsbt  ein  iweitaa 
■n*  tinen  elndgea  Siatne  beeteliendea  Handell,  D,8D  m  bocb  und  oben  mit 
einem  DarcbUsner  <ron  0,94  m.  Ba  bat  gerippte  'Wllnde  und  oben  glsich- 
fidll  eine  0,30  m  tie&AnshSblung.  Dai  Evdte  Rondell  passt  genau  in  die 
Teräe^g  de»  ataten.  Anaaerdam  liegt  dort  nooii  ein  Kegelfragment  Ton 
Basalt*  Der  Schreiber  lenantliet,  dasa  dieaaa  KegalatOck  la  jenen  baidaq 
SondollB  gehöre  nnd.  dai  Oanie  dne  Ölpreau  gewesen  (ein  könne,  -wenii- 
^ricb  er  AbEugalOolisr  Teimiau.  ledanblla  haben  dieis  Xhmle  kmnem  Taof- 
■teine  ingehSit,  vie  man  gemeint  hat.  Hieb  nloht  kinsbliahen  oder  lepul- 
eralen  Zwecken  gedient,  tondem  sind  erat  ipCter  hier  aufgsaCalit ;  lU  welcher 
Terrichtung,  mun  daUngeatellt  bluban. 


Zion,  DaTidstadt  und  die  Akra  innerbalb  des  alten 
JeroBaLem. 

Von  Dekan  Dr.  Klaiber  in  Göppingen. 

Zweiltt  Artikel. 

n.  Das  erste  Miikkaliuerbuch. 

Das  erste  Miikkabüerlracli ',  hat  von  toi)ograi)lii sehen  An- 
dentuHgcn  über -lerusah^in  mit  Atisiiahme  des  smist  ganz  unbe- 
kannten Kaphi'niitii  12,  37  nur  yolgendos,  ivorüber  wir  uns  nach 
den  f'ielfat:hen  neueren  ^'urhaiidluiigen  kürzer  fassen  kSnnen. 
Wir  rerueiseu  hauptsäclilicli  auf  die  Abhandlung  von  Caspaiu 
in  den  Studien  und  Kritiken  l&li4,  2,  p.  309  ff. 

1)  Der  Name  t  Sion«  wiid  konstant  und  allein  vom.  Tempel- 
beig  gebraucht,  wecluelt  synonjm  mit  «Beig  des  HeiligtlnimsB 
(opo!  toS  lepoü),  steht  niemals  von  der  Stadt  im  ganzen,  wird 
vielmehr  Ton  dieser  bestimmt  unterschieden.  4,  36.  5,  54.  7,33, 

2]  Als  Lokahiame  im  Unlcrschicde  soivohl  von  der  Ge- 
sammtstndt  als  vom  Tempelberg  wird  mehrfach  die  »Stadt  Da- 
vids» Id'jiZ  erwühnt  mit  der  .Vn^abe ,  dass  sie  vim  ilon 
Syrern  /.n  inner  Akra  5cmac:lit  \vmvic!i  Nach  I,  2'J  ff.  hat  di.'r 
Feldhon-  di^^  AiiliiKbu-  die  k-^iv/.,'  S(;ult  vcvuii.lL.t  und  dtreii 

In  lä,  AW  Akra  diu  \<m  üeii  Syrern  btSülzte  Burg.    Dk  -die  aus 

der  Aknf  smd  die  Syrer;  denn  sie  stebea  den  'Volkagenotaea'  (^iiofSviic)  ent- 
gegen. Vgl.  Keil,  Conunentar  Ober  d.  BB.  d.  Mnlüudia«r  (1875)  gegen 
GaiMU.    Die  Xamen  Sion  und  Daridatadt  kammea  in  IL  M^ücsbasr  gai 

3)  VergletchB  darüber  auch  Hupfeld  in  ZDM01861,  p.  191  ff.  und  Ab- 
miD  in  Hehzoo's  BnUDSfdopUie,  Art.  Zinn. 


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vidsii  mit  starken  Hcfestxgungen.  so  dass  sie  zur  Iturg  \av.nt\  uml 
zu  einem  Hinterhalt  für  das  Heiligthum  wurde;  denn  sie  befand 
sich  m  unmittelbarer  >iahe  des  lempelbergs  ito  opo;  tdu  Upou 
TO  napa  rr.v  nxpav.  Ii).  a2).  Erst  nach  langer  Belagerung  ^lang 
es  die  Juden  durch  eine  besondere  Mauer  der  Akra  zu  isoliren 
und  durch  Aushungerung  zur  übei^he  zu  zwingen.  Nach  ti.  n 
legte  Sm.     e   p  j  1    1    Bc    t  1  p  Ii  r      Da      r    11  t 

se      W  1       t       I  I  I 

11  K   cllo  1  I  i     I         o  K 

(vgl.  CiKiiiLM  zu  d.  atelle;,  dass  das  daselbst  isxsi  auf  den  lem- 
pelbei^  als  den  Hanptbegriff  des  batzes  zu  beziehen  ist. 

Wir  haben  uns  hier,  ehe  mi  iretter  gehen,  zuerst  mit  Zui- 
MBRUANN  ^)  auseinander  zu  setzen.  Er  folgt  der  richtigen  Linie, 
sofeni  er  das  ufsprüngUche  Zinn,  Davidstadt,  .A.kra,  Unterstadt 
auf  den  Osthiigel  verlegt;  er  irrt  aber  nach  unserer  Uberzeugung 
darin,  dass  er  das  jebusitischc  Zinn,  die  Bavidshur^  mit  der 
liaris  Antonia  identificirt.  Dabei  müssen  wir  sl'Liio  Angaben  über 
den  Spracligobraiich  al^  iiii-l.t  ■^■.uiv.  .■orii  i  l  iHvriekueii.  Kr  >i\^t: 
-Akra  ist  wähiQii.i  <lev  gri(■^:llivl■h-l■ölLli^rhl■lL dii-  Name  für, 
den  Ilügel  'Hon  mid  die  von  den  Jcliusitcm  zuerst  darauf  ge- 
baute, von  Nebukadnezar  mit  dem  Tempel  zeiatörte,  von  dem 
Syrerkönig  Antiochus  Epiphanes  meder  auigehaute  Burg  im 
Nordwesten  des  Tempels.  Und  wie  der  Name  Zion  in  den 
Büchern  Samuels  und  der  Könige  nicht  nur  der  Jebusitcrburg, 
sondern  der  jraiii^fn  üstliclieii  Hiigolroilie  und  dei  von  ihi 
getragcnoii  UntiMstadt.  der  gaiweii  Stiidt  Davidfi  v.iikaui, 
.  so  auch  bei  JoatPHis  der  Name  Akra«.  Danuicli  wären  unter 
Akla  der  gesanunte  Osthügel  von  der  llitris-.Vntunia  an  mit 
Einschlnsfl  der  Tempelfläche  saranit  dem  Opliel  zu  verstehen. 
Dass  dieses  bei  Josephus  nicht  zutrifft,  davon  spater.  Dass 
die  Makkiibaerbücher  die  Akra  von  dem  Tempeibcrg  bestimmt 
iiutersdieiden ,  raigeii  die  obij,'en  Stellen.  Die  Akra  steht  frei- 
lich syiionjTn  mit  der  DaviJstadt;  wie  sich  aber  die  Diividstadt 
dem  Umfang  nach  zur  Unterstadt  verhielt,  kann  aus  den  Mak- 
kahäerbüchem  nicht  entnommen  werden,  weil  der  Ausdruck 
Unterstadt  bei  ihnen  überhaupt  nicht,  sondern  erst  bei  Jo- 

1)  »Er  befsitigte  den  Berg  deaHeiUgthnins,  weloher  neben  der  Burg,  und 
wohnte  duelbit  er  and  leiue  Lant«.' 

1)  Beglcalaohreiben  zu  denKulan  ondFlKaen  dei  alten  Janualema  p.  39. 


20 


JosETHUB  voikommt.  Man  kenn  aus  den  oben  angegebenen 
EriegsverliiltniiBen  nni  achliess«),  d&ss  die  Davidstsdt  oder  die 
Akra  im.  Sinne  des  Malckabäerbnches  eine  aebr  feste,  zu  einer 
Zfringburg  taugliche,  kleinere  Lokalität,  nicht  aber  ein 
grösserer  Stodttheil  ■war.  Die  von  Zeiikierman»  angeführten 
StcUcn  im  Tsrgum  wie  in  der  Uegillat  Taanit  sprechen  deutlicb 
aus,  dass  das  Wort  chahra  nur  für  die  Bo^  Zion,  nicht  aber 
für  den  Tempelberg  oder  den  ganzen  Ostoiidien  gebmacht  wurde. 
Wenn  endlich  Zimmbrmai™  noob  sagt :  »Dos  erste  Makkabäer- 
Buch  setzt  überall  für  den  Tempel  und  dessen  Burg  noch 
den  alten  Namen  Sion  da,  wo  Josephus  in  den  l'atallel Schilde- 
rungen Akra  KCtztu.  so  widerspncht  der  Aiigensclieiii  bei  ^  orglei- 
chung  der  angeführten  l'aralielstellpn.  JosEriius  unttrsclu^iclet 
in  densplben  immer  das  HeüiKlham  von  der  Akra;  in  dc.i  von 
/iMMKUMANN  aiigc  führt  im  ^ieWtiv.  iius  I.  Makk.  finiict  sicli  der 
Auedmok  hion  tlll;ll^  K^ir  nidit,  tlipils  folilt  jcilo  Andciitunj;.  dass 
unter  Sion  auch  die  Akra  begriffen  sei.  Makk.  I,  13,  52  wird 
vielmehr  der  Tempelberg  voa  der  Akra  bestumnt  unterschieden 
opDt  Tou  Ispoo  TO  irapa  t^v  ai^v,  der  Berg  des  Hüligänuns, 
welcher  neben  der  Akra] ,  ebenso  aber  auch  Sion  von  der  Akra. 
Denn  von  Judas  heisst  es  4,  37.  41 :  Er  stieg  auf  den  Berg  Zion 
lind  sah  das  Ilciligtkum  verwüstet.  Während  der  Reinigung  ilea 
Heiligthums  aber  mussfen.  die  in  der  Akra  befindlichen  Feinde 
mit  Gewalt  abgewehrt  werden.  —  Nach  der  Tcmpelweiho  heisst 
es  sodann  V.  60 :  »Er  baute  den  Berg  Sion  mit  hohen  und  festen 
Mauern,  damit  ihn  die  Heiden  nicht  vrieder,  wie  früher,  zer- 
triLten«.  Zu  gleicher  Zeit  blieb  aber  die  Akra  von  den  Feinden, 
besetzt;  dieselben  konnten  aich  nun  doch  nicht  in  demselben 
Baum  belinden,  welchen  Judas  befeadgte,  dieser  hätte  sie  ja 
ganz  in  seiner  Gewalt  gehabt.  Es  ist  also  ganz  unmöglich,  dass 
unter  dem  Namen  Sion  der  Tempelbeig  und  die  Akra  stusommen 
gtifasst  sei.  Sinn  ist  der  Tempclbetg,  dlo  Akra  aber,  mag  sie 
Hciii,  was  sie  will,  von  Hioa  ebenso  anagesohlossen,  nie  sie  nach 
der  vorangegangenen  Stelle  vom  Tempelbeig  angeschlossen  ist. 
Der  Terminus  Beig  Sion  'wird  eben  in  I.  Makk,  in  einer  Weise 
abwechselnd  mit  dem  Heiligthnm  gebraucht,  dass  man  an- 
nehmen musB ,  es  sei  damit  nicht  der  ganze  Ostrücken ,  welcher 
zugleich  mit  anderem  auch  dos  Heiligthum  trug,  sondern 
nur  die  besondere  Erhöhung  des  Ostrückens,  auf  welcher  der 


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Temjiel  Btiinil,  gomeint.  Man  Terglciche  6,  ül  :  Der  Konig  he- 
lagortc  das  "Hcilijjthumu  eine  lange  Zeit.  Endlich  ivurdc  ihm 
datstlbe  unter  Fricdensbedingungeu  iihergeben.  Darauf  heisst 
es  Y.  G2:  »Und  der  König  zog  auf  den  Iterg  Zion  ein  und  sah 
die  Befestigimgeiii,  welche  er  dann  wortbrüchig  niederreiseen 
liess.  Während  dieser  Zeit  hatten  aber  die  Syrer  die  Akra  inne 
— ,  welche  also  deutlich  6,  62  vom  Berg  Swm  ansgeschlossen  ist. 
Der  Name  Sion  ist  aufs  engste  auf  die  das  Heiligthnm  tragende 
Hübe  eingPEchrankt. 

Wu  lag  nun  diese  Syrerbui^?  Man  hat  sie  gesucht  1)  um 
der  unleugbaren  Identität  der  Bui^  mit  der  Davidstadt  willen 
auf  dem  Südwestbügel ,  dessen  Identität  mit  der  alttestament- 
lichen  Davidstodt  man  anderswoher  gesichert  glaubte.  Dabei 
konnte  man  freilich  die  Syrerburg  nicht  die  ganze  Oberstadt  ein- 
nehmen lassen.  Denn  es  ist  eewiss  nicht  ivahrscheinlich .  dass 
Aiitiochiis  zuerst  die  Mauern  der  Oberstadt  emg-ensBen  und  sie 
naclilier  wiederum  befestigt  liabe;  es  wurde  femer  ividerspre- 
chon.  diitü  die  Makkubäer  die  gniine  Mtiult  srilllen  iniie  nehabt 
hüben.  Halireiid  ein  po  bedeutender  iheil.  iielleieht  die  halbe 
btadt  in  Feindes  Hand  gewesen ;  inich  liesse  sieh  dabei  iiieht 
vorstellig  machen,  wie  die  Oberstadt  sollte  durch  eme  Mauer 
vom  JOaikte  abgeaoiUosBen  gewesen  sein,  da  doch  immer  der 
Verkehr  moh  auas^  offen  gestanden  bStte,  zumal  für  eine  dabei 
erforderliche  sehr  bedeutende  Besatzung.  Damm  nimmt  Toblbk 
an,  die  ssTische  Akra  habe  den  iiordöstlirhen  'llieil  des  Südwest- 
hiigels  eingenommen,  und  ist  bestrotit,  iils  des^c-ii  Grenze  eine 
Thaieinsenkung  uuclizu weisen,  «elelie  vun  ^^ild  nach  Nord 
gehend,  nördlich  in  das  vom  Jafathiit  gegen  den  Moria  hinab- 
liehende  Thal  sowie  sfid^rärts  gegen  den  Siloah  sich  senkt«  und 
so  den  Südwesthügel  in  eine!  westliche  und  SstUche  Hälfte 
trennte.  Auf  diese  Nordostecke  der  Oberstadt  verl^  er  die 
Syrerburg.    So  auch  Führer. 

2)  BuBiKsoM  findet  sie  auf  dem  nordwestliohen  StadHheil, 
welcher  heutzutj^e  den  Calvarienberg  'einschliesst.  So  auch 
hartnäckig  vielfach  die  Eng^der  Waiirkn  und  Andere. 

3]  Kratft,  Berqgren,  Bosen,  neuerdings  vo.x  Ai,ii:n 
ZuiMEfuuKN  [siehe  oben)  und  andere  verlegen  sie  auf  die  Xui  il- 
seite,  genauer  Nordwestecke  der  Tempelflüche,  auf  die  ehemalige 
felsige  Erhöhung,  welche  die  Baria-Antoni»  trug,  und  identifi- 


cirea  sie  mit  derselben.  Eine  Jlodification  dieser  Aunaluue  ist 
die  Sjrerburg  als  Terschiedeii  von  der  Baris  zu  nehmen,  wie 
Thrüpp  und  Lewis,  welclie  im  Zusammenboiig  mit  ihter  Hypo- 
these betreffs  der  Lage  des  Heiligthums  auf  der  Südseite  des 
j^aräm  die  Baris- Antonia  auf , den  heiligen  Felsen  in  der  Omar- 
Moschee  verlegen.  Sepp  sucht  sie  sammt  dem  alten  Zion  noch 
weiter  nördlich  ').  Wir  unfeflassen  auf  diese  zweite  Modificaläon 
als  KU  weit  führend  näher  einzugehen;  sie  fällt  von  selbst,  wenn 
nnsere  übrige  Ausfiihrung  richtig  ist. 

4)  Endlich  ORSHAUSEN,  Caspaki,  Menke  und  Biess  deuten 
auf  die  Südseite  des  Tempels,  den  Ophel. 

Sänuntliche  Gelehrte  Terbinden  dabei  mit  den  Andeutungen 
des  MakkabSerfanohes.  die  Angaben  des  Josephus.  Sehen  wir 
zunächst ,  wie  weit  wir  mit  den  Angaben  des  Makkabäerbuches 
uhiie  JosEPiius  kommen. 

Fiiis  erste  ist  richtig,  dass  hei  jeder  der  angenommenen  Lagen 
die  Akra  ein  Hinterhalt  für  den  Tempel  sein  konnte.  Sodann 
aber  ipriimt  in  lUu  Aiiiji'ii.  iliiss  ihiichao^  nichts  nülhigt  oder  nur 

Hypothese  2  auf  das  nordwestliche  Terrainstück  zu  verlegen. 
Die  mehlfach  herTcigchobene  Nähe  des  Heüigthums,  sowie  das 
stete  ZuBammengenommenwerden  des  Tempelberges  und  der 
Burg  deutet  viel  eher  auf  den  östlichen  als  den  westlichen  der 
beiden  Höhenzüge.  Dabei  behalte  man  immer  im  Auge,  dasa 
iliis  die  beiden  Hii]ienzüf;e  trennende  Tyropoon  in  damaliger  Zeit 
eine  noch  nicht  ausgefüllte  tiefe  Schhicht  bildete.  Gegen  die 
Hypothese  2  imd  3  spricht  besonders,  daas  eine  Abschneidung 
von  dem  Markte  der  Stadt  eine  Aushlingarung  der  Besatzung 
nicht  hätte  bewirken  können ,  da  ja  det  Weg  nach  aussen  ofien 
stand.  Denn  weiter  nördlich  befanden  sich  damals  noch  keine 
Stadttheile,  wie  aus  Josephdb  erhellt.  Ist  nun  unsere  Beweis- 
führung aus  den  Kanonischen  Büchern 2)  richtig,  nämlich  dssB 
die  Davidstadt  auf  dem  Ophel  lag,  so  haben  wir  in  dem  Makka- 
baerhnch  keine  Veranlassung,  die  Akra,  zu  welcher  von  den 
Syrern  ilic  Davidsladt  gemacht  wurde,  anderswo  zu  suchen,  viel- 

I)  Vergl.  die  Stadtplane  bei  Zimmebuasm. 

il  8.  den  enten  Artikel  in  ZDFV.  III.  p.  189—2)3. 


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mehr  den  von  der  ältesten  Zeit  her  Torhandcnen  topograpMschen 
Zuaammenhang  zwischen  Davidstadt,  Zion  und  Tempelbetg  auch 
fdi  die  Makkahäerbücher  fest  zu  halten.  Wir  haben  in  dieser 
Benennung  so  gewiss  eine  historische  Erinnoning.  :ils  in  der  Be- 
zeichnung des 'i'erapelberjfs  mit  dorn  Nitmcii  Sioii.  Jiii:  Uezeich- 
uung  oKtadt  Davidsi  spricht  entschieden  gegen  lUe  llypotlif^e 
2  und  3.  Auf  den  dabei  vorausgesetzlen  Lokalitäten  hat  sich 
nach  allem,  was  nir  &üher  ausgeführt  haben,  die  ursprüngliche 
Bnrg  und  Stsdt  David's  gewiss  nicht  befimden.  Nim  bt  freilich 
ein  Ortswechsel  solches  Namens  möglich.  Aber  damit  der  Über- 
gang denkbar  sei,  muss  sich  doch  nuch  ein  geschichtlicher  und 
topographischer  Zusammenhang  zivi'^chon  der  früheren  und  spä- 
tere" Lokalität,  welche  den  gleichen  Namen  zu  verschiedenen 
Zeitfn  .'^  bypollie-i  golrageii  huhvi,  Hill.  na.-hm-Lseii  la'^en. 
■\Vas  Mill  duuii  vijraiilu^st  hülifn.  .■inen  ti.  alten  und  ^^»■cifi^ohen 
Teniiiiiiiv  .■.-itiidt  l)ii>id'>..  auf  eiiiL-  Lokalität  im  Xord..ii  vom 
Tempel  oder  im  Nitrdiicsten,  in  die  tiegend  des  jetzigen  ('alva- 
lienbeiges,  zu  übertragen.'  Das  ist  gewiss  nicht  wahrscheinlich. 

Die  Hypothese  4  Mtte  sichedich  allgemeiner  Zustimmnng 
sich  zu  erfreuen,  wenn  auf  den  heutigen  Ophel  sich  eine  Lokali- 
tät filnde.  weli'lic  fiir  dii"  Akra  geeignet  schii'ne.  Dieser  Mangel 
steht  dn-  Ilypi.tlu'M'  nn  V.'.  i:v.  K-  Iragl  >ifh.  ob  er  -irh  besei- 
tigen V.i-ot.  »ir  ^;laiibfn.  Iiier  iietüt  imii  ein.  df^bijn 
Angaben  wir  ebenso  wie  die  bisherigen  zuerst  fiir  sich  allein  und 
mit  BerückHichtigung  der  Zeitunterschiede  betrachten ,  um  ein 
Bicheres  Resultat  zu  gewinnen. 

in.  Josephus. 
Um  JosEPiius  richtig  zu  interpretiren ,  hat  man  seinen  con- 
stanten  to)>rigv^i|ihi'iclieii  S]jraehgebrauch  im  Auge  zu  behalten. 
Er  nnter-eli.'iib'l  in  \:<-lyi\'  .Imi'^iilem's  regelmässig  die  Ober- 
stadt i.ii  -i/.'.:.  r,  v.-j.ll'i-nz^.ih-i  -i'ui  imeli  r,  avw  ävop<i,,  die 
Unterstadt  yA-ta  -iJ.ijj,  denTempel  oder  Tempelberg 
(TD  tspDV  a  Xofof  tao  iepoüj,  die  Vorstadt  (td  icpcdnaiov)  tmd  die 
Neustadt,  Bezetha  MUVÖicoXit).  Den  Tempelberg  nennt  er 
nur  einmal,  in  der  alttestamentliohen  Geschichte  «den  Berg  ]Uo- 
rionx.  Offenbar  war  zu  seiner  Zeit  dae  Wort  als  Lokalname  nicht 
im  Gehrauch ,  so  wenig  als  der  Name  Zion.  Unter  Ophläs  ver- 


24 


steht  er  nioht  dea  ganzen  BädHohen  AnsUvfer  des  Tempelbeigs 
{den  Moria  extra  muros),  sondern  einen  besonderen  Plate  au  der 

Sudosteckc  des  Tempels  gegen  den  Kidron  [Bell.  V.4.  1).  Be- 
trachten inr  zutrRt  die  toponraphischen  Aiipihnn  dos  -Tosr.PiiOa 
aus  der  vu  rmii  kknbaif  che  n  Zeit,  (k-mi  frnlicli  iiiir  wi-iiiire 
smd.  Uli  LT.  «ie  liL^kaniit.  dnii  Ki.mfii  Ziuji  nlcmiils  s'-l'""'""^!»'- 
so  ist  auch  ilie  huiidg  zu  lesende  Angabe,  dass  nach  JosEPiiva 
Zion  und  die  damit  zusammenhangende  Davidstadt  oder  Dands- 
bnrg  identisch  mit  dem  Sudweathugel  [Oberstadt],  sei  und  letE- 
terem  überhaupt  der  'Same  Zion  zukomme,  nur  eine  ScHubb- 
folgening,  deren  Richtigkeit  erst  zu  prüfen  ist.  Gewöhnlich 
führt  mau  dafür  die  Stolle  Dell.  V.  4.  1  an.  «o  .li)sKPin>K  von 
dem  Obers tadtliiLge!  sagt:  Wegen  seiner  festen  Lage  ■^^^lrde  er 
von  David  ippouii'.v  (Üastfll  oilt?r  liunj»  genannt.  DaH  scheint 
freilich  auf  den  ersten  Anblick  zu  der  1' nlj,^eniiig  zu  berechtigen, 
dass  damit  die  »Hurg*.  die  »Madt  Bands  f  auf  den  hudn  csthiigel 
versetzt  werde.  &ie  wäre  annehmlieh ,  wenn  die  sonstigen  An- 
gaben des  Jossmus  damit  übereinstimmten,  was  aber,  wie  wir 
sehen  werden,  nicht  der  Fall  ist.  Man  bemerice  auch,  dass  Jo- 
sBPnDS  nicht  sagt,  die  Oberstadt  sei  nStadtDavid'si,  noch  auch, 
sie  sei  ^poüpwv  toü  Äaulo,  »Ilnrg  Daridso  genannt  worden,  wie 
manche.  lt.  OtiiönES  in  seiner  Übersetzung  des  jüdischen 
Kriegs  und  KBAirr,  Topographie  von  Jemsalcm  (1816),  p.  Iff- 
wiedci^eben.  Die  Oberstadt  konnte  von  Uaiid  opoiipiov,  ca- 
Btellnm,  genannt  werden,  wegen  ihrer  festen  Lage,  ohne  dass  9ie 
damit  als  identisch  mit  der  Jebusiterbnrg  Zion  oder  der  Stadt 
David's  bezeichnet  wäre.  Der  Ausdruck  aStadt  David'so  wird 
von  JosEPHDS  gebraucht,  in  der  Erzählung  der  Eroberung  Jeru- 
salem's  durch  Xhivid,  Antiqq.  YH,  3,  1  ff.  AauiSijc  Xajj,^vai  xcn« 
xpäto;  TTjV  «Mco  iwliv  In  6e  leiirojiivi)s  Tiji  oxpa;,  liwi  etc.  d.  h. 
beschloss  er  auch,  die  .A.kra  zu  nehmen.  äxßaXmv  äi  toü?  'Ispou- 
sctifj;  h.  TT,i  räpa^  -/.ni  auTo;  dvoi/oöoiii-aa;  -i  'Upo3o),u|ia  -oXlv 
aurr,v  ^jpGaTi^öpiuss  xai  Tov  STTixvTa  yj,ävav  sv  nuryy  äiETpi^a 

ßa3ii.Ei>u)v.  David  nahm  mit  Sturm  die  Unterstadt;  da  aber  die 
Burg  (Akra)  noch  übrig  war,  beschloss  er  auch  diese  zu  nehmen, 
was  durch  Jfoab  geschah.  —  iNachdem  er  nun  die  Jebusiter  aus 
der  Akra  hinausgeworfen  und  Jerusalem  wieder  au%ebaut  hatte, 
nannte  er  sie  (etür^v)  Stadt  David's  und  wohnte  in  ihr  die  ganze 
Zeit  seiner  Regelung«.  EGet  nehmen  die  Literpieten  gewöhnlicli 


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an,  mit  den  Worten ;  »da  die  Akra  noch  übrig  «ar»,  sei  eben  die 
von  der  Unterstadt  verschiedene  Oberstadt  genannt.  Mit  Recht 
aber  macht  Caspahi  darauf  auftnerksam,  dass  Josephus  niemals 
die  Oberstadt  Akra  nennt ') ,  dass  er  jene  immer  von  der  Akrit  un- 
terscheidet, dass  er  die  letztere  wiederholt  und  ansdriicklich  mit 
der  Unterstadt  in  Verbindung  setzt,  so  sehr,  dass  er  die  Akr;i  einen 
Hügel  nennt,  welcher  die  Unterstadt  trug  und  dass  er  —  aller- 
dings verwirrend  —  die  Unterstadt  selber  Akra  nennt.  Bei 
der  BeKhr«bnng  der  Einnahme  Jenualem'B  sur  Bichteizeit 
[Antiqq.  V,  2,  2)  ist  nicht  die  xano  vSkit  (Unterstadt)  und  die 
Akn,  welche  hier  gu  nicht  genannt  wird,  sondern  xaiai  nöXt; 
(UnteiBtadt)  und  ^  xafidicep&sv  (Oberstadt)  unterschieden. 

1)  Taxart,  Andsnt  Jenualem  (IBSS),  p.  &7  beruft  «ioh  4afür,  dau  von 
JoBSPEHS  Akn  auch  tod  det  Obentadt  oder  eiaem  Kutell  auf  denelbsn,  ge- 
bnnclit  varde,  auf  Antiqq.  XII,  10,  4 :  ml  •nslpaf  (Kioanoi)  inrpJin  'laä- 
imhA  rlf  lipMeXAjuiit  &pav  ^iRfwicTf,  'NicuiorbBdeBtc  den  Jndaaund 
mag  Um  aaf  dia  Borg  ia  Janualem  ta  fliehe».  Du  mSul«  aha  rine  andere 
als  die  na  den  Syrern  beieute  Akn  in  der  UntentadtgswcMO  uln.  "Srxa 
tblgt  Job.,  wie  der  Angenudiein  idgt,  tM  wBillioh  dem  paiaUelan  Beriebt  in 
Makk.  I,  T,  27—34.  Hier  aber  iteht  da«  Oegentheil  voa  dem  Berieht  dei  Jo- 
BXPHDS,  daiB  nSmliok  Nicsaol  von  Judai  bedegt  worden  ui.  Wenn  nun 
GaiHx  n  Makkab.  1, 7,  IT  meint,  der  IMhom  du  Jossratrs  laue  £äi  nur 
an»  angenblleklieliei  Guataaabweaaiheit  und  Zertttmimg  bdm  AblehmCban 
•rklinn,  «o  iat  viebaehr  von  dem  Tadlet  dar  Zouounealuuig  niakt  baaahtet-, 
denn  loaEPacs  fShrt  unmittelbar  darauf  fort :  In  U  oünp  vrsiArtt  1k  liji  itftt 
dt  ■A  Itpön  d7wiTJ|ia«£(  Träi  lipimv  Tivis  »»l  itpio^arf pm  J]omKe«<i  rai  Tije 
ftudic  ^TTEiEixiunv,  dnip  TD!;  ßnsi^.iuc  (Xt^ov  :tpo;fiptiv  :  >al9  er  Tonder  Akra 
in  den  Tempet  hinabging,  begegneten  ihm  li'jnp;  der  Fiiester"  etc.  Da  ist  nun 
deutlich,  dau  das  «ihm-  (dürcji)  nicht  auf  Judas,  aandem  auf  Nieanor  lu  be- 
ziehen iit.  So  begründet  «ich  die  ISngat  von  anderen  ausguaprochene  Ver- 
muthunK,  dass  die  ohiK^U  Wurle  verderbt  aind  und  statt  ini  »i);t,=7;  Nicnnur' 
clv^tii;!. '[oi Öl-,  —  vielmehr iu  lesen  ist:  i  ik  {Judaa,  rä-^iTfi;:. -ij^iv  iiüiii- 
lii:h  den  Nicanor,.   Es  i«t  unrichtig,  dsHs  wie  GiilaM  uncl  Keil  indnen,  al- 

iler  ganz  natürliche  Sinn  der  vornnKehentlen  Worte :  AIb  Nieanor  sah,  da« 
seine  Liet  offenbar  geworden ,  beschloai  er  Gewalt  zu  brauchen.  Dieaea  ge- 
Ifing  ihm  aber  nicht ,  vielmehr  wurde  er  von  Judas  geschlagen,  —  Auob  in 
ItjtEi.v,  liibl.  ilaadwörterbuch,  Art.  Bui^.  legen  wir,  JoJfErnUs  brauche  den 
.\usdruck  Akra  in  frttheren  Zeiten  von  der  Oberstadl  Anliqq,  VII,  3,  1,  XII, 
:<,  Von  dieser  ist  die  ersteie  Stella  oben  erledige  In  der  zweiten  ist  die 
Oberstadt  gar  nicht  erwUhat,  eondem  von  einer  Beiatiung  die  Rede,  vrelohe 
AatiocbuB  M.  •in  der  Akn  in  Jeroialam>  anrackgelaaten.  Wo  dieae  lag, 
etabt  nicht  da ;  >ie  wird  woU  diaialbe  gewelan  eain,  weleho  spilar  anter  den 
Hakkabtam  von  den  Syiam  beiettt  war. 


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26 


Diese  Unterscheidung  findet  sich  nicht  nnr  in  [{elcgontlichcii 
Anftihrunj^en,  «  le  die  letztvorstehende,  sondern  auch  in  der  aus- 
führlichen topographischen  Itcschreibung  der  Stadt.  V.  4,  t 
wird  geschildert,  ivie  die  Stadt  erbaut  war  auf  zwei  Hügeln,  dem 
einen  mit  dei  Obeistadt,  und  dem  zweiten  j>  xaXaü)i«oc  Sxpa  xsl 
T^v  täxiii  Tcihv  wpsnok,  «welclier  Akia  hiess  nnd  die  Unteratadt 
tntga.  Antiqq.Xn,  5,  4  heisst  es:  Antiochus  rifiB  die  Muuem  der 
Stadt  nieder  nnd  hiuite  die  in  der  Unterstadt  befindliche  Akra 
[tTiV  iv  TT,  ■/■<;(■.  T.':>.i:  ■riyi-r.  Hüll,  T,  1,  4  :  »Er  vertrieb  die  Sol- 
daten au?  di  i-  olii'icn  Sfiuli  und  ilrimgtc  sie  in  die  untere;  dieser 
llieil  der  Altstudt  aber  wird  Akra  genannt  (cf;  r^^v  ta-zm-  touto 
to5  fiTiBm;  TÖ  t^pof  axpa  xjxXijtaL).  Also  die  Altstadt  (ferro]  hatte 
«wej  Theile,  die  Ober- und  Unterstadt,  wdoher  letzteren  auch 
der  Name  Akra  zukam.  Nach  Reil.  V,  6,  1  hat  der  Parteiführer 
Simon  die  Oberstadt,  die  Quelle  fiilonh  und  ■'die  Akra«  inne, 
inliese  aber  war  die  Lnterstadt".  >vird  ivolil  (jA.spari  Recht 
haben,  wenn  er  auch  Antiijq.  \  II.  .i.  1.2  unter  der  «noch  Illingen 
Akra"  nicht  eine,  aussptlialb  der  Lnterstadt .  sondern  innerhalb 
derselben  i;olu|;fi[ii'  T. ok  all  tat  versteht  ^ — nnt'li  ganz  ^nt  ffriecdii- 
sdiem  S[iradiKcbraucb,  Die  UnterslaiU  war -e«oi,ii,-n,  bis  auf 
die  in  ihr  liegende  Akra,  die  alte  Jebusiterbiirg.  —  Warum 
JosBPHüs  die  Erohenmg  der  Obeistadt  nicht  eisoUt,  wissen  wir 
nicht.  Möglich ,  daas  er  sie  übergeht ,  weil  die  Quellen  davon 
schweigen ;  möglich  auch,  dass  die  Erohemng  nicht  notlug  war, 
weil  die  Oberstadt  von  Israeliten  bewohnt  war.  Jedenfalls  ist 
dieser  Umstand  für  unsere  Untersuchung  irrelevant. 

War  nun  die  Akra  nach  dem  Sprachgebrauch  des  Jusephos 
innerhalb  der  Unterstadt  gelegen ,  so  können  auch  die  Worte 
Antiqq.  VII,  3,  2  ^iMVir^^  tt-v  —  /.■i-M  -w.iv  TiEpi^aßoiv  xal  tt,v  äxpttv 
suvi'Jia;  auT^  ir-iit^-i^'i  l-i  n^iyj..  Diiiid  umfasste  die  Unterstadt 
(mit  einer  Mauer)  und  scbloss  mit  ihr  die  Akra  zuBaminen  und 
machte  so  Ein  Ganzes»  nicht  auf  eine  Verbindung  der  Ober-  und 
Unietstadt,  aondem  nur  auf  eine  Bolohe  Zueammenfiusung  der 
Akra  mit  dem  neben  und  theilweise  um  sie  herumliegenden  be- 
bauten Terrain  der  Unterstadt  gehen ,  so  dass  alles  zusammen 
eine  geschlossene  ISofestigun";  bildete.  Auffallend  i<t  nur.  dass 
JosEPHUS  in  der  vorher  angeführten'  Stelle  AiiUnq.  VII ,  3,  2 
sagt;  ävouEoSD[iij3acTä'Up03i>Xu[ia^DXiv  aürrjv  AautSnu  ^poaT,Yop£U3E. 
■Nachdem  er  Jerusalem  wieder  au%ebaut,  nannte  er  dieselbe 


27 


Davnlstadt'^  Casparc  «'ill  das  »dieselbe»  [aaTr,t)  aiif  »Ins  voian- 
K-cheiii](^  Akra  be/iolii>ii.  was  natli  der  unmittelbaren  LmRobunjj 
dca  luxtes  das  natiirlicliste  ivare.  Es  sind  aber  dabei  die  folgen- 
de:! ^^ orte  übersehen:  xpoiro;  oüv  dautÖiit  tou(  U^ousatout 

hat  David ,  nachdem  ei  die  Jehunter  aus  JeiuBalem  hmausge- 
worfen,  nach  ach  selbst  die  Stadt  genannt". 

Entweder  hat  JosKPrius  hier  auf  sehr  nngenaue  Weise  den 
Uhuil  fiir  das  Gatue  k'"'^^^'  oder,  da  im  allen  iestamcnt  nir- 
gends die  btadt  na\ids  svnnn\-m  mit  dem  ganzen  Jerusalem  vor- 
koiiimt.  cmeu  allerdings  autfallendoii  tjcscliithtlidiou  Irrtbum 
lieKaiifTL'ii.    WLire  letzteres  der  Tall .  wir  nicht  l  utsclu^iden 

unllcii,  was  luv  unsere  Süiisti^e  l  uti'v.iu  binn;  iilu  r  Ijcik'utiiiigs- 
los  ist.  so  wure  es  nur  em  lieweis.  dass  JosEi'iits  aber  die  A  er- 
haltnisse  leiaele  m  der  vonuakkabaiBchen  Zeit  urthumlicb  und 
obeiflSchlich  berichtet,  und  überhaupt,  wie  jeder,  der  genauere 
Bekanntschaft  mit  ihm  hat,  sich  leicht  überzeugt,  um  kein  Haar 
mehr  weiss,  als  wir  auch,  d,  h.  nicht  mehr  ala  waB  die  alttesta- 
nK.'Titlicheii  Uuellüii  bieten,  etwa  Dinge  des  CuttUB  ausgenummen, 
über  welche  i^r  als  l'riester  aus  der  Tradition  manches  weiter 
wissen  konnte,  —  Mag  es  sich  übrigens  mit  dem  Ictütem  so  oder 
BO  verhalten,  wir  nehmen  Akt  davon,  dass  von  Josbphus  die 
UnteTstadt  sammt  der  in  ihr  beschlossenen  Akra  zu  den  aller- 
ältesten  und  von  jeher  wichtigsten  Bestondtheilen  der  antiken 
Stadt  gerechnet  wird,  so  sehr,  dass  et  schon  zur  Richterzeit  die 
Ober-  und  Unterstadt  unterscl leidet. 

Wir  (tiauben  nun ,  ausser  dem  schon  Kur  Geschichte  der 
AthaljaGesagteii'  I  noch  einen  weiteren  Beweis  führen  zn  können, 
dass  das,  was  die  aklestami'iitlii::lieii  Geschiehtsbüt-ber  i:i  die 
»Stadl  David's..  vorlegi;.!,  auch  nach  .lo.sKPi itjs  iinf  ilem  fistliclien 
Hügel  (Moria-Ophel  üu  suchen  ist.  Er  erzahlt  nämlich  Antiqq.  I, 
13,  1.  2,  auf  demBelben  Uerge,  auf  welchem  Abraham  seinen 
Sohn  opferte  (opg^  Miäptav,  DergMorionj,  habe  David  daeHeilig- 
thum  errichtet  [itp  eu  rö  icpöv  ämi&tfi  Qsrtpov  iBpiier») ,  dieses  be- 
geht sich  auf  das  Hinaufbringen  der  Snndeslade  in  die  Stadt 
David's  und  die  Errichtung  des  Zeltes  bei  dem  Hause  David'e, 
-was  Antiqq.  Vn,  4,  2er^ltwird.  Nun  wild  Andqq.  VH,  13,4 


1)  S.  den  eisten  Artikel  ZDPV.  m,  p.  Mi  t. 


28 


von  dein  Pktze  der  Tenne  Arania's  Ibei  .Iosepiii.-s  ■Opivva).  auf 
weicliem  Snlomo  den  Tempel  baute .  in  ({Ificlier  Weise  «efagt. 
dass  dort  Abraham  semcn  Sohn  geopfert  habe.  Das  HeiLgtlmni 
David  s  stand  aisu  auf  dem  jtleichi^n  BeiKe .  ii  o  s|)ater  der  sa- 
lomoniBche  Tempel  mcIi  i-rbob.  was  sirk  nur  su  erkkri.  dass 
JosBPHDS  mit  dem  sim^t  luulit  L'elMauelihchcii  ?samun  Monon 
den  östlichen  Gesammtliugel  (Muna-Ophclj  bezeichnet,  folglich 
aber  auch,  das  Heiligthum  David  s  (und  was  damit  zusammeo- 
hängt,  das  Bans  und  die  Stadt  DaTids]  auf  diesen,  nicht  auf 
den  SW.-Hugel  Tetlegt.  Hufseld  bemedit  a.  a.  O.  zu  obiger 
Stelle  des  Josbfhus  :  'Was  aber  nicht  auf  den  Tempel  Salomo  b. 
sondern  auf  das  Heiligthum  DaTid's,  also  auf  den  Zion  geht«, 
d.  h,  nach  Huffeld  auf  den  Paendozion,  den  SW. -Hügel.  AVie 
ist  aber  das  möglich,  wenn  Josepudg  ausdrücklich  sagt,  es  sei 
die  Stelle  der  Opferung  Isaak's  gewesen  und  das  gleiche  vom 
salomonischen  Tempel  versichert? 

Wenden  irir  uns  zn  den  Angeben  des  Jos£Fhus  über  die 
syrische  Akra  aus  der  makkalddsch- römischen  Zeit.  Zu  den 
Nodzen  des  ersten  MakkabSerliucheB  verhElt  sich  dabri  Jdsefhus 
so.  dass  er  von  der  Syrerburg  so  wenig  den  Namen  Davtdstadt, 
als  vom  Tempeiberg  die  IJezeiehiiung  Zion  gebraucht.  Indem  er 
abei  das  Makkabäerlmch  i-elbu.-  als  (luelb'  vor  sich  liat ,  rüjjt  er 
/u  dessen  Aiigalien  fnl);eiidcs  biiixii:  1  ilie  Akra  big  in  der  Vn- 
terstadt ;  die  Unterstadt  ist  der  «eitere,  Akra  ursprünglich  der 
engere  Bezirk;  sie  sind  aber  so  sehr  mit  einander  rerGchmolzen, 
dass  JosBPHUs  öfters  den  Samen  Akra  von  der  ganzen  Unterstadt 
gebraucht.  21  Sie  lag  auf  einem  Hügel ,  welcher  den  Tempel 
überragte  (natürlich  nicht  das  Heiligthum  des  Tcmpclgehäudes, 
Sündern  die  Tempel  flach  e) ,  und  dadurch  auf  einer  Seite  der  den 
Tempel  thealerartig  (UsaTposi^;,  Antiqq.XV,  11,  ä)  nmgebeniicn 
Stadt,  seinen  .\nblick  verdeckte.  3)  Sie  war  zugleich  vom  Tem- 
pel diiveb  (.■iiii'  Thiili"iii--onknng  getrennt,  lag  iliiu  aber  ilmh  sti 
nalie,  dass  sie  einen  steten  Hinterhalt  für  ihn  i>iklete.  1  Her 
MakkaUier  kirnen  Hess  die  llurg  sammt  dem  Hügel,  auf  welchem 
sie  lag,  abtragen  und  Idas  Thal  ausfüllen,  um  den  Hinterhalt 
gegen  das  Heüigthuia  2u  beseitigen  nnd  den  Tempel  mit  der 
Stadt  der  Art  verbinden,  dass  nun  das  Heiligdinni  g^enüber  der 
Stadt  nach  allen  Seiten  sichtbar  wnrde^]. 

I]  Die  nichtigiten  Stellea  Ober  dieae  iriedeilu)llBn  Angaben  ^nd  fol- 


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29 


Wir  ^\'erdeii  nun  zu  unteranohen  haben  ein  Zi¥ei&cbeB: 
i;  Da  ilie  Aknt  mit  der  Untentadt  identisoli  ist,  wo  lag  die  Vn- 
tcrstudtf  2;  Wo  findet  sich  innetitalb  dea  Stadttenuns  eine 
Lokalität,  welche  dem'Akialifigel  entspnohtl  Dabei  }iaben  wir 
nicht  zu  TeigeBsen,  daas  JosEf  kus  tqu  einem  zu  seinei  Zeit,  also 
auch  zu  der  miBiigen,  nicht  mehr  voihandenen  Hügel  rodet.  Wir 
dürfen  also  nicht  suchen,  wo  sich  heutzutage  eine  der  Beschrei- 
bung entsprechende  Erhöhnnjf  befindet,  sondern  wo  sich  eine 
solche,  vor  JosEPirus'  Zeilen,  hefimden  haben  kanji,  oder  penaner, 
wo  sie  sich  allein  und  nirgends  anders  befnniien  haben  kann. 
Ans  den  ühii<eii  Antjatiim  ist  ximiU'hst  /weierlei  iTsichtüch : 
A.  d«s.K  Akra  im  Shuu-  des  -InsEnii.s  nitdit  ideiilisch  ist 
mit  der  spateren  Haris-Aütouia  in  der  Nordwesteckc  des  liaräm, 
eben  weil  letztere  zu  Josephus  Zeit  auf  hohem  Felsen  errichtet 
noch  stand,  die  Akra  aber  vollständig  abgetragen  war  (tig  ns3ivr,v 
XuvnjTct).  Uan  vergleiche  doch,  wie  er  wiederholt  die  Demoli- 
rung  der  Bing  und  die  Abtragung  des  AkrahSgels  meldet,  nir- 
gends aber  nur  das  leiseste  Wort  über  ihren  WiedeTaun)au  ver- 
liert; dagegen  Antiq<i.  XIIl,  5,  II  erzählt,  wie  der  Makkabäcr 
Jonathan,  nicht  nur  die  Stadtmauer,  sondern  auch  die  Mauer  um 
den  Tempel  wieder  herstellen  und  mit  hohen  Thürmen  be- 
fest^en  liess,  und  die  Syrer  durch  eine  mitten  durch  die  Stadt 
gezogene  Mauer  vom  Markt  ausschloss ;  und  Antiqq.  XV,  11,4, 

gende :  Antiq.  XII  ,5.4  eriahlen  von  Antiochua  Epiphanen :  1)  Er  Iis»  die 
«cbOiuten  QebSude  lüüderbrennen,  schleifte  die  Mauern  und  baute  die  Akra 
in  der  Uoteraladt ;  denn  sie  nar  hoch  und  überragte  das  HeiUglhuin  (7f,v  iv 

XII,  9,  3.  Zu  dieser  Zeit  thalen  die  in  der  Akra  Befindlichen  den  Juden  viel 
Übels.  Denn  wenn  die  Leute  iaai  UeiligÜiam  hiniuT  gingen,  brachen  Jene 
berror  und  sticssen  sie  nieder ;  denn  die  Akm  ttjew  nahe  *n  dai  Heiligthum 
lirfcüiTo  ido  IcpiTj  T|  T1I11-  £-iz!m  —  ontwedoc  —  sdeas  nahe  daran,  oder 
ragte  dsrüller  hinius  -  imminühat  .  —  XII!,  Ii,  7.  Simon  eratürmte  die 
Akra  in  Jcrusnltm  und  iiiothle  'it  (km  ICrdbiiden  gleich.  Nachdem  dlegea 
geachehti..  er«chi>^n  t]at  beste,  audi  den  IlQgel  auf  dem  die 

Akra  gestanden,  abzutragen,  damit  da«  ileiligthum  hflher  nire  (i-io;  IrJiT^Xi- 

Ttpav  g  tA  Ufiiv]  Sie  trugen  den  Hflgel  ab  und  ruhten  drei  Jahre  lang 

weder  Tag  noch  Nacht ,  bii  aie  ihn  dem  Eidbodsn  gleich  geebnat  hatten 
ivti^fmv  SfBt  ■ .  -  iaT'{7apDv  elf  Ra^ot  ul  mliTiJv  lnoni)n)  j  Von  dieaor 
Zeit  an  Überragte  dat  HeÜ^thnm  alles ,  da  die  Akra  und  der  Baig,  anf  «et— 
ehern  me  gestanden,  Teggeaammon  varen.  —  Duu  nehme  man  die  Beachrei- 
bnng  der  Stadt  BelL  V,  4, 1,  wovon  nachher. 


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30 


da«  die  Boris  auf  der  noch  bei  der  Einnahme  durch  Titus  toi- 
handenen  Felsenei^iSluuig  stand,  welche  oluie  Zweifel  die 
Bchon  Neh.  2 ,  8.  7,7  envähnte  ffa^  its  nn^a  >die  liiu^  am 
Tempel«)  trug,  von  H;'rkauuB  I  zu  seinor  Wohnung  eingerichtet 
[Äntiqq,  XVm,  4,  3i  und  von  Ilorodes  yau  fast  mioiniichmharen 
Festung  auegehaut  mirdc,  dnher  von  JosErm  ;-  bi^i  tiWvn  Belage- 
rungen als  Hauptobjekt  des  Änf-riffs  envähiit  ivird,  .So  wird 
aufs  sicherste  klar  sein,  dass  1)  in  seinen  Aujjl'u  die  Syrerhurg 
und  die  Itaris-Antoiiia  zwei  verEchicdenc  1  ,okalitaten  pinii ;  2 1  die 
Syierakra  ohne  Bedeutung  für  die  ^"ertheidignng  des  Temijcls 
und  damit  der  Stadt  gegen  aussen  war;  3]  dass  sie  sich,  wie 
auf  kräneu  Fall  an  der  Stelle  der  Antonia,  so  überhaupt  nicht  an 
der  Nordseite  des  Tempels  befunden  haben  kann.  Denn 

a.  dann  hätte  die  sie  vun  dem  Markt  aussc-hliessende  Malier 
durch  die  Tf.ziipelflilclie  ^vz^fivn  «nidri,  müssen,  iiiclit  . mitten 
durcli  die  Stadtu  ,ii;3'jv  tt^^  -'i/,:iu^  . 

b,  hei  dieser  Lage  wäre  der  Zweck  der  Ausschliessung  vom 
Markte,  die  Abschneidung  das  Proviants  nicht  erreicht  worden, 
veil  immer  noch  der  Weg  gegen  aussen  offen  stand  ^) . 

0.  endlich  kennte  zur  Zeit  der  MakkaMer  nicht  gesagt 
werden ,  dass  durch  ^e  Antonia-Akra  der  AubUck  des  Heilig- 
thums fiix  die  amphitheatralisch  um  dasselbe  herum  liegende 

1)  Unbegreiflich  ist  die  Schluaafolgening  Levvin's  The  siege  of  Jer,  ]>■  54 
BUB  JosEFiiCs  Anüqq.  XU,  Kl,  ä:  .Als  er  aU6  der  Akra  in  den  leiapd  hinab- 
ging« i£?i  Ö£  «Tirlvri  ii  Tt,:  ä«f,!i;  ei:  -ii  itpivi;  [larall.  Makk.  I,  7,  33  :  idariiach 
ging  Xicanut  auf  den  li^rg  Siun  liiiiauf..),  dass  demnacli,  well  die  Akrc  h.,}ii:T 
aU  der  Tem])el  gewt^tn,  sie  auch  nürdlich  von  demselben  Kile^Qn  habe. 
Wbk  Holl  lieiin  flu»  der  H6)ie  an  sidi  für  die  Ilicbtu.ic  nucli  der  W.lttleKeiid 
folgen-.'  Ein  Herabsehen  fand  jn  auch  statt,  wenn  früher  die  abpetr;i;jene 
Akra  sich  Büf  der  Südseite  hefiind,  —  wjicuf  oUe  andüten  Antoben  denen. 
—  Kin  AVidcrapruch  zwischen  dem  "hinabRehcn^i  {ii-d-iri  des  Josiirui'B  und 
dem  .hinaufi-ehenii  des  Mnkkabäerbuches  findet  keineswegi  stult,  itie  Lewin 
undliTRCii,  Statements  IS7S,  p.  1S3  meinen.  Denn  JosKPiius  nennt  im  otngen 
Satie  den  Ausganfis-  un<i  Endpunkt  der  UeMcgung,  Ahia  und  Tempel,  setM 

punkt  nicht,  setil  alfl"  AusgHngi-  und  l'liidpuiiki  nicht  in  Beiiehung,  londem 
spricht  nur  .^ü,  nie  man  von  jedem  liolicii  1'ünkte  Hagen  kann,  man  gehe  lu 
ibm  hinauf  uline  dass  damit  über  den  Ausgangspunkt  etwai  auegesagt  war. 
Eben  nei]  JoäEPUVE  die  Akra  selber  nennt,  konnte  er,  indem  er  das  Msklia- 
bierbnch  tot  sich  hat ,  uicht  nur ,  aonderu  muaate  du  •hinsa^heDn  ia  eia 
■hitubgefaeni  verwandeln. 


31 


Stadtretdeckt,  beziehungsweise  dnioh  die  Bemolinuig  der  Akra 
der  Anblick  des  Heiligthums  für  die  Stadtfgeiiffiiet  wurde.  Senn 
nördlich  von  der  Antonia  gab  es  damals  noch  gta  keinen  Stadtheil. 

Die  Annahme  einiger  FnrKcbeT,  die  Akra  sei  nur  bis  zu  einer 
gewissen  Höhe  abgetragen  worilcii,  ist  Nothbehelf,  welcher  den 
■usdxücklichen  Worten  des  Jo^iEriiLs  tvidcrspriclit. 

B.  Da  die  Akta  innerhalb  der  Unterstadt  lag,  kann  sie  nicht 
auf  dem  Südwesthügel  (Oberstadt)  gelegen  haben,  wie  der  um 
die  Forschung  so  verdiente  Toblkr  wilL  Die  Xjuterstadt  selber 
im  allgemeinen  muss  selbstverständlich  auf  einem  niedrigeren 
NiTeau  als  die  Oberstadt  gesucht  werden. 

Aus  dem  Vorstehenden  folgt,  dass  wir  die  Unterstadt  —  da 
ostwärts  vom  Tempel  die  Kidronschlncht  eich  befindet  —  nur, 
entweder  mit  Uoüinson  \iiid  den  iliin  Kulijenden,  nördlich  von 
der  Ohi.ftiidt  nm\  luirilwo-^tlidi  vimi  Ilanmi  in  der  Richtung  des 
Cnlvariouljcrgüs ,  uder  siidliijb  vom  JlariLm  und  östlich  von  der 
Oberstadt,  also  auf  dem  beutigen  Opbel,  suchen  dürfen.  Welche 
der  beiden  Situationen  die  richtige  ist,  scheint  sich  uns  in  der  That 
aus  der  vielbespioohenen  Beschrdbnng  der  Stadt  Bell.  V,  4,  1 
mit  Sicherheit  zu  ergeben,  sobald  man  sie  aus  sich  selber  er- 
klärt, ohne  lleimiechung  von  anders  woher  gebrachten  Torge- 
fasstcn  Meinungen,  uamentlich  ohne  da3  Trugbild  von  Pseudo- 
rion.  Wir  setzen  die  Stelle  im  Original  und  Übersetzung  her, 
weil  sie  der  Leser  vor  Augen  haben  muss. 

Xo^v  övTinpöouKto;  exTisto,  ja^qj  ^0^0771  5i||pT,(iivo>v,  ei;  f,v  e:täX- 

SoXofuüvo;  ))v  (lUto;,  T5Ü  rpuitOü  Tov  vsiuv  yTt3avr<i;.  i;  5i  i-iw  i~opä 
npo4  Tjjuäv.  üTiV,;  5;  'j  ■/.i'i.viii.vi-i:  ,Kt.',i.,  -i.'A  ti-:  ■/.■t-ui  r.'A.vi 
ufeoTui(,  ajAcinu;,?',;,    toutvj  'A  ävri/f.ij  T|,{T(j;  r,v   /'/i'j;.  r'i.~v-Vj- 

npOTSpov.  auOi;  YS  |»V  ""H'  ou;  ol 'Aaajuuv^ioi  /[iivoj;  i'f'xiik^'jti, 

xat  Tf,(  Axpa;  xaiEp^anaiiEvoi  tÖ  ui}io;  £7;Dir|7ctvro  )(Ua]iaXtur£pov, 
ms  üiEcp^dCvoiTO  xal  tttärrfi  tÖ  iepdv.  Eä  tÄv  Tuponoiüv  itpoaa- 
'TopstKi)<iv)]  (papctY^,       t9n[i«v  tov  ts       avu>  i;aXsm;  xal  tom  xänu 


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32 


Sud  XotpoL  l^aUci'ai;  <;apa~;i  7r£pLet;(avT0 ,  xetl  Sia  tou(  ixaTlpmSev 
xpi|iJ,voü;  TTpojuöv  o'j^auiilsv 

Mit  drei  Miiucni  war  ,lic  StaiU  l.,>f,^stigt,  !;oiv,;it  pio  nitht  von 
imcrKtcigliclioii  Absuhiisscji  uiiigclicu  "ur;  dfiill  üii  diosi^u 
Stellen  befaiid  sich  nur  Eine  liiugmauer.  Sie  selbst  ivar  sich 
gegenüberliegend  übei:  zwei  Hügeln  erbaut  worden ,  die  in  dei 
Mitte  durch  eine  Ibaleiiuienkung  ge^nnt  waren,  in  welche  die 
beiderseitigen  Hänaer  mündeten.  Ton  den  Hügeln  war  der  mne, 
die  Oberstadt  tragende,  viel  höher  und  der  Länge  nach  gerader 
;  gerader  gestreckt);  wegen  seiner  Festigkeit  wurde  er  vom  König 
David  [dieser  war  der  Vater  Salomo's,  des  ersten  Etbauors  des 
Tempels]  aCastclU  genannt,  von  uns  aber  der  lobere  Maxkto.  Der 
andere  Hügel  aber,  Akra  genannt,  die  nntere  Stadt  tragend,  war 
ringBum  abgerundet ') .  Dun  g^enüber  lag  tön  dritter  Hügel  von 
Natur  niedriger  als  die  Akra,  imd  früher  durch  eine  andere  breite 
Thaleinsenktmg  getrennt^);  später  jedoch  füllten  die  Tlasmonäer 
aur  Zeit  ihrer  Hegienuig  das  Thal  aus  und  machten  die  Hübe  der 
Akra,  durch  Abtragen  niedriger;  damit  der  Tempel  auch  diese 
("auTT,?  —  die  Alira)  überrage.  Das  sogenannte  Käsern a ob erthal 
(Tyropöon)  aber,  «elclics,  wie  ivir  sagten,  den  Hügel  der  oberen 
Stadt  und  den  uutercu  Hügel  trennt,  geht  hinab  bis  zum  Siloah; 
denn  so  nennen  wir  die  süsse  und  wasserreiche  Quelle.  Von 
aussen  aber  waren  die  zwei  Hügel  der  Stadt,  von  tiefen  Schluchten 
umgeben  und  wegen  der,  atolen  Abhänge  auf  beiden  Sdten  nir- 
gends zugänglich.« 

Liest  man  zu  Anfang  dieser  Ueschreibiing  ton  den  zwei 
Hügeln,  auf  welchen  die  Stadt  erbaut  war,  so  wäre  man  geneigt, 
darunter  die  üivei  Gesaimntliöbenziige,  «eiche  Jerusalem  zu  -fo- 
SBPiius'  Zeiten  trugen,  den  westlichen.  li!s  den  Oborstadthügel 
und  den  CalviirLeiibi^rf:,  und  di^n  o^llichen.  als  Uezeta  und  Moria- 

1}  arj:^<>:vr,Ti:  niril  gcwühnlichi  in  der  liedcutung  ■hidbmoad<Orm[gn 
Luler  ilit  Gs.Maii  ^Umi''  im  dritten  Viertel  tragend  genommBn,  Es  ISsst 
■iu;h  i\i)fr  tit\Mf;mp\iMi  niclila  damüt  Bnbngen.  'Wir  Überletien  daher  mit 
unilurn  ,z.  S.  KJ:,itt'T;  »rlugaum  abgerundeti,  gettehan ab«,  dui  auch  dieses 
una  wenig  befriedigt. 

1]  Mau  darf  nicht  mit  Faxet  tn  s^ar  Ubsnetiuiig,  Griaohiacha  Pro- 
Miker,  Stuttgart  1B5G,  hindntetnn:  ton  dem  eratan  HOgeL 


33 


Ophel  msunmen  iaeBend,  zu  TerBteiien,  'wie  manahe  angeDommen 
haben.  Sa  ftber  Josxphüb  dem  Eweites  auoh  den  dritten  und  im 
folgenden  Kapitel  noch  den  vierten  Hügel  anfügt,  ao  ist  jene 
iLnnahme  unmöglich.  Es  vSxe  das  wunderlich  ste  Vergessen  der 
eigenen  Worte,  wenn  er  zuerst  unter  den  zwei  Hügeln  die  beiden 
GesammthShenzüge  verstände  und  unmittelbar  darauf  Bestand- 
thöle  derselben  als  zwräten  und  dritten  Hügel  zählen  wollte. 
Pie  Sache  veihllt  eich  anders,  der  That  beschreibt  uns  Jo- 
SBPHüS  nicht  nur  das  Jerusalem  seiner  SSett,  sondern  er  vermebt 
in  die  Beschreibung  des  Terrains  zugleich  eine  Geschichte  ihres 
Baues.  Daher  in  unserer  Stelle  das  l'histjuampcrfectum  [sie  war 
gebaut  worden,  Eitiaro),  —  womit  die  ursprüiiglicho  Anlage  ge- 
meint ist.    Er  gebraucht  Jas  Wort  -öKk  (Stadt',  indem  er  sagt: 

..Altstadt.',  dif  iirsprüngli<;l!c  ytadt,  ivii-  er  die  \krii  iiiidi 
geradüzu  zur  Altstadt,  a^TU  recliiiet 7,\i  ivelcher  der  Tcra]i['l  und 
Bezeta  erst  im  Laufe  der  Geschichte  hinzugekommen  sind.  Ein- 
geschlossen ist  dann  die  Bemerkung  über  die  Veränderung  der 
Unterstadt  durch  die  Abtragmig  des  Akrafangels  unter  den  Mslikai- 
b'iem.  Darauf  folgt  4,  2  die  Geschichte  der  drei  Mauern  und 
die  Erweiterung  der  Stadt  durch  Hereinriehung  des  Kezetahügela. 
Dass  JosBPiina  diese  beiden  Gesiohtspnnlcte,  Heschreihung  der 
Gestalt  dor  Stadt  und  die  Geschichte  ihres  Baues,  durch  einander 
verfolgt,  darin  besteht  neben  seinen  sonstigen  Unvoll  ständig- 
keiten zu  einem  grossen  Tlieil  d:is  nfl  grtadelte  Verwirrte  und 
den  Leser  bis  heutigen  Tag^  \  iTivirreiidr  seiner  Darstellung. 

Für  unsem  Zweck  haben  wir  die  Situation  der  drei  Hügel 
zu  suchen.  Topographisch  stehen  fest  der  erste,  der  Sudweat- 
hügel  und  der  dritte,  der  Tempelbeig^.  Vfir  sagen  aber  der 
Tempel  b  e  Tg,  nicht  die  9arim^cbe  in  ihrer  herodianischen  oder 
auch  jetzigen  Gestalt.  Aber  weklies  war  der  urspriingliebe 
iweite  Hügel,  der  zu  JosEfiius'  Zeit  nicht  riielir  vnrlianden  warf 
Jedenfalls  nicht  ein  Theil  des  Obers ladthiigel.s,  von  welchem  ja  die 
Akra  ausdrucklich  unterschieden  ■nird  (gt^en  Tohlbr').  Nach 
KoBiNsuN  lind  den  ihm  Folgenden  der  Nordwesthügel,  der  Cal- 

1]  Bell,  l.l.i  -i'io     t-i'-O'  irj^ic)  ToQ  dann«  -A  fiifvt  x{i}.i)iai.  Auch 
anderswo,  i.  B.  BbU.  VI,  7,  2. 

Z)  Siahe  darabn  die  EjjluUrung  I  am  SchluH  de«  Artikels. 
3)  Siebe  die  Brllaterung  n  am  Behluii  dei  Aitikeli- 
EtKb.  4.  P>L-Tk.  IV.  3 

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34 


Tmieaberg.  (Vgl.  oben  p.  21}.  Dr  unaei  Text  mgiebt,  dass  die 
Ober-  und  Unteratadt  (d.  i.  die  zwei  Hügel)  dnicb  das  Tyro- 

pöon  getrennt  waren,  so  nahm  Bobinson  an,  unter  dem  l^opöon 
Bei  zu  veraWkcii  eben  jene  vom  Jafatliore  goKcn  den  Haröm  hcrab- 
gehoiidi'  EiiiM'iikinii;  ^iniiitu  ilirtT  l''uiiset/.iLiif;  Kiviielicn  dorn  Mu- 
ria-OpKel  und  lUiu  l^euilimou  l>i^  hiii:,l,  Aum  JÜloali  —  so  dass 
also  das  'J.'jTOjioon  em  Knie  von  etwa  einem  rechten  'Winkel  ge- 
bildet hatte.  Andere  Foischer  (nie  BuTEit,  Erdkunde,  auch 
Sbpp  und  andere]  nehmen  gewiss  richtiger  als  den  obem  Theil 
dea  Tyropöon  die  Einsenkung,  welche  vom  Damaskusthot  in  un- 
gefährer Kichtmid  von  Nord  nach  Süd  bis  Bum  SUoah  binabzieb  t 
Kuihnsük's  Arnalime  isl  sicherlich  unstichhaltig,  Josephus 
deutet  mit  keinem  ^V(lrt(■  auf  jenen  von  Robinson  angenommenen 
oberen  Tlieil  des  Tyru|iiiniis;  ct  IihI  vielmehr  den  unteren  süd- 
lichen Theil  dieser  Schlucht,  als  die  Ülier-  und  Unterstadt  schei- 
dend im  Auge.  Den  Beiveis  lieferl  die  Bemerkung,  daa  diese 
Schlucht  hinabgehe  bis  üuui  tiiloah ,  und  der  unmittelbar  daran 
sich  Bohlieasende  Satz:  nVon  aussen  {.inwendig  wnide  sie  durch 
das  Tyropöon  getrennt]  waren  die  zwei  Hügel  der  Stadt  Ton  oiter 
tiefen  Schlucht  umgebem.  Da  sind  wir  ja  ganz  auf  die  Südseit« 
gestellt.  Femer  hStte  bei  il^r  RoBiTi-soK'achei!-  Hj-pothese  der 
eine  der  beides  Hügel,  die  Akra-L'ntcratadt,  gegen  aussen  gar 
keine  umgebende  Schlucht  gehabt,  während  JosKfnus  augiebt, 
dass  beide  Iliigel  von  solcher  lichluchc  umjfeben  waren.  Das 
fand  um!  findet  nur  auf  der  Südseile  statt.  Auf  der  Nordseite 
waren  die  drei  Mauern,  weil  dort  keine  » unzugiing liehen  Ab- 
sohüsseu  sich  befanden ,  wie  Josefhus  im  Anfang  des  Kapitels 
selber  .bemerkt.  Endlich  würde  zu  Bobinson's  Hypothese  die 
Angabe  des  Josefhos,  dase  durch  die  Abtragung  der  Akm  der 
Tempel  höher  als  diese  geworden  sei,  nicht  passen,  da  noch 
heute  der  Calvarienherg  höher,  als  der  ^aräm  ist. 

Hierbei  haben  «ir  nocli  eine  Iteraerkimg  über  den  Stand- 
punkt EU  machen,  von  welchem  JosuriiuB  bei  seiner  toj)ogra|)hi- 
scheo  Beschreibimg  ausgebt.  Da  er  eine  Belagerung  schildert, 
ist  es  ihm  um  die  Zeichnung  der  Festi^eit  der  Stadt  zu  thun. 
Diese  besteht  in  zweierlei,  ia  den  Mauern  und  der  natürlichen 
Beschaffenheit  des  Temdns.  Letzteres  beschreibt  er  in  Bell.  T, 
4,  1.  Er  beginnt  zwar  mit  den  drd  Mauern;  das  ist  ihm  aber 
nur  Einleitung  zur  Zeichnung  der  natörlicben  Festigkeit.  Denn 


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S5 


kaum  hat  er  die  drei  Jliinem  genannt,  so  bemerkt  er,  dass  durt 
im  Norden  keine  nn>:ii)^äuj^lii:litn  Aliscliü—e  gi'"f?>-en  M'ii^ii,  wohl 
aber  anf  der  entgegengesetzten,  gcnaner  auf  dpu  drei  anileni 
Seilen,  ira  Weet«n.  Süden  und  Osten,  und  scliliesst  die  Schilde- 
rung, indem  er  zu  Ende  des  Abschnitts,  eben  aiif  die  von  aussen 
um  die  beiden  Hügel,  auf  welchen  die  Stadt  uispiüiiglich  «baut 
war,  henimgehonde  und  sie  unangreifbar  machende  Schlucht  zu- 
rückkommt. Erst  im  folgenden  {4,  2!  kommt  er  anf  die  künst- 
liche liefestiguiig,  niit  ivelclier  er  4,  1  begonnen  hatte,  wieder 
zurück.  Er  g-eht  alsu.  indem  er  -1,  1  die  natürliche  Festigkeit 
zeichnet,  vun  dem  Punk le  der  .^nseliainmg  aus.  wo  die  natür- 
liche Oestah  der  St;ull  siel,  am  charakleri-tistlisteii  dEU-stellt  inid 
am  schiirfsten  ron  ihrer  L'mjjelmng  sieh  abscheidet,  d,  h,  v..ii  dci- 
Südseite.  Eben  darum  bemerkt  er,  dass  die  die  Über-  und  Un- 
terstadt tiennende  Schlucht  big  zur  Siloahquclle  hinabgeht,  und 
in  nnmittelbaiem  Zusammenbang  damit,  daea  von  aussen  die 
beiden  Hügel  von  den  tiefen  Schluchten  umgeben  waren.  Wenn 
er  nun  vmi  diesem  Standpunkt  ans  den  Obcrstadthügel  als  den 

beiduii  Lihiijfcl  tminenden  Thale  und  von  dem  die  beiden 
Hügel  von  aussen  umgebenden  Schluchten  redet,  so  kann  er, 
indem  er  vom  ersten  zum  zweiten  Bügel  zählend  fortgebt,  nicht 
die  Biobtung  vom  Süden  nach  Norden  im  Auge  haben,  wie  Bo- 
BIN80N  meint;  denn  dort  im  Norden  sind  weder  die  Siloabquelln 
noch  die  Schluchten,  Sondern  er  steht  mit  beiden  L'rhügeln  im 
Süden  und  hut  nach  den  vun  ihm  sidbst  ani;ei;ebciien  Land- 
mavkcn,  indem  er  vom  eisten  ^Oberstiidthügol;  y.wn  uweiteji  l'n- 
terstadthügelj  zählt,  die  Kichtiinfr  von  Westen  imch  Osten  — 
zumOphel  als  der  Lokalitui  des  ehemaligen  .ikraliii;;el- —  t.l.d 
indem  er  vom  /.weit«)  zum  dritten  fortgeht.  vu7n  Ojdiel-.Vkrii 
lum  Tcmpclbeig,  die  Kichtuiig  von  Süden  nach  Norden,  Diese 
behttlt  er  bei,  indem  er  4,  2  den  Bezetahügel  als  den  vierten,  an 
den  Tempelbei^  uoh  anschlieBBenden  Hügel  aufzihlti).  Der 
Tempdbeig  nnd  der  Bezetahügel  gehören  aber  nicht  zum  ur- 
sprönglicheii  Terrain  des  alten  Jenualems,  t.nf  welchem  dieses 

))  Wenn  er  nun  den  Koidweithagel  gitui  flbergebt,  to  hat  dss  meinen 
Omnd  affenbudariu,  dau  dieiei  kein  eigentliclier,  sich  abicheidender  Hflgel, 
•ondera  eben  nur  die  Foiteetiang  dn  ntadliehen  Landmcheni  iet  und  Ober- 
hnpt  nicht  xar  Altstadt  gehörte. 


nnfiiiiglieli  crlmiit  «orileii  wni  aV.Tiaro!,  sondern  sind  erst  im 
I.nufe  dtr  7.':it  liiiixii^t'kummcn . 

Diiss  dit'  UnterMadt  im  Sinne  des  Josephus  nicht  auf  die 
Nordivestseit«  des  Terrains  von  Jerusalem  gesetzt  werden  darf, 
geht  aucli  aus  folgendem  herroi.  In  Bell.  V,  4,  2  eizählt  ei,  wie 
die  iimeiste  altjüdiBolie  Mauer,  to  ^ip]((xtav  ttefp^'  erbaut  von  den 
jüdischen  Königen,  also  die  das  ursprüngliche  Jerusalem  ein- 
sckliessende  Mauer  sich  vom  Hippikusthunn  ostn-ärt»  am  Xystus 
und  dem  Eathhaus  hin  bis  ziir  ivcstlichcn  Tcmpelhallc  erstreckte 
(also  vom  heutigen  Jafathore  in  ziemlich  gerader  Linie  nach 
Osten  gegen  den  Ilaräm,  in  der  Richtung  der  heutigen  David- 
stmsBe  ungefähr  gegen  das  Kettenthor,  bäb-es-sitscle.  ohne  Zweifel 
auf  dem  südlichen  Rande  jener  von  RonI^80^  fälschlich  fiir  das 
obere  Tyropönu  gehaltenen  Einsenkung),  während  sie  nach  der 
anderen  Seite  in  einem  südlichen  ])ogen  der  Siloahquelle  sich 
näherte  und  dann  zur  Ostseite  des  Tempels  hinaoiging.  Das  ist 
also  der  Umfang  des  ursprünglichen  alten  Jerusalem  zur  Zeit  der 
Könige.  Nun  haben  wir  oben  gesehen,  dass  Joskpuus  die  Un- 
terstedt sammt  der  innerhalb  ilirrr  bi'findlifhcu  Akra  zu  diesem 
al^'üdischen  Jerusalem  rechnet .  folglich  kann  sie  in  seinem 
Sinne  nicht  auBSerhalb,  etwa  nördlich  von  seiner  »alteu  Mauen 
gelegen  haben. 

Weiter  -wird  Bell.  V,  6,  1  e^hlt,  wie  die  beiden  Fartei- 
hänpter  Simon  und  Jobannes  sich  in  die  Stadt  getheilt  hatten. 

»Simon  hatte  die  obere  Stadt  und  die  grosse  Mauer  bis  zum  Ki- 
dron inne  [dieses  ist  die  äusserste,  nördlichste  der  drei  Mauern, 
V.  1,  2],  von  der  alten  Mauer  dagegen  den  Theil,  ■welcher  sich 
von  der  Siloahquclle  nach  Osten  zog  und  bis  /um  Hofe  des  Mcnio- 
bazes  hinlief;  desgleichen  jene  Quelle  ^^■lt^^■t  nml  ilic  Akin  dir-f 
war  aber  die  Unterstadt)  und  den  l!ei:irk  bis  /um  Tiiki'-t  ilev  lli^- 
lena.  Johannes  dagegen  hatte  den  Tempel  inne  und  einen  grossen 
^eil  von  dessen  Umgebung,  sowie  den  Ophlafi  und  das  Kidron- 
thal.K  Diese  Bescbreibimg  ist  doch  Tollkommen  deutlich.  Die 
von  den  beiden  Parteihäuptem  besetzten  Örtlichkeiten  umschrei- 
ben den  ganzen  Umkreis  iler  Stadt  mir  Zeit  des  Titus.  Nachdem 

beschreibt  er  ^uursi.  «ii'  «dt  vim  der  (Iberstiidt  .m--  gcfjeii  Nor- 
den uud  Osten,  darauf  von  der  Südseite  der  Oberstadt  ausgehend, 
wie  weit  g^u  Südost  die  Besetzung  des  Terrains  durch  Simon 


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37 


sich  erstreclcte,  uBmlioIi  traf  letzterer  Seite  die  die  Obentadt  um- 
ftssende  alte  Mauer  Im  tat  Siloaq^uelle  and  weiter  von  dieser  ans 
bis  Bum  Palast  der  Helena.  Hier  werden  die  Siloaqnelle  und  die 
Akra  mit  der  Hemerkunjt,  dnss  cÜp  Akra  die  Unterstadt  sei.  ganz 
unmittelbar  mit  einander  vtrhimilmi .  Ii  tztore  also  un  denselben 
Ort  mit  der  Siloaquelle,  ^.Imi  ^'egon  .'Siidi  u  vcrltgt.  Welclie  >vun- 
derUche  Art  der  toiiograpliisclieii  Itescliielbung  traut  man  dem 
JosBFHUS  zo,  venu  man  mit  Bobinson  anniromt,  die  Akra-Un- 
terstadt  sei  nördlich  toh  der  Oberstadt  gelegen  I  Daas  wir  uns 
mit  derselben  auf  der  Südseite  befinden,  zeigt  die  weiter  sich  an- 
achliessende  Angabe  über  den  roii  Johannes  beseiten  Stadtbe- 
zirk. Dieses  ist  der  Tempel  mit  seiner  Umgebung  (oline  liiiliere 
Angabe,  wie  weit)  und  Ophlas  und  der  Kidron.  Hier  haben  wir 
eine  ai!(?enfalllge'licihcnfolge  vr,n  dpr  Obeistadl  zur  Sili)ac|uelle 
und  von  dieser  um  die  Hild^pil/p  dos  Oplicl  lion.m  iiu  dessen  Osl- 
seite  hinaufgehend  hin  zu  dem  :iu  der  ^üdiistetKc  der  Tempcl- 
fiäche  liegenden  Ophias.  Iiis  y.um  üplilas  exehtsive  war  die 
Mauer  im  Besitze  des  Simon,  von  dort  an  (den  Ophlas  inclusive) 
aufwärts  im  Besitze  des  Johumes.  Die  Akra-Unterstadt  muss 
eben  darum  auf  jener  Südseite  gelegen  haben.  Simon  hatte  dabei 
den  bei  weitem  grösseren,  Johannes  den  kleineren  Theil  des 
Terrains  in  Händen,  entsprechend  dem  Zahlen verhältniss  ihrer 
Mannschaft,  welche  im  gleichen  Kapitel  für  Simon  auf  15,600 
Mann,  für  Johannes  auf  S,400  angegeben  wird. 

Von  dem  letzteren  wird  feiner  Dell.  IV,  9,  12  erzShlt,  er 
habe  zur  Abwehr  der  Angriffe  des  Simon  auf  der  Tempelfläohe 
vier  Thurmo  errichtet,  einen  nn  der  Nord-Ostecke,  den  andern 
über  dem  Xvstus.  den  dritten  gegenüber  der  Unterstadt  (ä^rixpü 
rf;  X'jTiu  -Q/.scu;  und  den  vierton  über  der  Zinne  der  l'astopho- 
nen.  Die  Heilicnffilge  gi^^it  hier  deutlieh  von  Osten  nach  Westen 
und  ^uliell.  Hie  NuidMestee-ke  halte  ihre  hiclicrheit  schon  an 
der  Autniiiii,  der  Xvstu-  Ui«  i.mcrlialb.  d.  h.  südwärts  der  alten 
Jlauer.  also  jedcnfalU  an  .ier  südlichen  Hiilfte  der  Westseite  des 
Haram ;  folglich  musa  der  dntto  Thurm  auf  der  Südseite ,  etwa 
auf  der  Südwestecke  der  Tempelflache  sich  befunden  haben  und 
eben  darum  die  Unterstadt  auch  südwärts  gesucht  werden. 

In  derEoke  zwisuhen  dem  Nordrand  der  Oberstadt  und  dem 
nördlichen  Theil  der  Westmauer  des  Haräm ,  also  in  der  Rich- 
tung des  Oalvarienbergs ,  ist  es  femer  unmöglich  mit  Bobikso» 


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und  den  Engländeni,  (wie  Waiirrk  in  der  Becorery  of  •TenisBlem] 
die  Untetstadt  zu  versetzen,  weil  dort  naoh  Josephtjs  die  iVoi- 

stadta  (jupociTTiiov)  leg.  Nach  Antiqq.  XV,  11,  5  führten  auf  der 
\Vestseite  des  Heiligtimina  vier  Thorc  in  die  Stadt.  Eins  an  den 
küniglicliün  Palast,  zivci  in  .Ii,:  Vorstadt  -,,ai->Tzi'.-'' .  dns  vicrk-  in 
die  "iinikTO  Stadti-.  Nun  k;iiin  ducii  ein.'  Vorstadt  nirgunds  an- 
ders tfCRiicht  iverdcn,  als  vor  d,  h.  ausser  der  Stadt,  folglich 
nördlich  von  der  die  Altstadt  einBohltesBendenaltjndisohen  Haner. 
Daran  nird  nichts  geändert  durch  oft  mit  Recht  beklagte  ün- 
genauigkeit  des  Geschichtschreibers,  welcher  weder  die  Bich- 
tung,  in  welcher  er  die  Thore  zählt,  anginbt,  «och  auch,  welcher 
der  beiden,  smist  von  ihm  oft  genannten  könig-lichen  Paläste  ge- 
meint  ist.  Wir  tüniieu  hier  vou  der  Vertheihing  dieser  Thore  iim 
so  mehr  ali-^eheii,  als  auch  die  Aiisgratiungen  der  Engländer  noch 
viel  zu  "oiii^  sichere  liesiiltate  ergehen  haben  und  auch  die  Aiif- 
BteUungen  Waiihzn's  in  der  Recoverj'  und  im  Athonacum  1675, 
Nr.  2'I(i9  keineswegs  ausser  alter  Einwendung  stehen.  Mag  es 
sich  aber  damit  verhalten  wie  es  will,  sicher  ist,  dass  one  Vorstadt 
nicht  innerhalb  sondern  nur  ansserhalb  der  alten  Stadt  liegen 
konnte.  Die  von  uns  angenommene  Lage  der  Vorstadt  wird  auch 

deutlieh  dumli  Antino-XTV,  13,  4.  Hier  lesen  wir,  wie  Hemdes 
in  der  Ff 

liehen  Piiiiisi  eini'ii  .tusiaii  u'eifeii  nie  leiiiuiiciie  i  iirii'].  ivcKrue 

sagt;  ini 
und  sie  i 
zählende 

Stadt*  geradezu  nach  der  aNordseiteo  ixara  n  iniosaoxTtov) .  Es 
ist  dämm  unbegreiflich,  wie  Theupp.  Lewim.  «vabkek  die  aBub- 

urbo  ^ohnedies  eine  irreführende  Übersetzung  des  iodutotovi  ost- 


Was  will 

not  of  Josephus  euiiiaue  —  aiier  es  Ktiiin  uocn  mcht  anaets-  ais 
in  seinem  natnrncnen  n  ortsmn  irenoramen  weraeni.  hm  was  tne 
moBt  convenieni ,  ne  couia  empioy  lo  represeni  ihe  Hehiew  Par- 
bei  1  Chnm.  26,  IS.  2  üeg,  23,  11  (von  welchem  Farbai  wir. 
eben  so  viel  als  nichts  wissen].  Uan  hat  auch  kein  Becht,  der 


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39 


"Vorstadlt  die  «Uiilcr?tiidtit  z\i  substiliiircn,  wie  vielfach  z.  B.  von 
Rosen,  der  IIniAm  ]i.  I  :i<.>  und  I>i.  ^'^>^;i■■|^|  le  temple  p.  50  (»que 
cctte  exprp^^siiin  ([('■■iisiu'  ta  l),is--LMilli>  iiu  Altran)  ge&chieht.  Es 
lässt  sich  durchaus  kein  Gnmd  denken,  wamm  JoSEFHDe  in  den 
obigen  Stellen  nicht  den  gewöhnlichen  Namen  iTIntentadti  aoUte 
gebraucht  haben,  wenn  bi  sie  im  Sinne  hatte.  Dag^en  ist  die 
Beüeiolinnng  Vorstadt  für  diesen  Stadt&eil  als  solchen  so  sehr 
in  der  Natnr  seiner  Entstehnng  g^riindet,  dass  wir  hier  zweifel- 
los einen  historischen  Lokalnamen  vor  uns  haben,  welcher  blich, 
auch  nacliilem  sich  noch  weitere  Stadttheile  angeschlossen 
hatten ') .  Man  kann  auch  nicht  anwenden ,  dass  anderswo 
Bell.  V,  1,  1  von  der  Verödtmg  der  Vorstädte  (plnr.)  durch 
Abhannng  der  Bäume  die  Beda  ist.  Denn  letztere  sind  die 
äuRSeren  Stadttheile,  wie  sie  znr  Zeit  des  Geschichtschreihers 
vorhanden  waren,  überhaupt. 

Das  bisher  Geftindene  wird  litistiltist  durch  die  Gc^rhichte 
aller  von  Josephuk  envalmtpu  ISelagenuiiren  .lerusalem's.  Dabei 
findet  sich  nicht  eine  einzige  Nntiz,  ivel<;he  vcranlassle.  die  l'u- 
tersladt  Akra  nördlich  iider  nordwcsth:;h  vom  Tempel  zu  siichoi, 
worauf  län);st  Toulkk  aufmerksam  gemacht  hat.  llukauiitlich 
war  der  Gang  aller  üelogenmgen  von  Nord  nach  Süd.  Wo  immer 
dabrä  die  Unterstadt  emiUmt  wird,  kommt  sie  erst  nach  der  Be* 
Setzung  des  Tempels  zur  Sprache.  So  wird  bei  der  ]^nnahme 
durch  Herodes,  Antiqq.  XTV,  15,  2.  16,  2  erzählt,  wie  er  die 
Stadt  von  Norden  her  und  zwar  am  Tempel  angriff.  Er  nahm  zu- 
erst die  zwei  Mauern;  dazu  wurden  auch  einige  der  Hallen  um 
den  Tempel  verbrannt.  \"on  der  Unterstadt  ist  dabei  noch  mit 
keinem  Wort  die  Itede.  Alsdaim  heisst  es:  lAls  der  äussere 
Tempel  und  die  Unterstadt  genommen  waren,  flohen  die  Juden 
in  den  inneren  Tempel  und  die  Oberstadt«.  Es  ist  total  unrichtig, 
wenn  Thrupp  dasn  bemerkt:  iE«  ist  deutlich,  dass  er  zuvor  die 
Unterstadt  nördlich  vom  Tempel  stünnte,  ehe  er  den  Tempelhof 
selber  dnnahm.«  Das  ist  so  wenig  deutlich ,  dass  vielmehr  im 
Texte  sich  auch  nicht  ein  einziger  Buchstabe  davon  vorfindet. 
Im  Texte  ist  zuerst  gai  nicht  von  der  Unterstadt  die  Rede,  son- 
dern von  zwei  Uanem,  deren  Beslämmnng  ansseriialb  unserer 
UnteTSUohnng  liegt.    Mit  ihrer  Einnahme  war  der  Belagerer 


t}  So  auch  FUBRBR,  BibelleiikoD  m,  p.  241. 


40 


schon  unmittelbar  an  die  Tempelfläche  selber  gelangt;  qs  waren 
ja  schon  einige  Hallen  um  den  Tempel  verbrannt.  Darauf  wurde 
der  äussere  Tempel,  d.  h.  die  ganze  Süssere,  also  auch  die  süd- 
liche Umgebung  des  eigentlichen  Heiligthums  und  (darauf  oder 
zugli'ichi  die  Unterstadt  eingenommen,  und  dadurch  die  Juden 
in  das  eL>feiit!iche  Heiligthum  (das  TempelhauB  und  dessen  aller- 
nitchate  l^nigebung]  und  in  die  Oberstadt  zurückgedrängt.  Man 
sieht,  mit  den  Worten:  «als  der  äussere  Tempel  und  die  Unter- 
stadt genommen  waiena  wird  der  ganie  nocli  übrige  Umfang  der 
Stadt  mit  Ansnahnie  des  Tempelhauses  und  der  Oberstadt  be- 
zeichnet; da  kann  ja  die  Unterstadt  nichts  anderes  sein,  als  der 
südlich  vom  Tempel  gelegene  liezitk.  JosEPHrs  hat  dabei  in  der 
Wortstellung:  uden  äusseren  Tempel  und  die  Unterstadtn  den 
Gang  der  Helagenmg  von  Nord  nach  Süd  eingehalten  und  wir 
haben  neder  Recht  noch  Veranlassung  die  Sache  umzukehren. 
Ebenso  verhält  es  aidi  mit  der  Eroberung  durch  Titus  .  Es 

Ii  Wer  den  JoBEFHnsK«leieD  hat,  deiciilsuDt, -wenn  erbä  IxwiH  (äu 
»lege  |).  30  S.)  Gsdet,  vit  TilU)  durebdie  Elnnihtne ^der  iwritsn  Maur  tieh 
auch  dor  \oa  ihr  eingeiohlouenen  ^nnercD  Unlenladti  oder  itnneien  Alu» 
bcmschtigio,  von  velcher  BetduffeDhrit  dine  itniiera  lIiuent*ilM  war,  «fe 
lie  nur  un^ieluhr  den  drittan  Theil  dar  Untcntadt-AkTK,  vi*  dsa  Haapttheil 
deiiBlben  aber  die  TemtKlplaltform  •Mittel-Akrso  oder  •Wttal-UnUr- 
■ladli)  bildete,  die  laaBaare  Untcigtadl'  aber  aüdlioh  vom  Tsmpd  1^.  Hau 
tagt  Bich  entsunt,  no  man  daa  geleaen  oder  gar  flberaeben  haba?  Aber  mtm 
mag  den  JosEfHCS  aubchlegea ,  wo  man  will,  so  findet  man  nicht  ein  Wort 
■Uvan.  JoBEPHUS  bringt  die  Unter«tadt  niemals  in  Verbindung  mit  der 
iwdt«B  Mnaer,  er  idenüBcirt  niema!«  die  TempdflKi^he  mit  ilur  L'ntcraUdt 
odar  Akra ,  sondern  unterscheidet  eie  immer  von  derselben ,  et  nfiint  ii  i  e  - 
mall  eine  mittlere,  innere  oder  Süssere  Unlemtndt,  Sündern  immet  nur  Eine 
Unteratadt  und  erwähnt  sie  in  dem  von  Nord  nach  Südan  gehenden  Gang  der 
Eroberung  erat  nach  dem  Tempel.  Alles  andere  so  wie  auch  die  -augeDannte 
Kidronachlncht^  aU  östlicher  Theil  der  Tempelflüche,  ist  reine  Phantasie  de» 
Interpreten.  —  Auch  bei  DE  VoOü£,  lo  temple  p.  IIS,  dessen  ausgCEeichneten 
Leistungen  nir  gewiss  nicht  zu  nahe  treten  wollen,  heiut  es :  »II  lui  (lltua) 

et  renoii9ant  ä  s'engeger  dnns  le4  rues  6troites  et  tortuoisca  de  la  Tille 
basne  11  sc  cunlenta  de  faire  d^niolir  toule  la  partic  du  second  mur  qui  re- 
gardail  le  nord,-  Schlflgr  msi:  ober  den  Jusephuh  selber  nach,  «u  findet  man 
in  den  betroffenden  Siellen,  Bell  V,  9  so  wenig  als  irgünd  wo  sonst,  den 
'  von  der  zweiten  Mauer  cinK«schioK«enen  Sloduheil  mit  dem  Namen  Unter- 
Stadt  beieichnet.  E»  bleibt  bei  der  unumsiösslichen,  schwer  wiegenden  That- 
sache,  daaa  bei  der  von  Nord  nach  Süden  gebenden  Eroberung  der  Unteratadt 
erat  nach  dem  Tempel  gedacht  wird. 


41 


wird  weder  bei  der  Einnahme  der  eisten  noch  der  zweiten  Mauer 
der  Unterstadt  mit  einem  Worte  gedacht.  Erst  nach  Eroberung 
und  Niederbrennung  des  Heiligthums  und  nach  der  vergeblichen 
Unterredoiig  des  Titus  mit  den  Aufständischen  wird  Bell.  VI, 
B,  3  erzählt,  dass  die  Börner  idas  Archiv  und  die  Akra  und  das 
Stadthuis  und  den  Stadttheil  Ophlas  önlscherten  und  das  Feuer 
sioh  bis  zum  Palast  der  Helen«  verbreitete ;  dieser  aber  war  mitten 
in  der  Abran .  [Hier  die  ganz  gleiche  HeschreibuDg  der  Südseite 
wie  oben  V.  6,  1 .  Die  Erwähnung  des  Ophlas  versetzt  ohnedies 
gewiss  auf  die  Südseitej .  Was  an  diesem  Tage  an  der  Verbren- 
nung fehlte,  iviirdc  am  folgenden  Tage  nachgeholt  (VI,  7,  2  : 
iiAm  folgenden  Tage  trieben  sie  die  Riliiber  aus  der  Unterstadt 
mid  steckten  alles  bis  zum  Siloah  in  lirand.  Genüssen  sie  aber 
gleich  die  Freude,  die  Stadt  von  der  Flamme  verzehrt  zu  sehen. 
Bo  ent^ng  ihnen  doch  die  Beute,  da  die  Empörer  alles  ausleerten 
und  in  die  Oberstadt  sieb  suiüc^ogei».)  Nfimlich  in  einigen 
TUeilen  der  Unterstadt  hatten  sich  die  »Räubers  oder  aEmpöreri 
noch  gehalten ;  sie  wurden  nun  auch  ans  diesem  letzten  Terrain 
vertrieben  und  alles  bis  zum  Siloah  in  Brand  gesteckt.  Da  deutet 
doch  auch  kein  Wort  darauf,  dass  die  Unterstadt,  aus  deren 
letzten  Resten  die  Aufständischen  vertrieben  wurden,  sich  nord' 
lieh  von  der  Oberstadt  auf  einer  Lokalität,  wo  alles  schon  IKugst 
in.  den  Händen  der  Römer  war,  befunden  habe ')  - 

1 ,  Eine  der  unklar™  Stellen  bei  Ju,«Eruu»  iit  <lie  Angthe  Bell.  VT,  8,  4, 
dBifl  nach  dem  Ucsinn  dca  Antritt.,  der  li™i.T  auf  die  Ubcraiadt  eine  Anzahl 

äj;,iv..  mUlcn  mx  diese  Stelle  nilein.  so  llge  amnadialen,  die  Akra  inner- 
halb der  Mauer  der  Oberstadt  >u  «uchen,  (mit  Tobler^  Da«  ist  nun  freilich 
unmflgUBh,  Aber  wie  konnten  sie  steh  ia  die  Akra  lurQek ziehen,  da  nich  diene 
ja  bereit!  in  den  Binden  der  Bomw  bebod,  ja  von  diesen  niedergebrannt 
Mr  t  Auf  knnen  Fall,  wenn  lia  nSrdlich  von  der  Oberstadt  lag.  noch  veniger, 
«enn  nOrdlieh  vom  Tempel  Antonia).  Denn  die  Nocdtalte  eiaKblieulicb 
der  TempelftKche  wnrde  jedsntklla  von  den  Bflmem  beaetit  gehalten,  ichon 
danun,  «eil  der  Angriff  auf  die  Oberstadt  »nf  deran  Nordvgiteoke  gagen  den 
kSm^iehen  Palait,  und  auf  der  Nordostaake  am  Xyltiu  tmd  dar  BrOoke  er- 
fblgte  (VI,  S,  1-)  Wn  Ra«kxag  von  dar  Obaiatadtmaner  in  die  Alus.  konnte 
alio  überhaopt  nnr  nt>ghoh  Bein,  wenn  Istiten  aof  der  SOdi^ta  lag.  Wir 
danken  IUI  die  Saoha  (O :  Begtrifiidier  Wuae  konnten  nicht  alle  unnlnen 
Tbaile  des  eroberten  Sladtterraim  von  rSmischen  Poatcn  beeeut  gebalten 
werden.  Dai  war  aber  aueh  bei  dem  aadlieh  rom  Tempel  goldenen  Stadt- 
theil unnOthIg,  theib  wea  denelbe  vom  Tempel  aua  vollitindig  beherncht, 


42 


Die  vovstdienilu  CbtTsicht  iilicr  siLmmtliche  Anskimfr.  gebende 
Stellen  deh  J^>,l■:I■lnl^  sdicuit  uns  liiis  KessiiUat  ülior  die  Lage  der 
Vntevstiult  Akra  vuUknnnuen  -idier  zu  i^Ielkn,  Die  liorizontalen 
Verhältnisse  des  Termins  sind  ectsp rechend.  Der  Ophelrücken 
ist  niedriger,  als  der  Obeistodthiigel,  entspricht  also  dem  Namen 
Unterstadt,  in  welohe,  wie  wir  nicht  zweifeln,  auch  das  Tyropöon 
eingerechnet -wurde,  wenigstens  im  populären  Sprachgebraucli. 
Auf  diesen  beiden  Hügeln  Ing  die  Stadt,  d.  h.  die  Altstadt,  ktn- 
irpijojTro;,  »sich  gegenüber"  |liell.  V,  l,  Ij.  Nur  ist  nie  zu  ver- 
gessen, dass  im  Sinne  des  Joskpmi;«  urspriinj^Hch  der  Begriff  Un- 
terstadt der  «eitere,  der  der  Akra ,  als  einer  besonderen  inner- 
halb der  X'iitcrstadt  sich  erhebenden  Erhöhung,  der  engere  ist, 
und  erst  in  Folge  der  Abtragung  dieser  Erhöhung  der  Nomo  Akra 
auf  die  gesammte  Unterstadt  übertragen  wurde.  Die  Lokalität 
des  Opliel  stellt  auch  in  deijenigen  Yerbindang  mit  dem  Tempel- 
berge, welche  in  allen  obigen  Angaben  sowohl  aus  der  makk»- 
t^schen,  als  der  römischen  Zeit  vorausgesetzt  wird.  Nehmen 
wir  nun  an,  dass  auf  der  Xordseite  des  Opliel,  nlsii  gegenüber 
der  Südsei ti',  der  'i'oiii]iclfliiche.  sich  ursjjrii^'lic'h  eine  eiiiKelne  I'^r- 
höhung,  etM  ii  oini-  isuiirle  l-'clsciiplatte ,  crliuh,  so  bnbcn  wir  für 
die  makkaliilische  Akra  der  Syrer  den  der  Itescbreibimg  des  Jo- 
SBrans  entsprechenden  Platz.  Sie  war  eine  ausserordentlich 
schwer  einzunehmende,  sohon  natürlich  feste  Lokalität;  sie  er- 
hob sich  über  die  Tempelfläche  znr  Makkabäerzeit,  wo  sich 
dieselbe  vom  Tempelgebäiide  an  gegen  Süden  wohl  in  Absätzen 
stärker  als  gegenwartig  senkte,  verdeckte  den  Tempel  gegen  den 
südlichen  Thcil  der  amphi theatralisch  [ilEaTposiSi;;;  um  das  Hei- 
ligthiun  herumliegenden  Stadt,  —  was  zur  Makkabäerzeit  um  so 

theil*  ireil  dunh  dift  rfimitohe  Eiiudilieuiuiguiikuer  ein  «siterer  Dmchbrucfa 
unml^jich  graiuht  nr.  Ein  aolohsr  wurde  lulstit  (VI,  B,  B.  tl(  d)v  inA 
SiX»d|i  fäfatyt  xamfci|nunv)  noeh  venncht,  •ohütote  »her  in  dar  "Eia- 
■ohlieHongsmuiar,  K  du  die  dsn  DDCohbruoh  Verauotendsn  in  den  nntei- 
irdUehen  Oingen  doh  irerfteektsn  (ohne  Zwei&l  dar  Unterftadt).  Wir 
whlisum  eben  aui  letileier  Angmbe ,  dus  der  Ophel,  nsohdem  sllei  duauf 
Stelieiids  ibgdiitniit  worden,  von  den  Hörnern  nicht  beaetzt  gehalien  wnids, 
and  darum  eine  Amshl  Insargienten  nnch  vor  dem  Uixten  Uurchbruchirer- 
ludl  uhon  in  den  abgebnnnten  Trflnuneni  freilich  nicht  einen  Ort  z\i  nenem 
WidanfaUld  (sie  hatten  ja  die  OberBtadCmauer  aus  Verzweiflung  an  der  KBg- 
licbkdt  du  TFidentande«  TerUauW ,  woU  aber  noch  einen  Ort  lom  Vanteck 
■neben  kannten* 


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43 


mehr  auffiel,  ah  der  Palast  Salomo's  nioKt  mehr  vorhanden  war 
—  und  flankirte  den  Tempel  in  ähnliclicr  Weise  ivie  der  Aii- 
toniafelsen  auf  der  Nordscite.  Damit  ist  auch  die  Einsenkung, 
welche  den  Airaberg  von  dem  Tempelberg  trennte,  gegeben. 
Wurde  die  Akra,  d.  h.  jene  auf  dem  Ophel  sich  erhebende  Fel- 
senhöho  abgetragen,  ihr  Terrain  dem  Hoden  gleioli  (elc  )rcS(vf,v 
iUiTDTTjTti)  gemacht,  durch  den  dabei  geivonnenen  Schutt  die 
mit  dem  Namen  Ophlas  bezeichnete  LokahtÜt  an  der  Südost' 
ecke  erhöht  und  vielleich!  (ivas  freilich  nur  eine  \'crmutliung  ist) 
auch  ein  Theil  der  Sildivp=iccke  des  Ilaräm  [nacli  Waruks  in 
ihrer  jelaigfn  Gestalt  fiii  horodianischcg  Work)  aufgefüllt,  so 
verselnvanil  ilir  Fiii-i.'iLl.uiii,'  von  selbst,  kaini  also  heu- 

tigen Tn^^  iiii  lii  iiie  Iii  .mt'sri  tuiiilen  werden.  Ztigleicli  wurde  der 
Tempel  gegen  Süden  sichtbar.  JJei  solcher  Lage  der  Akra,  etwa 
gegen  das  Tyropöon  steil  abfkllend,  erklärt  sich  mch,  yn&  sie 
durch  eine  müten  durch  die  Stadt  {Unterstadt,  etwa  um  die 
Barg  herumgezogene  Mauer  von  dem  Verkehr  abgeschnitten 
werden  konnte. 

llan  hat  nun  freilich  diese  Aiijjabc  des  Jüsephus  über  die 
ursprüngliche  Ilühe  nnd  Uemolirung  der  Akra  stark  iu  Anspruch 
genommen.  Sie  ist  von  Cbojcb  [Encyclopädie  von  Ersch  und 
Gbvbbr],  HttFTBLD,  a.  a.  O.,  Askold  (Herzoq,  Kealenojolo- 
pBdie  Axt.  Zion)  und  Andern  mit  einer  FInth  ahsondeilicher 
Ehrentitel,  als  oWindbenteleii,  i>Schirindeleia,  iLeichtfertigkeita 
und  ühnlichem,  recht  eigentlich  überschüttet  und  als  eine  reine, 
alles  geschichtlichen  Onindes  entbehrende  Erfindung  bezeichnet 
worden.  Diesen  Anklagen  ffcgenüber  glauben  «ir  den  jüdischen 
Geschieh Isschrci her  in  Schutz  nehmen  zu  müssen,  ^'or  allem 
sieht  man  nicht  ein.  «  arum  und  wozu  JiiskI'hls  seine  Erfindung 
gemacht  haben  soll.  .Vuch  Iii  i'tELu  gesteht :  aW'io  er  da^u  kam, 
.  ist  freilich  schwer  zu  erklären. u  Aber  Arsold  vers»icht  bereits, 
es  zu  erklären :  iDie  ganze  Konfusion  beruht  darauf,  dass  durch 
die  Antonia,  dem  JossPüns  der  B^riff  einer  den  Tempel  beherr- 
schenden  Bui^  sich  so  fixirt  hatte,  dasa  er  dieselbe  sich  gar  nicht 
auf  dem  Zion  [Oberstadthiigel)  denken  konnte;  nun  war  er  sich 
aber  doch  auch  des  Unterschiedes  zwischen  der  liarit^  und  der 
Burg  der  Syrer  recht  wohl  bewusst  und  so  hheb  ilim  nichts  an- 
deres übrig,  als  die  letztere  in  die  Unterstadt  auf  den  nordwest- 
lichen Hügel  in  verl^en  und  die  damit  verbundenen  Schwieiig- 


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44 


keitcn  ilurch  die  erwähnten  Fiktionen  wegzuräumen,  waa  bei 
eiiK'Tii  ^liinm;  'pinor  Iit'ichtfertigkeit  gewiss  keine  Schwierigkeit 
hatte."  Ho  liingo  miin  aber  nichts  anderes  zu  sagen  weiss,  besteht 
der  Verdacht,  die  Interpreten  Euchen  eine  bislier  noch  unerklärte 
Thatsache  durch  Annahme  einer  Fiktion  wegzuschaffen.  Ist  es 
aliei  immer  gewagt,  ein  Fioblem  durch  Aufhebung  des  Objekts 
zu  lösen,  so  scheint  es  uns  im  vorhegcndon  Fall  ganz  iinzuliiasig. 
Die  Angaben  des  Josbpiius  gehen  auf  eine  keineswegs  unvor- 
denkliche Zeit,  auf  eine  Sache,  die  wegen  ihrer  Verflechtung  mit 
den  religiösen  Nntionalkämpfen  und  Leiden  seines  Volks  im  Ge- 
däclitniss  der  Geschlechter  bleiben  mueste,  auf  Örtlichkeilen, 
welclie  iliTii  .liihrf  liiny  vor  .Yugen  gestanden  haben.  Er  ist  selbst 
ein  geliurciici  liicrosulyraite ,  hat  Jahre  lang  daselbst  gelebt,  ist 
von  klein  auf  f^kaifi^iiLaTot  (vita  2),  hat  die  Geschichte  seines 
Volks  und  seiner  Hauptstadt  während  der  labten  Jahrhunderte 
zum  Gegenstand  dei  Forschtmg  gemacht,  hat  als  Spiüssling  des 
Priesfergeschlechts,  mütterlicherseits  verwandt  mit  den  Hasmo- 
näem,  Gelegenheit,  Nachrichten  über  jene  Zeit  zu  sammeln,  zur 
Genüge  gehabt.  Dabei  ist  es  doch,  milde  ausgedrückt,  gewagt, 
Angaben  deren  öftere  Wieileiholung  Beweis  davon  giebt,  sowohl 
wie  sicher  er  ihrer  ist,  als  welchen  Werth  er  darauf  legt,  für 
wissentliche  Erdichtung  oder  Phantasieprodukt  der  Konfusion  zu 
eiklaten.  Handelt  es  sich  doch  gar  nicht  um  ZaUeiuuigaben, 
welche  durch  ungenane  Erinnerung  oder  nationale  Prahlerei 
alterirt  sein  können,  auch  nicht  um  Geschichtserzählungen,  bei 
welchen  ein  patriotisches  Interesse  ins  Spiel  gekommen  sein 
könnte,  überhaupt  eigentlich  zuletzt  nicht  um  die  Schleifung  der 
Burg,  sondern  um  einen  zu  JoseI'hijs'  Zeit  gäng  und  geben,  von 
ihm  vOTgefuiideiion  J>priicligi;brau('li .  welcher  die  Akra  mit  der 
Unterstadt  identifii;irt.  Klieii  dits  fiir  fremde,  der  Ö:ifhe  fern  ste- 
hende Leser  Auffallende  der  Thatsache,  dass  die  Akia  in  der 
Untt-rstadt  lag,  nicht,  wie  man  hatte  vennuthen  können,  in  der 
Oberstadt,  veranlasst  den  Geschichtssobräher,  öfters  davon  zu 
reden.  Mag  die  Akn  selber  geschleift  worden  sein  oder  nicht, 
so  viel  steht  fest,  dass  sie  in  der  Unterstadt  gelegen  war,  folglich 
mit  dieser  auf  dem  Ophel  zu  suchen  ist.  Die  "  eiteren  Angaben 
des  JosBPHUS,  betrefiend  die  nrsprüngliche  Höhe  <lcs  Akrahü- 
gela  etc.,  haben  aber  für  uns  Interesse,  so  fem  sie,  als  thatsäch- 
lioh  TOrausgeaetzt,  ein  weiteres  Lieht  über  den  ganzen  Complex 


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45 


der  uns  heschaftigenden  Fraj^en  verbreiten  oder  vielmehr  den 
letzten  hclilussel  zu  ilircr  Lusung  darbielen  und  eben  hierin  Kii- 
gleich  eine  Gcivulir  für  ilire  Glaubwürdigkeit  liaben.  Wenn 
Hi;PFELD  a.  a.  O.  p.  214  f.  Eich  dabin  gedraiigt  hudet.  nicht  nux 
die  Abtragimg,  Bondem  such  die  Identität  der  Akra  mit  der  Un- 
tetstndt  für  eine  imn^ge  Erfindmigi  des  Josbfiiiis  zu  erklären. 
80  dreht  Bich  dieses  immittelhar  zn  einer  Instanz  gegen  den  Kri- 
tiker um,  weil  jedes  vernünftige  Motiv  für  die  Erfindung  fehlt. 

Man  macht  gegen  Jo.sKPiüit!  geltend,  statt  die  Akra  abzu- 
tragen, n'äre  es  vernilnftigpr  gewesen,  (iaas  die  .Juden  sie  selber 
besetzt  gehalten  liUtten;  viillifmls  liichcrlich  sei  es  iinzunehmen, 
man  h»W  •Vw  Akri,  vasiiL .  nur  iliimit  dvi  'l  citi]iel  h;ihi:r  t-ei  und 
ül.,;v  aii>  Akra  biinvr^  schaue.     Nun  dieses  iistbi^tisebe  Motiv, 

antworten  wir,  wird  wohl  nicht  dits  hauptsächliche,  sondern  nur 
ein  binsiukommendeg  gewesen  sein ,  aber  für  die  Juden  bei  ihrer 
Hochaohtnng  Bit  den  Tempel ,  das  Centnun  ihres  Gottesdienstes 
und  damit  zogleicb  ihres  Nationallebens,  von  grösserer  Bedeutnng, 
als  uns  beim  crston  Anblick  scheint.  Dieses  religiös^thetieohe 
Motiv  verband  sich  mit  der  Erinnerung  an  die  Leiden,  welche 
ihirch  diese  Zwingburg  so  lange  Zeit  verursacht  waren,  und 
welche  eben  fürs  Künftige  durch  die  Demohmng  beseitigt  werden 
sollten.  Die  fortificatorische  Bedeutung  aber  einer  üiin;,  Itir 
welche  Josisphus  als  selbst  gewesener  Kriegs fiilirer  wohl  ein 
ebenso  sicheres  Ange  hatte,  als  deutsche  Stubengelehrte,  ist  denn 
doch  eine  andere  fiir  eine  fremde  Oberherrschaft,  welche  durch 
eine  Zwingburg  innerhalb  einer  Stadt  deren  ISevolkennig  im 
Zaum  halten  will ,  and  eine  andere  fiir  die  I'.ininjhnerschaft, 
welche  die  fremde  ISesatunng  los  sein  inoclite.  Letztere  macht 
es,  wie  die  .Tiidiui :  sie  /iTslurt  die  Zu  inirl  litt,  ler  die 
Stadt  gegen  aussen,  feu  liehiilten  die  .luden  II  ans- Antonia  mit 
ihrer  Kichtung  nach  aussen  als  die  natürliche  bchutzwehr  bei 
nnd  versl£iken  sie,  wie  Jobbpkus  selber  (Antiqq.  XV.  11,  4: 
»zur  SioherheH  und  Bewachung  des  Tempels«]  berichtet.  Di& 
Syrerbuig  aber  konnte  b«  der  Ton  uns  angenommenen  Situation, 
niedergerissen  werden  ohne  Nachtheil  für  die  Festigkeit  der  Stadt 
gegen  aueeen.  Der  Ophel  blieb  nach  wie  vor  gegen  aussen  so 
fest,  dass  er  auch  von  den  iiömem  nicht  von  der  Sudseite,  von. 
unten,  sondern  vom  Tempel,  Ton  der  horaseite ,  TOn  ooen  her 
angegriffen  und  eingenommen  wurde.    Ähnliche  Beispiele  von 


46 


Zeratönmg  eolclier  Zwingburgen  liefert  bekanntlidi  die  Ge- 
schichte aller  Völker  mehr  kIb  einmal.  Übrigens  ist  ja  Bogar  der 
Antonia-Felsen ,  dessen  fortificatorischer  Werth  so  deutlich  am 
Teige  lag ,  später ,  ungemas  wann ,  wegrasirt  worden ;  warcm 
sollte  das  Gleiche  nicht  auch  mit  der  Sjrerburg  geschehen  sein 
können  '.  So  giebt  gewiss  der  fortificatorische  Gesichtspunkt  kein 
Ilecht,  dem  Josefhus  mit  Hupfblu  eine  oebeiiso  luftige,  als  ab- 
geschmackte Erfindung)  aufzubürden.  Grösseres  Bedenken  liegt 
in  dem  Umstand,  dass  1  Makk.  14,  T  nicht  nur  von  der  Schlei- 
fung der  Akra  schweigt,  sondern  geradezu  sagt:  »Erlegte  Juden 
in  dieselbe  und  befestigte  sie  zur  Sicherheit  des  Landes  und  der 
Stndt».  Es  ist  mit  KultlNsos zuzugeben,  dass  prima  facie  ein  Wi- 
(iLTspriich  /wisebeu  I  Jlakk.  und  JuBBPilUs  vorliegt.  Wir  halten 
uns  aber  darum  noch  nicht  für  berechtigt,  bei  Josrphus  eine  »Er- 
findungi  anzunehmen,  auch  nicht  einen  Irrthum.  Denn  JosE- 
pHüs  hatte,  woran  kein  Zweifel,  das  MflkkaT^erbnch  toi  eich  und 
weiss  es  also,  dass  er  etwas  Abweichendes  berichtet.  Darum  ist 
eben  eine  Ausgleichung  zu  suchen.  Diese  kann  eine  zweifache 
sein,  je  nacbderä  man  annimmt,  die  Hurg  sei  zuerst  zerstört  und 
daun  wieder  aufgebaut  worden,  oder  die  ISurg  sei  eine  Zeit  laug 
von  den  Juden  besetzt  geblieben  und  erst  später  zerstört  worden. 
Viir  die  erstere  Annahme  entscheiden  sich  diejenigen,  welche  die 
Akra  mit  der  Antonia  identtficiren.  Dass  nun  eine  Zwingburg 
zuerst  zerstört  und  später  von  den  Zerstörern  selber  wieder  auf- 
gebaut wurde,  Aas  ist  auch  anderswo  vorgekommen.  Mit  B«cht 
sagt  DB  VoQös  [le  temple  p.  161);  Le  füt  est  trop  naturel  pour 
ue  pas  itie  vrai;  de  tont  temps  on  a  vu  les  insurrections  victor- 
ieuses  demiilir  les  citadelles  qui  les  ont  lonKtempp  meiiates,  sauf 
a  le-^  rrtahlir  ]nnx,-  Iciir  iinipre  d,-fi'iisf;.  Wiis  un^  ljewi'|,n.  fcr^vii 
diese  und  fiir  die  zwcLic  Antiiihwo  zu  cjitscboidi^u,  ist  eben  die 
unbestreitbare  Tliatüache,  dass  JusEruus  mit  den  beiden  Angaben, 
dasB  zu  seiner  Zeit  die  Antonia  auf  einem  50  Ellen  hohen  Felsen 
stand,  dass  aber  die  Akra  vollständig  bis  zur  ebenen  Erde  abge- 
tragen worden  sei,  die  beiden  Durgen  aufs  offenbarste  von  ein- 
ander unterscheidet. 

Noch  liaben  wir  einer  möglichen  Einweiiduiig  zu  begofjjien. 
Man  könnte  sagen,  wenn  die  Akra  so  hoch  lag,  dass  sie  den 
Tempel  überragte ,  so  falle  unsere  ganze  frühere  Argumentation 
1)  Ifeucie  FonchuDgea  p.  lOT. 


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47 


aus  dem  »hinauf  iiml  hiiiaW; .  Insbesondere  wenn  dct  ursprüng- 
liche üi>hel  so  hoch  gewesen,  wie  konnte  liann  gesagt  werden, 
dass  man  vom  Tempel  in  das  auf  dem  Ophel  gelegene  Königs- 
haus liiiiali  und  uinjiekchrt  hinauf  gegangen  sei.    Wir  an t- 

i;  W  ir  vcrlfgi.'ii  di'ii  iSalomonischcii  Palast  nicht  auf  den 
Ophel,  sondern  auf  den  südlichen  Theü  der  Tempelflächc  (näher 
Auf  deren  Südostecke,  wo  sich  die  unter  dem  Namen  der  Stiille 
Salomo's  bekannten,  übrigens  heute  nicht  mehr  in  ihrer  nisprüng- 
lichen  Creatalt  vorhandenen  gewölbten  Substructionen  befinden] , 
EU  Salomo's  Zeit  niedriger  als  jetzt;  sie  war  niedriger,  als  das 
Tempelgehäude.  und  hoher,  als  Haus  und  Stadt  DBtid's. 

2]  Was  vom  Theile gilt, giltnichtTomGanzen.  Wirnebmen 
nicht  an ,  und  auob  JotoiPUUH  sagt  nicht,  dass  die  ganze  Unter- 
etadt,  aliD  der  ganze  Ophel  diese  Höhe  hatte ,  sondern  nur  eine 
auf  ihr  sich  erhebende  Felsenplatte,  gerade  gross  genug,  um  zu 
einer  nicht  umfangreichen,  aber  eebi  festen  Burg  zn  dienen 
(gegen  Olshausek).  Damit  ist  zugleich  begegnet  dem  vonHup- 
FZLDH.  a.  O.  p.  205  Gesagten:  »hs  wurde  daraus  laus  des  .lu- 
SBFHUS  Angabe  von  der  ursprünghchen  Hobe  der  Akra;  folguii, 
dass  die  Unterstadt  erst  nach  Abtragung  des  Hügels  ilnrauf  ge- 
baut worden  sei,  folglich  vorher  nicht  licstaiiili.'ii  luilii-.  was  der 
eigenen  Angabe  des  Josbpkus  wiilers|)nclit.ii  Dieser  imgcbliehe 
Selbstwiderspruch  verschwindet,  so  Daia  man  genau  uei  aen  ueut^ 
liehen  Worten  des  JosnfHus  bleibt :  t^v  it  xaTm  imXst  ouipav 
■die  in  der  Unterstadt  befindliche  Akra.« 

Die  Angaben  des  Josbphus  glauben  wir  aber  nicht  nnr  in 
ihrer  Geschichtlichkeit  im  allgemeinen  festhalten  zu  müssen, 
sondern  sie  erscheinen  uns  noch  von  besonderem  Werth,  indem 
äe  auf  den  Gegenstand,  von  dessen  Untersuchung  wir  ausge- 
gangen Bind,  ein  volleres  Liebt  werfen.  Ein  Rückblick  auf  den 
GesanuDtinhalt  des  ersten  und  zweiten  Artikels  dient  zur  Bestä- 
tigung unserer  Aufstellungen,  einmal  weil  dabei  dos  Ineinander- 
greifen und  die  gegenseitige  Unterstützung  der  einzelnen  Glieder 
unserer  Untersuchung  ins  Licht  tritt,  sodann  weil  sich  dabei  ein 
Einblick  in  ^  Ijneamsnte  der  Geschichte  der  Stadt,  soweit 
solche  überhaupt  möglich  ist^  eröf&iet. 

Dass  der  Snd-Moria,  der  sogenannte  Ophel,  im  antiken  Je- 
1)  Kehe  dsn  ersten  AlÜkel  ZDPV.  ID,  p.  19S  B. 


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4S 


raeHlem  eine  viel  giSssere  Bolle  gespielt  het,  als  man,  von  dem 
Irräium  über  den  Psendozioii  ausgehend,  lange  angenommen, 
drängt  äck  ia  neuester  Zeit  den  Forschern  mehr  und  mehr  auf. 
Das  sicherBte  Anzeiohen.  davon  sind  die  Anstalten  zur  Waeser- 
TeTBorgung  dieses  Stadttheiles.  Auf  der  (Ostseite  befindet  sich 
die  immerfliessende  Marienquelle,  auf  der  Westseite  der  Siloah 
als  Ausgang  des  uralten  Kanals,  irelcher  das  ursprünglich  den 
Kidrun  hinunterflies  sende  Wasser  der  Manenqnelle  auf  die  TVcst^ 
Seite  hinüberführt,  Wahkes  fand  mucrhalli  dieses  Kanals 
Sehiichtr  gogen  ohen  getrielien,  offenbar  um  den  IJcwohnem  des 
Ophel  zum  Wassers chöpfen  zu  dienen.  .Vuch  verschiedene  an- 
dere GänjfC  diirehset/en  den  Felsriieki'ii .  ^^  le  alt  iciinr  Kanal 
ist,  lasst  sidi  nicht  nachweisen;  jedeiifall;-  wird  dir  .Sdnah  schon 
zur  Zeit  des  Königs  Ahas  Jcs.  S,  6  em'ahnt,  auch  stimmt  die 
Lage  der  natOtlichen  Maiienqnelle  mit  der  Ton  'uns  angenom- 
menen I^ge  der  Stadt  und  des  Hauses  Darid's  und  der  KSnigft- 
gärten  überein.  Sie  passt  auch  vollständig  dazu ,  wenn  wir  die 
alte  Jehusiterburg  auf  den  Ophel,  nicht  auf  den  Oberstadthügel 
verlegen.  Die  Nähe  der  einzigen,  niemals  versiegenden  Quelle 
ivar  für  die  erste  Ansiedelung  von  solcher  Wichtigkeit,  dasB  es 
zu  vermindern  wäre,  wenn  nicht  diese  Lokalität  unter  die  aller- 
ältesten  'Iheile  der  Stadt  gecählt  haben  sollte.  So  finden  wir 
denn  gerade  auf  diesem  Ophel  die  alte  Jebnsiterstadt.  Dieser 
Punkt  war  in  jenen  Zeiten  viel  fester  als  heutigen  Tags,  wo  das 
eine  der  anliegenden  ThSler,  das  Tyropöon,  theilweise  fast  ver- 
schwunden ist,  und  der  Abhang  gegen  den  Kidron  durch  ange- 
häuften Schutt  an  seiner  ursprünglichen  Schroffheit  verloren  hat. 
Die  steilen  Abfalle  auf  drei  Seiten  —  erhebt  sich  doch  noch  jetzt 
das  Siidendc  70  englische  Fuss  über  der  Siloahqnelle  —  boten 
Gelegenheit  zu  Festungswerkeil.  welche  für  die  alte  Kriegskunst 
schwer  zu  überwältigen  waren.  ISefand  sich  in  jener  alten  Zeit 
auf  der  Nordseite  in  der  von  uns  angenommenen  Lage  noch  eine 
besondere  ß^bnng  und  dadurch  eine  Einsenkung  gegenüber 
der  nördlichen  Anhöhe,  welche  später  den  jüdischen  Tempel 
trug,  wührend  die  jetzige  Harämarea  i'hen  nicht  voriinnden  iviir, 
so  haben  vnr  fiir  die  Zeit  der  Jebiisiter  alle  liedingungen  für 
einen  wohl  befestigten  Königssitz.  Dabei  raaclieii  wir  darauf 
aufmerksam,  dass  man  sich  die  Jebusiterstadt  und  auch  die  Stadt 
zu  David'B  Anßingszeit  nicht  in  der  Ausdehnung  des  späteren 


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49 

Jenisalem  denken  dnrf.  welches  sei Itcdeiitung  erst  sls  poli- 
tificher  und  reliijioser  Uiiielpuiiki  diiifih  D)i^^d  und  Salomo  er- 
bielt.  Für  die  alle  JebusUerstiidt  und  vollends  für  die  Jebusiter- 
burg  etsohcint  uns  der  Obers tadihugel  —  als  befestigt  gedacht  — 
viel  zu  gross,  der  Oplielhugel  ■ —  in  seiner  ursprünglichen  Ge- 
stalt —  aber  gerade  wegen  seines  genngeren  Umftmgs  vuE- 
kominen  geeignet.  Er  bot  das  vortrefifbchste  Xerrain  für  eine 
antike  klme,  aber  feste  Beigstodt.  \ne  solche  sich  in  ollen  In- 
dern m  alten  Zeiten  geftmden  haben,  und  wie  wir  um  ohne 
Zweifel  auch  die  kanaam tischen  StSdte  —  entsprechend  der  Ge- 
spaltenheit  dieser  \  olkorschaften .  welche  der  ^dsseren  Mittel- 
punkte entbebrcen  —  zu  denken  lialiuii,  Innerhiilb  dieser  llcrg- 
stadt  finden  ivir  avif  der  apiiiur  iW  svnsulie  Akni  tragenden  Ful- 
senerhÖhung  die  eigentliche  lliirg.  Akropohs.  Zion.  venvandt  oder 
identiaoh  mit  nfftm  gau^enehtetei:  Stein  oder  MaU.  bedeutet  noch 
Hufpbld's  eial Buchtender  Etymologie  (a.  a.  O.)  einen  aufge- 
richteten Felsen.  Bei^stock.  Diese  Jebustterburg  denken  wir  uns 
wie  eine  mittelaliurliche  llurg  auf  wenig  umfassendem,  aber 
schwer  ersteiglichen  Icrrain.  Ist  ^^:S  II  Sam.  5,  8  (Luthkr: 
sDachriimen"! ,  nebiig  nach  Ewald.  Crescluchte  des  Volks  Israels 
III,  p.  lUT  ujül  III  ]  htderUericht 

ganz  unserer  Annalimr!,  lici  scjIcIut  ,-iiniiiiujii  i  rklilrt  sich  auch 
die  Rede  der  J  l  III        1  J   I  r<lcn  euch  ab- 

halten! —  was  von  dem  Obers tadthugel  in  seiner  Gesammtheit 
gesagt  eine  sinnlote  Prahlerei  gewesen  waie.  Nach  Eroberung 
dieser  Bu^  mochte  sich  David  b^reiflichei  Weise  nicht  in  sie 
einschliesBCQ,  sondern  erbaute  eich  auf  dem  Sudabhang  des  Opbel 
sein  ILmp  und  f  1  II  1  II  1 1  hm  von  dort  herab 
hatli  !■[        nIL  1  W  1     (  1  1  n  Willem'».  Weil 

er  doi  t  ^oLiic  If  Stadttheü  den 

Namen  »üavidstadt» .  welcher  seitdem  immer  in  unmittelbarer 
Verbindung  imt  dem  Namen  Zioii  vorkommt.  Der  natürliche 
Gang  aber  der  Erweiterung  und  damit  ausgedehnteren  Befesti- 
gung der  Stadt  ergiebt  sich  aus  der  ■\' ergleiehung  der  Berichte 
über  den  jUauerbun  David  s  und  Salomo  s.  A  on  David  heisRt  es 
n  Sam.  h,  <j :  David  wohnte  in  der  Hurg  und  nannte  sie  »Stadt 
David'&j  und  iDavid  baute  nngsiun  von  Millo  an  und  innen- 
Y^ts.i  Das  ist  jedeufails  vom  Standpunkte  des  späteren  Erzäh- 
len auBgeaproctün  und  bezeichnet  dämm  wohl  das  Tyropöon  als 


 60  _ 

<lie  bmenseite  der  Stadt  in  «pütercr  Zeit.  Demnach  hat  David 
eben  den  Ophel  ringsum  liefestigt;  nirgends  bIilt  ii^t  von  weiterem 
Mauetbau  Darid's  die  Bede.  Anders  bei  Salumo,  ents'jitechend 
dar  VergrÖssenmg  der  Stadt,  welche  aich  nicht  nur  gegen  Norden 
durch  Erbauung  des  Tempels  und  deü  Palastes  Salomu's,  sondern 
fracli  auf  dem  Oberstadthügel  .lusgcdehnt  hatte.  \'on  Salomu 
heiBst  es  I  Kön.  3,  1 :  «Er  haute  die  Maucm  JeniBalem's',  »er 
baute  des  Herrn  Haus  und  sein  Haus  und  Millo  und  die  Mauern 
Jerusoleiii*».  11,27.  xEib«ite{trohI= befestigte  noch mebi^  den 
Millo  und  veischloBS  den  BisB  der  Stadt  David's.t  Der  »Bi«m 
,  iet  ohne  Zweifel  nicht  ön  Bisa  in  der  Mauer,  sondern  die  noch 
fehlende  Verbindung  der  Davidstadt  Termittelst  einer  Befestigung 
entweder  noidwilrts  mit  der  Tempelfläche,  oder  südwestwilTts  mit 
der  Oberstadt  über  das  TyropScm  hinüber.  Die  »Mauern  Jerusa- 
lems entsprechen  der  lalten  Uanen,  welche  Jobbphus  Bell.  V, 
4,  1  erwähnt. 

Damit  haben  w  den  natürlichen  Fortgang  der  Uefestignng 
der  Stadt,  eutspi'echend  ihrem  Wachsthum.  Hat  die  Natuclieb- 
keit  dickes  Fortgangs  ihre  Crewahr  in  sich  gelbst,  so  erhalten  die 
Augnbcii  des  JosEPm  s  über  die  Lnterstadt-Akra  eine  Itestätigung 
durch  das  Licht,  welches  sie  insbesondere  über  das  ursprüng- 
liche Zion  der  JehuMU't  iiushroiteii. 

Keimtu  wir  mil  i'inem  kiirKon  lihck  auf  imsürii  Ausgangs- 
punkt zurück,  so  war  Zion  niemals  der  Oberstadthugel ,  sondern 
nisprünglich  dieFehenplattedei  Jebusiterburg.  Späterwuide  der 
Name  Zion  auf  den  ganzen  osthcben  Beigrücken  {Moiiik-Opfael} 
als  Tempelbei^  übertragen  und  specialisirte  nch  als  Lokalname 
zuletzt  fiir  die  das  Heihgthum  tragende  Beigkuppe  allein,  mit 
Ausschluss  des  Ophel  (hei  den  Makk.) .  Im  tbeokratischen  Sinne 
wurde  er  bei  den  Propheten  vom  ganzen  Jerusalem  in  leicbt  er- 
klärlicher Weise  gebraucht.  Bei  Josbphcs  fehlt  der  Name  gans; 
die  ältere  chriatliche  Tradition  gebraucht  ihn  noch  von  dem  öst- 
licben,  erst  die  spätere  von  dem  Obers (adthügcl ,  dem  heutigen 
Pseudozion  [vgl.  Casfari]  .  Die  iStadt  Dayid's«  bezeichnet  nach 
der  Einnahme  der  Jebnsiterburg  durch  David  den  ganzen  Ophel 
nütl&iBchlnBs der Jebusiterbnrg.  DerOphslbehieltdiesenNuneii 
lehrend  der  ganzen  altjüdischen  Zeit;  daher  die  sich  wieder- 
holende Notiz  TOn  den  Königen:  »Er  wurde  b^raben  in  der 
Stadt  David'sn.  Erst  nachdem  der  Name  Zion  auf  den  Tempel- 


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51 


beig  mit  Ausschluea  des  Ophel  sich  specialisirt  liatte,  murde  die 
Bezeicimung  iDaridatadto  aof  die  Stelle  äee  alten  Jebusiterbuig 
innerhalb  des  Ophel  Qbettiageii  (im  Makkabäeibuoh).  BeiJo- 
sBPHus  verschwinden  beide  Namen.  Im  Laufe  der  Geschichte 
haben  dann  «Zioni  und  uDavidstadti  zwar  den  uraprünglidira  Oirt 
gewechselt;  aber  dass  sie  auch  beim  Wechsel  noch  im  topognt- 
phischen  Znsammenhang  geblieben  sind ,  ist  eine  Erinnerung  an 
die  noch  durchscheinende  Geroeinsamkeit  der  ursprünglichen 
Ueimath  und  eine  Gewahr  für  die  Bichtigkeit  unserer  Deutung. 


Erlüntemng  m  p.  39. 

BasB  der  dritte  HQgel  der  Tempelbe^  sei  im  Untenchied  von 
dem  tweitoa  als  dem  Akrahtlgcl,  ist  voa  last  alles  Formhem  ange- 
noromcn ,  neuerdings  Blier  bcstriltcn  von  TimvPP,  Lewis  und  unter 
den  deutBchea  toh  Riess. 

TnaiTP  meint,  der  zweite  HQgcl  sei  der  Tcmpelhei^  lUBaminen 
mit  dem  dcB  Ophcl,  so  dass  aoch  ihm  Tem|ioibcrg  und  Akra  identisch 
sind ,  in  di-m  nüiillichen  Thcil  des  Ilarüm  sei  die  nlle  Onvldsburg  Zion, 
zugleich  die  Stelle  der  aj-rischen  Akra  gelegen ,  der  jildische  Tempel 
(aacli  l-'Kii(iT-ssosi  auf  der  Südseite  des  Harum,  uuf  dem.  heiligen  Fel- 
sen der  Ümar-Miischee  die  Baris-Antonia  (hia  hieher  ebenso  I.kwik). 
Erst  nOrcilieh  von  dem  Haräm  findet  er  den  drillen  Hflgel  des  JosE- 
Fiivn  im  heutigen  muslimiaoben  Viertel,  und  nuoh  ivpiter  nOrdlioh 
jenseits  der  heuligen  Stadtmauer  den  vierten  Hügel  Bezela.  Die  Ab- 
tragung der  Akra  sei  benülit  worden,  um  ein  iiürdlich  lon  dem  heu- 
tigen Hurüm  von  West  naoh  Ost  ziclicndes  TliLil  iiiiszufdllcn,  so  dass 
die  Verbindung  des  Tempels  mit  der  Htcidt  ei-ei,iHch  fiiic  Vt-rhindung 


52 


/.wciion  Hügel  doa  Josurui  r  zu  KubBumiten  wflje,  für  gänzlioK  un- 
ImltLiit :  di-nn  a.  JosEi-in-s  nimmt  sonst  niemals  den  TemiJcl  and  (Uo 
Akra  al«  Kina  Kiisunimon  :  er  redet  /.war  so  ron  ilinen,  dasä  sie  als  in 
unmiflelbarcr  Nalie  liPKemi ,  sber  doch  als  -Mvtierloi  LokalitSten  er- 
scheinen. Ii.  Reil.  V.  i.  1  ist  iivar  nicht  mit  "Worten  iresa^'t ,  daBS 
der  l'emi.el  »ul  dem  dritten  Hituel  HpleKsn,  überbflu]>t  ni.;bt  \v:is  nuf 

Schriftstellers.  ^Aber  der  nSchste  und  natlltlichc  Eindruck,  welclien 
der  tonor  aermoois  Riebt.  m\i8S  erst  durch  EindürBivoher  geholte  Argu- 
mente lieseitiKt  werden,  wenn  man  heran  sbtinjjen  Boll,  der  Tempel 
habe  nicht  auf  dem  dritten,  sondern  auf  dem  zweiten  Hügel  gelegen. 
In  den  "Worten  :  touTOU  äs  Övtinpu  rpiToj  —  xai  laurr,;  TO  Upöw  giebt 
JosEFüus  zueret  die  natarliche  Beschaffenheit  und  das  ursprüngliche 
gegenseitige  Xiveauvcrhftltnisa  der  beiden  Hügel,  Der  dritte  war  von 
Natur  niedriger  als  der  zweite,  die  Akra;  auch  war  der  dritte  ur- 
sprünglich durch  ein  Thal  getrennt  —  von  waat  —  Das  fat  wieder 
nicht  mit  Worten  auEdrOeklicli  gesagt.  Da  aber  im  Salze  von  nichts 
anderem  als  von  den  liüdan  Engeln  dü  Hede  ist,  kann  man  auch  niahts 
anderes  erglüuen  als:  von  dem  sweiten  HOgd,  Darauf  nird  die  von 
den  Hasmonitem  mit  dem  Terrain  vo^enommene  VerSudening  ange- 
geben. Sie  bestand  in  der  Emiedrigong  des  einen  HOgels  [der  Akra) 
und  der  AosfOllung  der  die  beiden  Hügel  trennenden  Schlucht  und 
hatte  rar  Absioht  und  Folge ,  dass  der  Tempel  mit  der  Stadt  (Akra- 
UnterModt)  verbunden  irurdo ,  und  der  Tempel  auch  aber  diese  (aas- 
drtlcklich :  XBt  Tatinjf)  hinwegschaute,  d.  h.  wie  luvor  sohon  auf  den 
anderen  Seiten  gegenflber  der  übrigen  Stadt,  welche  theatsTartig  um 
den  Tempel  her  lag,  wurde  dieser  d,  b,  wohl  das  auf  dem  Tempelplatz 
stehende  TempelgebSnde  auch  (xalj  dehtbar  gegennber  der  Unter- 
stadt, für  welebe  der  Anblick  bisher  durch  die  Akraspitae  verdeekt 
war.  Ist  denn ,  Eragen  wir ,  wenn  in  dieser  Welse  die  beiden  Hllgel 
einander  g^nflber  gestellt  -werden ,  und  als  Folge  der  "Verfinderung 
desNiveanvethfiltnisses  derwlbeaai^geben  wird,  dais  nun  der  Tempel 
aber  den  ersten  der  beiden  ftagUohen  Hflget  fd.  Akra]  Unwegsohauto 
und  mit  dem  vom  AkrahQgel  getragenen  Stadttheil  verbunden  wurde, 
—  ist  denn  da  eine  andere  Folgerung  mSglich,  als  dass  der  Tempd 
auf  diesem  sweiten  (im  Text  dem  dritten]  HOgel  gelegen  habef  Uan 
vergleiche  auch  ^e  oben  schon  angeführte  Stelle  Antiqq.  XllI,  6,  7, 
wo  in  ganz  gleicher  "Weise  der  TempEl  und  der  Akrahttgel  zu  einander 
ins  Vorhültniss  gesetzt  werden,  c.  Man  weiss  nicht,  was  man  mit  dem 
dritten  HOgel  THiirpr's  anfangen  soll.  Derselbe  wttre  ja  ganz  be- 
deutungslos, da  Jo9EFHUS  nach  Tühi'fp  gar  nichts  von  ihm  sagen 
würde.  Ausserdem  ist  er  ganz  unmüdlicli  innerhalb  der  ZKklung  der 
vier  Hügel  bei  JosEPiirS.  Denn  letzterer  setzt  unmittelbar  in  den 
Norden  des  Tempels  den  Bezeta  [V,  1,  2  f>\j  iepoü  Tii  ^poaapxTia  ~po; 
np  ^.ofip  (dem  BezcCa)  aup.iTQXtC'iVTE;]  als  den  vierten  Hügel.  "Wie 
kann  denn  noch  ein  dritter  EwisBhen  inne  gelegen  haben  T  Zum  Über- 
ättSB  fügt  JoszFHus  hiniu,  daaa  der  BetetahQgel  der  Antonia,  deren 


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53 


Lage  im  Norden  des  Haräm  wir  nicht  zw  heyreieen  biaaelieii,  gegen- 
flbei  gelegen  hebe  (Bell.  V,  4.  2:  nefuevoc  ävnxpu  TT^e 'AvTD>v(a(• 
V,  5,  8 :  >j  BECe&ii  i.ifO(  Biijputo  (iIm  feto  t^?  'AvrtDvfa;,  iravtiov  tk 
hi^y^ixant  äv  tf,;  xaivf;  hÖXeoi;  ^pom^xtara  xal  [lövotrip  lep^ 

um  afntnni  iiEsoxonei ;  >er  scluate  Ober  den  Tempel  beraua ,  aber- 
r^te  denselben  <) .  • 

Bnians  folgt,  dass  der  dritte  HQgcl  TnsrFP's  so  gut  ein  roince 
Phantasiestflck  igt,  als  aeine  Vettheiliing  der  Akra,  der  Antonia  and 
des  HüligthnmB  anf  der  ^erämSdohe. 

lamn  hat  fi«ilieh  die  Meinnng  Thbcxi's  insofern  coni^rt, 
als  et  den  von  ihm  erfundenen  dcüten  HOgel  fallen  ISsst  und  den 
Beteta  dahin  Yonetit,  wohin  ei  ntuih  Josspotra  gshOit,  nSmlieh  an 
die  Noidseite  des  ^^aifim.  Aber  da  ihm  nun  der  Rannt  für  den 
dritten  Hitgel  fehlt,  u  meint  er,  derselbe  Bei  unter  dem  sweiten 
Htigel  mitbe&Mt  und  sei  Tora  Tsmpelbei^  an  ventehen.  Akra  bedeht 
er  daher  sowohl  auf  den  ganien  Oetliehen  HOgelrOcken  als  auch  auf 
■i\yei  beaondere  Theile  desselben,  nBmlicb  aaf  die  Byriaabc  Burg  [in 
(Ict  Xordnesteoke  des  Haräm'  und  auf  den  Tempelberg  (The  siege  of 
Jptusalem  ]).  336.  199).   Ea  hegt  auf  der  Hund,  daaa  dleae  Deutung 

drflcklioh  liotvorhebt.  diis»  iler  ziveite  Hügel  dem  dritten  gegenQber 
gelegen  habe  und  von  cirjmuellicn  durch  eine  Schlucht  getrennt  ge- 
wesen sei.  Die  durch  die  Miikkiibacr  «uBgemille  Schlucht  findet  er  in 
der  voro  JafHtUiit  nucli  dem  Harum  ziehenden  Emacnkung.  fOr  welohe 
er  den  Namen  »asmonlliKchcs  Thul^  einführt.  Aber  es  handelt  eich  um 
eine  Schlucht  zwischen  dem  zweiten  und  dritten  Hagel  nicht  um  eine 
solche  zwischen  dem  diitten  Htlgel  und  einem  anderen  Sladtlheile, 
Alle  dem  Josefiius  von  Leivci  aufgcbaTdcte  Confusion  schwindet, 
wenn  wir  den  Tempelberg  als  den  dritten,  aber  von  der  Akra  veraohie- 
denen,  und  die  Akra  aU  den  zweiten,  südlich  vom  Tempel  gelegenen, 
spater  abgelrngcnen  Hügel  auffassen. 

Wie  .losEPHTTa  veratandiger  Weise  als  dritten  Hügel  einen  TheU 
des  zweiten  setMn  und  diesen  Thcildi^s  zweiten  Hügels,  ala  dem 
zweiton  (regenHnr  Iii'«;™!  und  vi.n  ihm  durch  eine  Schlucht  gc- 

Wir  nelinien  liier  nocli  ll«tkslc}i(  ;u.f  lUf.ss,  welcher,  im  übrigen 

n"nn^.n  Er  fimlc!  die    .\lir:i-ri,:i.rs:iull  ,  ^^i^,  FKldlich  vom 

ncm'nibcliithii  sieht  nucli  ein  Fni-e/eidien, .  D.ij:ei:L.n  Hell.  V,  -l,  I 
verEtel.!  er  unter  dem  zweiten  Hüu'el  den  .seaainrnten  Mori:. -Ophel, 

IJ  Nicht  iriflioTsr  =  disti.ninit,  wie  PakHT  in  der  Ülierseliuni;  ■  er  Ter- 

nkht  passen  will,  di  \on  diesem  hühercn  Terrain  aus  der  Tümpel  K^rade  recht 
ins  Auge  Bei.  —  Vgl.  de  VoaCi,  le  lemple  p.  12S :  le  (exte  imprimi  porle 
hnnAai,  mall  la  plnpart  dsB  mamucnti  ont  ts  lefon  qne  ddos  svana  adoptte 
et  qui  est  bien  pruirabla  malgri  le  soUdame. 


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untsr  dorn,  dritten  HüroI  aber  dio  Nordoflteoke  des  OberBtadthflgels, 
auf  welcher  ToBi.ta  dio  Akra  sucht.  »DieHcr  aogenannte  dritte  Hagel 
laaB  heutige  ^ uucnquartLer ) .  von  .laiur  nieuriger  ala  Akra,  nurde 
(ülini  villi  iliT  »vriTliurcr  lIDnrniiTI.:  lliiitr  I'ciiililli lUlir  tviinii!  aiirr 

«or  Aiirsirmiri.'i  lui'iiriiriT.  iiim  miiir  aer  an.  iiiiss  iiit  (irimr  iiiiüi'i  ui  ii 
Temiielberg  und  der  Tempelberg  ^vicdür  den  Akral.fl-el  ülK-r.iij;«' , , 


hinali  ete.  —  Dit  HiiiulhüBe  ist  aber  auch  nbcillilssiir.  umI  der  Test 
des  JOSEFHVS  vQUstancug  mar  wiru .  eoDalil  man  me  AKra  auf  dem 
upQBi  raant.    nir  lemiuuiBn  aibhh  sei  aut  seuiB  Ajinanme  uur  uurca 

die  f^rage,  wo  das  aiugefflUte  THal  doli  be&ndat,  gefohlt  worden. 

Auch  in  Bssmie  Handnörtecbnelt,  Ait.  JenualBm  p.  698  heisat 
SB ;  aDia  Oberstadt  haben  wü  auf  der  höheren  Westtenaase,  die  Un- 
tetgtddt  auf  der  niediigersu  Ostterrasae  des  weatUohen  StadthOgels 
(also  des  tra^oneUen  Zion)  su  aachen.  ilhneat  (phirOi  getrennt 
dureh  du  TsiagSoa,  lag  derTempdbeig  gagcnüber.«  Damit  sind  aber 
die  Worte  des  Jdbbfhds  alterirt.  Bei  diesem  ateht  nicht :  nhnen" 
Totiruv  (ptor.},  sondern  »ihm«,  nwroo  (Bing.)  gegenflber,  lag  der 
Tempelberg ;  d.  h.  nicht  der  Ober-  vai  Unterstadt  zuaamnien,  Bondem 
nur  der  TJnterstadt  Akra  wird  der  Tempel  gegenabergeetellt.  Ferner 
tlie  Schinaht,  dnreli  welche  dieAkm  vom  Tempel  ^emoU  getrennt 
TCSr,  wild  auldrdcklieh  [äUqj]  tdd  de^enigen  unterschieden ,  durch 
wdi^e  die  Ober-  und  Untets^dt  getrennt  war.  A.  a.O.''p-69S  nnten 
flteht  noch  die  Anmgrknng :  uNieh  der  unklaren  DarBtellnog  bei  Jos. 
könnte  es  den  Anaehein  gewinnen,  slg  sei  du  ^iropOon  Kwischen 
Ober-. and  Ünteretadt  xa  Bochen. ■  Wir  fragen:  lAnsaheinTi  Ja, 
wenn  Anschein  so  nel  ist  als  eine  buchstfibliche  Angabe.   Denn  bei 


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S5 


JoBEFHüS  Steht  am  Sdilnsa  von  V,  4,  1  wartlinh :  >daa  KSMUUteher- 
tlial,  welehcB,  wie  wii  ugten,  den  HUgel  der  oberen  Stadt  und  den 
nnteren  Hflgel  trennt,  geht  hinab  bü  zum  Siloab.i 


Eiläuteniiig  II  lu  p.  33. 
ToBixK  verlegt  die  JJiia  ummt  Unterstadt  auf  den  8W. -Engel. 
Er  theilt  dieeen  in  xwä.  IWle,  geaohiaden  dareh  eine  allerdioge  noeh 
Jetit  benerkliohe,  wenn  aadt  wewg  in  äi»  Augen  fallende  EinBankung. 
irelehe  dnroli  die  heutige  JndsnatraBSs  Bfldlich  und  sodann  Ostliah  in 
der  Bicbtnng  gegen  den  Siloah  läuft.  Unter  dieser  T^senkung  ver- 
Bteht  er  fvgl.  Jos.  Bell.  V,  4,  1  und  oben  p.  21)  das  TjTopöon,  wel- 
ebes  er  demnach  von  el-wSd  unterscheidet,  unter  iIlt  Wcsthnlfle  des 
SOdtvesthOgets  den  ersten  Hdgel  des  Josepiivs,  h\s  iMq  Obürstmlt,  unter 
der  Oathllfte  des  Sadweslhclgels  aber  den  zweiitn  Hllgel ,  als  die 
Akra-Unterstadt.  Das  seien  lÜe  awei  mich  Jdskphi^  einanileigegen- 
flljerliependen  HOgel  gEwe^i-a,  der  /.weite  fdi«  Akra'  Eiuuh  dem  Tempel 
KCgendber;  die  Akra  habe  Unlersiaiil  Kelieiäsen .  weil  die  Osthllfta 
lies  O berat adt ho (^els  nicdriRcr  sei,  als  seine  Weäth.llfto  :  die  die  beiden 
Hügel  umgebenden  Schluchten  seien  das  Thal  Hinnom  und  el-wfid  ge- 
nesen: eben  ilas  letztere  sei  auegefüllt  worden.  Es  ist  keine  B'rage, 
die  VOD  loBLEH  nngegebonc  Lage  passt  für  die  Akra,  aber  eben  so  ge- 
mss  nicht  Mr  ihe  Unterstadt  des  jDsunii  s  .  in^besundeie  nach  der 
HescKrcibunK  der  St^iill  Hell.  V.  t.  !.  Ih-an  I,  jene  Thaleinacnkung 
ist  viel  zu  uiiljiMlHul.  n.l.  id^  .1.,^^  in^.ii  -^'^.'n  künnle.  dadurch  sei  die 


II.  .ri>stfiti'>  giebt  liell  II  Ii;.  3.  VI.  II.  2.  S.  I  .mbdiücklich  im.  diiss 
der  Tomiii'l  nicht  mit  der  S[;uit  übLThani.; .  noch  "enii;cr  iiiil  der  Vntcr- 
Sladt.  sondern  mil  der  Obetslndl  durch  eine  lirücke  verbunden  ivar. 
Die  Kutgegming  Tnni,i:R  s  :  -AUerdiiiijs.  -.ihn  nicht  unmittelbar«  'To- 
pographie I,  p.  ib\  ist  oHeubar  >othbchelt.  Mach  ihm  wllre  es  in  der 
ThaC  eine  Verbindung  mit  der  Unterstadt  geweaeD.  7.  Endliob  nidei^ 
apricbt  der  ganze  Gang  der  Belagerung  durch  Titus.    lUenn  es  ist 


S6 


nicht  zu  bogreifsn ,  wie  bei  ToBi.EB'a  Annalmle  die  mi  der  Voistadt 
tertriebenen  AnbtEndischen  dann  in  der  von  denelbeii  Mauer  mn- 
fa»tea  Oberstadt  Zuflucht  Snäen  konaten  nnd  wie  nacli  Vetbrennung 
der  Akift  und  ihrer  Hauptgebäude  (VI,  6,  3)  und  Vertreibung  der 
RSnber  daraus  (7,  2.)  die  Brobarang  dar  Oberstadt  nooh  als  ein  bo 
■ohirerea  Werk  ersoh^un konnte  (8, 1],  die  nun  nicht  etwa  von  Osten 
her  an  der  [ron  TouBswQlkadioh  angenommenen}  OatnuneT,  eondern 
Üaäla  von  Westen  her,  g^nflbei'  dem  kSniglieben  Palast,  theils  am 
Kordostwinkel  gegenQber  dem  XfrtoB  durch  auf^efohrte  Werke  und 
Hnnerbreehei  nntemoimnen -wurde  (S,  1],  aber  auf  dieser  Smte  unec- 
wartet  durch  panisehen  Sahnaken  der  Verthddiger  gelange  (Worte 
HuiPBUi's,  a.  a,  O.  p.  204). 

FusBBH  sohlieBBt  Bloh  a.  a.  O.  an  Toblbb  an,  nimmt  aber  zu  der 
ToDi.Bu'aohon  Akra  faln  Trnlcfsladfl  iiueh  diin  Ti  roTiOnn  und  den  Ophol 
hinzu.  'W  enn  et  duboi  bBmerkf.  dasB  m-im  iivulgUrctiii  SprBohgobrauch 
eine  sehe  nohwankendc  BegriffsbeBtimmung  für  den  Niunen  Untoratadt 
Bich  eigebe.  ein  Schwanken  .  da»  sich  verwirrend  genug  auch  in  den 
Schilderungen  des  JosEPiiua  wiedcrspiegelt  aa .  so  fehlt  dafür  die  Be- 
grQndung.    \on  dem  »vulgfirenii  Sprachgebraucli  betreffend  die  Unter- 


tadt.  also  auc 
uch  die  MiBi 


.  ihre 


h 


1  (».i'i 


nd  Un 


redet),  'Iber- 
e  auf  den 


licht  YoIlsl«ndig 


Abc 

vuUig  unbegreif- 

Wo 

,TtiSKrni-s 

:rilcr 

1  1  ifdorun- 
iT<:n  Stull. 
1  goioüpn 

klc 

ncs  Tlial.  —  von 

den 

iTi;iii  na  Ort  und 

gönn 

u  naubforsüht,  — 

das 

iiTjTO[>öDni,  das 

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Mittlieilimgea  ftber  Leben,  Sitten  und  Gebrfnehe  der 
Fellachen  in  Palästina. 

Von  Rev.  F.  Ä.  Klein  in  Sigmaringen. 
(Ente  ToriHtiDiigi). 

Die  Kleidung  {Hbs^  malbfis,  kitte«]  der  Fellaoliea  ist  äusncr»t 
eii^faclt,  nher  buijiictu  und  dem  Klima  angemcBBen.  Auf  dem 
Kopfe,  der  ausser  einem  Uuurbüschel  auf  dem  Scheitel  [achüsche] 
glatt  lasiit  ist,  trägt  er  eia  aus  doppelt  oder  dreifach  zusammen- 
gelegtem weissen  BanmwoUenzeng  verfertigtes  K^pohen  tjla^'e] , 
irelclieB  den.  Zweck  hat,  die  übiigen  Thräle  der  Kopfbedeckung 
vor  SchweisB  zu  bewahren.  Bei  reinlichen  Menschen  wird  es 
wöchentlich  einmal  gewaschen.  Ilei  Knaben  ist  diese  (aktje  oft 
die  eiunigc  Kopfbedeckung.  L'ber  dieselbe  kommt  eine,  manch- 
mal auch  zwei  sich  in  Form  dem  Schädel  anpassende  Filzkappoii 
[Jähhäde],  dann  die  türkische  Xationalkoiifbedetkunj; .  der  rothe 
furbüsch  und  dämm  ßeivimden  .  je  nauli  T),)ri;..-sirt,.  odiT  Ge- 
schmack oder  Stand  entweder  ein  mit  Fran/.c  n  mi<\  rothcn  Strei- 
fen versehenes  imgebleichtes  liaumwoUtucli  oder  ein  farbiges, 
grün.  TOth.  nolett  oder  gelb  geblümtes  mitmA/,  oder  eine  gelb- 
nnd  lothgestreifte  seidene  heff^a,  oder  ein  Böhwarzer  Easchmir- 
shawl.  wie  ihn  angesehene  Männer  unter  den  Christen  (z.  B.  Na- 
zareth  tragen,  oder  ein  btuck  weissen  Muslins,  wie  es  beiden 
Hill  m  l  1  Mim  icr  bc.'^feni  Klasse  Sitte 
ist.  oder  em  grünes  iucli.  wie  es  die  Nuchkommyii  des  i'Pro- 
Ijheteii"  tragen.  Tn  mauehen  Gegenden  tragt  man  rothe  Tücher 
um  den  Kopf  gewunden.  Dieses  iuch,  manchmal  auch  die 
ganze  mit  einem  solchen  Tuch  umwundene  Kopfbedeckung  heisst 
die  liiffe  [von  laff'  =  umwinden) .  '\  omehme  Schechs  tragen  oft 

\)  Vgl.  ZDPV.  III,  p.  100—116. 


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gewaltig  grosse  und  scUwere  tind  beschwerlielie  lUff^t.  Icli 
kimnt,:  pinei,  christliclu^ii  ^fihedi  in  Nai^^roth.  m^lrlwr  \w\  Um- 
üiuscheii  seiner  alten  gegen  eine  nunc  Kopfliedeckmig  mit  der 
grössten  Genauigkeit  daliir  sorgte,  dass  dieselbe  niclit  lilos  den 
alten  Umfang,  sondern  li&upts3chlich  auch  dasselbe  Gewicht 
bekam  und  mit  TJmirindetnchem  oder  Ejlzlappen  das  etwa  Feh- 
lende ersetzte ,  weil  er  hehaupteta ,  dass  eine  Änderung  am  ge- 
wöhnten Gewicht  ihm  Kopfschmerzen  verursache.  Diese  schweren 
grossen  Kopfbedeckungen  weiclicn  aber  mehr  und  mehr  der  tür- 
kischen Hüde ,  )ind  manclie  der  hohen  Herrn ,  die  früher  in 
mächtigen  liiffe's  einherstulzirten,  haben  diese  jetzt  »abgewoTfenu 
und  tragen,  was  sie  hiisckf  (=  an^deokt,  abgedeckt]  nennen: 
einen  {Ttrhüsch  mit  leichtem  mättdtl  umwunden  oder  auch  nur 
einen  (arbüsch  slanibüli. 

Eine  bo  dichte  Kopfnmhiillung  ist  naturlich  ein  trefflicher 
Schutz  gegen  die  glUhenilen  Sonnenstrahlen,  auch  ist  sie  im 
Nothfall  ein  bequemes  Koiifkissen.  Oft  habe  ich  Fellachen  im 
Weinberge  sich  im  Schnttcii  eines  Olivonbnnmcs  niederstrecken 
und  süss  sddiifLii  ^dii'u,  mit  idLlits  als  dni^m  Stciu  als  Kopf- 
unterlage. Si'ildeiii  ich  dithi-s  ge-elieii ,  i.^-t  d<t^  Mitleiden,  wel- 
ches ich  als  Knabe  für  den  °annenii  Jacob,  der  auf  seiner  Reise 
nach  Mesopotamien  nur  einen  harten  Stein  als  Kopfkissen  &nd, 
geKhwunden.  Die  lä^e  mit  ihren  verschiedenen  Hullen  und 
Verstecken  dient  dem  Fellachen  auch  als  Uappe  oder  Schatulle, 
in  welcher  er  wichtige  Dokumente,  Schuldscheine,  Briefe  u.  s.  w. 
längere  Zeit  sicher  aufbewahren  kann.  Eine  andere  liopfbe- 
deckung,  welche  manche  Fellachen,  besonders  solche,  welche 
viel  mit  Beduinen  verkehren ,  adoptirt  haben ,  bt  eine  mit  einer 
wollenen  Schnur  |['ö^l}  um  den  Kopf  gebundene  und  über 
Nacken  und  Schultern'  herabhängende  seidene  Jteffye  oder  ein 
baumwollenes  buntfarbiges  mUndll, 

Den  Leib  bedeckt  ein  ans  grobem  weissem  oder  blauem 
Baumwollzeiig  verfertigter,  an  der  Brust  ausgeschnittener,  bis 
unter  die  Knie  oder  noch  weiter  herab  reichen  der  Kittel  iVöS]  mit 
weiten  bequemen  Arraeln.  Dieser  ist  zugleich  ITemd  und  Rocli 
und  wird  diirch  einen  breiten  ledernen  Gürtel  [züniiür]  um  die 
Lenden  festgeschnürt.  Zur  ernsten  Arbeit  oder  zum  raschen 
Voranschieiten  auf  der  Heise  wird  das  lOeid  aufgesehüizt  und 
besonders  die  hindernden  Ärmel  ajifgebuii4en.  {schammar  =  auf- 


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binden;  daehamoutr  siob  anftobfinenj .  Vit  nnbegiktetem ,  auf 
dem  Boden  schlappendem  Kleid ,  nnihetgelien  [taraßäl]  jph  als 
Zeichen  der  Vomehmheit  oder  der  Anogaiiz  und  Vomehm- 
thuerti.  E«  wurde  mir  oft  von  (Ich  Männern  dieser  oder  jener 
vonielimen  muslimischen  l-ull^n-lifii!',in,ili,' ,  7..  1!,  in  r/ö-  jfAöM«« 
gesngc.  ilass  sie  in  ihren  ilüii-ini  uiilieijrnift  umhergehen  -.jitraf- 
falü.  Ben  Anzug  vervollständigt  eiii  iius  Wolle  verfertiglet, 
schwarzer  oder  .braun  und  schwarz  gestreifter  Mantel  ('oAS],  ein 
Bekleidungsstück  höchst  primitiTer  und  unschöner  Construktion, 
das  aber  gewiss  schon  die  Kanaaniter  vor  unsem  jetzigen  Fella- 
dieti  i^L'tTHKeii  hallen:  denn  er  ist  offenbar  keine  Erfindung  der 
n<nicrn  .Miiilu.  Viüli^  Fellachen,  Männer  wie  Weiher,  apinneu  da- 
zu in  Froifituuden  und  im  Freien  herumwandclnd  die  Wolle ;  der 
\\'eher  webt  daraus  ein  tönglicfa  viereckiges  Stück  Zeug,  recht 
dick  und  Stack;  dieses  teppichartöge  Stück  wird  dann,  ohne  dasa 
etwas  darin  geschnitten  wird,  so  zusenunenget^t,  dasa  die  vor- 
dere Seite  und  zwei  Löcher  zu  den  Seiten  für  die  Arme  offen 
lileibeit,  nnt'Iegnnt  dieses  Kleidungsstiick  aber  auch  ist,  so 
iiulzlich  ist  es.  iis  ist  der  Kcgen  Itcgen  und  Kalte  schützende 
Mantel,  des  Niieht«  ist  es  Decke  und  Hett,  denn  der  gewohnhche 
IVlluch  \vgl  sich  /.um  Schlüfcn  ciTifacb  in  seinen  «iit  einge- 
wickcll  auf  lüc  St.-oliTn;iltc  riiler  iinch  »uf  den  blossfU  liudcn  und 
schlaft  ^.uf  di.'so  Weise  so  uesiiiKi .  wie  der  E.iriipäer  auf  den 
weichsten  Matmtüen  und  unter  den  lemsteii  Decken  und  Feder- 
betten. Wie  oft  habe  ich  hin  und  wider  im  Lande  Nachts  in  den 
•  Herbergen«  Seilien  so  dngewickeltei  Schläfer  wie  Mumien 
neben  einander  liegen  und  gesund  schlafen  sehen;  des  Morgens 
erheben  sie  sieb,  schütteln  ihre  Decke  ans  und  ziehen  sie  als 
Mantel  «ieJeruiii  üii.  Hiit  der  Felhiehf  (Iras  „der  (ierste  fiir  sehi 
\  ieh  m  holen,  oder  Hol/  oilei  son-t  etwas  -/.v.  Markte  /u  tragen, 
so  ist  es  in  vielen  Fallen  der  ubä,  der  dcu  Sack  dazu  liefert;  will 
der  Muslime  unterwegs  sein  Gebet  verrichten,  so  Ut  der  auf  der 
Erde  ausgebreitete  'äba  der  Teppich,  auf  dem  er  es  in  geseta- 
mässiger  Weise  thun  kann;  hat  er  keine  bequeme  Krippe  oder 
Fnttersack  für  sein  Eameel,  so  legt  er  seinen  'nid  auf  den  Huden 
und  schüttet  das  Futter  darauf;  auch  ein  kleines  Zelt,  bildet  er 
zuweilen  daraus ,  wenn  er  aufs  Feld  hinausgeht  und  $ich  den 
Blicken  der  Vorübeigehenden  entziehen  will.  Der  Jüngling  und 
der  Bettler  dürfen  wohl  ohne  'obA  umhergehen,  aber  der  irespek- 


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table»  Fellaohe  wird  nicht  ohne  denselben  anzuziehen  einen  Aus- 
gang machen,  da  dieses  fast  W)  viel  wäre  als  nm-kl  ninhvr/Mfrehen. 

Manche  tragen  im  Winter  über  den  tob  emv  aus  Sthaftfellcn  <\ip. 
Wolle  nach  innen  gekehrt]  verfertigte  Jacke  mit  kürzten  Ärmehi, 
die  Aussenseite  mit  Köthel  beschmiert.  Von  Strümpfen  oder 
Socken  weiss  der  Fellache  nichts,  er  geht  entweder  barfuas  {^äfij 
oder  trägt  ein  paar,  zwar  unelegante,  aber  bequeme  Schuhe  {tna- 
däs  oder  wia(a,  pl.  wu^t).  Sandalen  habe  ich  keine  Fellaclien 
diesseits  des  Jordane  tragen  sehen,  wohl  aber  jenseits  z.  K.  in 
kerek.  Zur  Zeit  der  Ernte  schafft  sich  aber  auch  deq'enige,  der 
sonst  barfuss  geht,  ein  paar  Schuhe  an,  um  sich  auf  dem  Stoppel- 
feld ungehindert  bewegen  zu  können,  tind  es  blüht  deshalb  das 
Fellachcnschuhmacherhandwerk  um  diese  Zeit.  Uie 
illessersituirteni' weichen  naturlich,  je  nach  Bang  und  Mitteln, 
in  ihrer  Kleidung  vielfach  von  dieser  reglementären  Fellocheu- 
bekleidnng  ab  nnd  ahmen  dem  SKdtet  nach,  indem  sie  Hemd 
(kamU),  üntethosen  {fi&ö«),  eine  Art  Eaftan  aus  gestreiftem 
Banmwollseng  oder  Seide  {^mbäi),  feinere  mit  Stiokeimen  ver- 
zierte 'niä'c,  auch  schale,  shamlc  genannt,  oder  TnohmUntel 
(daeh&bi),  anch  seidene,  wollene  oder  baumwollene  Gürtel  und 
BtSdiäsohe  Schuhe  [sirmäii  tragen. 

Die  Feiiaohin  trägt  einen  bis  auf  die  Fasse  herabhängenden 
weissen  oder  blauen  Bock  (^)  nüt  weiten  Ärmeln ;  für  festliolie 
Gelegenheiten  einen  täb  ^nr,  d.  h.  ein  seidenes  Gewand  mit 
blauen,  (grünen,  rothen,  gelben  seidenen  Streifen  und  auf  der 
llnist  ein  \"iiTfi'k  vdii  rotliem  und  gelbem  Tuch  aufgenäht,  der- 
selbe wird  duri;li  üiiien  baumwollenen  oder  seidenen  Gürtel  zu- 
sammengehalten. Darüber  wird  ein  kürzerer  und  enger  als  bei 
den  Männern  anliegender,  gewöhnlich  dunkelrother  'abä  ge- 
tragen. Manche  haben  auch  über  dem  föi  noch  eine,  oft  reich 
mit  Goldstickerei  verzierte  Jacke  [tak^re ;  z.  lt.  in  Bethlehem; . 
Der  Kopf  ist  rnit  einer,  in  verschiedenen  Distrikten  versehieden 
ffestiihelcn  KiipiiB  ,  iin  welche  Goldstücke  angenäht  sind,  be- 
deckt. In  Üetlildiem  tragen  die  Frauen  eine  Art  Tuchlielm 
(scAu^jce),  an  welchen,  die  Stirne  Kiurmd,  goldene,  bei  den 
Armem  silberne  kleine  Münzen  angenäht  werden.  In  Nazaretb 
und  Umgegend  trugt  die  Frau  äu  beiden  Seiten  des  Gesichts  eine 
Art  aus  ausgestopftem  Zeug  gebildete  Wurst,  woran  eine  Masse 
schwerer  Silbermünzen  (5  oder  6  Fiasteratücke]  angenäht  sind. 


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oft  im  Betrag  von  100 — löOMark.  Diese  uneinnig  schwere  Kopf- 
bedeckung :smäde]  verursacht  mimcher  Frau  Kopf-  und  Augen- 
leiden ,  obsclion  die  meisten  sich  daian  gewöhnen  und  daa  Ab- 
werfen derselben,  nachdem  sie  sicli  .I»ht«  lang  daran  i^ewöhnt 
hatten,  eben  eo  sehr  die  \  crnnlns.s.nig  ™  AiiP-cnlddcii  iiirile» 
kann,  wie  ich  bei  melireren  Fruuoii  in  Ni.zar^.th  Ürlr^L'eiiliüit 
hatte  zn  heohaehten.  Eine  derselben  hatte  die  schwere  smade 
abgeworiea  und  die  bedeutend  leichtere  ituAij  atädtuche  Kopfbe- 
deckung: kleinen  Taibneoh  mit  goldenem  Aor«  (eme  Art  plaque). 
mändil  und  leieht«n.  am  Bücken  herabtiSageudeii  Goldmünzen. 
auRenomincn.  Andere  hatten,  um  ihri-ii  Männern  aus  Geld ver- 
I       1  I   II        II  f-  1  I     1       III  1 

11  U  1  I  d 

leeren  "Zeugwürste,  zu  beiden  Seiten  des  Kopfes  trugen.  Alle 
litten  m  Polge  dessen  au  Kopfschmerzen  ■  und  eistere  noch  an 
einem  tmlieilbaren  Augenleiden.  Diese  Kopfbedeckung  ut  moht 
blos  die  Zierde ,  sondern  zugleich  auch  die  Geldfcasae  der  Fran : 
hei  ihrer  \  erlicirathung  wird  das  Kapital  angelegt.  Ist  sie  m 
Xuth,  SU  trennt  sie  einige  Stücke  ab.  Vordient  sie  etwas,  so  naht 
sie  einige  Stücke  an.  Des  Nachts  wo  sie  diesen  schweren  ochatz 
ablegt ,  ist  sie  natürlich  besorgt,  ihn  an  sichcrem  Orte  aufzube- 
wahren. Bei  feindlichen  Überfallen  haben  die  Weiber  nichts 
Eiligeres  zu  thun,  als  ihre  stnade's  zn  verstecken,  wie  ich  öfters  in 
Nazaieth  zur  Zeit  von  Beduinenüberfallen  gesehen  habe.  Nicht 
selten  geschah  es,  dass  Beduinen  und  Strassenrauher  Frauen  über- 
fielen, um  ihnen  ihren  Kopfschmuck  abzunehmen.  Auch  kamen 
in  mehreren  Dörfern  Fälle  vor.  wo  Frauen  auf  ihrem  Heim-  ■ 
gang  von  der  Quelle  überfallen  und  ermordet  wurden,  eiufacli 
um  des  Geldes  wilh-ii,  das  sie  auf  diusc  Wfi.e  hei  sieh  tru(;cii. 
Nicht  selten  ereignet  es  sich,  d.iss  clinstUche  trauen  ihre  smaih 
oder  einen  Theil  davon  der  Kirche  vermachen,  damit  dafür 
Glessen  zn  ihrem  Seelenheil  gelesen  werden.  Diese  Kopfbedeck- 
ungen werden  durch  Bänder  oderKettohen  unter  dem  Kiim  festge- 
halten [t'n^] ;  auch  Mngen  oft  Kettchen  davon  herab,  an  welchen 
ein  grflBseies  silbernes  oder  goldenes  Geldstück  angebracht  ist 
und  als  Medaillon  die  Brust  ziert,  tber  diese  mit  Geld  veraicrto 
Kappe  wird  eine  Axt  Schleier  {mändil)  geworfen,  der  jedoch  nicht 
das  Getächt,  sondern  den  Kopf  und  Nacken  bedeckt.  Sieht  sich 
jedoch  die  Fellachin  rinem  Fiemden  gegenüber,  so  bedeckt  ne 


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sich  mit  dem  Schleier  Jluiid  iijid  Nase ;  auch  wird  sich  eine  ordpiit- 
Hell«  Fellachiji  nie  vor  Münnuru  ohne  diese  Ku])fbL'dL'(/kiiii!.'  /ei- 
gen. Manchmal  ist  es  mir  passirt,  dass  ich  in  Dorteiii  vur  ijH'e'IU'ii 
Höfen  vorbeiritt,  wo  die  Weiher  um  es  sich  an  heissen  Tagen  leicht 
XU  nmofaen  oder  um  sich  das  Haar  ieu  kämmen  ihre  Tüchar  abge- 
legt hatten;  wie]  der  Blits  aber  flogen  die  Sdilder  auf  die 
Köpfe,  als  sie  meiner  anflichtig  wurden.  Dieses  Kopftuch  ist  in 
gewissen  Gegenden  weiss,  manchmal  mit  ii^atickter  huiitfarhiger 

Itorduve  un,l  l'rnny.en  (Jenisalera,  Itetlilebenidistrict  .  in  amlern 
roth  (sckambar  a^tiiar  ,  wie  z.  Ii.  im  Nablusergebiet,  in  andern 
schwarz  mit  gelben  Streifen,  wie  z.  lt.  in  und  um  Nazareth. 

Die  Zierde  des  Weibes  bleibt  somit  unter  dem  Kopftuch 
oder  Schleier  BoigfSltig  Terboi^^,  und  sieht  man  höchstens  an 
der  Stime  oder  den  Schläfen  etwas  davon.  Alte  FcllBCheiiweiber 
färben  sich  oft,  wie  dies  auch  hei  den  Städteriimen  Sitte  ist,  ihr 
weisses  Haar  mit  lienna  roth.  Die  einzigen  DSchönheitemittela, 
welche  die  Fellachinncn  brauchen,  sind  die  schwarze  Augen- 
scbminke  {kö/)l\ ,  welche  übrigens  nicht  blos  zur  Verschönerung, 
sondern  auch  zur  Stärkung  des  Auges  angewandt  wird,  und  die 
^erma,  womit  bei  besondem  freudigen  Veranlassungen  (Hoch- 
zeit etc.)  Finger  und  Füsse  rothgefärbt  werden.  An  den  Annen 
werden  aus  schlechtem  Silber  verfertigte  Armspangen  [aiätoer], 
an  den  Fingern  silberne,  bleierne  oder  messingene  Binge  {cha- 
wälem]  und  an  den  Füssen  in  manchen  Fällen  FuBsringe  {cliol- 
chah  getragen.  Diese  Stücke  bilden  den  ganzen  Schmuck  {^tgha, 
jnasägh  dur  Felliicliiii,  In  manchen  Gegenden,  wie  z.  B.  im 
NabhieeifiL'birge .  kleiden  sich  jedoch  die  Frauen  hesser,  indem 
sie  ausser  den  genannten  Stücken  noch  Hemd  und  Hosen  tragen. 
Unvetheirathete  Frauenzimmer  sind  leicht  ron  verh^ratheten 
Frauen  seu  unterscheiden ,  indem  erstere  eine  viel  einfachere  und 
leichtere  Kopfbedeckung  tragen.  Die  sctiatiee  und  ^mä^  werden 
erst  bei  der  Verheiiathiing  angelegt. 


Einer  der  SGhiilicbsten  Wünsche  der  arabischen  Dorfbewoh- 
ner,  wie  der  Orientalen  überhaupt,  ist  eine  zahlreiche  männliche 
KachkommenBchaft  zu  haben.  Ein  Vater,  der  viele  Söhne,  Enkel 
und  etwa  Urenkel  hat,  gewinnt  dadurch  nicht  blos  Unterstützunj^ 
und  Hülfe  im  Alter,  da  die  Söhne  in  der  Segel  im  Hause  des 
Vaters  oder  doch  im  Dorfe  bleiben,  sondern  jedes  Weitete  rolnn- 


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 M_ 

liehe  Mitglied  der  Familie  ist  auch  ein  weiterer  Zuwachs  an  Ehre, 
Eiiitiuss  iiiui  Jlathl.  Die  ^ am« /e  (Sippe,  claii),  ivulclic  200  Mannet 
(oder  wie  die  Fellachen  oft  sagen,  200  »Flintentri4{era  bawardij'e] 
zählt,  kann  unter  den  bia  jetzt  in  Palästina  herrechenden  Ver- 
haltniBgen,  leichter  üae  Ausloht  zur  Geltung  bringen,  als  die- 
jenige, die  mir  50  zählt.  Eine  kleine  Familie  ist  deshalb  auch  In 
der  Kegel  eine  solche,  die  wenig  Einflusa  hat,  und  eine  zahlreiche 
Familie  eine  solche,  die  etwas  zu  sagen  hat  und  die  im  Nothüdl 
mit  Gewalt  iliren  ^Villen  durchsetzen  kann.  Mit  Stolz  betrachtet 
deshalb  der  Vater  seine  Söhne,  und  der  Schwester  hört  man  es 
an,  daes  es  ihr  im  Innersten  wolil  tluit.  \Tenn  sie  von  ihren  «Hrü- 
derui.  reden  kmiu-  Es  lilsst  sicli  daher  leiclit  liiiijn.If.üi ,  diiss  cr 
eine  gesegnete  Stunde  ist,  in  welchir  dem  gcinehkt  wird  ■ 

dir  ist  ein  Sohn  geboren.  Alle  Verwandten,  Xachbam  und  Freunde 
hieben  sich  in  diesem  Falle  zu  ihm,  um  ihm  mit  der  gewohn- 
Uohen  Formel  wmuiSraA  mä  adichSh.  [Cresegnet  sri,  was  dir  ge- 
kommen!) zu  gratuliren,  auf  welches  er  freudig  erwidert  Mi/i32 
jelürek  film  (Gott  segne  dichl]  Ein  lachen  Kaffee  wird  hei 
dieser  Gelegenheit  servirt,  hei  den  Christen  auch  ein  Gliischcn 
Schnaps  und  etwas  Zuckerwerk  {iiolcol\ .  Bei  der  Gehurt  eines  Mäd- 
chens ist  der  Vater,  wenn  nicht  gerade  traurig  oder  zornig,  wie 
es  manchmal  geschieht,  wenn  der  Sohn  und  Erbe  zu  lange  nnf 
eich  warten  Ifiast,  so  doch  nicht  hesondors  erfreut  mid  von  den 
Freunden  wird  keine  Notiz  von  dem  Ereigniss  genommen.  Die 
(Jelmrt  eines  Mädchens  hat  zwar  neben  den  Schatten-  auch  ihM 
Lichtseiten;  denn  wenn  die  Geburt  obies  Sohnes  ein  Zuwachs 
■III  Ehre,  Hülfe  und  Einfius«  ist,  so  ist  die  Geburt  einer  Tochter 
ein  Zuwachs  an  Kaiiital.  Wenn  der  Vater  nämlich  das  Mädchen 
in  seinem  zehnten  bis  vierzehnten  Jalir  verlii'initlitt,  sii  crliiUt  er 
für  dasselbe  einige  Tausend  Piaster.  Hat  er  /,  U.  vier  TÜcliter, 
ED  repräsentiren  diese  eine  Sumrae  von  wenigstens  12  000  Pi- 
astern und  doräbei,  nnd  der  Eauinumn  erö&et  ihm  hierauf  «nen 
Credit,  auch  weim  er  sonst  än  aimer  Mann  ist.  Bei  der  Gebtut 
wird  das  Kind  nicht  gewaschen ,  sondern  mit  fein  gestossenem 
Salz  eingerieben.  Dieses  Verfahren,  das  einige  Wochen  lang 
fortgesetzt  wird,  soU  das  Kind  stärken  und  abbärtifn.  (ielegiüit- 
lich  aber  fugt  es  ilun  grossen  Schaden  zu.  In  licllileliem  SEih  ich 
einen  schönen  kräftigen  Knaben,  weichet  durch  das  unsinnige 
Einieiben  sein  Augenlicht  schon  als  Säugling  verloren  hatte :  die 


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Salzbrülle  sei in  die  Augen  gefloBSes,  so  wenigstens  behaup- 
tete die  Mutter.  Im  Allgemeinen  aber  scheint  dieseB  Verfahren 
den  Kindern  nicht  zu  echaden;  denn  sie  wachsen  bei  allem 
Schmutz  und  aller  Vecnaohlfisaigang  und  unzweokn^sigen  Fütte- 
rung, der  glühenden  Hitze  wie  der  Eilte  atugeseUt,  kriUCtig  heran 
und  gewöhnen  öoh  MliEeitig  an  dos  rauhe  Leben,  das  ihnen  be- 
Torateht.  IitocheB  Kind  aber,  das  in  ein  frühes  Grab  sinkt,  hätte 
bei  vernünftiger  Behandlungsweise  und  gelegentlicher  ärztlicher 
Hülfe  diesem  Schickaal  entrinnen  können.  Was  aber  die  Probe 
besteht,  ist  gestählt  zum  Kampf  mit  den  widrigen  Elementen 
und  zum  Ertragen  der  Enlbelinmgen  und  Strapazen  des  Fella- 
clioTileliL'n.'i.  Venvolmt.  ivird  in  iler  Regel  der  Säugling  nicht; 
stundcnliiuj,'  muss  ür  sicli  in  L\imj)on  gehüllt,  in  einer  prinütiTen 
liolziviege  angebunden,  ruthen  Grund  [satitaAa]  als  Windel  unter 
sich,  gedulden  bis  die  Mutter,  welche  gewöhnlich  aohon  am 
sweiten  oder  dritten  Tag  nach  ihr^  Nlederkmift  ihren  Hausg»- 
BcMften  nachgeht,  vom  Holz-  oder  Wasserholen  zurück  ist. 
Sucht  sie  ihn  durob  ein  über  das  Gesieht  ausffebreitetes  mändil 
vor  FliugcTi  und  Moskitos  m  sdilitKcu,  so  erstickt  der  arme  Tropf 
fast  vor  ililiie  und  Miiiigel  iiii  Luft.  Lüsst  sie  ihn  ohne  diesen 
Schutz,  so  lagern  sieh  Dutzende  von  Fliegen  auf  seinem  Gesicht 
und  bedecken  ihm  alle  Offitungen  in  demselben ;  er  schreit  und 
brüllt  Anfangs  und  schüttelt  sich ,  sa  viel  sein  eingeengter  Zn- 
stand es  ihm  erlaubt,  schickt  sich  aber  schliesslich  in  das  Unrer- 
mudliche.  Es  war  mir  oft  unbegreiflich,  Fellachenldnder  in  den 
Strassen  und  auf  den  Dunghaufen  herumritzen  zu  sehen,  deren 
Augen  förmlich  mit  Fliegen  zugedeckt  waren,  imd  die  keine  Miene 
machten  sie  xu  verscheuchen.  So  gewöhnen  sie  sich  schon  in  dem 
frühesten  Alter  daran,  die  Landplagen  ertragen.  Au  Liebe  zu 
ihrem  Kinde  fehlt  es  jedoch  der  Fcllachin  nicht ;  sie  pflegt  und 
besorgt  es  nach  ihrer  Art  mit  der  grösstcu  Zärtlichkeit  und  Hin- 
gebung und  ist  bereit  sich  die  grössten  Entbehrungen  und  Opfer 
für  dasselbe  au&ulegen.  Sie  liebkost  es  und  nennt  es  mit  den 
zärtlichsten  Namen ;  Jä^aBibi,ja  'aini,ja  rüjii,  ja  sidi,  ja  'omrt, 
ja  mukd»chet  halbi  foOh  mein  Freund ,  mein  Auge ,  meine  Seele, 
mein  Herr,  mein  Leben,  o  du  lilut  meines  Herzens»),  und  singt 
ihm  süsse  einschläfernde  Wiegenlieder.  Überhaupt  besitzt  das 
Fellacheuweib  eine  merkwürdige  Liebe  für  Kinder  im  Allge- 
meinen und  wird  nicht  leicht  einem  solchen  etwas  zuLride  thon. 


65 


AU  Kindamagd  leiolmet  es  fiioh  durch.  Anhäugliclikelt,  Geduld 
und  Ausdauer  in  der  Arbeit  und  im  Ertragen  von  Nachtwaclien 
vortheilhaft  aus.  Sein  Fehler  ist  eher  ein  zu  grosses  Mass  von 
Affeiifiebe,.beBoiideisfüreiiieii{ait(Kiiahen,Sohii).  Wiemanohe 
Mutter  dient  bis  in  ihi  hohes  Alter  oder  plagt  neb.  auf  eiiu  an- 
dere Art  ab,  am  ihren  Sohn  sn  verheiradien  und  ngäter  den 
Lümmel  eammt  Frau  und  Kindern  unterstützen  sa  können.  Die 
Kinder  werden ,  wo  moglicli ,  nicht  iveuiger  als  iwei  Jahre  ge- 
säugt, was  in  dem  heisseu  Klima  iiiiiun  seilt  zu  Gute  kommt. 
Oft  geschieht  es,  dasa  3  —  äjährigo  Kiiidpr  nachdem  sie  auf  der 
•Strasse  umhergelaufen,  mit  eiiii'm  Stück  llrinl  in  di^r  liaiid  zur 
MutWr  kommen  nnd  um  einen  mu.s.wv  ^^fliiocl;  Intn  n  k'li  liiibe 
von  sechsjilhrigcu  Knaben  gehiiit.  die  noch  nicht  onmoliiit 
waren.  Wictwen  meinen  oft  ihrem  jüugsteu  Kiude  einen  besun- 
dem  Dienst  zu  erweisen,  indem  sie  jahrelang  säugen.  Von 
recht  brtiftigat  Knaben  habe  ioh  oft  sagen  hSreti :  ■aän  Kopf  ist 
voll  von  seiner  Mutter  Milohi  oder  »et  hat  sich  an  seiner  Mutter 
Mih'li  SHlt  getninkcni  Iräsv  rrnilün  min  hatlb  ummo  —  /lü  sc/iaii'iin 
min  inihh  iimmo:  .  "iilirend  der  üriind  cmcr  »eniget  kräftigen 
Constiliition  oft  darin  guftiiidcn  «ird.  dass  iluh  Iviiid  sich  niehc 
an  Muttermilch  satt  getrunken  hat.  i^tirbt  die  Mutter,  ao  niril 
ein  ^ugling,  bis  eine  Amme  gefunden  werden  kann,  von  Naoh* 
harinneu  gesäugt.  —  Ich  liabe  von  emigen  fMlen  gehmt,  wo 
Kisdei  an  einer  Ziege  gross  gezogeu  wurden.  Seht  bald  wird  das 
Sind  aber  auch  an  Krodessen  gewohnt,  und  sem  Magen oftauf  difi 
tmvemüuftigste  Weise  mit  schweren  Speisen  gefüllt.  ,Hat  es  eio- 
mal  einige  Zäbnchen  bekommen,  worüber  die  Mutter  jubelt:  teJa' 
sinno,  c/iabbi-lchudi  'aniio!  i>>ein  i^ahn  ist  heraus,  versteckt  das 
Brodim  Hausl),  so  kann  man  es  zu  allen  Zeiten  mit  einem  tjtück 
Brodfladen  bewaffnet  auf  der  Strasse  herumkrabbeln  sehen,  und 
seine  Eiaiehung  ist  nun  in  ein  neues  Stadium  getreten.  Ilat  die 
Fellachin  in  der  Stadt  oder  auf  dem.  Feld  Geschäfte,  so  töigt  sie 
ihr  Kind  in  einer  Art  Sack  auf  den  Siäiikea  gepackt  mit  .sich;  in 
der  Ernte  tvird  es  oft  in  der  Wiege  mit  aufs  Feld  geschleppt.  In 
der  Kinderapotheke  der  Fellachen  befinden  sich  nur  wenig  Mittel; 
vieles  wird  der  Natur  überlassen.  G(ij,'eii  Wiiiuli-eiii  f;i.'braiieht 
man  fein  gesiebte  rothe  Erde,  die  mit  Wasser  /.u  einein  Urei 
gerieben  und  so  aufgestrichen  wird,  oder  auch  ein  hochrothes 
Pulver  («eni^,  vermillion?);  gegen  hebses  Fieber  das  Bitzen 

Zueit.  L  Fil.-T«.  IT.  5 


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66 


{ttuchßb,  ritzen  Verb,  sckatfab]  der  Haut  an  Bücken  und  Füssen 
mit  dem  Kaürmesser  {müe) .  bis  das  Blut  fliesst ;  gegen  schweres 
Zahnen,  Himentaiindiing  ii.a.dHs  Hrennen  (*ey')  mit  einer  Steck- 
nadel unter  der  Zunge  oder  mit  einem  glühenden  Kegel  auf  dem 
Kopf.  Wenn  dieae  Mittel  nicht  helfen,  so  ist  die  Weisheit  der 
däi  (Hebamme'^  am  Ende  und  Allah  kann  dann  nur  noch  durch 
ein  Wunder  helfen.  Manches  langwierige  Augcnübel  könnte  im 
Anfang  durch  den  Gebrauch  des  reinigenden  WasBers  verhindert 
werden ;  gegen  den  eu  häufigen  Gebrauch  des  Wassers  jedoch 
ausser  zum  'l'rinken  hat  der  Fellache  ein  grosses  Vorurtheil .  Hat 
das  Kind  seine  ersten  Sprachstudien  mit  dem  Ausruf  Jamnui. 
jäba  {oh  Mutterl  oh  Vater!)  begonnen,  a»  ft.lsft  iji.'wüliiilii'li  dii- 
lauf  ein  anderer  Ausraf :  abük  jAhkilruiiiig  von  JU'ini  nh'nk  ndcv 
jelfrdp  a^k,  »Verflocht  sei  dein  Vater,  verbrannt  werde  dein 
Yatenl),  und  nipft  dei  Kleine  den  Vater  am  Bart  und  ruft  ihm 
das  abSik  eu,  so  kennt  üch  dieser  gewShnlinh  nicht  vor  Fiende 
und  Alles  findet,  dass  er  sehr  »ehät»r  [gescheit)  sei  und  ver- 
spreche, ein  rechter  Ifann  ku  werden. 

Arabische  Kinderspiele  und  Kinrlcrlicilcr  flieht  es  nicht.  Die 
Jugend  tummeUsich  auf  den  ytriisscn  und  «iif  öffentlichen  Plätzen 
umher  und  ist  fröhlich  und  glücklich  auf  ihre  Weise.  Sobald  der 
Junge  einige  Jahre  alt  ist,  kann  er  m  allerlei  Dienstleittungen  ge- 
brauclU  werden.  Er  fShit  die  Ziegen  oder  Esel  auf  die  Weide 
und  hat  darauf  zu  achten,  dass  sie  weder  auf  dem  angesäeten 
Felde  noch  im  Weinbe:^e  Schaden  thun.  Dabei  kann  er  sich  im 
Schatten  eines  Oliven-  oder  Feigenbaumes  ausstrecken  und  da 
Naturbefrachtnngen  anstellen,  oder  er  sucht  sich  die  STeit  eu  ver- 
kürzen, indem  er  auf  seiner  xummera,  einer  primitiven  aus  Schilf- 
rohr fabricirten  Pfeife,  nllerlei  Melodien  bläst.  Wenn  im  Sommer 
die  Feigen  oder  Trauben  zu  reifen  anfangen,  so  kann  er  den 
Feigengarten  oder  den  Weinberg  bewachen  und  einen  etwaigen 
Eindringling  durch  Schreien  and  Steineweifen  zum  SUckzi^ 
geringen.  In  der  Ernte  hilft  er  mäh  Kräften  nät  beim  Aufladen 
der  Garben  und  Heimtreiben  der  beladenen  Thiere.  Das  Mäd- 
chen wird  firiih  angeleitet,  mit  einem  Wasserknig  auf  dem  Kopf 
oder  einem  kleinen  ledernen  Schlauch  auf  dem  Kücken  zur 
Quelle  TM  gehen,  um  Wasser  v.u  holen.  Ks  hat  das  Brennmaterial 
zum  Drodbacken ,  Kuh-  und  Scliafsdünger,  zusammenzusuchen 
und  zum  Trocknen  in  der  Sonne  auszubreiten,  der  Mutter  beim 


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87 


Hdlzholen  behülflick  zu  sein,  die  jüngeren  Gesultivist«t  zu  liüten 
luiil  henimzii schleppen  iind  sobald  ef  nur  seine  Krüfte  zulassen, 
beim  Wpixenmalilen,  Teigkneten  und  Urodbacken  zu  helfen.  In 
dor  Nähe  grösserer  Städle  gehen  viele  Felliteheukinder,  Knaben 
s(i«-i>hl  Maddieii.  Iiei  Hauten  im  Tiigloliu  arbeiten,  mandie 
kommoii  sogar  drei  bis  fünf  .Stim dun  weither  und  bleiben  daim  die 
ganze  Woche  iu  der  i^tadt  und  kehren  erst  Samstag  nach  Ilausu 
zurück.  Jhxe  Kahrong  ist  ürod  nüt  Zmebeln,  Oliven,  Sitte,  Öl, 
Uelonen.PdgBaodn  sonst mnexZi^abe;  fleiaoli  bekomiomi  sie 
nur  selten.  Schulen,  in  welolMii  die  Kinder  iu  LesoB,  Schreiben, 
liechni'tL  und  ;iiid<^ren  nütlUobrai  KeimtniBaen  unlenichtet  wer- 
den kiinijii'ii.  ^>iib  i's  in  Ps^tina  sowohl  für  die  Mitslimen  als 
für  dii-  ( 'liri--[.<.'ji.  .■bc  sich  seit  etwa  funfög  Jahien  aroerikaniscbe, 
engii~i'lii'  und  di.'ut.-'rüie  Missionageselbchaften  nnd  Ver^e  für 
den  l'nterrii'ht  dor  aiabistOieii  -liigend  im  heiligen  Lande  inte- 
reseirteu.  eigentlich  keine.  Nun  finden  wir  nidit  bloB  in  jeder 
Stadt,  sondern  sugar  in  jcileni  e in igennassen  bedeutenden  Dorf 
(in  ausschliesslich  mu^linli^(llle^  iedni:b  weniger!  eine  oder  raeh- 
texe  von  Christen  verschiedener  Deni)min;itiunen  iGriechen,  La- 
teiner. Prutestanlen.  Armenier  ele.;  oder  von  Muslimen  Jlegie- 
rung'  unterhaltene  Schulen,  und  viele  Kelliidutn,  von  der  Wich- 
tigkeit and  dem  Nutzen  des  I  nterrithteh  überfleugt,  lassen  ihre 
Kinder  tieisnig  zur  Sehule  gehen,  früher  sebicktun  mir  wohl- 
habendere Eltern,  welche  auch  zugleich  den  Werth  des  Unter- 
liohtB  kannten,  ihie  Kinder —  ab^  jiur  die  Knaben  —  eu  einem 
mo'aOam  (Lebter  f3r,(3)JräM0  4^  »u  dem  chatit  (Kednor,  Pre- 
diger für  Muslimen).  lÜe  einiigea  WissenschAften,  welohe  da 
docirt  wurden,  waren  arabisch  lesen  und  allenfalls  auch  etwas 
schreiben.  Die  MusUmon  lernten  Koiän,  die  Christen  Psalmen 
[maxUmlr]  herleiern.  Bis  jetzt  wird  noch  stets  der  Psalter  für 
Christen,  der  Korän  für  Muslimen  als  das  nonnale  Lesebuch  be- 
tmahtat.  Das  SalKr  des  St^ulmüstets  bestand  ans  JStoA,  Eiern, 
welche  iäa  Sehükr  tigUch  sütbraditen,  nnd.einigen  Piastern  am 
Ende  des  Monats,  ausserdem  einem  bach»ohUh,  wenn  dei  SchUler 
an  einem  der  Hauptabschnitte  des  Lesebuchs  angekommen  war. 
Ich  habe  manche  alte  Männer  getroffen,  welche  auf  diese  Weisa 
den  ganzen  Psalter  von  Anfang  bis  zu  Ende  auswendig  gelcnit 
hatten.  Muslimen  lernen  ganze  grosse  Süien  des  Korans  auswen- 
dig. Auf  eine  Holilafel  würde  geschrieben.  Li  der  Schreibeknnst 


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bnchte  man  es  geiv3hnlich  nicht  ao  weit,  wie  in  der  Lese-  oder 
Ausnendiglemkiinst,  nnd  noch  jetzt  trifft  man  Dörfer,  hnupt- 
^jjhlich  muslimisohe,  wo  anch  nicht  ein  EinzigY;r,  andere,  wo  nur 
etWH  der  ühafih  leeea  oder  schreiben  ktinn.  Kommt  ein  Kricf  an, 
der  fliesen  werden  soll,  oder  soll  iiifi'iid  i'hva*  fiPschriRhen  wer- 
den, 8o  nrnSB  mui  ias  nächste  Dorf  Kimi  schicken.  Aber 
auch  raanchat  ehaph  kann  nur  nothdüiftig  einen  Brief  hetme- 
bncbstftbiren  oder  mit  gätiHehen  ])ach«ttäi«n  etwas  tu  Fitpier 
bringen.  Futoht  und  Sohreefceii  -mma  aneh  beim  aiabitchen 
Scbulroeister  die  Hanptmittel,  dem  Schiller  Aie  nöthige  Auf- 
merkeamkcit  nnd  etwas  Fleiss  heizubihtgen.  Da  war  der  uncnt- 
behrlicbe  Stock  inul  der  fala/i.  «in  HoIk,  an  dem  ein  Seil  anfje- 
biacht  war,  in  ivelchea  die  Füase  des  Sehtilets.  ivührend  er  auf 
dem  Rücken  am  Hoden  lag,  so  eingeklemmt  wurden,  dass  er  sich 
nicht  regen  und  der  Lehrer  töohtig  zuschlagen  konnte.  Hie  und 
da  habe  ich  no«h  in  Schulen  dieses  SohreckensiuMrument  zur 
Warnung  an  der  Wand  hängen  sehen.  In  nur  ganz  vereinzelten 
Fällen  liess  einmal  ein  Vater  anch  sein  Mädchen  im  Lesen  unter- 
richten; bei  Miialimeii  kam  das  aber  nicht  vor. 

Es  giebt  unter  den  Fellaclienkindeni  recht  aufgeweckte 
Köpfe,  die  schnell  begreifen  und  leicht  lernen.  Der  grosse  Man- 
gel bei  den  jetzt  da  und  dort  in  den  Dörfern  vorlmndenen  Schulen 
scheint  mir  der  tüchtig  gebildeter  Lehrer  und  sachkundiger  Schul- 
inspektoren zu  sein.  In  manchen  Schulen  geht  es,  wie  hei  dem 
lUaulthier  d«i  UüUei;  es  g«b.t  hertim  nud  herum,  macht  viel 
LKim  und  kommt  doch  nicht  von  dev  Stelle.  Tüchtige  Bchulen 
mfissten  in  knraeT  Zeit  ein  ganz  anderes  Geschlecht  heranziehen. 
Wdter  als  bis  zum  zehnten  oder  dreizehnten  Jahr  wird  nur  in 
seltenen  FSUen  der  Felkchenjunge  die  Schule  besuchen.  In  die- 
sem Alter  ist  er  oft  sehen  verlobt,  manchmal  sogar  verheirathet, 
hat  bereits  die  männliche  lüßh  auf  dem  Kopf  und  muss  dem  Ver-- 
dienste  nachgehen.  Manche  widmen  sich  nun  dem  Ackerbau 
und  haben  mit  Pflügen,  Säen  und  Ernten',  dem  Desorgm  der 
W^nberge,  der  Olivenpflanzungen  und  der  Feigengärten  und  mit 
der  Pflege  des  dazu  nothwendigen  Viehes  [Ochsen.  Kühe.  Esid, 
Ziegen]  genug  zu  thnn.  Andere  treiben  ein  Handwerk  :  Schuster 
(ftt^,  Schreiner  [neddaciSr],  Vi'eber  {itfyäi),  Maurer  [bäwui}. 
AnsBCT  diesen  werden  in  gewohnlichen  Dörfern  keine  anderen 
Handwecke  betrieben,  nnd  auch  diese  sind  nur  spärlich  Terbeten., 


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in  manchen  Dorfern  gar  mchi.  Der  neber  fabnotrt  auf  Kmem 
primitiven  AVcbsnihl  {}iol<  das  dicke  starke  ]latimwollentu(di. 
Würaus  der  mi  L'eferti^  wird:  da«  europai^be  ItaumwoUtuoh. 

l  1  U  n         k    1        1        I  m 

F  11    1  1  I  III  /      k    I  I 

I     /  1      d  k  !  11    1  1 

-die  feineren  Korten  k.immen  vuu  Uamascns.  Ein  \^'eber.  der  früh 
MoigenB  an  die  Arbeit  geht,  kann  Hut  Leubtigkeit  das  zu  emem 
Kleid  nöthige  Zeug  [eine  sa&c^ijia)  in  Koam  Tilg  fiotig  tnängen 
und  hat  immerhin  noch  einen  ordentlichen  Verdienst.  Der 
Kchreiner  verfertigt  die  Hnlztheile  des  aiisaeronlrntlich  einfachen 
i'flllßs  lind  sonstiger  Aüki'rlüiiijiprjtliscbiiftt'ii.  i>er  in  der  Kcnnt- 
nisB  seiner  Profession  ctivah  »iMter  >ur,iiii;.--i-liritteiio  versteht  es 
auch,  rohe  'llüren  und  Fensterläden  herzustellen .  Weiter  geht 
Beine  Kunst  nicht.  Die  eiwrsen  Thüle  dar  AakargerSthschafteo 
liefert  der  Sehmied  in  der  baiochbarteB  Stidt  oder  tunibeniehende 
Zigeuner  {tiauar),  welche  nicht  Mob  in  SKdtea,  Bondem  anch  in 
Dörfern  nach  Bedürfniss  ihre  Werkslätte  unter  einem  schwaizea 
Beduinenzelt  aufschlagen  und  Nägel ,  Beile  und  allerlei  andere 
eiserne  GeHitb Schäften  fabricireu.  Nur  jenseita  des  Jordans  habe 
ich  auch  in  kleinem  Dörfern  Schmiede  [Aaddäd]  angetroffen. 
Der  Ausübung  dieses  Handwerks  ist  es  wohl  auch  zimischreiben. 
dass  der  FamiUenname  kaddäd  (Elias  el-haddäd,  Jüsef  el-hnddäd 
etc.  etc.)  dort  so  läufig  vorkommt,  üm  den  Fellachen  mit  denje- 
nigen Artikeln  ni  venehen ,  welche  et  weder  in  Bcänein  Dorfe 
noch  m  derNUiB  sioh  remeha&nkaiui,  ziehen  wMtdsmda  Sdnib- 
macher,  Kapferaohniiede  (no^^)',  SUbonoInniede  (föifA,  pl. 
mii/ägh) ,  Hausirer  (gewöhnlich  Juden) ,  Matratzen-  und  Couvet^ 
ccnraacher  'auch  Juden),  Büchsenmacher  etc  etc.  auf  dem  Lande 
umher  und  halten  sich  da  oder  dort,  je  nachdem  sie  Arbeit  finden, 
länger  oder  könser  snf.  AUtdiQnackBalberiiadBolQhe,  die  Kinder 
impfen  [ds^)  ziehen  gelqfMMfiidr'  in  den  DGifon  amhar.  hi 
BeÜddieiit  ixt  die  Fabriki&iini  tob  BnCeaikrifanan,  Sachen  ans 
Perlmutter  und  ans  scbwaisem  imbi  mSsS-ßtein  eine  Industrie, 
von  welcher  viele  Familien'  leben  und  manche  reich  werden.  In 
manchen  Dörfern,  wie  z.  B.  Tomallali,  liftä  etc.  etc.  giebt  es 
viele,  die  sich  ihren  Lebensunterhalt  damit  verdienen,  dass  sie 
sich  einige  Esel  halten,  aufweichen  sie,  je  nach  der  Jahreszeit, 
Holz,  Weizen,  Gerste,  getrocknete  Feigen,  Trauben,  Öl,  Wasser 


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S^eruiig  einen  grossen  Strich  solchen  Landes  in  der  Ehoie  Jea- 
reel  iin  da^  Hauü  I^ursuk  in  Ueinit  verkauft. 

2.  ard  vMkf  —  StUoingB-,  V'ttrmächtuisBlaDd  (von  aul^af 
(avrkaf;  =  Btifien,  vermachen],  d.  h.  lündereieu,  welche  vom 
Landesherm  oder  von  irgend  einer  Privatperson  geschenkt  wur- 
den, um  aus  deren  Ertrag  Moscheen,  sonstige  lieilige  Pläize, 
Schulen,  ArmenMuser  etc.  etc.  zu  unterhalten.  So  giabt  «s  reiche 
Sohenkungen  .tqu  I^deieien ,  die  der  OmarmoaaheB ,  dem  neb* 
dmid-Oaainiuäilt  den  Sabdinstl&iiigan  [UtMciheen,  ÜntTeml&t], 
der  Meschee  in  Hebton  [»tfffidna--'hh4iliH  etc.  etc.  angehÖrerL 
Solches  Land  kann  ebenfalls  nicht  verkauft,  sondern  nur  ver- 
{nichtet  weiden.  Dur  fiit  die  Biibauunf;  desselbyn  zn  entrichtend« 
Zehnte  oder  sonst  feHtgesotute  lletrag  wird  niclil  an  die  Kegie- 
lung  sondern  an  den  Stif^ngs- Verwalter  [ntutwällii  abgeliefert. 
Dieser  selbst  eri^t  für  sone  Verwaltni^  der  Güter  einen  Anr 
.  duü  von  dem  sbniliefeaiden  Weizea,  Geiste  eta,  ete.  was  mait- 
ober  armen  oder  herabgekommenen  Eßendifamilte  eine  willkom- 
mene Einnahme  verschafft.  In  der  Verwaltung  dieser  ist 
übrigens  vieles  faul  geworden  und  man  suhiiupCt  mit  Reollt,  dass 
die  Efferidin  dieselben  nauffreaBen« ,  anstatt  die  Einkünfte  für  die 
ursprüngUch  beabsichtigten  Zwecke  zu  verwenden. 

S.  ar4  fnilk  —  figsnthum.  Es  sind  diess  meist  kleinere 
Grundstücke  in  der  Nahe  der  Dürfer:  Hügelland,  Uärten,  Fei- 
gen- und  Olivenpflanzungen,  Weinberge,  welche  mit  trockenen 
^nem  oder  Cactuiheckan  emge&isdigt  oder  sonstwie  abge- 
grenzt amd.  Diese'  rtebt'««  natürlich  dem  Eigenthiimet  frei  nach 
seinem  Gutdünken  gc^en  anderes  Eigenthum  aiuzutansohen 
[hOd^,  was  Sfiets  geeohieht,  oder  su  Terkaufen  [lü'a).  Den 
Kaufbrief  (j^wA^kA«)  stellte  bis  jetn  irgend  «ia  Sohrdbknndiger 
im  Dorfe  ans ,  mid  mit  den  nödiiges  ZeugemmtenobrUten  oder 
Siegeln  versehen,  iviurdeaeineGultigkdtniesngelbobl«a.  Neuer- 
dings aber  moht  die  täriris^e  jR^emng  «aeli  diese  Angelegen- 
heitoi  unter  üue  diiecte  Contnle  zu  bekommen. 

BraehUegendee  Land  [ar4  (ür)  gjebt  es  in  Palästina,  thöls 
wohl  wegen  der  zu  geringen  Bevölkerung,  theils  wegen  deren 
Armuth  und  Trägheit  noch  sehr  viel.  In  den  fetten  Ebenen  ist 
dies  jedoch  weniger  der  Fall,  als  in  den.  mageren  Gebii^gegen- 
den,  welche  freilich  im  Frühjahr,  mit  sfulrlichem  Gras  bedeckt, 
als  Weide  für  das  Vidi  dienen.  Auch  .wächst  auf  diesen  Fläteen 


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eine  Alt  Domgewäbhte  {biÜBn),  mlcbe  die  Kalkbrennei  in 
grossen  OnontiäUensaramelnuiid  neben  dem i&eAjn{ausgaptessten 
Oliven)  a1«  Brennmaterial  brsucfaea,  da  sie  eine  ausserordentliche 
Hitze  herTOrbringen.  Mageres  Hügelland  wird  manchmal  ge- 
düngt ,  indem  man  das  darauf  -rrachsende  Gras  und  GeBtrüpp, 
Trenn  es  trocken  ist,  verbrennt,  sonst  aber  fällt  es  keinem  Fella- 
olien  ein,  sein  Feld  zu  düngen.  Es  würde  ihm  dazu' wohl  auah 
die  nSthige  Quantität  DUnger  fehlen,  vor  allem  abermässte  der 
Transport  desselben ,  da  es  an  Wagen  und  ordendiclien  Wegen 
gebricht,  zu  kostspielig  werden.  Beim  Gemüsebau  jedoch  in  be- 
wässerten Gürt«n  und  golegontlicli  auch  bei  Oliven-  und  Feigen- 
|)H;mKiniK-en  wird  Dünger  iiiifjpirandt. 

'l'üiltfs  Land  Uiril  niej/'ilej  ist  solches,  das  schon  lange  un- 
bebaut daliegt.  Wer  dasselbe  obelebl*  (_?'ek;'i),  macht  es  sich  da- 
durch zum  Eigendium  («nitt].  b  Namreäi  habe  idi  manche 
hnbsdie  Weinberge  geeeban,  weldM  donu  Eigenäiünwr  durch 
Bolohe  »Belebmig«  todten  Bodens,  d.  h.  dnnih  Pflanien  von  Re- 
ben nnd  ^umen  sich  erworben  hatten, 

arädi  maAlült,  sagt  Baurath  C  Schidk  in  dem  vorhin  er- 
wähnten Artikel ,  sind  I^dcreien ,  welche  von  den  bisherigen 
Besitzern  verlassen  worden ,  sei  es  dnss  die  Eigenthümer  ansge- 
Btorbea  oder,  vras  in  dissem  Lande  Utnfig  vorimmmt,  doas  die 
Leute,  weileieB«^vwachaldet;1>e«eiidEi»  ftuohseluifflltfidBtaiid 
mit  der  Bezahlung  ihrer  Steuern'  ünd,  eto&oh  den  Ort  verlassen 
und  anderswo  sich  angesiedelt  ^haben.  Solch  herrenloses  Land 
fällt  wieder  an  den  Staat  zurück,  gleichviel  zu  welcher Clasae 
es  früher  gehörte. 

Da  die  mit  dem  Ackerbau  und  der  Landwirthachaft  über- 
hHiipi  /usamm(!7ihängenden  OetchUta  «MinMliden  Witterunga- 
vcrhilhni^scn  richten,  so  ist  es  wflBsdhenswndi,  euch'hitriiber 
Einiges  mitzutheilen. 

Li  PAiaotina  giebt  es  eigeatlidi  nur  swei  JahioBeitea:  die 
Begenzeit  [»eMla,yii^  iieH^wli^  von  etmt  Mitte  OobAer  bis 
gegenEnde  April  und  die  trockene  Zeit  [fif,  fadn-i^voa 
Ende  April  bis  Mitte  October.  Um  Mitte  Ootober  kann  der  erste 
Regen  (FVühiegcn)  beginnen,  oft  aber  bleibt  er  bis  November,  ja 
-sogar  bis  December  aus.  Dieser  Monat  und  Januar  sind  gewöhn- 
lich rechte  Kegenmonate,  in  welohen  es  oft  acht  Tage  und  ^ger 
-fitst  nnanfhörlich  regnet.  Im'  Monat  Witz  undApril  feilen  die 


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73 


SpiltresieH,  aber  von  Mai  an  liäiijft  die  Vt'ffpti'tio"  t  "iis  iliruii 
Fcuclitij{keit>lii;ilEir!'anliiiif(t,  fiiivifr  vuii  dtni  tief  in  die  Kvili'  riiiKe- 
(iniBigciion  litgoii  imd  vmi  dem  sturkcii  Naulitthau  niida,  iil>,  dii  in 
lüfseii  sechs  JluiiaWn,  ausser  iuselir  seltenen  Aiisualunefäileii, kein 
Tiopfen  Itegeii  fällt.  DieAraber  unteiecheiden  jedoch  auch  vier 
Jahreszeiten:  Frülyahr  [raii'a,  Febniar,  März,  April),  Sonuner 
ifef,  Mai,  Juni,  Juli|,  Herhat  {c/iarlf,  Augtist,  September,  Octu- 
bei) ,  Winter  {schiia,  NoYeml)er,  December,  Januar) .  Der  Februar 
{tchebat]  correspondirt  etwa  mit  unsenn  veruiid erliehen  April, 
und  heisst  ee  deshalb  von  ilim  in  den  Fellaeheuwettcrregeln : 
»ehebü(  riiii  'aleh  rebäi  [etwa:  Februar  unxiiverlÜKsig  immerdar). 
Doch  heisst  ea  auch  von  ihm:  in  gehabat  tcalabaf  rifyit  e^-fäf 
fih  (etwa:  Wenn  CT  auch  tobt  und  rast  mit  ivildein  Sinn,  so  ist 
doch  der  Geruch  des  warmen  Sommers  d'jtinj.  Vom  Märe  [adör] 

heiisteB:  abu'tsaiäxil  ualamfär  ■      wajmmfi^  mtSi 

Ma  när  (etwa:  er  ist  dev  Vater  doc  EtdatüMe  tmd  BegengÜBw, 
ein  Thtgebmer  aber,  dei  Htrte  wird  dennooh.  —  an  der  warmen 
S<miie  nimlicli'—  tzocken  ohne  Feuer).  Der  April -Spätregen 
wird  als  so  kOHtbal  betrachtet,  iluss  es  huisst :  schitKet  niuün  btü- 
va-ttäfy  V*~^llMä»i,  ein  Aprilregcn  bringt  mehr  als  der  Pflug 
und  du  Jook  (OdiSen)  an  Segen.  Vom  Juli  {tavwx)  heisst  es : 
ß  fdmüc  figb^^nit  ß-lkSit  (etwa:  bridit  der  Monat  Juli  herein, 
Boriedet  du  Wami  imTiüikkifiglMn].  Sobald  im  October,  No- 
vember,  oft  aber  erat  im  Deoember,  eine  gehörige  Quantität  Kegen 
geMlen  und  der  in  Folge  der  langen  Sommerhitze  und  Trock- 
nies  ausgebrannt«  und  zerrissene  Brdboden  gehörig  erweicht  ist, 
geht  der  Fellache  an  die  llestelluug  der  Wintersaat  [»ciietäv^ : 
Weizen (^om^,  j^«nfa],  Gerste («c/ia'ir], lassen (Was)etc. etc.  Das 
Erdreich  wird  mit  dem  äusserst  einfach  construirten  Tflug  \iiihke) 
umgebrochen,  laan  konnte  fast  sagen  nur  au^ekiatzt ;  deun  die 
Fniche  (EiUmpL  ofSffl)  geht  nicht  rief  [etwa  0,10 — U,12  mj.  Die 
Saatt[b'dSr)  wird  zuerst  aiugestreut,  dann  unigepflügL  DenFdug 
naht  cm  Joeh'  (yüdUSn)  Ochwn  oder  ein  Ochse  und  ein  Esel, 
mandamil  muih  ein  Kameel,  sdlener  ein  Pferd.  Die  Thiere  treibt 
der  YB^m  {^arrofi  mit  dem  Ochsenstfoken  [mikmäz]  an,  einem 
langen  Steidwn  mit  eiserner  Spitze,  den  er  gelegentlich  auch  zum 
Zerstossan  einer  Srdsoholle  braucht.  Gegen  einen  solclien  Sta- 
chel EU  diiekent  wird  dem  Thier  natürlich  schwer  und  es  muss 
Tonmgehen.  Die  Thiere  sind,  Misset  wenn  ee  etwa  klüftige  junge 


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_  Ji  

noch  nicht  ans  Jochgewöhnte  Otihaen[  eikciil]  Bind,  sehr  lenksam, 
auch  schont  sie  der  Fellachu,  besoiidore  wenn  es  aeint  eiffenen 
Tliiere  sind  oiler  er  nicht  fiir  sich  selbst.  ])flügt.  Tief  eingeivur- 
zeltes  Dorngesträiich  umgeht  er  oft  hebet,  als  (iass  er  stark  auf 
den  Pflug  drückt,  »m  es  herauszuheben.  Wo  wegen  Felsblöcken 
oder  tiefein ge wurzelten  Dombüschen  das  Pflügen  schwer  ist, 
hilft  der  Fellache  auch  mit  der  Hacke  {/ä«)  'nach.  Manches 
klnnere  Stück  dieser  Art,  besonders  im  Gebirge,  ivird  auch  nur 
umgehackt.  Manchmal  wird  Budt  'afir  (tnx&en,  d.  h,  oline  vot- 
heiigen  Regen]  gesitt;  dieses  geschieht  mit  besonders  leichtem 
Boden,  der  auch  ohne  vorher  aufg-ewcicht  zu  sein,  bearbeitet 
werden  kann.  Die  Saat  wird  dem  trockenen  liuiieii  iinvurtraut, 
wo  sie  dann  uaeli  dem  ersten  Itefjen  Htluiell  autV]iriif.st  und  eine 
frühe  Ernte  gicbt.  DIeibt  aber  der  Hegen  zu  lang  aus,  so  ist  die 
Saat  oft  verloren.  [  Die  Bestellung  dei  Winteisaat  dauert  manob- 
mal  bis  in  den  Januar  hinein.  Dia  Arbeit  geht  sehr  langsam  und 
gemnthlich  vor  sich,  zumal  die  Leute  oft  mit  ihrem  Vieh  zwei 
bis  drei  Stunden  weit  zu  gehen  haben,  bis  sie  an  ihren  Äckern  an- 
kommen und  bis  Abends  wiederum  zurück  sein  müssen. 

Die  Sommersaat  {sefij,  hauptsächlich  aus  dura  leiner  Art 
Hirse)  und  Seanm  'simsim)  bestehend,  wird  erst,  ivonn  man  mit 
der  \\'intersaat  fertig  ist,  bestollt.  Das  Gedeihen  derselben  hängt, 
da  sie  iu  der  iieissen  und  trock™«ii  Zeil  iviichst,  hauptsächlich 
davon  ab,  dass  während  der  Winterzeit  der  Regen  tief  in  den 
Hoden  hinabgedningen  ist  und  hier  die  nöthige  Fcuohtigkrät  für 
die  Sommermimate  aufbewahrt  wird.  Em»  eigiebige  Sageuiöt 
verspricht  deshalb  eine  rdchliohe  Sotiimerernte.  Auch  Tdiaak 
und  Baumwolle  sind  Sommerfrüchte,  und  die  saftigen  Waasef- 
melouen  und  gelben  Melonen,  die  Gurken,  fahküs  (Gurkenart) 
vmd  gusa  'vegclablc  marrow),  werden  erst  nach  der  Regeneeit  ge- 
setzt imd  reifen  in  den  heissen  Sommermonaten,  wobei  ihnen  aber 
der  häufig  und  leii^lich -fallende  Naohtthau  au  statten  kommt. 

Ee  ist  berätir  erwShst  TTotden,  dass  bei  weitem  der  grösste 
Theil  des  hauptsächlich  zum  Getreidebaa  tauglichen  Landes, 
nicht  Privat-,  sondern  R^erungseigenthum  [min]  oder  reakf'ist 
>md  dass  der  Itebauer  desselben  deshalb  nicht  Eigeiithümer,  son- 
dern nur  Pächter  sein  kann.  Jede  Ortschaft  hat  gewisse,  ihr  an- 
gewiesene Strecken  dieser  Ländereien  und  diese  werden  beim 
Beginn  der  R^enzrät  den  einzelnen  Bütgetn  je  nach  ihrem  Ver- 


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75 


langen  in  einzelnen  Parcellen  durch's  Loos  zuKewiesen.  Die  Art 
und  Weise,  wie  diese  Vertheilung  durehs  I.ooa  geschieht,  ist 
■nach  Hnnrath  C.  ScuitK's  Mittheihing'en  ii.a.Ü.  etwn  Foigende: 
Alle  diejenigen,  weiche  pflügen  wollen,  versammeln  Bich  in  der 
.vfi/ia  lotfeiier  Platz,  aber  auch,  weil  vor  der  Herberge  sieh  ge- 
wiilmlich  ein  offener  Platz,  Laube  etc.  etc.  befindet,  in  der  lie- 
deutung  yoatnadäfe,  manml,  Herbeige  gebraucht].  Der  Imam 
(odfli  ehi^b),  welcher  Eugleicli  Doiftühreaber,  Aidiivbemhier, 
Bei^nungafShter  eta.  etts.  ist,  hat  bei  diesen  Venammlni^eR  den 
VorsitK.  AUe,  welche  pflügen  wollen,  melden  eich  und  geben 
die  Anzahl  von  Pflügen  ( fMdSn),  die  (bestellen  wollen,  ui.  Hat 
Einer  nur  einen  halben  Pflug,  d.  Ii.  nur  Ein  Zugthier,  so  tritt  er 
mit  einem  Andern  znBammen.  Man  (heilt  die  GeBammtheit  tn 
ClasBent  Es  melden  sich  z.  B.  40  Pflüge  —  diese  werden  in 
4  Classen  getheilt,  je  10  zusammen,  und  über  sie  ein  Chef  oder 
Schech  erwählt,  welcher  seine  Partie  mit  ihren  10  Pflügen  zu 
vertreten  hat.  Diese  Classeneintheilung  erleichtert  die  Einthei- 
lung  (oder  besser  Austheilung)  des  Landes.  Dasselbe  ist  nicht 
überall  gleich  gut  u.  s.  w.  Sind  nun  4  Olasees  gemacht,  so  wird 
das  Land  in  vierTheile  getheilt,  so  daes  jeder  dieser  Theile  gutes, 
mittelgutes  und  schlechtes  in  sich  begreift.  Die  einzelnen  Par- 
cellen haben  von  Alters  hergebrachte  Namen,  z.  H.  Rebhuhnfeld, 
Fuchsfeld  u.  s.  w.  Sind  die  Schechs  über  die  Vertheilung  in  vier 
Theile  einig,  so  dass  kein  grosser  Unt^öhied  dabei  Bsin  kann, 
Bo -wird  das  Loos  gezogen ;  ^Bgetohleht  dadurch,  dasa  jeder  der 
vier  SidiecäiB  dem  Iinim  eine  Kleinigktdt  in  seinen  Bentel  legt. 
Er  mft  nun  einen  von  den  vier  Theilen  ans  durch  Hersagen  der 
Parcellennamen,  die  dazu  gehören,  und  ein  herbeigeholtes  Kind 
hat  einen  ctcr  vier  in  den  Heutcl  gelegten  Gegenstände  herauszu- 
nehmen. Wem  nun  der  herausgoiogene  Gegenstand  gehört,  dem 
wird  dieser  Theil  für  dieses  -laiir  zu  bearbeiten  zugewiesen.  Nun 
gehen  die  vier  Schechs  daran,  die  ilinen  zugewiesenen  Stücke  an 
die  einzelnen  Mitglieder  ihrer  Piirtoi  zu  vertheilen.  Aber  nicht 
80,  dass  ein  Pflug  seinen  Antheil  in  einem  zusammenh&ngenden 
Stück  faekSme,  vielmehr  hat  jeder  Pflug  ein  Zehntel  an  allen 
Gnmdetttoken  seiner  Foilei  anmSprechen:  die  einseinen  Gnmd- 
ttüoke  werden  darum  in  so  viele  marae  (eigv  Sohmir)  oder  Strei- 
fen getheilt,  als  Pflüge  da  und.  Dadurch  bekommt  aber  der  Ein- 
■ehie  statt  ewri  oder  drei  grosse  Stücke  «ne  Anzahl  langer  Strei- 


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7B 

fen,  die  an  ganz  verschiedenen  Orten  der  JJorfinarkun^  liegen. 
Die  Grenzen  «erden  durch  Furcheu  {telmi  oder  Steine  bezeichnet 
luid  nuch  tieut«  f^ih  die  VerrückunK  der  Lttudiuarke  als  eine 
fluchwürdige  That,  wie  in  den  Zeiten  Israels  (Deuter.  19,  i4.. 

Schon  Mitte  April  oder  Mai,  in  den  'wärmeren  tiefli^cndcn 
Ebenen  früher,  in  den  kälteren  Gebirgstitrichen  spüter,  lliulet  die 
£mte  statt.  In  den  aosgedehnfen  Ebenen  (Gaza,  Jafa,  Eadrelon) 
verlangt  das  Schneiden  und  dei  Transport)  d«r  Gerste,  welche 
■uerat  xtaA,  dann  des  Wozens,  yiele  Bitaide,  und  ziehen  deshalb 
viele  ärmere  FeUachen  um  diese  Zeit  aus  ihren  Dörfern  . aus,  um 
»ioh  als  Sohnitter  (^ofjöd)  zu  verdingen.  Auch  aimc  Weiber, 
besonders  Wittwen  mit  ibi%n  Kindern,  gehen  auf  einige  Wochen 
da  oder  dorthin,  wo  geemtet  M'ird ,  um  Ähren  zu  lesen  [lakliui, 
f^'e/j  A.  lesen).  Jeden  Abend  nerden  die  Ähren,  die  sie  auf  dem 
Felde  gesammelt,  mit  einem  Stnn  oder  Hole  ausgeklopft  nnd  die 
Körner  Rnfbewahtt,  und  Öftrae  schon  hsbe  ich  eolohe  wme  Fistisn 
nach  einigen  Woohen,  aus  der  Ernte  heimkotnmen  sehen  mit 
einem  Vorrath  Weisen,  welcher  hiureiohie,  um  sie  mit  Mehl  für 
das  ganze  Jahr  zu  versehen. .  Der  Schnitter  legt  gewöhnlich  ein 
ledenies  Schuizfoll  an,  das  Brust  und  Beine  ^chüt^t;  mit  einer 
iiiohel  {mindachal  pl,  manädsch«{)  schneidet  er  die  Ähren,  jedoch 
nicht  ganz  nahe  am  Boden  ab,  und  hat  er  einen  Arm  voll  abge- 
schnitten, so  bindet  er  sie  mit  Halmen  zu  einer  Garbe  [i^eztne  pl, 
^«eoDij  und  1^  sie  bei.  Seite.  Diese  Garben  werden  zu  grösseren 
Haufen  [kam  pl.  laosm)  tusanun  enge  tragen  und  .dann  auf  Eseln, 
Mauhhieren  odw  Kaaiacten  wtf  die  Dtwehteiinen  gebcscla.  Alles 
ist  üu  dieser  Zeit  trotz  der  schweren  heiaeen  Arbeit  firöhlidi,  und 
dec  Gesang  der  Männer  und  das  Trillern  (a^härif}  der  Frauen 
ertönt  von  Zeit  zu  Zeit  und  schallt  über  Berg  und  Thal. 

Die  Dreschtenne  [bedar  pl.  bi^'ätUr,  auch  dscAüm  pl.  dtohit- 
rwt]  ist  ein  offener,  ziemlich  ebener,  geräumiger  Platz  in  der  Nähe 
des  Dorfes.  Am  liebsten  wählt  man,  wo  man  diese  findet,  giwse 
FdbpUtten,,  midie  saubei  abgefegt Trerdoit.  Wo  sdohe  Jiicbt 
vodianden  sind,  wi»  besonders  in  den  Ebenen,  da  dient  auah  ein 
sonstiger  ebener,  fester  Boden  diesem  Zweck.  Die  Tenne  ist  eine 
dem  Dorfe  gemeinsame,  jeder  aber  wühlt  sich  seinen  eigenen 
Plate  auf  derselben.  Er  häuft  darauf  Gerste  und  Wetzen,  später 
Jura,  Sesam  etc.  etc.  auf  und  drischt  dieselben  dann  aus.  Weder 
Sbmn  und  Genitter,  nocb  Platzregen  und  Hagel  sind  zu  befüich- 


77 


teo  lind  der  Fellache  betreibt  dpalialb  iltiR  Gt^i^chäft  des  SreRoliens 
unter  freiem  Himmel  ganz  gemüthlicli  durch  vipr  Monate  hin- 
durch bis  ge^en  ß^inn  der  liegcn/cit.  Et  lebt  7,u  dieser  Zeit 
eiffetitlit:h  mif  der  Dreschtenne  und  nmnchcf.  1  )orf  ist  iinii,  wenig- 
stens iviis  i\ir  Miiiiiiei  betrifft,  gnns;  ausgestorhen,  GcTHtt  (ebenso 
Weinen  "ird  <iiifi;cschüttet  und  das  Vieh,  Ochsen  und  Beel 
(meisten«  uhne,  manchmal  aber  auch  mitMaulkorb  versehen)  wer- 
den jeden  Tag  einige  Stunden  darauf  im  Kreise  hemmgetrieben 
imd  treten  das  Kam  mit  ihran  Hufen  mis,  treten  auch  zngläch 
das  Stroh  zuHäkeel  klein,  eo  daeseB  ganz  welch  nnd  *art  (n3'«n) 
wird  lind  als  Futter  für  das  Vieh  dienen  kann.  (Dieses  zerklei- 
nerte Stioh  liei-st  lilm.  Stroh  in  Hulmcri  nnd  Stoppeln  auf  dem 
[■'elde  ^ilul  ha^rh^ch) .  Auch  braucht  mall  m  diesem  7.y\-ft:ki;  den 
möredsch,  ein  dickes  schweres  llrett,  in  welches  wie  Zähne  kleine 
harte  Uasaltsteine  eingetÜgt  sind.  Dieses  Lutmment  wird  nie 
fön.  Schlitten  von  einem  Pferd  auf  dem  Haufen  tingedroschener 
Gerste  oder  Weizen  umherge/of^en  und  zermalmt  und  zerreiBSt 
durch  sein  Gewicht  sowohl ,  weil  der  Treiber  sich  noch  darauf 
st«lli,  als  durch  die  scharfen  Zähne  das  Stroh.  Sind  die  Kömer 
auf  dietie  Weise  aus  den  Ähren  getreten,  so  geht  der  Bauer  an'» 
Worfeln  (Worfeln  dtara,  dreschen  darat],  das  GeecMft  des  Dre- 
schens {drät) .  Dazu  benutzter  die  Zeit  des  Tages,  wo  ein  ruhiges 
Lüftchen  weht;  denn  weder  bei  Windstille  noch  bei  starkem 
Winde  kann  er  dieses  OeBchitftTenicfaten.  Mit  einer  dreizackigen 
hSlzemen  0«bel  wirft  ei  die  aerttetene  Hame  in  die  HShe;  der 
Wind  ireht  dos  fi^e  zeibiSokeltB  Stroh  in  «inige  Entfernung, 
nühiend  die  Körner  herabfiillen;  beide  sammeln  sich  nach  und 
nach  zu  Haufen  an ,  während  der  gänzlich  unnütze  feine  Staub 
f(anK  forlj^eweht  winl.  Weizen  und  Gerste  werden  niin  v.u  grüsseiii 
Haufen  aufgeschüttet  und  durch  eingedrückte  Formen  versiegelt, 
so  dass  sie  nicht  ohne  Wissen  des  Eigenthümers  angebrochen 
weiden  kSnnen.  Übrigens  werden  die  Tennen  stets  von  Leuten 
bewacht  und  Nachts  sohlHft  mcästens  jeder  bä  seiner  Ernte.  Mit 
Fener  ist  man  mit  Recht  ansserordentlich  Torsichtig,  und  ge- 
schieht es  deshalb  sehr  selten,  dass  ein  Feuer  auf  der  Tenne  aus- 
bricht imd  grossen  Schaden  verursacht. 

Von  dem  nun  da  liegenden  ^'orrath  von  Weizen  und  Gerste 
werden  zunächst  die  Steuern  (der  Zehnte,  'äschr)  direct  oder  durch 
den  Fdohter  der  Regierung  oder  dem  Wa^  entrichtet.  Welch» 


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78 


£ri>reS!tungen  und  ISchimtereien  dabei  vorkommen,  ist  lunrei- 
cliend  bekannt.  Gewohnlich  f;chürt  auch  äclion  langst  ein  Theil 
der  Ernte  dem  Kaiil'maDti  in  der  Stadt,  von  dem  der  Fellache 
Geld  gebo^  hat;  dieser  wird  nun  abgeholt,  nenn  nicht  des 
Städters  Saumselig^U  odei  der  Felktdiai  List  es  wenigstena 
theilweise  Teibindert,  denn  das  Böigen  wird  dem  arabisohen 
Kauern,  wie  auch  manchen  andern  Leuten,  gar  leicht,  dae  Zahlen 
aber  bitter  Bohwer.  Ist  ein  iarrät  (Pflügerkneoht)  angestellt  ge- 
wesen, so  erhält  nun  dieser  auch  den  ihm  gebührenden  Antheil, 
auch  der  Dorfgeis tUche  (iniöm,  cAaßb),  der  zugleich  oft  ab 
Dorfbarbier  fuiigirt ,  ist  für  seinen'  Lohn  auf  diese  Zeit  ange- 
wiesen  —  kurz  wenn  der  Fellache  etwas  braucht  und  er  hat  kein 
Geld,  so  wird  Jedermann  auf  die  awa^t  el-bedtm  [Zeit  der  Dresch- 
tenne] vertröstet,  und  da  sucht  natürlich  jeder  seinen  Wechsel 
so  schnell  und  so  gut  wie  möglich  einzucassircn.  Auch  die  Der- 
wische, die  armen  Dor^farrer,  die  Hlindeu  und  die  Aussätzigen 
wallfahrten  num  bedar  und  gehen  selten  leer  aus.  Manchem 
"klcinenu  Bauer  bleibt  dann,  nachdem  er  alle  rechten  und  un- 
rechten Ansprüche  an  seine  Habe  befriedit.-t.  kaum  su  viul  ülirijf. 
dass  er  den  iiolhigeu  Jledarf  für  sich  .  seine  Familie  und  sein 
Vieh  bis  zur  nächsten  Ernte  nach  Hause  führen  kann.  Mancher 
muBs  schon  noch  einigen  Monaten  beim  KKufinaxm  in  der  Stadt 
Geld  boTgenBufKedmnngderiAchsteaEiiite.  Der  wohUiaben- 
dero  Fellache  aber  fuhrt  schon  von  der  Tenne  weg  in  Sädien  auf 
Eseln  oder  Kameelen,  was  er  nicht  für  seinen  Bedarf  nothig  hat. 
eum  Verkauf  auf  den  Kommarkt  {dtchrine)  der  nächsten  Stadt. 
Oft  wild  es  weit  weg  transportirt.  So  kommen  z.  Jt.  elljährlich 
ganze  Beihen  KameeLe  mit  Weizen,  beladen  aus  dem  ^aurän  nach 
Näbulue  und  Jerusalem.  Vieles  vird  auch  durch  MKkler  [lumsür}, 
au^ekaufl  und  zum  £zpnrt  nach  Jafa ,  '^Rifii  und  AVIga  bans- 
portirt.  DerBestwiidinMagaj3nen[macÄsaR]trockenenZimmem 
oderzu  diesem  Zweck  angelegten  Cistenien  (niofmSro)  aufbewahrt. 
Das  zum  Füttern  des  Viehs  nothige  ytroli  Uibiii  wird  ebenfalls 
an  trockenen  Orten,  öfters  in  FelshÜhlen  aufl)c wahrt.  Was  den 
Ertrag  der  Felder  betritft.  so  sull  sich  lieiaiisKi^S'fellt  haben,  duss 
dcrselbn  d nrchs ehr litt lieh  lias  Sechsfin^he  der  Saiilkümer  ist,  dass 
ein  zwölffaclicr  als  sehr  günstig  hetracbtet  ivcrden  darf,  ilass  aber 
ein  dreissig-  bis  sechzig-  oder  gar  hundertfältiger,  wie  er  im 
Evangelium  erwähnt  ist,  heut  zu  Tage  wrgends  vorkommt.  Das 


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MuisB,  nach  ivelchem  hä  dem  Fellachen  das  Land  nicht  eigent- 
lich •  abgemessen«.  Kondem  abgeschätzt  wird,  ist  det  fäddä», 
d.  h.  Joch  üchsen ,  und  bedeutet  ein  Stück  Iiand ,  welches  ein 
Mann  mit  einem  Joob  Ochwn  per  Tag  pflügen  kann,  fteilieh  ein 
etwas  imbeBtiminteB  Flächenmaasa. 


Aueiet  dem  Getieiddiau,  mit  wvlohem  siob  besondere  die  in 
den  grossen  Ebenen  oder  deven  Nilie  wohnende  BetSlkening  ab- 
giebt,  nimmt  auch  die  Beaoi^mig  der  Weinberge,  der  Feigen' 
gärten  und  der  Olivenpflanznngen  viel  Zeit  und  Arbeit  in  An- 

«rbiigigi'n  (ii  pi'ii(Uiii  dos  [„iniles  iiiigolpgt,  weil  da  die  iiatürlifli 
terrassenförmig  uufateigenden  Hügel  dem  Weinbau  sehr  günstig 
sind  und  gerade  dieies  mit  vielen  Felspartien  durohaograie  Teirain 
Hch  weniger  f&r  CMiädeban  eignet.  Viele  Dörfer  haben  in 
grSeeerer  oder  geringerer  Entfernung  ihre  herrlichen  Weinberge, 
aber  leider  giebt  es  noch  ungeheure  Strecken  im  Lande,  welche 
sich  für  den  Weinbau  eignen  -würden  und  die  offenbar  in  früheren 
und  besseren  Zeiten  Weinberge  waren,  diejetzt brach  liegen.  Die 
Weinberge  werden  zum  Schutz  gegen  fifenschen  nnd  Xhiere  mit 
trockenen  Strinmanem  [dteiedSr,  aitueh  pl.  tanSiel)  oder  Cactuft- 
heoken  umgeben.  Mit  dem  meirtenB  sn  imchlidi  auf  dem  Boden 
umherliegenden  Steinmaterial  werden  da  und  dort,  wo  sie  sieh 
nicht  natürlich  vorfinden,  künstliche  Terrassen  angelegt,  an 
welche  die  liehen  sich  niilclmen ,  oder  über  welche  sie  herab- 
hängen. In  manchen  üügondcii  lasst  man  die  Heben  (Rebe :  dä- 
lije  pl.  (hiwrili;  am  l!od,.zi  feijen  .;NH/.»rBth,  lUmallah ,  Kamle 
etc.  etc.  ,  in  andern  zieht  iium  sir  ^iiilVi'dit.ttiihcnd  iKnliinije  und 
Abu  Ühoscli  hei  Jernsi.liin) .  I"  iloii  Weiiibetgeu  haut  man 
aus  grossem  Steinen  meisten»!  ohne  Mörtel  ein  j^r  ('lliurm, 
Üastell) ,  daroof  etwa  eine  kleine  von  Zweigen  nnd  Blättern  be- 
Bohattete  HGtte,  von  wo  aus  man  den  Weinbe^  itbersehen  und 
bewachen  kann ,  und  an  den  Xufr  lich  anlehnend  vielldoht  eine 
von  Reben  uberdeckte  Laube  aus  rohen  Stämmen.  Weinpiceaen 
werden ,  weil  der  Fellaobe  heute  die  Weinbereitung  nicht  mehr 
verstehtundMuslimen,  welche  bei  weitem  die  Mehntahl  der  Fella- 
chen bilden,  nch  nicht  damit  besol^iAägen  dürfen,  keine  angelegt. 
Man  sieht  aber  in  vielen  Weinbeigen  noch'  die  alten  Pressen 


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sr  

{mdgara)  dei  Kanaaniter  tmd  Hebräer :  zwei  in  Felsen  gehauene 
Hecken,  das  eine,  in  welchem  die  Trauben  auegejireset  wurden, 
dnB  andere  etwas  tiefer  liegend,  in  welchea  der  auBgejiresste  Saft 
lief,  beide  mit  einer  Kinne  verbunden.  In  Bethlehem  und  Bet- 
dschälä  wird  zwar  von  Fellachen  Wein  gemacht,  da  sie  aber  weder 
die  Bereitung  noch  die  Aufbewahmiig  desselben  ordentlich  ver- 
stehen, so  liefern  sie  nur  etwas  sehr  Mittelmässiges.  Die  mit  Be- 
soldung des  Weinbei^  verbundene  Arbeit  ist :  nach  Aufweichung 
des  Bodens  durch  den  Hegen,  zwei-  bis  dreimsliges  Umpflügen 
oder  Umhaclien  und  das  Beschneiden  der  Heben  {(a^ib,  Infin. 
von  iännab] .  Grossere  Fclsblöcke  werden  sorgfältig  aus  dem 
Boden  herausgegraben.  Weitere  Pflege  widmet  der  Ftllaclic  dem 
Weinberg  nichc.  Im  dritten  Jahr  soll  ein  neu  angelegter  Wein- 
berg {la'mtre]  die  ersten  essbaren  Trauben  tragen.  In  dem  Wein- 
be^  sina  uungeni  m  aex  äxgd  nicht  bloss  Beben,  aondera  auoh 
allerlei  mmne  gepflanzt,  z.B.  Fagea-,  Gianat-,  Apfel-,  BimenT-, 
Aprikosen-,  Pfirsich-,  Quitten-,  Manlbeerbtbime  n.  b.  w.  -Fangen 
die  Beben  an,  ordentliche  Beeren  zu  bilden,  so  muss  Jemand  von 
der  Familie  des  Besitzers  den  Weinberg  bewachen;  denn  schon 
dann  ist  er  den  feindlichen  Überfällen  der  Menschen  und  der 
Thiere  ausgesetzt.  Sobald  die  Trauben  einigermasscn  gcmessbar 
sind,  zieht  die  Familie  mit  Sack  und  Pack  in  den  Wemberg 
hinaus  und  lebt  und  haust  da.  einige  Monate,  bis  Alles  aufge- 
gessen ist.  Wer  nur  immer  kami,  sucht  einige  Monate  oder 
Wochen  des  heissen  und  ungesunden  Sommers  in  einem  Wein- 
beiigzuzabTiiigen.  Wer  keinen  eigenen  Weinberg  besitzt,  pachtet 
sich  ein  Stückchen,  und  der  vornehme  Städter  schätzt  sich  glück- 
hch,  wenn  er  mit  Weib  und  Kind  unter  einem  Zelt  oder  in  einer 
Laubhütte  einige  Wochen  in  einem  Weinberg  campiren  kann. 
Keine  fürsthcheFamihe  ist  glücklicher  und  lebensfroher  in  Baden- 
Baden,  Kissingen,  Ems  oder  Gestein,  als  der  Araber  im  grünen 
Weinberg,  im  Schatten  der  Beben  odeor  desFeigentaaniDBl  Ein 
gronerXheil  der tiigliohen Nahrung  deiFamilie bestellt  bu  dieser 
Zeit  ans  dem  im  Weinberg  vorhandenen  Obst  mit  Brod.  Wo  es 
viele  Cactusfeigen  [sa&r]  giebt,  da  heisst  es  shört  das  Teigmacben 
aufa,  und  rielc  arme  I^eute  in  liamlc,  Lydda,  Jafa  z.  lt.,  essen 
Morgens,  Mittags  tmd  Abends  eine  Quantität  ^abr  mit  etwas  Brod, 
und  brauchen  sonst  nicht  viel  mehr.  Was  die  Familie  an  Trau- 
ben niaht  selbst  «nfiehrt,  wird  in  Körben  oder  Kistohen  sur 


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nSchsten  Stadt  zu  Maikte  getiagen  oder  nach  solchen  Dörfern, 
die  keine  Weinberge  haben ,  transportirt ,  tco  sie  meistens  gegen 
Gerste  oder  Weizen,  weil  sieh  die  Leute  zu  der  Zeit  gerade  auf 
den  Iheschtennen  befinden,  umgetauBcht  iverden.  üerühmte 
'i'raubengegenden  sind  Hebron  und  es-mlt  jenseits  des  Jordans, 
woher  auch  die  im  I^ande  sehr  beliebten  Cibeben  kommen. 

Fetgengäxten  {Feige,  Feigenbaum  <ifl«j  collect,  ftey  ge- 
bocknete  F.  ^offäi)  giebt  es  da  und  dort  im  Lande  und  was  fax 
dnige  IKstrikte  die  Trauben,  dat  Bind  für  andere  die  Ftigen. 
Die  Gegend  um  hiGn  [Bethel),  'ain  Jahrvd  bis  zum  Anfang  der 
Näbluser  Ebene  ist  durch  ihre  FeigenRÜrtcn  bekannt:  Ein  guter 
Theil  der  feigen,  deren  ver--(;hiL'ilLiif  Surtuu  j^cbt  (grüne, 
subwane  etc.  etc.),  wird  frisch  %ei/ol.rt.  ein  bedeutend  srüstierer 
ab«r  an  der  Sonne  getrocknet  und  im  Winter  so  gegessen.  Zur 
VerproTiontiiang  \miitu))  eines  guten  Fellaohenhauies  gehört  es 
anoh,  dass  man  Bich  ein  gehöriges  Quantum  getzocknetez  Fetgen 
einlege.  Getrocknete  Feigen  werden  auch  zur  Sohuapsfabiika-- 
tion  ge}>raucht.  Die  Feigengärten  weiden  einige  Mal  umgepflügt 
oder  gehackt,  sonst  aber  wird  nichts  weiter  getban. 

GroBsartige  Olivenpflanzungen  {Ölbaum  zetiin)  giebt 
es  hauptsüchlicb  im  Nabluser  Distrikt ,  aber  auch  fast  jedes  Dorf 
im  Lande  liat  seine  griisseren  oder  kleineren  Olivenhaine.  Es 
ist  kein  Zweifel,  dass  der  Ölbaum  einer  der  nützliobslen  Uäume 
des  Landes  ist  und  noch  mehr,  als  es  jetzt  der  Fall  in,  eine  Quelle 
des  B^hthums  für  dasselbe  sein  könnte.  Er  braucht  nur  wenig' 
Pflege  und  lebt  und  trägt  Früdite ,  auch  wenn  er  lange  vemaoh- 
lassigt  wird. .  Die  einzige  Pflege,  die  er  verlangt,  ist  das  Pfropfen, 
wenn  er  wild  ist,  das  Umpflügen  imd  (i^legentliche  Ausputzen, 
und  wird  ihm  dieses ,  so  vergilt  it  durch  reichlichen  Ertrag  die 
geringe  Mühe,  die  luun  an  ihn  gewandt  hat.  Der  Fellach  sagt, 
der  Weinstock  sei  eine  eüt,  eine  zArtUohe  Stadtdams,  und  ver^ 
längs  viel  Pfl^e  und  Aufinerksamkeit,  4ie  Fuge  dagegen  eine 
ftUaha,  eine  abgehärtete  BGuetin,  die  sobDubn  weniger  wuter 
Behandlung  gedeihe,  der  Ölbaum  aber  sei  eine  btdatnj»,  ein  auch 
in  der  Wildniss  und  bei  langer  ^'emachlä.i$igung  noch  kräftiges 
und  arbeitsames  Beduincnwi^ib,  Gegen  Ende  des  Pommers  sind 
die  Oliven  (m(ü»)  reif;  sie  weiden  dann  mit  langen  Stecken  ab- 
geschlagen, wobei  man  sorgfältig  darauf  achtet,  nicht  zu  viel  von 
den  zBitenZweigen  undBUitteia  zu  zeretörea.  Die  Beeren  werden 
zl><^kI.d.  F>L-T«.  IV.  e 


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auf  dem  Dach  oder  sonst  wo  ausgebreitet,  dann  Nnige  Zeit  auf- 
gehäuft, damit  sie,  wie  der  Fcllach  sagt,  in  Gahning  {joehmor, 
es  gahrtl  gcrathen,  diiii«  kommen  sie  in  die  Ölpresse  (bädd), 
werden  ila  unter  lien  scliweren  Mühlsleinen  zu  einem  Brei  zet- 
iiuihnt  und  soliliesslich,  in  StrohJtörbchen  gepackt,  in  der  Presse 
,>j;(/  ^.ijvi,  iUL^nopresst.  Das  Öl  [zet]  läuft  in  eine  kleine  ausoe- 
mentirte  Cisteme  und  wird  aus  dieser  in  Ledeischläuchen  oder 
grossen  irdenen  Ktiigen  {Haeharra]  fotttranspoitiit.  Der  Fellach 
'branoht  OlivenSl  ntr  BeleuclituDg  lind  äIb  NafanmgBmittel.  Wenn 
er  sonst  nichts  hat,  so  ist  ihm  Brot  in  Öl  getaucht  ein  ganz  >vill- 
kommcner  Kissen.  Auch  bei  den  Städtern  wird  das  Olivenöl 
noch  viel  in  der  Küclit  vtT«ciidi  ( ;  llulouchtungsmaterial 
aber  hat  es  dii>  Petroleum  fii^-t  überall  iiu  LiiiidL-,  selbst  bei  i-ieleii 
Fellachen  ersetzt.  Grosse  QuantitiUen  Olivenöl,  besonders  aucli 
die  echleohteien  Sorten,  werden  im  Lande  zur  Seifen  Fabrikation 
Tsrwendet;  in  gewissen  Jahren  wird  auch  viel  naeh  Marseille  und 
Italien  exportirt.  Die  nach  Anspressung  des  t)ls  übrig  geblie- 
benen oTräbera  [dsckifC}  werden  in  Seifensiedereien  und  Kalk- 
öfen als  vorzügliches  Heizmaterial  verbraucht. 

Der  Gemüsebau  [Gemüse  cho(lra]  gedeiht  nur  darecht, 
wo  das  Land  bewässert  werden  kann,  obschon  es  einzelne  Arten 
Gemüse  gUht,  welche  auch  ohne  Wasser  wachsen,  wie  z.  B.  Gur- 
ken [ehijär),  Ghisa [vege table  marrow),  Tomaten  {bmulord].  Was 
ao  (trocken]  v^ohst,  heisst  ba'l,  das  Bewässerte  ta^.  In  den  be- 
«rSsserten  (Hrten  [bia^  pl.  baiäSn]  vtvcAien  allerlei  Sorten  O»- 
tfO» gepflanzt:  Kraut  (ma{^),Büben  (1^,  GeIbrnbe^  (ifaiAfl- 
aar),  Bettig (^iIkAiI],  Onrken  (ehyar),  Tomaten  (haa^ra),  Gier- 
gewKchs  {franz.  aube^nes,  arab,^  bedindschän) ,  Pfeffer  (ßefie), 
Zuckereihsen  [bizellii  u.  s.  w.  Liefert  einv  Quelle  das  Wasser 
für  mehrere  OBiten,  so  ist  es  so  eingerichtet,  dass  jeder  Eigen- 
thümer  seine  bestimmten  Tage  und  Stunden  hat,  in  welchen  er 
das  Wasser  in  aeinen  K anflehen  {^attä  pl.  auf  sein  Land 
leiten  darf,  iröhiend  dos  andere  nnbewSssert  tilübt.  Die  Ertrags- 
fShigkeit  des  Landes  ist  da,  wo  bewässert  werden  kamt,  eine 
erstaun  enswerthe . 

Mit  der  Viehzucht  ist  es  bei  den  Fellachen  ziemlich  elend 
bestellt.  Ochsen  und  Kühe,  eine  kleine  Rasse,  werden  fast  nur 
so  viele  gehalten,  als  man  zum  Ackerbau  braucht  und  erst,  wenn 
sie  zur  Arbeit  untauglich  dnd,  werden  die  an  den  Meteget  vet- 


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kauft  lind  geschlachtet.  Mnetvieh  j^cbt  es  nicht.  Schafft  wer- 
den nur  vienige  ^halten  und  das  Hammelfleisch,  welches  den 
Arabers  Liehhngsfleisch  ist.  hefcm  die  liediimeu.  welchfi  grosBe 


Arabern  sehr  behebte  Dauermilch  [läbeii]  und  der  Käse  \dsclitbn, 
bereitet.  Butter  rnid  nur  wenig  genutclit  and  Schmalz,  ausge- 
kochte Butter  (»Sim)  liefert  &Bt  ausaDUiuBliob  der  Beduine  (Jafa, 
Gaxn,  Camel,  Ostjordanland] .  Die  Milch-,  Butter-,  Sauenuilch- 
und  Käsebcreilung  blüht  beinahe  ausschliesslich  im  Frühjahr, 
wo  (las  nothige  grüne  Futter  aus  der  Erde  hen  orwächst.  Trock- 
net über  dieses  im  Mouat  Mai  aus,  su  fängt  für  das  gute  A'ieli 
das  lange  traurige  Fasten-Semester  an.  Der  Ziege  geht  es  da 
noch  am  beaten,  denn  sie  findet  Stoppeln,  Hecken  und  Ge- 
bÜBob  auf  den  Hügeln  und  in  den  WSldem  und  wird  in  allem 
Wind  und  Wetter  ins  Freie  getrieben.  Wenn  das  Wetter  zu 
•ohlecht  und  die  Ntihrung  gar  zu  spärlich  geworden  iatj  so 
reicht  man  der  Ziege,  falls  sie  dem  Städter  durchaus  Milch  lie- 
fern soll,  etwas  Ölkuchen  aus  Sesamti^bem  [kUbe\,  Schafeso- 
wohl als  Ziegen  können  oft  in  den  harten  Wintermonaten  nur 
kümmerlich  ihr  Leben  fristen,  und  manches  Thier  crepirt  aus 
MHiigel'  an  notliiger  Nahrung  und  Pflege.  Ochsen  und  Kühe 
leben  den  Winter  über  von  feingetretenem  Stroh.  Da  der  Fel- 
laoh  selbst  ein  rauhes  und  kümmerliches  Leben  führt,  so  fällt  es 
üun  nicht  ein,  für  sein  Vieh  besmideie  Sorg&lt  an  den  Tag  zu 
legen.  Wenn  ihm  manches  Stück  Vieh  aus  Mangel  an  besserer 
Pflege  zu  Grunde  geht,  so  hat  es  eben  Allah  so  gewollt  und  — 
dagegen  ist  nichts  zu  machen!  Er  nimmt  die  Sache  mit  ziem- 
lichem Gleichmuth  hin  und  sucht  sich,  wenn  und  wo  er  kann, 
durch  List  und  Betrug  den  Schaden  zu  ersetzen.  Ein  Städter 
Übergab  einmal  einem  Fellachen  in  Siloah  eine  Anzalil  Ziegen 
■auf  die  Bälftof,  d.  h.  für  die  Pflege  sollte  ihm  die  Hälfte  der 
Ziegen  so  wie  ihres  Ertrags  gehören,  eine  Art  Theilhabe^eschäft 
[sekirke],  wie  es  auch  bei  Pferden  etc.  etc.  Torkommt.  Nach 
einiger  Zeit  erkundigte  er  sich,  wie  es  der  kleinen  Heerde  er- 
gehe und  erhielt  die  frohe  Kunde :  'luchtcharen  (sie  sind  träch- 
tig]; nach  einiger  Zeit  wiederum:  xoaUaden  (sie  haben  Junge); 
bald  darauf  aber  die  IVauetknnde:  natehaehi^m  (sie  sind  vei- 


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und  den 


und  gutes  Weideland  b 
II  i    h    le  (  1 
,  ilire  Milch  wird  verk: 


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6* 


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ttookset,  d.  h.  die  Hücli,  Ulf  draen  Eitmg  der  Sffidter  mm  zäUte) , 
und  wiedenun  bald  dunuf:  ntulm  {sie  sind  onpirt).'  Ob  m  eioli 
imt  der  Sncbe  wirklich  an  Terhielt  odet  ob  Aa  Fellacb  ihn  über- 
listet hatte,  konnte  der  Städter  nicht  genau  heranefinden.  Im 
Frühjahr  und  Anfangs  Somniar,  wo  dos  Vieh  ^tes  grüneB  Futter 
und  fitoppehi  (yon  Gerste,  Weizen,  dura]  findet,  treibt  es  der 
Hirte  {rat  —  der  Hirte,  welcher  Ochsen,  Esel,  Pferde  auf  die 
Weide  inlirt,  heisst  'addechäl,  wohl  von  'edschl,  Kalb]  Moigena 
auf  die  Weide  imd  kehrt  Abends  zurück.  Ist  aber,  besonders  in 
den  lülteren  und  mageren  Gehirgegegeiiden  das  Futter  ganz  aus- 
gegangen, so  ziehen  diejenigtri ,  dir;  einen  gröseercn  \'iehstand 
haben,  mit  ihrem  ^'ieh  in  wärmere  Distrikte,  etwa  gegen  den 
Jordan  oder  gar  ins  Jordlinthiil  hinab  und  iilierwintem  dort  mit 
ihrem  Vieh,  des  Tügs  im  Freien,  des  Nachts  in  irgend  einer  der 
natürlichen  HöhJeTi  'mu/;/iärr  .  im  lit'niüi  da-  Land  reich  ist. 
Von  einer  l'artie,  ive!rli,.'i,nf  dit-s,;  Art  iriil  ihn>m  \  ieh  dc-m  Futter 
nachgezogen  ist,  heisst  es :  axzabä  [sie  sind  smSn  Land  gezogen 
d.  h.  dem  Fntter  nach)  und  el^kanam  tno'dxztb  (das  Vieh  ist  auf 
der  feinen  Wende] . 

Da  dei  Zwei^  dieser  >Htttlieilnngem  nicht  ann  kami,  in 
alle  Ifetaile  einzugehen,  wodurch  nuBer  Aufeatü  mindestens  zn 
einem  iBüchleinc  anschwellen  würde,  so  mGgen  diese  Bemer- 
kungen Über  "LandwirtiiecliBftliches  in  FaHstinoi  genügen. 


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Beitrftge  zur  Palästinaknnde  aas  arabischen  äaellen. 

I  und  II, 

Von  Professor  Dr.  J.  Gildemeister  in  ISonn. 


Vorerinnerung.  Wenn  der  ZDPV-  II,  j..  XXI.  III,  VU 
in'B  Auge  gefa^slf  PUii .  in  der  Zeitachrift  geographisolie  und  Kislo- 
riscliB  Texte  rtu^  ,ii  ii!ii^(  lu'ij  S^hriftsl ellern  in  wörlliohen  Cbersetiungen 
oder  BearbeiiiuLi,-!  ]!  uiii/iciln-ili  n  ,  unerBl  mit  den  zwei  l'olgendao  klei- 
nereD  Stocken  zur  Aii'-:rL)ii-Li[ii:;  ^'elsngt,  so  ist  dazu  allerdings  nicht 
die  Bedeutsamkeit  des  Inlmits  der  bestimmende  (irund  gewesen,  son- 
dein  dar  Umstand,  daas  nif  /.u  ilcii  rdri^stcji  k"-'!!''"'!' ■  üuI'itd  .liu  nucL 
vor  das  Jahr  1000  faücn.  Der  \<:iUiSQi  des  or.=i:cn.  „!-jii'lnil,i.  über 
den  RBraATO,  Abonlf.  trad.  I.  I.XI,  de  U<i>-.Tt,  Ik'sci.  Al-ma|»ribi 
LB.  IB60  S.  15—21  und  dessen  AbluindLung .  tlcr  die  Üesch.  der 
AbbbideQ  von  >1--Jakabi.  Leid.  lS7b  ku  mritleichi^n  sind,  in  .'i^fj-iilon 
geboten,  vialgcseUt,  und  alsEiLtib  in  i{{.'){iin-i:iijisi^>.'si;lii'i(i<'ii  iH'tvuiiilert, 
■chrieb  im  Jahr 278  (Chi.  891/2),  vürbciT^diciid  vi,™  iidminisiruii.cn 
Oesioblipiuiat  aas,  einen  knnen  geogrsphisi^iien  Abris.i  iiiä/i  al-bul- 
däti,  der,  weil  nicht  Kuf  VorgSogern  fuasend,  Boadem  meist  nucli  Ke- 
giBtratuien  und  Anschauung  bearbeitet,  ein  oiiginales  Werk  darstellt. 
In  der  eiimgen  erhaltenen  Handscluift,  auf  der  IvYHBoi^t'»  Ausgabe 
LB.  1S61  beruht,  sind  die  Ortsnamen  in  der  Regel  nicht  [luncürt  und 
zuweüen  fehlerhaft  aberliefeit ;  meist  sind  iie  von  dem  Herauagebet 
Rcbon  befriedigend  hergestellt.  Oenaueie  Angaben  aber  die  hkuä- 
Bohriftlichen  Lesarten  verdankt  Sohisiber  dieiea  der  Qflte  m  QoBJS'fl, 
Dem  Vei&sser  liegt  dniaQ ,  die  arabischen  SlSmme ,  ^  lieh  in  den 
Districten  FallEtiiia'B  niedergelassen ,  und  iwsi  ja  nachdem  de  rar 
kuaidisohen.  oder  jemenischen  Partei  gehörten,  ÜDieln  ancngeban. 
Hierin  üegt  das  grOsstc  Interesse  des  Fragment«,  «ofsm  es  einen  Bei- 
trag liefert  zu  der  Entaebeidung  der  Frage,  wie  wsit  man  in  der  heu- 
tigen LandbevölkeiuDg  noch  Kaehkommen  der  ütfaewobnet  «eben 
dorfe.  Über  die  ThatHche,  dau  vor  und  namentUoh  leit  der  Erobe- 
rung "bb  in  neuere  Zeit  uatniche  Stsnune  FalAatina  obenogen,  rieh 
dauernd  asgeüedelt  oder  aneh  Ton  da  weitet  nach  Agjrpten  begaben 
haben,  finden  sieh,  niriit  wenige  Nsehriehten  und  in  den  Namen  ent- 
haltene Anaaiohen,  doch  ao  TerdnaaU  and  migaminBnhanglnii ,  dsaa 


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üeh  dtnui  kein  Ouuei  nuehen  luat ;  an  eis  er  «inlisiinUdieii  Dw- 
stelliuig,  wie  üe  Makrid  in  «einei  von  Wostznteld,  OOtt.  1847 
lierau«gegebenen  Abhandlung  Uber  die  in  Ägypten  eingewanderten 
RTsb.  StEnune  geliefert  hat,  fehlt  ee.  Es  wird  nicht  ungehörig  eeio, 
dag,  was  Bich  in  letzterer  auf  Fidäetinitbeüehl,  hier  auBzohebon.  Von 
der  HgyptiBohen  Oränze  bia  Äkkä  wohnte  der  jemcoiache  Stamm  der 
ta'laba,  und  zwar  ihre  Zweige  rfarmö  und  atratlf,  welche  den  Franken, 
ale  diese  dus  I^nd  erobert  hatten ,  UnCeiBtatzung  liehen ,  ferner  die 
ihnen  verwcndtcn  dicAarm  von  lajji' ,  und  die  lücAarm  von  (iu</ä'a, 
welche  lotzlorc  von  i//ia^  und  ml-däriim  bis  nach  Hebron  ihre  Wohn- 
eitKe  hallen.  Xaeli  Kalüilin's  Siege  kamen  die  la'laba  und  ein  Tlieil 
der  ilscAar»,  von  /<y>r  naeh  Agjplen.  S,  Ii— 8  [45  ff.).  Die  Familie 
nüdir  und  andere  von  den  zu  den  dscAarm  gehörenden  banü  ghiuir 
wohnten  bei  <ul-i!iirüin  und  vermittelten  den  Verkehr  iwisehen  den 
Königen  (offenbar  den  fränkischen  und  muslimischen,  gerade  nie  Sa- 
lsdin  eieh  eines  sprachkundigen  Unterthanen  aus  a:>:«iarfänl  als  Corre- 
apondenten  bediente  Jäküt  IV.  'J13);  in  ihrer  Kühe  wohnten  die  ionü 
/uiaid,  die  sich  mit  ihnen  vermischten.  S.  S.  (48).  Ein  anderer 
Zweig  der  TÄ  iden,  die  aiiihie,  die  in  Palästina  und  ad-därvm  wolinten, 
wurden  422  ;Chr.  1050/1)  nach  Ägj-pten  vcrpHanzt.  8.  9.  (Iii).  In 
Ifolyä  BttSBcn  die  acAdrlaa  und  die  ionü  bajäda,  die  m  la  laLa  gehörten, 
und  in  der  badrijja,  dem  Weg  nwischen  Syrien  nnd  Agj-pten  ;(lber 
den  Berg  budr  im  lUcMJÖr  s.  Muachtarik  S,  39),  die  dazu  gehörigen 
Jniiii  jorfr,  von  denen  das  Fort  Jorfr  (JäkSt  lü,  375)  den  Namen  hat. 
S.  37  (79).  Zwisclien  Kähira  und  Ailn  wuhnten  die  ä'id  vgl.  Burk- 
hardt,  Kyr.Sfl-ll  8.  14  (7!l). 

DaEi  zweite  Stück  findet  sich  in  der  bekannten  Anthologie  al-'ikd 
des  eimnisehcn  Arabers  Ibn  Abd  Kabbih,  der  32i  ['J39/^0';  gestorben 
ist,  Bd.  III,  S.  3ljü  ff.  der  Kahiriner  Ausgabe  von  121)3.  Es  bietet 
Btatiatisebe  D.itc^n ,  "  ie  sie  bei  undcrn  wiederkehren ,  z.  B,  bei  Mu- 
dsehir  ed-din  el-uhimi  p,  21s  ih:.  Sauvaire' ,  251  [W.  375  12r, 
385  'I3S),  in  dem  Iluche  ilhhiij  cd.  Lemming  p.  15  53.  llEVSoi.ns" 
Überaetiung  kann  ich  nicht  citircn,  vgl.  Tobi.kk,  Topogr.  1,  463.501. 
5TS.  583,  mit  denen  sie  als  älteste  und  etwai  abweichende  Angabe 
vergliahen  werden  können.  Ibn'  Asäkit  bei  Ulaimi  8. 248  citirt  «aen 
Theil  ditvon,  indem  er  als  seine  Quelle  at-^futi  nennt. 


1.  Ja'kübl. 

(B.  113).  [Zum  Militairbeiirk  von  Damaskus  gehören:)  J^urän 
mit  der  Hauptstadt  biisrä,  dessen  Bewohner  Kaisiden  ran  den  lianü 
imirra  sind ,  mit  Ausnahme  von  aa-tuwaidä,  das  Leute  von  kaS)  [also 
Jemeniden]  bewohnen  —  el-hatia^ja  mit  der  Bauptatadt  adti'ät,  von 


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87 


Jemenidan  und  Kaitiden  beiebt  —  der  Diitciol  d-ialia ')  mit  der 
Uaupbrtadt  'anmtän  und  du  fAav  mit  der  H«uptsUtdt  njo  (114), 
welolie  beide  BUIdte  das  I«nd  dei  iaits  bilden;  die  Bewohner  sind 
Kaiaideii  -and  dkrontei  »nck  eine  Aniahl  tarmtck  —  ^dtchäiät  mit  der 
Huipbtadt  'arandal,  bewohnt  von  Qhuaü&iden ,  banu-iiam  und  an-ft 
deren,  und  ndt  nm'Sb  und  THghar,  deran  Bnrohuei  gemiBoht  sind ;  dort 
ist  anch  das  Dorf  näta ,  in  nelchem  Dseha  tax  iba  abi  Tälib,  Züd  ibn 
Härilab  und  'Abdallah  ibn  Bavähah  gelodtet  wurden  —  esch-scharäh 
mit  der  Hauptstadt  adra^,  bewohnt  von  dienten  der  Hüsohimiden :  da- 
rin liegt  el~hamaima,  der  Wohnsitz  des  AU  ibn  Abdallah  ibn  Alabbäa  10 
ibn  Almullalib^]  und  seinea  Solraes  —  el-ÜK/iaulän  mit  der  Httupt- 
fltudt  hänijSt,  wo  Knisiden  und  iwar  meist  banü  murra  wolraen,  aber 
auch  einige  Jemoniden  —  diia  Uebirg  sonlr^),  mit  tanü  ilahba  [Kais], 
aber  auch  Leuten  von  kalb  —  ha  tabakk ,  von  Persem  und  an  den 
GiSnun  and)  von  Jemenidm  beutst  —  dssOebiige  tt-daeiabl  mitBa-l& 
wohnein  vom  Stamm  ämija  [Jem.]  —  der  LibanMi  von.  foüß,  np 
Knraliohiden  und  Jemeniden  wohnen.  Zu  den  Districten  dea  MilUair- 
becirlu  von  DamucuB  an  der  Koste  gehören  der  von  iria,  der  eine 
alte  von  nidit  «iWiBaigen  l'ersfin  Ijouulmic  Hiiuptatadt  bat,  und 
indemLene«  van  den  ruii'o  (K«is;uiid  i;wur  von  den  ba>iü  bani/a  wohnen  20 
—  Sladt  Tripolis ,  deren  Einwohner  von  Mi^wija  hierher  veiBetKte 
Perser  sind,  mit  wunderbarem  Hafen,  der  tausend  Falinengt  Jiaat,  — 
tUchubail  —  saiilü  —  JoiViii;  die  Einwohnet  aller  diewr  Di«tiäete  Bind 
(116)  vonMuäwijaverpflanite  Perser.  Den  ganaea  District  von  DttMMk 
eroberte  Abu  Ubaida  unter  dem  Chalifat  Umnra  im  Jahr  1 4 .  Die  Orund-  M 
Bteuei  von  DamaBh  ohne  dio  Domoincn  betragt  3ü0  QUO  lliiham. 

Der  MUitaitbeiirk  dea  Jordan  'el-urdumi] .  Von  Damaslt  daliin 
rind  vier  Tageaslidioaen,  dicAömn  und  chufitt,  die  zum  damaaceniaahsn 
Qebiet  gehören ,  an  dem  bdumden  Pmss  und  falariffa.  Dieae, 
die  Haaptatadt,  liegt  am  Fun  öneaBei^an  ünem  groaten  See,  auaSO 

1)  Über  die  richtige  Lesart  vgl.  de  Goeje  Bibl.  geogr.  arab.  p.  3!)4. 

1)  Dea  bekannten  Stammvaters  der  Ahbiaiden.   Weil  H,  IS. 

3]  «nir  bezelohnet  der  Auriihlung  nach  hier  noch  den  Dainaik  lunSchnt 
gelegenen  Theil  das  Antilibanus  und  al-ibrAuni  das  Gebirge  von  Ohergalilaeu, 
bei  Abulleda  die&iäiat  'ämila  genannt ,  vEhrend  spater  beide  Namen  bei  den 
mbiichen  Oeogiapbra  wräter  nordwtria  rOcken. 

4)  nHäat^.  Der  Herausgeber  hat  dannt  ein  ^fdMjja  gemasfat  nach  dar 
Mart«idIV,5!I  venaohtsn- vDlkflriiBben  FunotaUon  dnei  belQiuvBEu^ 
-Maml.  n,  1, 1T4,  B  ohneFnneta  abedieTertan,  jedoch  nach  Tfrüi  gehörigen 
Hameoi,  der  wohl  mit  dem  in  einer  tyrischen  Ortalttl«  bei  pROTi  Aul  Pbö- 
minen  3.  40g  mitgelhnlteu  'bakll]«  idenäch  iit. 


88  

dem.  der  Jotdan  fiiesst ;  in  ihr  entspringen  heisse  'WsBBer ,  die  im 
'Winter  und  Sommer  ununl erbrochen  sprudeln  nnd  zu  den  Bldem  jic- 
Imtet  irarden,  olme  dass  man  iilr  diese  Feuerung  gebtaueht.  Unter 
Ihren  Emwohnem  sind  vorherrschend  die  Asch  ariden  [Jemen.],  Zu 
B  diesem  Benrit  gehören  die  Distiiot« ;  der  Ten  für,  der  Hu^tsladt  dis 
Eflstenlandes,  in  der  das  Anenal  fit  nnd  Ton  wo  die  Regfernngnohifib 
zum  Kreucen  gegen  die  Byzantiner  aulfahren  ;  die  Sladt  ist  feit  und 
gross  und  ihre  Einwohner  sind  gemischt  —  'atiä,  das  znm  Eflst«n- 
land  gehört  —  forfoi,  oinor  der  grösaeaten  Diatrioto  —  '1  — 

iO^Ai  [nach  andern  /oAi]  —  diciarascA  —  es-iaicad,  die  Bewuhner  dieser 
Dittriete  Bind  aus  ÄrBbnm  und  I'eraem  getniaoht.  Die  Districte  des 
uniwin  wurden,  mit  Ausnahme  von  Tibeiias,  daa  capitulirto,  von  Abu 
Ubaida  erobert,  andere  eroberten  ChSlid  und  Amr  (1X6)  ibn  Al'äs 
ab  Unterfeldhem  Abu  Ubaida's  im  Jahr  14.  Die  Orundsteuer  dieses 

IGMilitaizbeiirkB  ohne  die  Domainen  belauft  ueh  auf  100  000  Dinare. 
Der  Hilitftirbeiirk  FkllBtina.  Von  dem  vodgoi  m 
diesem  sind  drei  Stationen.  Die  alte  Hauptstadt  hiess  fcdU.  Als  8d- 
UimSn  ibn  Abdalmalik  Clislif  war ,  baute  er  die  Stadt  er-romla,  Ubss 
ludd  wflat  werden  und  vecpflanite  die  Einwohner  nach  er-ramla,  dem 

20  Hauptorte  von  PalSstina.  E<  hat  einen  kleinen  Flusa,  aus  dem  die 
Einnohner  trinken ,  wBhrend  der  Fluss  abü  Jufna  1 2  Meilen  davon 
entfernt  ist ;  rie  trinken  auch  Branuemraaser  nnd  ans  CistaniBn,  in 
die  der  B^n  ISnft.  Das  Volk  d«  Stadt  ist  gemischt  ans  Arabern  und 
Persem;  die  Sohutzvenrandtsn  darin  sind  SamaritsneT.  Distri^'van 

3&  PalSstina :  der  von  ilgä  oder  baU  »t-mujaddtu,  wo  die  HdligthOmer 
der  Propheten  aind  —  der  von  ludd,  und  sein  Hauptort  besteht  noch, 
nur  dsss  dieser  wOst  ist  —  amamSt  —  nähulta,  alte  Stadt,  in  der  die 
beiden  heiligen  Berge  sind ;  unter  der  Stadt  ist  eine  in  Fels  gehauene 
Stadt*];  bewohnt  wird  sie  von  einem  Qemiseh  von  Arabern,  Feisem 

30  und  SamariUnem  —  taiatlya,  das  zu  niOnJut  geschlagen  ist  —  fwiä- 
rUfo  am  Meer,  eine  der  festesten  StXdte  PalBsUna's  und  die  letzte,  die 
erobert  wurde,  und  zwar  von  MnSwi^a  unter  dem  Chalüat  Umazs  — 
jiAnä,  tönt  alte  Stadt  Mif  einer  Hohe  [statt  (of  a  nnisa  sicher  bl'a  ge- 
lesen werden];  de  ist  es,  von  der  naoh  der  ÜbetUefemng  Us&na  ibn 

SSZsid  gesagt  hat:  >der  Prophet  als  et  mir  den  Oberbefehl  flbeigab, 

5]  DsT  S'stte,  «ie  es  sbbdnt,  vstdorben;  sehmiUeh  atnin,  das  der 
HsrauigcbcT  lesen  will  nad  das  sui  IiSgs  nidit  passt  Man  sollte  ftoüAi  er- 

B)  ErUirt  sieh  wohl  sus  QniaiN  Ssmsiis  I,  399  ff. 


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60 


flpiaBh :  llberfalla  jubnä  (117)  am  frllhsn  Uoigen.  d&im  stecke  in 
Brand ') ;  die  Einwobner  dieser  Stadt  sind  Leute  von  den  Samaiitir' 
Dem  ^)  —  jäfä  am  Vier  des  Meeres,  woliin  die  Ben-oliDer  von  Kamla 
verkehren  *)  —  der  Disfarict  von  tail  Jicübrin ,  einer  alten,  von  Dsohn- 
dämlden  bewohnten  Stadt ;  in  ■h"'  liegt  das  todte  Meer,  von  dem  ^ 
Aiphalt  oder  Mömia  konmt  —  die  Stadt  'm^aföR  am  Strande  —  die 
Stadt  yi«sn  am  Strande,  no  das  dritte  Elim«  beginnt  und  das  Grab 
Ufigohims  ihn  Abd  Man&f  ist.  ^e  Eiin?obiier  d68  MüitaitbesidEfl  Far- 
Ilstiiia  beitehen  aoa  den  Aiabem  von  bdim,  AaHv^m,  'SrnUa,  ündii, 
tmi  und  ibnäno.  Du  Land  Palltirtina  wurde  im  Jahr  16  nach  längerem 
Widerstand  erat,  als  Umar  sclhat  ausgezogen  war,  erobert.  Die  Etn- 
woliiicr  <U-t  Dislilutc  Hiß  ä.  l.  Wl  f/-nmka,!i!as  nollten  nur  dem  Cha- 
lileii  capituliren  ,  su  ruisH.'  ti  zu  ilintu  und  ertheilte  die  Capitulaüon  ; 
es  wurden  die  meisten  District«  des  Landes  ausser  ^auSrüfa  erobert, 
TOI  welchem  Abu  Ubaidah  den  Mnlnija  «nrllcfc  Uns,  dar  es  im  Jahr 
18  annahm.  Die  Summa  Qmnditooer  dieses  IClitaiibenikea  mit 
Einschlasa  des  Domainenertraga  bellnft  sich  anf  300  000  Dinaca,  Wer 
von  Syrien  an  P»1I1slina  [hin  nach  Mekka  irill,  kommt  Ober  ranbe, 
i^<;hrolfe  Kcr^L' ,  1)1.4  tr  niidi  aila  und  dum  Mwh  «M^M  gelangt,  dano 
führt  ihn  der  'Weg  mit  den  von  Ägypten  und  dem  ferneren  Warten"' 
kommenden  Pilgern  weiter  . 


U.  Ibn  Abd  rabbih. 
(8.  MS)-  B«aehreibang  derMoiehee  von  Jeraialem. 
Ihre  Unge  betragt  184 ,  ihre  Bteit«  4fi5  (807)  ^en  ntwh  der  nrän- 
EUail},  Bs  werden  in  ihr  1500  Lampen  angezandet.    Die  Zahl  der 

T)  Dar  Text  nadi  Bakrt  p.  63  veibesiert ;  denaelben  Knn  giebt  DE  QOE- 
i^s  Pnactatton  ^^ais  das  palUtinansiiche  juinü  lu  ventehaa  lei, 

•oheint  ob  Oobib  H£m.  d'hisl.  ortent.  III  1 1  gerechtfertigt  lu  finden ;  aber 
naoh  dam  Znaammenhang  bei  fabart  I  60.  8S  Koteg.  ist  diea  nicht  mCglich. 

8}  HlacnndliiBamlasoiutBiolitenrthiit. 

9)  Sd  wobl  hier  n  vantehen. 

10)  Dau  die  Bjiriiohe  Soramne  damob  mit  der  Igyptiichen  den  am 
Gestade  dee  rothen  Heerea  einichlag,  isgt  Jaliübl  auch  S.  12S.  —  In  Text 
folgen  diu  Sutionen  de>  Wegea  von  Syrien  uach  Ägvptea,  die  aU  von 
SpRENOER,  Post-  und  KelserüUten  B.  35,  achnn  flliersetVl  hier  »eKlilcilien 
können,  mit  Ausnahme  der  Kotii,  da»  die  lienohncr  von  el-nnii-h  l)»cliüd*- 
midcn  waren,  was  such  Jakut  III  6G0  anj^cbt. 

11|  Naoh  dem  Statement  de«  Pal.  Eiplor.  Fund  1374,  3.  261  entdeckte 
GAHlmAU  an  der  nördlichen  Innenmauer  de*  Hat9m  eine  In  nicht  lehr  aotg- 
ftltigam  Nai'chi  eingegrabene  Inschrift,  in  der  ta  lesen  nr,  daM  die  Linge 


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HokMAcke  [Balken,  Sparren'^)]  dann  ist  U900 ,  der  Thore  hV,  der 
SBiilen  684.  Innerhalb  der  «nc/ra  befinden  sich  3U,  aueBCihiilb  IS 
SSnlen;  sie  ist  mit  3392  Uluiplattcn  belegt  und  darüber  sind  1021l> 
Tergoldete  Kuprerpktten.  In  der  lacAra  brennen  4fi4  Lampen  an 
Gkupferoeu  Haken  und  kupfernen  Ketten"). 

In  der  MoBohee^aelbst  sind,  drei  makfüien  für  die  Weiber .  jede 
(i(t  Ellen  lang  und  E>0  breit,  60D  Ketten  nun  AnfliSngen  der  Lampen, 


der  Moschee  TüO,  und  4  Kllen  und  die  Breite  45.1  Ellen  nach  der  ....  . 

-Eltu  betrage.  Die  beiden  hier  mit  Puncten  beieichneten  Worte  varen  ler- 
stSrt,  doch  bo  fiel  lu  Beben,  dait  du  entere  nur  30  oder  BO  gelautet  haben 
konnte.  Dieielbe  Inichrift  Hab  an  dersdben  SteUe  der  Verhiaer  dei  nti^ir 
al-ghuräm,  der  752  (Chr.  13Slj  uhrieb,  und  laa  dat  entere  Wort  80,  wahrend 
saäi  damala  dia  tweite  unleaerlich  war.  Nochtrober  im  Jahr  43S  (1ii4S|  hatte 
der  Feraer  nöpr  An  cAiwrau  (Joiim.  of  thsB.  Ai.  Soc.  2  Bot.  VI.  1873,  p.  146) 
die  Inuhrift  an  der  Nordeeite  bemerkt  und  giebt  bU  Linge  TU4  Ellen  an: 
also,  wenn  ea  nicht  HandKchriftrebler  in,  scheint  dUK  Wort  schon  damals  un- 
IcMrlich  geweien  lu  sein :  das  Maass  nennt  er  die  mn;ri-Elle,  was  aber 
nach  QiKKBATJ'aZeugnisB  mit  den  erhaltenen  Zogen  unvereUibar  ist.  in  dieae 
Zvcäfal  bringt  nun  unsere  Stelle,  die  uothwendig  auf  der  Inechrifl  fuast, 
Licht.  Sie  beaUtigt  die  Zahl  7S4  und  nennt  die  iWim-Elle.  Was  die  Zah- 
len betriffl:,  lo  urthrilt  UOHDEB  [Stat.  IBSO,  p.  daes  sie  mit  der  ermittelten 
Lange  dei  HarSm  Ton  1601  engl.  Fuas,  die  Elle  =  2  engl.  Fuss  3  Zoll,  aiem- 
lich  stimme  (aber  die  Division  ergiebt  nur  2i/io  engl.  Fuss},  und  eben  lo  mit 
der  Breite  der  Nordneite  von  ili4i  Fuss  engl,  iabcr  dies  ergiebt  21,5,1,  und 
schliesst  daraus,  dass  die  Ana  des  Ilaram  m  allen  muhammedaniachen  Zeiten 
dieselbe  gewesen  sei,  während  er  1ST4  a,  n.  0.,  nichi  ohne  die  Verschieden- 
heit der  arabischen  Ellen  in  Erwägung  zu  ziehen,  den  umgekehrten  Schiusa 
machte:  in  der  muhammedanischen  Zeit  habe  die  Ausdehnung  des  Harim 
varilrt.  In  jedem  Falte  haben  wir  hier  ein  chronologisch  und  sachlich  roll- 
kommen feststehendes  Zeuguiss  aus  vorfrankischer  Zeit,  dass  Angaben,  wie 
die  WilheWs  von  Tjtui  8,  3  von  der  quadratischen  Ocstatl  der  Area  (mit 
denen  ToBLER.Top.  I,  400  sich  viele  MQhegiebtl.keineÜeacMiing  verdienen  ; 
sie  sind  Nachhall  am  Joiephua.  Gewiss  ist  die  später  nicht  mehr  geläufige 
■müni-Elle  (vermuthUch  int  sie  auch  bei  'Ulaimi  .S.  lUS  des  Textes,  S.  ia  der 
übsg.  mit  dem  unpassenden  und  sonst  uncrbArlcn  Namen  onmn-Ello  ge- 
meint, der  freilich  eine  grossere  Lange,  als  ubige,  zugeschrieben  wird],  die, 
«eiche  in  der  Innchrift  stand.  Ausser  diener  Inichrilt  habe  ich  sie  nur  an 
einer  eiuiigen,  augenblicklich  gerade  nicht  aufzufindenden  Stelle  ervlhnt  ge- 
lesen, in  der  der  itnäm  TermuthungsveiSD  auf  Ali  bezogen  war. 

12)  Nicht  Halzt&felchen,  nieToDLEEl,  aus  der  entsprechenden  Stelle 
bei  dem  10g.  Kemaleddin,  «ahraclieinlich  nach  EeTnoUi'B,  giebl. 

13)  Anigalaaien  üt  hier  die  Fabel  van  der  Hübe  der  Bachra,  die  Tfelfieh 
and  I.  B.  b«  Dlüml  S.  IDS  (29  Saov.)  und  153  (351  lU  leien  Ist. 

14)  Jetit  bakaantlieb  nm  eine,  wodurch  ä6ii  die  A^il  vor  den  mditen 
andom  HoMibeen  aaueichnet;  Tgl.  Saüvaikb  B9.  Toblsb  I,  9T1.  SociN-Bae- 
deker!  I.  ST.  Da  anafahrliehece  Erlfiourangen  nicht  dieaes  Oitaa  äai,  ge- 
nügen nr  Vergtlüebung  die  Vecweiaungen  auf  diese  drei  Bdohar. 


91 


jede  18  EUeoluig,  70  □ItterweAe"]  and  7  konlsahe  Gratelle  für  dis 
Itaapoi.  VolbUndige  Eonne  hat  de  70 ,  und  6  giowe,  bm  dröen 
jedes  Blatt  von  einer  ganien  Pergunenthsnt  gebildet  wird,  auf  Polten, 

in  die  sie  gelegt  werden. 

Sie  hat  11)  Mihrnbe ,  15  Kuppeln.  24  Brunnen  und  4  Minarote  5 
fQr  die  tarn  Gebet  Rufenden,  Sllmmtliche  Dächer  der  Meechee,  der 
Kuppeln  und  der  Minarete  sind  mit  vergoldeteD  Platten  bekleidet.  An 
Dienern  mit  Familien  hat  sie  230  Mamluken  •'),  welche  den  Untet- 
luJt  MB  dem  StaataechalA  erholtea.  Die  monatliche  Lieferung  von  Öl 
tu  die  MoMhee  betrügt  700  las/  (seiUrien)  ibTähimiichen  Maaees,  da-  ii 
TOD  jedes  anderthalb  roll  des  groaaen  Gewichtes  auamacht,  die  jlhrliohe 
Ton  Matten  SOOO.  die  jahrliche  von  Material'^  m  Lampendoohten  13 
Dinare,  von  Lampenglas  33  Dinare,  und  fflr  die  auf  den  Dichem  be- 
scMfligtcD  Arbeiter  jElirlich  l.'i  Dinnre, 

Hcili[^lhümcr  dfr  I' r  o  |i  h    1   n.    In  Jcmsaltra  istdcrOrt.lS 
>v(,  dcH  l'ruiiliettn  Heilthifr ,  <\<'i  hurtiL.  iiiiüi-^uiiidfn  «urdc,  unter  der 
Ecke  derMöBchee.  In  der  Mo  ach  ec  ist  das  Thor  Davids        das  Thor 
Salomo'a,  daa  Thor  l/ifpt,  welchee  Wort  Oott  im  Koran  gebrauoht 
|2,55]:'randBpteeht:  ^tffah  d.h.  e»  ist  kein  Oott  algCtott  [vielmehir: 
■AblaeeU],  worauf  sie  spottend  sagten  v^/a  (Waizen)!  und  er  sie  umzo 
ihres  Unglaubens  willen  verfluchte '"J ,  und   das  Thor  Muham- 
mads^^j  und  daa  Thor  der  Reue,  in  welchem  Gott  dem  David  ver- 
>tab,  und  dus  Thor  der  Barmhersigfceit,  wekliea  üott  in  seLneni 
Buche  erwShnt  hat  [ST,  13):  »es  hat  ein  Thor,  in  dessen  Innenseite 
die  Bannheirigkeit  iat  und  vor  dessen  Aussenamte  die  Strafe«  d.h.  daa  15 
Ofltlieh  TOnJemsalen  gelegene  Hial  ifM^aAmmmt"),  nnd  das  Thor  der 
StSmme*'),  nlmlloh  der  israelitbohen,  and  das  wnd  sechs  Thore,  and 

15)  -Siebe-;  der  technische  Ausdruck  genauer  bezrichnet,  ittaür 
nicht  bekannt. 

16]  Nach  dieier  genaueren  Bezeichnung  i<t  alio  eiädim  hier  nieht,  «ie 
SArvAiRE  S.  in  thet,  duioh  nebwar»  Sclaven  ai  oberselien. 

IT)  tiräfa  ist  wnst  nicht  bekannt  und  liesa  neh  deiludb  nicht  geneaer 
wiedergeben ;  in  »gL  iit  wnt^  da*  die  orafa.  Leiieographen  in  Ihnr  We.iia 
durch  Mlwai  WtSue»  wie  CaaongaqriDaat«  eikUren,  wonach  die  Lsurt  d^er 
•cbeint.  Die  HOaehener  Haadachrift  594  hat  naoh  IVeundliober  Hitthnlung 
Hrn.  Auimt's  nrof  nt,  waa  noch  Weniger  Deutung  erlaubt. 

IBj  Später  KsUenthor  genannt.  Saar.  134. 

IB)  Aiutfflhiliobeie«  bei  SauT.  130,  emigea  bei  Tobl.  I.  t03.  Soc.  61. 
iüi  Auch  Thor  de*  Propheten,  jetzt  daa  der  Haghribln.  Baur.  \Si.  Tobl. 
1,  MS.  Soc.  6T. 

11]  Cber  beide  SauT.  137.  Boo.  62. 
Ii;  SauT.  IIB.  TobL  1,  MD.  Soc.  63. 


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92 


das  Thor  Walid's  und  das  ThoT  des  HäHahimiden  und  du  Thor 

Chidr'a'^'  und  das  Thor  der  aaUmi  (der  göttlichen  Qegenwart) . 

Ee  ist  darin  der  miAräh  (Betcapelle)  der  UariA^).  in  dem  clie 
Engel  mit  Frachten  des  Winters  im  Sommer  nnd  EM<ilit«n  des  Sommere 
fi  im  Winter  la  ihr  kamen,  der  m^rab  des  Zsehsriu,  in  dem  die  Engel 
ihm,  während  er  darin  betend  stand ,  die  Qeburt  des  Johannei  vsr- 
kflndeten  ^] ,  der  mi^röb  Jakobe ,  der  Thron  Salomes  ^'j ,  auf  dem  et 
Gott  anrief,  das  Minaret  Abrahams,  in  das  er  sich  tarn  Ootteadienat 
lurQckzog,  die  Kuppel  (889),  von  der  mis  der  l'rophet  zum  Himmel 
10  emporstieg**),  die  Kuppel,  in  der  er  mit  den  Propbeten  betete die 
Kupiiel,  in  der  zur  Zeit  der  Israeliltn  diu  KelW  zum  Rechlspreehen 
hcrabhiag'",  der  Oebelsplnta  GiibritU  und  di-r  (iobt-tsplat/,  Chidr  s-*'.. 

Wenn  du  in  die  ^achra  tintrittat,  bo  bete  in  ihren  drei  Ecken 
□nd  bete  auf  dem  Fussboden ,  der  mit  dem  Felsen  gleich  hoeh  ist : 

l&denn  sie  igt  auf  einem  Thore  dee  PaiadieseB. 

Der  Geburtuit  Jeta  ist  drai  Meilen  *on  dar  MoBohee,  die  Uo- 
Bdiee  Abrnhtma  and  sein  Orab  18  Umlen  von  der  Stadt,  und  der  tm^ 
räb  (Ueser  Moschee  liegt  an  ihrer  Westseite . 

33)  Diese  drei  spnter  nicht  mehr  (^Enannt, 

U|  Nicht  gut  QberaeUt  Ssut.  1  ii  •Voite  de  l'Arche.'  Die  Benennanggslit 
nuück  SDf  die  JOdiuhe  Vorstellung,  dsu  die  Sch'klni  von  der  Weitnuuat 
des  HtiSm  nie  gewichen  ttä.  Hoitinqbk,  Cippi  hebi.  Heid.  1661  p.  41. 
Tdblsb'b  Termuttiniig  I,  SOI  Nr.  2,  daas  ea  mit  dem  Kettenthor  »n  inneres 
mid  instetei  DoppelÜioT  gebildet,  ist  mit  den  beatimmlai  Auaugen  nicht 
raralnbsr. 

25)  Nich  SauT.  103  lutsmmen&itlend  mit  der  i'Wiege  Jsiu.a  Tobl.  59S. 

Sog.  ho. 

26]  Am  Oittbor  der  Ak»i.  Ssu».  98.  Tobl.  1,691.  Boo.  SS. 
27)  Wohl  die  Kuppel  Ssut.  114.  TobL  I,  SOS.  Soo.  6S. 
2S)  SauT.  112.  Tob.  I,  SQS.  8oc.  54. 

29]  SsuY.  112.  Tobl.  1,  B96i  spUer  mssliinuiden. 

30)  BaoT.  30.  3S.  Tobl.  1,  694.  Soo.  M. 

31)  Kauh  tMaä  374  (SaoT.  113)  ttater  dem  Boden,  ipUnm^egebsni 
darabei  vnideder  nühiib  eirichtet,  der  •^H&hle  der  O^ttei«  bBiat(^.64]| 
verschieden  von  der  heutigen  futtei  ilAijr  Bot,  ü. 

32)  NunUch  der  milikitttche  (SauT.  IT.  13T),  derfOr  den  Vsrfuier  als 
Malikiten  du  meiste  Interesse  iMe. 


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In&traction  fflr  die  Sammlimg  von  SteinmetzzeicheiL 

Von  k.  k.  Professor  Franz  RzUia  in  Wien. 
(Hianu  Ttfsl  I.) 

An  den  Bauwerken  der  verBoUedensten  Kunstepoohen  be- 
finden sich  Zeichen  eingemeisselt,  welche  man  Steinmetzzeichen 
deF'slialb  nennt,  weil  die  Cor])OTationen  der  Steinmetze  diese  Zei- 
chen als  Ehren-  und  als  geheime  Erkennungszeichen  der  Mit- 
);licdschaft  der  Corjioration  anerkannten.  Die  Zeichen  bestehen 
aus  geraden  und  knimmen  Linien  und  haben  untereinander  eine 
gewisse,  geometrische  Ähnlichkeit.  Diese  letztere  beruht  nach 
den  Studien  des  Unteizeiclmetcn  darauf,  dass  die  Zcieheu  Theile 
einer  gemeinsamen  Gruudfigur,  Theile  eines  sogenannten  Schlüs- 
selfi  sind ,  welche  Schlüssel  von  den  Corporationen  geheim  ge- 
halten winden.  Es  konnte  also  Niemand  durch  ein  unechtes 
Zeichen  eine  L^timation  der  Zugehörigkeit  zur  Corporation 
beibringen. 

Der  Charakter  der  Steinmetzzeiclieu  hat  sich  im  Laufe  der 
Zeit  sehr  geändert  und  zwar  sowohl  bezüglich  der  Grösse  der 
Zeichen,  als  bezüglich  der  Constructioix  deiselben. 

Die  Bömisebcn  Baucorporationen  wandeten  Zeichen  an, 
welche ,  wie  diese  Figur  1  zeigt ,  sehr  einfach  und  oft  sehr  gross 


waren,  nämlich  25  bis  SO  cm.  Die  Corporationen  zur  Zeit  der 
romanischen  Kunst  wendeten  meistens  Grössen  von  10 — 
15  cm  an  und  bringen  neben  einfachen,  linearen  Zeichen  schon 
Formen ,  welche  etwas  complicirfer  erscheinen  ,  z.  B.  Figur  2. 
Die  Coqiürationen  ans  der  Zeil  der  Gotlük  wenden  in  der 
Übergangszeit  der  romanischeu  Kunst  zur  gothischen  Zei- 
chengrossen von  meist  8 — 10  cm  an  und  gelangen  zu  Formen, 
welche  duTCh  Einfügung  von  krummen  Linien  und  Kreisen  mit- 


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9i 

unter  racht  compliciit  enchemeiL (Figur  3).  Die  mittlere  Zeit 
der  Gothik  wendet  ZeichengrSesea  Ton  S — 6  cm  an  und  bietet 
Fig.  S. 

c    ^  TO 

CO  >^  ^ 

Fig.  3. 

V  ^  ^ 

bereits  Formen  verschiedenartigster  Gestaltung  und  'N'erechlin- 
gung,  wie  solches  durch  Figur  4  verdeutlicht  wird.  Die  Spät- 
gotbik  wendet  dieselben  complicirtpu  Formen  dct  Figur  4,  aber 

i  7h  ? 

in  gebr  kleinen  Dimensionen,  oft  von  nur  2  bis  3  cm,  &n.  Die 
Zeit  der  RenaisBance  bringt  die  complicirteaten  Formen, 
Hg.B. 

Figur  5,  und  dieselben  in  Grössen  von  7 — 10  cm.  U&n  kturn 
also  brä  einer  durch  vergleichendes  Studium  erzielten  Übung 
ans  Grösse  und  Cbarakter  der  Zuohen  wichtige  Schlösse  auf  die 
Bau  seit  ziehen. 

Da«  Studium  der  Steinmetzzeic^en  hat  aber  nicht  nur  in 


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denselben  tfeumetmcheii  Prinzipiün  beruhen,  so  kaun  man  das 
hohe  A-ltei  der  Baacoiporationen,  welches  bis  jetzt  nur 
traditionell  behaaptet  wird,  uokumentattsch  feetatellen. 

In  letsterei  Itcziebun^  iso  es  nunknnatgeBchtohtlichvon  un- 
gemeiner  ^Vic.nui^Kt'it,  im  ifni-nre  eingehend  nadmiforscheii,  ob 
Biiiii  Mi:iiiin<'i//i  ii  hin  iiiji  ii  i  rncn  griechischer,  römischer,  hy- 
her,  jüdischer  etc.  Zeitperiude. 
eventuell  auf  ul-d  aiie.sieii  Kunstwerken  vorfinden.  Soll  die 
Sammlung  solcher  Zeichen  VV  erth  haben ,  so  mius  folgendes  be- 
Bohtei  weruen : 

1  j  Genaue  Copie  m  Naturgröaee,  am  hegten  duroh  Bnrsten- 
abtug,  oder  wenigstens  durch  sorgfältig  Zeichnung. 

2)  Besonderes  Augenmerk  auf  Dimension  und  auf  Winkel 
der  sich  kreuzenden  oder  schneidenden  Linien. 

3]  Angebe  der  Lage  des  Zeichens  auf  dem  Steine. 

i)  Art  der  Einmeiaaelang  des  Zeichen«  in  den  Stein ,  i.  B. 
Figur  fi. 

Flg.  B. 

5)  Angabe  der  Orte ,  wo  sich  die  mit  Zeichen  versehenen 
Steine  am  Bauwerke  befinden. 

5)  Angabe ,  ob  ein  und  daagelbe  Zrächen  lieh  wiederholt ; 
wenn  ja,  wie  oft7 
In  Bezug  auf  das  Auflinden  der  Zeichen  unterliegt  daeselbe  det 
Schwierigkeit  des  Erkennens,  sobald  der  Stein  sohon  stark  ver- 
wittert ist.  Eifahrungsgeni^s  findet  man  die  Zeichen  am  besten, 

1)  sich  in  einig'erEiitfL'nrangvon  dein  üiunvcrkpiiiifstcllt  und 
mit  einem  gnttn  Füriigkso  Stein  um  Stf^iu  üL  >.i  cli t,  und 

2)  auf  besonders  wiclitige  Coustruktionstheile  achtet,  an 
denen  die  Zeichen  gerne  angebracht  wurden,  z,  B.  an  Schluss- 
stänen,  KapitiUen,  Sockeln,  Simsen  ete. 


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Instraction  fOr  das  Stadium  der  ßei^filede. 

Von  k.  k.  Professor  Franz  Bziha  in  Wien, 

(iiimi.  Tflfd  n. 

Die  llergfrieiii'  sind  Tliiirmc  mit  liucligi'leffonciu  Eingänge, 
welche  im  Vertheidigungskric^c  als  letzte  Zufluchtsstätte  gedient 
haben.  Sie  stehen  immer  isolitt  und  zwar  entweder  als  Eiuzel- 
olyekt  (Wartdiüiine]  entlang  den  alten  Heers trasaen,  oder  als  das 
donüniiendste  Objdtt  innerhalb  der  Anlage  nner  Burg. 

Vor  der  Zeit  der  Pulvergesciloaae  wtitdan  die  Betg&iede 
meiRtenB  in  viereokigem ,  nahezu  -qnadrxtüchem  Gnmdtiaae  er- 
baut; seit  der  Zeit  der  Einführung  des  Fulvota  eiacheinen  sie  in 
den  Böigen  in  runder  Grundrisafonn. 

In  Ifittel-Europa  nnd  hier  besonders  am  Bheine,  In  Bayern, 
Württemberg,  derSchveiE  und  in  Österreich  sind  die  vieteckigen 
Be^friede  ausserordentlich  lahlreicb  vertreten,  und  fällt  ihreEr- 
bauungszeit  in  die  Zeit  der  Kreuzzüge-  Auf  Grund  dieses  letz- 
teren Umstandes  und  des  weiteren,  daas  einzelne  wenige  Thüime 
in  Deutschland  und  Österreich  aUEgespruchene  ,  edle  römische 
lecliiiik  Hn  sich  tra);t'n  .  sowie  ,  dass  su  li  üuf  den  llcerwegi-n  in 
Alitt  1  It  l.ri  kl  M  ruVi^c  1  ri_'fn  i  h  uffp.ibare  chema- 
ligL-Warllliilriiiü  \uilinduii.  lu-.-t  «cli  dii-  t;iurüiidi:ti>  A  L'imutliuiig 
aussprechen,  dass  die  bitte,  solche  Ihurme  zu  bauen,  eine  sehr 
alte  sei,  und  dass  sie  vorzogsveise  durch  die  Kreuzfahrer  nach 
Mittel-Europa  gebracht  wurde. 

Es  ist  deshalb  von  nicht  geringem  wissenschaftlichen  Inter- 
esse, dass  bei  einer  Bereisung  des  ,Orients  nachgeforscht  werde, 
ob  sitii  dfrlei  niürme  durt  schon  au'i  der  rorchristliclioji,  even- 
tuell apey.ii;ll  aus  der  rümischen  Zeit  vuifinden. 

Wie  schon  bemerke,  finden  sich  in  Mittel-Europa  diese 
Tfaürme  sehr  zahlreich,  und  es  mögen  wohl  gegen  100  Exem- 


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 97  

plaie  sein,  welche  mtm  Itennt.  Kahem  aUa  diese  Tfaihme  tragen 
dk  Technik  der  nrnaniicben  Banknost  an  sich,  und  soweit  his 
jetzt  enmttelt,-miBeiiiMir  3  bis  4  Exemplare  echte  römische  Tech- 

Es  eiBoheiat  deebalb  -wichtig  für  Aas  Studinm  dieser  Hei^- 
friede,  itat  inKQna  einerseits  Uic  Merkmale  nngOK*^''«"  werden, 
welche  die  diessSlligen  römischen  Bauwerke  mit  den  romanischen 
gemeinsam  haben,  andiereeits  diejeniKen,  durch  welche  sie  sich 
TOn  einander  nnteracheiden  lassen ,  und  ise  in  dieser  Richtung 
folgendes  anzuführen. 

1)  Es  ist  !uiffalli>;,  dass  alle  Uergfnedc,  römische  wie  roma- 
nische, nahe/Ai  die  [(Ipitlipn  Maasse  des  qiiiidra tischen  Grund- 
risses aufweiHen.  iiamheh  zwischen  u  und  10  Meter Quadiatseite; 
es  würden  daher  diese  GnindriBE-Maasse  aufzunehmen  sein. 

2  Die  Mauerslärke  ist,  wie  m  tter  H^el  bei  jedem  llaii- 
iMTki',  unten  am  grössfen  und  beti^t  hier  nahezu  den  dritfcn 
Theil  der  Ünadratseite ;  in  vielen  Fällen  ist  fiir  die  Stärkcnbe- 
Btinuniuig  das  graphische  Verfahren  F^.  1  «ngeschlagen.  Diese 
bedeutende  Stärke  des  Mauerwerks  dürfte  ans  drd  Gründen  ge- 
wählt worden  sein: 

a.  w^en  des  Wideiwtaiules  gegen  eine  Unterrai nirimg, 

b.  wegen  des  Widerstandes  gegen  an  gern  acht  es  teuer,  durch 
welches  die  Mauer  al^esprengt  werden  sollte,  und 

c.  wegen  des  Widerstandes  gegen  die  Stossböcke. 

3)  Alle  Bergfriede  Tor  der  Zeit  der  Pnlveigesehosse  weisen 
£tagen  [Pig.Z^  auf,  deren  WandstSikeii  sich  mriatens  nach  oben 
Terringem,  und  welche  zum  Anbringen  hölzerner  FnssbSdcn  ge- 
dient haben;  eingewölhte  Etagen  kommen  erst  in  der  Zeit  der 
Piilver-üeschosse  vor. 

4;  Uie  römischen  'iliünne  luilerselieiden  sich  von  ilcn  roma- 
nischen diicc'b  eine  ansgezeichnete  Wahl  des  ISaumaterials; 
die  uroi'Si-,  fnoliliche  Erfahrung  gestattete  nämlich  den  Itomem 
ein  Material  aiisKUSUchon.  welches  die  nöthifje  Festigkeit  sowohl 
gegen  Stoss,  wie  gegen  Feuer  und ,  was  ganz  besonders  KU  be- 
merken, g^en  Verwitterung  bot;  die  Römer  liebten  deshalb  vor- 
nehmlich Steine  vulkanischen  Ursprunges,  z.  B.  Basalt,  Lava, 
und  mag  hier  bemerkt  werden ,  dass  der  Bergfried  m  Eger  in 
Böhmen  das  einzige  bekannte  Bauwerk  rechts  vom  Rheine  ist, 
welches  ans  Lava  errichtet  wurde. 


98 


5)  Die  rSmiscIienThürme  tragen  in,  den  wenif^en  mittcleuro' 
päischen  Exemplaren  keine  Steiiimetzzeichen  au  sich,  ivillireiid 
die  romanieclien  fast  dnichweg  Steinmetzzeicben  aufweisen.  I>cr 
Charakter  ileraelben  ist  durch  Fig.  3  dargestellt  und  eutBpricht 
vollständig  denSteimnetuetchen  der  joinaniHchenPeiiode.  IHese 
Zeichen  sind  3  bis  9  Zoll  gross,  und  es  würde  sehr  darauf  sin 
achten  sein,  ob  bei  den  Bergfrieden  im  Oriente  Stein- 
met/,/eichen  vorkommen  oder  nicbt. 

t>)  Die  wenigen  römischen  Thürme  untersoheiden  aioh  von 
il[!u  romaiiiächon  in  Uezug  auf  die  Handvrerkatechnik  durch  fol- 
(feiiiic  JlcnkiUitlf : 

11.  clurcli  eiiif^ii  ausgezeichneten  !>iliiuU  dvi 
Stnes  -  und  I.agcrf Ilgen.  Es  sind  nämlich  die  Stciii-Scliii:!!- 
ten  um  den  gannen  Thurm  herum  genau  horizontal  abgeglichen, 
und  wenn  die  Steine  lur  diese  Abgleichnng  in  entsprechender 
Hohe  nicht  voriumden  waren,  so  ist  wenigstens  bei  jeder  zweiton 
oder  dritten  Schicht,  durch  die  Einklinkung  der  Steine  in  ein- 
ander die  Abgleichiing  durchgeführt,  wie  dies  des  näheren 
zeigi.  Ilipbci  ist  noeh  zu  bemerken,  da.ss  die  Einklinkungcn 
aiisneiiinleiitlieh  surgfiiltig  durchgeführt  sind. 

b.  Durch  eine  vorzügliche  Technik  des  Itogen- 
Ge  wölbes.  <)  Bei  den  römischen  Werken  ist  dasselbe  in  seinem 
FugenBChnitte  ansserorileutlicU  sorgfältig  behandelt,  DieBogeu- 
stärke  tritt  überall  gleichmüssig  und  deutlich  hervor;  die 
Vugen  dieser  ISogenwölbung  sind  durchwegs  genau  radial  bear- 
beitet lind  sobliesacn  überall  auf  das  genaues  te;  der  Scliluss- 
steiu  befindet  sich  ganx  genau  in  der  Mitte;  die  übrigen 
lliigeu.^trÜH'  sind  giiim  s  v  riiinc  tr  i>;  oh  iinj-eimluet :  endlich  sind 
,li,.  das  llo-rii-Cifuidlir  'li;n.-,>iid,'i,  S|cini-,  die  KÜniiiferstcine  k, 

ersclieiucn  iils  die  liiigenst^rkc,  also  das  I'rin/.ip  des  Tra- 
gens ausdrücken.  Alles  zusammengefasst,  drückt  der  römische 
Banmmster  durch  die  Behandlung  des  Bogen-Grewölhea  sein  volles 
VerständnisB  für  diese  Constraction  ans.  Im  Gi^ensatze  hie- 
zu  behandeln  die  romanischen  Meister  daa  Bogen-Gewälbe  nur 
formal;  hier  finden  wir  selbst  bei  den  Echönaten  Bauten  der 
romanischen  Kunst  fast  niemals  einen  Schluasstein  in  der  Mitte 

I]  CbsrwOlbuDgdsi  Hauine«  n  InFig.  1. 


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99 


des  üogens.  fast  niemalB  eine  symmetrische  Verthnlimg  der 
.Steiiie  (leEselbeii;  in  der  Re^el  keine  Soi^alt  in  Hezug  auf  die 
);;leichmäs8ige  Darstellung  der  Bogenstärke;  sehr  häufig  Fugen, 
welche  weder  genan  radial  sind,  noch  genau  Bchlieuenj  endlich 
die  Erscheinang,  dass  die  B^pfetsteine  k  k  Fig.  6  oft  kleiner 
dndBladieDagenstilrke.  Die  b^eiifl!^.  5  tmcJ^  neben  einander 
Terglichen  werden  das  Gesagte  näher  verdeutlichen. 

c.  Durch  die  ISehaiidlunB  der  Stirnseite  der 
Mauer  in  der  Angren/unj;  an  den  lloRtn.  Die  Theile  der  ge- 
wöhnlichen Mauer,  iTclchR  an  den  Bogen  grenzen,  sind  bei  den 
römischen  llauwerken.  in  \\  üriiiir>inK  der  HoiloutMiiiikt'it  eines 
üewülbd^  iibi^rliiiiiiil.  im  FuKen--chmtle  ülnTiill  syinmi'trisdi  miil 
durchivegs  gonavi  pa-^-scnd  itngcorilnct ;  bei  den  miiiiini--i.'lien  Hau- 
ten fellit  diese  Symmetrie,  und  man  empfindet  die  Uuterticbätzung 
der  Bedenttamikeit  des  Gewölbes  aU  Conetruction. 

d.  Durch  dieBebandlnng  der  Fenster.  Alle  Berg- 
friede haben  in  jeder  oberhalb  der  Eingangstbür  gelei^nen  Etaj^e 
ein  Fenster  und  zwar  in  der  Regel  jedesmal  auf  viiipr  i^ideii  ii  Scitr 
des  UTiurmes.  Diese  Fenster  sind  nur  lu  bi-.  i  ^  cm  bri  ir  nml  1 
bis  l'/j  m  hoch,  und  ihre  constructiTe  Anoidninn;  ^IlIi'jk,  uir 
der  Gnindriss  J^.  7  zeigt,  derjenigen  einer  gcn  uhii liehen,  engen 
Sohiessecharte.  Die  römischen  Fenster  sind  in  ihrer  äusseren  £r- 
Bcheinung,  wie^.Szeigt,  durch  cme  schöne,  synunetiische An- 
ordnung der  Steine  aiisgc/eichnet ;  bei  den  romanischen  fehlt 
diese  strenge  Synimfitrie.  Die  inneren  \i^ehen  i),  (i  in  Fig.  2 
lind  7  dieser  FDiieter  «ind  bei  den  römisebeii  'Ibiinnen  durch  eine 
Kinwölbnng  mit  evactein.  keilfiimiifjen  Fnurnsehiiitt  c.hiiriikleri- 
sin;  die  roniiiniscbe  KiinvnllniTiir  Mib'iier  Ni-eben  enlbelivt  dieser 
SoT-fnlt  icdlstmulig  und  tritt  ilii-  nni-nindu-  litvviir,  »eil  das 
hier  befindlieliü  ltnlti.steiii-e»i;ll>e  ibireli  eiii-e>eliobeue  «  Z  «  i - 
ckero ,  die  in  der  rümiselien  'i'eehnik  gar  nicht  vorkoinmeii .  iti 
seiner  Qualität  beeinträchtigt  erscheint. 

e.  Die  meisten  Bergfriede  sind  Bossen-  oder 
Buckelquader-Üauten,  wie  dies  Fir/.  9  des  Näheren  zeigt. 
Die  römischen  Bossen  verrathen  enie  miisürorrieiitlieh  geübte 
Iland.     Mit  wnii-cn   über  -irlieti'ii  iniil  kuiii;1f,'eribteii  Sebbi-en 

romanischen  Bossen  sind  zu  vielim  Detail  gespitzt  und  nbgemeis- 
selt  nnd  tragen  dadurch  das  Gepräge  des  «GemachteaD,  derun- 


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100 


schönen  Zietlichkeit>  In  der  Regel  haben  die  rämeohen  Bossen 
keinen  Bandsi^lag ;  die  lomanischen  Boeaen  iininei  einm  Bolohen. 

{.  Durch  die  Schärfe  der  Fugen.  Die  römUnhen 
Quader  haben  in  der  Eegel  sehr  feine  Fngen;  die  romaniwhsn 
Fugen  sind  meistens  stark  und  unrein. 

g.  Durch  die  Ecken  der  Thürme.  Wenn  man  bü 
den  TÖmischen  Thürmen  die  Ecken  ablothet  oder  ahvisirt,  eo  er- 
scheint überall  eine  gleich  scharfe  Ecke  nnd  eine  durchwegs  ge- 
rade Unie,  sofern  die  Ecken  mit  Handschlag  versehen  sind. 

Ist  kein  Randschleg  vorhanden,  so  sind  die  Ecken  rauh  bos- 
airt,  indem  sie  durch  quer  übereinander  greifpinle  »Läufern  und 
ultinderii  gebildet  siiid  und  man  erküULit.  iim  li  »cnu  mau  den 
'l'hunii  aus  der  Ferne  ansieht,  die  hier  hAu  n;li>vic;df;f^,  gi^naue 
Einhaltung  der  lothiechten  Linie.  Die  romauiBchen  Thünne, 
welche,  weil  ihre  Boeaen  übeiallltuidBchlag  habm,  .stets  eine 
sdutift  Ecke  auAreiaeii,  leigen  fast  mamols  eine  genaue  loth- 
rechte  Linie  der  Ecken;  im  Gegentheile  sind  hier  die  Ecken  un- 
gerade, oder  convex  oder  concav  ausgebaucht.  Die  beiden 
Thoimaiuiohten  in  Fiff.  10  und  11  werden  das  Gesagte  nälier  er- 
läutern. 

Alles  sDsammengefasst,  w  ürde  beim  Auffinden 
von  Bergfrieden  im  Oriente ^mf  fu Igendes  zu  achten 

1)  auf  die  strategische  Lage  des  Itergfriedes,  also  die  liefe- 
ruiig  einer  Skizze  der  Situation; 

2)  auf  die  historischen  Notizen  über  die  Bauseit; 

3)  auf  die  Dimensionen  des  Grumirisscs,  der  ManerstXrken, 
der  Ktageiibölien  und  der  Gesanimtliöbe  des  'rhurmes ; 

4  '  auf  die  Form  und  !)iniensiiiniruiis  iks  Eiimniiifes  und  der 
FeiiBter,  und  auf  die  Zahl  der  letzteren ; 

äj  auf  die  Orientiruug  der  Seiten  des  Thurmes  nach 
der  Wcltgegeud  und  auf  die  Anordnung  der  Fenster  auf  die- 
sen Seiten; 

6)  auf  die  Vossenquadem  mit  oder  ohne  Randschlag; 

"'.  auf  die  Technik  des  Gewölbes  im  Äusseren  (im  llogen) 
und  in  den  Thür-  und  Fenetemischen  und  auf  die  Technik  des 
Fugenachnittes ; 

S)  Auf  die  Architektur  der  eventuellen  Zinnen,  Oonsolen 
oder  Simse,  da  dieselbe  ein  wichtiges  Mittel  bildet,  um  itu  be- 


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toi 


sdimnen,  ob  das  Object  lömischen  oder  romanischen  Ursprunges 
Bei;  femer 

9)  auf  die  Höhenlage  des  Einganges  und  die  eventuelle  An- 
ordnung von  Consolen  an  der  Sohle  des  Einganges  zum  Zirecke 
der  Anlehnung  der  Leitern  oder  hölzernen  Stiegen; 

10)  auf  die  erentnelle  Ansstreichung  der  Fugen  mittelst  Oe- 
inentmortel ; 

11]  auf  das  Steinmaterial  und 

12)  Euf  die  erentaelle  Anoidtunig  sines  Brunnens  oder  Kel- 
err  anmee  im  Thuime. 

Die  unter  den  Punkten  9  bis  12  zur  Heohachtung  dringend 
emiifohlenen  Details  sind  zwar  derzeit  nicht  nie  positive  Unter- 
schcidungsmedcroale  zwischen  römischen  und  romanischen  Kerg- 
frieden  zu  betrachten;  sie  können  indess  unter  Umständen  An- 
haltepunkte  für  die  Entsolieidui^  der  Banuit  des  Werkes  liefern. 

Sollten  im  Oriente  Beigfriede  gefunden  werden,  welche 
muthmassUeh  oder  nechweialioh  Slter  und,  als  tömische  oder  to- 
manische  Werke ,  so  würde  auf  dieselben  ein  besonderes  Augen- 
merk Bu  richten  Bein. 


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Die  Siloahinschrift. 


Von  Prof.  E.  Hantssfh  in  Tübingen. 
(Mil  einet  mehrfBah  reridlrtea  Capie  der  Inachritt  tdd  BauraUi  C.  Schick 
in  Janisalem.   Tafel  i). 

Iii  <li;r  «rsten  Mittlipiluiig  über  die  vim  Herrn  liuurüth  ÖfiiirK 
im  Juni  1880  entdeckte  SUoahinschrift  [ZDl'V.  1880,  p.  54fg.) 
sprach  Prof.  Socin  die  Hofiimng  ane ,  daas  wir  unseren  Lesern 
bald  NäheteB  über  tUe  Litohiift  würden  mittheilen  können.  Dies 
ist  bis  hente  noch  nicht  geBohehen.  Wer  aher  daraus  schllessen 
wollte,  das"  entiveder  Herr  SrmcK  oiier  iler  geschäftsfuhrende 
Aneschufis  des  doutachen  l'nläptina- Vereins  daran  schuld  sei, 
wonti  lins  mittlem-cile  die  Engländer  mit  einer  tlieihteisen  Publi- 
eatioii  der  Insehnft  !s.  u.'  KiivorgokoiriTiniti  sind,  den  wird  die 
nachfolgende  Darlegung  i'ines  anderen  belehren. 

ftofurt  nach  dem  Empfang  der  ersten  Mittlieilung-  von  Herrn 
»CHicK  idatirt  vom  22.  Jnni  1880;  wurde  derselbe  ersucht,  die 
nothigen  Arbeiten  xui  Bloslegnng  der  Inschrift  im  Canol  ror- 
nehmen  SU  lassen,  und  ihm  zu  diesran  Behuf  ein  Credit  von  300 
Maik  angewiesep .  Die  heisse  Jahreszeit  und  verschiedene  andere 
UmsCunde  machten  es  jedoch  unmöglich,  vor  dem  9.  November 
l^iSU  mit  der  Reinigung  des  Canale  zu  beginnen.  Dabei  muss 
indess  Herrn  Schick  ausdrücklich  bezeugt  werden,  daas  er  nichts 
unterlassen  hat,  um  dem  deutschen  Verein  die  Priorität  in  dieser 
.Angelegenheit  zu  wahren.  Nach  den  Mittheilungen  des  Herrn 
Vi'.  Hesant  im  Athenaeum  vom  19.  März  1381  ist  erst  am 
;i.  August  ISSn  eine  Mittheihing  über  die  Entdeckung  der  In- 
schrift nach  London  gelangt ,  vielleicht  erst  auf  Grund  der  Notis 
in  der  ZnPV..  deren  erstes  lieft  auf  ISbO  im  Juli  ausgegeben 

War  schon  die  Wt^räumung  des  Gerölls  und  Schuttes  wegen 
der  verdorbenen  Luft  im  Canal  mit  ^Bsen  Schwierigkeiten  ver- 


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103 


banden .  so  nicht  minder  die  Copie  der  Inschrift ,  obeehon  dnrch 
einen  Abzugsgraben  der  Wasserspiegel  tiefer  gelegt  war.  Inuner- 
hin  reichte  der  untere  'ITiei!  der  Inschrift  nahe  an  denselben  heran 
nnd  es  erfurderte  nicht  geringe  Anstrengung,  bei  nngünsligem 
Lampenlicht  in  dem  engen  Tunnel  den  venvitterten  Zügen  nach- 
zugehen. Kein  Wunder,  dasa  Herr  Schick,  wie  er  uns  unter 
dem  25.  Januar  IBäl  berichtet,  in  Folge  seiner  Bemühungen  um 
die  Ineohrift  sweinuil  erkrankt  ist. 

Die  genanete  bupedäfln  ergab  zw^cIiBt,  dass  der  im  übrigen 
seht  harte  FeU,  in  welchen  die  Inschrift  eingemeiselt  ist,  ausser- 
ordentlich Tenrittert  und  Ton  einer  grOEsen  .\nzabl  feiner  Bisse 
durchzogen  war.  Die  Vermuthung,  dass  di,'  rn-duirt  uiiIlt- 
halb  der  sechsten  Zeile  noch  weiter  furt^ct/i.' .  In'siiiiljrto  sich 
nicht;  dagegot  zeigte  dch  links  eine  Fortsetzung ,  jenseits  von 
einem  10 — 5  Cm.  breiten  Biss,  dnich  welchen  besonders  die  drei 
eisten  Zeilen  gelitten  haben.  Die  Anfertigung  Ton  Abklatschen 
wurde  abgesehen  Ton  den  Risten  besonders  anch  durch  die 
Silicate ,  welche  sich  zahlreich  an  die  Tafel  angesetzt  haben ,  er- 
schwert. 

Herr  Schick  Hees  sich  durch  alle  diese  Schwierigkeiten  nicht 
abschrecken ,  ausser  einigen  Abklatschen  eine  m&heTolle  Zeich- 
nung aller  erkennbuen  Vertiefungen  anzufertigen.  Dieselbe  traf 
sammt  den' Abklatachen  am  11.  Januar  in  Tfitnngen  ein  und 
wurde  sogleich  von  Prof.  SociN  und  dem  Schreiber  dieses  einer 
genauen  Analyse  unterzogen. 

i)aK  Kesultat  war  bezüglich  der  Entzifferung  der  Inschrift 
völlig  cntmvithigend.  Die  peiulichi'  Genauigkeit,  mit  welcher 
Herr  Scmich  alle  n  ahmelimliareii  \  t'rtiefii7n;eii  aufgenümmen 
hatte,  bot  zwar  eine  werthvolle  Uiii  Ksi  hatt,  ila-  .-r  niflit  —  wie 
dies  so  häufig  geschieht  - —  bestimmte  /(jichcii  er«  artet  und  da- 
her xa  sehen  geglaubt  hatte ;  anderseits  aber  wimmelte  die  Tafel 
so  von  Unformen,  dass  an  eine  EnUiffeiung  nicht  zu  denken  war. 
Auf  »Unfonnenc  aber  muMt«n  wir  erkennen  angesichts  der  That- 
sache,  dass  alle  zwräfelloa  mcheren  Buchstaben  mit  nur  geringen 
Modificationen  das  reine  Mesa-Alphabet  darstellten,  nnd  nicht 
minder  in  Anbetracht  des  Umstands ,  dass  einer  der  Abklatsche 
hie  und  da  reine  Mesachaiaktere  zeigte,  wo  ans  der  Oopie  kein 
solcher  zu  entnehmen  war.  Mit  welchen  Schwierigkeiten  der 
Zeichner  zu  k&mpfen  hatte,  lehrt  unter  anderem  die  Beobachtung, 


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104 


dass  jene  Copie  [anders  der  Abklatsch)  kein  Mem  enthielt,  wäh- 
rend die  revidirte  Zeichnnng  dfirttu  mindestens  sechs  aufweist. 

Im  Eiiizolaen  ei^ah  die  Analyse  folgendes  Ucstiltat.  \'oii 
den  ca.  210 — 220  HuchsCabea,  welche  die  Inschrift  ursjiribiglich 
enthalten  haben  mag,  waren  45  sicher  zu  beatiiiunen,  15  sweifel- 
haft,  und  zwar  ncher: 

K2  n8  n3  :i 

3  ;i     -13  ■'25501 

11      II     b  2    E  4    n  3 
Unsicher:  je  ein  a,  3,  1,  I,  n,      7,  und  je  uwei  5,  0,  S,  p; 
gar  nicht  vertreten  a,  B,  S.    [Auf  der  revidirten  Copie  sind 
114  Buclistaben,  also  über  die  Hälfte  der  Gesaramtzahl ,  zu  be- 
stimmen) , 

Unter  diesen  Umständen  war  an  täae  l'ublication  der  In-  • 
solirift  nicht  lu  denken.  Als  elnäge  Wortlegende  bot  Bich  nan 
an  der  Spitze  der  Lischiift,  und  ancb  diese  hat  sich  nachmaU  als 
irrige  eni'icaen,  indem  statt  1  vielmehr  p  m  lesen  ist.  Auch  die 
Herren  l'rof.  Gildemkister  und  Exrrise,  denen  wir  das  Material 
übersandten,  komiteii  in  der  Hauptsache  nur  bestätigen,  das»  die 
Ausaictiteu  für  die  KntzifTenuig  trostlose  seien. 

Herr  Schick  hatte  sämmtliche  Zeichen  in  der  (^opie  nume- 
lirt  und  sich  .erboten,  specielle  Naohfcnohungen  aniustelXen, 
wenn  irir  in  Betieff  oinjwlnei  Numniem  ÜDdenksn  änsaem  wür- 
den. Da  sieh  unsere  Bedenken  jedoch  auf  ca.  zwei  Drittel  der 
Copie  erstreckten,  so  hielten  wir  diesen  modus  procedendi  für 
aussichtslos  und  erhofften  destomehr  von  erneuten  Abklatsch- 
versuchen.  Die  Erfahrung  hat  später  gelehrt,  dass  wir  uns  bei 
der  thatmchlicken  Urachafienheit  der  Insahrift  in  unserer  Hoff- 
nung geduscht  hatten,  und  dast  Herr  Sohkk  völlig  in  seinem 
Rechte  war,  wenii  er  eher  vtm  einer  Rerisioii  der  Cepie  ein  Be- 
sultat  erhofite.  Um  so  mehr  müssen  wir  es  ihm  danken,  wenn 
er  trotz  alledem  auf  un^er  Andringen  sieh  herbeiliess ,  am  26. 
Januar  täät  abermais  einige  Abklatsche  zu  nehmen.  Dabei 
wurde  zugleich,  wie  Herr  ^Schick  unter  dem  27.  Januar  schreibt, 
der  Rath  des  Herrn  Missionar  Zej.lkr  befolgt,  über  die  JSuch- 
staben,  die  man  ja  doch  wehe,  wenn  sie  sich  auch  nicht  abklat- 
schen, zuvor  mit  BleiFtift  hinzufahren  und  sie  dann  zu  copiren 
und  abzuklatschen,  ^i'icbt  minder  erfüllt«  Herr  Schick  den  von 
ans  geihiBBerten  Wunsob,  dass  das  Abklatschpapier  zum  Behuf 


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1(ß 

geaAVtoiea  AuBchluBse»  nur  stückweise  auf  die  einzelnen  TheÜe 
der  Inschrift  aufgelegt  werden  möchte,  l'iid  als  mittlerweile 
von  l'rof.  EuTiNG  neues  und  besseres  Papier  zu  Abklatschen  ein- 
gesandt worden  war,  unterzog  eich  Herr  Schick  am  t.  Febniar 
nochmali  ita  Uuhe,  eine  AncaU  Abklatocshe  m  "f^v^m,  ragleiofa 
aber  Buch  eine  nochmalige  Gopie  der  Inschrift  KU  sdchnen.  Die- 
BtSbe  wurde  nichmats  von  ihm  an  Ort  und  Stelle  mit  der  Inschrift 
Terglichea  mid  revidirt ;  ku  entstand  schliesslich  das  Facsimile, 
welches  diesem  Anfsalz  lieij^egeben  ist,  eine  Fmcht  von  sieben 
Abklatschen  und  drei  Abzeichnungen.  Die  imten  folgende  Ana- 
lyse der  EiiUifftTiinsf  di  -  Ilciru  S.vvcK  wird  zeigen,  dass  Herr 
yciLi<:K  seini"  >rliwi  rr  Millie  iiLuht  umsrjust  aufgewendet  hat, 

Dass  für  dii.'  Kiit/.iffi>miig  -.m^  den  Abklatisehen  nichts  zu  enl^ 
nehmen  war^  ersteht  i^ich  ms  dem  beifolgenden  Gutachten  des 
Heim  Prof.  Edtikc,  welches  wir  hier  in  extenso  einrücken. 
Derselbe  schreibt : 

■Von  der  althebäischen,  an  der  SQoahqtielle  durch  Herrn 
uRaurath  Schick  entdeckten  Inschrift  sind  mir  seit  Juli  iSSO  in 
»verschiedenen  Zeiträumen  7  Abklatsche  und  3  Abzeichnungen 
«ScmcK's  zugekommen.  Der  riasige  Zastand  de«  Steines  und  die 
«verschiedenen  Lagen  von  festen  Niedenehlfigen,  die  sich  auf  der 
■ObeifläeliB  gebildet  haben,  vetwinen  nicht  bloss  für  den  epi- 
»gi»p)n«dun  tiAien,  sondern  anoh  für  den  Eacbnuuut  das  Bild, 
iwelches  er  tu  sehen  glaubt  oder  m  entwinen  hofil.  Es  ist  dess- 
nbalb  auch  gar  nicht  zu  verwundem  ,  dass.  wie  Schick  schreibL 
«die  fielen  Copien  .  die  seither  von  der  Inschrift  genommen  wor- 
nden  sind,  sammtlicb  verschieden  von  einsiider  ausgefallen  sind; 
bSlihlk  seihst  hat  seine  Copien  nicht  im\\esciithch  modihcirt; 

»Autfatz  lioigfgcboii  mti .  \\  u;h  geriit  mitgotliLdt  liütlu ,  das 
»wäre  eine  Wiedergabe  dessen,  was  ich  auf  den  Abklatschen  er- 
:&enne.  Leider  —  und  das  soll  niobt  etwa  ein  Vormuf  für  S. 
■Bon,  der  Koh  dabei  ja  keine  Mähe  hat  vwdriessen  lassen ,  — 
•sind  die  Schwierigkeiten  für  die  Herstellung  eines  brauchbaren 
"Abklatsches  derart  gewesen,  dass  ich  bis  jetzt  auf  eine  Itepro- 
nduction  ver^ichttin  muss.  Zuerst  fehlte  es  in  Jerusalem  an  gc- 
neigiietem  Papier;  da  war  nur  dickes  flockiges  unghselies  itu 
ihaben.  Ein  Fliesspapier  aber  kann  für  Abklatsche  nicht  uneng- 
■lisch  genug  sein;  das  beste  ist  ungeleimtee  Handpapier  [Papier 


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106 

»ii  la  cuve,  von  Morel  Bercions  et  Maaure  in  Paris,  30  Bue  Mast- 
nriiie  XU  beliehen).  Auch  fubig  darf  das  Papier  nicht  im  gering- 
nsten  sein,  neil  dnrch  üne  intensive  Farbe  die  Erkeonbork^t  des 
»nur  auf  der  WechBelwitknng  von  Licht  nnd  Schatten  beruhenden 
sBildes  beinahe  gans  angehoben  vrird.  Doppelte  Paiiierlage, 
»Falten  nnd  Blasen  sind  dwehaus  m  vermeiden.  —  Der  Zustand 
nder  Erhaltung  der  2 — 4.  Zeile  scheint  allerdings  der  Art  zu  aeui, 
ndass  selbst  bei  einem  vollkommensten  Abklatsch  sieh  niclit  Alles 
iiivird  erkennen  lassen;  auf  den  Ins  jetzt  angefertigten  Abklatschen 
iiist  kaum  cm  Zeichen  m  jeder  Zeile  zit  sehen  ivahrend  die  Ab- 
izeicli nullit  viele  iillerdings  monströse  und  uiinmgliche  Huch- 
.^tabt;M  autWL'isl.  rsolltp  es  rler  iinornuiilhchfn  Antoplenrng 
>^(!iii<!Ks  gelingen,  mit  dem  verbesserton  Material  einen  vuU- 
i'kommon  gelungenen  Abklatsch  einzusenden,  werde  ich  mit 
■Vergnügen  bereit  aem,  darnach  ein  Bild  der  Inschnft  soweit  er- 
•kennbar  für  die  Zeitschrift  zu  zeichnen.« 
Stiassbnig,  27.  März  1881. 

J.  Euting. 

Wie  bereits  erwähnt,  war  nach  London  erst  am  3,  Augtut 
ISSO  eine  Kunde  von  der  Auffindung  der  luiohrift  gelangt.  Mit 
der  Beschaffung  eines  Facsimile  war  indes«  der  englieohe  Pale- 
stine-Explor.-Fimd  nicht  glücklicher  als  der  deutsche  Verein  — 
eine  abermalig«  BeslStigung  der  grossen  Sohwi^^^ten ,  mit 
denen  das  Copiren  nnd  Abklatschen  zu  kämpfen  hatte.  Nach 
den  Mittheiliingen  des  Herrn  Wai.trb  Besant  Athen.  19.  März 
ISSI.  p.  395)  ivar  die  erste  nach  London  gelnngto  Skizze  fast 
K'i«/.  unbrauehbar.  Das  Comittee  i\w  Pal. -l''xpl. -Fund  ennäch- 
ligte  nmgeliciiil  Herrn  Dr.  ('iiaplik  in  -lenisalem ,  das  Nötliige 
vorzukehren,  nm  eine  bessere  Cupie  zu  erhalten.  Unterdess  war 
die  znert-t  eingetroffene  Skizze  versi'hie denen  Kennern  (unter 
andern  auch  lierm  ClkrmonT'Uannkau)  gezeigt  worden;  allge- 
mein aber  lautete  das  Urtheil  dahin,  daes  der  Charakter  der  Copie 
an  mne  Lesung  nicht  demken  lasse.  Nicht  viel  besser  stand  es 
um  eine  «weite  Copte,  die  endlich  am  1.  Febr.  1881  in  London 
eintraf,  nnd  verschiedenen  Gelehrten  in  einer  Nachbildung  mit^ 
getheilt  wurde ,  aber  ohne  fiesnltat.  Das  Gleiche  gesoh^  mit 
einer  etwas  besseren  Copie,  die  am  1.  März  anlangte;  aber  auch 
jetzt  vermochte  niemand  zu  einer  Lesung  von  so  unvollkommenem 
Material  zu  gelangen.    Unterdees  aber  war  Herr  Prof.  Saycb 


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107 


aus  Oxford  in  Jenisalem  eingetroffen  und  hatte  an  Ott  und  Stelle 
eine  Entziffenme  der  Insclinlt  versucht,  bein  Bencht  vom  7. 
Febr.  aus  Jerusalem  mit  einer  Naehschnft  vom  2>).  iehi.  aus 
Üeimt  findet  sii^i  im  Athen,  vom  12.  Mära  ISS1.  p.  Sfiifg 

Hrrr  S.iYfr,  beginnt  mit  der  Krliliinnip .  dfiss  dif  Inschrift 
unter  dlcii  bisher  iii  riiliistmii  [jpfuudeuen  den  ersten  Ilan;^  cin- 
nehnie,  indem  sie  bis  in  die  Zeiten  der  Konif^e  hinaufreiche  und 
im  den  ältesten  bekannten  Charakteren  des  Phonunedieii  Alpha- 
bets gesdirieben  sei.  Oberhalb  Aar  eigenlliohen  IsBohnft  befinde 
Bich  ein  Graffito  von  drei  Linien,  über  dessen  Schriftcharakter 
nichts  7.\\  entscheiden  sei.  l^inigc  lluclistaben  sähen  ans,  ivie 
c^iirsives  Griechisch ;  dagegen  schienen  am  Anfang-  zweier  Linien 
die  itrabisthen  Ziffern  für  1«  IH  zu  stehen.  In  der  sechszeiiigen 
Inschrift  selbst  nimmt  Herr  S.^yce  ca.  35  ISuchstaben  pro  Zeile 
an.  Die  Charaktere  seien  von  anaehnlicher  Grösae  und  müsgten 
mspiwiglich  sehr  denüioh  gewesen  sein.  Jetit  sei  in  Folge  der 
Ueberdecknng  mit  Silicaten  nnd  der  dnrch  das  Wasser  bewirkten 
Erosion  die  Entziffening  sehr  unbequem,  zumal  nur  sebr  schwer 
die  nÖthige  Iteleuchtung  zu  gewinnen  sei.  Auf  der  linken  Seite 
hat  ein  Riss  im  Felsen  den  \'erhist  mehrerer  Charaktere  in  den 
ersten  drei  [nach  Herrn  ScmrK's  Copie  in  allen  scrhsj  Zeilen 
zur  Fu]j,'c  gehabt.  Unterhalb  der  Ü.  Zeile  befindet  sicli  ein  unia- 
iiientaler  Absehluss  in  Gestalt  zweier 'i  iiiingeln,  welelie  auf  üiren 
Spitzen  stehen,  mit  einem  Winkel  zwischen  ihnen,  der  in  ähn- 
lieher  Weise  auf  seiner  Spitse  mht.  [Wie  verhält  sich  dieaee 
Omament  eu  dem  Steinmetszeichen  über  der  Treppe  zur  Marien- 
quelle?} Die  Form  der  Buchataben  aei  identisch  mit  denen  des 
Mesiisteins;  wie  auf  diesem  seien  auch  hier  die  einzelnen  Wort« 
durch  l'unkte  vun  einander  f;etrennt.  Einer  der  (Ihaniktorc,  der 
wenijfi'tens  dreimal  nirkemme ,  ist  Herrn  Mavce  neu.  Ht  ver- 
muthet,  dass  er  das  auf  dem  Meaastein  fehlende  Teth  repräsen- 
tire.  [Über  diese  merkwürdige  Verkennung  des  Z^in,  welches 
üch  seohsmal  in  unserer  Copie  befindet,  s.  u.]. 

Analysiren  wir  nun  die  Iiesnng  des  Herrn  Satce  unter  Brä- 
halt  der  Beobachtungen,  die  sich  uns  aua  den  Copien  Schick's 
ergeben  haben.  Der  Küne  wegen  bezeichne  ich  im  folgenden 
die  erste  Copie  Schick's  mit  A,  die  zweite  mit  B,  die  Lesung  von 
Sayce  mit  C. 

Zeile  1  beginnt  nach  C  mit  napi  (H) ;  n  ist  also  wohl  nur 


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lOB 


coujicitt,  vielleicht  im  Hinblick  auf  Aae  gleiche  Wort  in  der- 
selben Zeile.  Copie  A  hatte  am  Anfang  mi;  B  lint  n3p,  gewisB 
richtiger,  da  der  Haken  rechts  oben  leicht  zu  übereehen  'wal. 
Von  dem  i ,  welches  O  vor  p  liest ,  ist  in  .8  wenigstens  eine  Sptur 
angedeutet.  Auf  den  Stamm  ap3  durchbohren  weist  ahgraehen 
von  der  Situation  erstlich  die  Wiederholuiig  flSpSn  in  Z.  l,  so- 
dann auch  das  3p3  zu  Anfang  der  4.  ZeUe. 

Auf  napSi'nj  folgen  UBcii  Saycb  Bwei  Worte,  die  er  nicht 
sicher  lesou  könne.  l)<igi;geii  liHlieii  A  und  B  nach  einem  Tren- 
nnngspunkt  drei  Wortf ,  vuti  denen  (die  Richtigkeit  der  Copie 
voran  sgesetzt!  sicher  zu  lesen  ist:  ..as  .  n?  n  .  nT.  auf  eine 
Deutung  wird  mnn  freilich  bei  diesem  Hefiiiid  noch  verzichten 
müssen.  Erstlich  ist  unsicher,  ob  mit  n3p3  das  Ganze  wirklich 
beginnt,  zweitens  ob  nicht  vor  DT  ein  Wort  ausgefallen;  drittens, 
wie  n  ?  n  Bu  ergtUueeu  sei  (n'Vl^),  viert^u,  ob  naoh  att  ein  n  folgt 
(dann  wäre  derUntenrtrioh  pataüt]  oder  ein  a,  was  jedoch  neben 
einem  andere  geformten  3  auch  seine  Bedenken  hat.  Indem  wü 
daher  auf  eine  Datirung  aus  dem  Abib  irgend  welches  Jahres 
verzicbten,  bemerken  wir  nur  noch,  dass  sich  für  PQps  nach  Ana- 
logie von  nngj  Aushöhlung  die  Lesung  FD^  zu  empfehlen  acheint. 
Ist  nr  damit  zu  verbinden ,  so  wäre  dieses  nV  (fui  rAt)  zu  lesen ; 
mit  tm  u.  B.  w.  ist  dann  trrälidi  nichts  anzufangen. 

Dherransdmmend  mit  B  liest  sodann  0  wieder  ropan ;  dabei 
ist  höchstens  das  zweite  71  auf  B  zweifelhaft.  Der  scheinbare 
Trennungspunkt  zwischen  n  und  3  musa  um  so  mehr  cassirt  wer- 
den ,  als  sich  schon  vor  n  ein  deutlicher  Punkt  findet.  Ob  übri- 
gens das  3  selbst  ausser  allem  Zweifei  ist  <oder  13  f ,  mag  vorläufig 
dahingestellt  bleiben.  Weiter  liest  C;  (lisys,  das  ~t  mit  Frage- 
■/.en-ht-n ;  dEifiir  g.T.h  A ;  ?~.  B  :  J3,  iilso  n  lu  V.  A\Lch  lUs  D  nach 
3  liisst  sich  aus  B  licgreifeu,  weiiereK  abiT  ist  vorliiufig  nicht  fest- 
zustellen. Jenseits  des  Kisses  ist  in  B  nur  noch  ein  3  erkennbar. 

Auf  Z.  2  ist  nach  C  nur  zu  lesen :  vV»  Tri  ^  ms  (Q, . 

.. .  (od.  n]  Vmne.  Uafürgjebt.5imAn&ng3rün.  HenSAvCE 
hat  also  das  Uesa-Zajin,  dessen  richtige  Wiedergabe  uns  m  B 
durch  die  funfinalige  Wiederholung  verbürgt  scheint,  für  ein  D 
angesehen  und  sich  dadurch  die  Deutung  verschlossen.  Als 
solche  drängt  sich  auf  den  ersten  tilick  auf  IT'^iin ,  welches  Wort 
sonst  die  Hohaxt  bedeutet,  l  Kün.  6,  7  aber  ohne  Zweifel  vom 
Meisel  des  Steinmetzen  gebraucht  ist.  Wenn  übrigens  l  Kön.  6,  7 


109 


TOT  dem  di«  nia^  genannt  wetden ,  so  giebt  dies  doch  zu 
denken,  ob  nioht  auf  Z.  I  ioT  du  zweite  napin  vielleicht  napan 
ni  lesen  ist. 

Trotz  alledem  wurde  ich  mich  bei  'iTän  erinnern,  dasa  Vor- 
sieht die  Mutter  der  Weisheit  ist  —  ^iii  hosumlurs  der  e])iffrii[dii- 
schen  — .  wenn  nicht  eine  l'lialsaclic  hiii/,iikäme  ,  welclio  oltiger 
Lesung  in  hohem  tJrade  zur  Uestatigung  gereicht.  Genau  die- 
selbe Verbindung  iva  findet  eich  auch  Z.  4  mit  Ireunungspnnkt 
nach  3,  und  jenseits  des  Hitaea  (der  auf  B  etwas  zu  bieit  ange- 
geben sclieint)  nochmals  STi .  Letzteres  wird ,  wie  nachher  eu 
zeigen  ist,  mit  dem  vorhergehenden  ^  zu  TT^Sb  zu  verbinden  sein, 
so  dass  also  die  Gruppe  inj;  ins  entsteht. 

Auf  Z.  2  liest  O  nach  ;  weiter  lyi  CS ;  davon  ist  auf  A 
nur  M  und  dann  J"l  /u  erkennen,  auf  B  (wo  die  Distanzen  kaum 
in  Ordnun|5  sein  künnunl  nur  die  AiidiiUliing  von  K  und  sudanii 
m  . .  -^l  ■/)  Mir  ist  nun  sehr  wahrsdieinüdi ,  das.s  C  rieUtig 
liest  bis  zum  7  und  doas  darin  steckt  ^[njT^  DM..  Dagegen 
«piicht  nun  allerdings:  1)  dass  das  n  ganz  zweifelhaft  ist  [(7  liest 
2)  daMdeiTrennungspnnkt  nach  ifehtt;  3}  dau  einHanpl^ 
Prüfstein  für  die  Biehtigkeit  mangelt,  nämlich  eine  plausible 
Le((cnde  in  weiterer  Porteeteung.  Was  letztere  anlangt ,  so  vÖTe 
auch  mö|{lieh  nin  (für  iri  Hi.  38,  33)  zu  lesen,  wie  Meaa  Z.  3ff. 
cunstant  n!s,  rfitTg,  Tvm,  nia,  rft,  nh5  etc.  aufweist.  Zum  Test- 
halten  An  obiger  Lesung  bestännit  mich  (natürlich  immer  mit  dem 
Vorbehalt,  dass  B  und  O  richtig  copirt  sind)  wiederum  der  Hin- 
blick atif  Z,  4;  darüber  nachher. 

Mit  dem  m  . . .  ^1  welches  B  (nicht  C]  bietet .  ist  zunächst 
nichts  zu  machen;  übereinstimmend  folgt  dann  Inheiden  ffibo 
und  in  C  weiter  nCtt .  Letzteres  aher  ist .  u  enu  man  niicli  B  tir- 
theilen  darf,  in  Cwohl  nur  gerathen.  Ilfrr  Sayck  denkt  offenbar 
an  die  Lesung  riB^  .  Aber  ahtjesclicn  liavon,  duss  dann  der 
Singular  TVBS  unerhört  wiire ,  stimmt  ki-i»  injiniges  /.eiiOien  mit 
B  überein.  Letzten-  <:n|iie  sehHrit  virlm.Oir  :rp  oder  allenfalls 
;nK  anzudeuten  und  darnach  noch  7  mit  einem  wunderbaren 
Seitenstrich  rechts.  Anch  weiterhin  mangelt  alle  Übereinstöm- 
mnng.  CbietetB''  [in)  b,  Sdagegea  3lb  oder  nb  und  jenseits 
des  Bisses  noch  7,  wie  es  soheint. 

Über  die  dritte  Zeile  bemerkt  C  nur,  dass  das  letzte  Wort 
trra  laute.  Diese  Lesung  wird  indes«  durch  B  nicht  bestätigt. 


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110 


Letzleres  bietet  links  vom  Riss  lS^''3('?Di3n;  doch  ist  dabei  weder 
3  noch  H  zweifellos  und  statt  des  veiiniithetfln  3  bietet  A  ein 
deutliches  Fl.  Wenn  die  links  unterhalb  des  n  sichtbaren  Striche 
Hiichstalienrestc  sind,  so  wird  selbst  3  hcdeiikhch.  Rechts  vom 
Riss  lassen  sich  in  B  folgende  Zeiclien  constatiren: 

3  .  ■a'an-rta  .  ■'Tru-'n  .  i . .  y  doch  mochte  ich  für  einen 

Thcil  dieser  [.esuiiKen  keiui;  (iaraiitiK  iilu'mehmen. 

ZeiU>  1  bei;i!iii'  lun'h  C  mit  dem  Worte  3?;  und  haln'  dann 
nach  eiiiifren  weiiij;eii  /iveilelhaften  Huchstabfn  npb  OSiT  3 
1(13;  15.  Anders  ß.  Auch  hier  scheint  3p3  von  dem  nnchfoigenden 
n  dnrch  Fnnkt  getrennt,  die  Lesart  ropl  {s.  /eile  Ii  somit  auf- 
geschlossen. Weiter  aber  hat  B: 

in[a]b  .=T-a  ?■?  impbos  ^as  ?:n  .1(5)'' 
Unter  Verweisung  auf  das  zu  Zeile  2  bemerkte  möchte  ich  hier 
eine  Lesnng  conjiciren,  die  vielleicht  später  auf  die  richtige  Spnr 
bringen  wird : 

ITT^i  ITTS  rtPT  nn;;b  0»  0^y)iTi  d.  i.  etwa: 

iiund  es  schlugen  die  Mineure  einer  gegenüber  dem  andern  Ueisel 
gegen  Meisoltt.  Allerdings  ist  in  dieser  Lesung  ausser  dem  ^  an 
der  SjiitiiB  aucli  d:is  p  in  n3p:  nur  goratheii ;  das  ?  in  nsi  ist  nur 
ilurch  C  nicht  B..  da^-  n  gar  nicht  /u  ln'Wfisi'Ti.  Nimmt  man 
aber  das  folgende  hinzu,  ?u  «  ird  man  wcnii^stcu.s  den  Einfall  be- 
greiflich finden,  dass  in  Zeile  4  vom  Durelischlagen  des  Tuuuels 
die  Rede  ist,  nobel  die  Uineure  von  zwei  t^eiten  her  susammen- 
trafoD.  Ich  bemerke  indess  noclmiale,  dass  ich  obige  Lesung  nur 
als  eine  tastende  Conjectur  angesehen  wissen  möchte. 

Am  Schluss  von  Zeile  ■!  liest  C  "ub^l.  Diese  Lesunji  lii^st 
sich  trotz  aller  üifferenKen  auch  aus  B  plausibel  maciicvi.  Der 
Kopf  des  ersten  1  ist  sichtbar  unter  dem  driltletztru  Zeiclion  ~ 
der  it.  Zeile,  ebenso  der  Kopf  des  /iveiteli  1  ;ti\  dem  langen 
Schwänze  des  13,  mit  welchem  ilic  dritte  Zelle  si.diliesst.  V  liest 
sodann  auf  Zeile  5  weiter ;  qbs  T\1fZ2  n313n  bs  . . .  -.Tin  112  □■'Sn 
■jUniSS  Nachdem  Herr  Saycb  in  seinem  ersten  IJriefe  vom  7. 
Februar  bereits  erkliit  hat :  it  is  clear  ftom  the  word  inM3  in  the 
£ith  line,  thR^t  the  oonstruotor  of  the  oondnit  epeaks  in  the  first 
person  (er  nimmt  also  init33  fib  in'Ul),  giebt  ei  unter  dem  26. 
Februar  statt  dessen  auf  Grund  einer  Bevision  seiner  Copie  iptssa 
und  übersetzt  nun  des  Ganze :  auid  the  waters  flowed  from  their 


III 


outlet  [obige  Lücke  ist  nun  zu  S'iIlWl  crgüiizt)  to  thc  lower  pool 
for  B  distnnco  nf  a  thuiieand  cubits«. 

Sehen  ivir  zunächst  vom  Einzelnen  all.  so  ist  der  Sinn  a 
priori  reclil:  plausibel.  Auch  die  Distanz  von  lUDU  Ellen  stimmt 
ungefähr  zu  der  Länge  des  Tunnels.  Dieaelbe  hetiägt  nach  Sücjn- 
H.iUBKKht,  Palästina  und  Syrien  (p.  III  der  2.  .\iifl.),  r.33  Meier, 
in  gerader  Linie  335  Meter;  lODO  hehr.  Ellen  nürden  nach  der 
iiblicheiL  Beiechnung  (sechs  Handbreiten  pro  Elle)  ca.  484  Metern 
entsprechen.  Vergleicht  man  ludeBB  mit  obiger  Leanng  die  Copie 
B,  so  erregt  lledenken,  dass  hier  im  .Anfang  der  Zeile  vielmehr 
a"'513n  zu  stehen  scheint.  Dass  das  b  rein  nuf  einer  Täuschung 
beruhte ,  kann  ivciiigstens  nicht  aus  der  eihüliten  Stellung  ge- 
schlossen werden;  dieselbe  findet  siHi  aiicli  in  Eist  auf  derselben 
Zeile,  in  rnp^  auf  Zeile  4,  so^a  in  bs  Zeile  G.  fjtatt  der  Lesung 
«■«ISDH  lässt  sich  noch  3  eher  xntm  begreiflich  finden,  und 
dieacB  (KlfiODi  ■wäre  ohnedies  in  der  Bedeutung  Amgangiort  zu 
erwarten  statt  des  unbegreiflichen  tt^E^lsn:  die  weitere  Lesung 
von  C  mag  auf  genauerer  Copic  bemhen.  Auf  B  ist  nur  deutlich 
3  runsn  ^tt  (wobei  Funkt  und  Treiniungsstrich  nach  3  als  irrig 
dusirt  werden  miisBten);  doch  liesse  sich  ^rtt^3  abgesehen  rem  r 
auch  nach  B  begreifen,  desgleichen  rx»  jenseits  des  Bisses. 
Dagegen  ist  uns  völlig  unklar ,  was  sich  Herr  Sayce  bei  seiner 
Übersetzung  unter  ^nitS3  gedacht  hat.  ^'on  einem  unteranTeieh 
ist  nichts  zn  sehen,  wohl  aber  von  de»  Spuien  einer  Lücke  zwi- 
schen dem  angeblich  schliesNendon    und  l^btC. 

In  HctrefF  der  (i.  Zedc  bemerkt  Herr  Jsavce  .  dass  sie  der- 
massen  durch  das  W  as^er  gelitten  habe ,  dass  nichts  ivcitor  zu 
erkennen  sei.  nU  die  W  orte  OKI  by.  Nach  ß  sind  i'Hvii  I  :i  ÜMth- 
staben  zu  liestimineii :  i'inr  \  erhizuluiif;  und  Dciiliiiitr  ilfisiltirii 
ist  ledocb  JMY  Zeit  unmu^ticli. 

Zum  Schluss  erklärt  Herr  Savcu.  dass  iii  der  Insclinlt  die 
Namen  Jerusalem  oder  Juda  ebensowenig  zu  entdecken  seien, 
wie  das  Wort  "(vo  oder  irgend  em  Eigenname.  Dagegen  weide 
durch  die  Formen  der  Buchstaben  bewiesen .  dass  die  Inschrift 
nicht  spdter  sein  könne,  als  die  Zuit  lliskius ;  die  drei  Ellen  in 
Zeile  2  und  die  imid  Ellen  in  V.mXf  :<  dürfieu  wob]  über  die  Ten- 
denz der  Inschrift  einen  I'inguiKtig  (jeben.  .VbK'usehen  von  der 
Datirung  und  den  drei  MIen  stimmen  wir  diesen  Kemerkungen 
voltkoDunen  bei.  Um  so  unbegreiflicher  erscheint  uns  dagegen. 


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11^ 


■was  Herr  Saycb  in  dem  Brief«  vom  2S.  Febt.  «im  Kesten  giebt. 
UiiTch  schlechtes  Wetter  an  der  Abieise  verbinden,  nahm  er  an 
Ort  und  Stelle  eine  Bevision  der  Copie  vor  und  hoffi;  nun  im  Be- 
sitze eines  Faceimile  zn  sein,  irie  es  abgesehen  von  dem  Risa  in 
den  ersten  drei  Zeilen  nni  irgend  gewonnen  werden  kräine.  So 
erfreulich  unB  dlete  Versiohming  ist,  so  bedenklich  werden  wir 
doch ,  wenn  Herr  Satcb  seine  früheren  Aufstellungen  nunmehr 
dahin  corrigirt,  dass  die  InHchrift  niolit,  wie  er  gewähnt  habe,  in 
hehiüischer,  sondern  vieiraehr  in  pliöni  eis  eher  S]ira(;he  abge&sst 
sei.  Mehr  als  einmal  komme  das  phönicischc  Kelativpronomon 
TflS  vor  110  in<less  nach  un-eivr  rher/rin.'ui]4:  sicher  C«  =  tP» 
/II  lesen  ist'  und  da/ii  andere  KijiL'tiihiiitiliclikciii'ii  in  ili-r  Sprache, 
BUS  denen  hen-orgehe.  dass  der  Lrhelier  der  |ihoiLi/i;eheii  Küste 
entstammte.  Wenn  Herr  Sayce  mit  dieser  Behauptung  Hecht 
hätte,  BD  würde  der  grösste  Theil  nicht  nur  unserer,  sondern  auch 
seiner  eigenen  Lesungen  hinfällig  [man  denke  nur  abgesehen  vom 
LesioaHschen  an  n  anstatt  n  als  phdnicische  Femininendung  und 
an  das  ganz  Bpedfisch  hebriusche  ^perf.  consec.  nsb^i ,  welches 
Herr  Sayce  auch  in  dieser  Nachschrift  ausdrücklich  fei^thalt !.. . 
AnderseitB  —  fahrt  Herr  Satcb  fort — habe  er  bereite  con^tatirt, 
dasB  die  Fonnen  der  mrasten  Buchstaben  mit  denen  des  Mesa- 
Bteines  identisch  seien,  zwei  bis  drei  durften  BOgar  noch  älter 
sein.  Die  Insohiift  kSnne  daher  nicht  erst  aus  der  Zeit  Hisidas 
und  SMner  Nachfolger  datirt  werden ,  wo  sich  in  Folge  der  Zer- 
Btoning  des  Reiches  Israel  der  Verkehr  zwischen  Jiida  und  l'hÖ- 
nicicn  erneuerte,  der  bei  der  Empörung  der  zehn  Stämme  abge- 
brochen worden  war.  Er  stehe  daher  nicht  an  ,  die  Inschrift  der 
Zeit  SalomosocIiT  vielleicht  Davids  2.  Sam.  r..  Hl  iin/n  schrei  heil, 
denn  damals  seien  )>hoiiicischi'  .Vrlieiter  bei  der  Krrii  htiins;  der 

Falle  hiett  die  Inschrift  das  älteste  Specinien  von  phüiiici scher 
Schrift,  welches  wir  besitzen.  Selbst  das  sei  nicht  unmöglich, 
wenn  auch  sehr  unwahrschrinlich,  dass  die  Inschrift  noch  älteren 
Datums  und  iu  dem  Dialekt  der  Jehusiter  verfasst  sei  (!) . 

Es  Ware  verlorene  Mühe,  sich  mit  einer  Widerlegung  dieser 
Argumente  aufzuhalten.  Gesetzt  auch,  die  Inschrift  wäre  phoui- 
cisch ,  50  ivare  daraus  für  das  Zeitalter  zunächst  gar  nichts  z« 
folgern.  Denn  dass  seit  der  Keichsspaltung  bis  ca.  720  kein 
Phönicier  nach  Jenisslem  hatte  gelangen  können ,  wird  Herr 


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Its 


Savce  nicht  im  Emst  behaupten  wollen.  1.  Sam.  5,  II  redet 
übrigens  nur  von  der  ErliBtiun^f  des  Palastes  Davids  durch  phöiii- 
cieche  üauleute. 

Mit  Becht  protestirt  daher  Ä.  Nkubaubk  in  Athen,  vom  19. 
3Ura,  p.  395,  g^en  Satcb'b  aUmaBehe  Datinu^  der  Ineofaiift, 
sowie  K^an  die  Annahme  pbSnieiachen  SpradxjhaMkfagB  — 
letEteres  wegen  de«  VeFbum  l^n  nnd  des  Waw  oonsecutivnm. 

In  derselben  Nummer  des  Athenaeum  erklärt  sich  C.  Warrkk 
aus  historischen  Gründen  Rir  die  Datining  der  Inschrift  aus  der 
Zeit  Hiskias,  der  «den  Teich  und  die  Wasserleitmig  gemacht  und 
das  Wasser  in  die  Stadt  geführte  habe  (2.  Kon.  20.  20).  Savck's 
Übersetzung  von  Zeile  5  erinnere  an  Jes.  22,  S;  «ihr  sammelt  das 
Wasser  des  untem  Traclis»  (nur  schade,  dass  in  der  Inschrift  von 
einem  unteren  Tnch  nichts  an  finden  ist).  Ausserdem  Terweist 
Wabrbn  aooh  auf  Sii.  48,  I T,  wo  es  von  Hiddn  heisst:  er  leitete 
in  ihre  (der  Stadt]  Uitte  den  Gikon ,  «dtart&grub  dm  Fdsen  mit 
Eisen  imd  bante  Teiche  liir  du  Waasei«.  Dabei  tei  klar,  dass 
der  »tmtere  Teich«  nicht  confimdirt  werden  dürfe  mit  dem  Crraben 
zwischen  den  beiden  Mauern  für  das  Wasser  des  alten  Tcichf. 
der  nach  Jes.  22,  1t  gleichfalls  von  Hiskia  angelegt  worden  sei. 
—  Uns  scheint  es  besser,  auf  diese  hiitotisdiea  Gründe  für  die 
Dfrtirang  der  :budinft  so  lange  zit  TBOtiihtea,  bis  man  äber  die 
eigenäiohB  Lage  de«  CHIlon  (veigL  an(&  3.  Ghnm.  33,  90),  sowie 
die  des  oberen  und  unteren  Teiches  ins  Keine  gekommen  ist. 

Was  schliesslich  den  Schriftcharokter  anlangt,  so  dürfte 
Herr  Say(!B  im  Imhum  sein .  vrenn  er  ihn  aum  ITieil  für  älter 
hält.,  als  den  des  Mesa»!leins,  .\lle  ganz  dcntlichen  Kuchstahen 
sind,  «oivpit  nach  der  Copie  geiirthcilt  weiden  kann,  mit  den 
Mp=iilv])i;J!  fast  absolut  identisch.  Dies  gilt  von  tl.  3,  n.  1.  T, 
3,  r,  C,  p.  -'.  O,  n.  Dagegen  hat  1  einen  kürzeren  Oberstrich, 
leine  etwas  andere  Lage,  D  einen  dritten  Qaerstriofa ,  deinen 
Iwngeren,  stark  gebogenen  Sehwetf ;  3  ist  enf  der  Copie  fast  tiber- 
all verstilinmeU,  0,  O  und  S  nieht  luuiliweiibu.  Doch  fand  sich 
auf  eineOi  der  Abklatsche  das  Mesa-D  nnd  t  wird  von  Satcc  auf 
Zeile  6  gelesen.  Einige  abweichende  Formen,  wie  tt  ohne  Spitze 
links  (wofür  indess  dic'  ]!i--tiifii;iiiiL;  iili/uwürliMi  i.'-l  ,  i-nt.iprechon 
dem  Schrifttypus  der  illti'sli^ii  lii;lir:iiM.bi;ii  Sipgrl  iiiiil  (iraimcn, 
wie  ihn  Edting  auf  seiner  groasiin  Schrifttafcl  ,zur  engl,  tlber- 
setxnng  von  Bickell'b  faebr.  Grammatik)  in  der  Columne  »Old 


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Hpbr.  Seals  and  Gems  f  S — S  cent.  H.  C.  h  verzcithnet  hat.  Über 
(Ifii  Srhrifttliariiktcr  der  Silonhitif-chrift  schreibt  mir  Herr  Prof. 
EuTiNi. ;  uals  cliunditcris tisch  betrachte  ich  Koph  mit  selir  klei- 
uem  Kupf  und  sehr  kleines  Taw;  grosse  Schlankheit  der  Ituch' 
Stäben  B,  9,  3,  1,  übeihaapt  amen  gewissen  elastiBohen  Zvg,  det 
sobojxgniwe'ObmigderSäiriftTimHissetKt-  ImAllgememsnaind 
die  Fonnen  leichter  nnd  schwungrollei ,  als  bei  Mesa.  Als  Zeit 
möchte  ich  S — 7.  Jahrh.  v.  Chr.  veimuthen;  doch  ist  dies  nur 
pure  Vemmdiung  lo 

Ein  Berichterstatter  über  die  Siloahinschrift  in  der  Sonitta|i[H- 
lleilnRe  7mt  Neuen  Preuse.  Kreuz-Ztg;  vom  27.  Mfirn  IS81  (Us- 
rntirt  bereits  die  Frage,  ob  wir  es  hier  denn  auch  wirklich  mit 
einer  ileliten  Iiisclirift  oder  mit  einem  geschickten  Falsificat  zu 
thuu  haben.  Nach  den  bekannten  Erfahrungen  könne  man  in 
dieser  Uinnoht  nicht  vorsichtig  genug  sein.  Es  müsse  Verdacht 
erweoken,  dass  ein  Schulknabe  der  eiste  Entdecker  war,  während 
KoBiNSOK  1838  beim  Durchkriechen  des  Canals  nicht«  Ton  der 
Inschrift  merkte.  Auch  das  iienrsivo  Griochisdi"  und  die  arabi- 
schen Ziffern  für  1843  |nach  Sawk  limidit  iTsrliehi^^n  dem  He- 
ferenten bedenklich.  Doch  tr(i^ltl  f.i  !.ii;h  daniit,  daös  1  'ii>f'.  Sucin 
nicht  den  geringsten  Zweifel  geäussert  habe,  und  daes  sich  die 
Ansebning  von  Silicaten  erst  im  Verlauf  längerer  Zeit  vollzogen 
haben  könne ;  zudem  scheine  die  Überfluthung  des  unteren  Theils 
der  Inschrift  jeden  Verdacht  ausiuschliessen. 

Man  sieht:  gebrannt  Kind  furchtet  das  Feuer  —  und  leider 
steht  es  ja  ho,  dass  man  eine  derartige  Gespcnsterscherei  niemand 
verdenken  kann.  Im  vorliegenden  Falle  glauben  wir  jedoch 
jenem  vorsichtigen  Referenten  die  Veisichenmg  geben  zu  kön- 
nen, dasB  selbst  dann  noch  alle  Umstände  für  die  Ächtheit  der 
Inschrift  sprechen  würden,  wenn  sich  oberhalb  derselben  wirk- 
lich cuTSives  oder  sonstiges  Grieohisch  constaticen  Hesse. 

Weitere  Aufschlüsse  über  die  Inschrift  erwarten  wir  von  dem 
lur  Zeit  in  Jerusalem  weilenden  Redacteui  dieser  Zeitschrift, 
Herrn  Lic.  Guthe.  Wir  werden  nicht  ermangeln,  unsere  Leser 
seiner  Zeit  von  den  Fortachritten  der  Entzifferung  in  Keimtniss 
m  setzen. 


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AoBgrabmigen  in  Jerasälem. ') 

Erster  Bericht  erstattet  von  lAo.  H.  6iithe. 


Am  2 1 .  Mbtz  Morgcus  Ii  L'hr  icarf  die  ■Argo«  des  üster- 
reichisch-ungarischcn  Lloyd ,  das  ächiff,  auf  welchem  ich  Sonn- 
tag, den  20.  März,  ^littags  Fort  Said  verlassen  hatte,  vor  Jafa 
Anker.  Palästina,  das  Ziel  meiner  Heise,  lag  im  Dämmerschcin 
vor  mir.  Eben  zeigten  sich  im  Osten  die  ersten  Strahlen  der  auf- 
gehenden Sonne,  die  Berge  des  alten  Ephraim  hoben  sich  in 
lollerem  Ulan  von  der  noch  matten  Farbe  dea  Himmels  ab.  Die 
J.jiiLiUiiit;  fliin  unter  der  fruinidliehuu  Führung  des  Herrn  Iliir- 
ilfj^K,  lli.'hii/t;r>  dm  Jenisalem-Huttl ,  raacli  von  Statten.  Kine 
Stunde  später  sah  ich,  üherraschl  und  ergriffen  von  der  Schönheit 
des  Bildes,  von  einem  Balkon  des  genannten  Hotels  die  Stadt 
südlich  Tor  mir,  «ngefaast  durch  einen  breiten,  Ins  an  den  Hori- 
sont  südöstlich  sich  erstreckenden  Kranz  von  Orangengärten. 
Unter  dem  saftig-grünen  Laube  schauten  die  rothgelben  Früchte 
hervor,  frische  Blüthen  erfüllten  die  Luft  mit  herrlichem  Dufte 
und  EU  meiner  Rechten  warf  das  Meer  langsam ,  aber  mit  merk- 
lichem Geräusch  seine  Wellen  auf  das  sündige  Ufer.  Lange  er- 
quickte ich  Augen  und  Sinn  durch  diesen  einladenden  Anblick. 

In  Jafa  blieb  ich  zwei  Tage.  Am  Morgendes  21.  l^n  unter- 
nahm loh  noch  einen  weiteren  Spaziergang  in  und  um  die  Stadt; 
am  Nachmittag  hatte  Herr  Baron  von  Ustinow  die  Freundlichkeit, 
mit  Herrn  H ardegg  und  mir  einen  Ititt  in  die  l'mgegt'nd  /.u 
unternehmen,  namentlich  nach  Seiami,  wo  in  letzter  Zeit  in 
Höhlen  und  Gräbern  mancherlei  alte  Sachen,  theils  von  den  Fella- 
chen, diöls  von  Anderen  gefunden  worden  sind.  Am  Abend  des 

1|  Olugei  Bericht  traf  am  SO.  April  nach  Sohlnu  der  Bsdaoäoa  sin ;  irir 
glaabten  Jedwli,  denMUMn  nnitreD  LsKm  nidit  Ini  lum  ninhiten  'Halt  vor- 
snthalUn  ni  dflrten. 


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21.  und  22.  März  konnte  ich  jtenauere* Einsicht  in  die  Samrahinu 
paHstinenaisclier  Alterthümer  nehmen,  welche  Herr  von  fstiuo" 
in  den  Jahren  seines  hiesigen  AHfcnthaltes  angelegt  hat.  Der 
2,  Tag  wurde  meist  duich  meine  Theilnahme  an  der  Geburts- 
tagsfeier St.  MajeatSt  des  deutschen  Kaisen  in  Anspruch  genom- 
men. Asa  23.  iUtrz  früh  verliess  ich  Jafa  m  Pferde  und  langte 
Abends  zwischen  6  und  7  Uhr  nach  einem  anattengenden  Ritt  in 
Jernsalem  an.  Der  deutsche  Konsul ,  Herr  Freiherr  von  Münch- 
hausen, kam  mir  in  liegleiliiug  eines  Kawasscn  etwa  bis  zur 
letzten  Hoho  vor  Jenisalem  entgegen.  Dieser  unerwartete  Em- 
pfang freute  mich  sehr ;  es  boli  meinen  Mutb,  ikss  ich  nicht  ein- 
sam und  allein  den  Scliiiupliit/  ini-iruT  crstt^ii  'niiitifjki'lt  im  hi-iü- 
gcil  Ijmde  betrat.  War  mir  doch  damit  die  Zu bitbi'mng  gegeben, 
dass  ich  auf  die  bcreitwülige  Unterstützung  unseres  Konsulatep 
würde  rechnen  könneu ,  eine  doppelt  willkommene  Auseicht  auf 
einem  fax  den  ForBohei  so  schwierigen  und  «n  Brfblgen  so  spar- 
samen Boden,  vie  ihn  das  heutige  Jenisalem  darbietet. 

Am  Donnerstag  machte  ich  die  nothwendigsten  Hesuche. 
Ich  beabsichtigte,  sofort  Freitag  in  den  Siloahkanal  7.n  gehen  und 
Abklatsche  sowie  Copieen  amEufertigen.  Allein  Herr  Baurath 
Schick  rieth  mir  davon  ah,  wöl  an  diesem  Tage  ein  Fest  der 
tSmisohen  Katholiken  eine  grosse  Anzahl  Ton  Pilgern  und  Jeru- 
salemiten,  im  Thale  hd  Siloah  zu  Tereinigen  pflege  und  diese 
mich  leicht  stSren  könne.  So  begab  ich  mich  denn  Sonnabends 
an  die  Arbelt,  nachdem  ich  am  Freiing  das  Terrain  etwas  studirt 
hatte.  Das  Abflnsslocb  di;»  Sil  nah  tu  ich  es  inirdo  geÖfinct,  nach 
olwa  11/2  Stunde  war  das  \yHSser  um  n,30m  gesunken.  .Spätcr- 
liin  fi-d  fs  nwhum  n.l.Sm.  Kinige  hökernr- liretter  mit  niedrij-en 
Küssen ,  «elcbf  HiTr  Hanratb  Srmi  k  /nm  /wcek  d.-r  liosscriin 
i!,.sii:htigung  der  Iiiscbrifl  lL:it  :iiifi-rü^'eii  liL=-ün,  wurden  in  das 
seichte  Wasser  gestellt,  so  dass  mau  trocken  bis  an  den  Ort  der 
Inschrift  gelangen  konnte.  Der  TJnkimdige  wird  bei  genügen- 
der Beleuditimg  wohl  die  ghtte'FUxihe  des  Felsens  bemerken, 
welche  für  die  Inschrift  hergestellt  ist;  die  Buchstahen  selbst 
fallen  jedoch  so  wenig  ins  .\iige ,  da';*  ■^ic  di'm  ,  welcher  sie  nicht 
sucht,  loicbt  verborgen  bleiben.  Ich  faml  /;ihlreiche  Spuren imd 
Stücke  von  Wachs-  oder  SdiiriutnuifLn  iilier  die  ganze  Tafßl  ver- 
theilt, ein  Zeichen,  dass  die  Inschrit'i  schon  oft  besucht,  zugleich 
mit  welchem  Beleuchtungsmitlel  sie  untersucht  worden  ist. 


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117 


Meine  erste  Arbeit  ivav .  liass  ich  die  ganze  Inschrift  sor({ßiltig 
reinistii ;  denn  von  einer  theilweise  diirdi  fettige  Stoffe  befleckten 
Ste)ii)ilatte  Abklatsche  zii  mathen .  vers[iriicl!  keinen  Erfolg. 
Dann  rieb  ich  die  Inschrift  trocken.  Die  Kuchstaben  schienen 
mir  j etil  bedeutend  deutlicher  hervorzutreten,  als  früher.  Um 
diesen  einstigen  Znstand  der  Inschrift  nicht  unbenutzt  zu  lassen, 
begann  ich  sofort,  sie  zn  copiren.  Als  Licht  diente  mir  eine 
Blende  mit  Znbehöi ,  wie  sie  die  Vei^leate  bei  ihren  Arbeiten 
gebrauchen.  Durch  gütige  Vermittlung  dneBLwpdgerFreimdes 
war  mir  dieselbe  Ton  Freibe^  im  Kgr.  Sachsen  zugesandt  wor- 
den. Sie  erwies  sich  als  sehr  geeignet  z\i  diesem  Zwecke.  Nur 
stellen  die  Zeilen  der  Inscbril't  an  einer  MciiDii  für  die  blosse  ISosicU- 
tigiin«  mögliciist  iiubei|ueinen  Stelle.  Ob»  i,hl  Herr  Schick  den 
Boden  des  Kunala  so  tief  gelogt  hat,  als  der  jetzige  Ausfluss  des- 
selben nach  dem  Teiche  es  gestAttet,  to  befindet  sich  der  aus 
Üohlamm  und  Steinen  gebildete  Grund  des  Wuseriauä  doch  nur 
U,3Tm  unter  der  bischiift.  Daher  war  selbst  die  ente  Zeile  der 
Inschrift  unterhalb  meiner  Augenhöhe,  wenn  ich  in  dem  engen 
Kanal  zu  sitzen  rersuchte.  Das«  die  uriteren  Zeilen  der  hiBchrift 
mir  sehr  nnsicher  in  dieser  Stelbmg  gesellen  werden  künnen, 
brauche  ich  nicht  näher  zu  erläutern.  Also  halb  oder  ganz  lie- 
gend eine  (  opie  im i^ii furtigen  erwies  sich  als  das  einzig  Mögliche. 
Allein  <lie  Arbeit  wurde  noch  erschwert  durch  den  schon  früher 
in  dieser  Zeitschrift  erwähnten  Zustand  der  Felsplatte.  Dieselbe 
hat  zahlteiche  grossere  oder  kleinere  Spalten ,  durch  welche  die 
ursprünglicbe  Gtetalt  der  Budiataben  oft  ganz  zerstört  woiden 
ist.  Femer  haben  sich  die  meisten  Vertiefungen ,  welche  einst 
der  Aleisel  eingegraben  hat,  mit  sogenannten  Silikaten  angefüllt, 
die  sieb  liiLuüg  nur  durch  eine  belli'ie  i'üvhf  ulleiii  lliv  du-  .Vnge, 
dagegen  mit  dem  Gefühl  gar  nicht  untei  scheiden  hipsen.  weil 
jede  Unebenheit  der  Oberfläche  geschivundcn  ist.  So  licss  mich 
eft  die  genaueste  Besiohtigang  über  die  eigentlicbe  Figur  de* 
Buchstaben  in  Zweifel.  Uegieiflioher  Weise  ging  die  Arbeit  ieb 
Copirens  nur  langsam  vor  sieb;  Nacfamittage  i  Uhr  Tinterbiadi 
ich  dieselbe,  da  Herr  Schick  zu  einer  Besprechung  auf  mmne 
ISitli-  ans  der  Stadt  heruntergekommen  war, 

Die  Erfahrungen  des  ersten  Tages  hatten  mich  überzeugt, 
dass  bei  dem  jetzigen  Wasserstande  im  Kanal  dne  ganze  zu- 
verlässige Copie  der  Inschrift  anzufertigen  sehr  schwierig  sei. 


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118 


dasB  aber  andercrBeits  Abklatsche  niemah  ein  vollkommenes 
Bild  der  Iiiachnft  liefeni  würden,  nach  welchem  die  Piiljlika- 
tioii  unternommen  werden  konnte.  Y-i  kam  also  darauf  an,  den 
A\  iisserspic^l  noch  niedriger  zu  legen  und  dadurch  eine  für  das 
Cupircn  ßunstif;ere  Lage  der  Inschrift  lu  gewinnen.  Das  konnte 
nur  L'escheheu .  wenn  es  gelang,  einen  anderen  AbfluBS  für  das 
Wasser  des  Kanäle  zu  schaffen.  Herr  ScmCK,  welchen  seine  oft 
wiederholten  Versuche.  Copieen  und  Abklatsche  iiii/ufertitcii. 
zu  derselben  Meinunff  aebrachc  hauen ,  schlug  vor.  /,u  iliocm 
/klltig^  d  Imllll 

gl)  IkKl         Itl  11 

1   II    I     I  W  U    I!       I         1  11 

]  i      11  1  1    1      II  rr  I  III 

«Pinf-n  Arheitnn  behufs  sicherer  Gewinnung  der  Insclirift  auch 
den  AusflnsB  des  heutigen  (obetei^  Teiches  untersucht  und  ge- 
funden. dasB  derselbB  nur  eine  kurze  Strecke  südwärts  laufe, 
dann  sich  ostwärts  wende  und  m  einen  anderen  Kanal  ausmünde, 
welcher  vou  Norden  kommend  das  Wasser  südwärts .  dem  Thale 
zu.  weiter  führt.  Dieser  letKtcrB  Kaiii.l  ist  in  den  I'üIsph  einge- 
hauen, in  seiner  unteren  Hälfte  offen ,  in  Feiner  oberen  aber  mit 
Steinen  gedeckt  und  ziemlich  tiel  unter  Scliuttablagcrung  ver- 
borgen und  selbst  mit  (lerüil  angefüllt.  Herr  Muhick  hatte  nun 
aus  der  Kichtnug  iliesc-  Kannles  )fcschlo8HGn .  dass  er  in  »gerader 
Linie  von  der  sog.  ^iloabquelle  herkomme,  J  Er  sah  seine  ■\"Br- 
muttiung  (ladnreri  i)estatigt,  ilass  die  ostliclie  f  eiswand  am  Ans* 
gange  des  Sil oalik anales  nicht  in  der  südwestlichen  Richtung  auf 
den  heutigen  Zug'antf  zur  Quelle  und  auf  den  Teich  zu  be- 
hiiiieiL  war.  soiiiierii  in  Kiemlith  gerader  südlicher  Richtung,  also 
aul'  iIiMi  Kanid  hinwies .  welcher  heute  zum  'l'hei! ,  wie  oben  er- 
wähnt ,  durch  f;ebutt  verborgen  ist.  Herr  Schick  hatte  nun  die 
Reinigung  dieses  letzteren  Kanals  von  der  Stelle  an,  wo  der 
heutige  Abflus«  des  Siloahteichea  in  ihn  einmündet,  schon  im 
Winter  begonnen,  jedoch  nicht  ToUendeo  können,  weO  die  lich- 
ter unten  in  der  schlechten  Luft  nicht  mehr  brennen  wollten  und 
die  Fellachen  von  Silwän  erklärt  hatten ,  nicht  weiter  arbeiten  zu 
können. 

Da  mir  die  Ansicht  des  Herrn  Baurath  SciUCK  einleuchtete, 
so  wurde  am  Montag,  den  28.  ISaxie,  begonnen,  einen  Schacht 
zu  graben,  welcher  direkt  ron  oben  auf  den  Terstopfien  Kanal 


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I1<l 

trcffuii  >(jllti;  und  von  dem  aus  die  RciniguiiK'  di-f  Kiiiiiils  voll- 
Liidcl  iVL-rdcu  küimtü.  Zu^Jr^t  urbciteten  fünf,  eoit  DiftlhtüR  dm 
21).  MLir/,  svfhs  Fi-Ihii^hvii  aus  Sihväii  an  df^m  Tftnfcn  dv.-.  ^Sduicli- 
tes ,  raeist  dieselben  Leiite,  welche  Herr  SciiHiK  scliuii  im  vo- 
rigen Jalirc  bescliüfti^  hatte.  Sa  ich  aebr  bald  merkte,  dass 
der  Fortschritt  der  Azbeit  nicht  nach  deutschem,  lesp.  euio- 
päi<^1icin  MiiassBtabe  berechnet  werden  durfte,  so  beschloss  ich, 
miini'  .Vrhcitt'n  an  der  Insohiift  Dienstag  don  21).  wieder  zu  lie- 
iiinin'ii.  (ilnic  auf  d\f  Ticforlefiiu:};  dt:^  Wiissfirspii'gels  /u  warten. 
Ii'li  Naohuiil zeitig  hinunter,  allfin  das  Wasser  floss  von 
der  Marienquelle  auf  der  anderen  Seite  des  Itei^^  her  so  stark, 
dasB  nach  zweistündigem  Warten  es  noch  immer  nicht  möglich 
war,  die  niedrigen  Bänke  auf  dem  Soden  des  Kanals  festzn- 
Btellen.  Ich  musste  imverrichteter  Sache  wieder  zurückgehen. 
\m  :lt) .  und  :i  1 .  Marz  itide.'^scii  vollendete  ich  meine  Copie,  nahm 
eiiiiir.'  Aiiklal^^ijhe  UTiiI  revidirtc^  dann  noehmals  alles,  ivas  ieli  co- 
pirr  hatte.  Ich  hin  jetzt  damit  liesdiüftigt,  auf  Grund  d^r  viir- 
liejfWidon  Ahklalsehe  un  d  meiner  im  Kimal  selbst  uuKi'fi^rtiglen 
Cii|iie  eine  Zoiehnung  der  inschrift  herzustellen.  l»eider  ({t'ht 
die  .Vrlieit  langsam  vor  sich,  da  ich  nur  ^lelir  wenig  von  meiner 
Zeit  darauf  verwenden  kann.  Ist  die  Zeichnimg  vollendet,  so 
werde  ich  sie  an  Ort  und  Stelle  nochmals  veigleichen  und  zwar, 
wie  ich  hoffe,  unter  günstigeren  Umständen,  sobald  der  Wasser- 
spiegel tiefer  gelegt  und  die  Besichtigung  der  Inschrift  leichter 
geworden  ist.  Auch  werde  ich  dann  nochmals  Ah  klatsche  nahmen 
und  überhaupt  alles  thun,  was  in  meinen  Krüften  steht,  um  ein 
zuverlässiges  Bild  der  Inschrift  zu  erhalten.  Schon  jetzt  kann 
ich  indess  behaupten,  das  beste  Material  zu  haben.  So  kann 
idi  z.  B.  die  Lesung  des  Heim  Prof.  Saycs  in  Oxford,  welch? 
derselbe  im  Aäienftemn  vom  12.  Mirz  publioiit  hat  in  mehreieu 
nicht  nnwiohtägen  Funkten  berichtigen . 

Zum  Sohlnss  noch  die  Mttheilung,  dass  der  gesuchte  Kanal 
glücklich  gefunden  und  dabei  eim  nach  aufwärts  führende  Fel- 
sentieppe  entdeckt  worden  üt, 
Jerusalem,  1.  April  1881. 


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l/hieni  /i'i-i-ubijii/iiii/(iiiii  <-t  i/rarriplioiies  leiTac  eaiiiliir  lie.Uis  tacfü 
iiJitrriorn  i-/  hilimi  limjua  criirafa  iU7nptitius  sacicli:lis  iUustraiidi» 
orieiilis  latiiii  mommoitü  ediderunl  Tit.  ToUer  §~  -Äug.  MoUnier. 
I.  Genevie.  typis  J-  G.  Fick.  IS79.  LV  u.  41S  SS.  W>. 

Der  Gedanke  J'ilgeTBckhfCett  zu  eammeln  ist  bekanntlich 
kein  neuer.  Wii  begegnen  seinen  Anfoi^eii ,  wo  nicht  früher, 
schein  im  15,  Jh.  Bas  praktische  und  asketische  Bedürfiaiee  er- 
zeugte ihn  damals  und  die  mehrfach  in  den  Handschriften  dieser 
Zeit  begegnenden  Zusammenshillungen  von  je  zireien  oder  dreäen 
jener  alten  Schriftwerke  sind  sein  heseheidener  Ansdmok.  Ah 
ein  Johrlinnden  spater  die  Pilgeifabrten  xastw  Übung  und  die 
heiligen  Smtt«n  aus  den  Augen  kapien ,  war  es  die  alletorten  an- 
gefachte inaturliche  begierd,  luet  vnnd  liebe  viel  mnd  manchei- 
ley  ding  zii  wißen  vnnd  zu  erfahren',  die  den  AnstOBS  zn  Fs-rit- 
AHF.NDs  bekanntem  ■Bosbach*  gab.  Heute  tritt  die  WiasenBohaft 
als  Sammlerin  auf.  Die  Arbeit  eut  AnfBndung  Imd  Veröfönt- 
lichung  der  in  Betracht  kommenden  Eimelsohriften.  dieser  Gat- 
tung ist  im  Ganzen  als  gethan  ansusehen.  Toblxr's  »biblio^- 
phia  geographica  Palaesänaeo  hat  darüber  das  imven;leichliohe 
erste  InTentai  anfeenommrai.  So  ist  es  ein  im  besten  Sinne  zeit- 
gemitsses  Unternehmen,  dass  in  der  Mitte  des  letzten  Jahrzehents 
die  •soci6t4  poiir  la  piililication  de  textes  telatifs  & 
l'histnire  et  Q  lu  erciKi  ajilu  1^  de  l'Otient  latinf  auf  den 
Plan  trat  und  aiisnoriistei  mit  ir^-lichem  Können  den  Schatz  der 
gesammten  Pil^erlitiTiilnr  mm  1.  bis  14.  Jahrh.  und  von  da  ab 
bis  zum  Jahr  IGüi)  ilvr  iiucli  nitlit  vero (fei i (lichten  oder  seltenen 
Schriftwerke  der  gleit-kim  Art  iii  j,'i;imiier  /.eitlolge,  dabei  gesolt- 
dert  nach  der  Sgirachc  der  einzuliicn  Schriftdenkmäler  und  be- 
arbeitet nach  den  heute  muassgebuiidcii  Grundsätzen  bei  der  Her- 
auegabe alter  Schnttworke,  zu  vereinigen  begaun. 

hl  dem  vorstehend  genannten  W  erke  bietet  sie  uns  auf  die- 
sem (.icbiotc  ihres  fechaffens  ihre  Ersthngpgabe  dar .  und  ivir 
nehmen  dieselbe  mit  um  so  grosserer  Uefnedinung  lind  Dmikliar- 
keitentg^en,  ic  grosser  vorab  die  Getahr  ivar.  in  der  sie  eehon 
bei  ihrer  Entstehimg  Hchnubte,  ^^  lo  mau  iiainlich  iius  dem  ersten 
uBerichtt  über  neue  Erschcinntigi'ii  aiit  di'm  Gebiete  der  aPalae- 
stinaliteratnri  dieser  Ztschr.  .1.  2li.  mul  »-eins,  starb  mitten 
in  der  Bearbeitung  des  ersten  'iheils  des  vorli^enden  Bandes 
der  in  jedem  Siime  dazu  berafene  Herauegeber  der  ganzen  latei- 


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121 

mscheii  hammlutijt .  unser  iinvergesBlichcr  Iobler;  imil  \ne  wir 
jetzt  ans  (Ilim  \  omort  des  ganzen  Hundes  erfahren .  hol  seinem 
imvenveilt  emmintrn  .  uns  auf  diesem  teldc  zum  ersten  Ma)c 
heiiPfrin'uil™  Nachfolger  Ai  d.  Moi.imkh  die  iveniK'  leichte  Aui- 
»falie  m.  nirht  liloss  einen  SIfister  ku  ersetzen,  s.mdiTn  ancli 
dessi'ii  Naehlass  num'!  ht-il  erst  yn  nrilnei, ,  wie  dies  sHiriii  von 
S.Sl  an  nöthiff  «nrde,  von  wo  al>  der  Aiisnim  des  Textes  des  Tueü- 
nosiüK  neu  bearbeitet,  die  Oorrectureii  ubüniommeu ,  die  dazu 
gehongell  geschichtlichen  Einleitungen ,  von  Toblbr  deutsch 
hinterlassen,  ins  Lsteimselte  übertragen  und  scUiessbch  der 
Kanze  zireite  Thnl  des  BnchB  selbetSndig  angeschloBsen  werden 
musste. 

DasB  man  tiotz  alledem  der  GeBellschoft  de  l'Orient  latm  wie 
der  Wissenschaft  zur  KegenwSxtigen  Leistung  von  ganzem  Hemen 
Glück  wünschen  darfl  das  maclit  unsere  Bemedigmig  wie  unsern 
Dank  voll.  Man  hat  erfüllt,  was  mta  Teisprach  nnd  —  erwartete, 
in  Tollem,  jedes  Lobes  werthen  Maasse. 

Ist  anoh  die  Anibeute  an  Neuem  in  der  Sammlung  wdbat- 
veTstibidlich  eine  ^'criiige  lu  nennen,  so  liq^  uns  nnnmelir  hier 
nickt  nur  a&mmtliche  bis  letzt  ans  licht  gezogene  Isteinische 
Pügerschriften  und  geogruplüsdie  BeBohreibnngen  PaUstinaB  von 
33a  bis  1096 ,  sondern  diese  auch  in  einer  Gestalt  und  mit  einer 
kiitist^en  AnsrüstangTor,  die  ümen  ehedem  nicht  bat  gegeben 
werden  können.  Sämmtliche  Texte  haben  den  Vorzug  genossen, 
aufe  neue  verglichen  und  durchgearbeitet  zu  werden;  was  um  so 
höher  angeBchlujfeti  werden  darf,  als  der  ersten  Hälfte  des  Ganzen 
die  reiche  Erfahrung  ihres  zum  Theil  mohrfaebcn  Herausgebers 
TnuLER  m  gute  kam,  ihre  zweite  HiLlfte  aber  sich  der  frischen 
.\ugcii  MoL^^■IKK'8  bei  alter  ^'orarbeit  zu  erfreuen  hatte.  Zu 
diesem  Vorzuge  kommt  der  andere ,  dass  eine  gan^e  Keihe  neuer 
Handschriften .  deren  Auffindung  zum  i^rössereu  llieil  Molixibr 
/,ii  danken  ist,  zur  Vergleichung  hat  herangezogen  werden  dürfen. 
Man  wird  demnach  nicht  zu  viel  sagen ,  wenn  man  den  hier  ge- 
botenen Text  den  zur  Zeil  erreichbar  besten  der  lateinischen  l'il- 
gerschrificn  des  gedachten  Zeitraums  nennt. 

Heseben  wir  hiernach  die  Sammlung  im  einzelnen.  3o  haben 
ihre  vier  ersten  Stücke,  nämlich  1 ;  itinerarium  a  Kordigala 
Hierusalcm  usque  [S.  3—25),  2)  peregriuatio  9.  l'aulae 
d.  h,  das  ihodoeporicumn  aus  ihrer  vita  bei  Hiekonyjius)  S.  2a 
— 10  .  al  Paula  &  Eustüchium  (letztere  s.  XV  durch  ein  Ver- 
schen Boror  für  filia  Püulae  gciianntl  de  locis  snnctisin  ihrem 
Brief  an  Marcella  'S,  4;i — 17,  und  1  Kni' Ii crius  de  locis 
sanctis  keine  namhaften  liessoniTifii'Ti  t'rilbcr  erfahren, 

da  ausser  beim  letztgenannten  neue  J  lanriscbriften  nicht  waren 
gefunden  worden,  die  zu  Eucherius  von  Molinihb  auf  der  Pariser 
Nationalbibliothek  entdeckte  aus  dem  S.  Jahrh.  aber  die  ver^ 
schiedenen  verderbten  Stellen  zu  heilen  nnfilhig  war,  im  Gegen- 


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122 


theil  neben  einigen  ansprechendeii  mehrere  schwierige  Lesarten 
bietet.  Der  Vorschlag  Toblers  s.  XVI  in  «lern  \'EKGJLcit<tt  (Aen. 
ni,  127)  der  Paula  oonoita  statt  consiu^  (concitJiÄ  und  consita* 
im  Texte  ist  jedenfalls  Brackfehler,  da  es  gegen  das  \'ersmaaBS 
reistäset)  stimmt  Kwar  mit  allen  Vergilbandschriften  überein  (rgl. 
Hbvwb  Verg.  oiip.  II,  273),  während  consita  eine  von  Cebda 
erst  eingefiüute  Vermuthung  ist ,  wäre  Mer  aber  handschriftlich 
zu  belegen  gewesen. 

Der  siim den Toigenannten  vier  anschliessende  Bbreriarins 
de  Hierosolyma«  (S.  57 — 59],  eine  loiize  AufzShlnng  und 
Besehceibung  heiliger  Stätten  der  heiligen  Stadt,  ersohünt  hier 
zum  ersten  Male  gedrackt,  naohdem  ihn  der  verstorbene  L.  Bbtu- 
MAKB  1854  in  einer  Handschrift  des  9.  Jabrh.'s  auf  der  antbro- 
sianisuhcn  Bibliothek  zu  Mailand  entdeckt  hatte.  Enthält  der- 
selbe  mich  kaum  mehr  als  das.  waH  aus  dem  auf  ihn  folgenden 
THKODosriis  bereits  bekantit  ist,  sn  wie^l  deich  schon  seine  Gleich- 
altrigkeit  mit  diesem  niclit  wenig;  und  die  von  Toulke  nament- 
licli  Ii  (■rvorjff^l  Lulle  iie  lieschreibung  der  Poti  staut  in  opolitanischen 
Giilgatba-  und  ürabkirclie  in  Üim  sind  in  der  That  ihrer  Anschau-, 
lichkeit  wogen  wcrtlivoll. 

Des  bereits  genannten  TnEonnsius  —  nicht  Thbüdohos, 
wie  ToaLKR  früher  die  Abkürzung  Theod.  lesen  zu  müssen  ge- 
meint hatte  —  Uber  »de  terra  sancta»  ;S.  öS— SÜ;  hat  zwar 
keine  Testberichtiguiig  aufznweisen,  ist  aber  dadurch  erheblich 
brauchbarer  geworden,  dass  der  Herausgeber  durch  entsprechende 
Einklammerangen  die  eingeschobenen  Stellen  kenntlich  ^macht 
hat.  Als  ein  solches  Einschiebsel  bez.  Anhangsei  hat  sich  dem 
Herausgeber  nunmehr  auch  der  8chliiss  des  Ganzen  ergeben : 
die  nvia  pncrnrnm  Israelu,  die  er  dem  Ende  des  12.  Jahrh.'s 

Dem  dicsL-i  Sciirifi  beigegebenen  Auszug  derselben,  betitelt 
»desitu  li,.rr:,(;  ^.  m- u u n d um  The odos in ma,  [S.  81— 88') 
konnte  Mi)].imi;u  durijli  Auffindung  von  zunächst  3  neuen  Hand- 
Bchriflcn  i2  valik.  und  einer  paris.j  eine  wesentliche  Hericbtigung 
angedeihen  lassen.  Er  liatte  sogitv  das  Glück  zu  den  gefundenen 
(irei  Handschriften  später  drei  weitere  und  noch  dazu  ältere 
(WcBSO-  [nicht,  wie  im  Text  steht:  Wnsso-]brunu-Münch., 
Haagen-,  und  Wolfenb.i  zu  gewinnen.  Von  den  beiden  nr.sleren 
wurde  der  Text  am  Ende  dieses  Itandes  mitgetheilt,  vom  letzteren 
konnten,  da  der  Druck  bei  ihrer  Anf'tinduiig  vollendet  nui .  nur 
die  abweichenden  Lesarten  in  einer  Anmerkung-  der  Einleitung 
beigefügt  werden. 

Aatonini  martj-ris  hiem.ich  folgende  »pi^ r » uil> u hx ti o 
locorum  sanctotnmo  ;S,  91  — I  IS)  darf  sieli  zwar  niclit  einer 
Textumgestaltung ,  doch  einer  auf  Grund  von  nicht  weniger  als 
6  neuen  Hands^iriften  ausgeführten  Textbesserung  rUhmen. 
Anoh  ist  ihr  zur  Ve^nchung  die  küntere  Becension  des  cod. 


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123 

vatic.  beigegeben  woiden  [S.  119 — 135),  aowie  die  des  cod.  ca- 
dnin.  (S.  13&— 138).  WiedemmaberwaiesluerSfoLiNiBK,  des- 
sen Elfer  die  Anffiadung  dietar  weiterer  bia  dahin  unbekannter 
Handschriften  zu  Pans  und  Piacenza  gluckte.  Durch  sie  konnte 
im  Anhang  f&.  ;160 — abäi  noch  ein  besserer  Text  geffeben  und 
dlCHcm  die  auc)i  s])rachhch  werthvolle  Hejjlcitiiiip  cmel  ebenfalls 
jetzl  erst  uns  Lldit  {renciirenen  Ii iinzosischuu  l  borhittzunK  dos  1  j, 
Jahrh.  s    ti.  Hill . .  ans  einer  Pariser  Hitndsehnlt  xu  Iheil 

«erden.  Autfalloiid  ist  freihch.  dass  ivuder  Ioiilkb  noch  Miii.inlbr 
in  der  Lmleituiig  dns  von  Lbkhb  (»Durch  Gosen  üiim  !>iiiain.  Leip- 
Kii{  1372.  &.r)jaf^.    erhobene  ISedenkeii  RCjfen  die  Echtheit  der 


u  );cnunli^t  babeii .  wie  sie  .l.i.s  i 

[Ineh  bei  anderen 

Uclcireiilieitei 

1  tlmten.    Audi  hätte  wohl  .bir 

ll.-st.Ll]^nn)f  der 

str..hiKi-n  Lfs 

iirt :  'ipreter  a.jnasi.  c.  XL  (S.  1 !  1 

duK  li  .i.'u  m,  Ort 

uiiil  Stell.'  K( 

■nuu.ni.nien  Auifenschein  desi^eKm 

I.  (iL'l.;lirloii  HO. 

,rt    1    -  in. 

ih  (,'eil..cht  sem  können.   Dass  du- 
^^  .\XX\n  (ü.  112    derauf  di./ 

iiui.ni.'hriiii'  l.es- 
1  .  1  1      1     1  .ni 

\  emiutbnng  Hm.i<,\  Vrnes.li. 

iiii.l  .Mvtb.il.  ilet 

Hrilisti.w,  Le 

■ijmif;               ililitir.  .  weicht  jii 

ihr  Irt/lr  .S|uireii 

idnbsliiischer 

.\nsiedeliine  am  iloreb  fin.lon  « 

ill.  Icidtr  lütbt 

(f.iiislif;  ist,  ■ 

<ui.ia]  dir  \"ariai.trii  ürs/am  und  . 

[las  .liescm  in  der 

bchreibnnp  n: 

i.lii-lKH'i.n,|(.  l{,.s.  ;un  Im-teii,  sn^en  ' 

ivir  nebenbei,  wie 
a  Ige.  Imguam)  i. 
.  der  Anmerkung 

auch  das.  das 

-  li^■■i^an.  .Im  (..■d;inki  ii  i.n  bassar 
[■r  zu  \rg,-n  s.ibciiit  iils  -.m  .las  in 

be!);iiliriichte  : 

..,,.;rs;,m..  ,-iner  aml..R-i,  A.isgiibo, 

Dem  Te\t.!  .Icr  sieb  hi.irau  iiii><-hli.:ss.'na.>n  »relatio  .le 

war  die  \  er^leiebiin);  vdil  i.  l)ishi?r  noch  nnbenul/.teu  Ilau.ls.:bril- 
ten.  iiamentlieb  einer  c..tt..i..  im  brit  MiiM.um  .  einer  Itriis-^eler 
und  eiiiür  lienier.  i.i.ilit  kb'ln.^ni  Nui/.li.  .\..ib  ist  .liucr  i(e- 
schiditUchen  Ilaiidbemerkuni;  über  das  ■■sutliin.nn  iluiiiini.  zu 
Liebe  der  volle  Jc-xt  der  cnduin.  llau.l-.brll'l.  d.:ifti  a.l^^^..h.,beHe 
Lesarten  bisher  nur  aus  Uelpit  a  le.si^ai  sur  les  anciens  iieleniinifes 
a  Jeruaalem.1  l'ar.  Ibi  G  bekannt  waren,  beigegeben  i&.  2U.1 — 2lüi. 
(rleichwohl  hielt  es  MoLtNiKit  der  Muhe  werth  noch  4  weitere 
von  luuLBR  zwar  gekannte,  aber  seltsamer  Weise  nicht  beachtete 
Handschriften  ^zweiWiener,  eine  Münchner  und  eine  aus  Laudun 
in  Frankreich)  zu  Bathe  zu  ziehen  und  deren  beträchtliche  und 
mm  Theil  wetthToUe  (i.  B,  S.  395%.,  401  ig.,  40S)  abweioliende 
LeButen  imAnlume  mitmtheilen,  nofnr  ihm  aller  Dank  gebührt. 
Yon  den  Ancttiyacnen  OmndusBen  fehlt  nur  derjenige,  der  die 
Manun  Jenualems  dantellt.  Er  ist  dem  andern  Unternehmen 
der  GesellsohaA,  der  Hconographia  Oiientis  latinic,  nigetheilt 
worden  und  kanniunioßglicherentbdutn^en,  als  er  an  steh 
muht  allzn  wichtig ,  aiuserdem  in  Vtx  ob  Vbldb  und  Tobler's 
plan  of  the  town  imd  envitons  Jemealem«  Gotha  1658  nieder- 
gehen ist. 


124 


Des  Beda  VENitSABiLi»  Schrift  »de  locie  sanctieu  (S.  3t3 
— 234],  welche  der  den  Arculfus  folgt,  hat  vor  allen  bis  jetzt 
von  iliT  CKchienenen  Aufgaben  den  gronaen  Voizug  voranR,  anf 
Grund  von  nicht  weniger  als  22  theilweiae  mm  ersten  Male  be- 
nutzten Handschriften  ihn  voili^ende  Textgeatalt  empfangen 
zu  haben,  was  bei  ihrem  nahen  ZuBammenliang  mit  ihrer  genann- 
ten Vorgilngeiin  von  nicht  geringem  Werthe  auch  für  diese  ist. 
Desgleichen  ist  fnr  die  leichtere  Wiedererkennung  der  aus  lebt- 
tcrer  genommenen  Beetandtheile  durch  hesnndere  Venveisun^  in 
der  Ct^talangabe  Vorsorge  getroffen.  Als  Anhang  erscheinen 
Ewei  hier  snm  etaten  Male  A^rSffentlichte  kleine  Schriftstücke: 
eine  »relatio  Bedae  abbreviati  (S.  235— 237)  nach  dner 
WÜTsb.  und  ein  ifragmei) tum  qnod  libro  primo  aroulfi 
additum  est«  [8.  23B — S40]  nach  einet  BrOueler,  einer  Pariser 
und  einer  römischen  Handachnfl.  Letzteres,  ein  bunt  zusammen- 
gewürfeltes VeiaeichnisB  von  meist  palifitinensiBohen  Ortsnamen, 
wurde  hierher  verwiesen ,  weil  äm  ans  seinem  Anfang  ergab, 
dass  seine  Abfassung  Kbsa  oder  einem  Unbekannten,  nur  nicht 
Akciilf  zuschrieben  werden  mns«. 

Die  hier  einsefaende  selbstündige  Arbeit  Molihiebs  bringt 
zuerst  das  ohodoeporicon  s.  Willibaldi  nach  dem  Itcricht 
der  heidenheimcr  Klosterfrau  i'W.  24:! — 281'.  dns  sicli  eiiipr  'icxtr- 
berichtigung  aus  drni  zum  erslfn  Malt'  vi; rjjll dienen  Handsi  lirif- 
ten  fröraisohen,  Karlsniher  und  l'ariseri  x\t  erfreuen  hatte.  Das 
ihm  angeschlnsacne  "anoiiymus  itinerarium  s.  Willibaldi 
S.  2S5 — 207  konnte  dagegen  nur  eine  neue  Vergleiuhnng  mit 
der  einzig  liekannlen  Oehseuhaiis.  Handschrift  erfahren. 

Ebenso  miisste  das  »cnmm  ein  Oratorium  de  casis  dei 
vel  munaKteriiso  (S.  301—30»)  sich  mit  dem  von  Toiu-EB 
descriptiunes  terrae  sanctae  S.  76 — S  il  kühn  ergänzten  Texte  der 
von  W.  Wackehn.iobi.  seiner  Zeit  auf  den  Deckeln  eines  Buchs 
iu  Basel  entdeckten  Handschrift  zufrieden  geben.  Es  hätte  sich 
aber  violleicht  zur  Anregung  etwaiger  anderer  Lesevorschläge 
empfehlen  dürfen,  ausser  dem  'J'obi.bb'schks  Text  auch  noch  den 
unergunzten  der  Handschrift  in  der  Weise,  wie  bei  Toblek  ao. 
gefchehon,  nieder  zu  gehen. 

Hei  "llernardi  mnuachi  i t iiier » rium..  S.  309—3211) 
konnte  die  Vergleii: Innig  einrr  LiiiubuuT  iiinl  Wiener  Hand- 
schrift gewährt  w,.rd.'ii/  ].i:u\fr  i-t  »lirr  aii.-h  durrh  sie  die  be- 
mfei.e  Stelle  c.  XI  uiclit  fi^-ht-'.s.-n  wi>rdpn.  nnd  der  vniu  lIcrHus- 
gelier  gomachtp  Vorsdilag  iin.-tat.t  "Uii^in  i  iiiiii  !■!  alliTii"  7ai  lesen, 
um  so  die  vei^essene  vierte  Kirclii;  luif  ((cm  l'liit/r  dr-  beiligeu 
Grabes  lierau^xubriugeii .  wird,  sn  iiii^iireebend  ■■ii.'  mudi  mit 
den  vier  Kellen  am  linde  des  tap..  diu  vuti  tU-ii  vit'r  Kirchen 
ausgehend  sich  anf  dem  freien  Zwischenplatz  in  der  ^Weltmittea) 
schneiden,  ebensowenig  fertig,  als  dies  die  gleichartige  Tobler'- 
sche  Ergänzung  {Golg.  116)  thut. 


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1»  

Die  «deBcriptio  paiochiae  Jeru  salemu,  ein  Venücli- 
mes  der  KirclieiigeineiiideniiaiTieii  des  Sprengels  Jerusalem,  nri- 
schen  Abt  und  nach  des  ilerausgebers  näherer  Dailepmg 
nnd  zwar  ursprünglich  wohl  griechisch  abgefasst ,  sowie  die 
■notiti&pattiftrohatnum  Antiochiae  ac  Jeiosol;;^iaafl* 
eine  NamenliBtegleioher  Art  nnd  etwa  der  gleichen  2!eit,  sind  ab 
weitere  Glieder  der  Sammlimg  eingeigt  worden  —  ein  Ver^ 
diöuti'welelieaiüoht  dadurch  geaeb^lert  wild,  dau  itmen  W- 
dfln  nur  die  emeute  Ven^eicbung  der  bekannten  Handsohriften 
hat  zagevrandet  werden  können. 

UÜiür  ist  drain  das  lelsta  Stück  des  Ganzen  —  einegedriingte 
kurze  Besohreibong  heiliger  Stätten  JerasnlemB,  das  der  Heraus- 
geber in  Ennangclang  eines  Torgefandonen  Titels  mit  dem  sclbet- 
gewähltcn:  niiiaHter  sita  est  ciTitns  Jornsalems  versah 
—  ein  hior  zum  ersten  Mal  veröffentlichter  Fund  Molinibr'm  aus 
einer  Handschrift  der  »historia  hiersolmyit.u  des  Ualdeiikiijs 
BuKOAi.iEHsis  in  Paris,  der  je  nach  dem  Gewicht,  welche»  mau 
auf  die  vom  Uerausgebiir  für  beide  Zeiträume  voigebrachten 
Gründe  legt,  dem  XI.  oder  anfangenden  XII.  Jahrb.  angehört 
und  Irotü  seiner  Unscheinbarkeit  schon  deswegen  eine  besondere 
Aufmerksamkeit  verdient,  n  er  «ich  al«  die  Aufzeichnung  eines 
Augenzeugen  niisneist. 

Sagen  wir  schliessUcli  noch,  ilass  die  Correctheit  des  Druckes 
eine  vorzügliche  iac  —  sind  uns  doch  ausser  den  angemerkten  nur 
noch  S.  XIV  ein  habueribus  für  habuerimna  und  ebenda  ein  ex- 
pressit  für  cxprcssi  aufgestoseen  —  sonie  dass  die  Ausstattung 
ile^  Bandes  eine  wahrhaft  Tomehme  genannt  werden  darf,  so 
haben  wir  alles  gesagt,  was  uns  die  Fortsetzung  des  Werkes  mit 
freudiger  Spannung  erwarten  lassen  muss. 


P&in  des  /mutigen  Jerusalem  mit  Üniynhunij  nurh  I>ii/riiii'iii--Majfir 
W.  Wihoii.'^  A»fii„hme  con  ISßl—r.r,  „„d  }!„itr„1l,  V.  Sc/iir/.i'., 
Err/iiiizuMjen  his'lSHI,  h,„il,,-U,'l  ,■„„ ^  Dr.  Kurl  7Ammirmiiu.  iinh-r 

Kuin  riiiii  (L's  lu'utiaüii  .iL^iii-iiloin  vi'ii;iiiif;t  -o  viele  Vorzüge 
ch  wir  diüM'i-.  Lii'htoir  iiud  diiTikli  ir  hihui'  Schuttiruug  dor 
Ab(inHiiiii«i;ii  lässi  dii'  iillirc.npüieii  'I  tTriiiiivfrliiiliiii^sc-  deutlich 
berschiiueii,  Diiroli  Ein.!rii;huuiL[;  vun  tiiililiLlicn  Ciirveu.  die 
3  a  Müter  von  einiiiiiier  iilislehcn .  ift  vodiini)  die  J  liiliPiilage  fast 
AUst.iiid,;  v„ii  ir.  MotiTii  sind 
Lli't.  IJliiiic  yclmieheiic  l.iiiitiu 
zeigen  den  Lauf  der  untedrdi.--i.'hi'ii  Kiiniili'  Nur  Uiii};!;  imil  ull- 
seitige  Vertrautheit  mit  Jerusalem  konnte  iliese  K.aiiiUe  mit  sol- 
cher Deutlichkeit  und  Genauigkeit  nachweisen.  Wer  mit  den 
topographischen  Fragen  vom  alten  Jetusalem  vertmut  ist,  weiss, 


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126: 

wie  g^de  dieser  Vorzvg  des  Planes  besondere  Aneckennung 
TNdient  Blau  eitä  ebenfalls  alle  Teiche  sezeiobnet,  ob  wasser- 
haltig oder  nicht.  Biiket  es-Sulfän ,  Isrs  in ,  Sitti  Magern  und 
versäüedene  kleioeie  Teiche  haben  kein  Wasser.  In  der  Um- 
gebung der  Stadt  und  auf  dem  Tempelplatze  sind  die  Cistemen 
notirt.  In  der  eigentlichen  Stadt  ytax  diees  nicht  möglic]i,  da 
jedes  Haus  eine  cSer  mehrere  Cistemen  besitat. 

Wenn  wir  den  iur  seine  Zeit  ausgeseiehneten  Plan  der  Stadt 
Ton  Tn.  TosLBR  (1349)  mit  dem  gegenwärtigen  Targleichen,  so 
stellt  sich  ans  der  grosse  Aufschwung,  den  Jerusalem  in  den 
letzten  drei  Jahrzehnten  genommen  hat ,  klar  vor  Angan.  Wie 
emsam  sah  es  damals  noch  vor  den  Thoren  Jemsalems  aus,  wah- 
rend jetzt  em  schmucker  Kranz  von  Hnusem  und  wohlgepflegten 
GartcDiinlagen  yorzuglich  im  >\  cstcu  und  Nonlwestcn  die  Stadt 
umgieht.  Im  Innern  dcrscllicn  liisst  die  niiBseronienttich  grosse 
Zalu  offentliclier .  tiurch  tiefert's  lioth  herviirKehobeiier  Crebäude 
den  eigen thiimlichen  (.hiiraktei  der  ")i(iiligi!ii  »tailtn  ahnen.  Jucht 
zum  mm  liest™  hat  sich  Hudi  (ias  .ludeiiquurtier  jjiiliobeii.  /;iblt 
man  dofb  dein  auf  einer  Pläciie  von  ,-lws  zehn  Hektaren  19 
Syii  11  fronten.  Immerhin  dankt  das  jetzige  Jerusalem  aem  Auf- 
blühen liauptt)iichlich  christlichen  Einflufiseu;  die  meisten  der 
neuern  Gebäude  und  Gartenanlagen  sind  chnsthchen  UrspnmgB, 
von  Küssen.  Griechen.  Armeniern,  römischen  Kathohkeu  und 
von  Protestanten  m's  Dasein  gerufen. 

Ifherall  ist  im  Plan  auf  die  Iruramer  der  \  orzeit  liinuewie- 
sen.  Auch  jener  grosse  untpvitdischc  htcinhriich.  die  sog.  Hatim- 
woUenböhle.  ist  emgeieichnet.  Durch  mächtige  ebenfalls  ange- 
deutete Schutthaufen  hat  sich  an  L-nm einen  Stellen  von  der 
Stadtmaner  die  lemuiiKestidl  iii  rU'ii  U't/ti'u  lleccniiien  nicht 
univesentHc'li  v.  rjiiiiUTi.  /im.  S.O.lii-,,.  i,i,„  lii  ciTK'  1  r,  i  Nummern 
umfa^^s,■Lnk■  [..■l'i'k.I,-  ;illc  i i-riuK.  ic  luHl,.ut.;,zu.'n  l'iinkte  des 
Planes  iiiiiiiliiifi  .  .lu'  .lii^hi  m'1h,i,  io  aie-rm -clb-t  hcTüi.int  sind. 
Wir  xwfilcln  nidit.  d:,-  di.'r.L-i-  tri^fflirl,,.  I'Iü.i  v„il  -cehr  vielen 
Vreiirdeii  .lernsulem^  mil  Dank  wmi  aulycnimimeii  werdtn. 

Vun  kU'UK'ii  Ver^ehen  —  «rü^^erc  haben  wir  kdiie  neliinden 
—  notiron  ivir :  Wc-bi^-MinK  dfs  ^umon^  vom  «ItphanstiLor  und 
desjenigen  von  dem  m  s  Ilaram  liibrenden  Moghanbetlior.  l'asi- 
liiis  statt  ßasilnis.  Der  üraiitlibarkcit  des  l'kns  wäre  es  forder- 
lich noch  eine  Aniahl  fränkischer  Namen,  z.  B.  via  dolnrüsa. 
Uavidsthiirm ,  Davidssttasse .  Komgsgartcn  n.  s.  w.  beizusetzen. 
Auch  uari!  einti  Atiileiitiing  der  \  egetation  um  die  btadt  herum 
iirwiinscht, 

,Sn  sehlii'!-^t  hich  dieser  Tkn  würdig  an  die  aotgfSltigen  tind 
lehrreichen  lern  in  plane  des  alten  Jerusalems  an,  dieDr.  Zm- 
UERWAKS  im  .labre  ISTb  edirthal, 

  Kd.  Forrbr. 


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1, 


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Beiicht  Qber  nene  firschemimgeii  anf  dem  Gel)iete  der 
Falaatiiialiteratiir  1880. 

Von  Prof.  A.  SoelB  in  Tfibingeii. 


Weiii!  .iiiii^tl.ril-.  lUr  /iioi'k  iiji-^i  ror  Zdl^.  lirift  ilrr  iM,  iiklit 
bloss  Zi.TKtri,'iites  zu  siimraclii,  ■■umk'm  <lic  riilibtiiiakunde  mehr 
und  meht  als  gesouderte  wisse» scliafttiche  Dieüiplin  zu  behan- 
deln, Bo  duf  doch  nie  der  Zusammetürnng  anaaer  Acht  gelassen 
weiden,  in  welcdiem  diese  SpenialsUidien  mit  der  wiasenschafc- 
lichen  Bilielkunde  stehen  sollen.  TTnd  wenn  wit  nun  rühmen 
dürfen,  dasB  die  letztere  in  den  Ländern  deutscher  Zunge  am 
schönsten  blüht,  am  meisten  vertieft  ist,  au  können  wir  iiuch 
erwarten,  daaa  in  unsem  Kreisen  die  I'alästitiakundc  wenig- 
stens am  griindlicbsten  nissenschaftlich  behandelt  werde.  So 
grossartdg  die  Leistungen  der  Franzosen  anf  diesem  Gebiete 
fnnd,  so  waltet  bd  ihnen  doch  das  arohaeologisohe,  ja  das  knnst- 
hiBtorische  Interesse  vor,  obwohl  auch  anf  geographischem  und 
naturwissenschaftlichem  Gebiete  bedeutende  Erfolge  bei  ihnen  za 
verzeichnen  sind.  Wenn  es  uns  ober  bisweilen  vorkommt,  als 
ob  die  französische  Art  nnd  Weise,  die  Palästinakunde  zu  be- 


(und  Amerikaner)  näher  prüfen.  Unzweifelhaft  ist  die  Fü 
nener  Funde,  mit  welchen  gerade  von  jener  Seite  unsere  Wisst 
Schaft  bereiohert  worden  ist.  ganz  ansserordenthch .  und  ' 
sind  gezwungen,  bestandig  in  Fühlung  damit  zu  bleiben.  ] 
möglicht  wurden  diese  ErninRenschaften  «cspTitlich  iliirch 
1  h  H  d  K  1  h  1  ffl  1  I  II 
1      1    m  11         II  kl  1111 

von  jeher  so  grosse  ücldmittet  für  die  ralastiiiafüisolmng  : 
Verfugung  standen.  Es  wäre  gewiss  höchst  erfreuheh,  wenn  ai 


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wir  Bof  Termehrtes  intraegie  im  griisBeten  Publikum  leohnen 
kcomten;  doch  ist  nicht  zu  Terkenneii,  daas  äae  solche  breitet« 
BasiB  eine  gewisse  Gefahr  in  sich  birgt.  Diese  besteht  nicht  bloss 
dann,  dass  die  Ergebnisse  der  ivissenschaf [liehen  Forschung 
iruh  luid  in  noch  untuilcni  Zustande  iiopiilitri^irt  werden,  son- 
dern auth  dann,  ilass  eben  l«ner  Conlaet  mit  der  wissenschall- 
hchen  liibelf orschung ,  die  ihrem  Wesen  nach  stets  eine  eaot«- 
neoha  mt,  Terloren  geht.  Dies  mag  wohl  der  tiefere  Gnind  sein, 
warum  sich  englische  und  dentsche  Falisimaforsohang  so  wenig 
verstehen.  Wie  die  Sachen  letzt  hegen,  ersohemt  es  öfters  un- 
nütz, sich  auf  eine  weitläufige  Kntili  der  hchlusse.  weiche  die 
Engianuer  aus  iiiretn  Alaieriai  ziehen .  einzulassen,  »esoniiers  iia 
sie  die  ausländische  l  orscnnng  in  «er  RegeJ  wi-iug  iienick- 
ichiigen.  Dagegen  sou  es  d\e  Auigane  iuosot  i.itornniiDenchtes 
sein.  Qiejenigen  Pubkcaiioiicii.  auch  uie  ircmrii'ii.  iiiTVdr/iiiic'Men, 
aus  welchen  etwas  zu  lernen  ist ;  ,Wi\vn  -v.-rde.i  bi.,.-s  der  ^-oll- 
Etandigkeit  wegen  hier  aafgcfutirt.  Da  nun  auch  die  1^  ortsetziing 
aes  danreBDcncnras'j  uer  ueuuouen  jucrgeniündiscben  ueaeii- 
sohaft  'gesichert  ist,  kdonen  wir  uns  bezüglich  der  Werke  über 
Geschichte  imd  AlterthümeT  Palästina's,  mit  denen  wir  in  Con- 
tact  bleiben  wollen,  mit  der  Anfiihrung  des  Nothwendigsten  be- 
gnügen, indem  ivir  auf  die  Heitrilgi^  von  Kauti^smi  zu  den  er- 
lehnten  Jahresberichten  verweisen. 

Bevor  wir  an  unsere  Autgabe  gehen .  mügcii  zuvor  einige 
kurze  Naditdge  in  unserem  letzten  Beridite-;  liifr  ihre  Stelle 
finden;  es  kana  näniHch  auf  einige  weitere  Kecrn sinnen  der 
Bücher  von  Kaltbrukubr^),  Heyd*),  Eühricut ''j  SchlümhbH- 


l:  Wi nnenschsfll icher  Iuhni^berlcht  über  die  MorgenlSadiubeQ  Studien 
im  Jahre  Ih'S.  L'nter  MitwirkurR  mehrerer  Fnch|ielehrten  herauBgegeben  von 
E.Kuhn.  Erste  Hüllte.  I.ei|i/.ip  Urütkhairs 

■2  A.  SücLn,  liüridil  ubiT  iw:k  l-,r-chvin-jnj;-jn  Quf  dorn  Gebiete  der  Pb- 
mstinalitcrotur  1>T1J    Ki)I>V.  ;  :-.    .7- --T. 

:i,  Vcrgl.  Jahrcsljciidit  ZDI'V  .; ,  Nr  1,  K.iirurunncr,  Manuel.  Ree. 
TonSonklar  in  Zeitachrift  für  ivi-iiuji  scholl  liehe  Gmgraphle  I.  I.ihr  ISS". 
p.  211 ;  Ton  O.  Kersten  in  ZDPV.  J,  p.  l57. 

4)  Vergl.  Jahreabericht  ZUV\.  a,  Xr.  22.  H«y<i,  Ltrantehandel.  Ret. 
TOD  Neumann  in  Üeslen:.  Monutsichr.  t.  d.  Orient  16.  .\pril  1S3U,  p.  74. 

5|  Vergl.  Jahresbericht  ZDPV,  2,  ]i.  9U.  Uöhricht,  Beilr&ge.  Ree.  von 
Kngler  in  ZDPV.  3,  p.  186.  -  Jahreabericht  ZDPV.  3,  Nr.  33.  Ree.  van 
W.  A.  Meunwnn  in  ZDPV.  3,  p.  237. 


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129 


GER und  GöBOBKB  ')  venriesen  werden ,  sowie  auf  das  ficuad- 
liclie  Eatgegenkommen ,  welches  unserer  Zeitschrift  von  ver- 
eohiedenen  Sdten  zu  Thal  geworden  ist ") .  Einige  kleinere  Ar- 
tikel des  Jahrgangs  1879  unserer  Zeitschrift,  verfasst  von  Eh- 
MAN"i.  Guti4k1»|,  FraasI'I  uiid  Kf-Kis ") ,  sind  in's  Englische 
übersetzt  worden.  —  Einige  Notizen  zum  Jahresberichte  verdanke 
ich  den  Herren  Fdiiber,  Gilubueistbb,  Kautzsch,  Kuoler  und 
Pbxu. 

Ans  der  lateiUui  über  die  Sltesten  etlmographisolien  Ver- 
hiltniese  verdieaen  wohl  die  kurzen  Skizzen  Ton  B(Air)n'9)  und 
Kadtzsch  genannt  zu  werden.  Die  Streitfrage  über  die  Chit- 
titer"),  die  angebliche  Entzifferung  ihrer  Inschriften,  berühren 
uns  weniger,  als  die  Nachricht,  dass  das  alte  Karchemisch"*) 
zwischen  Sadfichür  und  Biredschik  gefunden  worden  sei.  Die 
grosse  Daistelltuig  der  Geschichte  der  Maccabäer,  welche  Ton  de 
Savlct  >*)  TerÜSentlicht  wurde,  hat  mir  leider  noch  nicht  yorge- 

6)  Vetgl.  Jaliretbericlii  ZDPV,  .1 ,  Nr.  ;tO.  Sdiluraberner,  Soeaui  et 
Balles.    Reo.  vqn  R.  Röhricht  in  Syliel  s  TlisUir.  Zpitschril'l        .  3,  p.  587. 

-)  Vergl.  Jahrasberieht  ZDPV.  J,  Sr.  31,  Goergens,  QuEllenbeilrflge. 
Ree,  von  M.  J.de  Guejo  in  TheoloKUcli  Tijdschrift  ,14)  1B5U,  p,  505  i  Journal 
lies  Savants  ISTÜ,  p.  '.VI. 

S,  Vergl.  Himpel  in  Theologische  QuarlaUchrift  1S80,  p.  460 ;  Braun  in. 
MonatsBchrlft  für  Gesch.  u.  Wias,  d,  Jadenthuma  (13)  1B80,  p,  89;  Revue 
atchepl,  Juli  J85Ü,  p.  55;  bes.  auch  von  Oort  in  Theoiogiaoh  Tüdschrifl  (11; 
im,  p,  -213, 

ü.  Ad,  Erman,  A  find  of  coins  in  Jerusalem  .  SlatemenW  15S0,  p,  191 
—  162  nach  ZDl'V,  2,  jj,  i2<)—Vn. 

lü,  Gulhe,  Aicalun.  SUileinents  l^Sil,  p.  ISi-IST  nach  ZDPV,  2, 
p,  Iß4— ni, 

11,.  Oscar  Fraas,  Tlie  sulphur  u!  tlis-  vflll^■v  lif  itii-  Jimlnn-  Hutemcnts 
1980,  p,  246— :i4S  nucii  ZlirV.  2,  p,  n;|,-ll'.l, 

12)  F.  A.  Klein,  Notes  of  a  journey  Co  Moab:  Statements  p,  249 
—155  nach  ZDPV.  2,  p,  124— 1S4. 

13)  lUehiu,  Handnltrurbucb  dea  biblischen  Alterthumg  ISSU.  Philister 
vonBr.  p.  IIS6— HOB:  FhOniciar  von  Ktiach.  p,  12Da_13D5. 

14)  Hyde  Clarlte,  Khita;  SutemenU  1680,  p.  210.  —  Vf.  St.  C.  BoB- 
cswaD,  Hitlite  noUi :  Athenaeum  14.  Au^.  1880,  p.310.  —  Donbn  J.Hesth, 
Hiitorjofthe  UiUits  inwiripticma :  Statementa  18S0,  p.  106—110. 

15)  Thean^ire  ot  thsHitlit«:  ButemmtE  189u,  p.  IIS— 13i  (nach  der 

16)  F.  ds  Saulc;,  Hiitoiie  dn  Haohabies  ou  prineas  de  )■  dynattia  ai- 
montenn«.  Pari*  (Lemuxl  18S0  (f)  326  pp.  8. 

»" 


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130 


legen.  Über  die  Quellen  des  JosBPHusgiebtBLOCB  "]  räne  Untei^ 
suchung  BUS  der  Vt^elperspective,  die  zur  ersten  Orieutiiun^ 
allenfalls  ausreicht,  als  eine  trirklicbe  Beantwortung  der  wichti- 
gen Frage  jedoch  nicht  gelten  kann. 

Man  wird  kaum  verlangen  dürfen,  dass  wir,  was  die  mittel- 
iilterlielic  üescliichte  Faläatina's  betriff!,  hier  die  ganze  Eeihe 
der  bezüglichen  Fublicationen,  die  sich  besonders  um  die  Ge- 
schichte der  Kreuzzüge  drehen ,  uusem  Lesern  vorlühren.  Eine 
Rundschau  über  dieselben  bat  Uartinov  >^  im  Folybiblion  ge- 
liefert. Als  eine  besonders  dankenswerthe  Gabe  müssen  wir  hier 
Kuglbk's  i"}  Handbuch  der  Geschichte  der  Kreuzzüge  bezeichnen, 
ein  liiich,  welches  zwar  auch  für  Historiker  von  Fach,  uament- 
lieii  aber  dezu  bcBdmmt  ist,  «dem  I.eser  aus  der  breiten  Masse  des 
Publikums  unterhaltende  Belehrung  zu  bieten,  dem  Anfänger 
historischen  Studiums  und  dem  Schullehier  ein  Bild  vom  heuti- 
gen Stande  unserer  Kenntnisse  sowie  die  Anleitung  zu  selbst- 
ständigem Weiterarbeiten  zu  geben«.  Fügen  wir  hinzu,  dass  das 
vorliegende  Iluch  auch  ITir  unsere  Zwecke  eine  bisher  recht  em- 
pfindliche Lücke  ausfüllt.  Itefercnt  hat  sich  mit  hohem  und 
st«ts  gesteigertem  Interesse  durch  das  Labyrinth  der  damaligen 
Politik  hindurch  führe  11  Ia??on  ;  e«  war  wiihrlieh  keine  leichte  Atif- 
gabc,  diese  vcrsrhiedcn^irliffrii  Mntivr,  mis  denen  jene  phantar-ti- 
*schen  Züge  mich  dum  Jliirgenlündü  hen  orgingen,  bloss  zulegen, 
bei  denen  neben  faktischer  Begeisterung  duch  meist  auch  Intri- 
guen  aller  Art,  die  Terwichelten  Verhältnisse  der  enropSischeu 
Staaten,  die  biteressen  der  FKpste,  die  Schlanhöt  und  Arroganz 
des  byzantinischen  Hofes,  die  in  buntem  Wechsel  begriffene 
Staatenbihhinij  bei  deii  iMiisIinieii  ilos^  vurdi-reii  Orients  und 
schliesslicb  vii'Ierlei  dyiiiistiM-be  l-'iimilieniiilrro^eii  in  einander 

17}  J)r,  Hcinridi  Illuch,  Quellen  dta  Flavius  Josephus  in  seiner  Al^ 
chäologie.  Leijjiig  iTeubner},  —  Vgl.  Academy  3.  Jan.  1880,  p.  J, 

IS)  I.Marlinav,  Demitres  puhlicstlDns  rälalivea  anx  croiiad«!  et  &  l'O- 
rient  Inün.  Paris  {Suci^t^  bibliographiqus)  18B0.  Eitidt  du  Folfblbliaii 
tarne  XXIX,  itc.  13S0  (IH'pp.  S). 

10}  Bernhard  Kuglsr,  Osuhichts  dar  KmuiOge.  Hit  Bluatratlonen  und 
Karten,  Berlin  (Grote)  ISBO.  V]I],144pp.  S.  (A  u.  d.  Titel :  AUgaMäne 
Oeachichte  in  GinieldantellungsD  hag,  von  W.  Oncken.  Zwaits  Hauptab- 
theilung. Fünfter  Theil).  —  Ree.  von  BOhricht  in  SybeVa  Hisior.  ZtiUcbütl 
ISSl  13)  p.  m-,  Liteiui«she  Beüige  der  Eu'lamher  Zsitang  SS.  Dec.  IB80 
p.  414;  Schlenachs  Zntimg  End«  October  16S0. 


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131 


spieltnii.  Die  Zerfall reuheit  aller  dieser  ^'erhaltnisse  machte  von 
vornliiTriu  (ifliiigcii  jfii,!r  küliiuni  riitmic^limungen  unwahr- 
sühciiiHdi ;  «  as  uns  aber  in  Kci^lek's  ßuchi;  ferkelte .  ist  bdsoil- 
ilers  auch  die  scliarfe  Charakteristik  vuu  einzelne:!  i'ersoneu,  die 
in  diesem  Diama  eine  HauptioUe  spielten.  Übrigens  stellt  doa 
ganze  Werk  &uoh  d«r  geograplösoben  Erfotsohnug  Fal&Blina's 
gegenüber  dnrcbaus  auf  der  Höbe  seiner  Au^be,  wie  niolit  bloss 
der  Text,  sondern  namentlich  auch  die  zahlreichen  Hlnsttationen, 
mit  welchen  es  ausgostattet  ist,  beweisen.  Dia  dem  Bande  bei- 
Kcjfebene  Karte  iSyriea  7ur  Zeit  der  Kreuzzuge«  vel^ent  noch 
iiesondera  hervorgehoben  /u  werden. 

Kereits  im  vorigen  llerichtc  wäre  unter  den  Quellenschriften 
zur  Kreuzzugsge schichte  der  rierteBand  der  grossen  französischen 
Sammlung'"}  aufzutühren  gewesen.  Derselbe  enthält:  dieHistoria 
Hierosalimitana  des  Baddbi  (BALUKicna),  Gesta  Dei  per  Francos 
Ton  GuiBSET  DE  Hoown  und  bsnptsäcblioh  die  Htstoiia  Hieto- 
BolTmitana  von  Albert  von  Aachen  ,  dessen  Kritik  hier  etwas 
weitergeführt  wird.  Die  neue  Ausgabe  des  Wilhelm  i-on  Tvrvs") 
ist  mit  dem  zweiten  l!an[le  vollendet  worden.  K!A>"T'^j  hat  in 
verdienstvoller  Weise  begonnen,  die  auf  die  Kreuüzüge  bezüg- 
lichen Briefe  zusammenzustellen  und  kritisch  zu  sichten.  Unter 
den  Briefen,  ivelche  er  in  diesem  ersten  Bande  vorlegt,  finden 
sieh  einige  bisher  ungedmckte;  als  instmctives  Beispiel,  wie  ge- 
schickt BiANT  die  Fälschungen  aufzudecken  versteht,  verweisen 
wir  auf  den  angeblichen  Uricf  von  Urban  II.  an  den  Comnenen 
Alexius  (p.  124) :  dieses  Schreiben  ist  von  einem  Veroneser  Aizt 
Jerojiimo  Donzellini  i.  J.  lö"4  verfasst!  —  SYltüLä')  hat  seine 
Abhandlung  über  die  Sagen,  welche  sich  nzi  Peter  den  Eremiten 

30)  Bfondl  du  hiatoiient  dei  oroüad«,  publik  par  lea  stuni  de  l'Acadi- 
mia  des  inaoriptloiu  «t  bslln'IettKS.  Historien)  occidentiui.  Tome  4.  Fori) 
(Im^.  Dst.)  1879.  XXXU,  S16  pp.  fol. 

21)  VeigL  Jahnabericht  ZDFV.  3.  Kr.  33.  Histolte  glaitnlt  itsatä- 
•ades  psr  Im  aulenn  oonlempanüiu.  Quillaumc  dt  Tyie  et  eea  coatiniutaDn. 
T.  3.  TezU  fna^  du  Xin<>  aitcle,  reru  el  snaotg  iiar  F.  Vaü.  Parii 
(71rniii-INaaC*tCle.)  1880.  e39pp.  4eter. 

2i;  Kant,  iDVsntaire  critique  des  lettMS  hlMoriquei  du  croiatdet  I-Il. 
7SS— 1100.  Paria  (Lecoux)  1B80.  XI,  33S  pp.  8.  —  Raa.  in  LCB.  6.  Kov. 
I8SD,  Sp.  U9I. 

IS)  Sagen  tmdOe^DhtAabst  die  EtBnraflge  in  Kleine  hiitorischaSiihrifteD 
TOD  Heinrich  von  Sjbal.  DriUerBand.  Stuttgart  ;Ct>tta)  I8S0,  p.  117— 1». 


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132 


UDil  liesoiiilors  un  Gottfried  von  Bouillon  gehängt  Iial)«ii .  iiiiver- 
äiiderl  wieder  alidnicki^n  lassen.  Hkrqubt's'*)  Brociiilre  liilirt  uji- 
<iie  lieilie  der  ürossmeister  des  Hospitaliterordens  vor. 

Eine  für  die  innere  Geschiolite  des  Königreichs  JeTuealem 
vichtige  UrkundeuBammliuig  der  Abtei  Notze  Dame  Ton  Josr- 
phat*»)  iat  neuerdings  wieder  au^efunden  worden;  ftnch&ber  die 
Geschichte  des  BistumB  Bethlehem**)  liegt  eine  Specialnnter- 
suchung  vor,  sowie  ein  Buch  üher  die  Rulle,  nelche  Anjou  in 
den  Kienzlügen  spielte'^').  Schliesshch  ist  liier  zu  erwähnen, 
dass  der  Streit  «wischen  Sepp  und  Pm  -i/.,  dessen  wir  das  vorige- 
mal  gedachten ,  noch  eine  Auseinandersetznng  zwischen  Gildk- 
VBISTKR  und  Sbf£^},  Bowie  eine  EAläiung  Böhbicbt's  veran- 
lasst hat. 

Auf  naturwisBenBohaftlicheni  Gebiete  sind  diesmal  zwei  her- 
vorragende  Leistungen  von  Fachgelehrten  anzuführen ;  die 
hiihsche  Arbeit,  in  welcher  BöTTGBR^  einen  interessanten  Theil 
der  Thierfauna  von  Syrien  und  Palästina  aus  reichem  Materiale 
wissenschaftlich  bestimmt,  und  Kunooräit's ^'J  Übersicht  der 

14)  K.  Herqnst,  Chronologie  der  Oraumditei'  dn  Hoqiltalordeiu  wlh- 
rend  der  KieauOgs.  Berlin  (Bdileüer}  1880.  4S  pp.  8.  —  JUc.  tod  Dela- 
rille  La  Boubl  in  Kevue  Mstoriqua,  Mtd-Tnni  1B80. 

15)  BibUDtll^ue  iet  tcolet  tranfslKS  d'Athänn  el(dHRome,  3CIX*  fuo. 
F.DsUbDnle,  Charles  da  terre  ninte  pmvaasntde  Tabbaja  de  NotrA-Duua  da 
JoBiphBt.  Paris  (E.  Thorin]  1880.  IV,  153  pp.  8,  Eeo,  von  Biant  in  Bi- 
bliotbique  de  r£cDls  dea  chanes,  XLIl.  mi. 

2G,i  Louis  CheTiUcr-Lagdmasiere,  Histuirc  dt  revEchc  d,.  ÜclhK™.  l'nris 
(Dumoulin).  —  Ree.  in  Hevuo  crillque       Sept.  1S5U  p.  -Mi 

2':  EuBtbo  Pavie,  L'Anjou  dana  la  lutlc  lic  In  chriaicnl«  contrc  l'Inln- 
mlinie.  Premiere  pnnie.  Lea  p^lerinaBcs  en  'l'erri.'  Sainte  et  leB  croisadea. 
Angm  IsSO.  ;,!ir,  pii.  ^.  -  Vgl.  Hevue  criiiqn«  ■><l.  Nov.  ISSO. 

2S,  Ikilage  zur  Zeitschrift  dos  IlL-utwhen  PalÄ-slina- Verein».  3,  Helt  4. 
1  pp.  s, 

](.  l'.fthrltht,  KrklSrung'  ZDPV.  ISWp,  53. 
üi  Dl-,  OhLn,  T!(,ut!ür,  Die  Reptilien  und  .imiihibien  von  Sjrien,  Paii- 
btiiK.  luul  Cji.iTEi.    Mit  einer  Tafel  und  einem  Situnlijnaplan  dos  KrokodiU 

tiir!(,t,^dii^i'di.n  (i^■^elKchüfl  ISI'.I  Frankfurt  am  Main,  'Druck  foa  Mablau 
und  «'ald^chniiili;  is-u.  iV,  S.i  pp.  S-, 

C.  J.  r,  Klinpurair,  Puld^Una  und  ütiiie  Vo)>cwtion  ■  Oestcrreithieche 
Botanische  Zeitschrift  XXX.  Jahrgang.  "Wiun  lU.  Gerold  s  Sohn)  l^vD  p.  2J 
—20;  ä4~-5S;  94— ab;  ns— 132 1  läG— Itil ;  l'JT— 2UI  ;  227— 132 ;  252—256. 
—  Bec.  im  Botan.  Centialblatt  von  Uhlwarm  I6SII.  Nr.  42/43,  p.  1319. 


133 


PflanzengeogTaphie  Paläetina's.  Letztere  besteht  allerdings  we- 
sentlich auB  AufzäUliingeu  von  Fflanzennamen,  die  hauptsächlich 
den  llotanikei  von  Fach  tnteressiren  dürften;  jedoch  ist  auch 
Getreidehau  nnd  Holzwuchs  imÄllgemeinen  berücksichtigt.  Das 
Buch  eines  Italieners  über  biblische  Zoologie  keime  ich  blosa 
dem  Titel  nach.  —  Beobachtungen -über  die  WitbennigsTeihilt' 
nisse  Palästina's  müssen  wir  uns  aus  verschiedenart^en  Quellen  »*) 
zusamnieDRiicheii ;  wir  hÜreii,  dass  der  kalte  Winter  1 879/81)  auch 
dort  iii:m!iif;fiic^hcTi  Schiideii  urigericlitet  hat;  Sclmpe  fiel  seihst 
im  .lordHTitliiilc!.  1  Selbach  tun  gen  über  Windverhältnisse.  Itttro- 
mecwsiaiul  nml  I{o|;ciuiion','c 1S79:  jOcm.;  theilt  ein  Slitiflied 

.loilt's  Jiilir  tritt  diü  Fra^e,  wa.s  in  Ziiknnft  ans  Paliistiiia 
werden  solle,  mehrund  mehrin  den  Vorde^rimd.  DieEessuurcen 
des  Landes  werden  dann  und  wann  auch  retrospectiTe  ^  unter- 
sucht und  besproohKi**)  Auch  über  Bodencaltnr  er&hren 
wir  manche  interessante  Einzelheiten  ans  gelegentlichen  Berich- 
leii  iii'i  1  i'iiiijrirdiriiiisi™  "i.  iii^isnieisweiHe  führe  ich  hierfolgen- 
<Li'.  i>M  Ii' III  ■<  HC  1  iiioTiii^  ni  niirona  bebnnt  dermalen  SUD 
wurtti  iiiiii  rL'in  iii-  .uiirijen  (a  circa  Hektar'  ;  davon  sind  unge- 
fähr ^1)11  .iluixeii  \>  L'intier^e  iinu  Gartenjand.  Ein  Morgen  hefert 
durchschnittlich  ü  — 12  Ctr.  guten  Weizen  oder  10  Ctr.  Crerete. 
Die  Hülfte  des  Ackerlandes  wird  mit  diesen  Getreidearten,  die 
andere  mit  Sesam,  Welsuhkom,  Durra.  Kartoffeln,  Melonen  be- 
baut. Die  Kartoffeln  wurden  am  1 6.  März  bestellt  und  waren  am 
16.  Mai  reif;  ein  Morgen  lieferte  circa  21  Ctr.;  ein  Eotl  (6  Pfd.) 

32]  F.  Cultiera,  Fauna  biblica,  oTvera  iipreguiong  degli  aDimali  inenzio- 
asii  nella  S.Scrittiira.  fileimo  (tip. Lor«iuder|  IbSO.  VIII,  4TS  pp.  B.  con 
2h  tavole.  frca.  T.  !NMlk  SdiOtafi  ThLZ.). 

■i'i  Vgl.  DsB  Wlige Land  1  SSO  in)p.  60;  N.  Nachrichten«,  d.  Morgien- 
Innde  ISBÜ  p.  79.98. 119. 

34)  CorretpondeniBntSBTDDn:  Dia  Warte  dea  Tempels  1S90,  Nr.  13. 

3öj  The  aptem  of  land  tennra  in  andent  Faleslliie:  Church  OnaMerlj 
Review.  JuU  1890,  p.  «*-43B. 

36,  A.  Robin,  De  la  Faleettiiet  naaonreea  agiieolea  at  induatriellM. 
Paria ''impr.  FdliuD' 19Sn.  tfl  pp.  8.  (Nach  Petennann'n  ^th.) . 

37)  LandeiproduciePslUtiiuwmitBüekatditaatColomsatian.  VanBau- 
reth  Schick  in  JeruBalem:  OaiterrtiehliclM  MonatuchriTt  fdr  den  Orient 
15.  Anguu  ISSO,  p.  139—131;  IS.  Oclober,  p.  102—1»;  IB.  NeTember 
p.  I'ä— ISO. 

3tj)  CoireapnndBiizauiSaronB!  ISe  Warte  dei  Tempela  18B0,  Nr.  33. 


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131 


konnte  a  ,)  I'iaster  i!;)  l'f,:  verkauft  werden.  liei  4U  Morgen 
Landbesitz  hat  enie  tamilie  ihr  gutes  Auskommen  :  l*iii  Mür({t'n 
({Utes  Landes  gih  1(1 — 12  Napul..  germgcre.s  3 — ti  Napol.  Der 
Ertrag  an  Gurken  war  so  ausgiebig,  itass  ein  llotl  Gurken  im 
Preise  zuletat  auf  Vb  Piaster  (2  Pf.)  fieL  WKbrend  die  deutsche 
Golonie  bei  Jifii  ^  und  räne  in  der  NHhe  un  'Audsche-FluBS  ge- 
gründete jüdische  Niederlassung relativ  blühen,  kommen  von 
der  deutschen  Colonie  bei  Haifa  Berichte  über  schwere  Geldver- 
legenheiten"). Uer  Umstand .  dass  europäische  Colonisten  in 
Palästina  mehr  oder  weniger  von  den  Eingeborenen  abhängig 
Bind,  tmd  &11b  sie  geschädigt  und  beleidigt  worden,  bei  den  tür- 
kischen Gerichten  nur  mit  Uühe  ihr  Recht  erlangen  können  "] . 
mnHB  die  Anhänger  von  weiwren  Counusationsproieoten  immer 
wieder  stuizur  machen.  Zwar  suchi  uns  em  iang]ähTiger  Be- 
obachter der  dortigen  verhaituisse  davon  zu  uberzeugen,  dass  in 
den  letzten  .iii  .laiiTui  (LiiriNi  nie  ./iiiiianine  lies  euroiiaim;iii<Ti  i'jiii- 
flnssee,  wi 

schritte  gemannt  wnriirn  .^i'ini  ' '  ti  ir  i-nii:  Kennen  iwr  jmsicni. 
dass  erst 

fiihlen  können,  i'ii'  niri.  itiruLre.  on  iiiif.  i.iiiiii.naiiu[inie  cici'  (..oiinLi- 
sadon  möguch.  lat  besonuers  m  jßngiaua.  und  zwar  theiiweue  in 
Verquii^mig  miirehgioaenErwaitangen  besprochen  worden^i'-n: 
SmAOBT*')  bimgt  Hagar  m  Anr^img.  dem  Sultan Falästma  ein- 
fach abzukanion  i  Die  oeacuumuBien  ücmtiniingon  in  uicBcr  Hin- 

39}  Orien^oM:  Warte  I8S0,  N(.  7. 10. 10.  31. 

40)  Oiimtpost  au«  JonMdsni.  Die  inmUtiwihe  Kolonii  im  AadjehthaU  i 
Warte  1S80,  Nr.  IT. 

41)  Die  danttohe  Oalonie  inHaib  am  Farne  de  KudibI  :  Beil,  inrAUg. 
ABgib.  Z.  20.  Jan.  1880,  p.  38«. 

43)  TaikiKhE  Jmüi:  WaRa  188D,  Ki.  32. 

43)  Fortadiritta  der  CiviUution  ia  Pallstina  in  den  letitea  36  Jahren. 
VouBaondiO.  Sddek:  Oe*tarr.  UmuttMbr.  tflr  den  Orient  ISjInner  ISSO. 
p.  10—13;  15.  Aprilp.ei— SO.  — Vgl.Slatsmeiits  1S80,  p.  UT— 188. 

44)  B.WBlker.-ThefatureofFalestineu  a prablem of intemationat  palEcy 
and  in  conneclion  «ith  the  requiremenU  or  ChriHtianity  and  the  e^cpectntiun 
ofthe  Jons.  London 'Xisbeli  ISSU.  2«!  pp.  S.  sh.5, 

45)  Jamefl  Neil,  Palü-tiiie  ropoopied,  a  nlgn  of  tliL-  limes.  7,  eä.  Lomloii 
(Ni«bet).  (Umsehlag  der  Siatrmenta  Jan.  ISSU. 

46|  W.J.Stracey,  Paleatiao  os  itie,  and  aa  it  might  he.  (Exlracted  bom  ■ 
lelMr  to  the  »Timep):  Staumenb  1880,  p.  341—341. 


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135 


sieht  sind  voiiOi.u'iHNT"  au'E-ei:ani;eii.  Dieser  pkidirt  in  einem 
besonderen  lim  ln!  Ichhidi  liir  die  Aiilairo  einer  ({ro^^scn  jiiiiischen 
Colonie  im  Osljiirdiuilrtiide ;  zueisl  will  er  den  Versuch  /wischen 
dem  Amun  und  Jabliok  machen,  in  einem  Landstrich,  Itir  dessen 
leiches  Alluvium  und  WasserfiUle  er  begeialett  ist;  übrigens  ge- 
höre dieses  Land  der  Regierung  und  ea  würden  aomit  keine 
fremden  Interessen  geschädigt.  Auch  das  Ghor  Seisebän  müsse 
in  die  Celuiiie  eingeschlossen  werden ;  überhaupt  müsse  das 
Jorilanthal  als  eine  Art  Treibhaus  dienen,  und  seihst  die  minera- 
liöchen  Behtiiiidtlieilc  des  todlen  Meeres  jKaliumj  mussten  von 
lieii  rolonistpii  ausgenutzt  werden.  Als  ('oromunictttions Strasse 
würde  eine  Kiscnbahn  von  Haifa  ans  gebaut  (s.  A,  Kärtchen 
p.  302  :  von  Tiberia-i  aus  würde  eine  SciteuUnie  nach  Damaskus, 
vom  Südende  des  todten  Meeres  eine  solche  nach  'Alfaba  einer- 
seits ,  nach  Isma  ilija  am  Suezkanal  andrerseits  beigestellt  wer- 
den. Eine  xa  gründende  Bank  würde  den  Colonisten  im  bill^en 
Zinsen  Geld  veisclutffbn.  Olifhamt  berechnet  die  Anlagekosten 
des  Ganzen  anf  üne  Million  Pfund  Sterl.  Es  scheint  jedoch, 
dass  die  Ketiäbung  der  ganzen  Sache  in  Conistuiitiniipel  auf  Wi- 
derstand gestOBsen  bt  (obwohl  in  d«n  Buche  bereit-^  fcimx  unver- 
hohlen »ne  gewisse  Summe  für  Bestechung  ausgesetzt  ist !; ;  vor 
allem  aber  scheinen  die  Juden  selbst  eine  merkwürdig  lahme  Be- 
geisterung für  dieses  Pioject  an  den  Tag  zu  legen. 

In  dem  Buche  von  Oufuant  scheint  mit  besonders  ein 
Hauptagens  unberührt  geblieben  zu  sein,  das  am  segensreichsten 
auf  die  Weiterentivicklung  des  Landes  einzuwirken  im  Staude 
wäre  :  die  Erziehung  der  Landeseingeborenen.JEin  anschauliches 
liild  der  protestantischen  Missinnsthiitigkeit  findet  sich  in  einer 
bereits  vor  Jiihr-.'ii  er^^el.ienencn  ]!mt  luire  "j.  Tiistur  Haak  is  bat 
eine  Fortset/uiiLj  -iniiur  iVülu'ieii  AvI.L'il  igelii  f.Tt  und 'fidiildert 
uns  diesmal  die  ilissionsbestrebungeii  im  Libiiiiüii,  in  Daniascns 
imd  im  Haurän.*^) .    Auch  ein  Bericht  über  die  Schule  am  Ziun 

4'}  Laureace  OliphaiU,  The  Laad  ol  Gilead  »Ith  eicunioiis  In  tlit 
banan.  EdinbuTgh  andLandon  (WilliunBlackwood  andaans,  XXXVU, 
i38  pp.  B.  Mit  Kartea  und  HalisohiillUD ;  ih.  21 .  —  Bec.  in  Athenasiun 
I.Jan.  18S1,  p.  13;  Ton  V.  SEmpton  in  Acaden;  8.  lan.  IBSl,  p.  lljBdl. 
lur  AUgam.  Angsb.  Z.  S.  April  1981,  p.  1441 ;  tbe  ooloniiatioD  of  Pslsitine  ^ 
Statements  IBSO,  p.  110—1 18. 

tS}  MinioDsbildsr.  Alien.  1.  Serien  und  Palbüna,  Calir  1B76. 

i9)  Vgl.  Jahrsaberiilit  ZDFV.  3,  Kr.  67  (p.  73).  Evangeliache  Hiaaioiu- 


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136 


liegt  «"iedenim  jvor  '"i .  —  Ans  dem  ^^'ilk^lIlgsfl^l^le  dpr  katlinli- 
sehen  Mission'')  wird  unter  Andi-rcm  lierithtct,  dass  die  Cuslodie 
des  heiligen  Landes  vier/ig  Residenzen  uiLila^sD'-..  die  von  mehr 
als  300  FranciBkanern  bewohnt  werden,  dass  die  Knabenschulen 
derselben  TOa  1444,  die  Uadchenachulen  von  1122  Kindero  be- 
suclit  werden.  Ein  anderer  Artikel  tSblt  die  IT  vom  W«ltkleni( 
bedienten,  vom  Patriarchat  unterhaltenen  Stationen  auf);  ein 
dritter  führt  die  hervorragen  de  ten  maronitischeii  Geistlichen 

Wenn  nun  auch  in  grösseren  Bevälkerungsceutren  oder  in 
Dörfern ,  die  von  Christen  bewohnt  weiden ,  bereits  einige  Ein- 
wirkung der  Mission  zu  verspüren  ist,  so  ändert  sich  daneben 
zum  wenigsten  bei  der  muslimischen  Bauembevölkerung  nicht 
das  geringste.  Die  Leser  unserer  Zeitschrift  haben  gewiss  mit 
Vergnügen  den  ersten  der  Aufsätze  Klein's'^')  gelesen,  welcher 
uns  das  Leben  und  Treiben  der  palästinensischen  Fellachen  schil- 
dert. Ich  kann  nicht  umhin ,  bei  dieser  Gelegenheit  auch  auf 
Goldziher's  Arbeit  über  die  muslimischen  [Heiligen  '"J  hinzu- 
weisen ,  weil  dieses  Thema  in  ^'erbinilunj;  mit  gewissen  lie- 
hauptnngen  in  Betreff  der  Felbiohun  öfters  betülirt  worden  ist. 
Man  muEB  sich  bekanntlich  davor  hüten ,  alle  heutigen  Zustände 
als  bereits  auch  im  Alterthum  dagewesene  vorauszusetzen.  Den 
Inhalt  einer  Arbeit  von  Uabut'^J  kenne  ich  leider  nicht.  Wäb- 

arbeiten  in  BeErnt  und  auuethilb  BeiTiit :  N.  Nachrinhten  am  dem  Morgen- 
land«  1S8D,  p.  SS— 112. 

60)  Joh.  Zelter,  Jahreabeiiobt  dea  Biichof  Golut'tchen  Wataenhauses  auf 
Zlon :  N.  rloohiicbieii  a.  d.  Horgenlaade  tSSO,  p.  129—133. 

51)  NaebrichUD  aus  dem  h.  Lands:  Das heiUsa Land  1B80  (Ij  p.  Itig-i 

am  p-  69%- 

52)  Vergt.  Ja]ired>eitchi  ZDFV.  3,  Kr.  08  (p.73}.  Die  Wirkumkeit  der 
FBtcaiFnnxiiltan«rinb.I.*i)del8elilnM);  Duhdlfge  Land  lS8a(I|p.S— 12. 

53)  Die  kathoUsche  Mluion  in  Paliitina  [Sehiraben  de«  Furlatdanl: 
DaaheiHeel^d  18S0  [Ui,  p.  33^2. 

54)  Gate,  Die  maronltiacbe  Hiararcbie.  Dea  beilige  Land  ISBO  (IV], 
p.  IM— 121. 

55)  F.  A.  Klein,  Mittheilungen  Qbcr  Leben,  Sitten  und  GebrBuoha  der 
FeUAchcn  in  FalSalma:  ZDFV.  3.  p.  laO-llä. 

5G)  Tgnace  Goldiiber,  La  cutte  des  saints  che2  lei  mutnlmBna:  Ketue  de 
lliiatoire  dea  religions.  Premitre  annie  18B0.  Tome  U,  Nr.  6,  p.  !ä7— 351. 
sTiJ.Manny.  Sonrenira  de  !■  Turquie  d'Aiie.  Etudee  de  mo>ar«  oiien- 


137 


rend  die  Studien  von  Fentok  als  in  vieler  Beeieliuug  schief  imd 
verschwommen  zu  bezeichnen  sind,  können 'nir  dagegen  die  neue 
Auftage  eines  bei  uns  ziemlich  unbekannten  anonymen  Buches  ^) 
nur  empfehlen ,  wenigstens  was  die  ersten  vier  BUcher  betrifft. 
Es  werden  in  denselben  eine  Anzahl  trefflicher  Belege  su  den 
biblischen  Frivatelterthümem  geliefert;  die  Citate  sowohl  als  die 
lUnstrationen  sind  aus  den  besten  englischen  Reisen  in  den  Orient 
geschöpft.  In  Ituch  1  werden  die  Wolinungen  und  Gebände 
Zülte,  Häuser,  Falüstc,  Grillipr  .  in  itudi  2  Niilinmg  nnii  Klei- 
dung, in  Buch  3  sociale  tjcbriLuclie ,  in  Ituuli  1  lies chiiftigiin gen 
und  PrafcBBiuuen  vorgeführt;  der  5.  Abschnitt,  die  religiösen 
Alterthümer  betreffend,  ist  indeea,  wie  gesagt,  ungenügend. 

Zur  Kimstgesohichte  übergehend  haben  wir  znnHchst  zu  be- 
richten, dass  die  früher  besprochene  in  Gazza  gefundene  Colossal- 
Ktnlue ,  Über  velchc  in  den  verschic donslen  Blattern  Berichte  zu 
k'Süii  waren .  nuii  mit  vieler  Mülic  iindi  -Jafa,  und  von  dort  nach 
CoiisiiintiiLopcl  t^ill]^|l(lnir[  AMnilcii  Der  Notiz  über  den  Mo- 
saikfund hinter  demÜlberg"']  habe  ich  beizufügen,  dass  der  Name 
der  betreffenden  Örtlichkeit  nach  Erkundigungen  von  Schick 

arabisch  Chirbet  In^äschi  (ajlisS  sie]  lautet.  Es  erscheint  nicht 

überfiüssig.  von  Zeit  zu  Zeit  auf  die  Nothwendigkeit  genauer 
Transcnption  lunznweisen'"). — Emen  alten  Sarcouhag  aus  den 
Konigsgraoem  [fiu  ae  oauicv  uie  achceni)  unu  einige  kleinere 

tsUs,  Lyon  'impr.  RiMonl  iST'.t.      p,,.       Au,  ,len  Memoire s      TAcsd cm io 


h\  .'ylrrict^  fii.ni  tili;  ^v.>^L<  »f  rmtvIliTs  I>i,hli<ihu<l  «ndcr  tlio  ilirL'cüon  of 
thi:  cotnüiitlüü  of  Ecnenl  litiTOtiire  nnd  educBtion  aaDOlntad  bv  Uis  Bodat; 
for  DromotmLT  Christian  knonledire.  Siiteenth  edition  liOodOD  iSodietv  for 

[ir«m,  CHT.  KIl.J  0.  X.  AAAIV,  .T.l  p|l.  «. 

00]  SutuBTischei  Fund  bei  Gua:  ArcbIoIogiBcheZeltUDsJahi|[.  XXXVH, 
1870  iBerlin  188*!  p.  198.  Statement«  1980,  p.  7—8;  Ravoe  critiqOB 

B.  December  18S0;  RcmB  de  Hiiltoiie  dei  religions  !.annte  tUnm  S)  p.  tll  ; 
ZDPV.  3,  p.  SM. 

61]  Correspondsmans  Jenualem:  ZD7V.  3,  p.  !50. 

62;  DasTranuripliDnulphabet:  ZDPV.  3,  p.  93. 


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13S 


Fragmente  von  Alterthümeru  hat  iie  Sm-i.cy lipsphrieben.  — 
Die  Frage  nach  dfni  Maiipsp  ilt^r  jiidi^clii  ii  Kllc iPt  aufs  neue 
aufgetaucht. 

Die  Aufgabe ,  iliii  Resultate  der  liisherigen  historischen, 
aichäologisohen  und  geographischen  Foischusgen  über  Ki^tina 
in  der  Form  ränes  Handbuches  für  das  grössere  Fubfikum  zu  be- 
arbeiten, scheint  im  jetzigen  Augenblick  besonders  lockend,  nird 
aber  öfters  xn  vorschnell  als  eine  leichte  nufgcfasst.  In  dieser 
Hoziehung  ist  namentlich  zu  rügen,  liasa  ('onbeh"-^)  in  der  Vor- 
rede zu  seinem  (in  kurzer  Zeit  in  ziveiter  Auflage  erschienenen) 
Handbuche  erklärt,  dass  seinen  Besultntcn  in  Zukunft  wohl  eini- 
ges beigefügt  werden  könne;  dass  aber  zu  hoffen  sei,  dass  wenig 
auszumerzen  sein  werde !  Überblicken  wir  rasch  dieses  Muster- 
buch, das  über  alles  und  jedes  Aufschluss  geben  will.  Dasselbe 
beginnt  p.  Xin  mit  einer  das  althebräiscbe  Alphabet  enthalten- 
den Tafel,  die  jeder  Beschreibung  spottet.  Die  beiden  ersten 
Kapitel  enthalten  sodann  die  biblische  Chronologie;  p.  50  enthält 
sogar  die  Liste  der  Hohenpriester  von  Aaron  an  (nämlich  nach 
1  Chron.  6,  3  fg. ;  die  dort  fehlende  Cliroiiolügie  i!;ich  Jahren  ilor 
Welt  ist  gewissenhaft  beigefiigl ,  uiul  man  ersielit  daraus,  i^ass 
die  8  Hohenpriester  von  Pinchas  I.  bis  Eli  von  3333 — 3679,  also 
im  Durchschnitt  je  43i/f  Jahr  amtirt  haben.  —  Psalmenausleget 
wird  es  intereaairen ,  dass  die  vier  ersten  Bücher  der  Psalmen  — 
wie  es  8ch«nt,  sänuntlicb  von  David  —  8799  der  Welt  verfasst 
sind,  das  fünfte  Buch  dagegen  4293  oder  5l7v.Chr,).  Im  3. Kap. 
fi>lgt  die  Metrcdogie;  die  meisten  Münzen  sind  sehr  sclileclit  ge- 
zeichnet. 4.  Kap.:  dos  jüdische  .Jahr;  ö.Kap. ;  das  jüdische  Hi- 
tual;  6.  Kap.:  die  Bc^erung  der  Hebräer;  7.  Kap.:  Steuern, 
Zölle  und  Opfer;  8.  Kap.:  Kunst  und  Wissenschaft;  9.  Kap. : 
das  sociale  Leben.  Der  Verfasser  beweist  in  diesem  ersten  T^eil, 

63)  F.  de  Saulc; 
Paria  ISTa,  p.  2Ü1— 2(i;t,  dI.  X. 

64|CoDder,  Let 

651  Vergl.  Jalir 
C.  It.  Conder,  A  hamiumiK  n.  tihi  mint:  ■  eh'ii 
holy  icriptures;  der 

Second  ediüon.  LorKiini  ii.onKniFiim,  iirni^ii  n 
8.  Mit  Karten  und  PlfincD,  —  Bec.  in  Atfte 
TsrgL  Autdem}- 13.  Dso.  1879. 


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139 


dass  ihm  die  wissenschaftlichen  Probleme ,  um  die  es  sich  han- 
delt, ^nzhch  unbekannt  sind.  —  Der  zweite  Theil  des  Buches 
umfasst  ilie  üeographie.  1.  Kap.:  physische  Iteschieibung  des 
heiligen  Landes,  enthält  nichts  Neues  von  Belang.  2 — G.  Kap. 
fühten  una  Palästina  tot  der  Eioberung,  dann  unter  die  Stämme 
vertheilt,  unter  Richter  und  Königen,  unter  den  Haamonäern, 
und  zu  Christi  Zeit  vor,  wobei  der  Test  theilweiae  durch  Kärt- 
chen erläutert  wird ;  freilich  sind  viele  Identificationen  bedenk- 
lich. Auch  bei  Kap.  7  .reriLsaletn  und  Kap.  8  der  Tempel  wird 
manches  sehr  Unsichere  als  ivisscnschaftlichee  Besultat  voige- 
tragen.  Hierauf  folgt  eine  Liste  der  Städte  von  Juda  und  Benja- 
min; dann  eine  Auflälilunjf  ilet  biblischen  Thiere  und  l'fliinzen 
(auch  mit  hebräischer  und  arabischer  Xomoncktur] ;  zum  Wcblusse 
(p.  400— 42S)  der  Index  der  geographischen  Eigennamen  der 
Bibel  mit  den  Identificationen  und  Verweinmgen  auf  die  Tothet- 
gehenden  K^tel.  Multanonmultnin!  In  spxaobliohei  Hmsiaht 
ist  das  Buch  mehr  als  ungenügend. 

Bescheidener  tritt  Whitkby*')  in  seinem  schon  vor  dem  Be- 
richtsjahr erschienenen  Buche  auf;  die  Vorrede  ist  sogar  vom 
Jahre  1870  datirt.  Das  Werk  enthält  ein  alphabetisch  geordnetes 
VerzeichnisB  der  biblischen  Orts-  (und  Stämme)  iiamen.  Auf  den 
Eigennamen  folgt  die  Nummer  der  Karte ,  auf  welcher  der  Ort 
Bu  suchen  ist ;  dann  die  Bedeutung  des  Namens ,  die  Lag«  des 
Ortes ;  dann '  Geschichtliches ,  moderner  Name ,  moderne  Be- 
schaffenheit. Das  Buch  ist  flelssig  gearbeitet ;  die  Karten  freilich 
sind  jetzt  veraltet. 

An  dritter  Stelle  ist  das  Handbuch  von  Schaff"^  ku  nennen. 
Dasselbe  sticht  von  den  vorhergenaunten  dadurch  vortheilhaft 
ab,  dass  es  viel  nmTerseller  gehalten  und  dass  der  Verfiiseer  auch 
mit  deutscher  Wissenaohaft  bekannt  ist.  Das  Werk  ist  etwa  in 

66)  R«T.  Oeorg«  H.  Whitney,  Hand-book  of  Bible  gmgafhj ;  Dontainisg 
tbanune,  pnmoundaäDii,  indmeanhiBof  smyplaea,  nation,  «adttibeman- 
tionad  In  bolh  (he  eanonlcal  and  apoeijphal  «nlptures.  Will)  dswoiption  snd 
biltoiioil  notn.  lUiurttited  by  nsady  one  hnndMd  aognTliigf ,  and  fbrty 
mapi  aod  plana.  Tbiid  editiön.  London  (Hodder  and  Btonghton)  1S7T. 
401  pp.  B. 

67)  F.  Bvhaff,  A<UDtionaT7  of  theBiblei  induding  biograph;,  nslurail 
'il'torx,  gaography,  topogtaphy.ardiaeology,  and  literatara.  Witb  II  oolored 
map!  and  otoi  ftani  hnndtad  illuMiatioM.  Philadelphia  [Ametican  Sundsy 
SchoolUnionjltSSO).  958  pp.  B.  doli.  2,5«. 


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140 


der  Art  von  Eibhm's  Handwörterbuch,  nur  bedeutend  populärer 
gehalten:  trotz  der  zahlreichen  Holzschnitte  zelclmet  es  eich 
durch  billigen  Preis  aus.  — 

Dio  Aufzählung  der  in  die  Kategorie  der  Pil^rreiseu  ge- 
hörenden Publikationen  eröffnen  n-ir  mit  dem  Hinweis  anfeine 
kleine  Abhandlung  Steck's"^),  in  welcher  die  Richtung-  des  Pil- 
gerwcgs  von  Galiläa  über  Ferna,  gegen  die  liehauptung  von  Jose- 
]>hus  Arch.  XX.  6,  !  'durch  Samarion;  als  die  gewöhnliche  er- 
wiesen wird.  In  einer  nützlichen  kleinen  Brochüro  erörtert 
Gbusut  ")  mit  sorgfiiltiger  (Quellenangabe  säramtliche  Sagen, 
welche  f-iiSii  an  die  Ki'iac  der  Kiiiieriu  Helena  nach  Jcnis-alem 

Beri'elitcii  i«>(  ^pateu■r  .\i.s<,diiniLfknne  liMiilu. 

Es  ist  unnöthig,  auf  die  Wichtigkeit  der  beiden  grossen  neuen 
Publioationen,  welche  die  Pilgeilahitenliteratui  so  weaentlich 
f5rdem,  niher  einxngeheit.  Ln  leisten  Hefte  unsrer  Zeitsobrift 
hat  CoHRADi  die  Verdienstlichkeit  der  HeiauBgabe  der  nun  voll- 
ständig erschienenen  älteren  Itinera  latiiia  von  Tobler  und  Moli- 
kieb'°)  hervorgehoben;  eine  ausführliche  liesprechung  der  deut- 
schen Pilgerreisen  von  ItöiiwciiT  und  Meissner  " wird  ebenfalls 
unsere  Zeitschrift  bringen.  Aus  dem  letztgenannten  wichtigen 
Buche  mSchte  ich  hier  bloss  die  hiibsohe  Einleitung  hervorheben 
(p.  1—42),  inwelöher beschrieben  wird,  wie  die  WaLUähiten  nach 
der  Kteiufalunraeit  vor  siidi  gingen;  sodann,  kann  ich  nicht  umhin, 

66)  R.  Steck,  D«r  PÜgerwsg  dar  OiIOb«»!  Dach  JoroMlem;  Itbtb.  tat 
protett.  TheoL  Leipiig  IS80  (VI),  p.  706— TIS. 

69)  Fiiedrich  Grundt,  Eiiierin  Halaat'i  Ktgarfalut  null  dem  heOIgen 
Lude  {Fn^tomm  dea  GymnMiinn»  fum  heiUgen  Snoi  in  Draaden].  Druden 
[Lahmann'Mlu  Budtdnialurai)  ISIS.  11  pp.  4.  Sas.  von  C.  SlagMed  !d 
Klgenfald'a  Z.  t  «iu.  TheoL  23.  Jalug.  18S0  (3),  p.  374. 

TO)  Veigl.  Jahreaberiolit  ZDFV.  I,  p.  36,  Ni.  3.  ItinsnEQaiaKd^taiu 
at  dewripIiDDaa  terrae  auictsa  ballii  ucrii  anterima  et  lalina  Ungua  exarata 
anuptibDS  aoelMatis  iUmtnutdis  otientis  latiiii  Dumame&tU  «üdnunt  Titas 
TobleietAuputaaMoUmaTl.  Oenevae  [tTpia  J.  0.  Fiek)  1S79.  LY,  4lSpp. 
8._Itec.  iaLUB-as.  Bept  1S80,  8p.  im-,  nmSchOrerin  ThLZ.  20.Nav. 
18S0,  Sp.  5S1 ;  von Hsjrd in  OOA.  S.  Nov.  ISBO,  p.  13TT;  vonL.  Couadjiti 
ZDPV.  4.  p.  136. 

71)  Kohrieht  und  Hetmier,  T)eataebe  mgcncdaen  nach  dem  heiligsn 
Lande heniug^dwa und erllulait.  BarUn fWaidmami)  18S0.  7l2pp.  S. — 
Beo.  in  LCB.  13.  Out.  IBSO,  6p.  1413;  von  Hayd  in  OOA.  3.  und  6.  Februar 
18B1,  p.  133;  von  Fnner  in  SchOrvr'«  ThLZ.  1S81,  Sp.  265. 


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141 


die  Ergänzungen  und  Nachträge  zu  Toblek'k  Bibliographie  bis 
1S77  p.D47— 64&!  als  eine  höchst  dankenswcitbc  l«istung  freudig 
zu  begrüsseii.  Es  ist  diese  über  iOOO  Nummern  umfasseude  Liste 
als  ein  ebenbürtiges  Seitenstück  zu  Tobleb's  Arbeit  zn  bezeich- 
nen; auch  die  russische  Literatur  ist  nach  CJhitbowo  und  Pono- 
MAKRw")  berücksichtigt;  Stein schmeidbb  hat  interessante  Mit- 
theilungen  aus  der  jüdischen  Literatur  beigesteuert.  Sorgfältige 
B^ister  [p.  656 — ^711.  zweiBpaltigl]  erhöhen  den  Werth  des 
ganien  Werkes. 

Eine  neue  Ausgabe  der  Paläsdnafahrt  des  Herrn  von  An- 
GLUHE  ist  durch  die  Auffindung  einer  bedeutend  HbwPiclieiuleu 
Ilanil^chtift,  dm  in  Metz  gi'Sclirifheii  ist  mul  sidi  nun  in  di'r  Hib- 
liütbck  von  Epiiial  betindut,  vyrunlas!>t  ivordüu.  In  ih:s  \  ürrede 
zu  dieser  hübsch  ausgestatteten  I'ublication  werden  histurische 
nnd  genealogische  Aufschlüsse  über  jenen  Wallfahrer  Ogier  VIII 
Ton  Anblttke  gegeben.  Seine  Heise  ging  über  Khodus ,  Seimt, 
Jafiä,  Katnle,  Jeiusalem,  den  Jordan,  Gazza,  den  Sinai.  C}-pem, 
HhodiiB.  ^'enedig.  Als  Appendix  wird  eine  Nomcnclatuv  der 
heiligen  Orte  von  Jerusalem  und  seinen  limgcbimgen  aus  dem 
Manuscript  de  rAraenal  4797  gegeben.  Das  ganne  liuch  hat  einen 
guten  Index.  —  Aus  der  früher  irivlibiUcii  ifcisr  Mm  K  M  i  Kki 
hat  Gildeiibistbh")  das  ivichti(^^tr  bfr\ nij;clii>licii,  hmc  von 
Mabtinov  js.  o.  i>,  13(i;  angcfiibrto  rnb!j(  ;tiii.iii  i-;  mW  It-idt-r 
nicht  zu  Gesicht  gekommen;  sie  enthält  eint'ii  pliuiutypographi- 
schen  Druck  des  nach  Tobi.bb*s  Uibliographie  (p.  233)  aus  dem 
Jahie  14B0  stammenden  Tractatulus  totins  sacrae  historioe  elnci- 

72t  Ve^l.  JahrMherichl  ZDPV.  p.  70  (Nr.  83).  Her  nenauere  Titel 
diuer  in  fuhIbcW  Sprache  gcichritbeneti  AbhnnillunK  Inult^t  Jerunnliin  i 
Pslestina  »  ruiskoi  liteiaturjc  nsukj«  shinopiai  i  perQWDcIa<:h  mBtciinly  dlja 
bibliografii  (Jerusalem  und  Palbtins  in  der  ruaaischen  Liuratur,  Wieien- 
uhaft  u.  MalenL  Übanetiangeu.  Vau  S.f anamuewa.  Bailage  lum  dieiasig- 
■ttn  ThaU  der  Uemdran  der  kaUtri.  AUtd.  iL  WMSiiKhiftea  (SajdaU  Akad. 
N*Dk].  Kr.  1.  St.  Fetenbnif  1S7T.  XX,  lISpp.  8.  _  Di«  ubr  flai»^ 
bibliognphiiehs  Arbeit  ilbtt  (nüt  AnHehlon  dtör  tTaehtrlge)  024  Nmumarn 
Ton  PabUcationen  ftbar  Filiatint  uif . 

T3|  Le  auot  n^sge  de  JhemMlem  du  Sugaeur  d'Anglnre  publie  pv 
FraDtoiiBoDnardin  et  Auguite  Langnau.  F«ria(FiTminIXdat11B7S.  LXXVIII, 
l!Bpp,  6.  fSodftfi  dei  indeni  leitea  francaii). 

74)  Tgl.  JsfaTetbericbt  ZDPV.  2,  p.  91,  Nr.  5.  Lantone  etc.  bcaproofaen 
von  J.  (HUemeiitar  in  ZDPV.  3,  p.  146. 


142 


dativus  u.  B.  \v,")  Gl LDF,>[E ISTER  macht  niioli  darauf  Mufmerksam, 
dass  sich  in  "De  passngiis  in  Teniim  ■■iiiictiim  i'XPtiptii.i  ■'')  ein  in- 
teiessantei:  und  brauchbarer  l'laii  vun  .ioco  finde.  Kiir^u  Hit- 
theilungen.  über  palästinensische  Culturzii stände  wahrend  der 
Mitte  des  17.  und  Anfimga  des  18.  Jahrii.  hat  Stkinbchnsider  ") 
geliefert. 

Die  hervorragendste  Novität  des  Serich^ahies  ist  unstreitig 
die  endlich  nach  vielen Bemühungen^^)  erfolgte  Veröffentlichung 
der  grossen  Karte  des  cisjoidanischen  Landes  nach  den  ^'em)es.- 
sungen  der  englischen  Ingenieure  .  Den  ersten  Eindruck,  wel- 
chen Referent  von  diesem  Kartenwerke  erhielt ,  hat  er  bereits  iu 
dieser  Zeit^ohrift  zu  Worte  kimiii»>ii  liisscii.  I.oider  fallen  gewisse 
Mängel  lirr  Kurto  ,  iiiiounitlich  ilii;  UiHievitiiniikeit  vieler  Legen- 
den ,  bei  näherer  Besichtigung  immer  mehr  auf.  Das  Lob ,  wel- 
ches englische  Zeitungen  dem  Werke  spenden'"],  ist  daher  eher 
übertrieben.  Bin  UitheQ  über  die  topographische  Genauigkeit 
der  An&abme  vage  ich  noch  nicht  abzugeben;  doch  scheint 
für  dieselbe  in  sprechen,  dass  Wabrek's  lÄnge-  und  Breitebe- 
rechnungen  nur  unbedeutende  Abweichungen  zeigen.  Was 
ausser  diesem,   wohl  auf  Jahrzehnte  hinaus  massgebenden 

75)  Prologui  Ainiiaensis  iu  mappam  Terra  Sancte.  fol.,  I  et.  Ilme  livrai- 
■ons.  PublicBtion  de  U  Soci^t^  de  l'Orient  latin. 
"61  Jahreiberichl  ZDPV.  3,  Sr.  35  (p.  Ü7). 

TT)  Bntrfige  zur  Palägtinskunde  bu>  neueien  jodiachea  Qucllea.  1.  u.  11. 
MitgetliBilt  voD  M.  SteiDEohDÖdBr:  ZDPV.  3,  p.  220—233. 

78)ThBSuTTeyDf  Falnfins:  AtfasiuBum  IB.  Juni  1B8D,  p.  793;  2$.  Inn! 

p.  m. 

19)  Map  of  Weatsm  Paleatine  ia  SC  shects  from  nirTe]>i  oondusted  For 
thscommitteeofthePaleatiiiB  Exploration  Funil  by  LieutBURAta  O.K.  Conder 
andH.  ILEitobenei.  R  E.  duriag  thc  ymrs  l^'i—mi.  Sede:  ansinoli 
to  a  mils  —  nlti-  FhotodBcographed  and  printed  foi  tha  committee  ander 
tlie  ■nperintendeaoB  of  Lt.  CoL  Carey.  B.  £.  at  the  ordDinoa  cnrrey  offloa 
BouthunptoD,  colooel  Cook«  C.  B.,  B.  E.,  dlieetor  hj  penniadon  of  äe  flnt 
commiHtoner  of  H.  M.  murks.  London  ISSO.  —  Ree  von  A.  Socio  in 
ZDPV.  3,  p.  179. 

Sri)  The  Fiuney  of  Testern  Paleatine:  Slatemenli  1860,  p.  200—106. 

'^i.  Wnrisn,  Limits  of  error  ia  Intitudeasod  longitodei  ofplacea  obUined 
üuring  ihc  rcconnaitganoei  mads  fn  PalestinB:  Stltenentl  ISSO,  p.  243—246; 
vgl.  auch  p,  ni. 


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143 


\\'erki!  an  Karten  zu  verzeielinen  isl.  iiBtkeiiieii  selbatsländigen 

Das  vuni  lleferenccti  verffifftc  Koisdiiuidbucli  '■'i  liut  eine  neue 
Auflauf  frielit:  Ih'I  .lifser  (i,.|..iri!nlieit  >Mirile  in  den  prakti lachen 
liiltb-i-lilä^jo!.  luam-hc-  M■tlh.^-,■r..  Ein  >],|.rifisili  kallinli-clies 
Gegcn.-tilck  2u  mi^infm  Hudic  hat  l-'.uiKNiiUuut.R ,  ,;,'ijwosener 
Scctor  des  üsteireiehiselien  Pilgerliausei^  iii  Jerusatem)  herge- 
stellt ;  historische  Kritik  ist  darin,  wie  bei  dem  gleichartigen  fraa- 
zösiseben  Föhrer  von  Libvik  gnmdäitaEliolt  Tenniedeii;  dennooh 
ist  män  Buch  xieinlic]i  stexfc  hentitit.  Einige  lUostnitionen  Bind 
gut,  Kaxtm  und  Pl&ne  mittelmassig.  Die  I^gei  werden  von 
Jerusalem  nordwüita  bloss  über  Nazueth ,  llberiRs,  Tyrus  nach 
Beirut  gefiäirt.  Der  Stil  des  Bncbes  lässt  niobt  selten,  su  wün- 
Bchen  übrig. 

Ein  herrorragendes  Prachtwerk  über  BalistiiiR''*)  ist  gegen- 
iröiläg,  so  riel  iob  weiss ,  noch  imErsobemen  b^nffen.  Nach 
einer  Notiz  der  Academy  soll  das  Werk  va  40  Lieferungen  er- 
scheinen und  40  Original- Stall] Stiche ,  xowie  6o0  Holztcbmtte 
nach  neuen  besonders  zu  diesem  Zwecke  in  i  alaatina  aufgenom- 
meneu Zeichnunsen  enthalten.  Jeder  Theil  aes  "W  erkos  ist  Spe- 
ciabslL'u  iinvLTti  aut:  Iii>r;i,Ki  liEit  ll!ry])ti'n,  Hül.i.ami  dun  Siiiai  zu 

rü^kiidiiinuuf  dos  tuiliaen  Landes.    EsaLngeii  , 
Nacii  IV'U  rnmna's  Mittheiluiigea. 

\i  llichBidAndrie,  AltgemeinaHNidatlu  inBeKutentiüteiUutani- 
duiii  Tut.  UielefeldnndLeipns  IVdhagcn&Elauogl  S.  Liet  188t.  Fa- 

lä»linii- 

S'li  FalSfiLlna  und  Serien,,  Handbuch  fOr  Reuende  horsuagegeben  von 
Karl  lUedEkcr,  Mit  i>i  KaiUo,  4i  Planen,  1  Panorama  von  JeruitUm  und 
lU  Aoslchlen.  ZweiU  veTbesaeTte  und  vermehrte  Auflage.  LeipagiKarl  Bae- 
deker) Ifi&U.  CLIV,  il7  pp.  8.  M.  16,  —  lleo.  von  Furrer  in  ZDPV.  3. 
p.  214. 

Bt)  Joh.FahrngTDbei.NachJerQaaleni.  EinFflbrerfQr  Pilgerfahrten  und 
IteiMm  Dach  und  in  dam  heiligen  Lande.  Mit  vielen  IlluatrationGa,  Karten, 
FUutn  und  OnudriHen.  Wfinburg  (Leo  WOrl)  o,  D,  XXXI,  474  pp.  3.  — 
Beo.  TOD  Vf.  A.  Nenmsnn  in  Oeiterr.  Honatsaebrill  f.  d.  Urient  15.  Sept. 
1S80  p.  ISS.  Vgl.  auch  Dm  h^s  I^nd  ISBO  |IV|  p.  139. 

BS)  Pictui«tque  Palartine,  Knii  and  Eg^it.  Edited  by  Colonel  Wilaon, 
B.  £■  etc.,  aaiiitcd  bjr  t]ie  nuMt  eminent  Palaitina  explarera  of  the  day.  With 
an  Intiadaetiiin  hj  the  itTf  m.  Dean  Sumley.  London  (Vinue  Sc  Co.)  18S0 
|?J  4Dpun*^ib.  3,6, 


144 


scUldenL  übemDmineii ;  Falmer  besobreibt  die  Gegend  von 
Hebron  bis  zur  Wüste  Sin;  Condbr  die  Gegend  nSrdlich  von 
JerDsalem  bis  Sunarien.  Als  Mitarbeiter  wirken  auBserdem  mit : 
Tkistrau,  Jbss Rooebs.  "Warukx,  Scharf,  Jessop,  Wilson;  die 
£inleitung  ist  vom  Dean  S'nsLi-v.  Nach  diesen  Namen  zu 
BchHeBBen,  wird  das  \^'e^k  ivolil  das  Beste  hiefen,  ivits  überhaupt 
auf  dieBem  Gebiet  in  England  geschaffen  'werden  kann.  Eine 
deutscbe  Bealbeitung  des  genannten  Prachtwerks  ist  Ton  Ebbsb 
nnd  GiiTHE  übernommen  worden.  Nacb  den  bereits  erschienenen 
Heften  der  deutschen  Bearbeitung  su  sohliesaen,  wird  das  Werk 
besonders  eine  Beihe  trefflicher  Blustrationen  enthalten.  Selbst 
denen,  welche  nissen,  wie  groBgarlig  hente  die  Photographie"]  zur 
VeraiiBchaulichung  des  vorderen  Orients  beiträgt,  wird  hier  man- 
ches Neue  ^cliotfin. 

Bcvoi'  wir  '/Air  TiiuvislC'ii!iti.'i[itiir  übergehen,  ist  nocli  xii  i-t- 

gahe  und  mit  einem  ZusatKartikel  (über  die  Zukunft  Palästina'»} 
erschienen  und  auch  in  holländischer  Sprache  ^)  überarbeitet  wor- 
den ist.  Von  neueren  Beiseskizzen  ans  PalHstina  sind  mir  fol- 
gende, meist  bloss  dem  Titel  nach,  bekannt  geworden:  in  eng- 
lischer Sprache  die  von  King  '"),  Wood^'],  Ne^vton"),  Dunk*"), 

87,  Ich  erlaulie  mir,  hvi  dieser  Gelegenheit  clHtfluf  aufmerksam  zu 
machen,  dass  eine  Reihe  trcaiicher  Fholographion  des  unglinchcn  E^iilors- 
tioa«-Fund  durch  deren  Agenten  Edward  Sinnford,  55  Charing  Gross,  lon- 
don .  und  eine  chenfdllB  sehr  reichhaltige  Sammlung  von  Bildern  dca  Fhota- 
graphen  Uonfils  in  Beirut  durch  C.  DetlofTs  Buchhandlung  in  Basel  zu  be- 

88}  Vergl.  Jahresbericht  ZDPV.  3,  Kr.  S4  (p.  75;.  C.  B,  Conder,  Tenc 
work  in  Palesline,  a  record  of  discovery  and  aiienlnrc.  New  ediiion  in  1  \o\, 
wilh  corrections  hy  the  aulhor  und  an  additional  chapter  on  the  "Fulure  of 
Palestiner.  sh.  T,  G.  (Umschlag  der  SlHlements  Oct.  ISSi].. 

69)  Volledige  lieschrijvinB  van  het  Heilige  Land.  Uil  het  l':ngelscll  vsr- 
initia  door  C.  il.  A.  Jlouglas  Lt.  lUr  Infanterie,  Met  211  gravures  en  3  Kar- 
ten. In  t«-ecdeeln.  W.  K.  Schneider.  Ucrtogenbosch  lS7y  en  1S9U.  —  Kec. 
von  A.  Oert  in  Theologisch  Tijdschrifl  (M  ,  ISSO,  p.  :169. 

DU)  lleT.  James  K.iag  (anthorised  lecturer  to  the  Faleitine  Eiploration 
Fund] ,  Palattine  as  it  u,  Note«  od  b  rBoeiit  joaraey  made  to  the  luiljr  Und. 
(CmaohlBg  der  Statemeoti  1B80.) 

91)  W.  8.  Wood,  An  eaiteni  aftetglovi  or.  pi«ienta  aapecta  oC  laerad 
»cenery.  Bell.  16  ah.  (Aoademr  3.  Juli  ISaO). 

B!)  SL  Newton,  Busblec  in  Bible  landa.  London  (Weileyan  CM.  Off.) 
laBO.  26S  pp.  16.  (Petenmnn'a  Hitth.). 

93)  L.  A.  Dunn,  Footprinta  of  tbs  Hedeemer  in  reo«nt  reaeuchei  id  the 


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145 


DE  Hass**)  und  ein  BnonTmes**}  Buch;  in  ftanzönsohnr  Spnobe 
die  Beisebescfaieibnngen  Ton  Gabnieb**}  ,  Tsaxchant")  und 

ItOKNELi^RE  ;  in  italienischer  die  Ton  Souani*^),  in  deutscher 
die  kurien  populären  Keiscnotizen  von  Eeinickf,  '""j .  In  lietreff 
vfin  Ai.F.MHi'r  spanischer  Reisiebesthrdlmiifr crfiilirc  idi  durch 
die  Güte  I'uKRKK  si,  dass  der  Verfcser  derselbeii  der  spiini- 
»ichen  Rcgienuig  beauftragt  war,  die  Arehive  I'aläHtina's  und 
Conetantinopels  nach  Docamenten  ra,  duichforBchen,  «reiche  die 
von  Frankreich  und  Italien  beatrittcnen  Itechte  Spaniena  an  vie- 
len Stiftungen  in  jenen  Gegenden  beglaubigen  sollen.  DieBcise- 
beapfarcibnng  ist  gemfithvoll,  jedoch  ohne  wieeenschaftliche  An- 
Bprüche . 

Gehen  wir  nun  auf  die  Detail  Forschungen  ein  und  beginnen 
wir  auch  diesmal  wieder  mit  Jemsalem,  bo  muBsen  wir  in  erat«c 
Linie  auf  den  Artikel  Jemsalem  anfinerksam  machen,  welchen 
Fb.  W.  Schultz'*^  für  die  nraite  Au^be  der  HBiuoB'schen 
EncyclopSdie  bearbeitet  hat.  Gerade  solche  Versuche  sdgen, 
wie  htä.  den  einschlagen.  Stieitfrsgen  selbst  grundlegende  Vor~ 
ausseäungen  immer  wieder  auTs  Neue  discutiit  werden  müssen. 
So  sehr  wir  manches  Gute  nnd  Brauchbare  in  jener  Zneanunen- 

holy  land.    DeiMaiaes.  Joirii.  (Mills  &  Co.}  18S0.  306  pp.  12. 

.ScliürcrsThLZ.). 

■.<i  F.  deHasa.  Recent  tnreli  and  explorationi  in  Sible  Isndi ;  illu- 
«tratcu  with  nc~  maps  and  original  engravings,  New^ork  l'hillip"  &  Hund 
JSSO.  VI.  4j5  |ip.  S.  ■^chQrer'iThl.Z. : 

11-1   M  csl  and  Knel:  or.  n  Wur  tlm.ii^rH  Vai^ik  and  (h<.-  IiliIj  land.  tun- 

Liii  K.  fiH  "i,T,  Ji:TL.^:il.'ni  i't  kiJud^e:  description  de  ia  FalesUM.  Tuur» 
(Marne  1S71I.  lOn  IV'crninijns  Miuh.l. 

^i:  <.'.  Iniidi.irK  l.-:-:ir-i  -n  Paleitine:  Bulletin  de  la  Soc.  de  Gkigr. 
du  l'Ksl  llVll  Nr.  :i  lV-urni:i;in's  Millh.J 

US  F.  lionnchiTi:.  Souvenirs  üc  man  pMaiinige  ea  (sne-iBinte.  Rsmiet 
(unpr.  VaUri  Isbu,  l^iS  pp.  H.  Mit  einec  Iwirto. 

99)  O.  Komani.  Viaggio  in  F&leaüna  e  n«ll'  Egitto.  (^mo  (dp.  P.  Oati- 
nelU  dei  frat.  OiorgetW  1879.   M4  pp.    10.  Fr.  3.  ISchOret'»  TIiLZ.l. 

100>  Lic.  Dr.  Keinicke.  IteitnkiEien  aus  dem  heiligen  Lande:  N.  Nach' 
ricbleD  aus  dem  MoigenUude  ISeo,  p.  118—12». 

101)  D.  Manuel  Iba  AlFaro,  Jeruuleml  Descripcion  ciacta  y  deullada 
da  loi  «amoa  logarei.  Madrid  1979.  4lli  pp.  S.  Ft.  n< 

101)  Fr.  W.  SchulU,  Jeruaalem:  Keal-Encfclopädie  für  proteitoatitche 
Theologie  und  KJrDhe,  hsraui^ebea  TOn  HeiiDg  und  Flitt.  B.  Bd.  Leipiig 
IMG  p.  B38— S7i. 


146 


stetlnng  finden,  so  tliut  es  uns  leid,  nu  sehen,  das»  Schlltk  den 
Zion  wieder  auf  dem  Südn  estliügel  sncht.  ■ —  Eine  l  iel  kürzere 
Zusammen slell  11  ng  der  iieucsteu  tü[>ogra])hi scheu  Forsehimgeu 
findet  man  in  der  Uruuhiire  von  \VA[.ri[i:ii  '''^  .  Eino  kleine  Epi- 

derum  beschrieben  ivorden. 

In  Bezug  auf  die  Topographie  von  Jerusalem  liegen  den  Le- 
hern unserer  ZeitHcbrift  zwei  reichhaltige  Artikel  von.  Alten  ^*^) 
■nnA  vnn  KT.jimm  1»^  vor;  letzterer  hat  die  Ergebnisse  seiner  For- 
schnngeii  in  sohlsgender  Weise  am  ScUusse  seiner  Arbeit  2u- 
sammengeBtellt.  Wenn  es  zum  besseren  VerständnisB  derSuiucK'- 
Bchen  Terrainlcarten  des  alten  Jerusalem  von  \'uithL'i1  jfeuesen 
näre,  die  einzelnen  festen  Funkte,  nach  welchen  die  Curvcn  ge- 
zogen sind,  namhaft  zu  machen,  so  ist  doch  zu  rügen,  dase  CoK- 
HBR  >")  in  seiner  hierher  gehörenden  Arbeit  auf  jene  Publicatioii 
viel  zu  vreiüg  Hücksicht  genommen  hat.  Wenn  dieser  Aufsatz 
Cosdeb's  auch  elnigce  Gute  enthält,  so  spricht  doch  seine  bermts 
im  vorij^cn  lierichte  envilhnte  Hypothese  in  Betreff  der  Königs- 
grälii'r''"),  «eicher  Hirlh'"")  mit  Recht  entgegengebeten  ist, 
nicht  gerade  für  topographischen  Scharfsinn,  ebensowemig  seine 
Notiz  über  die  Davidstadt'"]. 

Was  den  Tempel  betrifft,  so  begrüssen  wir  esmitgroBser 
Freude,  dass  SuBhu"')  in  seiner  Umarbeitung  des  Ezedüelcom- 

Hj:i,  J  Wiil'.hiT,  r.tiHli'  iusiürique  ile  ]b  topogrsphie  de  Jiruiilem  p*0- 
d^LMt  l^.  l.Hili,)..,-..  Ilriii.  .Vi.n  plai.  «plicatit.  Genfere  (Ulir.  E.Beroud 

ft  Co  1—11.  ]>i.  -  H.  c.  vun  Vuillüumier  in  ReTuede  thSologioetde 
]ihilüBO|ihic.  I.iiuiniuie  Juli  niinee:  p.  :ib2. 

101,  llev.  Alfred  J,  CliurLh,  The  slory  of  the  Usl  daya  of  Jsnuslsm  from 
Joaephus,  18S0.  Vergl.  Acadtmy  24.  Dec.  1       p.  467. 

1051  Baion  voQ  Alien.  Die  Davidstudl,  der  SalomoUich  und  dia  QriUwr 
der  Könige  in  Jentialem  :  ZDPV.  ».  p.  llti— HU. 

106)  £1ub«r,  Zion,  Davidattult  und  die  Akra  innarhalb  des  alten  JeruM- 
lem.  BnterAitlkdiZDPV.  3,  p.  189-213. 

107)  CondsT,  Tbs  TTiopoecD  TsOejr.  BetiitM  of  the  mk  lerali  Jsru- 
talem :  Statementi  IBBO,  p.  TT — 91. 

108)  7alinibeii<tht  ZDPV.  3  (p.  TS)  Nr.  III;  jetit  nush  Oipäiucktin 
Statsnunt«  1S60  p.  101—103. 

109]  Vr.  F.  BIrcli,  Tlu  tomb  of  David,  Zion  and  Jouphne:  Sutcnisnto 
ISBOp.  IBT— no. 

tlO)  Condsr,  Not«  on  diapnted  poinU:  Statementi  18S0  p.  129—230. 
III)  Der  Prophet  Eischiel  erkUrC  mn  Hudolf  Smsnd  (Kangefiual«! 


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147 


menlars  so  ausfiihrlich  auf  die  Fraiie  eingeht,  n  ie  dieses  Gebäude 
nach  En.  -10— 4S  zn  recunstniiivii  sein  iiuii-litc :  «LTaile  bei  dic- 
üun  schttiengeii  Kapitebi  darf  iiiiin  sich  nicht  immtr  auf  den 
textus  receptus  berufen.  Wichtig  eraeheint  auch  Smknu's  An- 
sicht, dass  die  Beschieibiuig  wohl  nach  Zeichnungen  gemacht 
Bci ,  die  Ezechiel  ausgeführt  vor  sich  hegen  hatte.  Eine  kurxe 
Notiz  von  Gbatz"^)  ist  deswegen  nicht  ohne  Literesse,  -weil  darin 
vielfach  toq  dem  unter  dem  Altar  befindlichen.  Itlutablaufsgang 
die  Bede  ist,  AusLokb^!«  Aufstellimgen  überdie  alten  Tempel- 
thore  ist  nur  zu  bemerken ,  dasa  er  die  Huldapforte  als  Uaul- 
iTurfsthor  erklären  will. 

Da--;  (k-r  ^tn-Ai.  w'MiL-r  -ich  in  Enshmd  Kwisrhon  W.ikhen 

Sprüchen  könne ,  ist  zu  beziveifcln.  Wajibbk's  "*)  grosses  Buch, 
welches  ich  übrigena  bloss  aus  Anzeigen  kenne,  ist  wesentlich 
eine  Sbreilschrift gegen  seines  G^ners  bekannte  Theorien  beson- 
ders in  Betreff  des  Herodianiacben  Tempels.  Auch  für  Wabkbn 
ist  der  N.W.  Hü^el  g-lcicli  Davids  Stadt  'Zion^  uud  Akra,  später 
von  den  Mac.MhÜeri,  eriiirdrifit;  der  S.W,  iIÜ|;el  i-t  die  Ober- 
stadt des  -losephus.  Die  lÜbel.  die  ilaecabilcr-ltuclier ,  sowie 
JosEi'iLUS  verleben  den  Tempelberg  Moria  (!)  in  den  Osten.  Was 
die  Psalmen  betrifil,  so  wurden  diejenigen,  welche  speciell  den 
Zion  anführen,  von  David  in  der  Zeit  Verfasat ,  W»  Zion  der  hei- 
lige Hügel  war;  die  Psalmen,  welche  nach  dem Tempelban  Ter- 
fasst  sind,  nennen  Zion  bloss  in  FacallelifimnB .  Von  umem  Psal- 
roenauslegem  duften  diese  überraschenden  Anfschlüfise  wohl  in 
m  eine  Kategone  mit  den  oben  erwähnten  Condee's  gestellt 


!  d'HütuJe  18S0. 


114)  C.  "Watren,  The  Icmplo  or  Ihe  tomb,  Lutulcn  '.Bcnüey  ond  sun) 
iSSÜ.  —  Bec,  in  Athenaeum  8.  Jan.  ISSI  p.  i1,  von  Mc,  Gregor  in  Academy 
B.  Jan.  1B81  p.  19,  VeI.  Slatemenia  ISBO  p.  129;  Ftrguaaon,  The  tempEe  of 
Jenualem;  Athenaeum  II  Fcbi.  ISBl  p.  231. 


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In  den  Statements  ist  eine  Umarbeitung  von  Wilsok's'") 
Bemerkungen  zur  Tcmpelmauer  erechienen,  welche  derselbe  be- 
reits vor  einigen  Jahren  als  einen  Theil  der  revidirten  Ausgabe 
der  BegleiCschrift  zum  Ordnance  Siirvey  of  Jerusalem  (jetzt  vor- 
banden in  der  Bibliothek  des  DPV.j  niedergeschrieben  hat.  Wii^ 
BON  geleitet  den  Leser  um  die  Tempelmauer  hemm  und  fuhrt 
besonders  den  Thatbeatand  auf;  dazu  werden  neun  Pläne  ge- 
geben. Einige  eeinei  Angaben  sind  von  Wakbbk  und  Con- 
DBR^)  berichtigt  worden;  ans  isx  nolt  daran  knüpfenden  Dis- 
cusBion  scheint  uns  jedoch  hervomigeheit,  dass  noch  immer  unge- 
heure Schwierigkeiten  vorliegen,  aus  jenem  Thatbestande  histo- 
riflchp  ficlilüfise  auf  die  Hauzeit  der  einzelnen  Tlieile  zu  ziehen.  — 
Einzelne  Artikel  über  Bethso"^  das  heilige  Grab"'},  die 
Annenkirche  und  eine  Schrift  über  den  Kreuzweg'*')  sind 
ohne  wissenschaftlichen  Werth.  Eine  jtemerkung  Gildemri- 
STBR'h'"}  weist  nach,  dass  Ghassanidengräber  nur  in  Folge  davon 
bu  Jerusalem  gesucht  wurden,  dass  Joseph  \.  Hamme»  einige 
Mnbtsdie  Verse  falsch  äbereetzt  hat.  Über  die  Art  der  Auffindung 
der  grossen  Silounschrift      hat  Befeient  nach  Sohick'ei*^ 

Iii)  C.  W.  Traun,  The  nuimi;  oftiia'HarBin-waU:  Statmmntt  ISBO, 
p.  9— es  imit  9  filoeoli  Tg),  auali  p.  196—186, 

116)  Wanen,  Notea  on  Calonel  Wlion'i  papei  on  Üis  muonrjr  of  ths 
HaiamiTBll:  SCatementa  ISSO  p.  15S— 166. 

11')  Conder,  Notes  on  colonel  Wilson's  paper  od  Ihe  muontT  of  tho 
Haram  wall:  SlnlemEnts  IS*;»  p.  31— II". 

118}  S.  licswick,  The  placed  caUed  Bethso :  SWtflnients  IBSO  p.  108— 109. 

ll(i;  Gatt.  Zur  wahren  utsprünglichen  Form  de»h.  Grabe«  unsereaHarm: 
Daj  heilige  I.snd  mo  iVI)  p.  [!i;i-201.  (Vgl.  Jahraaber.  ZDPV,  3,  Nr.  110 
p.  7Si. 

120]  Laurent  de  Saint-Agnan ,  Dis  St.  Anna  Kirche  in  Jemaalem:  Du 

1211  Der  heilige  Kreil/weg  JiTiT'ülcm  wul  die  Kreuiwoe-Andacht. 
Von  einem  Priester  der  K™lii,Liff.r'  Kl,!ii.  N\b<1  einem  Anhang  von  fünf 
K reu iweg- Andachten,  Mit  ni[\em  TiU-HnUr  Anseht  von  Jerusalem!  und 
13  lUustraliunen.  Küln  (II,  Tlid^lji^'  ' Tf.  Ich  kenne  diese  Schrift 
hlana  aus  Daa  heiUge  Land  ISSn  III  jj,  Dil  IV  ,>.i:il. 

122;  J.  Gildemcister,  GhassinldLneräber  vor  Jerii^akm  ZUPV.  J, 
p.  176—17;, 

123)  A,  Socin,  Eine  neue  Entdeckung  in  Jerusalem :  ZllPV,  3  p,  5-1-55, 
—  VgL  C.  Schick,  Phoenicitn  inKriptian  in  the  pool  of  Siloam:  Staumente 
I8S0  p,  138— 239. 


149 


liriefcn  Mittliciluiig  gemacht-,  leider  ist  äas  Denkmal  nicht  un- 

Zur  Geographie  des  südlichen  PaliUtiiia  hat  unsere  Zeitschrift 
einige  hervoiragende  neue  Beitrage  gebracht.  Als  solche*  sind 
Eo  bezeichnen  der  hübsche  F]tm  von  Ja&  und  Umgebung'^); 
Schiok's  EifoEBcInuig  der  Klöster  der  Wüste  Jnda  (mit  Karte), 
1>earbeitetvoiiUABTi>^  und  ei^^tnst  touFdbkbbi^;  ScHioK'a 
interessante  Aufoahine  des  FttuUcenbeiges"'].  AU  den  Beig, 
gegea  welohen  hin  der  SSndenbock  gejagt  vntde,  bezeiohnet 
Scuios  gegoi  Consbr's  Mnntär  den  fantör  QudSdän'^. 
Gbätz'^  will  uns  plausibel  machen,  eretlioh,  das  nentestamenC- 
Uclie  Naiareth  stehe  nach  dem  jetasaletmaohen  Tafannd  an  der 
Stelle  des  galiliÜEchen  Bethlehem  im  Stamme  Zabulon  [Jos. 
XIX,  Ib);  Mtgdal  Nunja  des  Talmud  soll  Magdala  imd  Tariclüa 
entsprechen,  ]\[ig(1nl  Gadara  oder  oMigdal  Zabajao  bei  den  hcissen 
Biiderti  von  mkcs  zu  suchen  sein.  Ein  Aufsatz  von  Fritschb 
ist  ivolil  ganz  j)opulär ;  eine  Notiz,  über  die  Lage  von  Zikiag  kenne 
ich  bloss  dem  Titel  nach  i^'].  Eher  als  diese  drei  letzterwähnten 
V  ersuche  verdienen  die  AiCikcl  Kapemaum  und  Jericho,  verfaast 
von  Fr.  W.  Schultz 'ääj,  einige  Beachtung;  der  Jakobsbrunnen, 
über  welchen  auBSerdem  eise  Brochiire  von  King  '^^J  vorliegt, 

IH)  Jtflit  tmd  UmRabuiig.   Erliuterucg  lu  Tafel  III.  ran  Cand.  th. 

0.  Schwan  inJafa:  ZDPV.  3,  p.  44— 51. 

125)  Milthsilangsn  von  Bsunth  C.  Bi:h[ck  in  Jeruaalem  Ober  die  alten 

1.  auren  und  KlMet  in  der  Wmc  Juda.  (Mit  1  Kute  nnd  2  Pkiasa).  Be- 
arbeitet von  Lic.  Karl  Macü,  Pfarrer  in  Buua  {Bssdlandj:  ZDFV.  3,  p.  1—43. 

12li,  K,  Furrer,  Kaclitrag  lU  Uautath  Schick's  .Die  allen  Laocen  und 
Klöster  in  der  Wühm  Juda.-  ZDPV.  3,  p.  234-3.1«. 

127)  C.  Schick,  Der  Frankenberg.   Mit  2  Tafeln :  ZDPV.  3,  p.  S8— 9S. 

laSj  C.  Schick.  In  welche  Gegend  der  WQlte  wurde  der  Sündenbock  ge- 
ttthrt:  ZDPV.  3,  p.  214—219. 

129)  M.  Ocäti,  Nütiien  inr  Topographie  PaUstina'e  -.  Monatsichrift  für 
Gwehiohte  D.  Wi».  d.  Jniientliums  (29)  l&bup.  -181-495. 

130)  E.  Fritache,  Mar  Stba  in  der  Wüste  Juda :  Wiener  Abendpo«  1879 
Nr.  113  fig.  (Pgisnninn'a  Mitlh.). 

131)  I>ia  geographiMha  Lage  vonZikiag  im  Jüdliches  liteiaturblatt 
1680,  Nr.  It  und  32. 

132)  IV.  W.  Sdiidti,  Jericho  !a  Hetiog  tmd  Plltt,  Beat-Encrdopldie 
6.  Bd.  ISBO  p.  Ul  I  Kapaituom  «bd.  I.  Bd.,  p.  SOD. 

133)  J.  ling,  r*Mb'i  irall,  tbe  luihny  and  piaNiit  appuaaoe  of  tha  pi- 
triinh'a  welL  ed.  (Unuchlag  das  BtatemBoU  1880). 


unddcrllennon  sind  ron  Ei  KTsnci '3'.  .  Rama  und  HapliüHm 
von  MüiiLAU b  1      I  I         1        L       eil  11 
Schreibung  des  Kiinuelkliisti'is  und  stmer  l  inKcbiuiizoii '  '  bat 
das  heilige  Land  gehracht.    ^atcb'-")  wdl  den  Zinnien  lieth-bl 
in  den  assyriBchen  Denkmälern  gefunden  haben. 

Ans  den  nenen  Identtficatioiien  der  Engländer  ut  nur  weni- 
ges brauchbare  hervorzuheben.  In  der  ControverBe  betrefis  der 
Lage  von  Gath  '^x)  musaen  wir  ausnahmswciae  Condgr  beistini' 
men,  welcher  erklart,  dass  man  nichts  Sicbor(>8  wisse.  ISoeh 
kühner  übrigens,  als  Conueb  ■")""),  areumentirt  Hikch  k'— in 
seinen  ;iahlreieln!n  Kit  n  T  kl       ü  1     1         1  W  a  1 

rära"")  Jer,  XIIl      t       1  11  1      n  L 

cubratiun  über  Rachel  s  Or.ib  ""i  iLUSMTsi  >fli-.;Lm.  Auch  die 
Verauchc  von  Sausdbu  s ''^j  ftrdeni  die  Losung  der  hezughehen 
Streitfragen  nicht,  obwohl  er  nach  unserer  Uberzeugung  Condeb. 

134]  BOetschi,  Heimon^  Bedencyclopldie  6.  B.  p.  4S:  Jakobabrunnen 
p.  400. 

13S]  Hflhlaa,  Baoia:  Bjehm .  HDndwocterbuch  des  b;bl.  Altertbumi 
IBBOp.  1264;  R^hidim  ebd.  p.  1206. 

136)  Der  Barg  CaTmel.  BeKhreihung  und  Geschiclite  Ecinea  Heiligthums 
von  P.  Augustin.  Keligiose  auf  dem  Berge  Carmet :  Dss  heilige  Land  lbSi> 

I  in>  p.  ss^ss,  (IV)  p.  lui—i  1 1 ,  ,V)  p,  laT—ijB. 

!37:  A.H.Sayce,  iletcn  and  Beth-El  in  Üie  Assyrisn  imcriptiona.  Lollcr: 
Academ)-  1.  Mai  ISSO  p.  :\2i. 

139)  The  Site  of  Gath  ;  Athenaeum  7.  Aug.  18SU  p.  179  i  Statements  lS6n 
p.  170—171 ;  211-m. 

139|  C.  Conder,  New  Identiticatioiis :  Statements  ISSO  p,  230—231, 
140]  Conder,  Xotea  on  disputed  poinls  :  Slolementa  19S0  p.  172— 1 74. 

141)  F.W.  Birth,  Thegoldencalfatläetheh  Statements  18S0  p.  10.^-104. 

142)  W.  F.  Birch:  The  nameless  citv  :  SwtemBtiU  IS80  p.  104— 1D6. 

143)  W.  F.  Birch,  The  rock  of  Riminon  or  the  pomegniiate ;  StiUmeaU 
1890  p.  106—107.  (Vgl.  Jahrcshcrieht  ZUPV.  3,  Nr.  122  p.  79.) 

144)  W.  F.  Bireh,  Gebim:  Statemeuts         p.  lUS. 

145)  W.  F.  Birch,  The  rock  KinimDD  sad  Oibeah:  StatemenU  1B60 
p.  230—237. 

146)  W.  F.  Btrch,  Zeliah :  Sutements  ISBOp.  239. 

147)  W.  F.  Biroh,  The  namele»  eitj :  Statement!  1860  p.  240. 

14S)  W.  F.  Birah,  Hiding  plscea  in  Obdsui.  I.  Jeremiali'i  giidle  and 
Farab  i  Statemenl«  I8B0  p.  239— 13B. 

140)  W.  F.  Bindi,  Baehal'a  aqiulture:  StatemeDtt  ISSO  p.  241. 

ISO)  Tielawiu}>  Siondera,  On  Iba  river  Kanah,  the  benndar;  betveen 
Ephraim  and  Manaaub:  SUlenent*  18S0  p.  324—128. 


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t51 


Regenüber  Recht  hat.  wenn  er  Mpfipido  M  ieder  an  seim'  alte  Stelle 
hinaufrückt . 

Nach  diesen  wenig  bi  Hnircndeii  Miniiticn  bleibt  iin'=  mich 
übrig,  hier  die  VoUendiin(f  dos  grossen  GuERis'schcn  Palästina- 
werkes '1^)  mit  Freude  zu  bt^rniBCOi.  Viele  Leset  weiden  wohl 
beieits  in  Gukkin's  dreibindigeB  Werk  über  JodBa,  oder  seine 
Eweihändige  Geographie  von  Samarien  vrenigetens  einen  Blick 
genorfcn  hüben ,  so  dass  es  unnötliig  erscheint .  über  die  Anlage 
dieses  dritten  Theiles.  dessen  Ausarbeitung  erst  auf  eine  noch- 
malige lieise  hin  erfolgte,  liier  zu  reden,  His  dem  in  Anssicht 
gestellten  Erscheinen  der  Memoirs  der  Engländer  wird  Gurrib's 
fleissige  Arbeit  als  die  zuverlässigste  Beschreibung  des  Cisjordan- 
IsndeB  massgebend  bleiben.  Seine  Distanzangakcn ,  sowie  die 
genauen  Berichte  nber  den  Befund  der  antiquarischen  Beste 
beinahe  aller  Orteeliaften  nnd  äusserst  imthvoll;  auch  ist  das 
ältere  historische  Material  bei  jedem  eincelnen  Artikel  sm^am 
angeführt,  und  wir  wollen  mit  dem  Verfasser  nicht  darüber  rech- 
ten, dass  er  den  confessionellen  Standpunkt  oft  etwas  stark  her- 
Torkchrt,  Seine  Karten  freilich  sind  nun  durch  die  Arbmtcn  der 
Engländer  entschieden  überholt. 

Zum  Ostjnrdaiiland  übergehend,  Iiabcii  wir  niif  i'inen  popu- 
lUrm  Aufsatz  von  Ki.oMN         S(™ie  auf  .■im-  ini-ht  uiiiTirrrc^-aTito 
Nutiz  Tun  EuLl"'i  zu  vonveiscn.    Xadi  ktztt.rr  liclr-i-t  diis 
Areal  des  todten  Meeres  915,1  □  Kil,  ;  das  des  Sae's  von  Tiberias 
170,TaKil.  (die  Oberflächedes  Bodensees  S39,14aKil.).  Eine 
willkommene  Braeiobening  hat  unsere  Kenntnies  dds  gaül&ischen 
Meeres  durch  den  franzSusohen  Naturforscher  Lortet  i"*]  erhal- 
lst) The  titeoTMegiddoiStateiiMoti  1880  p.  123—334. 
ISS]  H.  V.  Quirin ,  Deicription  gtognphiqDB ,  hiitorigDi  et  arehiala- 
de  1>  Vdttün«,  Mcompi^Se  de  outM  d£t&i]Uu.   TnUüme  partie. 
GallUe.  Toms  1  (Fuü,  Lnpr.  nst.)  1880.  SSOpp.  8.  Toms  2  ibid.  B63  pp. 
8. -— Iteo.TonOntheinL0B.  li.DcD.  1680,  Sp.  1694;  TOnB.  E^ardin  U- 
lanä«che&iuid(cb»i)  ISBI.  6.  (SchOm'i  ^nil^.);  Bbtd«  das  qoeitioni  Mato- 
riqaH  Jali  1680)  TOüBejr  in  Bnllstin  de  Ununiti  dsgfognplüe  1860  p.36S; 
igl.  Itevue  Diitiqne  19.  MSn  ISSO  p.  363. 

153;  G.  A.  T,  Kloden,  Das  todla  Heer :  Am  alloi  Waltthsilen  XI,  Nr.  1, 
p.  1—3  (Petermaon's  Milth.) 

1S4)  EgU,  Areal  der  groston  Joidan-Seen:  Zdtuhrift  fOr  wiManacbaft- 
Hehe  OeogrepUa  I  (Lahr  1680)  p.  183. 

ISB)  Lortet,  SngigaB  piofondi  eiicutia  dau«  la  lao  de  Tibfaiad«  «n  mü 


ten.  Detselbe  bestimmt  die  NireauhÖhe  dieses  See's  auf 
unter  dem  MittelmeeTe ;  die  grösste  Tiefe  [2aDm.)  fand  er  im 
nördliolieii  Theile.  Da«  galiläische  Wasserbecken  hat  dchei  einst 
in  Zusammenhang  mit  dem  Mitteimcere  gestanden  und  ist  blosa 
durch  die  sich  darein  ergiessenden  Wassermassen  entsalzt  worden. 
Seine  Thierfauna  (Fische  und  Mollusken],  unter  denen  Lortbt 
einige  neue  Species  entdeckt  hat,  ist  sehr  eigenthümUch. 

Die  Karte  des  Üstjordaiilandes  nach  den  Vermessungen  der 
Amerikanischen  i'alästina-G  es  ellschaft  scheint  nicht  veröffent- 
iiclit  »  erden  zu  sollen.  Nachdem  die  Mitglieder  der  englischen 
Gesellschaft  bereits  aufgefordert  norden  waren,  auf  dieselbe  zu 
BubBcribiteD,  kam  unerwartet  der  Bericht,  es  werde  von  der  Fub- 
lioBtjon  Umg^mg  genommen,  da  die  Besoltate  du  AasmeseangeQ 
nicht  bedeutend  genug  seien  >**] .  Bald  darauf  beschlosB  der  eng- 
lische Exploration  Fund ,  die  Vermessung  des  transjordaniscfaea 
Landes  nun  seinerseits  in  die  Hand  zu  nelunen.  Laut  Frivat- 
naohrichteu  haben  wir  jedoch  demnächst  das  Erscheinen  einer 
grösseren  Beschreibung  der  amerikanischen  Expeditionen  im  Ost- 
jordanUnde  zu  erwarten.  Die  Fhotogiaphien,  welche  lehrend 
derselben  aufgenommen  wurden,  Terdienen  gani  besonders  her- 
vorhoben zu  werden ;  so  viel  ich  weiss ,  erhalten  wir  hier  zum 
erstenmal  Bilder  von  Bosra,  Kanairät,  'Atäl,  Mustmje,  Msscfaita, 
Petra;  Dscherasch.  'Ammän,  Uesbän,  'Arä^  el-emirwaieo  be- 
reits früher  von  den  Engländern  aufgenommen  worden ,  jedoch 
nicht  so  schiin,  wie  von  den  Amerikanern. 

Ausser  Müeilau's  Artikel  über  liabba  in  liiioiiM  s  llandwör- 
terbucli  haben  wir  noch  die  Ergebnisse  von  (JliI'oas  i.s  '^"i  Reise 
rorzuttihren.  Dieselbe  ging  von  Sidon  aus  über  Bänijäs  nach 
fischedür  und  Dscbölän,  dann  gegen  den  Yarmül^  hinunter]  in- 
teressant ist  die  beigegebene  Abbildung  der  Tannölf-Schlnoht 
von  DTel'Aecherahi  aus.  Der  Beisende  fand,  wie  bereits  früher 
Wetzstein,  in  jenen  Gegenden  zahlreiche  1'roglodytenstädte,  von 
denen  manche  (wie  nKahab,  Heloolai)  noch  iiülier  zu  untersuchen 
wären.  Dank  der  Energie  eines  tüoliligcn  Kaimmaküm's  war 
während  seiner  Anwesenheit  im  Dschebel  Adsclilün  die  Sicber- 

ISBO:  Comptea  rendus  hebdomadsiros  des  stancc«  du  Tacadfinia  das  acience!. 
Torna  XCI.  Parin  1890,  p.  500— 502. 

15S)  Vgrgl.  Statement)  18B0p.  4;  TI ;  vgL  jedoch  p.  73 ;  126  ;  171-ITj. 

161)  OlipRDlh ;  mdie  oben  Nr.  47. 


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153 


heil  leciit  bofricdiKoiid.  In  'Anunän  scheinen  doit  angesiedelte 
Circassier  die  soiiüncn  Buinen  bedeutend  zu  beaclüldigen.  Von 
Salt  iiMr^  draii^  (k'i  kiiline  Reisende Ottwärtsbis Zu EalatZed^an 
der  Hadschslrasse  vor. 

Die  neuen  Untereuohungen,  velohe  Gtiäein  i^*]  in  Tyiua  an- 
gestellt bat ,  didien  eaek  besonden  um  die  Existenz  eines  Dam- 
mes, welcher  von  dem  SW  .-Punkte  dei  bisel  gegen  Räs  el-abja^ 
hinlaufen  soll.  Ein  französischer  MilitärschrifUteller  "*j  bat  von 
sciucin  Standpunkte  aus  eine  fusselnde  Schilderung  der  Belage- 
rung \iin  l'ynis  liuruh  .■Ucxander  geliefert,  indem  er  moderne 
Uelagerungen ,  wie  die  von  Sebaatopol  zur  Vergleichung  beran- 
■ieht.  Bei  den  Dörfern  Chuieibe  und  Eana  öadiohTonTyxuBhM 
LoKTBT'*Of  dnen  Fundort  von  Toigeeohichdicben  Alterüiümezn 
und  dabei  rohe  Figuren  entdeckt.  Beim  Damür  in  Gebii^  oben 
giebt  cB  nach  Thomsük  einen  Schlund  des  Wodi  Fazüt,  der 
aussiebt,  als  ob  er  durch  einen  früher  hier  vorhandenen  Gletscher 
ausimlirt  wäre.  I  ber  die  Maroniteii  hat  Zschükkb"^;,  über 
«Coolosvridi«  Mt:ssf,I)A(;i,ia  •'^'j  gepchrieben.  Sehr  hübsch  ist  die 
Eui^ebJ^d.ii.nbuii-  d^.  «.-■Uiiniiton  Loiukt'",,  di«ühl  sie  uns 
blus-  -.„n  Al.\diiJr..tlr  Iiis  luich  llrinit  führt.  l)w  ihr  beige- 
gebenen Abbildungen  sind  vortrefflich,  und  aus  denselben  wie- 
derum die  kräftig  gezeichneten  Tjpen  Ton  Eingeborenen  (p.  167, 
172,  177,  164,  ISB,  292)  herrorzuheben.   I&se  S«se  lic^  nun 

ISS)  V.OafiriD.SnrUtopc^lilüederuioisnTyi.:  ComptM Tendiu des 
■iuiiie*  ds  l'u!&d6niU  du  iniariptlont  et  bellet  lettiei  1B79  p.  133 — IST. 

ISSj  lorian  de  la  Orariß  (vioe-adniiial) ,  La  dnme  mu  jdDnien  HL  Le 
■ügedeTyr:  ßeraed»  dem  mondea  15.  Nor.  ISBO  (Tome  i1]  p.  391—41!. 

ItiO)  Lortet,  Sur  unc  nouvelle  »tation  de  Viga  de  In  piane  ii  Uanaoueh 
ptht  de  Tyr  iSvrie,  Cunii>tes  rmilua  hebdoDiadairea  dca  aiances  du  1  acsdemie 
de»  Mienoes.  TomcXC'I,  l'ari»  IhSU,  p.  ^37— 3tlt,.  —  In's  KngÜBche  übtrsetil: 
Lorlet,  A  «tatiun  af  tiii'  age  uf  slune  noar  Tjre :  Slatemeoti  ISSÜ  p.  196—200. 

161)  Key,  W,  M.  Tliamnon,  t'racei  uf  glacial  action  on  the  flank  ofMl. 
Lebanon:  Journal  of  the  American  Oriental  Soclet):  vol.  10,  New  Haven  1S80 
p.  1S5— ISS. 

162]  U.  Ztchukke,  Die  Maroniten  am  Libanon:  Wiener  AbendpoM 
22.  Man  1880  fg.  IPetermuiD's  Mittb.j. 

1Ö3)  G.  Jlcaacdaglia,  La  Coele  Siria :  L'EsploratorB  III.  Nr.  5  und  ß.  Mit 
einer  Karte.    rctcnaaDa'a  Mitlh.;. 

1134)  La  öyrie  d'aujourd'hui  por  M.  Lortot,  doyen  de  la  facultc  de  medi- 
dne  da  Lyuo,  ckargf  d'une  miaaion  acientifiqusparM.le  miniitre  derinatiuc- 
tionpobHque  187^1678:  Tour  dumonde  IS30  (I.  aem.l  p.  HS— 191. 


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154 

(mit  den  Kupfern)  auch  in  deutscher  Bearbeitung  vor;  ebenso 
die  Mlier  enrfihnte  von  Cabds  '«o)  .  Ein  Artikel  der  Salurday 
Review  eutHiilt  eine  Scliildenuig  des  aufbliili enden  europäischen 
Lebens  in  Beirut  '*') .  Der  obengenannte  MilifärschTiftsteller  hat 
anch  die  Sehlacht  bei  Issus  vom  militüri seilen  Standpunkte  aus 
geschildert  '"'J.  In  dem  Buche  von  Cassel  bieten  die  Essay's 
überPalmyra,  den  Libanon,  Antiochien  nichts  Neues. 

In  Bezug  auf  den  Sinai  müssen  irir  nachtäglich  bemexken, 
dasB  da«  in  unsereni  leteten  Betiohte  bereite  erwtUmt«  Buch  eines 
Anonymus  über  die  Wanderung  der  Israeliten  ,  nach  den  Re- 
censionen  zu  urtheilen,  ohne  Werth  ist.  Ganz  anderer  Art  ist 
das  Buch  von  Spescer  P.u.mer  weMu--  «ir  r^bcntiills  schon 
das  letztemal  ileider  ungenau)  iin^efiilirt  halien.  Dasselbe  enthält 
in  engem  Bahmen  aber  mit  Beigabe  von  guten  lllustrationeQ 
einen  Auszug  aus  dem  grossen  Sinai-Survey,  welcher  im  J.  1872 
in  fünf  Folio-Bänden  (1.  Band  Text.  2—4.  Bd.  Photographien. 
5.  Bond  Karten  und  Pläne)  erschienen  ist  nnd  welcher  bei  tms 
nur  wenigen  zn  Gebote  steht  (Referent  hat  ihn  von  der  Münche- 
uer  Itibliotliek  einmal  geliehen  bekommen).  Kap.  t  der  Torlie- 
genden  Bearbeitung  enthält  die  Beschreibung  der  Gegend.  Wir 
werden  dem  Verfasser  freilich  nicht  soweit  folgen  können,  anzu- 
nehmen, daSB  in  einzelnen  Ortsnamen  noch  Sehte  Erinnerungen 
an  den  Exodus  vorhanden  sind.  Kap.  2  schildert  das  Klima,  he- 

lüft!  Dan  hculiRe  Svrien.    INdch  dem  FranzrtsiBchen  des  M.  Lorlot!:  Glo- 


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155 


ionders  auch  ilie  \  etfetatioii  ip.  j  42:  und  );iebl  eine  drastische 
Jieschruibuiif;  vi,i,  di:r  Wu-kinu;  düv  ■^E;i|■-.  |diil/.lk-lieii  IVaBser- 
biclicj.  K.i]i.  .1  cutliiill  die  /üuluyii;  l.i — .  hehc  bubsch 
ist  Kap.  4.  welches  von  den  bediuncDstammea  des  bmai  handelt. 
Am  schwächsten  enchemen  ims  die  letEten  Kapitel,  welche  die 
Geschichte  des  Sinai  behmdeln,  besonäen  Kap.  7,  in  welchem 
sich  der  \  erfasser  fax  Dsobebel  Sufeäfe  als  Schauplatz  der  Offen- 
lianinjfsgeschichte  entscheidet.  —  Das  Buch  von  AoAsis'^'i  über 
dii'  Ge^eiid  des  &mai  und  deu  Artikel  von  Dritv  habe  ich 
iiiclii  XV  Gesicht  bekommen,  ebensoneiun  dan  nur  in  weiug 
Exemplaren  gedruckte  Buch  des  osterreicliisclien  ErziierzoKs 
LiDuit;  S.VLVATOH'"  .  Der  Bericht .  «eichen  C.  von  h(in;n/i:n 
von  letzterem  W  erke  gegeben  hat,  lassL  sehr  bedauern,  das.-.  dii^se 
.Irbeit  mit  ihren  lebendigen  bchilderungeu  dem  grusseicn  l'ubli- 
knm  nicht  zugänglich  gemaoht  worden  ist. 

In  Bezug  auf  den  Schauplatz  des  Dutchioges  durch  das 
Schil&neer  smd  die  Ansichten  immer  noch  getheilt.  Wahrend 
Sayce"'j  früher  em  Gegner  der  Brugschischen  Theene,  nach 
welcher  die  Israehten  durch  den  Jsirboms-bee  gezogen  waren, 
sich  nun.  naclidem  er  die  Ortlichkeit  in  Augenschein  genommen 
hat.  fiir  dieselbe  auss]incbt,  verwirft  sie  (  hkstkh  nach  reif- 
licher fberlcf^iiii?.  I,.  l/r.>ici'  Urh-lirtc  nämlich  bereiste  im  Auf- 
truge, die  bibli seilen  AllLidiuiuer  von  Lntcr-Egvpten  zu  prüfen, 
die  Gegend  von  Heliopolis.  a'el  el-Yahoudeh« .  Tel-Basta.  Tel- 
FaküB  und  ging  von  üaa  über  Tel-Daphneh  nach  el-Arisch.  — 
Miss  Edwabss  <"]  plaidirt  dafür ,  dass  »Tel-el-Maslchntac  oder 
■Masrootai  mit  dem  biblischen  Raamses  zu  identificiien  sei. 


Duh  Svr:,:n,  l'nti  H.  Muu  l^-^'  Ai.):.::.  M,n  Ciirl  .™  .SctuTior  iii 
Oeilerr'.  :M.)niH«-clirifi  ;■.  d.  UrL,-i.l  1.-.  t-qil   I-hi])  1J1— l-H.. 

i;o,  A.  H.Savcc.  UriiySLliUiv's  Ihuurj  uf  iheEiodua .  Acfldeiuj-  lU.  April 

im  p  -i-.u. 

l'Ql  GTcrille  3.  Cheeter,  A  jouraej  to  tha  btbUulutMia  loWMEggrpti 
StalemenU  lHil)  p.  I'JA  —  lää;  daiu  uuh  Condei,  Topognphf  af  the 
EioduB-  StatemenU  mo  p.  i-^l—tU. 

177)  Amelii  B.  Edundi,  The  >ite  of  BBamH* :  Aisdemf  14.  April  IBSU 
p.  307— 30B. 


156 


Schliesslich  möge«  liier  noch  einige  Notizen  über  Nord- 
Arabien  folgen.  UuRTON  hat  eine  wicht  unwichtige  Ergänzung 
zu  seinen  Eeiscn  in  Midian  geliefert.  In  Blunt's  Reiaehe- 
Echrcibimg  ist  besonders  anch  die  Sohildennig  der  Niifüd  .  der 
Wüste mitlnifeisejirOTmisen.Siindwellen,  iiitereflsant.  Do[-ohtyi^o) 
Imt  mit  gros^tr  Kühnheit  die  nierkiriirdigen  Alterthiinier  von 
Mfldiun  ^älih  [UidjrbciMedina),  welche  denen  von  Petra  ähneln, 
imtenncht  und  ist  dann  ia'a  NedBchd  vorgedinn^en.  Hier  sei 
noch  eiwghnt,  dasa  tnich  SobtbkbbI^')  neuerdings  wiedei  das 
Goldland  Ophix  in  Arabien  und  zwar  an  den  Grenzen  Ton  ^i- 
dsehäz  und  Jemen  sucht,  woselbst  früher  Goldinger  exploitirt 
wurden. 

nS|  Vgl.  Jahresbericht  ZDPV.  3,  Nr.  15S— lül  (p.  ^5  .  R,  F.  Burion, 
lüncraries  of  the  acoond  Khcdivial  eipeditLon  :  Memoir  tiplnining  of  thc  ncw 
map  of  Midian  made  bj-  the  Jigyi)lian  Statf-officiera.  iWilti  map  ;  Juurnül  of 
the  Rov.  Geugr.  Sucielv  1S7M  (vol.  -l!!)  p.  1— löö. 

179)  W,  S.  BlunI,  'a  Visit  to  Jehel  Sliammar  ;Nejiii,  nev  routea  Ihrough 
north«ni  and  central  Arabia:  Proeeeding»  of  the  R.  Oeogr.  Society  ISSO,  2. 
p.  81— 102,  mit  -i  Karten.  (Petormann'i  MItth.)  vgLBluntr  Globua  XXXVn 
(ISSUi  p.  :i2^  251—254. 

IbUj  Uoughtj-'a  Forachuiigcn  im  nDrilliclien  Arabien.  Von  A.  Sprenger: 
Globus  XXXVII  (1S9Ü)  p.  2U1— 203. 

ISI!  Dr.  A,  Soetbcer,  Das  Goläland  Ofir.  Eine  wiithschaftsgc schiebt- 
liehe  Untersuchung.  (Separat- Abdruck  naa  der  Viorteljehrniclirift  für  Volks- 
wirthicbaft,  Politik  und  Kulturgeidiidile  Jabrguig  XVII,  Bd.  IV)  Berlin 
(Uerbig)  IB80.  6B  pp.  S.  —  B«c.  von  H.  Sehnllz  in  SchQrer'aThLZ.  29.  Jan. 
l&SI,  8p.  49. 


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Die  Besitzungen  des  .Tolianniterordens 


Palästina  und  Syrien. 

Von 

Professor  Dr.  Hans  Prntz  in  Königsbe^. 
(Hienu  TaTel  &.) 

AJs  die  Kreuzfahrer  1099  Jenualem  eroberten,  fanden  «e 
dort  eine  etwa  dreissig  Jahre  alte  christliche  Stiftung  vor,  welche, 
ursprünglich  anf  einen  ziemlich  eng  begrenzten  Wirkungskreis 
lierecbnet,  bakl  eine  weitreichende  Dedeutuug  erlangte  und  der 
Ausgangspunkt  für  den  zu  einer  6o  grossen  geschichtlichen  Kalle 
berufenen  Orden  der  Hospitaltter  oder  —  wie  man  sie  nnchmab 
gewöhnlich  nannte  —  der  Johanniter  wurde. 

Ein  Bürger  von  Amalfi,  wetchee  damale  in  dem  Handels- 
Teritehr  zwischen  Morgen-  und  Abendland  eine  besonders  be- 
dentende  Stellung  einnahm,  Fantaleon  Mauco,  hatte  nicht 
bloss  in  Antiochien,  dem  Centrum  des  nordsyrischen  Hau- 
dels,  ein  Hospital  zur  Aufnahme  christlicher  Kaufleute  und  Pil- 
ger errichtet,  sondern  auch  durch  seine  einfliissreiche  Verbindung 
an  dem  ilgyptischon  Hof  den  Oitilifen  Mustansir-billäh  bcblimrat, 
ihm  in  dorn  10G4  abgegrcnzteu  Cllri^teJJ. viertel  dür  Heiligen  ÖUdt 
selbst  einen  geräumigen  Bauplatz  zu  ilberlesseu 'j.  Uort  baute 
Mauro  das  Kloster  S.  Maria  Latina^j,  in  welchem  ausserdem  die 
audi  J^aalem  wallfahrenden  Amalfitaner  Au&ahme  finden 
rollten.  Bald  entstand  daneben  ein  auch  Eur  Herberge  für  Pü- 
gerinnen  bestimmtes  NonnenhliKiter,  das  der  H.  Maria  Magdalena 
geweiht  war.  Beide  Klöster  mit  den  zugehörigen  Hospitälern 
fand  Erzhiachof  Johannes  von  Amalfi,  als  er  1080  Jerusalem 

1)  J.E»ji,  OeMblshts dn Lariatehuideli  im MinelaHar  I,  IIS— ilT. 
!)  Marino  Sanuto  b.  Boagsn,  OaaU  Bei  per  Ftancoi  1T8. 


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158 


besucbt«,  dort  Bolum  tot  ■] .  Heide  Aostalten  müeseti  schnell  ge- 
wachsen Bein;  auch  luiben  sie  ilire  Thiitigkeit  niclit  auf  Ange- 
hörige von  Amalfi  heaohiunkt,  sondern  allen  lumisch-katholi- 
schen  Filgem  nach  Kräften  Hilfe  gewahrt.  Das  beweisen  die 
Sehenkongea,  weUhe  demHospiUl  schon  1083 — SB  im  Südfrank- 
reich  sugawendt  wniden  und  für  deren  Entgegennahme  wir  einen 
besonderen  Bevollms«litigten  des  Hospitals  bestellt  finden') .  Die 
Errichtung  eines  christlichen  Reiches  in  Jerusalem  durch  den 
ersten  Kreuzaiig,  der  massenbiifle  Zustruni  von  Wall-  und  Kreuz- 
fahrern aus  allen  'ITieilcn  des  Alic^nillandes  und  die  Anfordenin- 
gen,  welcho  der  fast  ununterhroehen  andaiicnido  Krieg  gegen  die 
Ungliiubiiien  mit  tich  liniclite,  lil■^^t.Il  den  Wmli  dor  ainiilfiiaiii- 
telieii  Gründung  doppelt  erkennen  und  führten  bald  vau  Niieb- 
ahmung  derselben.  So  entstand  unmittelbar  neben  jenen  beiden 
älteren  Hospitälern  und  ihren  Eirchen  eine  zu  ganz  gleichem 
Zweck  bestimmte  Anstalt,  die  ihren  anfänglichen  Schntzhuligen, 
Johannes  den  Barmherdgen  ron  Alexandrien,  bald  mit  dem  be- 
kannteren Johannes  dem  Tänfer  TCrtausohte.  Als  erster  Vorsteher 
und  vermutldieh  auch  Stifter  der  neuen  GienosKeiiscbaft.  deren 
Angeliörige  das  Gelübde  der  Armnth  und  der  Krankenptlrgi:  ab- 
legten, erscheint  ein  gewisser  Gerhard  (1113}>),  von  dessen 
Herktmft  uns  nichts  Näheres  bekannt  ist*) .  Hit  ihm  hatten  zu- 
nächst, so  beisst  es,  neun  Jünglinge  edler  Abkunft  das  Gelübde 
geleistet.  Einer  tob  diesen,  Haimund  von  l'uy,  wurde  der  zweite 
^'ür6teher  der  neuen  Genosse nscbaft:  er  war  es.  der  ihr  den  Cha- 
rakter als  Kilterorden  gab.  indem  er  den  alleren  ^  erpfliebluntren 
die  zum  Schutze  der  l'ilger  Imi/.ntngte  und  so  die  ^\  enduufi  her- 
beiluhrte,  in  Folge  deren  der  loniehm^tc  Zweck  des  Ordens  ali- 
mählich der  Kampf  gegen  die  L'ngkubigen  wurde.  In  viel 
höherem  Grade  aber  ah  der  Anstalten  v.iii  Krankenpflege  und  iur 
Beherbergung  der  Pilger  bedurfte  der  niiige  christliche  bUiat. 
der  auf  so  unsiclioren  Grundlagen  errichtet  war.  damals  einer 

1)  üghelli,  Ilal.  «acta  VII,  lüS. 

i;  S.  Bibliotb^ae  de  l'kote  du  ehartes  5*  Siiie,  tom.  5,  p.  iii  ff. 

3)  L.  Puli,  Cod.  dipL  uer.  nUt.  ordioia  t.  Job.  1, 368  In  ein»  Urkunde 
P.FtKh«Be  II  (Oerardo  inititutori  .  . .  eoolaiiun,  qnam  i&sliluiiti};  ebento 
in  Einer  Urk.  Caliit  IL  idq  t  ISO  ibid.  369. 

i]  VtM  Filkenst^,  Qetob.  dn  Job.  Ordeni  p,  7  Ober  Q«riMrd  tagt,  snt- 
behrt  der  Begifindung, 


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alle  Zeit  waffenbereiten  und  schlagfertigen  Mannschaft,  nm  sich 
gegen  den  von  Jahr  zn  Jahr  erstaikenden  Ansturm  der  nber  un- 
erschöpfliche Mittel  Terfiigenden  Gegaei  zu  behaupten.  Unter 
eolchen  Umständen  war  es  naturlich,  dass  der  Orden  in  der  Er- 
füllung seines  doppelten  Henifes  durch  Zuwendungen  nller  Art 
gefördert  wurde,  indem  Fürsten  luid  tdle.  Einheimische  und 
Fremde,  Geistliche  und  W  eltliuhe  ilin  mit  Liindcroien,  Gutem, 
nutzbaren  Grunds lücken  und  crfiSK reichen  Hi-clitcn  aller  Art 
fcinulich  überacliüttcten.  ho  ist  der  .InhaTiiiiti-rnnirn  in  vcrhalt- 
niesraiissig  kurzer  Zeit  nicht  bloss  zu  «  ahrhalt  Iui>tlichem  Reich- 
thum gekommen,  sondern  er  ist  der  grusste  Grundbesitner  Pals- 
ednas  geworden  und  hat  als  solcher  vermöge  seiner  kuchlichen 
und  politischen  Sondeistallnng  eine  fast  unabhilngige  und  hSchet 
einflnssreiohe  Stellung  eingenommen. 

Von  den  Urkunden,  die  sich  auf  diesen  reichen  Ilesitz  des 
Johanniterordens  beziehen,  ist  ein  beti^chtlicher  Thctl  mit  dem 
Archive  des  Ordens  erst  nach  Ilhodos  und  dann  nach  Malta  ge- 
kommen und  so  der  Vernichtung  entzogen  worden ,  welcher  die 
auf  die  paläetinisoheu  Güter  des  Tempelherrenordena  bezüglichen 
Urkimden  leider  ganz  xum  Opfer  geftllen  su  sein  acheinen  ■) . 
Sie  liegen  in  dem  Ton  Faoli  veröffentlichten  Codice  diplomatico 
dcl  SBcro  railitnrr  Ordinc Gero solimi tan o  fLnncn.  1732,  2  Bde.  fol.) 
gedruckt  vor.  Fredich  genügt  die  Paohsche  Arbeit  den  .\nforde- 
riingcu  nur  ui  sehr  geringem  Maasse  ,  welcac  die  moderne  Wis- 


ordens  m  l  alasiinn  imu  ovneii  zu  reconstniiren  und  die  demsel- 
ben angehongen  Ortschaften  unter  den  heute  noch  vorhandenen 
naohsuweiaen.  Das  Interewe.  welches  eine  derartige  Unter- 
suchung für  die  FaUsttnaforschung  hat,  li^t  auf  der  Hand: 
ilemi  ganz  abgesehen  von  der  Bereicherung,  welche  unsere  histo- 
nsoli-ropographiBchea  Kenntnisse  dadurch  erfahren,  gewiilnen 
^\  tr  yiin  Hieraus  emen  anderweitig  nicht  leichi  zu  beschaffenden 
Einblick  in  uie  Enti\ickelung  der  Laiidescuitnr .  in  die  wiith- 
^i'iiaftlichcn  iinu  ethnographischen  \  erhaimiwe.  welche  für  die 

Ii  Denn  die  Uoflnung.  daaa  dieaelben  äich  wen igalcDS  abschriftlich  bei 
den  Aliten  dei  Proiuses  der  Tempier  im  VaUcanmcbGa  Archiv  heüaden 
aollten,  schämt  Inder  angegrOndet  iu  »in. 


.1 


G 


ra  Urknnde 


wellen  gewöhnt 
iie  ausreichende 
Ics  Johanniter- 


161) 


weiteren  Schicksale  des  l.aiiclcs  hit-  mf  ileu  heutigen  Tag  von 
Redeiitung  gcbheben  sind. 

Im  Allgemeinen  nnd  UHineutlieh  in  ]ietre£f  der  von  mir  an- 
gewandten Methode  darf  ich  auf  die  Arbeit  ganz  ähnlicher  Art 
vemdsen,  in  der  ic^  Mher  die  lleettenngen  des  deuteobeii  Ordens 
im  Heiligen  Lande  behandelt  habe').  Wie  dort  aber,  io  musa 
ich.  auch  hier  auBdrüoklich  die  Schwierigkeiten  in  ETinnerang 
bringen,  welche  der  Lömng  der  hier  behandelten  Aufgabe  dnrch 
die  schlechte  Beschaffenheir  des  die  Hauplfjuellr  hildendcTi  >ir- 
kundlichen  Materials  em  achsen.  Denn  von  den  zahlreichen  aiigen- 
iUUigen  und  oh  sehr  aigen  Entstellungen  der  in  den  Urkunden 
Toikonunenden  Ortsnamen  wird  dock  nur  ein  Theil  auf  Rechnung 
des  Herauegebers,  edaer  El&chtigkeit  oder  seiner  Un&h^keit  m 
lesen  gesetzt  werden  dürfen ;  sehr  viele  werden  in  den  von  Peoli 
veröffentlichten  "L'rknnden  wirklich  enthalten  sein  nnd  wären  da- 
her auch  durch  einen  diplomatisch  genauen  Abdruck  derselben 
nicht  zu  beseitige».  \un  Anfang  im  haben  die  in  l'aliUtina  ein- 
gebürgerten Ahcndländor  sich  begreif! ichemeisp  bestrebt,  die 
ihrem  Gaumen  nnd  ihrer  Ztiugo  so  widerstrebenden  arabischen 
Namen  in  eine  iliiieii  b«nnemere  Funn  in  bringen,  sich  dieselben 
mehr  mundgerecht  zu  machen.  Auf  diese  Art  sind  Wandelungen 
Toigekonunen,  die  es-  auch  ohne  dazukommende  Schreib-  und 
Ijesefehler  zuweilen  sehr  schwer  machen,  die  zu  Grunde  liegende 
arabische  Form  des  Namens  herauszufinden.  Daher  muss  auf 
diesem  Gebiete  der  Kritik  und  der  Combination  ein  ziemlich 

nur  durcli  zienilieh  stark  scheinende  Emendatlnnen  y.u  liulfen 
sein.  Willkürlich  aber  und  inconse[[iient  darf  dabei  natürlich 
nicht  verfahren  werden.  Dazu  liegt  auch  um  so  weniger  Grund 
vor,  als  trotz  der  scheinbaren  Willkür  nnd  Ineonseqvenz,  welch» 
in  der  abendländischen  Umgestaltung  palästinischer  Ortsnamen 
durch  die  Kreuy.fahrot  nnd  ihre  Nivcbkoininen  cifTenbar  wird,  bei 
der  vergleitb enden  tbereielit  übet  ein  t-TOSses  Material  bitld  ge- 
wisse Regeln  uder  wenigstens  häufig  iviederkehreniio  l!ildun](s- 
aiten  zu  Tage  treten,  welche  fiir  viele  i'aüv  uls  Analogien  heran- 
gezogen und  damit  als  Leitfaden  praktisch  verwerthet  werden 

1;  Di«  Besiiiungea  d«B  deuttcheo  Ordens  im  h.  Lande.  ^  Beitrsg  sur 
Culturgeochichle  der  Fruksn  in  Syrien.  Von  Hans  Pcutt.  L^piiglSIT. 


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16t 


künncii.  Du  nie  Güsichispunkie.  welche  dabei  als  die  matws- 
ifL'iif'iiiicn  eiscneiTU'ii .  iiucii  »niierweitig  verweithet  und  bei  der 
JK'Hriii'iniTiL-'  afmiic'iK'r  Aiifimuen  nutzbch  weiden  können,  so 
will  ich  uic  wichtigsten  von  den  Eraohemiingeu  hier  Iran  an- 
fühlen, die  beider  abendUnduohen Umgestaltung  anbiBoWOTtB- 
namen  im  Zettalter  der  EieozzSge  mit  einer  gawiwen  Bq;el' 
musigkeit  wiederkehien.  Das  »vscem  derselben  verdanke  ich  in 
der  HHiiDtanelie  mräicm  hochvi-rphrtcii  Freunde  E.  G.  Rev  in 
Piiri-.  .  hiriii  ,h-v  U-u-u  K..iiTior  .k-  ,iiitt.,L,lt.Tlich,'ii  SvricM.'von 
wek-br.,!  ,.r  di.,.  lu.ffn.lH.h  m.  bt  mr\n  -„Ih.M  hrny,-  .u  ,  ny;.n,:mle 

grosse  Karte  vortiereitet.  Uie  von  ihm  üiibci  angenommene  ler- 
minologie  entspricht  deijenigen  Quichent  s  in  der  Uearbeitimg 
der  fianzosiBcIien  Ortsnunea  ') .  Danftch  wandeln  die  Abend- 
länder arabische  Ortsnamen  ab  durch 

1)  Umstellung  eines  Lautes  (Metathesisj  z.  B. :  ara- 
bisch bleide  =  Miikisch  Belideh.  [Anm.  d.  Red.  Belideh  kann 
freilich  auch  aus  belede  entstanden  sein ,  wovon  Heide  das  Dimi- 
mitivum  ist]. 

2.  Abwurfung-  einer  bilbc  am  Aiilanui;  clc  \Vi>rirs  A  pliiie- 
rese,  :  /..  ii.  iirnb.  ubx  sciiiui  =  liusoiien ,  —  ein  lieisiiiol  v.ii- 
gleich  fiir  die  oft  vorkominende  Zufeainmeimieliuiig  zweier  Worte 
ineins[Synaeresis,i. 

3]  Bildung  eines  ungefähr  gleichkbngenden  abendländisch 
formirten  Wortes  (H  o  m  o  p  h  □  u  i  e  i  —  die  weitaus  Uiufigate  Art 
der  Umformung :  z.  ]!.  ei-kßir  =  la  Forme :  el-dschedeide  ==  la 
Judedc;  el-kattmije  =  la  f  aasoniie;  rr-biinna  =  la  Basse;  Embehje 
=  Ambelic ;  ISnheine  =  Lnbevne ;  Mcble  =  Mehlie. 

1]  Ausstofhinie  i'iiics  \  ocmU  S  viu^op  e  ,  /..  IS.  cl-!va  ranije 
=  L,T  (hl:<«h- :  h>r,,k  ^  le  Kruk  :  iniiti"H,s  ^-  Mimas. 

;.  l■:h,s,■bit■bnll-t.iJIr.^  Vnnils  f  E  po  ii  t  h  e  s  o  X.  it.:  h'ihiala 
z=  Boorcistii;  iie.v.^iH  =  liKipuciii:  el-qhabsije  —  In  Gabasie. 

Öl  .^nfugimg  eines  lliichstabeus  cider  einer  bilbe  am  An- 
fange des  \\orts  I'rosthese'.  z.  IS.  kuriliint  =  Recordane. 

7)  Einschieliung  eines  Consonanteii  innerhalb  des  Wortes 
(Epeiilh  csei .  z.  H.  r  Akmc  =  Ancre,  und  endlich 

Si  einfache  Lhersctzung  des  arabischen  Wortes  in  das 

1}  Quinberal,  Tniitä  pntique  de  U  formation  franfsb»  d««  andMU  noini 
delieu.  Paria  1867. 


162 


französische,  z.  B. :  el-  ajün  =  lea  foutaines,  kalal  Jahtmir  =  Le 
obaatel  louge  u.  a.  m. 

Diese  Beobaditungen  werden  bd  Ata  Identifidmcg  mittel- 
alterlicher Xamen  mit  heute  noch  Torhandenen  in  den  meisten 
Fallen  aof  dae  Richtige  zu  leiten  geeignet  sein;  feste,  in  jedem 
Falle  zutreffende  Hegeln  sollen  damit  nicht  gegeben  sein;  über- 
haupt wird  die  Identificirung ,  wie  E.  G.  Key  treffend  bemerkt, 
in  Tielen  Fällen  leichter  und  sicherer  mit  dem  Ohr  als  mit  dem 
Auge  EU  machen  sein.  — 


1. 

Die  Besitzungen  des  Johanniteiordens  in  Palästina  und  Sy- 
rien setzten  sich  zusammen  aus  Grundstücken  —  städtüchen 
sowohl  wie  ländlichen,  —  Landgütern  [casalia],  dazu  gehörigen 
Bauern  (villani) ,  Hänsem  und  endlich  Renten  imd  BentenertrSge 
genährenden  Hechten'}.  Wir  beginnen  mit  einer  kurzen  Über- 
seht über  die  städtischen  Besitzungen  des  Ordens,  die 
mehr  ■wiithschaftüche«  als  ein  topographisch -histcrisches  In- 
teresse darbieten. 

Dieselben  bestanden  zunächst  in  Häusern  oder  in  ganzen, 
oft  sehr  umfänglichen  Complexea  von  solchen.  Davon  hatie  der 
Orden  eine  betrilohllii^e  Anzahl  in  den  Stedten  und  Flecken  des 
Heiligen  Landes,  so  ausser  in  Jerusalem  seihst  namentlich  in 
Nabulus,  Jaffa,  Haifa,  Ramie,  Lydda,  Cäsarea,  Accgn, 
Tripolis,  Rafine  und  Laodicea.  Dieselben  wurden  ent- 
weder zu  Zwecken  des  Ordens  selbst  benutzt,  was  in  erster  Linie 
gilt  von  den  umfangreichen  und  statthchen  Ordenshäusem  mit 
ihren  Hospitälern  und  WirChschaft£gebäuden  in  Jerusalem, 
Accon,  Tyrus,  Tripolis,  Rafine  und  Antiochien; 
oder  sie  wurden  venniethet,  |wie  z.  B.  einige  Häuser  zu  Accon 
an  das  dortige  Cisterzienser-Nonnenkloster  der  H.  Maria  Magda- 
lena für  25  Byzantiner  (=  190  Mark  Metall-  und  1520  Mark 
Courswerth]  vermieth et  waren.  Bei  manchen  Häusern,  die  durch 
Schenkung  an  den  Orden  gekommen  waren,  hatte  sich  der  Schen- 
kende gL'«is-;f  Retlitc  vorbehalten,  z.  B.  freie  Herberte  fiir  den 

I)  S.  die  Auflehnung  in  der  Urk.  Italduin'a  I.  vun  llt3  bei  Paoti  I. 
Hr.  2  {p.  2.) 


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163 


Fall  seiner  Anwesenheit  in  der  lieiri:frftiili.'ii  Siadt  i  odor  freie 
Wolmuiig  bis  an  ö ein  Lebensende .  zinveileii  luu  li  die  Ziihhing 
einer  jährlichen  Rente  ^j.  Natürlich  erfuhr  gerade  dieser  Theil 
der  Oidensbeeitzungen  duioh  neue  SchenkuDgen,  durch  Kauf  ^ 
nnd  Tausch  fortfrähiend  TeAndenmgen.  Von  dem  Werth«  die- 
t«3  städtischen  Besitzes,  der  natürlich  Kunächst  von  der  Bedeu- 
tung der  betreffenden  Stadt  nbhitig,  können  wir  nna  bei  dem 
Mangel  an  genügenden  Anhalt spunkteii  zur  Ahseliütiung  keinen 
rechte«  Hegriff  machen.  In  liLnjL-nigen  Orten,  ivekhc  <lurch  die 
Sicherheit,  die  sie  boten,  nnd  durch  klilmftcn  linndcisverkehr 
bedeutend  waren,  ist  der  Werth  derartigen  Eigeiithums  für  den 
Orden  wohl  ein  recht  hoher  gewesen :  i.  B.  kauft  derselbe  1269 
m  Accon  einen  Häusercomplex  (ur  iTOO  Byzantiner  d.  i.  12,920 
Mark  Metall' nnd  LD3,440Uark  Courswerth Unter  dem  städti- 
schen Besitz  des  Ordens  finden  wir  dann  läufig  Backöfen  er- 
wähnt*),  ferner  Mühlen,  wie  z.B.  in  Nabulns,  Accon  und  An- 
tiochien ^; ,  Auch  die  Buden  und  Handelsstände  'stationes, 
camlao ,  loggiae  ,  sind  hierher  zu  rechnen ,  welche  sich  an  den 
Orden shäu Sem,  den  Kirchen  u.  8.  w.  befanden  und  an  einheimi- 
sche und  fremde  KauHeute  vermiethet  zu  werden  jiflegten']. 
Endlich  kommen  auch  Gärten  und  Weinberge  innerhalb  der 
Städte  und  vor  den  Thoren  derselben  häufig  als  Ordensbesitz  vor. 

Den  Besitzstand,  wie  er  sich  aus  den  Urkunden  ergiebt,  im 
Einzelnen  anfzuzithlen,  würde  keinen  Gewinn  bringen.  Es  mag 
auf  dasjenige  noch  mit  einigen  Worten  einzugehen,  was 
ikr  Orden  in  Je  r ii  sa  lein  selbst  besass.  Von  dem  Hospital  und 
(ItT  zugehörigen  .Kirche  abgesehen  hatte  derselbe  dort  sieben 
Hänser ,  von  denen  eines  der  unter  Gerhard  entstehenden  Ge- 
il oisenschaft  schon  durcb  (ioltfricd  von  liimillon  geschenkt  war 
dem  der  Orden  auch  die  Zuwendung  von  zwei  Itacköfen  ver- 
dankte. Ein  Haus  lag  amTempelthoT  am  Wege  nach  dem 

1)  Psolil,  Nr,  14.  j,15|Urlt.B«ldtrin'»»onBeinitTOoaB.IX.ll37. 

21  Ebd.  Nr,  195  ip.  24«;. 

%  Ib.  Nr.  2'>3  (p.       Nr.  154  (p.  ISB). 

1,  Ib.  Nr.  223  (p.  2651. 

Ib.  Nr.  1  (p.  1\  2  fuini  in  Jtranlem. 
6)  Ib,  p.  5B4  (Nr.  6). 

7|  Ib.  I4r.6(p.  G),Nr.2S  |p.  ST),  Nr.£6(p.SB),  Nr.  79  (p.  8S)  nnd  Nr.  174 
p-  I1G{.  VeigL  im  All  genuinen  Prot*:  Aua  FhOnisieQ  p.  MS. 
81  Ib.  Nr.  S  (p.  1). 


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164 


Thale  Josaphat';,  eia  andena  vot  dei  S.  Uaitinskircliei); 
em  paar  lagen  in  det  platflanummulaTioium;  dnes,  welidiea 
weetlicli  an  das  capicerium  ecclesiae  Sancti  Julian!  an- 
grenzte ,  war  für  2i/i  Bj-zantiner  jährUch  an  Sibylk  von  Bume 
venniethets] ,  Der  Iliuptbesitz  aber  des  Ordens  in  der  Heiligen 
Stadt  war  natüilioh  der  zu  seinem  Hanp  thause,  dem  eigent- 
lichen Hospital,  gehörige  Gebäudecomplex,  von  welchem  in  dem 
nunmehr  dem  Deutschen  Reiche  gehörigen  Muristan  noch 
einige  interessante  Eeste  erhalten  sind.  Das  Hospital  lag  südlich 
gegenüber  der  Heiligen  Grabkiiche  und  war  wol  nach  Art  eines 
ChäuB  gross  und  geänmig  angel^.  Nach  Süden  dehnte  es  sich 
bis  zur  Davidstraise  ans,  wo  noch  heute  einige  ehemals  dazu  ge- 
hSrige  Alkaden  nnd  SpUzhogen  zu  sehen  sind :  veimuthlich  be- 
fanden  sich  dort  Magazine  nnd  Veihanfeat&nde ,  welche  durch 
Termiethnng  nutshai  gemacht  wurden.  Das  Grundstück  wird 
eist  im  Laufe  der  Zeit  so  erweitert  and  mit  den  vom  Orden  zu 
vendiiedenai  Zwecken  benutzten  Gebäuden  bceetzt  worden  sein : 
1IT4  B.  B.  schenkt  König  Ämalrich  dem  Orden  eine  Strasse  zwi- 
schen dem  Hospital  und  der  Marienkirclie .  welche  zu  dem  atlB 
des  Amalfitaners  Manio  Stiftung  hervorgegangenen  Nonnenklo- 
ster gehörte,  nnd  edanht  den  Rittern  die  Hälfte  der  Strasse  mit 
Baulichkeiten  zu  besetzen*]. 

II. 

\'on  weit  höherer  liedi^utuiii;  fiir  den  Orden  selbst  und  auch 
von  grosserem  Werthe  für  iliv  hier  in  lli't.r.itlit  kommenden  Wsto- 
lischen  und  topographischen  Interessen  waren  die  ausgedehnten 
undreichen  ländlichen  Besitzungen  der  Johanniter.  Wird 
man  in  Betreff  derselhen  auch  nicht  von  einer  eigentlichsn  Poli- 
tik sprechen  dürfen,  wie  sie  der  in  ganz  feste  Verl^tnisse  ein- 
tretende Deutsche  Orden  zu  veifolgeu  nicht  bloss  im  Stande, 
sondern  cigenlhch  aiigewiesmi  iviir''  .  t-i>  hiit  o«  --iili  docli  that- 
sächlich  SU  gestaltet,  dass  der  JüliiinnitiT-OiiU'ii  in  gewissen  üe- 
genclen  besonders  reich  begütert  nur  dalier  auch  auf  die 

Verhältnisse  dieser  Gegenden  besonders  Rücksicht  nahm  und  die 
betreffenden  Besitzungen  surgsamor  pflegte  als  andere.  Sicherlich 

1)  tb.  Nr.  12  (p.  13).  2)  Ibid. 

31  Ib.  Nr.  149  [p.  212).  4)  Ib.  Nr.  100  ip.  24»). 

ai  S.  Fcuti;  Dia  BenUoiigen  des  deatsdun  Ordens  im  h.  Laod  p.3. 21—23. 


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166 


aber  ut  es  kein  Zufall ,  dass  xtir  den  Johanniterorden  gerade  in 
denjenigen  Gebieten  des  Heiligen  Landes  besonders  reich  bc- 
gülett  finden,  welche  ihrer  Lage  nach  im  Fall  eines  feindlichen 
Angtifiea  zunächst  bedroht  waren  nnd  deshalb  anch  am  meisten 
als  Gt^nzmariun  eingerichtet  sein  mnssten. 

ÜberbUokt  man  nümlich  die  Gesammtbmt  der  noch  nach- 
veisbaren  CasaHen  nnd  GKitei  des  Johanniterordens,  so  tSUt  die 
dicht  geschlossene  Lage  derselben  an  drei  Stellen  auf.  Eine 
i>okhe  Gruppe  li^  im  Süden,  längs  der  alle  ZAt  bedrohten 
Grunze  gegen  Ägypten,  so  dass  der  Baum  Ton  Aekalon  Ins  gegen 
Hebron  hin  mit  Casalien  der  Johanniter  bedeckt  ist.  Als  eine 
zweite  Gruppe  ähnlicher  Alt  heben  sich  dann  die  Casalien 
hervur,  «eiche  der  Orden  nördlich  vom  Berge  Tabor  inne 
hatte,',  und  die  sieh  in  zusammenhängender  Idnie  von  Süden  nach 
Norden  im  Westen  des  Bee's'nberiBB  erstrecken.  ZurWürd^iang 
dieses  BenUea  genügt  es  daran  sn  erinnern,  dass  gerade  hier  eine 
von  den  schwächsten  Stellen  des  Königreichs  Jerusalem  im,-  die 
von  den  östlichen  Nachbaren  mit  Vorliebe  zu  ihren  BinfaUen  be- 
naVtt  wurde.  Eine  dritte,  ähnlich  geschlossene  Gruppe  bDden 
dutin  die  Besitzungen  des  Ordens  im  Norden,  in  der  Grafschaft 
Tripolis.  Natürlich  sind  diese  Gruppen  von  Orden sbesititungen 
erst  allmählich  eiilstanden  und  diirch  planmässi^e  lÜTi  erbungen 
zusammeng'cb rächt  worden  :  gleichzeitig  damit  erfolgt  dann  die 
Errichtung  besonders  starker  Ordensburgen  in  den  so  occupirten 
Gebieten.  Und  insofern  wird  man  in  der  späteren  Zeit  ohne 
FngB  »loh  Ton  einer  bestimmten  TerritorialpoHtik  des  Johanni- 
terordens  sprechen  dürfen. 

Der  ältere  Besitz  den  Ordens  aber  gruppirte  sich  natür- 
lich zunächst  um  Jernsalem  selbst.  Dort  erhielt  derselbe 
schon  durch  Balduin  I.  llethafava')  geschenkt,  d.  i.  bet  safäfa. 
S\V.  von  Jerusalem,  abseits  des  Weges  nach  Bethlehem.  Bei 
dem  bei  derselben  Gelegenheit genanntenMontana  oder  Mori- 
tana  dürfte  vielleicht  an  das  NO.  von  Jerusalem  gelegene  'anäta 
zu  denken  sein.  N,  von  der  Hnligeu  Stadt  besass  der  Orden  seit 
1110  Bethanis  d.  h.  lüt  janina^,  dann  das  am  Wege  nach 
Nablus  gelegene  Bero  6 tli,  s.  ftlre*}.  Das  schon  von  Gottfried 
von  Bouillon  geschenkte  Hesailia*]  ist  wol  dos  im  N.  der  Stadt 

1)  Psati  1,  Nr.  1  und  Nr.  30  (p.  32),  ÜTr.  IS  (p.  t3|  steht  BMca&lw. 

3)  Ib.  Nr.  i.  3)  Ib.  Nr.  2B  (p.  30).  4)  Mr.  1. 


166 


gelegene  und  zu  derselben  ffehöriKe  bet  sl/ä  .  Im  SO.  Ton  der 
Stndt  (erhielt  der  Ürdeii  i  14;!  vim  üintini  l'ri.'ster  Wilhelm  ein 
Wtück  Laiid  nebst  Einer  auf  demselben  im  liim  begriffenen  Capelle 
geBchenkt,  das  ab  Aceldama  bezeiclinet  wird,  d.  h.  zu  dem 
Blnlscker  Hakeldama  gekörte,  wohin  .die  Pilger  nicht  blosa 
wallfahrteUn,  aondem  wo  aioh  auch  von  Alters  her  viele  von  ihnea 
begraben  lieBsen^).  Von  einem  Casale  zu  Bethanien  überliess 
der  Orden  den  ihm  gebührenden  Zehnten  1131  dem  dortigen 
Nonnenkloster  zu  S.  Lnzarus'},  Mehrfach  erwähnt  wird  ferner 
ein  Casale  Semme,  quod  vulgus  casale  episcopi  appellstar: 
dasselbe  dürfte  in  dem  NW.  tob  Jerusalem  gelegenen  es-aämye  *) 
wiederzufinden  sein,  —  nickt  in  dem  W.  von  Latrün  gelegenen 
achaimt.  Betrachtliche  Ländereien  hatte  der  Orden,  wie  wir  aus 
gelegentlichen  Angaben  über  den  reichen  Ertrag  derselben  ent- 
nehmen, in  Emmaus,  h.  ü-^'Sbt:  den  Zehnten  von  dem 
dort  an  Gerste,  Weizen,  Bohnen,  Gemüse  n.  s.  w.  Gewonnenen 
schuldete  der  Orden  den  Canonikem  Tom  H,  Grab,  alles  andere 
sollte  er  für  seine  eigenen  Capliine  und  Kirchen  verwenden*). 
Die  Casalien,  welche  in  einer  hierauf  bezüglichen  Urkunde  als  in 
der  benachbarten  Tierglan dsciiaft  gelegen  genannt  werden ,  sind 
heute  uiclit  mehr  iia:;h«  eihbar.  Zum  Tlieii  stammle  dieser  Jiesits 
aus  der  Scheiikiiiig  eini's  lioliert  von  Giles,  iiaeb  dem  üuch 
eines  der  Casalien  hifür;. :  der  Nauit;  lebt  noeh  fort  in  sauhrliU, 
einer  Hurgruiiie  imN,  von  Jerusalem,  halbwegs  etwa  nachNablus. 

Auch  in  dem  benaohbarten  Gebiete  yon  Kamle  undLydda 
hat  der  Johanniterotden  frühzeitig  mancherlei  Güter  erworben. 
1181  kauft  er  von  einemFlandrer  Namens  Hugo  ein  Casale  Chole, 
h.  cf^u/tfeim  S.  von  ßamle^.  Bei  Lydda  gehören  ihmllethiben, 
h.  vermuthlich  Je(  Heiö7a,  NO.  von  Lydda,  oder  6e(  nfiAa,  und 
Gendas**),  welches  ohne  Zweifel  identisch  ist  mit  dem  von 
BoBiNSOs  *)  angeführten ,  aber  auf  keiner  der  mir  zugänglichen 
Karten  verceiohneten  Orte  dtokend&a  [auf  der  engl.  Karte  unmit- 
telbar N.  von  ludd.  Anm.  d.Bed.].  Daran  schlossg^oi'W.  und 

1)  Sobüuon  3,  SID. 

2)  Ni.  IS  Ip.  33|  aubi  peregrinarum  sepeliuntur  car|!orii.- 
S)  N(.  161  (p.  2011.  4)  Robinson  3,  8T4. 

5)  PaoU  I,  Nr.  31  (p.  22j.  6)  Ib.  Nr.  2ü  ;p.  2ü|. 

7)  PmU  I,  p.  381  (Nr.  2) 

8}  Hr.  11  <p.  13}  imd  Kr.  30  (p.  33).  9)  3,  STO. 


167 


S.  eine  Reite  von  Casalien  an,  welche  der  Orden  der  Freigebig- 
keit der  Herren  von  Jaifa  verdankte.  Schon  seit  1 122  zag  das 
Hospital  den  Ertrag  von  Mirahel ,  h.  laträn,  Lucori ,  Mnres- 
calcie  und  Rentie ').  Der  letate  Ort  findet  Bich  mit  dem  glei- 
chen Namen  ren^ls  hei  ROBUfso»  ^ ;  in  Slaiescalcie  aher  er- 
kennt man  unschwer  eine  Yenchieihniig  ans  Unsa  Thn'lia 
^aiif  der  engl.  Karte  (No.  16)  >Sh.  Müsa TelHa«.  Anm.  d.  Red.], 
weichet  Ort  S\V.  von  lairän  liegt.  Den  Namen  des  in  derselben 
Urkunde  mit  als  dem  Johitniiiterorden  überlassen  genannten  Or- 
tes Cafreherre  möchte  man  in  Kefr  Harit  ^auf  der  engl. 
Karte  »Kefr  Härieo.  Anm.  d.  Red.]  wiederfinden;  doch  passt  des- 
sen Lage,  S.  von  Nablus,  nicht  hierher;  der  gesuchte  Ort  mnss 
bei  den  anderen  hier  genannten  jede nfalb  im  Gebiete  von  Jafla 
gelegen  eeinj  deshalb  darf  man  Kefr  Hant  mit  £«/tra  identifi~ 
ciien,  um  so  sicherei  als  das  von  dieBemNW.  liegende  Lnkiy  eh 
odei  ist  Kfy'a  Lekij  e  rieh  ungeiwungen  mit  dem  ändert  nicht 
deutbaren  Ii  u  c  e  ri  in  Verbindung  bringen  lässt. 

In  der  Nähe  von  Nabu  Ins,  wo  der  Orden  ein  Hospital  hatte, 
hesass  er  durch  eine  .Schenkung  Italdnins  U,  uiiif  lunito  nicht 
mehr  nachweisbare  Casale  Letaric^);  von  einem  demjclbeii  zn- 
gehörigen  Weinberge  mussten  den  Keltern  des  Ordens  jährlich 
100  cantaria  Trauben  zugeführt  werden.  Besonders  interessant 
aber  iat  ein  dem  Orden  bei  Gelegenheit  dieser  Schenkung  einge- 
■Anmtes  Recht :  derselbe  soll  nicht  bloB  alle  in  Nabulus  selbst  ohne 
Testament  verstorbenen  Pil|fer  beerben,  sondern  auch  alle  die- 
jenigen. WL'ltho  nuf  dem  \\\'sre  dahin  innerlialb  eines,  wie  es 
scheint,  ziemlich  weit  bcmt'Ssencn  Distriktes  sterben;  von  den 
zur  Begrenzung  dieses  Distrikts  genannten  Ortschaften  hegt 
Lubanum  =  luiliän  S.  von  Nabulus  nm  Wege  nach  Jerusalem, 
Cacho,  h.  Aajü»  in  der  Küstenebene,  SO.  von  Casarea.  Die 
sonst  dabei  angeführten  Orte  sind  nicht  zu  identificiren  *) .  Ihirch 
Kauf  erwarb  der  Orden  1178  das  Ca«ale  Seleth*]:  nach  den 
znr  Angabe  der  Grenzen  desselben,  als  benachbart  genannten  Orten 

l;  P»oü  I,  Nr.  191  (p.  236).  2;  3,  S69  ele. 

3iNr.  32 

4)  Ibid. Kcaitello Bei ei>ino(BelImnn,N. von NabuluB?.  —;  a  Perro- 
ns illo,  qui  termiaua  Cacho  et  Malvaru  [Farün  O.  toq  KalanauveP) 
etc.;  Perrona  etwa  -  Bärin  bei  van  de  Velde  8.  von  KakQnF 

ft)  Ib.  Nr.  G4  (p.  64). 


168 


handelt  es  sich'um  dos  heutige  silel  ed-dahr  im  NW.  von  Nabulus ; 
denn  in  den  H.,  W.  und  N.  angrenzenden  Ortschaften  Fende- 
comie,  Lachara  und  L  o  i  a  sind  mit  Sicherheit  die  das  heutige 
tilei  e^-^aÄr  umgebenden  fendeiSm^« ,  'atära  und  'addiehe  zu 
sehen.  Zu  diesem  Beribtthnm  gebSnea,  wie  «dne  den  Kauf  des- 
selben beitttigende  Uxlnrnde  König  Balduins  IV.  neigt*),  such 
eine  Anaahl  Ton  Beduinenfamilien,  welche  TflimnAlich  in 
den  westlich  angrenzenden  KüstenUndsohaften  nomodiniten, 
zeitwei%  aber  mit  ihren  Herden  auch  in  di«  Gegend  von  Nablus 
kamen')  und  dort  weideten;  es  sind  Beduinen  verschiedener 
Stämme'),  im  Ganzen  103  Zolfc, 

Vun  besonderer  WididRkLnl  uan-n  die  ivcstlich  vom  .See 
'i'iberiaä  gelegenen  liesit/iuiijeii  des  Juhaniiiterordens.  Denn 
die  Niederung  im  S.  und  im  ^ .  des  ijecs  bot  den  Mohammedanern 
eigentlich  au  jeder  Zeit  einen  bequemen  Weg  dar  um  dmob  «ne 
plötzliche  Invasion  einen  Temichtenden  Vorstoss  in  das  Centrum 
der  chrätlichen  Herrschaft  zu  machen.  Augenscheinlich  hängt 
es  damit  zusammen  und  bezweckte  die  Einrichtung  einer  Art  von 
Ovenzmark  in  jener  Gegend ,  dass  der  streitbare  Orden  gerade 
dort  ausgedehnte  Güter  theils  geschenkt  erhielt,  theils  kaufte 
und  eintauschte  und  in  der  Mitte  derselben  eine  Hcihe  von  festen 
Bnigen  emdhtcte.  CirundstückeTuidhörige  Bauern  zu  Tiberia^ 
befinden  üch  schon  unter  den  Besitzungen ,  die  Balduin  1.  dem 
Hospital  1110  bestätigte^).  Grossere  Bedeutung  aber  erlangten 
die  Ordensländereien  in  jener  Gegend,  wie  es  scheint .  erst  seit 
Gautier,  der  Fürst  von  Galiläa  und  Castellan  von  S.  Omer,  dem- 
selben llüö  zwei  C'asalien  schenkte,  nämlich  Delehawa  b. 
kaukab  el-hatna  und  Desau  t  h.  es-saiide^]  am  Bande  Oes  Rerg- 
landes  X.  von  Beisau ;  ersteies .  südlich  vom  See  aiif  einer  Hohe 
über  dem  Jordanthale  gelegen ,  ist  siiäterhiii  unter  dem  Namen 
Uelvoir")  eine  der  mächtigsten  Burgen  des  Ordens  und  eine 
I)  Nr.  SS. 

1)  1. 0.  TrMietes  *I  tUqal  de  herediljtu  »npradlirtorum  Bedninomm  de 
terra  SamccDomm  ad  tsmm  Fnnconim  aliquo  tempore  Tenerint,  vobia 
•oeden  canoedima). 

3]  Hhü  intem  loat  nomiDB  pruffiotoiani  Bedninomim :  de  gmiere  Benl- 
Cngmi,  BeniCdge,  Hamtob,. Bedie,  filB  Com»,  Bei^,  kCoäiur,  BIS 
Hatbar,  Snif,  Jitta. 

4)  PaoU  I.  Nr.  2.  S)  Nr.  41  [p.  41}. 

8)  Nr.  46  (p.  47)Coqnel  (l.Coqueb)  quod  Tulgo  Eelveai  nuncupator. 


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169 


feste  Gisuzweht  gegen  feindliche  Einfälle  geworden.  Vm  das- 
selbe gnippiitea  sioh  zahlreialie  Oidensoasalien :  an  sololiea  wer- 
den in  «ner  Beatätignngsuikunde  von  1168  <]  genannt  Lob  eriunv. 
h.  el-iire,  WNW.  vonBelvoir,  Losserin  h.  sirin  (N.),  Jherio  ■ 
in  dem  wol  das  dem  vorigen  l)eiiachl)arte  el-lire  zu  vermuthen 
ist,  nährend  Hubeletli  vielleicht  mit  c/iön  j'ebla  im  W.  von 
Belvoir  in  Verbindung  eu  bringen  iat.  Als  dann  in  der  nveilen 
Hälfte  des  13.  Jahrh.  der  Bestand  der  christlichen  Herrschaft 
immer  fra^ioher  vuide  und  vide  yaa  den  dort  begüterten 
Onneen  sich  ihres  unsicheren  Besitzes  entSusserten  und  nach  dem 
Abendlande  zurückkehrten ,  fand  auch  der  Johanniterorden  be- 
sonders häutige  und  günstige  Uelcgenhcit,  seine  Güter  gerade  in 
jeast  arg  exponirten  Gejfend  abzurundeu  und  zu  erweitem.  Na- 
türlich tarn  das  aucli  seiner  militiirisclieii  Stellung  zu  gute.  Als 
Ersatz  für  du  ihm  \mii  Ordi'ii  jjewiLlirttiS  Diirleheii  von  24000 
Byzantinern  iiberlicss  z,  Ii.  ll'ii  Julian,  iler  Herr  von  Sidon  und 
Beaufort ,  demselben  das  ihm  gehörige  C'asalc  'Koberti'j,  h. 
ktfr-kmaa  zwischen  Tiberias  und  Nazareth.  Das  umfangreiche 
Temtoiinm,  das  daduroh  in  den  Bemts  des  Ordens  überging,  ist 
nach  den  %va  Bezeichnung  seiner  Grenzen  angegebenen  Ort- 
schaften noch  genau  nachweisbar.  Denn  im  O.  grenzte  es  an 
Jubeil  h.  umm  dachubeil  ibei  v.  d.  Velde  Um  Ejbeilj,  S.  an  Ain 
Ueher  undKaine ,  h.  ' am  mähil  ariA  rem  [ebendaselbst  u.  bei 
Baedella),  im  N.  und  NO.  von  Nazaieth  gelegen;  die  Grenze 
g^ea  W.  wird  bestimmt  durch  Saforie  und  Bomene,  h. 
i^fSrye  und  nuiMian«,  die  gegen  N.  durch  Tout«an  h.  ßirSn. 
Umfang  und  Werth  dieser  Erwerbung  erhellen  schon  aus  der 
ausseiordenthch  betrachtUchen  Schuld,  welche  durch  ihre  Über- 
Iitasung  getilgt  wurde;  sie  werden  bestätigt  durch  die  glänzende 
Entwickelung .  welche  der  Orden  gerade  von  der  so  erlangten 
Stellung  aus  seinem  liesit/.stand  in  jtiicr  Genend  nii  geben  wusste. 
Denn  schon  nu  Jabi  iiiii,  f?r),mff  deisflbt'  iiacli  liiiii'Tu  uns  er- 
haltenen I'roloküU  ■>)  cliircli  9eini;n  llevullniüclitigten  ISpsitz  von 
einer  ganzen  Keilie  von  Casahen  zwischen  ke/T'kcniia,  demUerge 
Tabor  und  dem.  See  von  Tiberias,  ohne  dass  wir  sagen  könnten, 
wie  er  dieselben  erworben  hätte.  Von  den  da  angeführten  Orten, 
Ij  Ibid. 

2)  Hr.  123  Ip.  141)  aad  Nr.  1Z4  (p.  U4). 

3)  p.  m  (Nr.  IS). 


170 


weldie  einem  ^Bets«  — ^  d.  i.  einem  syriecben  oder  aiabtscheii 
Aeltestea  —  imr  Verwaltung  and  Bebauung  übergeben  weiden, 
vermag  ich  nur  das  die  erste  Stelle  einnehmende  Casta  nicht 
mit  einem  heute  noch  vorhandenen  Orte  zu  identiliciren :  die  an- 
deren, Juheil,  C apharsccj) t ,  Saronio.  Dcmie,  Sisnra, 
Lüh  ie  und  Ethcl  erkennt  man  sofort  wiedec  in  um  edschbil  'N. 
von  Tahor] ,  kefr-saht  [am  Haujitweg  vom  Tabor  nach  Tiherias] , 
«ärvne'},  Dameh  [O.  Yoa  kefr-sabt) ,  ["Dnmiehg  d.  engl.  Karte. 
Anm.  d.  Ked.]  esch-tehadtchara  IW.  von  kc/r  saht),  tühife  {N. 
davonl  und  irlid  {auf  dem  letzten  Bergplafeau  über  el-medachdeT] , 
während  Egdis  vielleicht  aus  el  Kazethe  ("Hadethen  der  engl. 
Karte,  Anm.  d.  Ked.]  entstellt  ist. 

Daee  es  sich  bei  der  Feeteetzung  des  Ordens  gerade  in  jenem 
oft  gefährdeten  Grenzgebiete  namentlich  auch  um  militärische 
Maassnahmen  und  damit  politische  Gesichtspunkte  hnndcllc, 
lassen  spätere  Vorgänge  deutlich  erkennen.  Papst  Alexander 
schenkte  nämlich  1256  dem  Johanniterordea  das  Kloster  auf  dem 
Bergs  Tabor,  unter  ansdiücklichei  Zusldnimung  derMöncbe  des- 
selben^), welche  bei  dieser  Gelegenheit  erklärten,  dass  sie  schon 
seit  lange  ausser  Stande  seien,  sich,  gegen  die  Sarazenen  zn 
schützen,  deshalb  ihr  Kloster  geräumt  und  auch  alle  ehemals 
demselben  gehörigen  Güter  eingebUsst  Latten ;  das  sei  besser  ge- 
worden ,  seitdem  die  Johanniter  eine  Itesntzimg  auf  dem  Berge 
etotionirt  und  von  da  aus  auch  einige  der  Casalicn  wieder  besetzt 
hätten;  man  könne  oben  schon  nieder  Gottesdienst  halten  und 
wie  früher  »troniteii  grosse  Scliaaren  von  Plij^ern  dorthin  zusam- 
mon.  Damit  hing  es  offenbar  zusammen,  wenn  1259  auch  der 
-Bischof  von  Nazaieth  den  gesammten  Besitz  seiner  Kirche  mit 
19  Casalien  dem  Johanniterorden  gegen  einen  Zins  von  jBhriich 
14,D00  Byzantinern  üherliess^),  wobä  jedoch  für  das  erste  Jahr 
die  Pacht  um  den  Betrag  herabgesetzt  UTirde,  um  welchen  in 
Folge  der  traurigen  wirthschaftlichen  Zustände  der  Ertrag  der 
Casalien  hinter  der  genannten  Summe  zurückbleiben  sollte.  Am 
29.  October  1259  erklärt  der  Bischof  von  Nazareth  gemdezu«), 
die  Mittel  seiner  Kirche  leichten  nicht  aus,  ihre  Besitzungen  ge- 

1}  Brä  BoUdmq  3,SS2  gemuinti  nicht  auf  daa  Karten.  (V^>  iSaroDM  d.. 
en^  Karts.  Anm.  d.  Bed-1. 
2]  FaoU  I,  Ni.  Iii  (p.  li% 

3)  Bnd.  Nr.  136  (p.  IM).  4)  Nr.  133  |p.  162}. 


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171 


gen  die  Sarazenen  zu  liehiiupten;  auch  vcrmäge  ei  den  endlosen 
Streitigkeiten  der  Bauern  auf  den  t'asalien  nicht  Einhalt  zu  thun ; 
deshalb  überliest  er  auf  die  nächbten  vierzig  Jahre  gegen  2Ü00 
Byzantiner  jährlich  dem  Orden  alle  Kirchengüter  in  der  £bene 
Batuf,  h.ioffa^  (die Ebene  Sebulon),  nömlioh Borna,  h.  rüm« 
(S. Tfin «^/Wtr>, beiBaedeket],  Bometta,  h.rtmfftSM,  Caphia- 
hkteptb,  h.Jiphttt  [dteh^?  Anm.d.Bed.]  und  CanaGali- 
lee  h.  ^änat-^-ätcAahl.  Uber  dieMB  Abkommen  braoh  später- 
hin ein  Streit  aus ,  mit  dessen  Beilegung  schliesslich  als  pipgtli- 
cher  Legat  Enbischof  Thomas  von  Bethlehem  beauftragt  wurde ') . 

III. 

So  unvollständig  diese  Notizen  sein  mögen ,  so  lassen  sie  in 
ihrer  Gefiammthcit  docli  kpiucu  ZwciM  darüber ,  dass  die  auf- 
fallend schnelle  und  hetriichtliche  Knveiterunp .  welche  die  He- 
siWuugcn  des  Ordens  in  der  Gegend  von  Nazareth.  dem  lierge 
Tabor  und  Tiherias  erfuhren,  und  die  zum  guten  Thcil  auf  Kosten 
kirchlicher  Genossensctiaften  ging)  wesentlich  zusammenhing 
mit  dem  Destreben,  an  jener  besonders  gefährdeten  Stelle  grössere 
Sicherheit  gegen  die  Einfälle  der  östlichen  Nachbarn  zu  er- 
langen. Eine  ganz  ähnliche  Stelhini;  ah  Grcnzhüler  nahm  der 
Johann iterorden  nun  sclimi  ^At  liUi^ercr  Zi  it  im  Süden  des  Lan- 
des gegen  Ägypten  ein. 

Schon  im  Jahr  lUü  gehörte  dem  Hospital  ein  Citsale  im 
Gebiet  von  Azot^),  h.  AschdAd  oder  etdäd,  und  bereits  1126 
wird  ihm  ftir  den  Fall  der  Eroberung  von  Askalon  durch  den 
Grafen  Hugo  von  Jaffa  das  NO.  von  dieser  Stadt  gelegene  Casale 
Melius,  h.  el-medtchdel  zum  Geschenke  gemacht').  Ebendort 
liegt  Ketheras,  h,  bet  iluräs,  welches  ihm  1173  Constanze,  Grä- 
fin von  S.  Gilles ,  eine  Schwester  Lndwig's  VIT.  von  Frankreich, 
zti  eigen  giebt .  wofür  dieselbe  als  Colisoror  dem  Orden  affiliirt 
wurde  und  aus>-erdpm  fiir  die  Dauer  ihre'^  Aufenthalts  in  I'nlä- 
stina  atili  livzantmcr.  nach  ihrer  Heimkehr  nach  dem  Westen 
alter  1 1 '  i  Mark  Silber  nach  dem  Gewichte  von  Troyes  ausge- 
zahlt erhalten  sollte Askalon  selbst  wurde  erst  1153  erobert. 
Seitdem  erhielt  der  Orden  einen  we=enllirhen  Antheil  an  der 


1)  Nr.  141  (p.  173). 
3]  Ibid.  Mr.  10  |p.  lO), 


2)  Nr.  2  und  Nr.  iO  .ji. 
4)  Nr.  51  [p.  51). 


172 


IJehHuptung  dieses  wichtigen  W»ffe!i|)lHtzes,  1177  überweist  die 
Gräfin  Sibyüa  von  Jaffn  und  Asknlmi,  die  Todilct  Kiinit;  Amiil- 
richs,  ein  Stück  der  Befestigungen  von  Askaloii  Kiir  Jnsiandlial- 
tung  und  Vertheidigung  nebst  der  dazu  zu  verwendenden  Summe 
von  500  Byzantinern  jihilick  aus  dem  Ertrage  der  am  Thore  zu 
erbebenden  Abgaben'].  SpStet  übergab  Küser  Friedrich  IL  die 
ganze  liurg  von  Askalon  der  Obhut  des  Ordens:  nicht  eher 
sollte  derselbe  diese  herauszugeben  haben,  als  bis  ibm  alle  auf 
ihre  Unterhaltung  und  A'ertheidigimg  gewandten  Kosten  ersetzt 
sein  würden  '1 .  Der  Orden  richtete  sich  daher  in  Askalon  ganz 
häuslich  ein  und  baute  dasselbe  zu  einem  der  festesten  lioUn  crke 
des  Heiligen  La.ndes  aus.  Natürlich  erhielt  er  die  darauf  ver- 
wendeten Summen  niclit  zurück  und  vcnvcigerte  daher  auch  die 
ihm  zugemuthete  Herausgabe  der  Festung^].  Auch  in  den  be- 
nachbarten Lands ohaften  erwarb  der  Orden  in  dieser  Zeit  bedeu- 
tende Güter:  von  denjenigen  13,  die  ihm  Johann  von  Ibelin, 
Graf  von  Jaffa  und  Askalon  und  Herr  von  Samle,  zuwandte*), 
vermögen  wir  wenigstens  einige  noch  nachzuweisen,  nämlicb 
Malagues ,  h.umm  lä^is  [SO.  von  Askalon,  auf  dem  Wege  nach 
hei  duchihnii],  Ileleiiiuat,  h.  hüUMl.  Zeite,  \\.  zela.  Adje- 
deidc,  h.  ttsc/iedeiile  (verzeichnet  auf  der  Kiirte  bei  Ciuerin, 
Jud6e],  Semsem,  h.si'm.dm,  ISoitdcras,  hJ.^-f  <h.-nlis.  Agclon, 
h.  'adscMän.  Doch  handelt  i.'^  sirh  ihibfi  iiiflir  um  die  l^rtheilung 
einer  Anwartschaft,  als  um  eine  eigentliche  ^^clienkung,  weil  jene 
ganze  südliche  Gienzregion  damals  thatsächlich  nicht  im  Besitz 
der  Christen  war. 

Das  grSsste  Interesse  aber  von  den  Besitzungen  des  Ordens 
in  diesen  süd.  Landschaften  bietet  ohne  Frage  iT-t  äschihrhi  dar. 
niimentlich  wegen  dessen,  was  der  Oid.^ii  ilaiaus  y\\  niarheii 
suchte.  Im  ,Tahr  1130  bestätigt  König  Fuko  die  .Schcnkuny;  I  Ingos 
von  S.  Omer,  welcher  dym  Orden  hi-l  ihdtibrtit  'Eleutheropolis, 
das  alti:  ISctogabar^i;  nebst  neun  t'asaliun  gegeben  hatte,  tuld 

1,  Xr,  i,(  „.  il.t  L",  !i.uukH  sich  umdiL-  ti.rris  |> u f  Uar um  und  iivei 
»ndtw.  y»;-«:»«  ,li,-cr   iir:d  der  S.  Marienkirche  gelegene  Thümie. 

II;  S.  diu  iiii|]~tlii:!iG  Aiiu-uisung  an  den  Enb.  von  Tyrus,  den  Orden  in 
Hioem  llecht  auf  Aakalgn  zu  schatien,  ibid.  p.  273  (Nr.  7). 
<Nt.  ÜB  (p.  160). 


173 


fii^  seinereeiu  vier  weitere  Casalien  liiazu ') .  Ztim  Theil  vpnnö^^ 
wir  diese  13  CaHalien  noch  nnchzu'weisen  :  es  ist  nämlich  Ilir- 
nacas  h.  der  nahü)  (O,  Ton  bei  dsehibrin) ,  Hiriiasin,  wohl  h. 
Ut  luuäh  ;OSO.j,  Deir-el-kobeba  s.  (SW.)  und  Zeita 

Ii.  zeta  [W.J.  Bei  dem  ofienbar  arg  verschriebenen  Belhtav  va- 
bim  kann  man  entweder  an  datoötme  [S.'i  oAexhet  'amea  denken. 
Curcoza  ist  wohl  vatehurta  (SSO.)  in  Verbindung  su  bringen. 
Von  dieser  SobenknngwieMD  wir  bestbunt,  dass  sie  gescliah  um 
in  («^({reAibin  rän  Bollwerk  gegen  das  dsrntlB  noch  in  den  HSn- 
den  der  Ungläubigen  befindliche  Askalon  zu  schaffen^).  Diese 
lledentung  verlor  der  Ort  mit  der  Eroberung  .^skalons.  In  der 
Folgezeit  hat  der  Orden  dort  mm  den  merkwürdigen  A'ersiich  zu 
einer  Colonisation  im  grösseren  Stil  gcmatht.  In  einer  Urkunde 
vom  Jahre  116S^}  giebt  der  Orden  2T  namentlich  genannten 
Aneiedlein,  theils  neu  aus  dem  Abendlande  eingewanderten, 
dieils  in  Falistina  schon  heimisch  gewordenen,  sowie  allen,  die 
vor  der  Eroberung  Askalons  (1153)  in  jene  Gegend  gekommen 
seien,  und  denen,  die  noch  kommen  würden,  als  erbliches  Eigen- 
thum zur  Errichtung  von  Wohiihäusem  und  zum  Feldbau  je  zwei 
Joch  (cunueatae,  chanues)  Land  in  dem  Gebiete  /wischen  het 
ilscAiMn  und  dem  sog.  »Tamaiin-HügeU.  .\n  Abgaben  soll  die 
Grundsteuer  (temiagium}  von  Äckern,  Weinpflanziingcn  und  sonst 
nutzbaren  Grundstücken  gezahlt  und  von  den  Feldfriichten  der 
Zehnte  entrichtet  werden.  Die  Ansiedler  sollen  nach  dem  in  Je- 
rusalem geltendem  Bechte  lehen  und  von  demjenigen,  was  sie  den 
UnglSnb^en  abnehmen,  dem  Orden  als  dem  Grundherrn  so  viel 
al^ben,  wie  das  Localrecht  von  Lydda  gebietet.  Die  Ansiedlung 
wird  dadurch  bestimmt  als  eine  .\rt  von  Militärcolonie  gekenn- 
zeichnet. Die  Ansiedler  und  ilirc  NachkonimiMi  dürtVii  lliiu'ifr 
und  Gnindstücke  voräusscrii,  doch  hal  der  Orden  ein  \  oili;iuf!-- 
recht.  liezeiehnend  ist  die  ISestimmung,  dai-s  Ehebrecher  und 
Ehehreoherinnen  ausgepeitscht  und  verwiesen  weiden,  beide  aber 
sammt  ihrer  Ifobe  dem  Orden  zu  eigen  verfallen  sollen. 

Es  ist  dies  das  einzige  Beispiel  einer  derartigen  Colonisa- 
tionathStigkeit  des  Johanniterordens.  Dass  dieselbe  nicht  auf 
diesen  einen  Fall  beschriinkt  geblieben  ist,  dürfen  wir  natürlich 
nicht  annehmen;  denn  wir  sahen  schon,  dass  in  einem  anderen, 

I)  St.  J7  (p.  1S|.  1)  WilhBlm.  Tyr.  XIV,  ia. 

3)  FmiU  I,  Nr.  ib  (p.  46  ff.}. 


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Bpäteier  Zeit  angcliorigen  Falle  der  Orden  die  (  'asalten  neu  be- 
setzt haben  !.(j11  .  «clcbr  ubemals  dura  Klostot  nuf  dem  Jicrge 
Tabor  gebürt  liatleii,  \'ennii!lilieh  handelt  e=  sieb  dabei  um  ein 
allgemem  übliches  Verfahren,  und  dann  dürften  wir  darin  das 
Vorbild  sehen  für  dasjenige,  welches  später  der  deutsche  Orden 
auf  Gnmd  der  im  heiligen  I^ande  duichgomachten  Praxis  nnd  der 
daraus  gewonnenen  Erfahrungen  bei  der  Eroberung  und  Coloni- 
sirung  I'renssenp  so  erfolgreich  angewandt  hat 

IX. 

Wenden  wir  uns  zu  einer  kurzen  Betrachtung  der  Besitzun- 
gen, welche  der  Johanuiterorden  «onst  noch  in  dem  Gebiete  des 
«igentUchen  Königreichs  Jerusalem  erworben  hat,  so  vennSgen 
wir  die  bei  Jaffa']  und  bei  Arsur^j  nicht  mit  heute  Torhandenen 

Orten  zu  indcntiflciren.  Zu  den  reichen  Gütern  des  Ordens  in. 
der  Gegend  von  Cäsarea  gehörten  Caccho^i  h.  kaiöii  10.  von 
Cäsareal,  Kafarfalcm.  b.  wohUe/i-  /Sm  oder  e/nrbel  faläik 
[auf  der  engl,  Karte  c!-fälH\  Anm.  d.  an  der  Küste  im  S. 

von  kakön  und  Calanizunh.  kalansawe  ebendort'i .  Die  dabei 
erwähnte  terra  Marriciorum  ist  wohl  in  Mars b-ez - Zoar 
[wohl  ez'zSr.  Anm.  d.  Red.]  wiederzufinden,  worüber  später 
zwischen  Tempelheim  nnd  Joltfuinitem  ein  schliesslit^  durch 
Theilung  des  belxefienden  Gebiets  beendeter  Staeit  auebrach  *) . 
Das  dabei  dem  Johannitraorden  zufiülende  Bertrandemir  ist 
wohl  durch  Verschreihung  aus  hefr  kanntr  (O.  von  Marsh-cz- 
Zoarj  entstanden.  Im  Oktober  tlS2  kauft  der  Orden  von  Grau- 
tier, dem  Herrn  von  Cäsarea,  um  den  Preis  von  5000  ItTzantinern 
Galileam  tütara'i.  was fÜRUdi  nur anf  Kl Ikü la  (kamUje  d. 
engl,  AiiTii.  d.  Kcd,  ,  liei  \.  il.  \>l<le  Uilgol  SSO.  von 

Cäsarea.  N.  vniu  m,lir-i-l- anih.'Iw  gcdi-ut,-t  ivi.rdeii  kann.  Dabei 
wird  eine  ganze  Anzahl  von  "gustrinaei  genannt,  nquae  fuerunt 
olim  casalia» :  es  handelt  sich  offenbar  um  die  Wiederbeaetznng 
ztir  Zeit  wüstliegender  Hufen.  Das  Gut  musste  bis  zum  Meere 


I)  Vgl.  PruiXi  Die  Anfäiige  des  deutschen  Ordens  in  Preuuen  und  loine 
Beiiehuiigen  zum  h.  Lande  —  [n  der  Allpreuas.  JIonalsKhrift  XV,  8.21—36. 
!)  Casale  Bulbus  Ni.  1S7  ip.  201.. 

3}  Lea  Logo  Nr.  U7  ;p.  ISS!  u.  Nr.  149.  Vgl,  L'eatoiro  34,  t  (p,  416). 
1)  Nr.  H8  (p.  189).  5)  Nc.  13  (p.  U). 

b}  Nr.  66  u.  61  (p.  66  ff.|.  7)  p.  71  u.  71. 


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175 


jeiohen:  denn  es  wird  als  dazu  gehörig  erwähnt  eine  tunis  sali- 
nuum  iuxta  mare,  woiam  man  seUiessen  darf,  daes  damnls  nie 
noch  heute  vielfach  an  der  syrischen  Küste  Salz  durch  Verdunsten 
von  Meerwasser  gewonnen  wurde.  1207  wurde  dem  Orden  Ii  ei 
Cäsaroa  ferner  Pharaiu  Ii,  Farailn  [SO.  [J'er'ön  der  engl. 
Karte.  Anm.  d.  licd.]  gesclienkl '  ,  Bei  Angabe  der  Grenzen 
dieser  Guter  werden  von  heute  noch  vorhandenen  Orten  genannt 
Fardesi  h.  /«r^'a  |6W.  van  FanOn)  und  Artais  h.  [tta 
(NW.^  [Irtih  d.  engl.  Karte.  Anm.  d.  Bed.],  wfilürend  Calan- 
chnnnütdem  schon  erwähnten  j»fan«iitoe  zusammenfällt.  Die 
Stifterin  dieser  Schenkung  Julianne  von  Cäsarea,  nahm  gleich- 
HHtig  von  dem  OrJen  eine  Anleihe  auf  ,  deren  Betrag  u.  A.  auf 
önOrdenecaaale  Samarit  h.  Snwanie  [Süä mir  (schreibe  *f/wö- 
mir]  d.  engl.  Xarte.  Anm.  d.  Red.]  angewiesen  wurde. 

Hesonders  reich  begütert  war  der  Orden  namentlich  in  spä- 
terer Zeit  in  der  Gegend  von  Acc  on.  Schon  1 149  envarb  er  dort 
aa  Casale  album*),  wohl  'abde  [NO.  von  Accon],  dann  1104 
Caketamh.^h«oei£S<.[NO.!;  dabei  wird  genannt  tön  OrtBe- 
cordana  —  mit  Mühlen,  also  an  einem  ^usse  zu  suchen,  was 
wohl  mit  dem  teß  h&däni  taa'ohem  noAr  na'mSn  zusammenge- 
hört, während  Jebethra  in  dem  SW.  davon  liegenden  Bir 
dschcdra  [dsc/iidrü  d.  engl.  Karte.  .\jim,  d.  Kcd.]  erhalten  zn 
sein  scheint.  Die  Erklärung  von  lle  Cordana  wird  lieRtiitigt  da- 
darch,  dass  1262  hei  Gelegeuheit  eines  Streits  zwischen  dem 
Tempelherren-  und  dem  Johannitercnden*]  ^e  Mühten  von  Be- 
Cordana  zusammen  genaimt  werden  mit  denen  von  Doo,  dem 
heutigen  teil  daiik,  NO.  von  teU  kurdäni.  122S  kommt  als  dem' 
Orden  gehörig  vor  ein  huxceiküf  benachbartes  Casale  Beroeth 
h.  el~bencc  im  O.  von  Accon. 

In  der  Gegend  von  Tyrus  verdankte  der  Orden  einer  Schen- 
kung Philipps  von  Monlforl,  des  Herrn  von  Tyrus  und  Toron, 
welche  dessen  Sohn  Johann  12C0  beitätigt  den  Besitz  des 
heute  noch  erhaltenen  Dorfes  MarÖn;  auch  von  den  znr  Be- 
stimmung der  Grenzen  angegebenen  Orten  sind  Anderquiffe 

I   Nr  '.'II  ]i.  iii  !  ]j,  aSO  Nr.  Iii', 

■t.  Xr.  '2i>7  .|).  ,  tgl.  Nr.  217  [i.  Is'-r-  i^uuil  est  «tum  in  plano  Aooon. 
juxls  viam,  quw  VRdtt  apud  Coque  tsni  CBwle.  .  .... 

4)  Nr.  141  (p.  177).  5)  p.  MS  (Nr.  17).  .   

5)  Nr.  139  (p.  169). 

Itiekr.l.Fkl.-T«.lT.  1! 


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176 


in  deir  kifa,  Torciase  in  ez-Zerife  [larifa  d.  engL  Katte. 
Anm.  d.  Red.]  und  Nyha  in  niha  noch  nachweiBbar.  Femer  be- 
saEB  der  Orden  dort  die  Dörfer  Megedel  h.  raedechedtl  (OSO. 
von  Sur)  und  Tour  h.  iüru  [OKO.)"].  In  dem  westlichen  Theil 
der  flpdter  lu  einem  Gebiete  vereinigten  Seigneutien  von  Tyrus 
und  Toion  hatte  der  Oiden,  der  in  Tonm  selbBt  ein  Hospital  be- 
Bass ,  in  Folge  einer  Schenkung  Humöieda  von  Toron  ^  je  die 
Hälfte  von  der  Borg  von  Toron  selbst  und  von  Cttstrum  Novum, 
einer  ONO.  davon  gelegenen  Burg,  die  als  Greiizhut  nacli  dem 
Jordanthal  hin  von  Bedeutung  war. 

Endlicli  mag ,  um  diese  Giiuppe  abzuschliessen ,  noch  er- 
wähnt  werden,  dass  der  Orden  im  Osten  des  Todten  Meeres,  im 
Lande  Moab  (in  terra  Craki)  in  dei  NachbaischafC  der  berühmten 
Buig  Ker&k,  ein  Caeale  Cansir  hatte,  h.  oAonär«  an  der  von 
Ketak  nach  S.  fahrenden  Sbane,  mit  desien  Beiits  du  Becht 
tiäet  Scbiffiihzt  Bnf  dem  Todten  Üoe»  vrabunden  mur;  die  Ge- 
gend ist  noch  heute  üuea  Wasseireichthunu  mgm  bemetken»- 
Werth  >}.  im  dem  Gdnete  des  noch  weiter  BÜdwBits  in  die  Wüate 
hinein  vorgeBchobenen  gionen  CssteUs  Hontioysl  h.  t^Üvk 
bmsB  der  Orden  ein  heute  nicht  mehr  nachwetabans  CaealeBe- 
niaalem*). 


V, 

Aiich  in  der  Grafschaft  Tripolis  hat  der  Jnhanniter- 
orden  frühzeitig  festen  Fuss  gcfa,=st  und  mit  dem  Wachethum 
seiner  militärischen  ISedeutung  eioen  immer  beträchtlicheren  Be- 
siix  von  Gütern  und  Burgen  erworben.  Schon  1120  finden  wir 
das  Hospital  im  Genuese  der  Zehnten  von  mehreren  Ortachaften 
und  einer  Anzahl  Ton  Kirchen,  detea  Wahrnehmung  sraien 
Cteiadichen  nutasd.  Das  betre&nde  Gebiet  entreckt  sidi  nach 
S.  Vit  Calamon  h.  ^alamön,  an  der  Süete  S.  von  TripoUe*]. 
Diese  G^Uer  wurden  epäter  G^enetand  eines  Bechtsstreitefl 

1)  Ibid.  n.  Nt.  2M  (p.  186). 

ai  Nr.  34  (p.  36].  3)  Bsedeker  131. 

4)  Nr.  29  (p.  :tl )  u.  Nr.  B2,  —  cÄan=ire  wird  in  dieser  Urk.  der  Mm  Pe- 

i]  L  c.  I,  p.  269.  fjbei  die  dem  Orden  in  der  SudtTripolia  in  Btwag  auf 
Wauenrntiung,  Fischerei,  Handel  iiulehenden  Gerechtwine  s.  Nr.  12B 
ip.  l*^U 


177 


zwischen  dem  Orden  und  dem  Bischof  von  Tripolis,  welcher  Ton 
den  in  seinem  Gebiet)  gelej^enen  ürdensbeBitzungen  den  kirch- 
lichen Zehnten  gezalilt  haben  wollte ;  er  drang  damit  nun  in  Be- 
treff  der  Güter  des  Ordens  im  Sprengel  von  Artasia  nicht  durch, 
während  der  Orden  von  den  im  Sprengel  von  Areas  gelegenen 
den  Zehnten  zu  zahlen  Temrtheilt  wurde 'J .  In  Kafania  h.  Ba- 
fine  [nach  Jabüt  II,  796  rafanije.  Anm.  d.  Ked.]  (NO.  Ton 
Tripolis)  gehörte  dem  Orden  ein  Hospital  nebst  den  zu  deSBen 
Unterhalt  bestimmten  Gutem,  ebenso  das  auf  dem  Möns  Pelle- 
grinus  Tor  der  Stadt  Tripolis  selbst ;  auch  Casalien  bei  Toi- 
toea  standen  ihm  zu^.  Von  den  damit  an  den  Orden  gekom- 
menen Ortschaften ')  im  O .  von  Tripolis  ist  M  i  a  d  e  1  i  a  h .  ntedtch- 
deli^'a,  Almah.  'alma,  Ceraphtenie  h.  Kefr-Haijc  [S.  von 
Tripolis)  und  Bshani  h.  Bschennin.  Bedeutend  vermehrt 
wurde  der  Beäts  des  Ordens  in  jener  Gegend  diuoh  eine  Schen- 
kung EaimondB  von  Tripolis  im  Jaht  t14S*),  welche  ausser  der 
Stadt  Kafania  h.  Baflne  (NO.  Ton  Tripolis)  und  ihrem  Ge- 
biete namentlich  die  Herrschaft  Mona  Ferraiidueh.  harin^] 
mit  aUem  Zubehör,  auch  allen  davon  abhängigen  iidligiiTi  imd 
bürgerlichen  Lehen  und  sonstigen  Beohten  umfasst.  Üei  der 
durchaus  ungenügenden  Beschaffenheit  der  fiir  diesen  Theil  Sy- 
riens bis  jetat  zur  Verfügung  stehenden  £aiten*)  ist  eine  Ideati- 
fidiung  der  bei'  dieser  Gelegenhöt  genanntem  xahlroiohen  Ort- 
schaften leider  nielit  möglich.  Nur  eine,  Cratnm  ist  als  Ca- 
strum Curdorum  h.  htTat-el-^ö^  spater  zu  grosser  Be- 
rühmtheitgelangt: dasselbe  ist  nachmals  eine  der  Ilauptburgen 
des  Ordens  in  jenen  nördlichen  Landschaften  gewesen  und  war 
für  die  Vertheidigung  der  wankenden  christlichen  Herrschaft  von 
hohem  Wertbe.  Offenbar  handelte  es  steh  bei  jener  Scheaknng 
Raimunds  vonTripohs  und  den  späteren  Ergänzungen  imd  Erwei- 
terungen derselben  zunächst  auch  —  wie  bei  den  fiiiher  bespro- 
chenen Beütnmgea  um  Tibenas  und  den  Berg  Huhoi  und  denen 
bei  Bet-dechibrin  — >  um  aae  ba  Interesse  der  ohristUoheD  Kir- 
che ergriffene  müiärisohe  Maassregel  und  die  Errichtung  einer 

1]  Nr.  7  (p.  T].  2,  Nr.  Ö. 

3]  Nr.  11.  1}  Nr.  23. 

5)  Wilhobn.  Tjr.  XIV,  25. 

61  Hier  gerade  veiheUit  die  nngangs  eraüinla  Karte  von  £.  G.  Buj  eine 
grotH  Bereichenog  ouerer  KaDntnitM. 


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17S 


starken  Gremmark  gegen  die  feindlichen  Nachbarn.  Dass  der 
Orden  die  Aufgabe  zu  lösen  bestrebt  geiveseji  ist.  die  ilim  damit 
gestellt  war,  beweist  u.  A.  eine  Breve  Papst  Alexanilers  IV,  von 
12541],  In  demeelben  wird  dem  Orden  vou allen  im  Gebiete  von 
Cratum  gelegenen  Gütern  der  bisher  gezahlte  Zehnte  erlassen 
unter  Hinweis  auf  die  grossen  Opfer,  welche  derselbe  dem  allge- 
meinen Inteiesae  dort  gebracht  habe :  noch  jeUt  habe  er  die  Ver- 
pflichtung übemonunen,  in  der  Vvrg  unauagesetet  60  Ritter  lum 
Ejtmpfeg«gen  die  CTngliubigenBn  unterhalten.  Nur  deiBiwthof 
von  AraduR  (Baad)  Betzte  die  weitere  Zahlung  der  ihm  gebühren- 
den Zehnten  durch'] .  Jene  ursprüngliche  Schenkung  Itaimunds 
Ton  Tripolis  hatte  der  Orden  inzn-ischen  diirch  mniitlic  neue  Er- 
werbung erweitert');  doch  sind  die  von  ihm  im  Gebiete  von  ila- 
raklea*)  und  von  Tortosa^)  gewonnenen  Güter  heute  — 
wenigstens  mit  den  xnx  Zeit  vorhandenen  ungenügenden  Hül&- 
mitteln — nicht  mehr  nmohsaweisen.  tl72  schenkt  König  Araal- 
rich,  welcher  damals  die  Herrschaft  Tripolis  adminiBtiirte,  dem 
Orden  die  durch  ein  Erdbeben  zerstörten  Castelle  Areas  h.  Ar- 
kas  und  Gibelacar  h.  dtckebel  el-akra',  S.  von  der  Mündung 
des  Orontes,  zur  Wicdererbaiiung  und  alsdann  bleibendem  Eigen- 
thum, Die  militärische  lloiieiitunK  auch  dieser  Zuwendung  er- 
hellt dnraus.  diis~  dfi  Orden  iiicln  >ei]illiditft  -^iii  sull,  von  der 
auf  den  Slrcif/iigi^ii  ilif  Si.ra/.i'iitni  ai'WiiiiiiciU'U  llciilc  dein 

Grafen  von  Tripolis  den  sonst  schuldigen  Antheil  abzugeben*). 
1174  erhält  der  Orden  von  Hugo  von  (Mbeil  das  Casale  Bohe- 
Btin^  h.  djtufo,  O.  voa  dsei«bea{hA\.ä.'Vade».  EinCa- 
stellnm  rubrum,  welches  Raimund  von  Tripolis  1177  dem 
Orden  schenkt scheint  nicht  mehr  zu  existiren.  Von  einer  an- 
dern reichen  Zuwendung  desselben  1 1 S 1  vermögen  wir  wenig- 
stens soviel  mit  Sicherheit  zu  erkenn*'" ,  dass  ihr  Gebiet  sich 
gegen  O,  bis  zum  üroules  (flumeu,  ipiod  vulfjrtriter  Fer  nuncupa- 
mus)  und  der  dem  Kiirdfiipchlcssf  benacbbarteii  Ebene  lalto- 
quc  a .  d.i.  /rc/tü  ;uu'b  ah  "die  kleinen  bc/cichiiet  im  Gegensätze 
zu  der  'j^tisseni  .  erstreckte.    Welch  bedeutende  Stellung  der 


5}  Ibid.  Nubia. 
1)  Nr.  187  !p.  210J. 
9)  H(,  170  Ip.  211). 


21  Nr.  Hi  Ip.  183), 

'4;  Nr.  3S  ip.  39):  Eixnro;  Lucbem. 

6)  Nr.  51  ;p.  51). 

S)  cf.  Bobiaton  3,  953  eKt. 

10)  Nr.  TO  (p.  TO). 


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170 


Orden  in.  dieser  Grenz  lim  dschaft  eiimalim,  teigt  fentet  eine  tJr- 
knnde  Bumnnds  toh  Tripolis  von  1 184  >),  worin  dieser  die  Stadt 
Chamela  d.  i.  Emesa  h.  iämtnät  allen  Elnwolinetn  und  Hech- 
ten dem  Orden  nbereignet,  indem  er  sich  selbst  nur  den  Genuss 
der  Einkünfte  ans  der  Stadt  nnd  den  jenseits  des  Orontes  ge- 
legenen Gebieten  vorheizt..  Ancb  machten  die  Vasallen  des 
Grafen  mehifacb  von  der  ihnen  ertheilten  Erlaubniss  zu  Schen- 
kungen an  den  Orden  Gebranch ;  bei  einer  solchen  Gelegen- 
heit*) lernen  wie  ein  Ordenscasale  Suweissa  kennen,  h.  Su- 
weisa,  ONO.  von  'Arka  (bei  v.  d.  Velde). 

Langwierige  Händel  TeianlaBste  die  Frage  nach  dem  Kechte 
des  Ordens  auf  das  wichtige  Maraklea.  Dieselben  werfen  zu- 
gleich ein  Licht  auf  die  Beziehungen  des  Ordens  zu  der  in  den 
Uergen  hausenden  Mördersekte  der  Assessinen,  welchen  die  Ein- 
büigernng  der  Sitter  in  ihrer  nnmittalbaren  Jitba  sehr  unbequem 
gewesen  va  sein  sdieint.  Benn  >ans  Furcht  vor  dem  Emir  der 
Assassineni  (timore  domini  Assessinomm],  d.  h.  durch  denselben 
bedroht  und  eingeschüchtert,  liess  sich  Raimund  von  Tripolis  so- 
wohl £  m  e  s  a  als  auch  das  dem  Orden  schon  früher  übcrlassene 
Maraklea  1199  wieder  zurückgeben 3} ,  verhiess  alior  gleichzeitig 
die  baldige  Kückgabe  beider,  wenn  der  Orden  die  ausdrückliche 
Zustimmung  der  nächstherechtigten  Erben  dazu  auszuwirken  im 
Stande  sein  wUide.  Offenbar  ist  es  dazu  zunächst  nicht  gekom- 
men: denn  Maraklea  wurde  später  der  Gegenstand  eines  lang- 
wierigen Beohtsstreites  zwischen  dem  Orden  und  dem  Grafen 
von  Trills.  Erst  1234  sprach  der  vom  Papste  mit  der  Schlich- 
tung desselben  beauftragte  Bischof  von  Valenia  die  Bui^ 
dem  Orden  zu'].  Auf  die  Appellation  des  Grafen  aber  erging 
1 24 1  ein  anderes  Urtheil  des  Pntriarchcn  Albert  von  Antiochien, 
welches  M a r a k  1  e a  dem  Grafen  zurückgab,  zujjk'idi  ;iber  die 
Verpflichtung  auferlegte,  dem  Orden  zur  Entschädigung  eine 
jährliche  Beste  von  1300  Byaantinem  zu  zahlen'}. 

Uit  dem  Tempelheimorden  stritt  der  der  Johanniter  um  die- 
selbe  Ztit  um  den  Besitz  von  Byblos  h.  dwAtieH.  WUitend  der 
mehtjährigen  Wirren  i^Unlich,  die  zu  Anfang  des  18.  Jahrhun- 
derts in  den  Beitsehaften  Antiochien  nnd  Tripolis  und  auch 

1)  Nr.  TS.  2)  p.  28S  (Nr.  V. 

3)  Nr.  8J  (p,  8S].  4)Sr.  in(p.  127). 

5)  Nr.  118  [p.  ift). 


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180 


»wischen  beiden  schwebten,  war  dsehebeil  von  dem  Fürsten  Rai- 
mund Rupin  von  Antiochien  1210  dem  Johannitcrorden  'i,  durch 
den  mit  Raimund  verfeindeten  Raimund  von  Tripohs  aber  dem 
Tempelherrenorden  zu  eigen  gegeben  worden.  Der  Rechtshandel 
zwischen  den  beiden  Orden,  der  sich  daraus  ergab,  mirde  1221 
durch  den  Spruch  des  päpsthchcn  Legaten  I'clagius,  Bischofs  von 
Alba,  dahin  entschieden,  dass  die  beiden  Orden  dscAebeil  gemein- 
sam beaitmi  nnd  die  Einkünfte  ans  demselben  unter  sich  theilen 
sollten  1). 

Im  Besitze  der  Johanniter  finden  -wir  im  Gebiete  von  Tripo- 
lis femer  seit  1204  das  GutTubanh.  Turan,  0.  von  Tripolis 
am  wüdi-el-bärid^) .  Als  ein  dem  Orden  gehöriges  nnd  von  ihm 
zu  Lehen  ausgethanes  Casale  kommt  ferner  mit  dem  unbestimm- 
baren Bocombre  nach  Resmesque  h.  Ras  Meska  [auf  den 
Kuten  Räs  Mesk*-  Anm.  d.  Bed.],  S.  von  Tripolis,  vor*}. 

VI. 

Auch  in  Betreff  der  Güter,  welche  der  Orden  unterhalb  des 
Ffirstenthumes  Antiochien  erwotben  hat,  begegnen  wir 
der  schon  hei  Gelegenhdt  der  tripolitanischen  Besitzungen  des- 
seiben  em-ähnten  Schwierigkeit,  dass  nämlich  die  zur  Zeit  vor- 
handenen Karten  Ton  jener  G^end  migenügctul  sind  und  ein  zur 
Identificirung  einer  grösseren  Zahl  von  Ortschaften  durchaus 
nicht  himeidiendea  topographisches  Material  darbieten  . 

In  der  Stadt  Antioeliien  selbst,  wo  es  nooh  von  der 
Zeit  des  vorherrschenden  comnterciellen  Einflusses  von  Amalfi 
her  einen  besondem  vicus  Amalfitanorum  gab^j,  hatte 
schon  das  Johannishospital  mancherlei  Liegenschaften  durch 
Roger  von  Antiochien  geschenkt  erhalten')  und  auch  in  der 
näheren  und  ferneren  Umgehung  der  Stadt  Casalien  und  anderen 
Landbesitz  erworben,  so  namentlich  auch  in  den  Gehieten  von 

1)  Nr.  95  (p.  99);  Bejtitäpmg  von  1215  N"r.  !02  p.  101!  u.  Tr*«or  de» 
chirtea  d'Armfnie  p.  13&. 

5)  Nr.  iOT  {p.  113).  3]  Kr  S7  ip.  a2|. 
4]  Nr.  121  (p.  13g). 

fi)  Die  but«  Karls  von  Noidayrien  iit  Carte  de  U  montagna  des  Anurite 
et  du  psohalik  d'Akp  par  E.  Q.  Bef  (o.  Datum) . 

6)  Ni.  35  (p.  IT).  T)  Nr.  6.  Vgl.  p.  1B4  Nr.  6. 


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18f 


Härene  h.  >lönm'),  Kafarda  h.  Kafrtab»)  bei  maarral-en- 
nomün  xmä  Heltliio,  welches  letztere  wol  eins  ist  mit  dem 
zwiechen  Rüfa  und  el-Bätra  gelegenen  fielioAn').  Auch  in 
Laodicea  h.  el-faJiiye  war  der  Orden  seit  11S4,  wo  die  Stadt 
noch  wust  lag,  begütert 'j.  Hei  Qslegemheit  einei  Bealätigimg 
dee  OidensbesitzeE  durcb  BaimiiiidTOn.Antiaohienim  Jalir  1149'] 
erfahren  vir,  daes  die  Johanniter  anch  Casalion  beBassen  im  Ge- 
biete von  Aronia,  welches  entweder  in  Ol ona  (Drima),  NO. 
wa  Ttabessel  nach  dem  Enpbiat  m  (auf  der  Kaite  von  Bey)  oder 
mit  üren  [so  Jä^t.  Anm.  d.  Qed.]  im  SW.  Ttm  Sinnin  zu  fin- 
den sein  wird.  DasCasaleCisenburgimGebieteTtmTnAessal 
wird  wol  eins  sein  mit  dem  S.  Ton  dem  genannten  Orte  liegenden 
teil  lembür.  Die  sonst  in  jener  Gregend  als  Bestts  des  Ordens 
genannten  Caealien ')  sind  nicht  nachweisbar. 

Jedenfalls  aber  eif^eben  die  Urkimden  ein  seiir  stattliches 
Bild  von  dem  Besitze  des  Ordens  in  jenem  nördlichen  Theil  des 
christlichen  Gebietes  und  von  der  Bedeutung  der  darauf  beruhen- 
den militXriscdieii  Stelhmg  desselben.  Diese  letstere  scheint  na- 
mentlich gegm  das  FöitandiuBL  Ali^po  gsrichlet  gewesen  au 
■ein,  wttugftena  darf  man  das  daraus  Tennnthen,  dassbeidneT 
der  vielen  Schenkungen ,  durch  welche  geistliche  und  weltlidie 
Grosse  den  Orden  durch  Zuwendung  von  Gütern  und  Beuten 
Sur  Er^illung  der  i>nri  gestellten  Angabe  befähigen  wollten, 
1167  bestimmt  wird,  das  Casale  solle  an  den  Soheiüur  zmück- 
Allen,  wenn  Aleppo  Toa  den  Christen  erobert  sein  wnide'].  Als 
Bestandthdl  einer  ansaexoidentlioh  leiefaen  Zuwendung,  die  der 
Orden  ebvnfaUs  1167  dem  Füllten  BoemnndTonAntiodüenTer^ 
dankte^,  ^nii"!  wir  u.  A.  die  Hilfte  des  Gelnetes  von  Rugia 
h.  Buja  [rtwn^a-  beiBey  Booeiha.  Anm.  d.  Bed.],  N.  von 
lb'amt-«n-Ko'man,nndFemia,  daealte  ApameaimOrontes- 
ij  Vjl.  Wilh.  y.  Tjrus  V,  1,  wo  U,  n.  XVH,  1  wo  kaum  10  miUiaria  als 
BnKotnung  von  Antiocliien  engegeben  sind;  ilie  Loge  beachraibt  Wilh.  Tyt. 
KZI,  2i-,  vgl.  Baedekei  4S!.  —  [prim  nach  JiknI.    Anm.  d.  Red.] 

2)  Wilh.  tyt.  XI,  p.  497 ;  XIU,  p.  679  u.  6S9.  —  Nsoh  Ji*üt  IV,  »9 
ki/erläh  nriachen  maarrtt  mWniSn  und  ^aM;  nattdcht  Kstst  Tssl  ton 
Rey.  Anm.  d.  Bed. 

3)  Baedeker  489.  —  nelleiiiht  ehar  BsMo,  dai  Behiob  von  Bsjr,  S.  von 
iaiblütt.  . 

4)  Nt.  m  (p.  SOI).  t)  Nr.  35  (p.  3T).  :i 
6)  8.  Vt.  31.                 1)  Nr.  41.  S)  Nl.  43. 


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■  182 


thale.  Aber  Huch  ohne  Lage,  Umfang  imd  Werth  der  Ordeus- 
be Sitzungen  im  östlichen  llicilo  des  antiocheniscben  Gebietes 
näher  zu  kennen,  dürfen  wir  auf  deren  auBserordentliche  Bedeu- 
tung duauA  schliesscn,  dase  dem  Oiden  dort  geradezu  landes- 
föisdiche  Bechfe  einge^mt  waren,  und  zmr,  vas  besondere 
inBGewioht.ßUt/in  Bezug  anf  die  aufcwiitäge  Politik.  Denn. um 
BoUliuBe  der  betreffenden  Urfamde  Balduins  heis«t  ea  auBdrüok- 
liab :  tWegea  des  erwKlmten  Gebietes  können  die  Hospitalbriider 
Krieg  fiibren,  wenn  es  ihnen  beliebt,  und  Waffenstillstand  ma- 
chen, wenn  rie  wollen;  Sobald  sie  mir  den  Abschluss  eines  sol- 
chen Waffen  Stillstandes  anzeigen,  werde  ich  denselben  beobach- 
ten und  auch  meine  Vasallen  und,  so  weit  ich  kaitn,  alle  Christen 
zur  Beobachtung  desselben  anhalten».  Ja,  der  Fürst  von  Antio- 
chien macht  sich  weiterhin  in  seiner  Politik  gegenüber  den. 
Mohammedanern  'sogar  ganz  abhängig  von  der  Autorin  des 
JohanniterordeiiB.  Denn  nooh  dem  ferneren  Wordante  der  tXr- 
kunde  soll  weder  Boemund  von  Antiochien  noch  einer  seiner 
Vasallen  mit  den  Sarazenen  oder  mit  den  zn  diesen  haltenden' 
C'hristen  ohne  den  Bath,  d.  h.  die  Zustimmung  des  Ordens  einen 
Stillstand  eingehen  dürfen ;  tiiue  er  das  dennoch,  so  solle  der  Or- 
den an  denselben  nicht  gebiiiiden  sein.  Mit  anderen  Worten:- 
der  Johiinniterordeii  war  auf  dem.  liesten  ^Voge,  für  jene  wichti- 
gen nördhchen  Gebiete  die  militärische  und  politische  Obcrlei-- 
tuog  der  ganzen  fränkischen  Colonie  in  seine  Hand  zu  bringen. 

Im  Laufe  der  folgenden  Jahre  ist  der  Orden  durch  zahlreiche 
neue  Schenkungen  der  TerscHedensten  Art>),  die'sänen  Lajid- 
besitz  und  seine  Geldmittel  vermehrten,  diesenl  Ziele  wesentlich 
näher  gebracht  worden.  Schon  11 82  z.  R.  kam  ganz  Bugia,  h, 
Ruj  a'in  seinen  Besitz ^j.  Weitaus  der  wichtigste  Punkt  aber  in 
dem  gesammten  Besitze  des  Ordens  im  Antiocheniscben  wurde 
die  gewaltige  Burg  II  n  rg  a  t ,  h.  markah,  zugleich  eine  der  Haupte 
stützen  für  die  Christen  im  nördlichen  Syrien.  Frühzeitig  ist  der 
Orden  auf  die  Erwerbung  dieser  unvergleichlichen  Position  aus- 
gegangen. Schon  Ulis  hatte  sich  der  Orden  von  Balduin  von 
nuträseh  einen  Ort  Namens  Platta  abtreten  lassen,  gegen  Über- 
nahme der  Verpflichtung,  auf  demselben  binnen  Jahresfrist  den 

l;  ß.  die  Urkunden  Ur.  49,  55,  p.  281  !».  11,  p.  282  (Nr.  2  ,  p.  284 
(Ni.  5],  Nr.  76  (p.  76],  Nr.  21D  fp.  lb\]. 

2)  Nr.  73. . 


183. 


Bau  eineT  llurg  wenigstens  zii  beginnen.  AndercGfalls  sollte  A&a 
Ijandatück  an  Balduin  zurückfallen';.  Ob  etwas  und  was  dotaus 
geworden,  irissen  wir  nicht.  Dagegen  erwarb  der  Orden  1186 
von  llertrand,  dem  Herrn  von  Margat*],  gegen  eine  demselben 
zu  zahlende  Rente  die  Stadt  Valenia,  Ii.  bSmjäa  mit  dem  be- 
nachbarten Schlosse  >I  argatä),  h.  Ifol'at-markab ,  wciohee  sich 
halbwegs  zwischen  Toitosa  und  Bschebeil  in  einiger  Entfemnng 
Ton  der  Küate  anf  einem  weithin  nchtbaien  Berge  erhebt.  Bet- 
tnmd  brennt  dtibä  selbet,  does  seine  Mittel  nicht  anaieiohteii, 
die  Bnig  so  im  Stand  ku  haltcin,'  wie  et  das  gemransame  Interesse 
der  Christen  bei  der  Nähe  der  Unglänlrigen  erforderte.  Einbe- 
griffen sind  in  die  Abtretung  alle  zu  der  Herrschaft  Margnt  ge- 
hörigen Casalicu,  Grundstücke,  Hörige.  Einkünfte  und  Gerecli- 
tigkeiten  jeder  Art.  Um  welch  stattlichen  Erwerb  es  sich  dabei 
für  dm  Orden  handelte ,  zeigt  die  lange  Seihe-  deE  als  .lu  Maigat 
gehörig  genannten  Ortschaften.  ünterdenselbeniBtCademoiB 
h.  Kadmous,  O.  von  Margat,  Laicas  h.  Alaikas  (Aleika) 
ONO.  auf  der  Rey'schen  Karte  des  Nosairiergebirges ,  und 
Bokebeis  scheint  in  Veihindung  zu  bringen  zu  sein  mit  h.  el- 
Quobeijat,  SO.  von  Kadmous  am  östlichen  Abhang  des  Ge- 
birgsxug's;  Hussa  ist'h.  nabesch,  S.  von  tnarkah,  und  in 
Besmesin  steckt  wohl  h.  Beshnin  [SO.j  [bei  Hey  Iteschmis, 
Anm.  d.  Hed.].  Auch  für  dieses  Gebiet  erhielt  der  Orden  das 
Hecht  über  Krieg'ünd  Flieden,  nnd  in  der  Bestiitignng  der  Schen- 
kung TeiBpricht  da  Fürst  von  Antiochien,  sich  in  aeinen  Be- 
ziehatigen  zn  den  UnglBnlirfgea  mSglioliet-iiach  demBatiie  de» 
Ordens  zu  richten\ 

Die  nächste  Folge  dieser  glänzenden  Erwerbung  des  Johan- 
niterordens  war  nun  freilich  ein  heftiger  Streit  desselben  mit  den 
Tempelherren.  Denn  diese  behaupteten  auf  Grund  früherer  Ab- 
machungen ein  Eigenthum  arecht  auf  eine  Anzahl  der  nun  von 
den  Jbhannitemoconpirt^n  Ortschaften  und  Güter.  Beide  Theile 
i^tpeHirtM  na  die  Gewalt  und  es  kam  zwiachen  ihnen  zn  einem 
ISnuliche»  ]deinen  Kriege.  Energisch  trat  Innooena  m.  diesem 
Ttriben  entgegen,  das  der  Christenheit  ÄzgenusB  gebe  nnd  den 

])Nt.  41  (p.  410). 

S]  Du  Ca-Dge,  Lea  faidlle«  d'outr«mer(ed.Itejin  den  DacnmnU iat- 
diU  nr  rhittolie  d«  Fraaea}  p.  391.. 
3)  PmU  I,  Kr.  TT  (p.  TT— 81).. 


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184 

Ungläubigen  zum  Yortlieil  gereiche :  die  Johanniter  wurden  an- 
genieaeu,  die  von  ihnen  besetzten  streitigen  Casalien  sofort  zu 
TÜnmen,  die  Tempelherren,  ihr  Becht  vor  einem  Schiedsgerichte 
in  gebührender  Form  zu  erweisen*).  DanAuagang  dieses  mit 
gxoeter  Leidenechaftlichkeit  eiöfiietea  StrdtM  knmen  wit  moht; 
doch  scheint  der  Johannitetocden  obgesiegt  m  haben ,  denn  wii 
finden  ihn  später  der  Hauptsache  nach  in  unangefochtenem  Be- 
sitze jenes  wichtigen  Gebiets.  Margat  wurde  das  Haupthaus 
df^Ej  Ordens  und  hat  als  solches  eine!  sehr  bedeutende  HoQe  ge- 
spielt, und  noch  die  leidlich  conservirCen  Ruinen  desselbaa  lassen 
seine  ausserordentliche  Wichtigkeit  erkennen. 

vn. 

Sehon  dnidi  sdne  Lage  war  Uatgat  zu  mnem  Wafienplata 
ersten  Banges  beatämmt^.  Die  Höhe,  auf  der  die  Btc^  li^,  ist 
img^feliT  dreieckig,  mit  der  Stütze  nach  Süden;  Ton  den  ostwärts 

li^enden  NoBuiierbergen  wird  sie  durch  eine  tiefo  Schlucht  ge- 
trennt,  während  südwärts  nur  ein  schmaler  Grat  *u  denselben 
hinüberführt ,  so  dass  das  Plateau  etwa  wie  eine  Halbinsel  ei- 
soheint.  Daaseltie  ist  mit  einet  der  dreieckigen  Oberfläche  ent- 
spieohendeadideckiggestaltetaidoppelteiiBe&ctignngalime  ran- 
gehen. Die  Xnsseielinie,  smn  Theü  ans  dem  lebendigen  FelsMi 
herausgeaibntet,  ist  mit  starken,  meist  runden  Thürmen  versehen. 
Von  der  zweiten  Linie  ist  nur  noch  das  gemauerte  Fundament 
erhalten.  Vou  dem  durch  die  innere  Mauer  umschlossenen  Raum 
waren  die  an  der  Gnmdlinie  des  Dreiecks  liegenden  nördlichen 
zwei  Drittheile  ehemals  eingenommen  von  dem  Flecken,  in  wel- 
chem sich  s[räterhin  in  Folge  der  zunehmenden  Unsicherheit  der 
G^end  die  Bewohner  des  nahen  Yalenia  h,  länyüs  und  der 
Bischof  dieser  Stadt  angesiedelt  hatten.  Durah  einen  Graben 
davon  getrennt  hatte  die  eigentliche  Oidensbuig  das  südliche 
Dritäiäl  imie.  In  dei  Mitte  iniyptlrf  des  an  ihi  gAStigen  Qe- 
bindeoompIexeB  erhebt  mtk.,  von  NW.  nach  SO.  oiientiit,  die 
ransohifiigeKiiohe,  die  mit  einer  etwas  erhöht  liegenden  Apms 
l)p.  StBINT.sg]. 

3)  SHFolgmidBUsdiB*;,  L'andiitMtiiie  mÜitaii«  du  croUi*  en  Sjrrie 
p.  31  ff  (b  dsB  SoB.  JnAd.  snr  llilit.  da  Fnnoe)j  der  Pisa  von  Usrg»  ebm' 
dort  PI.  II  und  Amioht  dur  Rtünen  PI.  HL 


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185 


abschlieast;  rechts  und  links  von  der  Apeis  liegen  kleine,  capel- 
lenartige  Räume.  Die  Säulen  und  Capitälc  sind  lomaniKoh  nnd 
im  Ornament  ganz  einfach  gehalten.  Eine  Thüre  fülirt  in  den 
der  Kirche  N.  vorli^nden  Burghof,  eine  andere  durch  die  nörd- 
liche Längenwand  in  den  wol  zu  Wohnräumen  bestimmten  Theii 
der  Bm^,  der  heute  in  Trümmern  liegt.  Termnthlich  waren 
diese  Bänme  in  Spitzbogens^  mit  sich  mehrfach  kreuienden 
Gewölben  ea%ef&bTt,  wie  wir  das  an  einem  gut  edultenen  grossen 
Saale  sehen,  der  gleieb  neben  dem  fiaiqtttluira  dec  Borg  liegt. 
Südlich  von  der  Kirche,  nnmittelbu  an  sie  angienaead,  nrisohen 
ihr  und  dem  die  BÜdliche  Spitze  des  IHeiecks  bildenden  colosHa- 
leu  ^ninnu ,  etfiht  nocli  ein  zwei  Stock  hohes  Gebäude ,  dessen 
grOBie  SUle  durch  echünu  Bogenfenster  erhellt  sind.  Daran 
sohliesBt  sich  dann  der  die  Stidspitze  füllende  Thurm,  der  Haupt- 
theS  der  Befestigimg  TDD  Ab);gat.  Er  hat  einen  DuidinveaserToa 
29  Meter  nnd  gewaltig  £oke  Mauern,  die  in  bnden  Stockwerken 
Ton  Schiessscharten  durdihToahen  sind :  diese  sind  eo  vertlidU, 
dass  kein  Raum  in  der  Umfassung  des  Thurmes  unbeetrichen 
blieb ,  d.  h.  der  Feind  sich  nirgends  dem  Fussc  dcsaelben  nng^ 
straft  nähern  konnte.  Die  Decke  zwischen  den  zwei  Stockwedcen 
nnd  die  zwischen  dem  oberen  und  der  Plattform  des  Thurmes 
sind  von  SprachlÖchem  durchbrochen ,  so  dass  die  Vertheidigcr 
von  allen  dreien  fortdauernd  mit  einander  communiciron  könn- 
en. Die  Plattform  war  umkränzt  von  einem  machtigen  Zinnen- 
wal],  die  Schieasaehaiten  und  ringsum  einen  gedeckten  Gang 
darbet ,  nnd  stand  ™'t  dem  flaehen  Dach  des  awiscium  Thurm 
und  Eiiche  liegenden  zweistöckigen  Oeldludes  in  Verbindung, 
welches  zur  Anistellnng  ron  Schleudermaschinen  und  anderen 
Vertheidignngsgeräthen  ausreichenden  Platz  darbot.  Nach  We- 
sten stiessen  dann  an  den  Thurm  wieder  Casememente,  natürlich 
auch  Rnr  Vertheidigung  eingerichtet.  Vorgelagert  aber  ist  dem 
Thonoe,  die  äusserste  Südspitze  des  Plateaus  eirmehmend,  ein  in 
den  Zvg  d&i  äusseren  Mauer  eingefügtes  Vorwerk,  welches  halb- 
fcnisf%nlig  vorspringt  und  so  den  Zugang  absperrt,  welchen  der 
von  Snden  zu  dem  Plateau  führende  Felsengrat  einem  Angreifer 
etwa  darbieten  könnte.  Von  dem  nördlichen  Theil  der  eigent- 
lichen Ordensburg ,  dem ,  welcher  dem  in  der  äussern  Enceinte 
beschlossenen  Flecken  zugekehrt  ist,  köimen  wir  uns  hei  der 
Trümmerbaftigkeit  der  zagehörigen  Gebinde  kein  rechtes  Kid 


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186 


mehr  maclieii.  An  der  AnsBenseite,  nach  dem  Flecken  hin.  zieht 
eiclt  eise  stu^.  mit  Schiess schart uml  gedeckten  Gängen  ver- 
sehene Maner,  an  deren  Fuse  ein  in  den  Felsen  gearbeiteter  Gra- 
ben hüllünft,  irtlhiend  ihr  westliches  Ende  ein  stattlicher  Thurm 
bezeichnet.  Hat  derselbe  auch  ohne  Frage  schon  der  mispiüng- 
lichen  Ordensburg  gegolten ,  so  rührt  er  doch  in  sdnei  jetngen 
Gestalt  sicherlich  aus  späterer,  mohammedanischer  Zeit  her. 

Von  der  Geschichte  dieser  gewaltigen  Johanniterfestnng 
wissen  wir  wenig.  Eine  liviTg,  der  Sitz  der  vom  Fürsten  von  An- 
tiochien lehnsabhängigen  Herren  von  Margot,  hat  dort  sicher 
schon  früher  gestanden ;  vielleicht  hatten  Gchoii  die  liv/antinBr 
anf  dieser  die  Gegend  beherrschenden  JIülii'  ein  (  a-trll  errichtet 
gehabt.  Zu  einer  Festung  ersten  Eaiigr;^.  \\[c.  sie  ilie  raiichtigen 
Trümmer  erkennen  lassen,  kann  Margat  aber  füglich  nicht  tot 
dem ÜbergangindesBesitz  der.Johanniter^worden  sein.  Denn 
die  Aufföhrang  eines  iolohen  Biesesbanes  war  nur  den  gevalti-^ 
gen  Mitteln  einer  solchen  GenosseDSchaft  möglich.  Das  findet 
Beine  Bestätigung  darin,  dass  der  Bau,  wie  corapetenfe  Sach- 
kenner uttbi'iii;n  .  p'i'vol  in  llev-iifr  anf  die  Technik  als  auch  in 
Bezug  auf  den  $til  iiml  die  gcsammte  .Anlage  dem  Anfange  des 
dreizehnten  Jahrhunderts  zuzuweisen  ist.  Ausgeführt  muss  er 
gleich  nach  der£rwerbtmg  jenes  Gebietes  durch  den  Orden  sein. 
Denn  Wilbtand  von  Oldenburg,  der  1211  durch  jene  Gegend 
reiste,  iänd  die  Burg  vollendet  und  giebt  eine  Beschreibung  der- 
selben, die  mit  den  noch  erhaltenen  Resten  vortrefilich  stimmt']. 
Von  Tortosa  kommend  stieg  Wilbrand  nach  Margat  hinauf:  er 
rühmt  die  Stärke  und  den  Umfang  der  Burg ,  ihre  Doppelmauet 
und  ihre  zahlreichen  Thurme,  die  ihm  weniger  zu  Vertheidi- 
gungsewecken  als  den  Himmel  zu  tragen  bo'-timmt  '^theinen. 
Den  Berg,  der  die  Veste  trägt,  vergleicht  et  einem  Atlas;  sein 
Abhang  liefert  nach  Wilbrand  der  Besatzung  nicht  weniger  als 
600  FtÄren  Hett*],  dessen  Einbiingnng  die  Feinde  wiederholt,' 
aber  immer  Trebens  zu  Inndem  vennditen.  Dem  Alten. vom 
Berge  und  smnen  Aesassinen  soll  Margat  lo  imponirt- haben,  dass 
de  dem  Orden  seitdem  2000  Mark  Silber  jührÜchen  Trilmt  zahl- 
ten. Dennodi'  sei  man  in  der  Burg  alle  Zeit  vor  einem  plötzlichen 

1)  Laurent,  Feragrinatores  medü  uvi  qaataoi  p.  170. 
S)  So  iit  wohl  •■nnnstim  quinqoaginta  plänstra  comditl  novsm  tl-aori] 
■nie  donüiü»  ministnti  tu  deat«n. 


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187 


Angäße  auf  der  Hut:  allnächtlicli  machen  23  Wächler  unVer  dem 
Commando  von  vier  Ordensbrüdern  die  Kunde  um  die  Mauern; 
die  stehende  Besatzung  ist  lUüO  Mann  stark;  in  de u  Magazinen 
und  Speicheni  aber  soll  auf  volle  fünf  Jiüire  alles  Niitliige  an 
Proviant  nnil  Krie|(,-geräth  aufgeliiiiift  geli'^eii  liiilicii.  Wie  sehr 
die  Gegner  die  Bedeutung  von  Margat  schätzten,  zeigt  ein  Schrei- 
ben des  Emirs  von  Hamah  an  seinen  Vczier'):  i>der  Teufel  selbst, 
heiBBt  es  dann,  hat  sein  Verzügen  daran  gehabt,  Markab  za  be- 
ieeligea:  vie  oft  haben  die  UuselmSnne^  reisucht,  m  Beinen 
Thürmen  zu  gslmgen  und  sind  dabä  in  die  Abgründe  lünabge- 
stiirzt.  Marlptb  ist  ^e  in  ihi«r  Art  einiige  Stadt,  wie  eine  Warte 
auf  der  Höhe  des  Felsens  gelegen,  zagSnglich  den  Hilfstruppen, 
nnzugänglich  den  Angiifi^:  nur  Adler  und  Geier  können  sich 
zu  seinen  Wtßlen  «uftohwingen*. 

Smt  Maigat  im  Besitze  des  JoluumiteroTdens  war,  führte  dort 
als  StellTeitoeter  des  HocfameiBteis  ein  Oidennitter  als  CasteUaa^ 
das  Commando.  Selbst  Saladin  wagte  die  Veste  1  IST  nicht  an- 
zugreifen. Nachmals  sass  dort  olien  der  ehemalige  Herracher  Ton 
C7i)eni,  Isaak  Koranenos,  den  Itichard  Löwenherz  der  Obhut 
der  Johanniter  übergeben  hatte,  in  silbernen  Kotten  gefangen. 
Damit  hat  man  den  Namen  dmän-el-nielik ,  d.  i.  Zimmer  des 
Königs,  in  Verbindung  geliradit ,  der  iro  Volkstniiiide  an  einem 
noch  leidhcli  erhaltenen  Zimmer  nühe  dem  Eingänge  der  Uni^ 
noch  heute  haftet"] .  1204  machte  Malek-ed-Daher  einen  vci^eb- 
lichen  Angriff  auf  Mai^at.  1267  sohloas  der  Orden  mit  Sultan 
Biban  einen  lOjähiigen  SttUstand  für  die  Gebiete  des  Knrdeu- 
schloBses  und  Maigats,  wobei  er  auf  den  Tribut  verziohteii  mnsste, 
den  ilun  bisher  die  Assassinen,  die  Emire  von  Aleppo,  Hama 
und  Schaisargczahlt  hatten.  Zwei  Jahre  sjiätermnssle  der  Orden 
auf  alle  zuletzt  mit  den  Mohammedanern  gemeinsam  innege- 
habten Ländereien  Verzicht  leisten  und  selbst  die  Einkünfte  der 
Herrschaft  Maigat  zur  lUUfte  dem  Sultan  überlassen,  auch  ver- 
sprachen, SU  Haxgat  selbst  keine  Beparatnr  mehr  vorzunehmen : 
die  Burg  wurde  alBo  dem  allmählichen  Vei&ll  prräsgegeben. 
Dennoch  schlug  dieselbe  l2Si>  einen  Angriff  Seifeddins  Balbeis, 
des  Befehbhabera  des  Kurdcnschlosses,  und  seiner  wilden  Turk- 

1)  Wlgetb«at  TOD  Bey  a,  a,  O,  ji,  37/38. 

2)  Ihre  Lina  ^ebt  nach  den  Urkunden  bei  Faoli  Key  a.  a.  O.  33. 
3}  Ebsndort  SS. 


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188 


menenhorde  siegreich  zurück.  Eist  Kelaän  gelang  es,  daa  feateate 
Ikillivork  der  CJhristcuheit  im  Norden  öyrieuB  zu  brechen.  Am 
17.  April  erschien  derselbe  vorMargat  und  schlug  Bein  Lager 
südlich  von  dei  Uuig  auf,  auf  dem  Grat,  ivelchez  das  Plateau  mit 
den  Nouineibeigen  rerbindet.  Sechs  gewaltige  BiUisteii, -die 
man  in  ihie  Bestsndäwile  loxiegb  auf  die  H&e  gebncht  hatte, 
überschütteten  die  äusseren  Wälle  mit  einem  Hagel  von  Ge- 
steinen und  Geschossen,  wurden  aber  durch  die  Wurfmaschinen 
der  Vertheidiger  zertriinunert.  Durch  neue  Angriffancrke  aber 
sahen  aich  die  letztern  bald  genäthigt,  das  südliche  Vonverk  zu 
räumen  und  den  grossen  Eckthurm  der  Uurg  zum  Hauptatüti- 
punkt  der  Abwehr  zu  machen.  Nun  begannen  die  Belagerer  die 
Mauern  zu  untergraben,  trieben  Minen  in  den  Felsen,  in  denen 
dann  Holzstosse  verbrannt  wurden  um  das  Gestein  müibe  m 
machen,  so  daas  es,  wenn  die  stützenden  Balken  vm  den  Flam- 
men verzehrt  waren,  BoMmmenbiaohnnddieTonihm  gebragenen 
Mauern  wankten  und  stfiizten.  So  wurde  sohliesslioh  dae  sud- 
liche Torwetk  zu  Fall  gebracht  und  die  Angreifer  fassten  in  dem 
Baum  zwischen  der  äusseren  und  inneren  Mauer  festen  Fuss ;  ein 
Stnrm  aber,  den  sie  unternahmen,  wurde  noch  abgeschlagen. 
Daher  nahmen  die  Mineure  ihre  Arbeit  wieder  auf,  untergruben 
die  Fundamente  des  gioBsen  Hanptthunns ,  der  als  der  Schlüssd 
dar  Festung  anzusehen  war,  und  brachten  denselben  hold  ins 
Wanken.  Da  aber  Kelaün  eine  Burg  von  solchem  Werthe  mög- 
lichst gut  erhalten  gewinnen  wollte,  so  bot  er  den  Vertheidigem 
Caj)ituLation  an.  Dieselbe  wurde  angenommen,  nachdem  Bevoll- 
mächtigte des  Ordens  sich  von  der  Unmöglichkeit  überzeugt  hat- 
ten, deu  Zusammensturz  des  Thurmes  abzuwehren.  Die  Bitter 
erhielten  freien  Abzug  nach  Accon ;  jeder  durfte  seine  tragbare 
Habe  mitnehmen.  Sie  führten  55  völlig  auegerüstete  l'ferde  imd 
Maulthiere  mit  fort;  aus  der  Ordensschatzkammer,  die  in  Slaigat 
gewesen  xa  sein  scheint,  duifte  jeder  Bitter  30QO  ByzantiiLer  mit- 
nehmen. Am  29.  Mai  1286  erfolgte  die 'Übergabe.  Kelaün  «ber 
liess  sofort  den  durch  die  Belagerang  angerichteten  Schaden  gut 
machen  und  den  wichtigen  Waffenplatz  viilhg  in  Vcrtheidignngs- 
zustand  setzen.  Mit  i'iiii^r  xalil reichen  Hcsalzuiit;  und  löl)  Mame- 
luken nahm  tincr  licinei  Emirs  dort  seinen  Sitz,  licra  iHe  Gebiete 
von  Antiochien,  Laodicea  und  Kafartab  untergeben  waren. 


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189 


vm. 

N&clidem  wir  nunmehr  die  Besitzungen  des  Ordens ,  soweit 
sie  heilte  noch  nachiveisliBr  sind,  kennen  gelernt  nnd  datei  zu- 
gleich eine  Vorplcllimg  von  der  politischen  und  der  militärischen 
Bedeutung  derselben  geivoniien  haben,  werfen  wir  schliesslich 
noch  einen  Blick  nuf  die  ftir  dieselben  in  Betracht  kommenden 
wirthscliBftliohen  Veib&ItnisK ,  der  uns  zugleich  ein  Bild  geben 
kann  vim  dem  KulttusuBtande  Falästina's  im  Zeitalter  der 
Kreuzzüge. 

Von  den  zahlreichen,  ausgedehnten  nnd  weit  zeratrenten 
ISndlichen  Besitzungen,  einzelnen  Gutem  und  Güteicomplexen, 
welche  der  Orden  allnüihlich  erworben  hatte,  behielt  er  natürlich 
nur  einen  Verhältnis smässig  geringen  Theil  unmittelbar  in  seiner 
Hand,  so  dass  die  betreffenden  Landercicn  unter  Aufsicht  seiner 
Beamten  durch  seine  Diener  und  die  auf  den  Grundstücken  sitzen- 
den Colonen  bebaut  wurden.  Der  Ertrag  dieser  vom  Urdun  selbst 
bewirthechafleten  Güter  diente  den  Bedürfnissen  der  in  dem  be- 
treffenden Bezirk  gelegenen  OidensMuser  nnd  S;^^lar.  Alle 
diese  unmittelbar  «tun  Unterhalt  des  Ordens  und  seiner  Glieder 
dienenden  Ordensgüler  waren  toh  allen  Abgaben ,  namentlich 
auch  dem  kirchlichen  Zehnten  cximirt ') .  Von  denjenigen  Gütern 
jedoch,  die  er  nicht  in  dieser  "Weise  zu  eigenem  Bedarf  verwen- 
dete, sondern  irgendwie  anders,  alsonur  mittelbar  nutzbar  machte, 
hatte  d«  Orden  dem  betreffenden  Bisohof  den  kirchlichen  Zehn- 
ten ni  entrichten  3).  Doch  wurde  er  davon  nicht  Mlten  durch  be- 
sondere Verleihung  befreit')  oder  ersetzte  den  Zehnten  durch  ein 
meist  niedrig  bemessenes  Pauschquantnm.  Von  anderen  Gütern 
entrichtete  er  nur  den  halben  Zehnten  *) . 

Bei  weitem  den  grössten  Theil  seines  reichen  Landbesitzes 
that  clcr  Orden  natürlich  aus.  Das  konnte  auf  zn'eierlei  A.Tt  ge- 
schehen. Entiveder  gab  er  ganze  Güter  oder  gar  Gütercomplexe 
zu  Lehen  imd  übte  dann  den  ilamit  bclichcncu  gegenüber  alle 
die  Eechtc  aus ,  welche  dem  Lehnsherrn  in  militärischer  und 
jurisdictioneller  Hinsicht  dem  Lehensmann  g^enüber  mstanden, 
und  ibm  schuldeten  die  Beliehenen  alles,  was  der  Vasall  seinem 

i)  PaoU  t,  p.  268  u.  Ni.  10  (p.  lO). 

i|  Mr.  8  u.  Nr.  13.  S)  Nr.  69.  4)  Nr.  7,31. 


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l&O 


Herrn  zu  leisten  hatte.  So  erwarb  der  Orden  z.  B.  1170  in  Be- 
zug a\i{  lÜE  fSurgen  Arkas  und  Dschebel  Akkar  ganz  die  Rechte, 
die  bisher  dem  Grafen  von  Tripolis  zugestanden  hatten'),  und 
1261  gewinnt  er  in  ganz  gleicher  Weise  die  Seigneurie  Aisui*). 
Kam  in  einem  sulchen  Gebiete  dann  noch  dte  Kriegahoheil  an 
den  Oiden,  so  hatte  derselbe  ihatsächlich  landesheirliche  Beeilte 
inne.  Viel  tüiufiger  aber  vergab  der  Orden  smne  lindlichen  Be- 
sitzungen nicht  in  compakter  Masse  als  Lehen,  sondern  in  ein- 
zelnen Casalien  odei  Thetlen  von  solchen  zur  Bebauung  und  Be- 
wirthschaftimg  an  einzelne  Unternehmer,  und  zwar  nicht  blos 
Cliristen .  sondern  auch  Sarazenen.  Dieselben  hatten  dann  je 
nachdem  einen  bestimmten  Theil  des  Ertrages  in  natura  abzulie- 
fern oder  einen  jahrlichen  Pachtzins  zu  zahlen;  zuweilen  ist 
beides  combinirt*).  Wurden  Ländeieien  an  Einheimische  ver- 
ge1>en,  so  geschah  das  nicht  selten  in  der  Weise,  dasa  eine  ganze 
Gesellscbaft  von  solchen,  eine  Familie  oder  ein  TiS>ub  ein  Gut 
zu. gemeinsamer  Bewiithschaftung  erhielt;  .alsdann  lag  die  Lei- 
tung derselben  und  die  Yeittetung  der  GeaelUoh&ft  dem  Onmd- 
herren  gegenüber  entweder  bei  dem  Aeltesten  oder  einem  gewähl- 
ten Oberhaupte,  welches  den  Titel  Keis  führte  *) . 

Übrigens  stand  dem  Orden  an  vielen  der  ihm.  geschenkten 
Länaereicu  kt^iii  unlji^sdiriiiiktts  Eitro.ithumsrüclit  zu.  MuniOier, 
der  ihm  eiiii;  .Schenkung  zugewandt  hatte,  behielt  sich  auf  Lebens- 
zeit ein  Mitbenutzungsrecht  vor,  etwa  die  Hälfte,  des  Ertrages^;, 
oder  der  Orden  musste  dem  Schenker  eine  Rente  zahlen  ;  von 
anderen  hatte  er  gewisse  Summen  an  Geistliche  und  Kirchen  zu 
zahlen').  In  anderen  Fällen  bestanden  solche  Verpilichtungen 
auch  den  Erben  des  Stifters  gegenüber  fort  >i .  Auch  die  Pachtung 
einzelner  Ciisalien  oder  ganzer  Casaliencomplese  auf  länger  be- 
messene Zeilniume  durch  den  Orden  kommt  vor:  z.B.  pachtet 
derselbe  1259  die  vier  Casalien  des  Eizbisthums  Nazaieth  auf  40 
Jahre  gegen  2000  Uyzantiiieir  jährlich"),  ein  Geschäft,  das  bald 

llNr.  61.  '2)Nr.  I«.     '  SJNr.Sl. 

Paoli  I,  p.  ISi  (Hr.  ISj  wird  i.  B.  dar  L'uule  JnbaU  übergeben  pro 
dictadama  tenaidam,  laboruidunieteiutoäieDdiim  Balecio  AbetetG«me- 
radi  sto. 

S)Nr.  73.  6)Nr.  M.  181..  " .  7J  Nr.  IBS. 

S;  Nr.  30.  319.  0)  Nr.  133  (p.  182). 


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19t 


danach  auf  den  gesammten  Landbesiu  des  erahnten  Krobi»- 
thums  gegen  eine  Pacht  von  14,000  B]/%antinem  aasgedehnt 
wurde  'i . 

Nicht  unbetiSchtlich  war  femer,  was  der  Orden  aus  den 
Lieferungen  gewann ,  zu  denen  ein/eine  Güler  iiinl  GriLiLiI^tiickc 
ihm  ver]iflichtet  waren.  \mi  dem  einen  erliii'lt  er  ein  lie- 
stimmteB  Gewicht  an  Weintrauben  fiir  seine  Kelter',,  von  dem 
anderen  Zucker  mm  Bedarf  der  Kranken  im  Ordenshospital  zu 
Accon  >) ;  ein  Edler  stiftet  ihm  zum  Dank  für  die  ihm  zur  Befreiung 
aus  sarazenischer  Gefangenschaft  geleistete  Hilfe  eine  Spende 
von  1 0  ScheflVtln  Getreide  jährlich  .  Anderwärts  hatte  der  Orden 
nutebaie  Beohte,  z.  B.  das  des  Fischfanges  im  See  Tiberias^), 
während  ihm  der  Zehnte  zustand  von  den  Fischen,  die  bei  Tripolis 
in  dem  an  sein  dortiges  Ilmis  und  dessen  Garten  stospcnden 

Ynr  dli-.  .kisiLiiii."-.  was  der  Orden  /um  d^'L-nni  liedarfc  laif 
seinen  Üchiffeii  ans  dem  Abeiidlandc  einführte  oder  durch  andi're 
einführen  liess,  genoss  er  Zollfreiheit').  Besonders  reichen  Üe- 
winn  20g  er  aus  den  Einkünften  gewisser  Zollstätten ,  an  denen 
ihm  ein  Antheil  verliehen  war;  bo  z.  B.  in  Accon*),  in  Tripolis») 
und  in  Antiochien     .  ivn  ihm  anrh  iler  l^^rtrag  des  Weinzolls,  der 

In  sfiner  Kij;i^ii:-ciial't  als  eine  ungleich  auch  kirchliche  Ge- 
nossenschaft zieht  er  von  eimclneu  Casalien  und  zuweilen  auch 
von  ganzen  Landschaften  gewisse  kirchliche  Einkünfte,  z.  B.  den 
Idichlichen  Zehnten  anderswo  fiel  ihm  ganz  oder  theiliveise  die 
taSia  Snrianomm ,  d.  h.  die  von  den  syiischen  Bauern  zu  zah- 
lende Abgabe  oder  Kopfsteuer  zn  *^ . 

Aber  auch  Menschen  finden  mr  unter  dem  nutzbaren  Be- 
sitz des  Ordens,  nicht  blos  soweit  solche  als  grundhörige  Bauern 
auf  den  dem  Orden  übereigneten  Gutem  Sassen  <<).  sondern  auch 

2  Xr, 

4,  Kr.  214  :p.  Sää,. 

0;  Kr.  HB  ip.  lir;. 

8)  Kr.  m  ,p.  334 
IK  K'r.  112  (p.  120  . 
12i  Nr.  98  (p.  IS2). 
W)  Nr.  IG. 

13 


I)  Nr.  13U  IGU.i. 

3;  Nr.  207  ;p  249;. 

S)  Nr.  190  -;p.  241). 

i;  Nr.  II. 

9;  Nr.  211  'p.  251,. 
11  K(.  113.  114. 
13;  Hr.  19S  p.  I4j;. 


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ig2 


eiii^idiic  Kniicm  (villaiii)  an  einzelnen  Oi'Ccn ja  einmal  schenkt 
jemand  iiielil  lilos  sein  Haus,  sondern  sich  selbst  dem  Hospitnl^  . 
lliorbfi  kommen  hesonders  die  Uediiinen  in  HetrHcht.  1 1 00 
•t.  lt.  (schenkt  Köni){  llalduin  dem  Orden  II"  Zelte,  d.  Ii,  diirdi 
ivol  J'amilien ,  wns  offenbar  mir  d^iliiii  zu  i'rslfhi'ii  sein  diiiftr, 
dass  der  Orden  Volbuatht  L-rlidlt  ml-Ii  s..  virl  au-  der  Zahl  der 
noch  freien,  noch  nicht  einem  bestimmten  lleiiitzer  übereigneten 
anzueignen^);  1178  bestätigt  dereelbe  dem  Orden  eine  Schenkung 
Amaltiohe  von  Nabnlua  za  der  Huch  acht  Bedninentribue  mit  im 
ganzen  103  Zelten  gehören');  die  Schenkung  begreift  ausdriick- 
lieli  aueb  diejeiiifren  zu  jenwi  'l'ribn;-  ^ebürijten  llrduiiiun.  die  zur 

des  Ordens  iverdeu.  subald       diis  cbri-tlLdic  Cn-bi,jl  belruleu^  . 

Wie  hoch  sich  etwa  der  Gesammtertrag  aus  allen  diesen  Uü- 
tem,  Grundstücken,  Beuten  und  nutzbaren  Itechteu  des  Ordens 
jlhilioh  belaufen  haben  mag,  nnd  wir  natürlich  ganz  ausser 
Stande  auch  nur  annähernd  xu  schätzen.  Dass  es  eich  dabei  aber 
um  gewaltige  Summen  handelte ,  ist  zweifellos,  Uer  Orden  war 
frühzeitig  auch  eine  finanzielle  Macht :  konnte  er  doch  llaimund 
von  Tripolis  mit  der  colossulcu  Summe  von  :i7,0(J0  Hvzautinern 
iinsbelfcu.  d.  h.  1.:)r,0,Ü0U  l-'rants  Metall  =  2,  SdU.o'otl  l-'rancs 
Coursm-rthl  Wie  der  Orden  diese  Summen  vi-iwaiidle,  liis-t 
sich  nur  venuiithon.  In  der  iilteren  Zeit  stunden  dafür  obue 
Truge  die  ursprüngliclien,  dem  Orden  durch  seine  BtatutL'U  viir- 
geschriebeneu  Zwecke  in  erster  Ijnie.  Johann  von  Wüiz- 
burg',  der  um  1165  das  Heilige  Land  bereiste,  rühmt  die  MiU- 
tMtigkoit  des  Ordens,  berichtet  staunend  von  dem  riesigen  Spital 
desselben  in  der  Heiligen  Stadt  )iind  weiss ,  dass  derselbe  über 
Caslidle  und  eine  starke  Kriegsmacht  verfugt',.  Späler  wird 
darin  ivul  so  gut  wie  bei  dem  'X'empcllierrcnurden  eine  .Änderung 
eingetreten  sciu.  obgleich  es  den  Anschein  hat,  als  ob  die  Johan- 
niter niemals  in  dem  Qrade  verweltlicht  seien  wie  die  Xempel- 

1}  Nr.  3,  2|  13. 

3)  Ni.  36.  Ist  dien  Ucntung  richtig,  ao  mOchte  nun  annclimeu,  dsai  die 
Ilsduineiii  «aweit  de  iiicht  atudiacUidi  jemandeni  n  eigeo  gegeben 
vaiGD,  Konigileats  vaMa,  d.  h.  alt  £ig«nthum  dei  KCnigs  galten, 

4;  Nr.  Ö6. 

5;  Gans  ebimiD  kommen  Kr.  66beduim  Templi  vor. 
fi;  Toblei,  Dsscriptionei  Terrae  Sao.  p.  1S9  (Leipiig  1ST4J. 


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193 


heam  und  anoh  niemais  so  entschieden  militSriBcli-poUtiBehe 
Tendenzen  verfolgt  haben  wie  spfiteihin  der  deutsche  Orden. 
Sicherlich  aber  wird  auch  dieser  Orden  sich  den  nachtheiligen 

Einwirkungen  nicht  gani  hiilien  entziehen  können ,  ivelclie  die 
ontschicdt'H  iinst'fiinde  Entwifkeliiiig  de>-  Frnnkentliums  im  Hei- 
ligen LaudB  auf  alle  daiaii  ISethuiligwu  ausübte ,  und  wie  von 
dem  Stolze  der  Templer  eo  geht  im  13.  Jahrhundert  im  Munde 
des  Volkes  die  itede  von  der  Eitelk^t  der  Johanniter  <) . 

1;  Bobui  d'Hoapitalion  bei  Crapelet,  ProverbsB  et  diotoiu fnngiU  aux 
13<etU*^le<p.  15,17. 


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Der  Name  chän  miige. 

Von  I^ofessor  Dr.  3.  eildemelstfir  in  Bonn. 


Wie  nolhivendig  es  sei,  wenn  man  /ur  llesti mulmig  von  Orl?- 
lagen  die  Namenafonn  herbeiziehen  ivill  odei  muas,  die  jiliiloli)- 
gischen  vmd  etymologischen  Veibältniese  derselben  richtig  zu 
rerstehen,  mag  an  flinem  Beispiel  dargelegt  werden. 

Die  veiBchiedene  Gestalt,  unter  der  obiger  Name  bei  den 
Reisebeschreibem  und  zwar  (vergl.  KowKsot;  Palast.  HI,  541) 
seit  Füh>;r  15G0  auftritt;  elmbinie,  elmuny,  elmenie,  menieh. 
mini,  ineunye  (so  liriiKHAKini  u.  a.,  führt  auf  das  Wort,  das 
nach  den  ^Autoritäten  .liiküt.  Liiblinllobäb,  Kümüs  unter 'acbc&iinj 
cl-miiiija  zu  vo Kalisiren,  yielfacb  aber  durch  Einwirkung  des  fol- 
genden j  iiiimoutlidi  in  A|;yi>(f:n  sehr  vii:le  Formen  bietet  aus 
den  Ucispbi^si'b reibe rn  das  Hegisler  nu  Ilartmanns  Africa  1799) 
miiy'e  gesprochen  und  so  auch  in  \'ulgürtexten,  z,  B.  in  einem 
von  NicoLL  Catal.  ms.  Bodl.  II,  415  citirten  SteuerveizeiohnisB, 
arabiscli  geschrieben  ist.  Von  den  arabischen  Lexicogniphen  wiid 
es,  zum  Zeichen  dass  es  in  dieser  Bedeutung  kein  altarabisches 
ist.  nicht  aufKciÜhrt  und  findet  sich  daher  auch  nicht  in  unsem 
W'ürterlnitlieni ;  olineliin  ist  sein  ^'o^koramen  fast  ganz  auf 
.Ägypten,  n  i)  einige  1  hinderte  von  t)rten  so  heissen,  und  auf  Spa- 
nien beschränkt.  Es  bedeutet  Villa,  Landhaus.  Landgut.  Gehöft, 
Weiler,  kleines  Dorf  (in  der  aus  dem  Syrischen  stammenden 
Übersetzung  der  biblischen  Chronik  drückt  es  kafrTm,  Dörfchen, 
aus  1,  4,  33;  S,  41  ff.  u.  oft),  in  Spanien  speciell:  Garten,  Park. 
Es  ivird  dann  davon  ein  Plural  nach  arabbchem  Bildungsgeeetz ; 
munS  abgeleitet.  Als  AppellatiT  erfordert  es  ursprünglich  einen 
Genetiv,  den  des  fiesitsers,  des  nahe  gelegenen  Ortes,  oder  ein 
AdjectiT',  bis  es  endlich,  wenn  die  Orte  grösser  oder  bedeutender 
geworden,  abgekürzt  füi  eich  allein  gebraucht  wird,  wie  maiyat 


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195 


ibrt  chasib  am  Nil  jetzt  bloss  lUbiiieh,  Mimeh,  Uenieh  liebst.  Die 
Anueaduug  des  Wortes  ISsst  räch  Ins  in  dos  erste  Jahihnndeit 

des  Islam  verfolgen.  Der  im  Jahr  SO  (699)  gestorbene  Biudei 
des  Chalifen  'Umar  ilm  Abdakziz.  El-n?logli.  erhaute  sich  die 
munj'at  el-aslagh,  die  nudi  2S2  ('J05'  und  ^]lätl3^  i;i'S(.-Iiichtlii:h  er- 
ivähnt  wird  (Abulmahäsin  Ii,  lUO.  lliU.  212),  El-tiliasib,  Steuer- 
diiector  unter  Häiün  1 90  (äOC),  oder  sein  tjohn  tmCci  Mäinün  jene 
mw^tu  {äm)9l-i^ta^  (Ms^r. CtütBl I|  205),  einteidiei  Cluiet  An- 
düna  (Antonius)  unter  Ahmed  ibn  l^lfin  um  870  die  mmjta  aa- 
(fima  (das.  20S).  Andere  tot  der  Fätinudemeit  a.  bei  Ibn  Chall. 
175  ult.  Slane  =  2,  ÖS,  H  Wüst,  und  644.  22  »kne.  In  Spanien 
nchtete  der  erste  Umajiade  Abditlrahrnm  nach  seinem  Kegie- 
rungsantnlt,  also  bald  nach  13»  (7561.  bei  Cordova  einüii  l'racht- 
gaiten  ein.  Aen  er  miiiiial  i-r-ruaäfa.  nannte  iMitkk.  I,  In 
Syrien  ist  der  Name  SL'lti'iicri  rin  üeispiel  ZDP\  .  II.  11  vergl. 
Dschibaii-nimiii  ■  \~>  I  me  ijii:i-:tiii:i  tlmnnit  /.um  i-asale 
Maharona  im  Gebiet  von  Ivnis  [ivohl  ma/irümä  bei  Qiiatr. 
HamLn,  1,  174,  13)  zählt  im  Jaht  1243  der  Bailo  Uarsigho 
unter  den  Yenedanischen  Besitanngen  auf.  Tasbl  und  Tkouas 
Urkunden  der  Stadt  Venedig  (Fontes  tet.  Austr.)  II,  376. 

Die  sicherste  Ableitung  des  Frcradworles  i'^t  ilic  zuerst  vnn 
ÄüLKR  ;in  Eeiskc's  Äbulfeila  III,  731)  aufgor  rollt,'  mjii  ik'üi  k,>|)- 
tisdien  'eigentlich  griechisdifiil  jiovij  umansio  .  li:ibiiiiLiii ,  -lütiu 
naviiun,  mansiones  lunae™  Peykos.  Dem  Genus  folgt  die  ara- 
bisohe  Feminineudnng.  Aus  Ägypten  wird  das  Wort  froh  von 
den  Ansiedlem  ntkoh  Spanien  mitgenommen  sein,  erst  später  kam 
es  nach  Syrien.  Wenn  Mukaddasi  375  f985)  es  noch  nicht  *a 
kennen  scheint  und  sicli  von  einem  Spanier  als  »Gartenn  erklären 
liesB  (S.  I;i5),  so  bezieht  Rieh  das  ivohl  bloss  auf  den  speciellen 
Gebriuich  für  den  meilenweiten  Park  bei  Granada. 

Der  c)iäii  am  gnlibieischon  See  ist  daher  bcTiaimt  nach  einer 
muitja.  bei  der  er  kg.  und  die  cini'ii  /,v  i.>itcii,  inis  unbekannten 
Xameii  im  Genetiv  nacli  sith  gehallt  lialn.'ii  .iiu.s.  Welcjier 
dieser  gewesen ,  sagt  kein  Zeugniss.  Wkt/.stkin  bei  De- 
litzsch Ein  Tag  in  Capenutum.  1873.  S.  147  hörte  die  Ruinen 
sndlich  vom  Chan  nMet-eUghmoef;  Hafen  des  ghtuxr  nennen, 
was  gegenüber  der  bei  allen  Beieenden  so  comtanten  Benennung 
doch  nur  ein  neueres  MissverstSndniss  sein  kann.  Es  liesee  sich 
daraus  etwa  auf  eine  frühere  Benennung  mu^'a  des  ghwmär 


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106 


gegen  allerdings  ckun  eUohmcer  zum  Lnterschiede  von  den  übri- 
g       f  1    D  11  1        d    sagt  werden 

k  \b     i     II  I  )1  ird  man  Be- 

denken tragen  den  ficlihiss  zu  ziehen,  l.her  «ird  man  eine  an- 
dere Vermuthung  walirachninlich  ftndon  dürfen. 

Kaawini  enahli  m  seinem  ge(^;raphischen Lexicon  145,  22 
oder  in  den  Wundem  der  Sahopfung  193,  S(üiETBB'sÜbag.|394): 
im  Landstrich  ron  Tiberiae  sei  ein  Ort  (oder  Dorfj  mit  sieben 
Quellen,  deren  Wasser  Bieben  Jahre  lang  flicssc  und  die  nächsten 
sieben  Jahre  versiegt  sei  nne  dergleichen  Ilegelniäf^siglieit  ja  auf 
natürliche  Erscheinungen  Inn  uftpts  fühulirt  winli.  Dies  muss 
sofort  an  dns  H(;))tapcgoTi  cnTmnni .  ivnh'hes  narh  di'v  oben  II. 
59  gegeben™  .Vii-^L'izunir  inif  w\vr  iin  drai  tiobirfsziii;  nljyrluilb 
chän  miiijv  gclegfii  hiil  ^ml^r  i'iZLihh.  Kai'.M  iiii  \a-\.  liS,  2. 
Wunder  lllo.  l.  hei  Liiik  'Mi)  naeli  dem  Kerielit  des  Ta'älihi 
'[f  t04S  Chr.)  von  einer  un.  Landstrich  von  Tiberias  gelegenen 
'Quelle,  welche  diese  Eigenschaft  gehabt,  und  die  sicher  mit  jenen 
sieben  Quellen  identisch  ist,  und  hier  wird  nun  gesagt,  dase  sie 


1,  Dam  iii  nur  zu  bciiifi-ken.  class  die  W  orte  der  ausführlicheren  Iteceo- 
sion  des  Theodoaius  Birsabee  und  aut  fedua  pulei,  quod  ]iepegil  Abraham 
mit  Hecht  von  Todler  alt  uaechter  Zusali  beieichnet  Bind  (Biriabee  kann 
apnchlich  tucht  siobBU  Brurman'  heiasenund  des  JoSEFHUE  nürdücher  Grinz- 
□rt  L'uUrgalilBes's  unmöglich  hier  geauchc  werden]  und  diu  die  Angabe 
'milia  ij'  far.die  Entfernung  vonMagdalum  zu  dun  T  Quellen  und  dem  Ort  der 

recten  Codes  dei  aclilen  .Tahrhunderls  und  einem  des  ziiOlflen  sieht,  Mährend 
drei  Handschrift.^"  aiii.  dem  aehten  und  neunten,  so«ie  drei  au»  dem  zwölften 
keine  Knlfümuny  ansehen  und  alle  Hflndichriftan  der  ausführlichen  Ke- 
censiuii  fünf  Meilen  bieten.  EpiniANEi  s  HsBlopul,  p,  59  Allaiiik  oder 
p.  1)  IlllE'i.lx  giebt  liiifilr  ein«  rum.;  Meilt^;  wenn  er  indc.sa  dos  Kljslct 
HeptapcKon  und  den  Speiaungaort  di^r  r>i)(JU  iiii'i  Meilen  vun  seini-m  t'aptr- 
nauni  nclit,  ao  stimmt  dies  zu  der  angenommen™  l.nge.  Dii:  übrigen  geben 
keine  Zahlennulii ,  aber  deuten  auf  d,.naeiben  l'hTk.  AaOi  T.K  «etit  den  Ort 
der  Ii rotverm Ehrung  zw iscliL'n  Tiheriai  uncl  Cii|ieriiaura  die  Lesart  'per  biTium 

Codd,,  meh  V  jj.  -III  lesen,  so  dass  der  lu|)u  graphische  Sehlus»  aus  der 'Gabe- 
lung des  Weges'  nicht  gezogen  werden  darf,,  das  sog.  Cummemorstorium  ver- 
bindet Hsptapegon  am  ?  die  pTseposition  fehlt;  Tiberiaaaee  mit  der  8p«sung 
der  SOfln.  NcCEFROHl's  Call,  mit  der  der  4000. 


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197 


bei  einem  Dorf  tmttg'at  kitchäm  li^e.  Ist  nun  jene  Iiocalisining 
der  iirrä  mj^aC ,  wie  nicht  zu  beKweif<aln,  sicher,  so  wäre  damit 
der  vielleicht  anf  den  irmajjadenchalif<enHtschäm{T23 — 742  Chr.), 
irelcher  viele  Landgüter  anlegte  [Weil,  Gesch.  d.  Chal.  I,  654), 
2i)riickgeliende  Namen  gegeben. 

Die  Vprkürzung  in  blosses  mtmj'a  wird  nach  dem  oben  ange- 
gegebcnen  Gebrauch  veranlasst  sein,  weil  hier  eine  Hauptstation 
der  Strasse  von  Damaskus  nach  Ghazza  und  es,  wenn  nicht  über- 
haupt schon  der  in  der  G^end  einzige,  dadurch  der  bekannteste 
Tniger  des  Namens  war.  Tlberias,  das  bei  den  früheren  Bouten- 
beschreibem  die  Station  bildet,  war  nach  der  Zeit  der  KreuzzOge 
bald  verfallen,  imd  an  seine  Stelle  wird  el-mmffa  getreten  sein, 
das  Chalil  ez-zahiri  fp.  20  bei  Bosenmüllbr  Anal,  aiab.) 
H30  als  grosses,  stadtähnlichos  Dorf  kannte.  Desshalb  erscheint 
auch  im  Dsphilifm-numii  [S.  5:j3  vgl.  5S  l,  L  G0I,2  di-r  iiiiHlae- 
ische  See  als  See  von  el-mmja;  da  die  Strasse  liier  den  See  er- 
reichte und  bald  dahinter  von  ihm  abbog,  ohne  mehr  Tiberiiis  zu 
tierühren ,  kannte  der  Ort  von  den  Beisenden  als  der  charakte- 
risüsehe  Punkt  für  den  See  an%efaBBt  werden.  Über  die  Ans- 
spniche  geben  die  Texte  des  Chalil,  des  Dschihän-numa  und 
<ks  K  hi  j  iir  i  (1G7  0'  keine  Auskunft;  aber  in  dem  Leidener  alten 
Coi!e\  lief-  Ihn  Scliuddiid,  den  Schultb.vs  abdnickte,  vergl. 
S.  [IS.  ist  naeli  iiK  üiiwk's  freundlicher  Mittlieihing  das  Wort 
bfidrniiil  mit  «  bi'/ei ebnet,  also  i:!-muiijti  ^es|irn(5heii.  .So  erscheint 
es  auch  in  Spanien  in  dem  raohrfaehen  Ortsnamen  .\lmunia  und 
als  Appellativ  in  Urkunden  bei  Dn.  .\M;i:. 

Hieraus  folgt,  dass  wir  das  spät-arabische  Wort  nicht  aus 
eber  Form  der  in  Palästina  früher  gesprochenen  Dialekte  er- 
klKten  dürfen  und  die  oben  II,  59  versuchte  Zusaminenstellting 
mit  Dalmanutha^  unzu^sig  ist.  Sie  stützt  sich  darauf,  dass 
i'miiij'fi  in  syrischer  Form  nienö0  gelautet  hahe.n  .\ber  dies,  früher 
'ifinifä  gesprochen,  hat  weder  auf  dem  Wege  einer  giamma tischen 
Aiiaingiebihhing.  die  ein  nicht  existireiides  mam/'iiii  i'mit  der 
:irHbLsc-hen  NomLiialendiim;  erceben  hlitle,  niifli  auf  dem  der  laut- 
liehen  UmivamllunK  eine-,  freiiiilrn  .Nimi.  |ii-iii..  luieK  f  lu'i- 
>st7Ain^  m-mir,  heisst  Tlieil ,  iiiehl  -o  da-  arahi-c-he  Wuvi 
munj'a  worden  können.  iManüta  oder  menötO"  iH'iiütä.  wüten 
auch  unter  sich  nicht  identisch  und  jenes  ist  überhaupt  kein  sy- 
risches Wort,  so  dass  selbst  um  diesen  Preis  die  Annahme  eines 


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19S 


AliMlü  der  Silbe  chil  nicht  weiter  fiilireii  wiird«.  Dass  lUes  nun 
aber  h^ilie  aii^gcsproclieii  «  erden  kcimieii.  di^^'^  ein  Abendländer 
mcnsa  heniiisliüieu  iiioehte  nvie  Ahnliehcs  schon  Sli'p,  Neue 
architekl.  Studien  ISliT,  S.  230  meint),  ist  undenkbiir.  Die  lis- 
pelnde AusBpioche  des  Taw  war  ja  bei  den  Aramaeeni  nicht  vor- 
handen und  dies  bildet  ein  ChaiacteTisticum  ihiea  Dialeots,  in 
der  arabischen  Fonn  rmmja  oder  meinetbalb  menja  wäre  fnx  sie 
kein  riatz,  und  wie  hätte  das  betonte  ti  überhört  werden  können? 
Auch  hiervon  abgesehen  fehlt  den  lateinischen  Stellen  alle  Uber- 
zeii^ingskraft,  dase  das  ohnehin  mit  tabula  wechselnde  mensa 
anders,  denn  als  Appeltativ  verstanden  sei.  Die  älteste  Erwäh- 
nung um  SOS  im  Gommern uratori um ,  an  die  llesehreibung  des 
Klosters  Heptapegon  eich  anschliessend,  lautet  lückenhaft,  wie 
sie  überliefert  ist :  Item  iuxta  mare  ecclesia  quam  vocant  duodec 

 pulia  suis;  ibi  eet  mensa,  ubi  cum  Ulis  aedtt;  ibi  aunt 

presbyter  j,  eleriö  ij,  bi  diesem  Zusammenhang  kann  das  eine 
ibi  doch  nicht  andere  verstanden  werden,  als  das  andere.  In  oder 
an  der  Kirche  ist  ein  Priester,  iu  oder  an  der  Kirche  oder  üu  ihr 
gehörig  (sie  war  Wold  darübifr  frcbaiit,  wie 'l'iinnM.iK  p,  .i  l.iiiir. 
ansdrücklich  sagt)  clor  Tisch,  wo  ur  mit  den  Jüngern  shsm.  Das 
kann  doch  nicht  heisseu :  in  der  Nähe  ist  eine  ioSenbar  au  dieser 
Stelle  auch  nicht  vorhandene]  Ortschaft  Mensa.  Gemeint  ist  das 
Ksob&ühstÖak  Job. 21,  dasnoohEFiPiiA2iinsHBgiop.p.5Sc=>ll 
in  dos  Dodekadironon  verlegt,  wie  Thibtmar  daiauf  ausdrücklich 
mensa  bezieht,  und  nur  hierzu  passt  doch  der  Tisch,  der  bei  den 
Umständen  der  llrot Vermehrung  keinen  Platz  hat.  Damit  wird 
bei  PiiocAs  p.  13  Allat.  und  vorher  bei  XitEi'nonus  die  von  den 
Evangelien  ganz  anderswohin  verlegte  S[>fi>'unf;  der  TilKnj  ver- 
bunden, und  da  diese  auf  gröst^creiu  liiiiini  gtoi;lieb(:ii  ■•i'iii 
mueste,  so  rückte  der  Name  mensa  weiter  iu  ilie.H6be.  El-imu.jn 
lag  nach  allem  (vgl.  auch  oben  II,  Cl  Z.  23]  doch  südlich  von 
dem  UergrUcken,  da  wo  noch  die  Spuren  sind,  die  mensa  wird 
nach  II,  eO  oben  ftuf  das  Yorgebi^  gesetzt.  Und  auch  später 
wird  nicht  die  Ortschaft,  sondern  der  Platz  der  Speisung  mensa 
oder  ad  mensam  oder  mons  vocatus  mensa  genannt. 

An  liem  spraclilichen  Thatbestaiide  rauss  ebenso  autli  ein 
anderer  ciymologischcT  A  crsticli  seheitem.  ^ius  der  Selireibart 
rainii/e,  die  ich  in  den  mir  augenblicklich  zu  Gebot  stehenden 
Texten  nur  bei  Teistram  The  tand  of  Israel  1665  p.  4SI  ff. 


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199 

tindp.  ist  gclol^it  niirilpii  ÜDLiTZstu  Tag- in  ('apunmiim  1S73, 
ä,  147).  CS  spi  ciiip  Ablüiliiiij;  vuii  iitiiiü  oder  iviü  dio  ^  ulifürform 
lautet,  minii.  Hitfeii.  Aber  zu  Kusch wüigeii,  liass  'l'niS[HA«  liier 
keine  Autorität  sein  kann,  miisste  eine  Ableitung  \ou  nihiü  ja 
nnt  tni^oiya  geben,  und  wollte  man  den  Namen  Bohon  in  alter 
Zeit  von  der  Vnlg^bfonn  m^nah  stammen  lassen,  so  müsste  doch 
das  lange  i  der  eisten  Silbe  beibehalten  sein.  Noch  weniger  lässt 
nch  *el-MinIeh>  mit  Guerik  Clalil^e  1860,  I,  216  als  upeät  pott« 
faseen ;  arabische  Deminnlivfoimen  sehen  bekanntlich  anders  aus. 


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Zwei  angebliclie  deutsehe  Pilgersclixiften  des  15.  Jalir- 
hnnderts. 

Von  Dt.  Wilhelm  Erman  in  Keilin. 

In  den  vorigen  Jahre  in  Derlin  bei  Weidhakk  erachie- 
nenen  "Deutschen  Pilgeireisen  nach  dem  Heiligen  Lande,  heraua- 

gegelipn  und  rrlihitcrt  von  ItKiNir(ir.[>  ItüniuriiT  nnd  IIeikrich 
Mv;isS7..it.  Hiulfii  sirl,  1!crii:lur  iiUr:  dU'  wwhüu'C  l'Üserfalirl 
von  1  dvr  "Lr  M.r  -.dU-m  du-  ihin  li  I  tidiini-  und  (lelialt  lie- 

deiitonde,  in  l  ersciiicdenc^n  \'ersiimeii  erhaltene  FAnRi'scIie  Rela- 
tion verdanken,  neben  dieser,  der  Bbeitekbach' sehen  und  der 
von  K.  und  M.  zmn  ersten  Mal  publicuten  Beasebeschieibung 
des  Gborg  vo»  Gijsippbnbbrg  schhesshch  auf  Seite  503 — 505 
noch  zwei,  em  und  derselben  Quelle  entnommene,  llenohtem 
kurzen  Anszugcn  milgcthcdt.  Der  erste  ist  angeblich  von  dem 
uns  schon  durch  Fahui  als  SIitreisen<lcr  bekannten  Itartscherer 
niid  1. nuten  Schlager  Aktils.  hwr  .Ii  .-jt  Autt    von  liEiiiiNiiAUSBM 

nnbekaiinten  Ha.ss  Raln.m^mi  v„.n  niiiiiuiinN.  Heid,.,  sind  zu- 
erst in  den  von  Luit.  A.  ^  i.-i.i'ius  rcdigirten  .  in  W  ciiuar  erschie- 
nenen D  Cunositikten  der  physisch-literansch-artietisoh-histon- 
sohen  Vor-  und  MitnelU  veröffentliolit  (Braid  2.  L812.  S.  iOb — 
422  lind  Bd.  B.  1817.  S.  323—334).  die  erstere  auch  in  Karl 
fSEiFARTs  Lrhcitoningcii.  Stuttgart  ISfis.  11-1— 

Dir;  siuli  mir  schon  bei  der  Lcctiire  der  kurzen  Ausmgc  bei 
H.  und  M.  frgebenden  Zweifel  an  der  Authentititiit  beider  Ue- 
ricbte.  hcrvoTgn rufen  durch  die  in  beulen  «  leiierkehrenden.  alien- 
tlieucrlich-romanlmt ton  Erlebnisse  derl'ilgcr,  landen  bei  ctivas 
eingehenderer  l'rufiilig  der  Abdnieke  iii  den  t  iiriositalen  'i  l  oUe 

II  Die  Seiffart'achen  •Erheiterungen,  sichen  mir  in  Berlin  ninht  lu  Ge- 
bote. 


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201 


liestUtiguiig ;  l>oiclc  stellt']!  ficli  als  uiiKivoii'rlhiifie  l'Ml>o Illingen 
heriius,  «iilirselieiiilicli  mhi  W-LI-H"  -..■ili-l  Iicti-ÜIutucI. 

ivolil  vertraiittu  Ileraungeber  der  ^Deutschen  rilgurteisona  den 
wahren  Charaktei  dieser  MacWerke  verkennen  konnten'),  er- 
Bcheint  ee  nicht  ganz  überflüssig,  für  künft^e  Arbeiter  auf  diesem 
Felde  hier  eine  WamimgBtafel  zu  errichten,  und  die  Iteweisc  tur 
die  Uneclitlicit  licider  Schriften  kiiin  dnrziLleirfii. 

l.  »Wie  ieh,  Just  Auirs.  «e/.itrru  liiii.  iiulAii- 
deren,  in's  lieLliiit  Land,  und>va>  -nU  iiiid  .  rfahr 
auf  dieser  l'i  Igerfa  hrt"  lautet  der  volle  Titel  der  ersten  in 
den  CurioBitütcn  ISd.  2.  1S12.  S.  405—422  gedruckten  Schrift. 
Schon  was  der  Herausgeber  über  die  angeblich  von  ihm  benutzte 
Handschrift  [das  Aulugra|)h  des  Schriftstellern  den  HartscheTCTal) 
beibringt,  ist  geeignet,  A'erdiiclit  zu  erregen:  »Die  vrin  ihm  ganz 
kniz  aufgezeichnete  Ucine  ^^  ar,  nh  ein  i''auiilii'iisti'ii:k.  \'nn  Hand 
fU  Hand  gegangen.  Kndlif'h.  in  eiiii'ni  Aiebive.  halb  vrriiiiid«rt 
aufgefunden,  erhielt  dieselbe  ein  Kremirl  vmi  l'apii'icn  dieser 
Art,  verglich  si.'  niil  i.'U.irb/eitii,'eii  Uri^ii.  1  .^.■•^nllder^  mil  JunL'r, 

hier  den  Lescni  mit".  Also  eine  jener  unbestimmten,  ganz  über- 
flüssiger Weise  die  Dinge  nur  andeutenden,  nicht  beim  Namen 
nennenden  Angaben,  wie  sie  für  Fdlscbungen  so  cbaraktenshscb 
sind.  Doch  brauchen  wir  uns  hei  blossen  V  erdachtsmomenten 
nicht  anfEubalten,  da  es  iriuiriicn  isi,  neu  ■^lerini'n  iiei\i'}s  iht 
Fälschung  aus  dem  Inhalt /.II  taiivuii.  ueiv-i^ine  in-uhi  im;. /.n  n 
durchaus  heterogenen  Bescauutueuen.  iiei  riL'i'iiiiirh,>  lii'neiu 
über  den  Fortgang  der  Iteise  von  Ort  zu  OrE  ist  namiicii  ein  ivirk- 
lichcs  l'roilnct  des  15.  Jahrhunderts,  nur  nicht  vom  Bartscherer 
Ak'iu.s  verfa^ixt,  sondern  ein  Ton  dem  ^Üscher  znsammengestop- 
]ieUcr,  dürftiger  Cento  aus  der  ToräreffUchen  Reiseheschrübung 
des  Felix  Fabbi  ,  und  zwar  aus  der  doutsoben  Beaibätung ,  wie 
sie  am  zugänglichsten  vorliegt  in  dem  von  Siomukdt  Feybr- 

I)  Beide  Beriehtewerdan  in  dfli  dem  Werks  vorangntelltsnVHiatariiBhen 
EInldtung>  niederholt  al*  QaaOen  bennUtt  (TgL  S.  6  Anm.  4,  S.  !3  Anm.  5). 
Von  dem  AbIVs  buait  m  B.  S04,  er  biete  ivu  fOr  die  Oeogtapbi«  and  Tra- 
dition der  heüigsn  Orte  mdita,  beaitiB  aber  Monst  fOr  die  Kenotnita  der  Zu- 
■tOnde  keinen  geringen  WertlH,  RAlHOfOBS's  Batioltt  wird  S.  BTS  dne  >in- 
tereaiante  Fahrt>  genannt. 


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202 


iiHBKTn-  vorlogtpii  nEevs-ibiifh  ikss  hcyliReii  Landea  (Franckfurt 
:i.  _M.  I.'isl  fol.  '  Dil'  1.  bi-iriii-.lLti]miing  ist,  soiveit  nicht  die 
vi'ijiinlevlf  roisnii  lies  iiimcl)lich  i.'rziihleii<ien  kleine  Andenmgeii 
bedingte,  eine  wörtliche!  (janzc  Alischnitte  sind  bis  aul  eine 
leichte  Modemisining  der  f>pniche  volliR  unverändert  herviber- 
ftenommen*].  Um  das \erfahreii  zu  charaktensiTen ,  und  iedem 
Unbefangenen  etwaige  Zweifel  an  der  'lattgehabten  Entlehnung 
Uli  benehmen ,  Kcniigt  dm  Gegenübers tollung  einiger  weniger 


Ileissbuch  fol.  Vli^. 
An  der  hejligcn  Fahrt  habim  sich 
die  ....  IkTTn,  herrlich  uiid  Imlig 
Jiiguritht.  mil  ulk™  dem  das  lu  der 
BilKer^luiin  gcliörl ,  uhet  I.andl  vtind 
Uber  Wiisser.  und  haben  ernorh™ 
erlauhHiiK  die  Fslirl  lu  verbringen. 

dem  Bapst,  und  haben  sich  versehen 
mit  sohl  frommen  treiren  Kneebten 
und  IHencm,  fDi  die  ate  allen  Kosten 
faeialten. 


fol.  124». 
Auff  die  Nacht  nimen  die  Herrn  und 
andere  Pllgri  viel  a^reckena  ein,  von 
dem  fdndtlidien  wagen  und  krachen 
deia  SeUflk,  nod  nioht  riel  band  noeh 
roh  Ter  da.  Ab  wir  nun  also  lagen 
in  der  FinBlemuu,  nn  jeglicher  in 
seiner  Stant2  an  aeincm  Iletthlcin,  mit 
Sorg  und  unruhigem  SchlalT,  so  hebt 
liner  im  .Schlaif  an.  al?u  mötddich 


Cunositiiten  II,  4Ub. 
Uis  edlen  Herren  hattea  »nächst 
Päpiilliclier  HeLUgkeit  Erlaubnisa, 
.»ich  luslig  und  herrlicli  7,u  der  heil. 
Ffllirt  zHgerü»le[.  mit  allen  dem  was 
».ir  l'ilKerscliaft  Relifirt  über  Land 
und  Meer,  fflr  eich  und  alle  ihre 
Diener,  acht  fromme.  Irouo  Knechte. 
fUr  die  BIO  alle  Lnkosten  bezahlten. 


n.  410. 

In  der  Nacht  aber  iialim  una  viel 
Sohiecken  ein ,  von  dam  Schireben, 
Wogen,  Xmrran  und  Krachen  dei 
Schiffea,  daiirir  nicht  gewöhnt  waren, 
■0,  dais  nicht  viel  Freude  imd  Buhe 
da  war.  Als  wir  nun  lagen  in  der 
Finslemis»,  ein  joglichec  in  seiner 
SCanie  an  seinem  Itettlcin,  mit  Sarge 


Ii  Daas  der  Fd-chcr  in  diT  „Uc-a  mhi:^:hi::l:^n  Xi^ti/  über  dk-  zn  Grande 
liegende  handschriftliche  Uudic  Y.imi  auedriicklicii  jil-  .o.i  iiini  .verglichen. 

liehe  Täuschung  Kundiger  beabsii  iiiipl  nar. 

i)  Auch  der  von  RÖUliiciiT  und  MKisNLii]  <  S.  'M\  aus  dem  Artus  citirte 
Faiiaa  über  das  Grab  dea  Joliannes  von  Montfort  in  Nikosia  gehdrt  xu  diesen 
«Örtlichen  Entlehnungen  aua  Fabri.  (Reyiabuch  fol.  12T>>.) 


203 


ein  viUwQnDinmcl  ia  aeiner  Slanti, 
■Ii  VdIC  ei  Atix  »ehien  und  Hiehen. 
Ton  dem  Ünd  »IlePilRri  umachl,  und 
rom  ichieclieD  aufgi-vraBuht.  ,  .  .  ,  . 


ihn  Mmardaii,  vaä  duu  machte  er 
eiiL  wild«  Oetammfllin  iBiaer  Stuue, 
dl  vollie  tf  iSeb  wehren  und  ent- 
fliehen, DaTon  eriFachten  nlle  l'ilger, 
niichlün  vom  Schrecken  auf  


Ich  glaube  diese  Beispiele  KeiiÜKeii  vnlkiif.  l.)hiie  ein  der 
Entstehung  der  Septuaginta  analoges  Wunder  ist  solche  Cberein- 
stimmuDg  zq-eier  imabhüitgig  von  einander  schreibeitder  Bericht- 
erstiitter  nicht  möglich.  DasB  Felix  Fabri  nicht  den  rArtum 
aufgeschrieben  hat,  bedarf  des  Beweises  nicht.  Es  bliebe  aber 
noch  die  Möglichkeit,  dass  nicht  ein  Fälscher  unseres  Jahrhun- 
derts, sondern  der  wahre  Artl-ii  des  1  h.  Jahrhunderts,  in  dem  Be- 
dörfniss  srinc  persimlichen  Erlebnisse  zu  verewigen,  den  Grund- 
stock seines  Ojius  aus  einzelnen  Sätzen  Ruines  gelehrten  Slitreisen- 
(ieii  Fabhi  ziLsammcngestDpiielt,  und  mir  die  gleich  7m  beriLhion- 
den  Privat-Ab  enteil  er  hinxngefiigt  habe.  So  überaus  iiinv;ihr- 
scheinlich  auch  diese  Annahme  von  vornherein  erscheint,  so  ist 
es  doch  gut,  dass  sich  auch  ihre  absolute  Unhaltbarkeil  schlagend 
darthun  laset.  Der  Falscher  hat  namhch  die  ünvoTSiolitigkett 
begangen,  steh  mit  den  von  Fahri  und  Bkbitenbach  uberbeferten 
m  unlösbaren  W niersprucu  zu  setzen.  AVanrenain 


■Hl 


n  kk  e 

den.  liL"(  lici  IMIm  I,,.,-  ,i,L,i;,.k<  liiMlir  .-;iniil|nl-fv  /uiTSt  abteisen, 
die  aniiertiTi.  iianiiiter  Siemen  aiitits  nocii  m  .lenisalem  bleiben 
und  einiges  von  dem  unternehmen,  was  m  Wahrheit  nach  Fabri 
die  Sinaipilger  nach  der  Abreise  ihrer  Genossen  unternahmen. 
Diese  Änderung  hat  der  Falscher  offennar  nur  vorgenommen,  nm 
möglichst  lange  aus  Fauhi  alischreibeii  /.n  köiinru.  Für  die 
RüekroiBe.  wo  ihn  die  \  orlii^^r  in.  Stii:h  lii-^st,  i^-i  dL^iiii  auch  die 
uigeiillicbe  lieiseliesdireibuiiij  über  alle  >(aii>-eii  küramorlicb  und 
spnmghaft.  Diese  Fahri -.Aus lese  fiiilt  von  den  ir>  Seifen  <tes 
Textes  etwa  0;  die  ubngen  0  entfallen  auf  zwei  an  verschiedenen 
stellen  ubngens  recht  ausserlich  ein  geflochtene  Zusätze,  uie. 
wenn  mich  mcht  alles  täuscht .  den  otempel  plumper  Erfindung 
unverkennbar  an  sich  tragen. 

Der  erste  kürzere  Zusatz  [S.  409 — 110)  entWilt  em  Äben- 


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204 

teuer,  welclic?  Ainiis  in  \  enoihg  mit  emem  »lustiijen  Kiiiifinanii 
auB  Nuriil>Lri,''i  «rlcdt.  \h't  zueile  Iii.  Ir.;— 111.  I2ij — 4^2, 
emefade  r  i    il   II    (  1  I.        u       1  r      \  i- 

pnja'scheii  ItitWr-  und  liaulior-ltoinmui  kii  steliun,  aber  gauz  ge- 
wiss kein  wahres  Eilebmss  eines  Barbiers  des  la.  Jabihunderts. 
von  ihm  selbst  eiizaMt:  Unter  den  Mitreuenden  ut  Km  lunger 
Gesell,  trug  über  den  aeinigen  Pilj^erkleider,  nannte  Bich  Fbakz. 
geburtig.  wie  or  sagte  an-^  üninii  in  Jlaliruii,  Der  hatte  gar  fuiiie 
Sitleii.  'ichone.  lliuidr    und  ■■chivii  t:i-i  :.'iU-  iiiiifiUTiK'ii  y.n 

se>n  1       \    I        ,1  1        I  1    V  - 

iogen.  beliandelt  .'Citrus,  miinl  sah  einen  so  schonen  runden  Fusi-. 
dergleichen  ich  mein  Leben  noch,  wobt  gesehen  hatte,  sagt's 
ancfa,  da  lachte  ei,  und  sprach;  'Da  hast  du  noc^  nicht  viel  ge- 
sehen'!i  Nachdem  Artus  unter  Ücihülfe  des  Franz  sich  im  ita- 
lienischen ycrvullkommnet ,  wird  Cj^iem  erreicht,  Sic  besuchen 
gemeinsam  die  Stadt  Nikosia.  Iiier  tritt  V,  plötzlich  in  eiiiHiius 
und  verkündet  liahl  darauf,  dem  unten  wartenden  .Vimi.'',  um 
einem  Seiler  herab  ;  »Ehrl icher  Gesell,  lebe  wohl  1  Ich  ?,ielic  nicht 
weiter  mit  fort,  imd  bleibe  hiei  .  Kümiast  du  vun  .lerusLilcm  zu- 
rüek,  nach  Cjpem .  so  suche  mich  hier  auf,  uiiil  diu  Xeuj^erde, 
die  du  jetzt  tragen  miisst,  soll  dir  dann  abgeitommen  werdeno. 

Aktus  kommt  dieser  Auffordeiung  nach,  Terlüsst  auf  der 
Bückieise  in  Nikosia  das  Schiff,  und  findet  statt  des  Gesellen 
Franz  eine  iSignora  Fransiiskau,  die  ihm  kurz  ihre  Geschichte 
erzahlt,  undüin  schliesslich  anfTordert,  mit  der  Rückreise  auf  sie 
zu  warten,  »so  kannst  dn  mit  mir  reisen,  und  boU  es  dir  keinen 
IlcUer  kustene,  Aktus  ist  sofort  bereit,  quartiert  sich  in  einer 
Apotheke  ein ,  wo  natürlicli  eine  sechezehnj ährige  Nichte  nicht 
fehlen  darf  smit  Augen  nie  Kohlen ,  aber  gar  sehr  blitzend ,  wie 
Karfunkel.  Auch  war  sie  gar  sehr  lebendig,  rasch  und  behende, 
und  konnte  leicht  zornig  werden ,  und  sehr  schimpfen ,  wenn  es 
ihr  so  ankam.  Ich  meine,  die  wird  ihrem  Manne  wohl  heisa  ge- 
nug gemacht  haben;  mocht's  nicht  sein^i.  Endlich  ist  Franziska 
ziLr  Abreise  bereit ;  zwei  Zeilen  berichten  übet  die  [gemeinsame 
Ueisc  bis  Venedig;  dann  lautet,  der  ScIiIusk:  »Da  schenkte  mir 
meine  Reisegefährtin  12  Zethinon,  und  sprach  :  nFnigo  mm  nicht 
mehr  nach  mir.  Du  siehst  mich  nicht  ivieder«.  UihI  ieh  sah  sie 
nicht  wieder.  Aber  die  hätte  ich  genommen.  Das  kounte  nicht 
seyn.  So,  wanderte  ich  fort,  und  kam  über  Augsburg,  bei  den 


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205 


lielieii  Meinijjeii,  in  L"Im  wioikr  an.  Gott  si>v  Düuk,  ganz  wohl 
uiicl  -cMiml.  "  Gc.lt  lieltV  wdliT 

Duch  genug  und  iibci^eini^  vdll  (liL'^■enl  iiiiiv  sein  sollenden, 
in  Wahrheit  doch  nur  läppischen  Machwerke. 

Die  einüge  Frage,  die  meines  Erachtens  offen  bldbt,  die 
nach  der  Person  des  Fälschers,  kann  wenn  überhaupt  jemanden, 
doch  nur  den  Historiker  der  modernen  deutschen  Litteratur  in- 
toressiren ,  lileibl  hImi  in  dieser  /(■itschrift  am  besten  iiuerÖrtert. 

Vm  i-n  kiir/er  kann  idi  mich  ülicr  ilen  uweilen  llerieht  fas- 
-m.  <b-u  wir  in  a.in  Ciirinsitatrn  M.  Ii,  S,  icn  unter  der 

ilicr-fhrift:  'Hans  Itaiinn-iT  Hu.Oilinyn  und  ^^eine 

len  .Sohrift  des  lö.  Ja!irhunderl>.  der  im  "Kevssbvich«  luimittelhar 
vor  Fabri  stehenden  DKBixENUAüH'Bchen  Heise ,  entlehnt;  auch 
hier  tragen  andere  Abschnitte  denselben  romanhaften  Charakter, 

wie  im  Artiis.  wie  man  schon  nus  dem  doch  ganz  unbefangenen, 
und  kiL'inesiVL'iJS  auf  Erreiriing  von  \' erdacht  berechneten  kurzen 
ilif-i's  TheiK  bm  lümm.ni  und  Mi'.is.nkh  orsiebl.  Dit- 
Mlbtt  l:,uu-x:  ,.\  i>ii  PaduiL  au-  >dil»s>cu  Meb  den  i'ilf^.ini  iiivei 

inedlicke  Kammermiidclicn  der  Fürstin  Gonzaga  als  Wallfahre- 
rinnen fiir  ihre  Herrin  zu  einer  nur  einige  Tagereisen  entfernten 
Capelle  sn;  Hans  und  Felix  machten  inUmere  Freundschaft  mit 
ihnen ,  kosten  und  scherzten ,  bis  Laurentis ,  die  Gefährtin  des 
Hans,  plötzlich  sieb  bei  der  betreffenden  Capelle  verabschiedete, 
aber  ihn  einlud,  bei  der  Heimkehr  in  Padua  nach  ihr  zu  fragen 
und  in  traulichen  Küssen  'das  Urot  der  Liebe'  weiter  zu  ge- 

[!ei  anderen  .Vbsfhnittcn  i-t  l■^  mir  y.weifiHiaft,  -ie  frei 
ert'miden  nder  abirc'-'flirieben  sind;  wenigstens  Ist  e-  niiv  hier 
nicht  in  gleichem  Vrafang  wie  bei  dem  Aitii:s  gehmgcn,  die  etwa 
abgeschriebene  Quelle  ausfindig  zu  machen.  Doch  verlohnt  es 
wohl  nicht,  darauf  weitere  Mühe  zu  verwenden,  da  unter  den  aus 
Breitbkback  entlehnten  Sätzen  wenigstens  einer  für  directe 
Entlehnung  absolut  beweisend  ist.  Denn  wenn  auch  die  S.  333 — 
'.i'M  der  t'uriositäten  und  fol.  54b  des  Reyssbucbs  wörtlieli  fjleieli- 
lantend  erzählte  DrachengeBchichte  allenfalls  nn  beiden  SielK'ii 
aus  einer  gemeinsamen  Quelle  geflossen'sein  könnte  [freilich  ge- 
hört auch  zu  dieser  Annahme  tgeloubeo!),  so  ist  dies  doch  ganz 


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206 

ausgeachloseen  bei  der  folgenden  Erzfihlung  .eines  rein  persön- 
lichen ErlebniassB : 

Curiositäten  VI,  333.         1         Reysslmcli  fol.  hSK 

•dilS!  wir  .  .  .  abfuhri^n  mit  gto-ssen  !  ululiren  ivir  mil  proBaen  freuden,  siil- 
Freuden ,  singend  ,  vir  i;rini]inli(li  .  üi^iüI  :\U  ,i;<.-wrihn]icli  isl  S^iliit  ru- 
deren Collectan.  und  siegelten  Inimi'r  I  itniid  Collüuitn,  und  also  mit  vollen 
dahin  ■  ■  1  aegelo  kamen  vii«  ■  .  ,  , 


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über  die  Schrift  Schaare  Jeruschalajim. 
Mitgath«Ut  TOD 

H.  SteinBchnelder  in  Berlin. 

In  der  vtm  Söhucht  und  Mbisher  den  ideatsclien  Pilger- 
rÖBitm  beig^benen  »Bibliographie«,  welche  als  Ei|püuung  zu 
ToBLBK  dient,  habe  i<^  eine  heh^ische  Schrift  nicht  au%efiihrt, 
nbfli  «eiche  nur  Herr  Ibuwre  Lobb,  Secretaii  der  »Alliance  Univ. 
Isr.a  folgende  Mittheilungen  machte. 

Berlin,  im  "iS&tz  18B1.  M.  Stbtoschiieidkr. 


tPbmV  Schaare  Jeruschalajim, 

Hepchreihiing  des  Heiligen  Landes  und  Ziistiuui  der  jüd.  llcvöl- 
kenmg.  in  12  Pforten.  Gedruckt  auf  Kosioii  voii  .r.Moh  Elieweh 
Edelstein  ans  Bialj-stoc.    4.    Wars.-haii    Druckerei  von  Josr. 
Leuhnsomn;,  -!;-n    ()ctol>er  l'iTH,  7,2  III.;, 

Die  1 2  C'apiU'I  oder  l'fortcn.  mit  liesondcron  Titeln  verschon, 
enthalten:  !j  Grosse  und  Heiligkeit  des  Landes-,  2)  Geographie; 
3]  Naturgeschichte,  Ackerbau  u,  s.  w.;  4)  zur  Geschichte , der 
Juden  Tim  Anfang  ihrer  Ansiedelung  bis  auf  den  heutigen  Tag; 
Zahl  der  Juden  in  jeder  Ortschaft ;  b]  Beschreibung  der  Städte  und 
Dörfer;  6}  Erdproducte;  T]  Lage  der  Juden;  Spenden  aus  dem 
Ausland;  b'  GrabstHtten  der  Heiligen;  9)  Gehrfinche  der  Ju- 
den und  Araber;  101  Maasiot  (Grztlhlungen};  11)  Liturgisches; 
12)  Trost-  und  Messiaszeit. 

Verf.  ist  wohl  rän  ans  Polen  oder  Galizien  itammender  Jude 

tuAt.  i.  PtL-T«,  IT.  14 


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2US 

(er  hat  deutsche  Wörter  und  ziililt  mit  i>iti:rr.  Gold  ,  vielleicht 
ein  Chiisidiier.  lOr  kEun  iiiicli  .lrru^i.k.Ill  im  Jahre  ISüG.  Diis 
Ulicli  ist  so  alijjele^t.  da^s  i-.  ciiLi  iii  jiiili--c'lieu  Tuuristeu  als  sehr 
interessBiites  und  sogar  nülzlichc»  KciHcbuch  dienen  kann.  Die 
4  ersten  Kapitel  bieten  nickt  Weseutlichee ;  die  angebliehe  Ge- 
schichte der  Juden  in  Palästina  fängt  mit  der  Übersiedelung  des 
Moses  NachmanideB  [Xm.  Jahrh.]  an.  Kapitel  5  enthiUt  Zahl 
der  Juden  in  Jerusalem  (12,000),  Hebron  (400],  Safed  (3000), 
Tifacrias  (2000),  Aleppo  (9000),  Damascns  (0000);  Aufzählung 
■  der  jüdischen  Gemeinden  in  Jerusalem;  Angaben  über  die  ara- 
bische  ISevölkemng.  —  In  Kapitel  5  ist  besonders  belehrend  das 
Verzcifhiiiss  [S.  21  aj  der  Synagogen  nnd  Lehrhäuser  Hott« 
ha-Midrasch) ,  deren  Anzahl  eine  erBlaunliche,  religiöse  und  gei- 
stige (olischon  nicht  fnichtbarc)  'lliiitigkcit  i'errilth.  Derartige 
Notizen  gibt  auch  der  '\"crfasBer  über  die  anderen  jüdischen  Ge- 
meinden in  Palästina  und  Umgegend :  Hebron,  .Safed.  Tiberias, 
Aleppo,  Damaacus,  nebst  einer  Itcschreibung  vieler  anderer  Orte. 
—  Kapitel  7  bebandelt  besonders  die  Einnahmen  und  Ausgaben 
der  jikliscben  GemeiiideTi  in  Jerusalem,  Die  Einnahmen  bestehen 
hau j)tsdi;ll lieh  in  den  ypenden ,  die  d:is  Ausland  dorthin  schiekt 
und  welche  die  oühalukau  (Vertbcilmig)  bilden.  Die  Chaluka 
des  Sefarodim  (apanisch-poitug.  Juden)  betrigt  jährlich  eine 
UiUion  Thaler  (der  Thaler  =  10  Kreuzer?).  IMe  Pemschim  er- 
halten jährlich  300,000  Thaler  ans  Wilna  und  80,000  Thlr.  aus 
anderen  Ländern;  die  Chasidim  aus  Wolhynicn  100, OOU  Thlr., 
nebst  50,000  Thlr.  (kleine  Chaluka);  dto  Chasidim  au-  (')>(eni  ii:h 
80,000  Thlr,  aus  Österreich,  011,1100  'ildr.  aus  aiiileieii  Lilndfrn; 
die  Chabad  (eine  besondere  Art  der  Chasidim)  J(l,OOU  Thlr, 
aus  Lebon-itz,  nebst  5000  Thlr.  ans  anderen  Ländern;  die  War- 
schauer 90,000  Thlr.  aus  Warschau,  50,000  Thlr.  ans  anderen 
lÄndem.  Die  vHoda  (aus  Holland  und  Deutschland)  60,000 
Thlr.  aus  Holland,  2000  aus  anderen  Ländern.  Eine  Familie 
biaticht  jährlich  2000  Tldr.  und  erhält  nur  40  Rubel  im  Durch- 
schnitt, also  viel  zu  wenig,  —  Kii|i.  10,  Himmlische  Heslrafung 
einas  "iB-5  (Geisilich.m  iiiid  ein  iiiidennal  eines  l'iieha's,  die  das 
Grab  Diivid's  siOicn  iidrr  v,^nni-icn  «üllten.  lle-tr^ifunf;  eines 
Ueamten.  der  es  mit.  lhiilt  jüdi-iliL^n  riaii  vcruiirfiuiKen  wollte. 
Zur  Zeit  des  Verfassers  des  ()r  ha-Chajjim  ,(Uiajjim  ibn  Attat, 
gest.  1743  in  Jerusalem;  wurde  eine  schwere  Steuer  auf  die  Juden 


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209 


gelegt;  ila  versammolcf;!!  sie  sicli  im  Ueheinipii  in  der  Syiianoge 
der  Karäcr,  ilir  bis  y.wni  lii;ntii;i;n  Tagi!  uiitt'i  iIlt  Erdo  liegt; 
bei  dieser  Gelüf;i^iilit'iL  fand  miai,  iia=>  die  Kui\i.i-r  liiiuher  düs 
Moses  Maimoiiides  unter  <lie  Trupjie  gelegt  hatten,  so  dass  man 
dieselben  Elim  Hohn  mit  den  Füssen  treten  musate,  mn  in  die 
Sjntgoge  zn  gehen;  Chajjim  ibn  Attar  belegte  die  EaiSer  nüt 
dem  Fluche,  dass  sie  fortan  kein  •minjan«  (Gemeinde  von  10  er- 
wnchsenen  Männern)  bilden  sollten ,  und  der  Fliich  bestätigt 
sich.  Vor  etwa  20  Jahren  katacti  20  neue  Karäischc  Familien 
nach  Jerusalem,  aber  die  Pest  raffte  sie  bald  hinweg.  —  Dos  Buch 
enthalt  auch  fromme  Legenden.  Ein  reicher  Mann  in  Jenisalem 
«rzog  in  auaseist  frommer  Weise  einen  ^neigen  Sohn.  Nach  dem 
Tode  des  Vaters  ging  der  Sohn  nach  Conatantinopel;  dort  sah  er 
^nen  Soldaten,  der  auf  der  Strasse  einen  Todten  bewachte.  Es 
war  dies  die  Leiche  eines  reichen  jüdischen  Banquier's  (Halfon), 
den  der  Sultan  zum  Tode  verurtheilt  hatte,  weil  er  angeblich  den 
königlichen  bchatz  bestohlen  hatte.  Uor  junge  Mann  loste  die 
Leiche  beim  Sid tan  iius  und  hnss  dieselbe  hei^raben.  Wahrend 
seiner  liiickkolir  erhol,  fiidi  ein  ^itunn:  dEis  (schiff  gin.;  unter; 
der  JuiiKK  Manu  uIkt  «ucdi;  viin  einem  .idler  gerettet  und  uacli 
Jerusalem  getragen.  Dergleichen  miuichen  Andere,  ■£.  lt.  aus  der 
Zeit  des  Chajjim  Vital  [XVi.  Jahrh.J.  Uas  i;'olgende  ist  interes- 
sant: Im  Jaim  1540  eroberte  der  Sultan  Jerusalem  (SelünL, 
1517,  Münk,  Falestine,  644]  und  wohnte  in  der  Justizkammer 
<les  Tempels,  die  über  der  Westmaiier  (Klageort  der  Juden)  steht. 
Da  kam  eine  alte  Frau  und  leerte  ihren  Mistkorb  an  der  Mauer 
aus.  Ucr  :jultau  fand  sich  beleidigt  und  liess  die  Frau  in  Haft 
nehmen ;  sie  aber  entschuldigte  sich,  indem  sie  sagte,  sie  sei  eine 
•Kömerino<<  und  die. Römer  hätten  verordnet,  dass  jeder  von 
ihnen  in  Jerusalem  wohnrade  zweimal  wöchentlich ,  diejenigen 
aber,  die  drei  Tagereisen  weit  von  Jerusalem  wohnen,  einmal 
monatlich,  ihren  Mistkorb  vor  der  Mauer  leeren  müssen,  um  die 
Mauer  mit  dem  Mist  zu  bedecken.  In  der  That  kam  bald  eine 
andere,  um  ihren  Korb  zu  leeren;  der  Sultan  liess  den  Mist  weg- 
fegen, bezahlte  die  Arbeiter,  betheiligte  sich  selbst  an  der  heili- 
gen Arbeit,  und  so  kam  bald  die  Mauer,  welche  gänzlich  bedeckt 
gewesen  war,  ans  Tageslicht,  und  das  grossartige  Bauwerk'  wurde 

1)  Das  hsiut  Chililin.  Steüischk. 

14» 


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210 


znm «TBlnnmal  wiedergesehen').  —  Kap.  1 1  enthält  einig« neuere 
mystische  Hymnen  (welche  in  der  Hehr.  Bibliogr.  angegeben 
■werden,  Steinsolm. ) . 

1)  Dieielbe  EnSblotiK,  Tiel  ■ufOhrllalieT,  habe  ioh  bui  dem  [n  AltoDk. 
Hin  I T3S  gedruelttan  Sdiriftulien  äe*  Hau  Chigii  natgethtilt  in  der  ZdUuhr. 
der  Dentioh.  Morgenl.  Oeullnh.  Bd.  V.  6.  B7T  ff.  StzwscBkbIdbR. 


KBchachifft.  Uasielbe  Buch  ist  mit  dem  Namen  dca  Vorf.  Mo9ES 
ItBiecHEB  aua  Jvruaalem ,  in  Lemberg  1HT5  gedruckt;  die  Warschauer  Aus- 
gabe achelnen  lurOckdatirtcr  Nachdruck  lu  leiii.  S,  HebiUache  Bibligra- 
phie  1S8I  S.  GnndT.  Steivschnzidbk. 


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Stadien  Aber  die  EinwoImeizaU  des  alten  Jerasalem. 

Von  Baiimth  C  Sehlek. 


Allgemein  ist  die  Ansicht  verbreitet,  da»s  das  ualte  Jenisa- 
lema  als  die  Hauptstadt  des  jüdischen  Volkes  und  berühmte  Cul- 
ttustätte  auch  eine  sehr  grosse  Anzahl  von  Einwohnern  gehabt 
habe ,  ja  eine  solche  die  man  auf  MilUonen  schätzen  möge,  ähn- 
lich wie  die  heutiger  Weltstädte.  Kommt  jedoch  dei  Geechichts- 
forseher  nach  dem  heutigen  Jerusalem,  nnd  beaielit  sich  die 
IjOcaUtäten  im  einzelnen,  um  an  der  Hand  der  Geschichte  die 
fTÖhere  Ausdehnimg  der  Stadt  zu  traciren ,  so  geifith  er  in  nicht 
)^cringe  Verlegenheit  wegen  der  geringen  Aasdehnung  der  Fla- 
chen, die  ihm  zitr  ^'criugung  stehen;  denn  über  die  Thäler  hinaus 
darf  er  mit  seinen  Traciruugen  nicht  gehen !  Es  ist  daher  die 
Frage  am  Platz :  ob  überhaupt  dos  »alte  Jerusalem«  so  gross  ge- 
TTCsen  an  und  so  viele  Anwohner  gehabt  habe ,  als  man  sich  ge- 
wöhnlich voratellt.  Man  hat  schon  damit  auszuhelfen  gesucht, 
daseman  sagte;  Jerusalem  sei  eine  Berg-  und  Hügelstadt,  und 
als  solche  habe  sie  mehr  Wohnräume  dargeboten,  als  eine 
Stadt  von  gleichem  Umfang  auf  der  Ebene.  Allein  dies  ist,  wie 
sich  leicht  nachweisen  lässt,  ein  Irrthum.  Gesetzt,  es  sei  die 
Flache,  auf  welcher  der  llerg  steht,  1000  Meter  lang,  und  die 
Böschung  des  Herges  sehr  steil,  IS.  45  Grad,  so  wird  die  Bö- 
schungslinie auf  juder  Seite  des  Bergcfi  TOO  Uetei  also  im  Ganzen 
t  JOO  Meter  betragen,  folglich  400  Meter  mehr.  aU  die  Onmdlinie. 
Allein  deeahalb  kann  man  nicht  mehr  iSiuset  hinstellen  —  denn 
für  jedes  muss  «ne  ebene  Terrasae  hergestellt  werden  [nnten 
durch  Aufouinerang  und  oben  [odei  hinten]  dwrch  Abgisbiuig 
des  Be^s) .  Die  Häuser  bilden  hernach  eine  Reihe  uberräiander 
liegender  kleiner  Terrassen ,  und  soll  nicht  die  Gaase  über  die 


212 


Häuser  sellist  ivug  gehen,  wie  es  %.  Ii.  heute  in  Safeil  viclfnch  iler 
Kai!  ist,  so  bihlpn  auch  die  Gassen  («  enti  sie  auch  noch  so  schmal 
simlj  kleine  streifenartige  Terrassen.  Gesetzt,  es  würden  ein- 
mal Häuser  imil  Gassen  in  die  Tiefe  sinken  .  so  hatten  alle  auch 
auf  der  Gnindlinie  des  Berges  l'latu !  Eine  licrgstadt  bietet  nur 
dann  mehr  Raum  dar,  »senn  nie  hcllün  erwÜhriC  wordelil  die 
Dächer  der  niedriger  liegenden  HiLuser  die  Gassen  fiir  die  liöher 
liegenden  abgeben  können.  Dies  ist  jedoch  nnr  in  dem  Falle 
möglich,  dnss  die  Büschiing  des  ISerjjes  sehr  steil  ist  —  hei  einer 
sanften,  wie  sie  dieHügel  Jeriisalems  aufweisen,  kann  und  konnte 
ilics  nicht  stattfinden.  Die  Eigenseiiaft.  welclie  eine  Bergstedt 
voraus  hat.  besteht  darin,  dass  sie  mehr  Berührungspunkte  mit 
der  I-uft  und  dem  Licht  hat;  da  nun  .l.uft.  und  "Licht.,  »nf  das 
Gedeihen  lebender  Wesen  einen  grossen  EinlluHS  haben ,  so  mag 
otme  Nachtheil  eine  Be^tadt  etwas  dicliter  bevölkert  sein  als 
eine  in  der  Ebene  gelegene.  Hiezu  kommt,  dass  bei  abüChÜNBigem 
lioden  alle  schädlichen  Stoffe  leichter  und  schneller  abgeführt 
werden.  Allein  der  Satz  bleibt  dennoch  stehen:  f&r  viele  Xün- 
wohuer  Imiucht  man  auch  viel  Eauin :  und  solcher  war  bei  dem 
«ilten  Jenisalcmn,  nach  den  lieutigen  Begriffen,  die  wir  von  einer 
nmfangrciehen  Stadt  haben,  nicht  gross, 

Uan  hat  ferner  angeführt,  dass  die  Bewohner  Jerusalem's,  de- 
renHäuserja  an  Bergabhängen  lagen,  sich  dadurch  mehr  Raum 
schafften,  daas  sie,  ähnlich  wie  im  heutigen  Dorfe  Siloah,  sich 
seidich  in  den  Berg  hinein  Räume  ausweiteten.  Dies  mag  in  der 
ThatwoUauchgeHoheliengein.  Man  hat  dabeijedochxn  bedenken, 
dass  auch  bra  Ortschaften ,  die  in  der  Ebene  lagen ,  Wohnungen 
im  Boden  angelegt  werden  konnten;  man  brauchte  bloss  in  die 
Tiefe  in  gehen.  In  den  grÖssten  Städten  Eiiropa's  wohnen  be- 
kanntlich sehr  viele  Leute  unter  der  Erde.  Auch  diese  Aushülfe 
hilft  nicht  über  die  Schwierigkeiten  hinweg,  sondern  um  diese 
der  Lösung  entgegen/u führen  ,  hat  man  xn  heTeehnen ,  erstlich, 
wie  viel  Raum  in  einer  oricnCnli sehen  St^dt  im  Durchschnitt  auf 
einen  Menschen  anzunehmen  ist.  zweitens,  wie  viel  Raum  das 
alte  Jerusalem  wohl  einfienoiumcn  ,  resp.  wie  weit  etwa  die  alte 
Stadt  i^ich  aus^cdeliiit  haben  ma^.  Ans  den  Ergebnissen  dieser 
Untersuchuiiijen  läs^t  sith  dann  ein  sicherer  Schtuss  auf  die  Ein- 
wohnerzahl des  nahen  JemsHlera'sn  ziehen.  Vorerst  aber  sei 
bemerkt:  dass  die  Hauptstadt  eines  Iiandes  nicht  immer  gross 


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_  218 

sein  muBB,  auch  wenn  sie  die  ({rÖESte  Stadt  eines  Landes  ist.  So 
ist  das  heutige  Jerusalem  die  Hauptstadt,  oljiviihl  sie  blos  2.>.U00 
Einwohner  enthalt. 

Die  Vorstellung  von  emer  Iiis  iii  Millionen  flehenden  Eiii- 
wohuenaU  ut  hanptsachln^h  aus  der  Crescliiühtser/ablung  des 
Josephus  hergenommen  wurden.  Die  Hibel  bictot  uiu  wenig 
Anhaltapunkte  dafür.  In  pruphctiHchuti  und  poetischen  Aue- 
drucken  wird  allerdings  die  Stadt  öfters  als  gross,  stark  nnd 
berühmt  ang^jeben  und  iii  Ilmsicht  der  Menge  ihrer  Eimvoh.- 
ner  der  otaub  und  dergleichen  Hilder  gebrnucht,  aber  es  lat 
meist  dann  nnmer  tla^  jiwn:  \  olk  duruDter  verstanden,  sowie 
Zeitrauinf  und  (jencluclitsabschuitte.  Zur /eit  Neliemia  s  wird 
die  Stadl  als  "gross  und  weit»  von  Eaiira  iheli.  (,  l-  boRchnehen 
aber  mit  wenig  \olk  dämmen,  so  dnss.  um  dieselbe  besser  zu 
bevölkern,  viele  vom  Luide  hereinziehen  museten(>ieh.  11.  Ifg.). 
Wir  wiesen  femer.  dass  leder  erwachsene  Israelite  verpflichtet 
war,  leUes  Jahr  auf  die  hohen  teste  nach  jenisalem  zu  kommen, 
und  dnss  sich  dann  an  solchen  te.stJieileii  ein«  ungeiieuie  Men- 
■iohenmengc  miiiammelti; .  liegt  auf  der  Hand.  .Vllein  dieselben 
»ohuten  Wiihtojid  ilu:e^  Aufenthaltes  nicht  alle  in  der  .'>tiidt 
selbst,  sondern  draussen  herum  m  Zelten.  Hutten  und  Hofen, 
besonders  aber  an  dem  Olbeig  bis  Bethanien  hm  (^1.  Neh.  12, 
28.29).  Dass  dum  >ei  der  Belagerung  der  Stadt  durch  die 
mer  viele  dieser  Festgaste  sowie  überhaupt  viele  vom  Lande  sich 
in  die  Stadt  flüchteten  und  dadurch  die  Knbl  di-r  ftäiiiÜL'r'ii  Kin- 
ivohiier  bcdeuienu  verineb  ricn.  ist  nii:bi  mir  iviLiii>Liii^iiiiu:Ii. 
itundem  geradezu  von  josephus  unu  Aiiiiciuu  inv.i'iigi..  uie-.!' 
Uberiullung  der  otadt.  durch  welche  die  Sotk  in  derselben  her- 
vorgerufen wurde,  kann  uns  jedixdi  natuiliah  kernen  Maassetab 
geben,  nm  die  Anzahl  der  utSndigen«  Einwohner  fbitiustellen. 
Hören  wir  zunächst  die  ge  Schichthöhen  Nachnohten  in  Betreff 
der  Zahl  der  letzteren.  Der  \  erfasser  ues  2.  Buches  aer  Macca- 
bäer  {5,  14)  berichtet:  dass  .■i.ntiochus  Epiphancs  seine  lloruen 
in  der  Stadt  3  läge  laug  morden  Hess,  wobei  Alt  unil  Jung.  Man- 
ner und  Weibei  limgescIilacJitet  ivurrtcn ,  so  Unss  SO,uyu  itcn- 
schen  umkamen,  40,000  gefangen  genommen  und  SO. 000  verkauft 
wurden;  die  L'herlebenden  und  Zurückbleibenden  nicht  mitge- 
rechnet ist  bei  diesem  Anlass  von  200,000  tjoelcn  die  Uede.  Dass 
eine  Bevölkerung  in  der  Stadt  Kurückblieh,  beweist  der  Umstand, 


214 


dass  iur  sie  lieamte  zurückgelasseu  «iirden.  Wenn  nun  diese 
Angaben  richtig  wäre,  müsste  die  damalige  licvölkerung  zum 
mindesten      Million,  vielleicht  sogar  V'j  Mill.  betragen  haben, 

Hekatäus  von  A.bdeia,  der  zur  Zeit  der  Maccabäer  lebte, 
sagt  unter  anderem :  >da  sind  in  dem  Lande  der  Juden  viele  und 
starke  PlStze,  einer  davon  ist  eine  grosse  Stadt ,  und  eehj  staric, 
sie  hat  über  SO  Stadien  im  Umfonge  tmd  ungefähr  1 20, 000  En- 
wohner;  sie  nennen  dieselbe  Jerusalem!.  Dieser  Gewähts- 
mann  solüUzt  also  die  Einivohner  der  Stadt  bedeutend  geringer, 
als  es  der  Verfasser  des  2.  Iluchs  der  MaccabÜer  angibt,  schlagt 
aber  ihren Um&ng  grösser,  als  selbst  Josephus,  an.  —  Aristeas, 
der  Gesandte  de«  ägyptischen  KSnigs  [ungeShr  in  derselben 
Zdt]  giebt  die  Stadt  nt  40  Stadien  Umfimg  an,  vas  der  Wahiheit 
nahe  zu  kommen  scheint.  —  Der  HauptgeirilhrBmanii  in  dieser 
Hinsicht  ist  und  bleibt  aber  der  jüdische  Geschieh Mchreiber 
FlaviuB  JosephuB.  Er  liefert  nicht  nur  eine  summarische 
Beschreibung  der  Stadt,  wie  sie  vor  ihrer  Zerstoniiig  zur  Zeit 
ihrer  grössten  Aiisdclmung  be^tiinil,  sntnierii  Buch  viele  Eiiiaeln- 
heiten.  Man  wirft  ihm  vor ,  dass  er  Neigung  Vbortreibimgen 
hatte,  besonders,  weil  er  oftoi  Zahlfii  aiigHil,  ilic  iiiif  eine  J!e- 
rölkening  Jerusalems  von  2 — 3  Millionen  hinweisen,  i^ugegeben, 
dass  et  übertrieben  hat,  muss  man  aber  nie  vergessen,  dass  er 
blois  nach  SoldUrnngei)  Anderer  Angaben  nüoht,  und  sicher  die 
Zählungen  nicht  selbst  nachrechnen  konnte.  Nicht  aber  so  bei 
der  Angabo  des  Umfangs  der  Stadt.  Ergibt  dieselbe  blos  auf 
33  Stadien  an,  folglich  auf  bedeutend  weniger,  als  alle  seine 
Vorganger.  Die  l'rawallung  des  Titus,  die  natürlich  länger 
sein  musste,  gibt  er  za  39  Stadien  an ,  was  zu  der  ersten  Angahe 
im  richtigen  VerhSltniss  steht.  Mit  diesen  33  Stadien  schont 
aber  eine  andere  Stelle  nicht  zu  harmonireu ,  da  in  derselben  für 
die.erste  Mauer  90  Thürme  angegeben  ^ind ;  bei  dieser  Zahl  sind 
die  Thürme  der  ganzen  Ringmauer  gerechnet,  da  die  der  zwei- 
ten und  der  "alten  Mauer»  sich  im  Inneren  der  Stadt  befaiideii. 
Jeder  Thurm  war  20  Ellen  breit  und  stand  200  Ellen  von  dem 
andern  ab.  Wenn  wir  90  mit  220  raultipliciren ,  so  erhalten  wir 
19,800  Ellen,  d.li..  die  Elle  zu  20  Zoll  gerechnet  =  33,000  Fuss, 
und  da  0110  Fuss  gleich  einem  Stadium,  äj  Stadien!  Man  hat 
schon  gesucht,  diesen  Widerspruch  von  33  und  55  Stadien  da- 
durch KU  heben ,  dass  man  annahm ,  die  Mauer  habe  sehr  viele 


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2tS 


Windungen  gebildet ;  doch  kommt  man  damit  nicht  aus.  du  die 
üifFereuz  allzu  i^tiibs  ist.  Audi  hätte  die  Mauer  in  diesem  Fall 
wie  gezähnt  ausgRseheii ,  was  sicher  lliclit  der  ■■'all  war;  denn 
Bchoa  wegea  des  Laufes  der  Thöler  musste  die  Mauer  fiir  längere 
Streoken  gerade  laofen  und  konnten  bloe  die  Thürme  Vor- 
Bpifinge  Ulden;  mm  Übeifluts  wird  sie  von  Josaphua  selbst  in 
der  angeführten  Stelle  so  geechildert  und  ungefähr  so  sieht  sie 
noch  heute  so  aus.  Vielleicht  liegt  hier  ein  Schreibfehler  im  Text 
des  Josephus  vor.  300  Ellen  Distanz  für  die  Thürme  war  nach 
damaliger  Kriegs- und  Befestigungsweise  eine  viel  zu  grosse.  Noch 
heute  finden  sich  an  der  Stadtmauer  die  aus  dem  Felsen  ge- 
hauenen Würfel,  welche  die  Unterlagen  der  alten  vorspringenden 
Thürme  bildeten ;  dieselben  sind  einander  viel  näher,  als  oben  an- 
gegeben :  sie  finden  sich  durohsohnitdioh  in  einer  Distanz  von 
60  Meter,  d.  h.  ungefähr  120  jüd.  Ellen.  Vamuithlich  hat  ein 
Abschieiber  statt  120  ta  eolureiben  200  gcBchiieben  1 

Bechnen  wir  zu  dieser  IHstanz  von  120  Ellen  die  Breite  eines 
Thurmes  mit  20  Ellen,  so  erhalten  wir  140  Ellen  und  multipli- 
ciren  trir  dies  mit  90,  so  ergeben  sich  12,600  Ellen  oder  35  Sta- 
dien, also  2  Stadien  mehr  als  der  gewöhnliche  Umkreis,  ein  Uber- 
schuss,  der  wohl  auf  die  Krümmungen  fällt:  so  ist  olles  genau 
in  Übereiuatimmitng.  Das  >alte  Jerusalemi  hatte  darum  sicher 
einenUmfimgronblos  33  Stadien:  d.h.  ungefikhr  l'/i  W^stun- 
den,  und  war  immerhin  grösser  als  die  heutige  Stadt. 

Bei  einem  vollkommenen  Kreis  würden  33  Stadien  Um- 
kreis SB  Quadratstadien,  bei  einem  Viereck,  wonach  jede  Seite 
6V4  Stadien  messen  würde,  68  Uiiadratstadien  ergeben.  Allein 
die  Form  der  Stadt  war  nicht  nmd,  noch  auch  vollkommoii  rier- 
eckig,  sondern  näherte  sich  dem  Paralleloffnuiini  uut  niit^l^ichuu 
Seiten,  au  welchen  auch  gebogene  und  /lukKiK^kliuivn  «  iireii,  so 
dasB  die  ganze  Area  der  Stadtfiäche  nicht  viel  mehr  als  60  Qua- 
dratstadien umfasst  haben  kann.  Nimmt  man,  wie  es  gewöhnlich 
geschieht,  ein  Stadium  zu  000  Fuss  oder  200  Taids'}  an,  so  hatte 
ein  Quadratstodinm  40,000  Qaadratyards  und  dies  60  mal  ge- 
nommen, gibt  für  die  ganze  Stadt  2,400,000  Quadratyards  oder 
1,944,000  Quadratmeter.  Wie  viele  Quadratyards  oder  Meter  ist 

Ii  Ich  behalte  ysrds  bei,  di  die  folgendan  Angaben  von  Fesodsson  in 
äletem  Hiass  su^fedrO^C  lind  —  1  ytri  at  3S  engl.  Zoll. 


216 


nun  imDnrchechnitt  auf  eine  Fenon  als  Wohnplatz  amimelimen? 
Von  der  Beantwortung  dieser  Frage  hängt  der  ganze  Entscheid 
ab.  Darüber  können  die  Ansichten  sehr  getheilt  sein;  umeiniger- 
maassen  eicher  zn  gehen,  thut  man  gnt,  Vergleichnngen  «nzn- 
stdlen.  Im  heutigen  Jeruealmu  (in  Trelohem  idi  25,000  Einwoh- 
ner annehme) ,  kommen  nach  meinen  Berechnungen  auf  ^ne  Per- 
son 42  QuadratyaTds.  THe  Stadt  Jäfa  hat  einen  Umfang  von  un- 
gefähr 1 50,  OOfl  Qnadratyards  und  enthält  nach  Abzug  der  in  den 
Gürten ■lehen<len  lievÖlkening  ungefähr  5000  Menschen;  es  kom- 
men folglich  auf  eine  Person  30  Quadratjards.  Nach  Fergusson 
kommen  in  Cairo  auf  eine  Person  48  Yards  und  ebeuBo  iii  Con- 
Bttmtiuopel.  In  Jfenares ,  der  am  dichtesten  licviilkf^rtuu  Kiiadt 
Indiens,  kommen  40  bis  45  Vards  auf  den  Kopf  der  Hevölkerung; 
in  Calcutta,  nach  Abzug  der  grossen  Plätze,  Bc^r  70  Quadrat- 
yards. Was  europäische  Städte  betrifft,  so  kommen  in  Hambuiig, 
der  am  dichtesten  berölkerten  Stadtdes  Conlänents,  auf  die  Person 
27  Qnadiatyszds,  in  der  City  Londons  30  QuadratyardB,  im  übri- 
gen London  118  Quadratyants,  in  Liverpool,  einer  dichtbevölker- 
ten Stadt,  34  Quadrntyards.  Aus  dieser  Zusammenstellung  er- 
gibt sich,  daSB  der  Durchschnitt  des  Haums  fiir  eine  Person  in 
den  Städten  des  Orients  und  des  Occidents  ziemlich  gleich  ist. 
Nehmen  irir  das  jetzige  Jerusalem wo  auf  eine  Person  42 
Quadtatyaida  komm^  als  Maassstab,  so  erhalten  w  für  dos  alte 
57,000  Eänwohner;  oder  nehmen  wir  Jäfa  mit  SO  OuadiatyaidB 
für  eine  Person  als  moasagcbend,  so  enthielt  das  alte  Jerusalem 
S0,000  Einwohner.  Xun  wird.abeT  Jedermann,  der  mit  den  hio- 
sigen  Veih&Ibüssen  näher  bekannt  ist ,  zugeben ,  dass  selbst  Jäfa 
noch  diahter  berölkert  sein  konnte,  und  dass  innerhalb  der  Ring- 
mauer von  JeniBalem  noch  viermal  mehr  Maischen  wohnen  könn- 
ten, als  heute  darin  wohnen.  Nach  dieser  Sadhnung  kirnen  auf 
eine  Person  blos  lO'^j  Uuadratyards  und  wir  erhielten  für  das 
alle  Jerusalem  eine  Einwohnerzahl  von  228,000  Seelen.  Dies 
scheint  mir  der  Walirheit  auch  ganz  nnhe  zu  kommen  und  würde 
mit  den  oben  angeführten  alten  Naclirichten  so  ziemlich  überein- 
stimmen. Man  darf  darum  hecklich  sagen,  dass  das  alte  Jerusa- 
lem 2(10,000  bis  250,000  ständige  Einwohner  gehabt 
habenmng! 

II  ],  FEROtiSBON,  The  Bncientlopagraphyof  Jeniialem,  London  IM 7, 
Seite  50  fg, 

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217 


Dciss  10 '/2  Qu.iclratyards  auf  eine  Person  atiKunehmeii  gar 
iiielii  Uli  wfiiis  ist.  byivriscii  die  in  Jerusalem  ivohuendcii  Juden 
^elll^t  iieiit  iii  Taye.  Nai:li  Dr.  CILl^LI^s  Ermitl  flu  Ilgen  'i  «ohuen 
dieKellieii  üogar  noch  ciiger  bei  einander.  Er  führt  folgende  drei 
iteispiele  aa 

1}  Ein  jüdischer  Kaufinanii  ana  deu  ersten  Familieu  be- 
wohnt mit  IS  Se(!len  ein  Haus,  das  ID>/,  Fuss  breit  und53Yi 
lang  ist,  also  116  Quadratfaids  enthält;  folglich  kommt  hier  auf 
eine  Person  hlos  etwas  mehr  ak  6  Quadratyatds. 

2)  Einer  der  Hauptrabbiner  bewohnt  ein  Haus,  das  zu  den 
bebten  im  jüdischen  Qirnrtier  ^eliort;  die  Wohnung  ist  aussen 
:m'/^  Kuss  hjiK  nnd  ■>■<<  breit  mid  hat  folglich  867,  Qnadrat- 
yards  FliU'be.  Das  Haus  ist  von  Iii  Personen  bewohnt,  folglich 
kommt  auf  eine  jede  ä'/^  üuadratj'ards. 

3}  Chaplin  .beschreibt  ein  Haus.,  das  von  der  ärmsten 
Classe  von  polnischen  Juden  benohnt  wird;  in  einem  Baume 
desselben  betreibt  ein  Schneider  sein  Handwerk  und  in  einem 
andern  werden  Knaben  unterrichtet.  Ilas  Tlaus  w'wA  von  39 
Seelen  benohnt  nnd  bat  aussen  ein  Maass  von  fin  l'oss  Länge 
und  r>üFuss  ÜTcitc;  folglieh  enthält  es  3;{  I  Qnadratyards,  F,s 
trifft  demnuch  auf  eine  I'erson  eine  Haunifläclic  von  S'  .,  Quadrat- 
yards.  Dass  hier  mehr  Fläolie  auf  eine  l'erson  kommt.  aU  in  den 
beiden  erstenväbnten  besseren  Wolniinigcn .  kommt  von  dem 
Umstände  her,  dass  im  Innern  des  Hauses  ein  grosser  Hof  liegt, 
an  welchen  ringsum  die  Wohnzimmer  angereiht  sind. 

Nimmt  man  diese  3  Beispiele  zusammen  [S  +  5  Vi + 8i/)=20] 
so  trifft  im  Durchschnitt  auf  eine  Seele  ein  Fföehenraum  Ton  6'/, 
Qiiadratvards.  Hieau  sind  nun  die  nÖlhigen  Flächen  für  die 
Oassen  /u  rechnen.  iNach  meiner  Berechnung  betrögt  der  Raum 
einer  Gasse  für  eines  dieser  Häuser  im  Dnrchsdinitt  12  Yards 
Lange;  nimmt  man  bnizn  die  Hälfte  der  Gassenbreite  mit  l'/j 
"i  nrds .  so  erhalt  man  1  b  Qnadiatyards- ;  dies  macht  imf  die  Per- 
son einen  /usehhiK  von  1'/^  Yard.  Im  heutigen  .Iiuienquiirtier 
heansjimcht  also  jede  Person  einen  Kaum  von  8  Quadratyatds. 
Sollte  dies  m  früherer  Zeit  nicht  auch  so  gewesen  sein.' 

Wenn,  wie  schon  angedeutet,  die  Mauern  von  33  Stadien 

1)  Au»  einem  Hngedruokten  Äufsati,  den  er  mit  mittheilte.  —  (Votgl. 
AtheDngum  23.  Febr.  )87B:  ZDPV.  3,  p.  62,  Ni.  20.   Adid.  d.  Bed.) 


218 


eine  Fläche  von  2,-100,01)0  Quad.  Yaids  umfassen,  und  man 
femer  fiir  die  königlichen  I'aläste,  den  Tempel  u.  s.  w.  Ve  ab- 
zieht, 90  nird  sich  nach  der  heutigen  Bevölkcriingadichtigkeit  im 
jüdischen  Quartier  die  einstige  llevolkerinigszahl  Ranz  wie  oben 
Mhon  gefiiiideui  auf  eine  Viertel  Million  stellen.  Hei  diesen  He- 
rechnungen  wäre  aber  nach  Fkbolsson's  liehnuptung  gerade  eine 
Null  zu  viel;  denn  er  nimmt  als  ständige  Hevölkening  bloss 
25,000  Seelen  an  und  stützt  seine  Ansicht  auf  folgende  zwei 
Gribide:  EratUah  darauf,  dass  das  BelageTungeheer  des  Titna 
nicht  im  richtigen  VerhältnieB  zu  der  Zahl  der  Belagerten 
gestanden  lültte ,  falls  Jerusalem  viel  mehr  als  25,000  Einwoh- 
ner gehabt  hätte.  Die  Juden,  wie  die  Geschichte  zeige,  waren 
tapfere  Kriegaleutc,  mit  denen  der  Feind  zu  rechnen  hatt«.  Titus 
habe  aber  bloss  4  Legionen  und  einige  Hiilfsvölker,  im  Ganzen 
bloss  2S,000  höchstens  30,000  Mann,  sut  Uispontion  gehabt. 
Mit  so  geringer  Zahl  würde  er  eine  so  stark  befestigte  Stadt 
mit  ihren  Einwohnern,  zu  denen  noch  die  Haufen  der  Partei- 
hüupter  [23,400  Mann)  hinzuzurechnen  sind ,  anzugreifen 
sich  nicht  getraut  hüben  und  luitte  deren  Einschliessung  nicht 
vornehmen  können ;  denn  in  der  Kegel  brauche  der  Belagerer 
viermal  mehr  Leute  ■  als  die  Belagerten  zu  ihrer  Verihei- 
digung.  Wenn  die  letzteren  im  Stande  gewesen  waren  (was 
bei  einer  starken  Bevölkerung  wohl  möglich  gewesen  wäre) 
auf  einen  Punkt  10,000  Mann  hinzuwerfen,  würden  sie  die  *Um- 
singelung*  leicht  durchbrochen  haben.  Zu  aUedem  b^omme 
man  aus  dem  YeilBufe  des  Kriegs  den  EiB^nck,  dass  die  Juden 
der  'Übermacht  unterlegen  seien ;  dies  alles  beweise,  dass  die 
Zahl  der  Bewohner  Jerusalems  keine  grosse  gewesen  sein  könne. 
Wenn  in  diesen  AuBfiihningen  auch  etwas  Wahrheit  liegt,  so  be- 
weisen sie  doch  nicht  viel;  denn  es  ist  dabei  übersehen,  dass 
hauptsächlich  die  innem  Partei  kämpfe,  wie  es  Josephus  ja  be- 
sonders hervorbebt,  der  Stadt  den  Untergang  bereiteten;  dass 
sich  femer  die  Zahl  der  KaHijiffdliigeu  durch  die  Ausfälle  gegen 
die  Römer,  den  Hunger  und  das  nele  Überlaufen  rasch  vermin- 
derte. Auch  unterscUitzt  Feroussoh  zugleich  die  Stärke  des 
römischen  Heeres.  Vespasian  war  mit  60,000  Mann  ins  Land 
gekommen,  und  wenn  sich  dieses  Heer  auch  durch  Krankheiten 

1)  JoBEPO.  bsU.  3,  4,  2. 


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219 


im  Vcrlfliife  des  Ktipga  vermimlertc,  so  ivanclten  picli  ihrii  dngegen 
viele  Überläufer  zu.  so  dass  man  es  wcnigstniis  immcrliin  auf 
36,000  bis  -lu.OOO  Manu  selmtzi'u  muss. 

Nicht  glücklicher  ist  der  zweite  Ueiveiagruiid,  Febousson 
meint  nSmlich,  die  Stadt  in  so  steiUeT  Gigenil  situirt  hätte,  wenn 
ne  mehr  Anwohner  g«habt  hStte,  als  et  bejeohne  [nlmHch 
26,000)  nicht  verproviantirt  werden  können,  selbst  nicht  in  Frie-^ 
denszeitenl  Man  bedenke  aber  Folgendes.  JH«  Stadt  lebte  ja 
geradezu  vom  Lande  —  nicht  vom  eigenen  EraeugnisB  ihrer 
Umgebung —  h i e r h e r  mussten  dieOp/erimd  Zehnten  ge~ 
bracht  werden .  Die  Konige  hatten  ihre  Heamten  in  den  Benrken, 
welche  den  königl.  Hanshtdt  und  dadurch  auch  die  Stadt  mit 
dem  nöthigen  Unterhalt  Tersehen  mussten.  Hienn  kamen  die 
Feslzeiten,  wo  jeder  erwachsene  laraelite  sich  wenigstens  für 
einige  Tage  nach  Jerusalem  zu  verfügen  hatte.  Diese  Festeste 
nahmen  nun  nicht  nur  ihren  eigenen  Reisebedarf  mit  sich,  son- 
dern überdiess  noch  die  Opfer,  Zehenten,  Gelübde  und  sonsti- 
gen Geschenke  an  den  Tempel ,  die  Pnester.  ihre  dortigen 
Freimde  ii.  s.  w.,  so  dasB  gerade  in  den  Festzeiten  die  !?tndt  am 
reichsten  verproviantirt  war.  [In  kleinerem  Maassstabe  isl  dies 
selbst  heute  noch  so :  kommen  keine  oder  nur  wenige  Pilger  nnd 
sonstige  Reisende  nach  Jemsalem,  so  herrscht  Armuth  und  Ver- 
dienstlosigkeit  —  kommen  viele,  so  bessern  sich  die  Verhältnisse 
für  alle  Einwohner].  Eine  ständige  Bevölkerung  von  >/,  Million 
konnte  sich  darum,  gerade  weil  ilieee  Stadt  Hauptstadt  und  Cul- 
tusstelle  einer  Nation  wnr,  wohl  -bis  ^-.uvy..-  ,Tiüii  liimliircli 
halten ;  dies  um  so  mehr,  als  ja  bekannthch  dii'  Orioiitilcn  .^ehr 
mSssig  leben.  Hierzu  kommt  noch,  dass  sich  die  tiewohner  Je- 
Tuialems  sehr  h&ufig  aufs  Land  begaben  und  wenigstens  zur 
SommersEeit  sich  mräst  auf  dem  Xiande  aufhielten ;  hatten  sie 
doch  da  ihr  «vSterliehes  Eibei  und  dadurch  ihre  Landwirtbschaft 
—  die  Priester  wechselten  ohnehin  in  ihrem  Dienst  ab  und 
gingen  somit  ab  und  zu.  Die  verschiedenen  Handwerker  — 
meist  Stadtbüiger  —  gingen  aufs  Land  und  in  die  kleineren 
Städte,  um  ihre  UrUder  zn.bedienen  —  wie  es  vielfach  noch  heute 
geschieht.  Beamte,  Soldaten  u.  s.  w.  hatten  ohnehin  öfters  Ge- 
soldfite  auf  dem  Lande;  die  SchiiAgelehiten  unterrichteten  das 
Volk  nnd  wir  finden  sie  daher  in  den  Erzählungen  der  Evangelien 
überall  im  Lande.  Die  Studenten  imd  Schüler  hatten  öfters  Ferien ; 


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55n 

die  Kuiil'lcutc  verNiiunu'ii  ik'ii  mii:iiii'i  iiiiii  uiivi'h  iifs-iiiiiiii  nrri^rs 
abivestiul.  V(,ni 
Jcni-^Hkin  kann 

Kede  sein.  Wenn  man  N  z  hcn 
will,  als  hätte  die  Stadt  selbBt  eine  BsTOtkerung  gehitbt  die 
nacli  Millionen  zahlte,  so  ut  dies  ^imlich.  nnnahtig.  josufhus 
barichtct.  ('cBtiiis  habe  fcewunscfat  eme  Volktnlilang  2u  veran- 
stalten :  (Iii  (>iiie  soii'iie  icanch  gegen  Bitte  und  Gesetz  der  Juden 
viTsiichs.  s(j  liiihc  man  indiracier  Weise  die  Uaterlimmei  geiäblt, 
\<in  dmnii  ji'  vini'"  wenigstens  auf  10,  nunohmal  selbst  auf  30 
Personeil  komme.  Da  nun  256,500  OsterUtmmer geEÖhlt  worden 
seien,  no  erhalte  man  eine  IScvölkerung  von  2,700,000  Seelen. 
Es  geht  jedoch  aw  dieser  Stelle  gnnz  klar  hervor,  dass  damit 
nicht  die  ständige  Hevölkemnif  der  Stadt  Jerusalem  gemeint 
ist,  sondern  die  des  ganzen  ^"l)lke.1  siinoit  als  es  Ostcrlilmmer 
selilaelilcte  ',.  Ebenso  ist.  die  luulere  ^^tollo  zn  versieben,  in  «el- 
dier  vnn  drei  Millionen  Menselien,  di,-  anf>  Osterfest  gekommen 
seien,  die  iiede  ist,  ,\1-  die  Hümor  nnil  KiViir  gerad,'  zur  Oster- 
zeit  heran^iigeii ,  tiolieii  viole  dieser  l''est^iiste  in  ihre  Heimalh  zu 
ihrer  Ilhlie  /nrüik ,  wU-U-  «iu-eii  ^o^ar  /u  den  liömenl  Über; 
allerdings  fliicliletcn  sich  viele  in  die  befestigte  Stadt ;  die  Uber- 
füllung  derselben  veranlasste  dann  gerade  die  grosse  Notb.  Der 
Nachweis,  wie  weit  sicli  dos  alte  Jerusalem  über  das  heutige  hinaus 
erstreckt  habe,  um  einen  Umkrds  von  33  Stadien  zu  bekommen, 
gehört  nicht  hierher.  Es  sei  bloss  kurz  hoinerkt,  dass  sich  die 
alte  Stadt  im  Süden  jedenfalls  bis  an  die  TbalrUndet  erstreckt 
inid  im  Norden  über  die  heutige  Suidlin;tuei-  binausfiereiebl 
haben  muss.  Es  bleibt  mir  nun  noch  übrig  einige  Gründl-  dafür 
anzuführen,  dass  in  orientalischen  Stiidtcn  eine  dichte  lievolkc- 
rung  wohnen  konnte  und  wohnen  musstc.  Zucrät  ist  y.ii  be- 
denken,  dass  die  Städte  ummauert  waren,  dass  man  die  ^'erCbei- 
diguugslinie  'so  kurz  als  möglich  machte  und  den  innem  Baum 
Bo  weit  als  möglich  zu  Wolmungen.  ansnütste.  Es  fanden  sich 
darum  keine  breiten  Strassen,  wenige  oder  keine  freien  PlBtze 
noch  GSrten.  Die  Märkte  wurden  anssei^b  der  Thore  abge- 
balten. In  (resp.  den  Hallen  bei)  den  Thoren  &nden  die  Ge- 
riohtsverhandlungen  statt,  wo  die  Parteien  auf  dem  freien  Platze 

i;  BeU.  6,  a,  9.  und  1,  14,  2. 


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vor  denselben  den  gehörij^eii  Baum  hatten.  Uie  Strassen  waren 
blosse  Gassen,  nicht  nui  schmal,  sondern  noch  öfters  überbaut 
und  darum  oft  dunkle  Gänge.  'Cberhiiupt  braucht  der  Orientale 

wenig  Wohnraum,  da  ct  eo  äusserst  wenig  Hausgerttth  besitzt; 
ein  Zimmer  fiir  fiiip  Familip  f;fiiüjrt  liinliinglicli.  Kur^  allr 
Vnistiiiiile  ^vilron  (iamacli  an(;othiiu.  du??  dit  Stadt  aiith  bei  ver- 
llii!I1li^smüBsig  i,'eriuger  rüiinilitlier  .Vu^dehining  eine  weit  grösserf* 
Menschenmenge  in  sich  fassen  konnte,  als  die»  bei  Anlegung  des 
gewöhnliohea  Haaseatabg  m{^eh  erscheinen  würde. 


GeoTgisdie  Inschrtfli  aus  Jernsalem. 

Entziffert  Ton  Professor  Zagarelli  in  Feteraburg. 
(Hienu  Tafel  VI.) 

Vorbemerkung.  Im  September  1879  fand  Bauralh  C,  Schick 
im  grossen  priecbischen  Kloster  in  Jcruaalem  nn  der  Ecke  einer  Mnuer 
einen  Stein,  welcher  mit  grossen  und  schön  geacbeitelen  Sehriftzeiohen 
bedeckt  war.  Auf  nähere  Nachfrage  erhielt  er  zur  Antwort,  die  Schrift 
sei  oKorgi«  und  rübre  von  einem  Volke  her,  dessen  K5m^  einst  be- 
deutenden Einfluss  in  Jerusalem  gehabt  hAtten,  und  das  beut«  noch 
im  fernen  Norden,  am  Kaukasus,  existire.  Doch  Nicmaud  wusste  lu 
sagen,  welclies  der  heutige  Name  des  Volkes  sei.  Baurath  Schick 
sandte  mir  mit  diesen  Nachricbten  die  Inschrift.  Nach  einiger  Prtl- 
fung  ergab  sich  mir  als  das  'Wahrscboinlicbste,  dasa  die  Zeichen  der- 
selben der  alten  georgischen  Sclirifl  angehören,  welche  »khuzurin, 
d.  h.  die  priesterliche ,  Kenannt  wird  vyl.  Fr.  Riy.i.Hijus,  Al[>Uiibete 
orientalischer  und  occidfntiilLsthfr  S|,r;idR>Ji.  12.  Auil.  Nnrnbarit 
1880,  p.  57  .  Meine  Vcrmuthuii^  >)('iit:idf,-!c  I'rof  Dr.  A  Lkmiien 
hier,  auch  I'rof.  Dr.  J.  Ei  risu  in  Htrüssbiirf;.  Beide  Herren  erklärten 
jedoch  die  Entziffcmn);  nicht  (Ibernehmen  zu  können.  Herr  Professor 
J.  Edtu-o  hatte  die  Güte,  den  Abklatsch  an  S.  Excollenz  den  k.  ruas. 
WirW.  SlaalEratb  Herrn  I'rof.  Dr.  B.  von  DoSN  in  Petersburg  m 
senden,  dessen  Verwendung  endlich  wir  die  Entzifferung  der  Insehrift 
durch  Herrn  Professor  ZiSA-RELLl  in  Petersburg  verdanken.  Die  Vet- 
offentlichung  derselben  ist  verzOgsrt  worden,  weil  der  erste  Brief  mit 
der  Umschrift  und  Übersetzung  des  Heim  Profesaoi  Z&o&sblu  auf 
der  Post  abhanden  gekommen  sein  mute.  Einer  null  llngeremWaitaa 
meinerseits  erfolgte  Anfrage  erwiderte  Prof.  Z&oublxI  gOtigsf  dureh 
Zusendni^  einer  Abschrift  seiner  Arb^t. 

Dft  ich  weder  die  gBore^ohe  Sprache  noch  <Ue  georgische  Oe- 
sohiahta  kenne,  so  ktnn  idi  den  lüstorischen  Werth  der  Insehrift  nicht 
beurthellen.  Doch  msoht  Herr  Prof.  Zuaxblli  daranf  aufmerksam, 
daes  die  Insahnft  fOi  georgjsehe  Oesobiohte  Bedeutung  habe,  insofern 
sie  von  den  lai^Shrigen  BeüehuDgen  Zeugniss  ablege,  welche  die 
Georgier  zum  heiligen  Lande  unterhielten,  indem  sie  tu  verschiedenan 
Zeiten  KlOster  erbauten  und  unterhielten.  Auch  fOr  die  geor^sohe 
PalBographie  hat  die  Inschrift  nach  Prof.  Zaoabekli  eine  gewisse  Be- 


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dentung.  Sie  repiflaentiit  die  ilt-georgisiihe  Eiichsatchrift.  Jeden- 
faUi  glaubte  üdi  die  Inaehrife  teboa  darom  TeiiJffentliohen  m  lolleii, 
weil  fon  den  Tsnchisdeniteii  Seiten  Bonel  Mühe  in  Anipniali  gp- 
nonunen  worden  ist ,  nm  xu  ihrer  Ernüffernng  m  geUngen.  Allan 
Hemn,  welche  dasu  nütgenirkt  haben,  sei  hier  noidimslB  der  beste 
Dank  ansgesprochen. 

Leipiig,  12.  Februar,  1881.  '  H.  Ooxhe. 

1.  Die  Inschrift  mit  eingcechaltctcii  Ergänzungen  in  civil' 
geoi^BChen  Buchstaben. 

I.  tKe  Inschnfi  in  civilgeoigjschen  Huchataben. 

3.  Übersetzung. 
C'hristnsi  .  Heiliger  Nikolaus,  sei  Fürlritter  vor  Christo 
fiir  die  Königin  1=  PrinzeBsin)  Ton  Kachetien'),  Elisabeth, 
gewesene  IIelene'|. 

ij  Viele  tsvorgiache  Inschrifl  in  .Anfangsbuchstaben  dea  kircblich- 
georgiachen  AlphabeM  mii  Abküriungen  Terfaasl ;  ich  gebe  oben  dieielbe 
voUstlndig  in  der  Trinaiciiptioa  mit  civilgeorgiichea  BuohsIBben. 

Ii  Mit  dem  BuchMaben  jj  |->  kh,  ch;  filngt  im  Altgeorgifchea  jüdei 
Soctunent  Ton  irgead  einer  Wichtigkeit  an ;  et  bedsut«l  etwa  lo  liel  wie  das 
Dtntsche  mit  Oott.* 

3)  Dai  fHlbera KOnigiaich  vonKachatlen  Uegt  Im  haut^^  Oounr- 
ntnwnt  von  Tifiii. 

4)  Die  bler  genannte  Helena  Ut  ohneZvdtal  die  Tochter  dea  Kfin^ 
von  Kaohetitn  David  11.  ^  IBOl  ond  SohwraUi  de«  KSnlgi von  Saohatieii 
TeiiDDiail.  I60a— 1656.  Sie  reiste  auent  IGlG  nach  Fariien,  dann  (nach 
1024)  poob  Jenualeoi,  «o  sie  du  Kloster  des  Heil.  Nlcohtus  grOndele,  und 
wurde  daselbst  Mne  Könne,  naeh  den-einan  unter  dem  Namen  Eliiabetb, 
wiB  noch  unsere  Inschrift  anhebt,  nach  den  anderen  tinter  dem  Hainen  Ana- 
Staate.  Ntherea  dsrOber  in  Histoira  de  la  Georgia  II,  I  traduiUpar  BroS' 
■et  (lase,  St.  PMersb.J,  p.BSS;  Additioas  et  £cldräs)emenu  ete.  per  Broi- 
set  [lasi)  p.  161 ;  Bullet.  bist.-pMlolog.  t.  II,  p.  315)  l.  IH,  p.  60. 


Beiträge  zar  Bibliogi-apliie  der  Talägtiiialiteratiir  im 
Ansclüass  an  eine  Bespreclinng 

TOS  Prof.  Dt.  W.  A.  Neamulii  in  Wien. 

UeuUehe  Pügerreism  nach  dem  heHigm  Lande  iurmagegehm  toid 
erläutert  von  Remhold  RShricht  und  SeinriiA  Meimer.  Berlin, 
Weidmann,  1880. 

Bas  Buch,  das  wir  sur  Ansäge  briagen,  ist  eine  deutsche 
Arbeit  in  des  Wortes  voller  Bedeutung :  nicht  aUeii),  daae  es  vom 
Antheil  handelt,  welchen,  die  Deutsohen  an  den  Pilgerfahrten  von 
1300  — 1600  nahmen,  sondern  es  ist  auch  ein  rühmliches  Zeug- 
niss  deutschen  Floisses  und  deutscher  Gründlichkeit,  Hatte  der 
eine  der  beiden  Horausgeher  schon  in  früheren  Arbeiten  —  wel- 
che wir  in  dieser  Zeitschrift  augetiihrt  hahen  —  den  Autheil  der 
deutschen  Nation  an  den  impfen  zwischen  Kreuz  und  Halb- 
mond im  Mittelalter  geschildert  tmd  idie  Grundlagen  für  «ne 
'wissenschaftliche  Eenntniss  der  Beziehungen  zwischen  Deutsch- 
land  und  der  Levante  überhaupt»  gelebt,  hat  er  in  diesem 
Werke  mne  Fortsetzung  jener  Arbeiten  gehcfrrt. 

Nim  fträlich  war  es  den  HernuRgehurii  sijhwct,  den  Endpunkt 
ihrer  Forschungen  zu  fixiren  luid  wir  glauben  es  Ihnen,  dass 
am  B^inn  des  XVII.  Jahrhunderts  »der  Dnrohbruoh  eines  neuen 
Zeitalters  sich  deutlich  entsdiieden  hat  >]  .t  Aber  wir  sind  nur 
thtdlweise  ihrer  Anschauung,  dass  die  von  ihnen  gebrachten  M- 
gerfahrten  die  Fortsetzung  dcrKreu/./ügc  seien.  Der  Zeit  nach 
sind  sie  es  «  uhl.  aber  dem  Charakter  nach  sind  sie  das  entschie- 
dene Gegcuthell  desjenigen,  was  nicht  nnr  allein,  sondern  was 
man  auch  im  XIV.  und  den  folgenden  Jahrhunderten  unter 

1)  Wir  Termuthen,  daw  diese  Arbeit  angetegt  worden  sei  durah  das 
Streben  IlönaicnT'S,  leinen  Standpuakt  gegea  Sepp'b  BarbnraBBafonubUDg 
EU  Dehmea,  denn  gan&u  denselben  Endpunkt  hstle  er  leinen  dieabeiOglichea 
Stadien  geieUt.  Vgl  ZUFV.  B.  3.  8.  IS). 


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Kreiizzug  verstand.  —  Erst  unsere  Zeit  hat  einen  wirklichen 
Kampf  um  das  Urab  Chiinli  /unächst  um  diu  Kup|)e1.i  gekannt, 
der  i'rcilicli  fern  von  l'aliistina  ausgcfochten  ivurdo.  Erst  unser 
Jahrhundert  kennt  eilie  Culttirarbeit  im  heiligen  Land,  welche 
mit  den  kri^ceiiBcbeD  KrelUKiigsunteniehmungeu  auch  eheauk 
in  Vocbindiuig  stand. 

Im  Mittelalter  hatten  nui  ungern  die  Franiosen  an  der  Seite 
der  DeutBclien  gefochten;  heutzutage  nehmen  die  Herausgeber 
derGesta  J)ei  per  Francos  gern  und  uifersuchteW  deutsche 
Mitarbeiter  auf  und  deutsche  Kräfte  stehen  ihnen  so  zu  Uebote, 
wie  die  französische  Gelelirsamkeit  dem  Deutschen  eich  zur  ^~er- 
itigang  stellt.  Und  dooh  that  Böhricht  Beoht  daran,  dass  er, 
nachdem  er  der  fransösisohen  GeBellsohaft  vom  >lateimeohen 
Orientei  seine  Kraft  geliehen,  nun  wieder  ein  Stück  deutschen 
( hil tu rbildes  lieferte.  Wir  freuen  uns  dieses  Werkes,  nir  sind 
dfiu  Horau=|{eber  dafür  dankbar;  den  Dank  aber  glauben  wir 
iiii'lit  besser  beweisen  zu  können,  als  dadurch,  dass  wir  die 
llcrausgelier  in  die  L.age  versetzen,  eine  Heilie  von  Xiichweisen 
in  die  hoifcntlieh  bald  nutliwcndig  werdende  2.  Auflage  aufzu- 
nehmen. Wir  hätten  dies  wohl  autli  brieflich  abthuii  konneu, 
aber  wir  ziehen  es  vor,  in  dieser  Zeitschrift  die  Nachträge  ku 
bringen,  damit  wir  ihrem  Zwecke,  ein  Bepertarinm  für  Palästi- 
nognphie  xa  werden ,  gerecht  «erden. 

Beim  Durchgehen  der  öniehien  Theile,  in  wclohe  du  Buch 
zerfallt,  finden  wir  es  passender,  die  Bohenfolge  des  Buches 
M'lber  fesizuhaUeii,  als  diejenige  Abtheilung  zn  adoptiten,  welche 
die  Verfasserin  der  Vorrede  selber  machen  (S.  V.),  ineinenhisto- 
rischen  und  bibliographischen  Theil. 

I.  Die  erste  AbtlLeilung  »die  historische  £i&lätniigi  bringt 
auf  42  B.  ma  Kogßütig  herausgearbeiteteB  Oesammtbild  der  Pil- 
gerfahrten von  1300 — 1600;  ange&ngen  vom  Entschlüsse  des 
einzelnen  Fügen,  nach  den  Heiligthümem  der  Christenheit  zu 
wandern ,  bis  zu  seiner  glücklichen  Heimkehr.  Es  ist  ein  llUd, 
das  wie  traurig  es  auch  sich,  gegenüber  den  stolzen,  gewaltigen 
Kreuzzugsuntemehmuagen  früherer  Zeiten  und  g^enüber  den 
bequemen  jetzigen  iSTAKaBii'soheni  und  ähnlichen  Ausflügen 
ansnehmen  mag,  doch  faibonprilohtig  genug  m  nennen  ist.  Mit 
tüchtiger  Belesenheit  haben  die  Henm^ber  aus  oft  sehr  ent- 
fernt liegwiden  litteratutkreisen  die  Bestandtlirale  ihrer  Schilde- 


226 


rung  ;(usainmengeholt.  Wir  machen  jeden  darauf  niifinerksain. 
der  FrcHde  an  CHlturschildeningL'u  hesiKt;  die  von  Geich rKum- 
keit  strotzenden  Noten  bieten  oft  f-elir  scliützensivertlie  Zusam- 
men stellunKeii.  —  Im  Einzelnen  dürfte  vielleicht  niaiiehes  der 
Sichersten ung  bedürfen:  IS.  2  1  NdIi'  1  diirfle  in  dem  lialikader 
ein  Wfdi  Küdir  stecken.  —  Kalinu^  dihflL'  denn  doeh  Küili  sein. 
—  Zu  S.  28  ist  nachzutragen,  dass  Hevii,  Leviuitehandel  1,  S.  1 14 
den  Spuren  deB  Araalfitanei^eschlechtea  des  Pantaleone  in  Sjnea 
üBofageht  nnd  die  von  unserem  Buche  angezogene  Abhandlung 
Stbehlkb's  wohl  kennt,  aber  nicht  adoptirt.  S.  1 18,  —  Solche 
Strnfen,  wie  sie  K.  29  Note  1  emalnil  werden,  dienten  auch  als 
prieBterliche  Stolen .  mciM  donkclliTinmor  Kiirlie.  mit  [in  Weise 
ausgeführten)  eingeivublen  Zeidmungen  der  L.iiigt  des  ÜhristuB, 
des  Mariengrabes,  der  Grösse  der  Fiissspiir  .Tcril  Christi  (auf  dem 
Ölbe^),  der  Leidenswerkceuge  etc.  etc.  Eine  derartige  Stola, 
wahrscheinlich  vom  Äbte  Robebt  Leeb  auB  dem  h.  Lande  mit- 
gebracht, befindet  sich  noch  im  Stifte  Heiligeukretiz.  Es  ver- 
steht sich,  dass  jetzt  Niemand  den  Gebrauch  kennt,  n  elcheii  die 
Note  1  nngicbt. 

S.  32.  Wir  sitid  wohl  durch  das  vorgesetzte  »z.  H.n  in  Note  7 
nicht  ^Aii7,  bereehtijft .  auch  hier  einen  NachtriiH'  /u  bringen, 
allein  «  ir  glauben,  dass  ep  den  UenHiSf;el.,.L-ii  idrlit  uiii  v»  iinselit 
sei,  werniVir  >ie  auf  Cod.  icom.gr.  Munaeen^-is  :i2l.  f.  Hi— ],i 
aufinerksam  machen,  der  naub  unseren  Aufzeichmnigeu  die  Ce- 
remonien  des  Kitterechlages  für  den  Orden  des  h.  Grabes  ent- 
halten Boll. 

Wir  erwähnen  es  gleich  hier,  dass  es  wünschenswerth  er- 
scheint, nenn  die  Herausgeber  sich  für  eiue  der  von  ihnen  noch 
gleichwertig  erachteten  Schreibungen  Suchern  odcrSudheim 
cntHcheideu  würden  (siehe  S.  22,  2U,  iG,  .lUti.  und  dagegen  S, 
564,  647).  —  Die  Schreibung  Brocardus  (im  Index),  wo  anf 
S.  8  hingewiesen  ist,  während  hier  Burchardus  steht,  scheint 
übeAanpt  dem  Beoenaenten  veraltet,  S.  526,  und  fSr  den  deu  t- 
Bchen  Biirehard  nicht  recht  angewendet  su  sein. 

Die  2.  Abtheilung  unseres  Huches  enthält  23  Pilgerschriften, 
wovon  nur  eine  nicht  einem  üentschen  Hn^j^ebört,  nämlich  die 
erste.  Sie  sind  zum  'i'heile  die  Fundgrube  gewesen .  aus  der 
unsere  Verfasser  die  Bestandtheile  der  ersten  Abtheilung  geholt 
ha.hen .  Die  mnsten  bieten  in  culturgeschichtlicher,  sprachlicher, 


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227 


manche  auch  in  geographischer  Tleziehung  schätienswerthe  Bei- 
träge, Im  heiligen  Lamli;  spll)er  ist  fieilicli  liie  Lociil-Traditinn 
ilamHlü  schon  fast  auf  jenrm  .Staniijiuiikt  angekommen,  aii^dem 
wir  sie  jetzt  treffen.  Handelte  es  sich  dooli  auch  seihst  bei  den 
Baulichkeiten  nur  dsrum,  das  bestehende  ni  erhalten,  während 
die  Zeiten  der  Ereiuxiige  mae  Reihe  neuer  Oräifdiingen  (KlöBter, 
Kirchen,  HoBpiee,  Paläste)  entstehen  und  die  Tradition  sich  an 
die  Neubauten  anmnken  gesehen  hatten. 

Die  älteste  Ifeschreibung  des  J.icob  von  \  kiiona  weist  jenen, 
üum  wirklichen  Kreuzzug  vorbereitenden  Charakter  atif.  welclien 
Bec.  schon  in  dieser  Z  ei  Ca  chtift  angedeutet  hnt;  es  fehlt  ihr  auch 
nicht  derüxoti»  über  die  Lehre  Mohammeds.  Wir  wollen  den 
Inhalt  der  «meinen  Iteschreibungeii  biet  nicht  anführen,  sun- 
deni  nur  die  Gedankenspäne  und  gelehrten  Notizen  anbringen, 
welche  nns  würdig  erscheinen,  von  den  A'erfaaseni  beachtet  zu 
-werden.  Daher  fiigen  wir  gleich  an,  dass  S.  320  Z.  10  Mam- 
hrin  uns  Ambra  zu  sein  acheint,  und  zu  S.  402  (Gabriel  v.  Uat^ 
tenberir'  haben  wir  zii  bemerken,  das?  im  Cod.  germ.  Mon.  127-1 
die  Laut^i,  1  —  12  rheiiüil-  diieii  s,.ll.-tau.li«on  Theil  d>:<  Codex 

Fol.  10  Deine  kurtze  vorliede  von  der  fuhrt  vber  mer  zu  dem  hey- 
Ilgen  Grabe«  etc.  iWir  lesen  viel  in  den  alten  Geschichtenu  ist 
^i£icheine'Vfa«rsetsung  des  Burchaidua«  monte  Sinn  nnd 
erst  Fol,  1 3  mit  erkennbarem  Wechsel  der  Schrift  beginnt  Ga- 
briel \.  Baitenbeim;.  Von  der  Hand,  welche  die  erste  Lage  ge- 
schrieben hat.  stammen  l''ol.  .jS.  ■'>'!  und  C>(\'.  dann  folgt  eine 
dritte  etwas  kleinere  Schrift.  {Fol.  III— ein  kleines  arnb.  deut- 
sches Glossar  mit  den  landläufigsten  Wörtern.  Fol.  34  leer.) 
Fol. 95.  Inoipiunt  pei«grinadonea,  wieimCodexvonS.Flarian. — 
Zuletzt  Fol.  11 2  du  kntzea  Gebet.  —  Ganz  besonders  interessant 
ist  die  Reise  des  LuDWio  voK  Rauitkk  1&6T — I5TI  [S.  430  fg.) 
qner  durch  Kleinasien  von  Skutari  nach  Anti^ichien.  .\lepjio,  Da- 
maskus, Safed.  Wir  möchten  crinucni.  da^-  tlcr  \\"oi;  den  llei- 
scnden  kaum  durch  Suiiem  ;S,  44u;  gefühlt  lialieu  werde,  son- 
dern durch  Dschenin,  und  dass  die  Ilevölkennig  dieses  Ortes 
auch  hente  noch  als  eine  etwas  unangenehme  bekannt  ist,  wie 
ffle  es  von  jeher  war.  Der  Bach  bei  Dsohenin,  der  aus  h6oliat 
liebliehem  Thale  üch  herauswindet,  verdiente  von  Rauttbr  wohl 
beachtet  eu  werden,  wührend  man  erst  ziemlich  weit  von  Sunem 


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328 


einen  }lach  u*ir(l  finden  können.  S.  443.  Wir  vennnthen  trotss  der 
Jlpmerkimg  TmsererHeraiiBgebemnlei'Revi!  a  doch  die  alte  (ehe- 
mali|(c  HaiijitKtndti  Ramla;  tind  bemerken  gleich,  dass  es  wön- 
üohenswerlh  erscheint ,  es  möj^en  die  (jelehrten  HeraiiBgeher  bo- 
iveit  PS  müglicb  ist,  eine  einheitlichö  Triinsscription  ilfr  orientni. 
Wörter  durchfiiUren ;  denn  cr  berührt  eigenthiimlich  einmal 
llitket  cl  hajj  (S.  443.  Z.  2.  v.  u.]  und  dann  wieder  Khan  Djub 
Jusuf  S.  441  zn  lesen. 

S.  447  haben  wit  ansumetken,  dasa  wir  in  det  Innsbrucker 
UniT.-Bibliothek  töne  HandBohrift  des  Hirnheiro  gefunden 
haben.  —  Noch  die  letzte  von  B.  und  M.  gebotene  BeBchreihung 
ist  besonders  interessant,  denn  Ernst  von  Hvksbck  I5ST — 15S& 
besuchte  das  nördliche  Syrien  und  den  Libanon.  —  Diese  32 
Beieebeschreibimgen  ersetzen  wohl  manchem,  der  sich  mit  dieser 
Parthie  palästiniBcher  Oesdiichte  beschäftigt,  eine  klöne  Biblio- 
thek; manches  frnlich  was  eu  ihrer  Erläuterung  nothwendigwar, 
ist  erat  im  dritten  Theile  des  Buches  zu  finden,  im  Filgervor- 
zeichsiss.  Dieses  führt  alle  jene  Deutschen  an.  vonderenPil' 
gerschaft  unseren  Hernu^ehem  Knnde  geworden  ist ;  in  dieses 
Verzeichniss  sind  manche  Urkunden  mit  einvenroben.  —  Uns 
erscheint  es  passend,  diesen  dritten  Theil  des  Buches  zugleich 
mit  dem  vierten  xu  behandeln,  nm  im  Referate  Wiederholungen 
zu  vermeiden ,  welchen  die  Autoren  selber  nioht  aus  dem  W^e 
g^angen  sind. 

II.  Der  vierte  Theil  dM  B.  M'schen  Werkes  will  die  Lficke 
zwischen  der  BibUographia  geograph.  Pal.  von  Todlbr  und  den 
jährlichen  Berichten  der  ZDPT.  (also  1867—1877)  nuBfullen  und 
Nachträge  zu  Toblbr  bringen.  Es  ist  die  stattliche  Zahl  von 
1000  Nummern,  welche  die  Verfasser  hier  zusammenstellten. 
3ilBn  kann  sich  denken,  dass  eine  grosse  Menge  von  Katalogen 
durchzuarbeiten  und  eine  ausgebreitete  Correspondenz  m  führen 
war,  um  eine  solche  VollstKndigkeit  zu  erreichen.  Das  Hauptver- 
dienst  wird  wohl  in  der  menschlich  gesagt ,  vollständigen  Biblio- 
graphie der  jüd.  und  mss.  Falästinabescbreibungen  li^n.  Alles 
Menschenstreben  ist  Stückwerk:  und  um  dem  unrerdroesenen, 
iininterressirten  Zusammenarbeiten  Vieler  mag  endlich  die  VoQ— 
ständigkeit  eines  Werkes  zu  danken  sein.  Wir  bringen ,  aus- 
Achtung vor  dem  Werke,  das  wir  anzeigen,  hier  zum  dritten  und 
vierten  Theile  desselben  eine  Beihe  von  Nachbltgen,  welche  wir 


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der  licnchtiing  der  Heraiingeber  erajifyhlcii.  Kioht  nlle  Werke 
Mild  uns  jt'lzt  zi[  lliiiideii,  imd  es  köimen  nicdi  in  unsere 
nierkimjfen  ?^clireil>fi:hler  u.  A.  eingeschlichen  haben.  Es  wäre 
nicht  angezeigt  brevi  manu  Alles  in  eine  neue  Auflage  so  aufzu- 
nehmen, me  wir  es  hier  ans  tmseiem  Handexemplare  der  Toblbr- 
schen  BibUogi^hie  bb drucken  lusen.  — 

Wir  werden  hier  wohl  einiges  von  dem  wiederholen  müssen, 
was  wir  bei  einer  üesprechimg  der  ToBi.BH'schen  Bibliographie  iu 
ilcr  TüMnger  QuartalschiifC  1S74  S,  52  t  fg.  schon  ge^^agt  haben, 
machen  aber  nichts  destoweuiger  auf  diese  Becension  aufmerk- 
sam ,  weil  sie  gerade  Ton  demjenigen  beachtet  xa  werden  ver- 
dient, welche  mit  Toblbr  rieh  besohäftigen.  Wir  gehen  in  unse- 
rem Bef.  an  der  Hand  der  Abtheihmg  4  unseres  Buches  vorwärts. 

Zu  S.  4B0.  DasB  Friedrich  H.  von  Brandenburg  wirklich  im 
HeiÜgenlaude  war ,  zeigt  folgender  höchst  interessante  Brief  an 
ihn,  den  wir  der  Stiftsbibliothek  von  Melk  entnehmen  (Cod.Mel. 
■N.13  ch.liSäc.  XV.Fol.  202.)  Epistola  mlsea  a  Rodie  ad  Je- 
rusalem Domino  Marchioni  Friderico  de  Krannburg  de  sitlvo 
Londuttii  et  c\  parte  turcorum, 

Illustriii  princeps  ac  poteus  ac  magnifice  dumine  uobis  Iiunu- 
rande,  cordiali  salutacione  premissa.  Vex  religiosum  in  Christo 
nobis  carissimum  fintrem  Got&idnm  de  Heimbach  Ordinis  nostri 
orBtemu  nobis  ezpoütnm  &at  illaBttern  domimicionem  vestrom 
in  regressa  suo  a  peregrinaoione  ietosolimitana  exoptare  Ro- 
dum  videre  cum  hijs  qui  vobiscum  erunt,  petercque  aalvum  con- 
diictum  pro  patrono  et  nautis  veneciis  gaUiiice  peregrinorum  qna 
lievehemini.  Noa  enim  audita  ingeuti  fama  magniücentie  vestre 
et  quantnm  sit  aäecta  erga  nos  et  nostram  religionem  tandem 
letanter  et  Icto  corde  uidebimus  et  honorabimus  et  ceteris  ad  ve- 
stram  pertinentibus  comoditatem  favebimus.  De  salvo  vero  con- 
ductu  petito  non  nobis  videtur  esse  opus  cum  ciuitaa  nostra  Bodi 
communiB  et  tibem  tat  omnibua  nadonibns  ChriBtianonmi  neqne 
omqnam  compertnm  Aiit  qnod  nostra  religio  (=s  Orden]  «liquibus 
ChrisCiania  bellum  iniuiiam  dampnum  aut  violendam  aliquam 
fecerit  ueque  facere  iutendit;  sed  omnes  possnnt  libere  et  secnre 
huc  Rodnm  acoedere,  negocia  eonim  agere  et  diseere  pro  eorum 
libito  uoluntate  (sie).  Si  uero  patronus  et  naute  galliacie  prefate 
nt  apparet  ex  peticione  vestra — dubitarent  huc  Bodi  fenire,  nüiBr- 
mnr,  cur  hoc  petatnr,  quia  bonam  pacem  habemus  et  habere  in- 


tendimus  cum  dowiiiis  venelis  et  suUditia  eomm ;  el  pationus  cum 
nautü  suis  libeie  potest  Teuire  Kodum  ueque  aliquomodo  (a'  q*") 
istmebitur  aed  cum  voluerit  diecedat  tiaat  vtmeti  sempei  oonsne- 
veniat.  Cum  magno  dolore  coidis  ea  quo  sccantur  illustri  domina- 
doniTeetreintimaiedecrevirnns,  M«gTiusTheiicar{derGTogBtiirke) 
cum  obsedisaet  Constantinopolim  terra  marique  tandem  vi  anuo- 
mm  civit&tem  die  XXIX  mensis  Maii  praxime  preterito  cepit, 
impeiatoiem  constantinopolitanum  inteTfcrit.  multis  nobilibue 
capita  tniDoaTit,  totam  urbem  in  predaiii  ik'ilit.  (^nulclitatef  jilurea 
exerouit.   Civitatem  Peram  quam  -fiimiense^  tenebniit  sine  aimis 

obtiiiait  ipsamqne  tribotaiiam  fecit,  muroB  illius  diruit  

Clauem  de  novo  pantt  ingeatem  qua  intendit  omnea  insnlas  £g«y 
pelagi  Gibt  tributaiUs  fäcete  vel  eas,  .n  patent,  dalere.  Exaltavit 
namqne  cot  snm  et  gloriatnr  ae  Magni  Alexandri  Macedonis  geata 
equiparatiinim  uel  superatunim  MinatuT  etiam  —  que  Alesander 
iiunnjiiniii—  si?  ad  itüliani  el  partes  occiiliias  ainiis  et  poteliCia  sua 
pCiietrare  iielit  sie,  se  expcritiiriiin  an  ^il>i  f'iutiiiia  faveat  queinnd- 
modum  per  hec  orieiitalia  expertus  est.  Ciliare  oiiines  regca  Chri- 
stianoTum  et  piindpea  animadvertere  debereiit  quoiiam  pacto- 
feritatipotfincie  hnins  ^franninoti  ad  destmecionem  cliristiauorum 
—  nisi  Deus  proniderit — resiatatat  vireaque  omnea  ad  ipsiuaturci 
pemiciem  convcrtant.  quod  fiet  facile.  si  in  mitate  et  pace  ac 
caritnte  in  coramuni  conveiierint  ac  congregauerint  pro  honore 
fldei  catliolice  ac  christiaiiitatis  ptoteccionem .  nc  diu  machinata 
secta  in  ciirisiiuolas  deseviat:  rogantes  omnipotontem  DeHin  iit 
Bua  gracia  ptouidpat,  iibi  humane  vires  non  siifficiunt,  qiie  uns 
ad  Tiota  custodiat  et  vestra  comitiua  ad  haue  nostrara  urbem  Kodi 
felieiter  conducat.  Datum  Rodi  in  nostro  conuentu  die  ultima 
mensis  Junii  m"  ccc"  53°. 

Zu- Arcnlfna,  8.  652.  N.  12  (ofr.  S.  6471,  raacbon  n-ir 
hiermit  bekannt,  dass  wir  die  Varianten  dee  Metternich' sehen 
Codex  (20.  H.  :t3)  gesammelt  haben,  und  daBs  sie  im  Archive  der 
Sociale  de  rOrient  latin  abgedruckt  worden  sind. ' —  Leidet  hat 
ToBLBB  nicht  einmal  alles  in  München  vorhandene  Material  m 
«einer  Auagabe  benutzt. 

S.  552.  N.  13.  Das  Itinecarium  ad  Hieros.  im  Clm  (=  Co- 
dex latinnB  Monaoensia)  626  hat  folgendeB  Indpit:  In  media 
aqua,  que  dioitnr  viagaa  (=:  Fiacha)  incipit  ungaria.  Fol.  21''. 
Vitio  Othmari  presbyteri.  —  Fol.  84.  de  loois  sanotis  Omnibus 


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231 


volentibus  vi»itare  se|)ulchniiD  dominioum.  8ie\ic  ilaTÜbtT  Tü- 
hiiiKPr  Üiiartiilschrift.  1874.  S.  543.  Dort  ■.jiviL'lit  Ucf.  ilir  Ver- 
muthiing'  aus,  dnss  Gretsbr  seine  Inatmctio  im  iSilo.  III,  p. 
aus  diesem  Codex  entletmt  hat.  Denaelben  Text  liefert  die  Haud- 
schiift  des  Stiftes  Melk  an  Aet  Dtmau  |E.  31.).  Vermuidt  ist 
Itinom.  Vm.  Tobleis.  —  Wir  finden  in  unsenn  Handeiemplar 
die  Notiz,  daas  der  Codex  von  Admont  N.  356.  eines  Beda 
«Tractatiis  de  xitu  aliaa  de  locis  BanotiM  entliält, 

S.  .'153.  üiirtolfus  pregrinua  (siehe  Toblei  p.  13  f.}  er- 
ächeiiit  unter  lieu  Autoren,  welche  die  Soci£t£  de  TOrient  latin 
heraiifigiohl ;  sielit;  IlonpjarK  Gesta  Dei  I.  572. 

fj.  554  \o!  N.  2'.i  diimischalten:  Uelardasde  Eeonlo, 
welchen  Kcf.  für  (luv  Archiv  der  Soa.  da  l'Orient  Utin  als  in  die 
Zeit  1112  —  112il  gehörig  bestimmt  hat.  Cod.  Vatic.  IllO. 
Fol.  141 ''.  Inc.  Jenisalera  distal  a  monte  occidentali.  ' 

S.  565.  N.33.  Nachzutragen:  Tohlkm  würdigt  die  Hand- 
schrift der  Wiener  HnfliihUnthek  N.  (10!l  einer  genaueren  He- 
handlung  in  seinem  Innomin.  II.  Das  Stücli  nin  superiore  librou 
ist  eben  die  Einleihmg  (des  (k>)iiötun;'  lumim,  II.  — Fhb- 
TELi.us-Uandachriften  sind  niclit  selten.  Vi'iv  envillmen  für  eine 
künftige  Behandlung  die  der  Prager  Univers. -Bibliothek  X.  C.  Ib, 
diedeiYaticana  (BibI.Regina48.].  Siehe  Heda Dcuik,  Iter Bo- 
manviml, 250.  afT.24T.  Codexlat.Mon.6S07.  Snmam inicium. — 
Wir  haben  einen  ziemlich  gnten  Text  des  Fretellusans  meh- 
reren Ilandachiiften  zusammengestellt,  und  offeriren  ihn.  wie  es 
einst  unser  Freund.  Dr.  J.CM.LAtJEKNT,  gethnn  hiil.  dinnyi^nigen, 
der  sich  mit  dieser  Zeit  der  PalästinaheBOhreibnngen  beschäftigt. 
—  Vielleicht  auch,  dass  die  Bedaction  dieser  Zeitschrift  den  Ab- 
drnok  dieses  TeiUes  übeminunt.  —  Zugleich  möchten  xiir  fngcn, 
ob  es  nicht  angezeigt  wire,  statt  fTetallus  m  solmiben  fntellus  7 

S.  557.  N.  43.  Der  Innom.  VIII.  scheint  dem  Ref.  nur  dos 
linichstück  einer  Rrfisscren  Heschreibung  zn  sein,  welche  der 
frannÖs.  ÜbersctzuiiK  in  Paris  Hibl.  nat.  Mspt,  fr,  1553  in  fol. 
vtl.  rec,  XIII  r.u  Grnndc  gelegen,  —  Über  die  Innominati  siehe 
Nki:m.\nn,  Tiib.  (linirtabchrift  1574.  S.  5,'i3— 53i), 

^  rjf.T.  N.  4il.  tu  liegt  iiTis  r-iii  dvi  Snrictc  <\c  l'drieiit  latin 
geliöreuilcs  \"er?,eiclniisp  von  '5:1  Handschriften  dos  Ja™his  du 
ViTBiACO  vor.  —  Eine  wichtige  Handschrift  des  Thadeus  liegt  in 
der  PrsgerUniTersitätabibliothek  XIII.  D.  7.  —  Die  Nuromer  55 


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232 


auf  S,  55S.  wird  wahrsDheinlioh  unter  diese  N.  49  hereinzube- 
xitheii  ^ciii;  nuf  jeden  Fall  ist  sie  2u  Te^leinben  mitTubiUB, 
Trüctiinifl  siehe  unser  Buch  mb  N.  45),  nnd  Nbiwai««,  bnom.V. 

i2.  Thcil). 

Des  Haxiiarcb  Mokachub,  Belatio  ttipattila  ad  limoc.  III. 
b^innt  uTemi  hieroeolymitana-in  oentro  mimdi  porita  esU;  —  es 
atehen  für  eine  neue  Ansgabe  der  Socn^tö  de  l'Oiient  Utin  bis 
jetzt  16  Hnndschriften  zii  Gebote,  zu  denen  noch  nachzutragen 
ist:  Grnzer  Univers.-Kibliuthek,  Mspt.  N,;t9/23,  von  Fol.fi  an- 
gefangen'in  2  (^himnen).  Schöne  Schrift  des  XIV'.  Jahrhunderts. 

S.  558.  N.  55,  Wir  können  von  dieser  Nummer  noch  nicht 
Almdiied  nehmen.  Wir  sind  übenengt,  das»  unsere  Hetsnsgeber 
überall,  wo  siediebiifiaderunbenümtenBeiseheachreibuiigen 
wnsaten,  auch  dieselben  in  der  bibliographischen  Keschreibung 
nicht  vergessen  haben:  aber  gerade  hier  ist  es  zu  beklagen,  dass 
ivia  auf  S.  567  (N.  99)  und  S.  580  ,N.  2021  die  Initia  nicht  beige- 
fügt worden  sind. 

S,  559.  N.  57.  Hinter  diesem  Hoberüis  scheint  ein  Schreib- 
fehler fiir  Albertus  zu  stecken,  wir  meinen  jenen  Albertus, 
ivelcher  des  Haymarus  Monaclius  Nachfolger  im  Patriarchate 
war.  —  Diesem  schreibt  TRiTHBiinus  mit  Unrecht  die  ganze 
historia  tripartita  zu.  Vielleichtwird  denn  doch  ein  Theil  widt- 
lioh  dem  Albertus  zuznschieäben  sein.  —  Lüdet  fehlt  auch  hier 
das  Initium,  aber  auch  die  Signatur  der  Handschriften  von  Mai- 
land und  Venedig.  —  Eine  Handschrift  von  Hailand  (Hresa, 
A.D. IX.  43.  N.  14)  ist  der  Sooi6t£  de  l'Orient  latin  als  Hav- 
MAKVS-Handschrift  bekannt. 

S.559.  N.6D.  ObMABTmnB PoLonna wirklich eiue Uesorip- 
tio  terrae  S.  geschrieben  habe,  könnte,  bis  wir  nicht  genauere  An- 
gaben als  deu  Fabricios  (Artikel  Martinns  StrepoB,  Oppaviettsis  in 
der  Bibl.  lat.  lib.  XII,  p.  132  —  nicht  43  wie  imsere  Autoren 
schreiben  — )  tmd  die  kurzen  Verzeichnisse  im  Neuen  Archiv  IV, 
'iS  und  B93  haben,  bezweifelt  werden.  Auch  hier  macht  sich  der 
Mangel  eines  rlncipitu  unangenehm  fühlbar,  —  Es  bestärkt 
uns  in  dieser  Anschauung  der  Nachtrag  in  RIöhbicht)  M(ei9seb) 
S.  647.  wo  mit  Matitisus  1'olonüs  der  wohlbekannte  FitBTEi.i,!;« 
in  Verbindung  steht  und  eine  Aufzählung  von  Sekten,  welche 
dem  Berichte  »Terra  ierosol.  in  centro  mundo  posito  est«  wahr, 
scbeinlich  nahe  verwandt  ist.  —  Die  Handschrift  der  Frager  Uni- 


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333 


versität  X.  C.  I(*  enthält  elienfallB  einen  Text  der  Chronik  des 
Makti%-i:s  lind  gleich  daniuf  den  Hdgekivs  Fkktellus,  nber 
ohne  die  jedenfalls  jüngere  Aufzählung  der  Sekten.  —  Diese  Ver- 
bindung des  Martisi.s  Pdujm  s  mit  Fkbtkllus  mag  der  Gnind 
gewesen  sein,  warum  FAniticius  einfach  unter  den  Werken  des 
Mahti.nus  aufzählte:  Descriptio  terrae  sanctac. 

S.SfiO.  1271.  Die  Kibliütkek  des  Grafen  RuKT  in  Paris 
enthüll  einen  bisher  unliekunnien  Mm  uitii>  llKiu,i;_\sir.  in  Hand- 
schrift.   Itinerariiim  .\ii[lr(  ii  Niciilai  (U>  Nimvegiii  inTerramS. 

S.  56(1.  zu  BuRtHAXDus  vom  Berge  Sion.  —  iV.us  arab.  Quellen 
weist  Prof.  Karabacek  nach,  dass  die  Angabe  des  Lindauer  Co- 
dex TOQ  dner  Ges&ndschaft  des  dentschen  Königs  Itudolfnacll 
Ägypten,  geehrt  von  BuscHASuvs  T.  B.  Sion  auf  Wahrheit  be- 
rnhe.  —  Daas  eine  Beziehung  des  Burchardus  v.  B.  Sion  zum 
Sultan  von  Kairo  bestanden  liabe,  davon  stlieint  noch  bis  iii's 
W .  Jahrhundert  Kunde  in  Europa  exisrirt  zu  haben.  Jedenfalls 
ist  folgende  Notiz  des  Prager  Codex  (Univers.  Bibl.  XIV.  C.  16. 
.  Saec.  XV)  bezeicbitend.  Der  Text  des  Bubohabdds  hat  die  Bu- 
brica: Idbellns  sequens  de  desoriptione  tenre  sancte  per  Soldannm 
B^em  babilonie  fiiit  miseus  Karolo  quarto  Romanonim  Impera- 
tor! ad  immensissimas  preces  C'esaris,  imperii  ipsius  anno  quarto, 
f;um  in  veteribus  historiis  .  .  .  ^  oran  gdit  de.s  lTajlu;inis  Ite- 
latio  tripartita :  Cum  hone  memorie  Dominus  Inn,  Piipu,  —  Das 
WerkdeBdtrocharduBiiuderHandBchriftdesürit.Mus.Nr.  ISU29, 
welches  unsere  Autoren  im  Artikel  vAdvis  directifu  anführen,  er- 
sob«iat  in  den  Notaten  des  Bef.  unter  dem  Artikel  Burchardus 
vom  Berge  Sion,  Leider  kann  ich  nicht  angeben,  oh  ee  die  Epi- 
Htula  oder  das  ausführliche  Reiseiverk  sei :  es  scheint  aber  die 
Epistnla  zu  sein,  und  /nftr  ans  dem  Grunde,  ivoil  an  diese  in  den 
allenneisten  IJitndsehriften  der  Tractat  »Terra  hierosolym,  ineentro 
mnndiu  angeschlossen  ist.  Dieser  Tractat  aber  scheint  es  zu  sein, 
auf  dessen  Autor  der  Nune  iHermanus  Maore«  hinweist,  denn 
wahrscheinlich  ist  das  nur  ein  Schreibfehler  für  iHaymams  Mo- 

S.r.fil,  Franxos.  Handschrift  des  H.\ytiio>  in  der  Bemer 
Bibl.  Cod.  125  Fol.  2i9^  bis  251'  ; XIV. Jahrhundert)  —  Flos 
hystorianun  Clm,  15776.  —  Grazer  Uiiiv.-Bibl,  Cod.  33/34.  «In 
regno  Tarse  sunt  tres  provinde.«  , 


234 


rili2,  N.  7 1  zu  Odokici's  n  ForoiijUT,  siehe:  Zaij.v.  fritiul. 
Sliiaifii,    AkiKl.  .1.  Wiss,  \y\,;i  S,  7Ö. 

rS,  :.li-2.  N.  72.  ii,.|emit  tiiidet  in  süiuem  Haiulexcmpliiraucli 
den  Codes  lai.  mon,  65ü  'Fol.  72j  als  den  PrriN  enthaltend  an- 
gemerkt. 

S.563.  N.T6.  Handschriften TOnBoUenMle:  Fng.S.  Veiter 
Domkapitel  CXXW.   N.  13.  —  Lambacher-Stiftshibliothek  — 

München,  Cod.  Tcg.  «21.  —  Stadtbibliothek  von  Namur  5i(. 
(Pertx.  Ari-liiv.  ^  III.  ITC,  —  Hru.ssel  8779,  —  Hatlliyäiiisclio 
Hil)liotlH-kC(ia.  -2r.!l,  huiex  Msplonim  bibliotliecae  ISathjamanae 
dioec.  Transsylvanensis  ....  Kiadta  Büke  Antal,  K,  Fehör- 
vir  1871,1 

8.  563.  N.  77,  Leider  stehen  nns  weder  das  Druckwedc 
noch  die  Studj  I.  S.  73  zn  Gebote.  Das  Indpit  wäre  sehr  er- 
wünscht, 

S.  063.  X.  7&,  MAusDBviLLBt.höhnuachr  Prag,  Strahover 
Utiftsbihliothek  Coil.  ST.  ch.  fol.ao.  1437.  —  lateinisch:  Kloster- 
noilburg  Cod.  722. 

S.  5()6.  N.  SS  ist  eine  dcMlsclir  ISciuljoitiniir  des  I(i.-bciiari»ts 

S,5G7.  N.  95.  Jon.^NNBS  DE  Hesf.:  Cod.  Vienn.  4758. 

S.568,  N.  104,  Der  Codex  731  in  München  enthiUt  von 
Fol.  73  angeiriBsdenJ'oH.Poi.OMBK  («d,  TobUr)  xfom  templum«. 
—  Erst  Ton  Fol.  87  an  beginnt  eine  neue  Rubrica:  Peregrina- 
tiones  introituB  terrae  sanctae.  In  Jaffa  sanctus  Petras  A^ostolns 
resiiacitavit  a  morte  Thabilam  .  .  .  und  es  werden  in  der  Weise 
der  Abi ass Verzeichnisse  des  XV,  Jahrhunderts  die  Ablassstellen 
mit  Kreuzen  bezeichnet.  —  Auf  diese  Z<isammeiiBteltiin^  wird 
sich  der  Name  Christophorus  prcsbitcr  bezichen.  Man  beachte, 
dasE  hier  die  Ablässe  noch  nicht  itnteri-cbieden,  und  das»>  die 
Krenze  ohne  besondere  Anmerkung  gesetzt  werden.  —  Dagegen 
beispielsweise  Cod,  germ.  mon.  1274  hei  K.  M.  S.  402.  et  scien- 
dnm,  quod  in  Ulis  locis  in  qnibns  Signum  sce  crucis.  ibi  est  ple- 
naria  indulgencia  a  pena  et  culpa,  in  aliis  vero  locis,  in  quibns 
non  est  Signum  7.  sunt  tanl.nmmodo  7  annonim  imiuljfencie  et  toti- 
dem  quadragenarum . 

S.  ä7u.  Vgm  ;Cinl.  j>eriii.  UKin.  Sil.  enlliä.U  ein  Stück,  das 
ins  W.  Jahrhundort  gehört,  nndauf  welches  sich  die  Unterschrift 
beziehen  könnte  »Cukbados  Rigoo  scHpsitao.  1449  in  die  S. 


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335 


Leonhordi :  »Item  domoch  XX  nelisuh  meil  vonackirligt  dasdoif 
naBareth  auf  einer  liühi'ii«  .  .  .    Die  Al1lä)^sc  sind  llcisti^  notirt). 

S.üOO,  oAm  7.  A[)ril  11^3  ist  Limlu)  Hkuk  z\i  Mengen  us- 
geritten  gen  .Icrusalem«  —  I  ö.  Oktober  ist  er  iriedctheiiagekom- 
men.  So  besagt  die  FamiUencIironik  ,  welche  H.  J.  Zeibio  im 
Archive  der  KuU.  Akiid.  d.  W.  zu  Wiuii  VIII,  2io)  herausge- 
geben. Cfr.  Blätter  des  Vereins  für  Landeskunde  von  Nieder- 
österreich. 1875.  N.  4.  5.  6.  —  DieHec  Cuurad  Beek  ataib  tu 
Mengen  1512.  Daas  Cunntd  Beek  ipi  Jahre  1436  (wie  Horuayb 
will]  oder  1440  (Hobmatb  und  Wisorill]  im  heü.  Land«  gewesen 
f-ei],  ist  deshalb  unmöglich,  weil  Cuniad  Beck  erst  1437  auf  die 
Welt  kam.  — 

S.  530.  Nicht  der  Grabateiu  des  Hieronymus  Iteck,  sondern 
der  Grabstein  des  Michael  Garzin,  der  als  treuer  Diener  seinem 
Beim  auf  den  wüten  Reisen  folgte,  und  1595  zu  Ebreichsdorf 
beerdigt  wurde,  erwfihnt  die  Filgeifahrt  des  Hieküsymus. 

S.572.  1469.  Toblerp.  50.  musscorrigirtiverden;  Cgm845 
(nicht  854).  —  Ob  Kett.vbr,  den  wir  uns  vollslandig  kopirt 
haben,  wirklich  so  unbedeutend  sei,  möchten  wir  zweifeln.  Viel- 
leicht finden  wir  einmal  in  der  ZDPV,  Platz,  ihn  abzudrucken. 

S.  57:1  ;S.  4S8  ad  annum  1476)  Herzog  Alhkechts  von 
S.*CFisBS  Reise  befindet  sich  in  einem  Codex  des  Stiftes  Melk. 

N.  164.  Die  Ablassverzeiebnisse  bilden  eine  Hand- 
schriftengruppe für  sich  und  bedürfen  einer  speciellen  Uehand- 
liing.  Wir  stellen  hier  nur  noch  einiges  Materiale  bei:  Archiv 
dee  Kieisgeriobtes  Fixemysl,  Buch  N.  1.  (S.  Beda  Dndik,  Ai- 
chive,  S.  153).. —  Hanmgartenberger-Codex  (Linz  an  der  Donau) 
Cc.  VI.  10.  membr.  saec.  XV.  Iste  sunt  peregrinariones  terre 
Boncte  et  indnlgencic  concesse  a  heato  -"^ilveütro  papii.  —  Mspt. 
N.  2357  zu  Brüssel.  —  Codes  germ.  mun.  1271.  ;R.  M.  S. 
—  Wahrscheinlich  gehurt  hierher  auch  R.M.  S.  5SU,  N.  198  und 
N-  202  Code\  bav,  mou.  30ÜT  (italieniseh) . 

S.  577.  (Tobler  p.  53)  zu  NicoLAtiB  dsFabnad.  Dieven 
ToBLBR  augezeigte  Ausgabe  des  Fabnaw  hat  Pez,  Anecdota 
LXXXVII  nicht  gekannt;  denn  er  führt  unter  den  Abtheilungen, 
die  er  gerne  herausgeben  möchte,  eben  den  Fr,  N.  D.  F.  auf.  wel- 
cher hand;!chriftUch  steh  in  Melk  befinde,  R.  M.  behandeln  den 
Nicoi.&iiBBub  1519  ^S.5B1  N.2I9).  Die  Sache  liegt  aber  so ;  der 
angarische  Fianzishaner  Gabriel  von  P^csvahad  (P^osvaradi)  hat 


236 


das  Werk  des  Faiisaüi  sicli  zußceijfnet  und  herausgegeben.  Es 
cxistirfii  zwei  luin.Ir,<.-lii  il'tlichf  Exemplare  in  Pesth,  eines  in 
der  ViiiverMtätsbibliiithi'k  und  i'ins  im  Nationalmuscum.  Pbter 
Haitala  hat  Auszüge  iii  latcin.  äpraohe  (mit  magyarischen  An- 
merkongen)  in  dei  Zeitschrift  Magyar  Sion,  Eeztergom  ISSe. 
p.  133—194;  261—273;  —  352—372.  gebmcbt.  Vgl.  Toldy,  A 
magjar  nenuseti  irodolom  tör^nete.  Pesten  1852.  (2,  Auflage) 
n,  57. 

S,  577.  N.  172.  Die  I(apitelbliothek  von  S.  Veit  (Prag)  hat 
eine  Handsohrift  (O.  35  in  4^:  Mwtika  Kabatnika,  Czesta  do 
Jerusalem  a  f^yptn. 

S.6T9.  N.ISB.  Der  Clm.  5SÖ2  enthält  ein  Stück  DSiquisde 
Joppe  in  Jerusalemt,  das  wir  in  der  Tübinger  Quart.  1874.  8.534 
mit  einer  kurzen  kiitäschen  Bemerkung  herausgegeheii  haben.  — 
Es  gehört  nioht  ins  XV.,  sonden»  ins  XII.  Jahrhundert. 

S.  580.  N.  1B6  ist  ein  Induigeiizver/eichniss ,  wie  obMl  au 
Nr.  164. 

S.hW.  N.  19S.  Arsnga.  —  Das  Wort  passagium  gene- 
rale macht  uns  b^erig  nach  einer  genaueren  Angabe,  denn  da- 
runter istetwasmehralseineBeiseinstniDtionznenrazten.  Vgl. 

Haython,  — 

S.581.  (T.  65.)  1508.  A»8BLUUS-Handsohrift  in  Uünohen. 
Ang.  civ.  95  (Fol.  1—40}  XVL  JahrbimdeTt.  Ut  tmusquisqne  fsi- 
cillime  cognosuere  valeat.  Ob  diese  Handschrift  noch  aufzufinden 
fiei,  weias  Bef.  nicht. 

S.5S1.  N.217,    Die  HinweisuLft  auf  Tii]m.i;i.  ist  vttti;,>s,.u 

S.  5S5.  Nr.  246.  1552.  üomfaceo  ^tephani.  Toblhr 
etw&hnt  ein  Exemplar  als  im  BeeitKe  Nohdw's.  Letsterer  hatte 
ein  Exemplar  vom  Stifte  Tepl  (inBShmen)  enüdint;  aber  nach 
dem  Tode  NoBOw'a  ist  das  Buch  vetsoholleu.  Siehe  das  beilige 
Land  1876.  XX.  Jahrgang,  S.  95fg.  Daselbst  genauere  Daten 
über  die  neue  Ausgabe  durch  F.  Cyprian,  Commissär  des  heil. 
Landes. 

S.  585.  (T.TS;  1554.  Über  den  Sdakez  UB  Alhbrgaria.  der 
ein  Mönch  von  Aleoba^-a  iS.  0.  (Üsti  gewesen,  siehe:  Historis 
cliroiirdogica  e  tritica  da  Real  Abbadia  ile  .Vlcoba^  a  ....  for  For- 
tunatode Sao  Bonaventura.  Lishoa.  Impressäo  regia  1627.  p.SO. 

S.  533.  1561.  za  KUEVKKHU.LEK,  siehe  Csbuwbkka,  Die 


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•  .437 


Khevenhillei;  M'ien.  »«ramüller  1867.  S.  186— 216.)Wolf,  A.,. 
U«-L'liiclitl.  Jülder  hiis  Öateneich'I,  129. 

S.  äbi.  N.  '2;ii.  HiRmiBiH,  UandHchnft  der  Innsbiucker 
Univ.-Bibl.  5(J&. 

S.asi.  (T.79]ia6e.  OBUBGi<;sHiJSZTHiuSDBEA8zraoA.hat 
in  der  Dedicationupistel  ddo.  SBTendoif3T.Okt.15S6  seine  Be- 
«ohieibnng  dem  Hieronymus  Heck  von  Leopoldsdorf  gewidmet. 
(Siehe  zu  S,  530;  bei  Toblku  1,  c.  muss  es  heissen  931,. 

S.  5&8.  N.  286.  Kai>/ivii..  In  (kr  Pt-atcr  Univ.-Bibl.  be- 
findet sich  ein  Dmck  von  Kasriiiiii  '(.'üsovie  ITTifi.  ty^iis  acade- 
micis  Soc.  Jesu.  —  Ru? sisehu  Hevue.  Monatsschrift  für  die 
Kunde Knsslaiid^^.  llr^ffb.v^Hl  Cakl  Koitoeh.  1S79,  i\"lll.,lahr- 
gwig,  7.  Heft,  S,  Sü,  hamlell  \\hi-r  Kaii/ivii., 

S.5S9.  ['.)  1588.  Fernheröer  ,  .  Georg.  Christ.  .  .  .  von 
Eggenbeig.  KeiM  von  OberoBtetreioh  nach  Conetantinopel, 
SiHAT,  Babylonien  und  Ostindien.   Cod.  Tienn.  8135  (Fol.  BS' 

72»;. 

S.ä9I.  1600.  Abbate  Anoiolo  Fabatioino  von  Mailaad, 
Handschrift  in  der  Jtibliothek  des  G.  Ardonato  Visconti.  Siehe 
demselben  Visconti:  Cenni  bibliogiafici  sm  viog^  in  Terra  Santa. 
Torino.  1B72.  p.  20. 

S.593.  N.34I.  ConradvonFarssbebo.  Handschrift  in  der 
InnsbruckeiVniv.-Bibl.  N.72I,  FapierlBIfoU.in  8*.  Die  Heise 
wird  in  199  Tagen  vollendet.  Am  27.  April  ab  von  München. 
-A-TB  77.  Tage  in  Jaffa,  aber  noeli  am  92.  Tage  zu  Jaffa.  Xaeh- 
initiags  Tiiicli  l{ammu  ;liamla). 

Ii^2r..  Carl  Gkimmikg,  Uclalion  viid  Khurtze  l(e- 
sclireibimp  der  Wiihlfnrth  (siehe  Tüh.  Quart. -Schrift  1SC8. 
S.  327.; 

:-'Ji:.  N.  -M  .].  In  ivelchem  Verhältniss  die  Angabe  B.M's, 
in  diesem  Artikel  zu  demjenigen  stehe,  was  unser  Handexemplar 
enthält?  darüber  können  wir  nur  eine  Vermnthung  aufteilen. 
Wir  haben  ussfolgendegnotiit:  »1634.  Cod. gi.mon.  346.  Kne 
•Reschreibmig  von  Palästina,  verfasst  von  Aitanias,  geschrieben  . 
»von  Acaciiis,  Quelle  für  die  Kunde  griech.  Kirchenverhältnisse. 
■sii'lip  Hanklhik^.  Ilumier  theol.  Litt.  Blatt.  ISOSi.  Nr.  1  .a — 
]*cr  Codex  ist  siguirt  Moll  190  in  4",  —  Es  dürfte  nach  dieser 
Angabe  Hakeuerc'r  die  Signatur,  welche  R.  M.  anfuhren,  zu 
Gorrigiren  ama. 


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238. 


S.  äilt).  Ob  die  Niimmeni  3"^.  iiiiil  JSS.  lucht  besser  weg- 
gelassen würden,  mügcn  dio  J  leraii^gulicr  cv«';lgeii. 

S.  r.U7.  In  einsm  \  i)ittiigt\  gulmlleii  im  Alterthums- Verein 
zu  Wien.  31.  März  1&71  ünvähnt  A.  K.  von  rUROEK  ein  Büch- 
lein vom  ewigenJudenv.  J.  1677.  Ei  entnahm  duaue,  daes 
ein  Freiherr  von  Torkwitz  ans  Schlesien  1641  und  rän  venez. 
Patrizier  aus  dem  Hanee  Bianchi  1643  zu  Jerusalem  einen  Juden 
(den  ewigen  Juden]  sahen,  der  in  einem  unterirdischen  Saale  ver- 
wehrt wurde,  lind  diejenigen  Kleider  noch  anhatte,  die  er  zur 
Zeit  des  Leidens  Christi  trug.  (Mitth.  der  Ceiitral-Comm.  für 
ErhBltung  der  Baudenkmale,  1672.  p.  CL.)  —  Ist  ein  Tomwitz 
«-irklich  ins  heil.  Land  gereist? 

S.  fi07.  |T.124)  1725.  P.  Neret,  ^siehe  Tüb.  Quartalsohrift 
IS6S.  S.327). 

S.  im.  nr>t;,  F.  .\>u.mvs  Klkn.  —  l>ioi(->nigon  l'iii.hicn 
diei^er  Handschrift  Aruhiv  dc>  Juirnntum^  in  (ir;a.  N.  l'a- 
pier  in  4"  53«  S.;,  welche  Nazareth  betreffen,  hat  Tdjii.ek  in 
seinem  Werke  über  Kazateth  nach  einer  Abschrift  verwerthet, 
welche  ihm  dnich  den  Bef.  vennitteU  wurde. 

S.  619.  N.  633  DE  Lajuartine.  In  der  englischen  Über- 
setzungstammen die  poetischen  Stücke  von  Letitia  A.  Laxdon, 
Der  Catatog  Henry  Sotheran,  Jos.  Baor  &  Co.  Februar  lb72. 
p.  20  N.  495  giebt  dns  .1.  l&.lli  «n.  —  Ebenda  ist  eine  enKl.\  er- 
aion  angezeigt:  L,  \.  de.  Visit  <>f  the  Iloly  Land  or  liccoilections 
of  the  Eas^t,  iraiislated  by  1'>iji'si)n,  Portrait,  inapa  and  engra- 
vingü).   2  vids.  S".  ISir>. 

S.  «20.  N.  li  lä.  Von  TiTvs  Tuhleii  hegt  uns  eine  kleine 
latein.  Broschüre  vor:  ltiblii>K-ia|diiii  ^fogr.  Palestinae  ab  anno 
333.  usque  ad  annum  lÜOO.    S.  .\.  Eins  ri-:T/or,i).) 

S.  621.  T.  177.  Die  Uuestion  des  Lieux  Saint«  par  EuofeNE 
Boke  erzeugte  2  Gegenschriften:  t)  griech.  'Anävnjait  nam  nä 
Z)|T^IiaioctQtiK.KuYtvbuBopj,  )[eplT<üviv'l«p(»oikä|M>tc'A';[Cant«iifDV. 
Constantinople  (Koromalos)  1851,  183  pp.  (Haxbbbso,*  im 
Bonner  theul.  Lit,  Blatt,  IS6S,  N.  1).  2)  fronzös.:  Säponse  ä  la 
hruehure  de  M,  Bort',  inticulce.  Queation  des  Lieux-Saints.  8". 
Const.  Lazarides  1^51.  (ibidem).  —  Bei  Tobleb  soll  esheissen: 
Der  Lazari  s  I  Eugrxü  Boke. 

S.  622.    1840.   r. 'ltpQx:^puxo(, 'E^XBipIStov  t.  Impfat' nal 


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239 


-ipiYpatf^!  T0&  vnoO  ävi^Toosuis.  S.  'AOr|V.  ISUI.  128  pp.  iSiehe 
Tiiiu.KK,  Dfscriptioiios  Tcrriip  yanctae  ]).  40S.) 

S.  1!23.  X.  Ii.A  Pff.ikku,  fraii/osisch :  Voyaffe  d'iine 

femiiif  aiilrmr  ilii  raniiik'.  'l'rmiiiit  ile  rnllemiiiid,  3.  (■dition  avec 

S.  1127.  N.  T  IS,  ]in  .Sai  lov.  In  »Merx.  Archiv  f.  ivispensch. 
Erforschung  des  A.  T.k  hat  T.  Tuhleb  einen  Aufsatz  veröffent- 
licht: iM.  i .  SB  Sadloy  vor  dem  Forum  der  Wahrheit  und  Wis- 
MOKhaft.*  (Q.  Bd.,  2.  Hefi,  S.  116). 

S.  628.  1851  zeigte  Chapman  and  Hall  in  London  (Paris  bei 
H.  Mandeville  42.  nie  de  Vienne'  folffeniles  Werk  an :  W.K .  Kelly, 
Syria  and  the  holy  Land,  their  FCeiierv'  a7id  their  ]ieo])lp,  Inci- 
dents  of  Travel  etc. 

S.  6?9.  1853.  [lovroEiif,  '  Upa  rtrrifafln.  Athen.  Siehe 
Haskbebs,  1.  c. 

S.  630.  N.  782.  Von  Porter«  Handbook  (T.  p.  189)  ist 
1876  die  3.  Aufl.  erschienen. 

S.  fi30.  P.  dbD.\mas.  IS70.  Voyages  an  Orient;  Sinai  et 
-lud^e,  .fcrusaleni.  Galilee.  3  vol.  in  8°. 

S.  632.  F.  W,  C'(i_siLiTJ,  Eeizen  naar  de  Landengto  TwiSuez, 
F'gv]JiH,  he  ht'ilijte  Land.  Gravenhag 

i::U.  Im  .HUr  IS,->S  orst-liion  unter  dem  Titel  .l)aiiia>  et 
If  Libiin"  zu  London  liii:  llcchn-ihnng  ilct  Heise,  wciclic  l.ouis 
Philipp  Albert  von  Oble.*ss,  Graf  v.  Paris,  mit  seinem  ISnider, 
dem  Dnc  de  Chartres  im  h.  Lande  gemacht  hatte.  --  Wir  finden 
in  einem  Antiqnnr.  Catol.  von  Bielefeld  fol^nde  Anzeige:  Darias 
KT  LE  Lyban,  Extraits  du  joumal  d'un  voyage  en  Syrie  en  prin- 
temps  de  litiO.  London 

S.  035.  lSfl2.  tJ,;  övii;  -iUi^i' hpm-^^iXty  m  Jerii- 

aalem.    Von  Pnlamas?  —  Siehe  Haneberg.  1,  c.) 

S.  635.  Ins  Safir.  ReiselieRchreibung ,  gedruckt  in  Lyk, 
siehe  Flaneberg,  1.  c. 

S.  636.  1863.  Prof.  Dr. W.Pol,  Geografia  zi?niiSivi<;tej  w 
dwocb  Kii^gach.  IGeogr.  d.  h.  L.).  Lemberg,  186  pp.  8. 

S.  836.  N.  858.  H.  B.  Tbistram,  The  topography  of  the 
Holy  Land.  A  succinct  occord  of  all  the  places,  rivers  and  moim- 
tains  of  the  Land  of  Israel  mentioned  in  the  Bible.  London 
(knowl.  Society)  1872.  358  pp.  8. 

8.637.  Pt  of.  Dr.  Hbrm.  Zschokkr,  Führer  durch  das  heil. 

ZUAw.  i.  P.1.-Vn.  IV.  16 


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240 


Lajid  für  Pilger.  Nebst  einet  Karte.  Wien,  UraumüUer  lS>öS. 
160  uudCXVIII  i>|.. 

Zugleich  bringen  wir  hiermit  den  zweiten  kathol,  I'ilgcr- 
führer  von  Kahr.ngkuiibk,  der  dit'  Arbeiten  von  Zuchokäb  und 
des  Fii.  LiKvis  überragt,  und  kiithol,  ( '(lucurron/uutemehmen 
neben  i>i»oci> -Haedekeuu  sich  stellt,  zu  gebührender  Anzeige. 
Es  ist  ein  tüchtiges  Werk ,  das  neben  Sücin  in  der  Bibliothek 
eiDSB  FslästimforacWs  eben  darum  niebt  fehlen  soll,  weil  der 
Autor,  der  ein  offenes  Auge  bat,  aebr  lange  in  Jeinaalem  gelebt, 
und  Beine  Zdit  wohl  ausgenutzt  bat.  Sein  Lieblingsfacb  scheint 
.Botanik  zu  sein.  Seine  Sprache  ist  kemiff  und  erinnert  selbst  in 
ibier  fitellenwciscn  l'ngelonklieit  an  'l'^hliT.  —  Wir  liotTeii.  lUiss 
im  Falle)  einer  zweiton  Anflage  der  .Vutiir  jene  Wünsche  berück- 
sichtigen werde,  die_  wir  in   der  (>iitorr,  Munatssehrift  für  lion 

S.  ii:r,.  V.  .1.  WhiDK_\-nALiT,  BlUttcr  aus  dem  Tagobueb« 
eines  Pilgers  nach  Jerusalem  iu  J.  ISG4.  —  3.  verm.  Aufl.  1ST5. 
gl.  S".  XXI.  u.  26S  a.  Aachen,  Barth. 

S.Kl.  iSöa.  Dt.J.  Cbmelifiek,  Cesta  do  Bvate  zem(. 
[ReiBe  in  das  b.  L.)  1865.  —  2.  Tiiäi  1867.  Im  Verlage  der  m- 
leditSt  der  h.  h.  Cyrill  nnd  Uetbod. 

S.  639.  1867.  Bericht  eines  Hlgen  km  Bethlehem.  Im 
Diilmener  kathol.  Miasionablatt,  16.  Jahrgang.  N.  51. 

S.  639.  1867.  H.  W.  Dove.  Über  die  klimatischen  Ver- 
hältnisse von  Palästina.  Monatsber.  derkgl,  prcussischen  Akad. 
d.  W.  7M  Itcrlin.  November  1S67,  S.  772—770. 

S.  6J3.  N.  asi.  Von  Wilson  erschien  1873  auch  in  deu 
Proccedingfi  of  the  K.  Geogi.  Sodet}-  XVII.  Nr.  V.  p.  326 — 333. 
ein  Auf^^utz  mit  dem  ähnUoben  Titel:  On  the  recent  aurveys  in 
Sinai  and  Palestine. 

1&68.  Akdrt:  Le  demier  p^^rinage  en  Terre  Bünte.  [Le 
Correspondant  18S8.  Tom,  3S.  livr.  1.  p.  146]. 

1868.  Assaud's  Werk  wurde  besprochen  von  Ewalu  in  den 
Göttinger  gel.  Anzeigen  IS6S.  'M.  Stück. 

1S6U.  Dr.  Emil  Suilütz,  Vom  Sdiwiirz«akl  ins  Mgrffotilaiid. 
Stuttgart,  Hoffmann  18-1  pp.  S.  —  2.  Aull.  IS7.'>. 

1869.  Eine  deutsche  evongel.  Kirche  in  Jerusalem.  Me9s- 
ners  neue  evangeUsche  Kirchenzeitung  11.  Jahrgang.  K.  56. 


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241 


1S69.  Das  Blte  Johaaniteihoapital  und  dessen  Enrerbong 
dnroh  Freuasen.  Beilage  zur  AAZ.  346  ep. 

1869.  W.  Ä.  Neumann,  Prof.,  Widi  Fftra  und  Ümm  Tuba. 
iS.  A..  aus  der  OsterT.  VicrteljahTssehiift  für  kath.  Theologie 

1S71.  Heft  l  , 

Eine  kurze  Notiz  über  Nctimanns  Reise  hat  Toblbr  in  der 
AAZ.  IS69.  18-  Sept.  gebracht. 

1869/70.  Th.  RiviN-DTON,  Wanderings  in  Scripture  Lands; 
being  a  tour  of  nine  months  in  Egypt,  Pnlestine,  Syna,  Turkey 
and  Grece,  in  the  yeare  1S69 — 70.  London  (DioldnsonJ  1872. 
428  pp.  8. 

1869/70.  Le  \'icomte  SA.TIOKY  DK  MoNCORFB.  Journal  d'iin 
Tojage  en  Orient.  Paris  (Hachette)  1873.  8. 

ISTO.  Schriftdenkmäler  aus  einer  aüdarab.  und  einer  jiHltist. 
Sj-nagoge.  /UZ.  1S7U.  Heil,  zu  N,  47. 

IS7Ü.  Uricfdes  Herrn  Prof.  KiKi-EHT  (Resumc  seiner  Tour 
durch  das  Ostjurdanlaiid' ,  Ztsdirft.  d.  Gcp.  für  Erdkunde  in 
Herlin.  l(d.  V.  Heft  3.  tS.  2r.l  -2li.->. 

1S7I).  ScHWKKnr,  Jalirbucb  ik-r  neuestfii  und  ii.teressan- 
icsten  Reisen.  2.  Bd.,  2.  lllfte.  Die  Länder  der  Ilibcl,  wie  sie 
waten  and  nie  sie  sind.  —  Langensalza  (Schulbuchhandlungj, 
IBS  pp.  8. 

[IBTO)  1871.   Lehmanns  IMagazin  für  Litt,  des  Auslandes. 

X.  49.    "Die  Angelegenheit  des  Colon isations-Vereins  für  Pa- 

I&71.  W.  HK3.1N-T  andB.  H.  Palmer.  Jerusalem,  The  oity 
of  Ilcrud  and  Saladin.   London  (Bentley)  492  pp.  8. 

1S71.  E.  C.  MiLLXK,  Eastem  sketohes,  notes  of  sceucry, 
E^chouU  and  tent  Ufe  in  Syria  and  Palesläna.  Edinbnrg,  (Oliphant) 
218  pp.  8. 

1871.  M.rAbbäDVBAT,  La  Terre  Sunt«  illustrie  de  60  au.- 
aets  h  2  TÖBtee,  d'aprfes  les  dessins  des  ftötes  Haghe  . . .  1875. 
Nouvelle  6didon  enrichie  d'une  carte  de  Palestine,  revne  corrigte. 
Pur  l'Abhe  Duray,  auteur  du  grand  atlns  ile  l'histoire  ecclcHiasti- 
quu  (Paris,  Librairie  internationale  cathoHqiic' .  V"  H,  (Jnster- 
man.  Editeur  Pontifical,  imprimeur  de  l'Evöche.  Tournay  1S71. 
—  Langatfamige  Titel  des  Verfassers  und  des  UuchhÜndlers : 
wenn  aber  der  historische  Atlas,  den  wit  nicht  kennen,  so  riel 
16' 


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242 


Werth  ist  wie  dieses  Kiicli  mit  Beinen  süßlielieri ,  schalen,  un- 
wnhren  Zeichnungen,  ilüim  ist  er  wenig  iverth  ', . 

Th.  .Iknnkr,  That  Gondly  Jlunnwin  and  Libiinoii ; 
being  the  narrative  of  a  ride  thruugli  the  countries  of  Jiidea,  Sa- 
maiia  and  Galileo,  inthetnonthof  Augui)tl872,  London  (Hamil- 
ton) 1874.   362  pp.  8. 

1872.  H.  Honnet,  La  Palestina,  Studio  geographico.  — 
Firenze  [Tipogr.  Claudiana;.  54  pp.  Ii2. 

I&72.  \V.  K.  TwEEDiL,  Jerusalem.  ]]iclori!il  and  dcscrip- 
tive.   London  (Nelson).    140  pp.  12. 

1872.  Napoleu.v.  CarapagnoB d'Ilaiie,  d'Egyptc et  de Syrie. 
3  vol.  in  16.   (Bibl.  Je  rnrmeo  franpaiso.) 

1873.  Chrvs.  St.^ncl,  Bcisebilder  aus  Ägypten,  PalSstma 
«nd  Constantinopel.  Freibnrg  in  H.  Herder. 

b872,  Zeitschrift  Globus  ]ld.  XXIL  N.  22.  Übet  R.  Bur- 
ton  und  Ch.  Tyrivlütt  Drakc's  liciseu  in  Syrien. 

1S72,  It.  E.  15.  H.\inii>\v,  lüblical  geography  and  antiiquttes. 
London  lielig,  Tract.  Öocicty).  S, 

S.  (j  n.  N,  05.5.  liurlon.  Notes  of  a  reconnaisBance  of  the 
Aiililibanus,    1S72.   GcogT.  Society.  XLII.  p.  4liS. 

1872.  Amy  f.  Fullertok,  A  lady's  ride  through  Palestine 
and  Syria,  with  notäoes  of  Egypt  and  the  canal  of  Suez.  London 
(Portcidge)  3S8  pp.  B. 

1872.  Kev.  G.  H.  Whitney,  Handbook  of  Bible  Geo- 
graphy. London  [Hodder  &  Strughton).   401  pp.  8. 

1672.  Or.  Seit,  Ilie  Arebiteotur  der  Omar-Mo echec.  AAZ. 
Heil.  121.  32;(  (FergiiSEon,  Unger,  Vogü6.) 

S.  644.  IB73.  H.  GrÄtk,  Der  Möns  offensionis  auf  dem 
Ölberg.  MonatBBchrift  für  Gesch.  und  WiBsenschaft  des  Juden- 
thums. 22.  Jahrgang.  MSrzheft. 

1873,  Wir  möchten  rathen,  die  Litteratur  über  »die  neuen 
Funde  in  Moabi  in  die  Bibl.  geogr.  Palast.  hereinzUEiehen*). 

[t)  1871.  Zuwu  ta  B.  M.N.  955.  O.F.  Tyxwbitt  Drake.  Modem 
Jarnulam.  London  [Ed.  Stanfbid)  1815.  2S  pp.  B.  Für  die  Bad.  Soda.] 

{!)  Zum tnlndetleii  gebirt hierher:  Li«.  HBBMMOr  Wbbss ia  JsruMlam. 
Ualar  dao  Bedniaan  Moabi.  Mit  S  Uolnoboitteo  Dach  Originalidoiinungea 
-TOD  Dniiberg  (>a  telirtibe)  in  Mlttheiliuigea  det  Vareina  für  BrdttBoda  in 
Lapiigl8T2.  Leipzig  18T3,  S.  5&— 112;  Tgl.  tuoh  Zeitachilft  der  D.  Morg. 
Oei.  26,  p.  TU— 734.  Für  die  Bad.  Sodn.] 


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243 


IST3.  Eine  Mittheilung  in  der  Wiener  Kiichenzeitan^N.  16 
'ä.  252)  über  den  Streit  der  Lateiner  und  Griechen  in  Dethleheni. 
Cft,  N.  21.  S.  335).  —  Wiener  Volksfreund  N.  115.  Brief  vom 
25.  April  IS79  über  die  durch  die  Griechen  gestörta  Marcua-Pro- 

1873.  Evan^lische  Anstalten  und  Begimgen  im  Oriente. 
(Neue  evangel.  Kiichenzeituiig  N.  15). 

1673,  Dr.  O,  Kkrsten,  Die  englische  Expedition  zur  Ver- 
messung des  U.  Landes.  Ztschrft.  der  Ges.  fiir  Erdkunde  zu 
Berlin.  VUL  Jahi^.  Heft  4.  S.  2&9— 297. 

IS7.').  ZwiKiiiNKK  v.Si-iiKSnoKST,  Syrien  Und  Beinc  Bodeu- 
luiiR  für  (icii  Wfllli>iiuit!l.   Wii'ii  i'IIölder  .    144  pp.  8. 

\.  A  1,111  II  V.  Guide  du  pelerin  aus  Lieux  Sunts. 
Paris,  Dillet  (Limoges  lb7a.  Paris  1875).  12. 

1873.  Dr.  0.  Dklitzbcil,  Das  todte  Meei.  Aus  ftllen  Welt- 
tholen.  Nor.  8.  43—46. 

1673.  J.  Enbccksb,  Siloah,  Quell,  Teioh  und  Thal.  Hei- 
delber«  (GrooB)  1873.  S. 

ibT-i,  E.  C.  S.  Djebel  Gsdiium,  Das  Salzgelnige  von  8o- 
dnma.  Mit  1  Knrtc,  (Uitth.  d.  gcogi.  Gesellschaft  in  Wien. 
XVL  Jahrgang.  N.  12.  S.  529  fg.) 

16T3.  P&neiE.  Ebxl,  Morgenland  und  die  heil.  Schrift. 
Znrä  Vortäige.  Königsberg  (Brann  &  Weber) .  45  pp.  b. 

1873.  Ä.  Smith,  Nanatire  of  a  modern  pilgrimage  througli 
I^Jesüne.  London  [Soc.  pro.  ehr.  knowledge).  540  pp.  8. 

S.  645.  1S74.  F.  Th.  HE  EivifiKEs,  Hol)- Places,  their  san- 
ctity  and  authenticity.  London  ^Washbume).  338  pp.  S. 

1S74.  Edw.  Hüdder,  On  Holy  Ground,  or  scones  and 
iiicidcuCs  in  the  Land  of  Ptomise.  —  Landon(Nimo}.  358  pp.  9. 

IS74.  Ucv.  A. 'I'itOHSOK,  In  the holy  Luid.  London.  {Nel-- 
son).  8".   336  pp. 

1874.  L.  F.  Gabhieb,  Abhi.  Moa  pilerinage  aux  lieux 
saints,  longres (Firmin  Dangien),  3  Tols.  in  12°. 

1874.  OttoTOrk,  Pilgerfahrt  nach  Jcnisnlem,  Rom,  Loretto 
nnd  Assissi.  Bibnich  (Dom)  232  pp,  S. 


Wir  haben  hiermit  diejenigen  Notizen  unseres  Hand- 
exemplars der  Toblbb' sehen  Hibliographie  mm  Drucke  gebracht, 


244 


ivelche  fiir  die  Etgänzuiig  des  R.  Jl'scheTi  Werkes  vcnvendet 
werden  könnten.  Da  aber  diese  Notizen  nicht  alle  anf  Autopsie 
lienilien,  sondern  tlieiliveise  auch  aus  Antiqiiarcalalogen  entlehnt 
gind,  wagt  Uef.  nicht,  ihnen  mehr  Werth  znzuschteiben,  als 
Fingeraeige  zu  obigem  Zwecke  eo  bilden.  Die  Yeif.  unferee 
WeikcB  vüidan  «uf  jeden  Fall  gut  thnn,  nnBere  obigen  Angaben 
EU  collationii«n  und  ent  dann  in  ihr  Werk  «nfetmehnen.  —  Für 
die  auf  Hnndsohriften  sich  beiiehonden  Bemerkungen  glaubt  Ref. 
einstehen  zu  können,  da  sie  auf  längeren  Studien  sich  basiren, 
welche  er  in  österreichischen  und  in  der  besonders  reichen  Münch- 
ner Uibliothek  gemacht  hat;  jedenfalls  lässt  sich  aus  den  von 
uns  gev&hlten  Bedewendtingen  auf  den  Grad  der  Sicherheit 
gehUolBen,  mit  dem  irir  nneere  Behauptungen  hinatellen.  Es 
handelt  Bich  für  den  Bef.  nicht  um  irgend  welches  Prunken,  son- 
dern nur  um  Beförderung  jener  Zwecke,  welche  R.  M.  mit  ihrem 
Werke  anstreben.  Folgende  Dmckfeliler  dürften,  abgesehen  von 
manchem  kleinen  Versttinse,  der  in  unseren  obigen  Bemerkungen 
zur  Sprache  gekommen  ist,  in  einer  (wir  hoffen  es)  bald  noth- 
wendig  werdenden  2.  Auflage  ausgemerzt  werden.  —  S.  37,  Z.  18 
lies  Sabothjtanco  (uachFabri;;  —  S.  37,  Z.  12  lies  dve.  —  B.467 
Z.  10  v.u.Betner  Zeit. —  S. 545,  Z.  13  v.u.  lies  1587'''.  —  S.600, 
Z.  3  T.  u.  1671.  —  8.  606.  N.  4S6  lies  Leeb.  —  S.  639  (N.  893} 
buron. 

Die  AtuBttttung  des  Bnchei  macht  der  Weidmann'schen- 
Buchhandlnng  Ehre,  so  dass  das  Buoh  nach  Inhalt  und  <!rewand 
als  ein  Uuster  deutschen  FleiseeB  und  deutscher  biederer  Ge- 
diegenheit bezeichnet  werden  kann. 


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KopGoi,  KarSwä,  Alexfindiium. 
Von  FiofeBsor  }.  Olldflmelster  in  Bonn. 


I>a8  Kopiai  oder  Kopia ,  welches  Jcskpiius  Ant.  XIV,  3,  4 
=  B.  J.I,  6,  5  und  B.  J.  IV,  8,  I  iils  Etappe  des  Pumpejvis  auf 
seinem  Zuge  von  Damask  nach  Jerusalem  znvischen  Scythopolis 
und  Jericho,  und  des  Vespasian  anf  dem  Mareche  von  AmmiiliB 
nach  Jericho  enrähnt,  glaubte  Robinbon  IO,  301  mit  dem  gerade 
södlich  von  näbului  und  etwas  nördlich  von  leiiSn  gel^enen  ka- 
r^ut  {seine  Sohröbnng  KÜriydt  ist  dann  in  dcutsohen  und  fran- 
zSaischen  Büchern  zu  Kurint,  Konrijouth  geworden)  wieder  ge- 
Amden  zu  haben,  und  ihm  sind,  soweit  mir  bekannt,  alle  spateren 
trefolift:  Schult/  und  Gross  ZDMG.  III,  46.  53,  Rittkr  XV, 
l.-iF,  ff.,  VAM  nv.  XvA.TiK  II,  276,  Neub.\ueh  83,  Gueäin  Sam.  II, 
■•'I,  Diethe  Aiinuhme  reimt  mit  den  örtlichen  Veihältnissen 
schlecht,  Wozu,  muss  man  zunächst  fragen,  sollte  Pornjicjus, 
wenn  er  von  Scythopolis  nach  Jericho  wollte,  den  Umweg  bis  zur 
Kammhohe  des  Gebiiges  gemacht  haben,  da  doch  der  dureote 
Weg  dorch  das  ffhör,  wie  auch  die  später  dort  angelegte  Komische 
SÜlitaintraflse  leigt,  kein  Terrain  hindern!  ss  hot  und  ungleich  be- 
quemer war?  tmd  wozu,  wenn  er  von  kitrijXit,  nach  Jerusalem 
wollte,  das  von  demselben  nicht  weiter  als  Jericho  entfernt  ist. 
sollte  er  die  einen  rechten  Winke!  bildende  und  viel  mühsamere 
Route  karyüt,  Jericho,  Jerusalem  eingeschlagen  haben?  Vespa- 
sian  zieht  von  Ammaus  an  Neapohe  vorbei  hinab  nach  Kop^a 
[napä  djv  NsämXw  xeiroipät  ef;  Kopiav];  da  aber  letzteres  von 
ersterem  in  einer  Entfernung  von  zwei  deutschen  Meilen  gerade 
endlieh  lic^  so  kann  er  von  Südwesten  herkommend  dooh  nicht 
wohl  an  Neapolis  vorbeigegangen  sein,  vielmehr  setzt  der  Aus- 
druck eine  östliche  und  wegen  des  xaTaßa?  eine  tiefere  Lage 
voraus,  wogegen  die  Kiepertsche  Karte  im  Baedeker  für  karijut 
eine  um  170  Meter  höhere  Lage  als  für  die  Stadt  Neapolis  giebt. 
Überdies  ist  die  Verwandtschaft  der  Formen  Kop^ai  und  karijut 
keineswegs  eine  nahe. 


Name  und  Sacht  passen  dagegen  völlig  zu  dei  vou  van  de 
VxiiDB  II,  2TS  ff.  wieder  entdeckteD  Oase  im-äwä  im  Gboi  am 
AuBbdtt  des  tomfi  ySrTa  itiu  dem  Oebiige,  welche  Jäkttt  IV,  51 
als  mehrmalB  von  ihm  besucht  und  durch  ihren  guten  Zucker  be- 
rühmt auEEührt.  Diese  war  zu  dem  durch  die  Verhandlungen 
mit  Aristobnl  erforderten,  mehrtägigen  Aufenthalt  eines  nicht 
geringen  Heeres  geeignet,  was  von  dem  Dorf  Aary^^  echwcrhcli 
gelten  wird,  tmd  hig  an  der  genannten  Strasse  tou  batsän  nach 
Jericho.  Ebenso  war  die  Soute  dahin,  der  heutige  Weg  von 
Nablus  nach  Salt,  in  deren  Bichtung  Ba&tu  bei  Bitteb  XV, 
472  Reste  einer  römischen  Heerstrasse  auffand,  für  Vespasian, 
wenn  er  in  das  ffhnr  wollte,  die  geeignetste,  die  ihn  Sii  t^;  la- 
(idpsiTiSo?  an  Neapoüs  vorbeiführen  musste. 

Ist  also  karäicä  mit  Kopiai  gleichzustellen ,  «o  wird  man 
Archelais  nifbt  hier,  aoiidem  in  cl-basaKJjii  suchen  miisswi  (vgl. 
SociK-lJ.\Ki>.  233  . 

Nach  der  Hestimmuiig  vun  Kopien  richtet  sicli  diu  vuii  Aluxiiii- 
drium,  von  dem  wir  bloss  wiMoii,  dass  es  nach  Josephuh  Ant. 
XIV,  h,  2  icpö(  TaU  Kopioif  lag,  wie  das  auch  durch  die  Eiüh- 
lung  von  Aiistobiils  Sfteiem  Hinab-  und  Hinanfbteigen  antohan- 
lieh  wird.  Man  war  also  genSthigt,  dafür  einen  Funkt  in  der 
Nähe  von  karijüt  ausfindig  zu  machen ,  und  so  erklärte  sich 
SciiLLTZ  H.  a.  O.  für  das  anderthalb  Stunden  entfernte  kefrüiüita. 
wo  sich  Kc-ite  einer  aus  geivaltigeu  Uuadeni  gebauten  Hurg  er- 
halten haben.  Aber  Alexandrium  lag  Ii.  J.  I,  G,  5  uirip  opou; 
ix^Xoü,  Ant.  XIV,  3, 1  bi  &(pDU  toü  Öpouf  und  dass  passt  nicht 
auf  kefr  iitüna,  das  nach  OnEBUt  II,  2S  (der  dessbalb  auch  die 
Ruine  ffhäbä  östUch  von  lindechil  vorzieht  II,  33}  sur  une  oolHne 
peu  clevre  liegt  und  nicht  schwer  zugänglich  ist,  also  den  Has- 
monaeeni  nicht  die  grösstmogliche  Sicherheit  für  ihre  Schätze 
und  Familiengräber  bot.  Auch  lä3St  Josefuvs  den  Aristobnl  von 
Alexandrium  nach  Kopsai  stets  hinabsteigen,  wählend  iefr 
islüna  nach  der  Map  of  W.  P.'  135  engl.  Fuss  liefer  liegt,  als  ka- 
ryüt.  Alle  Erfordemisse  erfüllt  aber  vollständig  die  Hurg,  welche 
einst  auf  dem  Gipfel  des  von  karätaü  keine  volle  Meile  entfernten, 
hohen  Beiges  tarfaba  lag  und  deren  Trümmer  wenigstens 
ZscHOKKB  tmd  GuBRiK  I,  244  als  sicher  antik  beschreiben. 


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8aul*B  Beise  L  Sam.  Gap.  9. 

Von  Baurath.  C>  Schick  in  Jerusalem. 


In  ZDPy.  3,  p.  142  (vgl.  p.  245)  habe  ich  versprochen,  Mil- 
tbeilungen  über  den  Gang  der  Heise  Saul's  zu  machen ;  auf  der 
Karte  des  Pascbalik's  Ton  Jerusalem  (ZDPV.  2,  Heft  3J  ist  dieser 
bereits  durch  eine  intermittirende  Linie  angedeutet  ivorden. 
Bei  dieser  Studio  ist  namentlich  in  Itetruulit  zu  üiehoii,  wo  das 
Grab  der  Sahel  und  wo  Saul's  Ileimath  Gthea  und  Samucl's  ge- 
wöhnlicher Aufenthaltsort  ßama  zu  suchen  soi.  Auf  die  diver- 
girenden  Ansichten  über  Uama  gedenke  ich  später  einzugehen; 
für  unaern  üweck  ist  besonders  die  Frage  nach  der  Lege  Gibea's 
von  Wichtigkeit.  Ziemlich  allgemein  wird  angenommen,  dass 
die  leteteie  in  teil  el^il  zu  suchen  sei,  und  doos  von  hier  aus- 
gehend Saul  mit  seinem  Knechte  das  Gebirge  Ephraim,  das  Land 
Salisa,  das  Land  Saalim  und  das  Land  Benjamin  durchwandert 
habe,  so  dass  sie  schliesslich  in  das  Land  Zuph  gelang'ten,  Uie 
Reise  bis  Hama  ira  Laude  Zujih  dauert  diei  Tage,  luid  geht 
BUS  dem  ganzen  Coutext  hervor,  dasis  mau  uielit  iiu  (^lu^se 
'i'agereisen  zu  denken  liat  ;ivie  x.  lt.  der  Rabbiner  Sijkwak/  iias 
hl.  Land  p.  131  ig.  annimjnt,  indem  er  jene  Beisenden  ganz  Sa- 
muien,  selbst  bis  nun  Jordan  durchwandern  Ustt),  sondern  dass 
mankleine,  zuFnss  zurückgelegte  Tagemärache  annehmen  muss. ' 

Was  zunächst  das  Gebirge  Ephraim  betrifft,  so  bildet  das 
ta3di  Maninil,  welches  hiiilcv  neliiiatawil  und  nördlich  von  Gibea 
Saul's  hegiunt,  dann  in  SW.  Richtung  an  bei  hanina,  Jcalönye, 
'am  iärim  u.  s.  f.  vorüberzieht,  die  natürliche  Grenze  zwischen 
dem  nGebirge  Judan  und  dem  nGebirg^t  Ephraim".  Gibea  Saul  s 
ist  noch  in  ersterem  und  zwar  am  Eiinde  desselben  gelegen.  In- 
dem Saul  das  Thal  in  nördlicher  Richtung  überschreitet,  gelangt 
er  jenseits  desselben  in  das  Gebirge  Ephraim.    Das  Land  Sa- 


24S 


lisn.  in  ivtilchcE  er  ^elmigt,  ist  östlich  von  dem  heutigen  rSm  xu 
sMcheii;  snllu  damit  ivuht  das  Lai  ea  von  Jesaia  10,  SO  zu  com- 
biiiircii  Ecin,  weiches  im  dieser  Stelle  mit  Rama  tmd  Analhoth 
zuEammengestellt  ist. 

Das  zweite  Gebiet,  in  welches  Sani  gelangte,  war  das  wdiei 
nach  N.  gel^ene  Land  Saalim;  dieses  ist  demnach  in  der  Ge- 
gend von  miehmäs  und  (^'ilie  zd  snchen,  einem  Landstrich,  wel- 
cher heute  der  der  beni  sälim  heisst ') .  Hier  angekommen,  hntte 
Siiul  mit  seinen  Begleitern  bereits  das  Gebiet  von  Itciijamin  über- 
schritten und  bog  nach  AVestcn  ab.  Wenn  wir  uns  vorstellen, 
dass  sie  nun  das  Land  Benianun  durchziehend  zunächst  auf  der 
Hohe  bbehen  und  nach  Bethel  marsohuten.  bo  haben  wir  uns  zn 
denken,  dass  sie  etwa  in  tarda  oder  dessen  Umgebung  nach  voll- 
brachter erster  lagereise  die  Nacht  inbrachten.  Dann  könnten 
SIC  am  üweilen  I  agc  südwärts  etwa  bis  abu  gkötch  gelangt  eein. 
Als  sie  sich  nun  am  dritten  Tage  wieder  ostwärts  der  Heimath 
zuw  andten,  erblickten  sie  in  der  ISahe  von  bet  ria^üia  vor  sich 
auf  einem  hohen  ISergc  die  OrvRchaft  fiibri.  liercits  EoBntsii\ 
hat  die  Identität  dieser  modenu'ii  Ortsc^lmlt  mit  dem  ahen  Eama- 
ihaim  /ophim.  der  Iltiimittli  Samuel  s,  iiachzuiveiseu  versucht 
(Palästina  2,  aaa).  Dann  wurue  also  dies  der  Schauplatz  derlie- 
gegnnng  ttanl's  mit  Samuel  sein.  Die  Uuelle  Ton  fti^ä  liegt  unten 
im  westlichen  Thale. 

Als  sich  hierauf  Saul  am  folgenden  Tage  verahschiedete,  tun 
nach  seiner  Heimath  zuriickzukehren,  wurde  ihm  folgende 
ri.'biiiiii;  iin^'i'wiesen  (Cap.  10,  1  fg.):  das  Grab  Bahel'B  an  der 
«.Ireiizi-  Üenjamin's  zu  Zelzach,  die  Eiche'  Thabor,  GibeatHäelo- 
him,  wo  die  Aufstellung  der  Philister  sei.  Wir  erhalten  durchaus 
den  Andruck,  ;dais  diese  Wegrichtnng  die  natürliche  mir,  und 
das«  von  einem  Abln^ien  nach  dem  heutigen  tradilioneUen  Grabe 
Bahel's  nicht  die  Sede  sein  kann ;  übrigens  hegt  letzteres  im  ehe- 
maligen Stammgehiete  von  Jnda.  Wir  müssen  daher  annehmen, 
dass  es  zwei  verschiedene  Gi&ber  KahePs  gegeben  habe^].  Nun 
findet  sich  in  der  That  auf  der  Höhe  des  langen  Beigrückens, 

1)  Ein  Zuiunmenhang  mischen  [<L<",(>n  ln'idrn  Xsmen  ist  den  Spiadig«- 
■elien  gemiu  knuin  denkbar  ;  nb  nln-i  i  ii  llr-Ii.]' i  nuch  die  Volkieljmo- 
logie  bei  lolcben  Umformungen  tliiilig       i-j-t»  ist  ?    .Kam.  d.  Red. 

2)  Auf  die  bekaanle  Stieitfragi:  behalten  wir  uns  vur  in  einem  dar  nlch- 
aten  Hefte  inrOcknikamman.   Anm.  d.  Bed. 


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nördlich  von  der  Dergkuppe,  welche  das  Dorf  hmfal  trii^t,  ein 
altes  Grabmal,  dasselbe  \ie\ml  kubbet  ahd  el-aziz,  «  iid  uIut  iiiit- 
nnter  auch  Kubbec  lialti;!  genannt.  Die  Localität  ist  aiigi?iisi;hein- 
lich  alt:  es  finden  Bich  hier  neben  einigen  alten  lianmen  ein  in 
den  Felsen  gehauener  kleiner  Teich  nnd  Ruinen  yon  Häusern. 
Wenn  die  Grenilinie  Ton  der  Quelle  von  Sfla  nach  aba  gh^h 
lief,  80  lag  dieser  Punkt  in  der  That  schon  im  Stammgebiet  von 
Benjamin,  und  zwar  nahe  an  der  Grenze.  Der  directe  Weg  von 
^bä  nach  teil  el-fui  fahrt  hier  vorbei ,  indem  er  stets  auf  dem 
Bücken  des  Gebirgs  bis  in  die  Nähe  van  nehi  ^atmml  nord-  und 
iiordostwärtB  lüufl. 

Xöidli<:h  von  dieser  Ural>sülm'  iiiitprlialb  di-r  (iailon  vmi 
iit  sürik  überschreitet  niiin  o'm  l''olspiit.hnl ;  hier  etwa  mag  das 
alte  Zelzach  zu  suche»  sein.  Wenn  man  vun  dem  lliale  aus 
die  Höhe  wieder  erstiegen  hat,  gelangt  man  zu  einem  kleinen 
Hain,  der  als  uieli  (Heiligthnm)  belniohtet  wirdt  Tielleioht  hat 
sich  hier  räne  Tradition  von  der  Eiche  Thabor  erhalten,  und 
man  hat  üch  zu  denken,  dass  die  drei  lU^ner,  welche  an  dieser 
Stelle  Sanl's  Weg  kreuzten,  von  $a/önjreund  Üet  ^uAna kamen, 
um  sich  über  den  Bergrücken  an  mH  famtotl  vorbei  nach  belin 
zu  verfiigen. 

Was  den  hente  mebi  pmuSl*  benannten  Hügel  betrifit,  sc 
ist  schon  vielfach  nachgewiesen  worden,  dass  wir  hier  dos  alt« 
Mizpa  zu  suchen  haben.  Indem  Saul  zuerst  auf  eine  Vorstufe 
dieses  Hügels  gelangt,  tiifft  «rauf  einen  Posten  der  Philister,  wel- 
ches au  diesem  wichtigen  Punkte  aufgeschlagen  war.  Von  hier 
würd«  SauVs  Weg  ostwärts  am  südlichen  Abhang  des  nebi  i<imm-tt- 
Herges  weiter  gefuhrt  haben ;  hier  haben  wir  nun  den  Schauplatz 
der  Scene,  wo  Sani  sich  unter  den  Ilaiifi  ri  der  Prophctenschüler 
mischt,  vorzustellen.  Weil  der  Ilüf^tO  i'iiie  iler  liauptsächlichsten 
CultuBHtätteu  war,  hiess er oHügel Gottes«  Gibe'at  häelohim. 
Damitist  auch  Gibeon  der  Platz,  an  welchem  Salomo  (I  Könige 
3,  4)  opferte,  su  combrniren;  Gibeon  hiess  die  am  nördlichen 
FuHse  desHügels  liegende  Stadt.  DieTradidon,  dessSaninel  hier 
begraben  sei,  ist  wohl  relativ  jung  inid  beruht  vielleicht  auf  Ver- 
wechselung mit  einem  gleichnamigen  phristlicht^n  orter  muslimi- 
schen Ileihgen.  —  Von  hier  luitte  Saul,  um  nach  seiner  Ileiinalb 
zu  gelangen ,  einen  Weg  von  ungefalir  einer  Sttmde  [über  bei 
jonlna)  zutUckzulegeu.   


über  die  SiloahiüscLrift. 
Von  Lic.  Hermann  Ontbe. 

[Vergl,  hierau  Tafel  T,) 

EiiiüiRh  —  iiiich  lj.iisnn  W'ütum  auf  die  Volltnduiiff  der  At- 
!)titcu  in  iler  Xiihu  <li:>  Siluiilikiiuiilh  iiiiil  iiadi  grosaeii  Anstren- 
gungen mcinvrseiCs  Hegt  die  Zeiclinung  der  Inschrift,  zur  Vei- 
öffentlichung  bereit  toi  mii.  Ich  bedauere,  hier  in  Jerusalem 
nicht  die  Zeit  und  auch  nicht  die  nothwendigen  Hülfsmittel  zu 
haben ,  um  der  Kopie  der  Inschrift  zugleich  «nen  Commentar 
und,  soweit  es  mSglich  ist,  ^e  Entsifibrung  und  Übeisetzung 
beigeben  können.  loh  beschi^inke  mich  Uer  auf  die  Mit- 
theiluiig  dessen,  was  Ich  gethau  habe ,  um  das  jetzt  Torhandene 
Material  zu  erlangen. 

In  meinem  ersten  Bericht  vom  7.  April  d.  J.  ^)  habe  ich  be- 
reits em'älmt,  dasE  ich  in  den  Tagen  vom  26,  bis  DE.  Mlirz  an 
Ort  und  Stelle  im  Kanal  die  Inschrift  abgezeichnet  und  einige 
Abklatsche  angefertigt  hatte.  Ich  stellte  uun  auf  Ctrund  dieser 
ersten  Kopie  und  der  'vorhandenen  drei  Abklatsche  eine  neue 
Zeichnung  her,  welche  die  Voraüge  beider  Bilder  der  Inschrift 
in  sich  vereinigen  und  die  Mangel  des  einen  oder  de»  anderen 
Bildes  vermeiden  sollte.  Meine  eri^te  Cupic  zeigte  jode  einzelne 
Stelle  des  Steines  so  genau  und  detitlieli,  ah  ülierhuupt  das  Auge 
in  der  bekannten  unbequemen  Loge  sie  zu  crkciiucn  vermochte. 
Aber  die  Stellung  der  einzelnen  Hucbeiabcn  zu  einander,  die 
Bichtung  der  einzelnen  Linien  sowie  ihre  gegenseitige  Entfer- 
nung vrar  durch  die  Zeichnung  nach  dem  Augenschein  unter  den 

I)  Aiu  den  briedich  unter  dem  IS,  Jall  una  mitgetheiltea  leaungea 
Lic.  Gothas  nad  allea  WaeDtUohs  in  dem  unten  folgenden  Aufaatie  von 
E,  Kautzsch  ■umfahrt  werden.  Anm.  d.  R. 

3)  Siehe  ZDPV.  IV  ;iSSI)  1  u.  1.  p.  IIB  ff. 


2S1 


erschwerenden  Lmstanden  zu  neni)r  gesichert.  Diese  Maiifft'l 
koiiiiton  durch  die  Abklatsche  ersotüt  werden .  da  diese  ehen 
iniraerhiii  den  Lauf  der  /eilen  und  den  Ort  eines  liuchstabens 
wohl  erkennen  Iiessen,  wahrend  es  hingegen  nnr  in  den  Belteiie- 
ren  f^len  möglich  war,  die  Gestalt  der  einzelnen  Buchstaben 
genau  nach  den  Abklatschen  zu  bestimmen.  Ich  theilte  einen 
Abklatsch  nnd  den  für  die  Copie  bestimmten  Bogen  m  gleich 
KTOsse  Quadrate  ein  und  sicherte  dadurch,  dass  die  auf  meiner 
ersten  (  ojue  vorh;iudtn('n  jtuclistalx'ii  und  Zeichen  am  richtigen 
One  eiugRtrag(.'n  wurduu.  Ich  hiilte  diese  Zeichnung  uuch  nicht 
vollendet,  ala  am  3.  Mai  der  erste  Gypsabguss,  durch  Heim  Bild- 
hauer Ckb.  Paulos  jnn-  angefertigt,  nur  zu  Gesiohte  kam.  Der- 
selbe -war  in  der  That  besser  ausgefallen ,  tUt  ich  nach  meinen 
Abklatschen  errrartet  hatte.  Er  stand  indess  an  Deutlichkeit  nnd 
VollBtändigkoit  hinter  meiner  Copie  ivcit  zurück.  Ich  beniitzte 
ihn  für  meine  Zeichnung  weniK-  'iieisi  dlt'Uti'  i;r  mir  nur  als  Oon- 
trole  der  Abklatsche. 

Meine  Zeichnung  wurde  Inngsnni  fertig .  nlicr  immer  noch 
/u  früh  fiir  die  .\rlieitpn  unler  dein  Hoden,  die  ich  iinsführen  Uess 
in  dir  Iloffnung.  den  \VB5scr(i|iiegcI  des  Kiinals  so  lief  legen  '/m 
können,  dass  die  Inschrift  in  die  richtige  Aiigeiihöhe  für  den  Be- 
obachter käme.  Da  das  Ende  dieser  Ausgrabungen  noch  in  un- 
bestimmter Feme  war,  so  unternahm  ich  Ende  Uai  dneBeviaion 
meiner  Zeichnung  angesichts  der  Inschrift  im  Kanal  selbst.  Das 
Ei^iebniss  war  befriedigend ;  Fehler  oder  Versehen  entdeckte  ich 
-ehr  wenige,  dagejfen  erkannte  icli  einige  neue  Ituchstaben,  deren 
wirkliche  Gestalt  mir  bis  dfthin  unklar  gewesen  war.  Leider 
wurde  aber  meine  Zeichnung  durch  den  stundenlangen  Gebrauch 
derselben  in  unmittelbarer  Nähe  des  Wassers  Und  in  nicht  eben 
reinlicher  Umgebung  so  unsauber,  dass  ich  zum  Zweck  der  Ver- 
öffentlichung eine  dritte  Copie  anfertigen  musste. 

Inzwischen  hatte  ich  stets  überlegt,  oh  nicht  durch  Anwen- 
dung einer  ätzenden  Flüssigkeit  dw  Ntein  von  den  Silicaten  ge- 
reinigt werden  könnte.  .4rcliiiiil<)gen  und  Chemiker,  die  ich  hier- 
über vor  meiner  .\brcise  befragt  liatte,  "usstcd  keinen  bestimm- 
ten liath;  nur  mahiile  miclijrdiT  -/.ur  t;ii\~^U-u  \  oysidiI .  Dfikam 
mit  d\itch  die  [;üte  de>  Herrn  Profi'^sor  Dr.  ,1.  t;]L]n-:Mi:isi  i.l;  in 
Bonn  die  kleine  Schrift  von  E.  Hi'hnkh,  i^Vher  mechanische 
Copien  Ton  Inschri^en*  {Herlin  IS31)  in  die^Hönde.  Derselbe 


252 


lies])richt  a\i(  ]i.  7  den  Fall,  dasa  sich  "Schmutz. 'Thon-  oder  Kalk- 
t'riit.  ISihcate  und  deigleichen  n\if  oder  in  den  Schriftfl Scheu  \ie- 
tijiduii.i'  Sein  Unheil  lautet:  uDanu  kann  ohne  Gefahr  Salzsäure 
augewendet  werden ,  Je  nach  der  Festigkeit  dea  .Schmutzes  ent- 
sprechend verdünnt.*  Dieses  ennuthigte  mich,  zumal  da  der 
Stein  der  Luohiift  sehr  hart  ist,  Bogenaonte  tmÜM.t  Um  jedooh 
ganz  sicher  zu  gehen,  liess  ich  am  1 1 .  Juni  nochmals  einen  Gyps- 
abgusH  anfertigen,  so  dass  ein  Abdruck  der  bisherigen  Beschaf- 
fenheit der  Inschrift  in  duplo  vorhanden  war.  Dann  begab  ich 
mich  an  die  Reinigung  der  Inschrift.  Salzsäure,  halb  mit  Wasser 
verdünnt,  strich  ich  zuerst  mit  einem  Pinsel  auf  solche  Stellen 
tmd  Bndutaben  des  Steins,  welofae  schon  durch  meine  Copie 
luuweifelhaft  festgestellt  vnaea,  Gana  deutlich  entstand  ein 
starkes  Brausen  in  den  Vertiefungen  der  Buchstaben,  'nährend 
auf  der  glatten  Fläche  dos  Steines  die  Salzsäure  abfloss,  ohne  ein 
merkliches  Zischen  hervorzurufen.  Nach  dieser  günstigen  Heub- 
achtung  bestrichen  nun  Herr  I'ai  ia:s  und  ich  den  ganzen  Stein 
stark  mit  Salzsäure  viiid  beraerkteii  von  Sekunde  zu  Sekunde, 

Kitzen,  die  bisher  durch  Sohniutz  ausgcfiilk  und  ierde(;kt  ge- 
wesen waren,  sicli  dem  Auge  zeigten.  Trotzdem  bewies  der  nun 
angefertigte  Gypsabguss,  wie  ausserordentlich  vortheilhaft  die 
Behandlung  mit  Sabtöuie  fui  die  Deutlicfaköt  der  Inschrift  ge- 

Aber  immer  war  die  Frage  noch  nicht  beantwortet,  ob  der 
Wasserspiegel  in  Folge  meiner  Ausgrabungen  östlich  vom  Kanal 
tiefer  gelegt  werden  könne  oder  nicht.  Näheres  über  den  Fort- 
gang dieser  Arbeiten  werden  die  weiteren  Berichte  über  meine 
AnsgraboDgen  enthaltea.  Icli  bemerke  lüer  nur  kurz,  dass  end- 
lich am  23.  Juni  dar  letstte  grosse  Stein  zw  ischen  dem  jefcdgen 
und  dem  alten  Wasserausflusskanal  gehoben  wurde.  Sofort  lief 
alles  Wasser  durch  den  alten  Kanal  ab,  der  lieutige  Teich  wurde 
ganz  trocken.  Bei  nüberer  Untersuchung  ergab  sie  Ii ,  dass  der 
durch  meine  Ausgrabungen  wieder  geöffnete  alte  Kanal  aller- 
dings 40  cm.  tiefer  lag  als  der  beutige  Ausfluss.  Aber  zugleich 
fand  sich  als  nördlioher  Rand  des  alten  Kanals,  also  einwärts 
nach  dem  bereits  bekannten  Siloahkanal  und  nach  dem  Ort  der 
Inschrift  zu,  der  behauene  Felsen,  über  welchen  Aus  Wasser  eben 
40  cm.  tief  auf  den  Boden  des  von  mir  aufgedeckten  Kanals  hin- 


253 


Ifl  /       i  g    \    n     \  1        J        1  11 

11  I    1    I    1      1         1    1  k      1    1     1   1      \  K 

1      11         I         1      ^  1       l     W  1 

und  ungelundtirt  abÜiessen  koiinte.  Alleiu  es  suiik  eben  niclit 
tiefer,  als  die  Holie  des  quet  voc  dem  ÄusfluBB  anstehenden  Fel- 
sens, d.  h.  der  Wasserspiegel  sank  nur  soweit,  dass  er  sich 
20  cm.  unter  dem  unteren  Bande  der  Inschnfttafel  oder  34  cm. 
unter  der  letzten  Zeile  der  lusehnft  befand.  Somit  war  der 
Wasserspiegel  nur  um  cm  Uennfrc^  iiefi  r  i^i'le^t  minien  .  iüier 
mehr  zu  erreichen  yvaT  nn  bi  niiiglich. 

Jetzt  war  der  Zeitpunkt  gekommen,  yra  entschieden  iverdeu 
konnte,  ob  ein  Aushauen  der  Inschriftfläche  aus  dem  Felsen  Er- 
folg  verspreche  oder  nicht.  Iah  zog  xit  diesem  Zweck  Herrn 
Bildhauer  Paulus  von  hier  und  den  Änfseher  meiner  Arbeiten, 
Herrn  Maurermeister  Bauerle  von  hier,  als  Sachverständige  zu 
Käthe.  Ihr  Urtheil  giug  dahin ,  dass  der  Erfulg  des  Ausbauena 
sehr  zweifelhaft  sei ;  bei  der  rissigen  Koschaffenheit  des  Steines 
sei  gar  nicht  voraus  zu  seheii ,  in  wieviel  Stücken  der  Stein  vom 
Felsen  abspringen  würde;  zerspringen  werde  er  jedenfalls,  wahr- 
scheinlich in  drei  Theile ;  die  grossen  Schrote,  welche  von  allen 
Seiten  um  den  Stein  in  den  Felsen  hineingehauen  werden  mussten' 
seien  von  oben  und  von  den  Seiten  leicht  auszuführen,  dagegen 
der  untere  unmöglich ;  der  letztere  müsse  nothwendig  in  üner 
Breite  von  2Ü  cm.  angefangen  werden;  soviel  betrage  aber  gerade 
nur  der  Zwiscbenraum  zwischen  dem  Wasser  und  dem  unteren 
Ititnde  der  lii^dirift;  c;;  bleibe  also  kein  liiium  fiir  die  IhmA- 
liubuiig  von  Mfi^iil  iLiid  Iliiiiimur  übrij;.  IW.u  kamen  die  ört- 
lichen Umstitnilc,  welclie  diese  Arbeit  hinderten.  Der  Kanal  ist 
so  enge ,  dass  man  wohl  mit  dem  Hammer  von  oben  nach  unten 
oder  umgekehrt  in  senkrechter  Biohtung,  auch  woU  sdirig  von 
der  Seite  schlagen  kann,  aber  nioht  in  wagerechter  Linie,  ge- 
Rcbweige  denn  in  der  Nähe  des  Wasserspiegels  von  unten.  Letz- 
tcri's  wiiie  aber,  \im  den  unteren  Schrot  ausführen  zu  köimen, 
tiiibi:diugt  nothwendig  geweseu.  Endlich  wäre  es  sehr  zweifel- 
haft, ob  man  für  diese  langwierige  und  ungewöhnliche  Arbeit 
einen  willigen  Steinmetz  finden  würde.  Dieselbe  hätte  drei 
Wochen  in  Anspruch  genommen,  und  der  Arhater  bStte  bestän- 
dig im  Wasser  stehen  oder  ntzen  müssen.  Aber  schon  die  oben 
angeführten  Bedenken  bewogen  mich,  den  Versuch  nioht  zu 


254 


wagen.  Vielleicht  hätte  die  Arbeit  niittoii  in  ihrer  Aiisfiihrunp 
wegen  imüherivindlicher  tSchiviengki'iton  uiilcthrndir'ii  ivcrileii 
müssen.  Eine  Zerstückelung  (ic=  ^^tciiir^  war  =elir  wuhrschein- 
lioh,  nnd  wer  mochte  Toraugeagen,  dasE  dieselbe  ohne  wesent- 
lidieii  Schaden  fiii  dieses  so  wichtige  Denkmal  ablaufen  ynaie  ? 
Die  Veiantworhmg  ffir  eine  mißliche  Temiolitniig  der  IhBolirift 
wollte  ich  nicht  auf  mich  nehmen.  Von  ihrem  Inhalte  war  durch 
meine  Beraiihtnigen  für  die  WiBsenschaft  soTiel  gerettet  worden, 
iils  bei  ihrem  picherlich  mehr  nis  2000  jührigen  Alter  heute  über- 
haupt möglich  war.  Ich  glaube  nicht,  dass  eine  netie  Unter- 
suchung derselben  die  Ergebiiiüse  der  meinigeu  andern  wird.  Es 
kann  ja  sein,  dass  man  in  =piilcTcr  Zeit  den  jetzigen  elenden  Zu- 
gang zur  Quelle  ganz  abbrechen  und  die  iilten  prächtigen  Über- 
bauten, welche  heule  durch  denselben  verborgen  werden,  wieder 
aufdecken  nnd  herstellen  wird.  Dann  mag  mau  den  Felsen, 
welcher  jetzt  das  ausfliessende  Wasser  aufstaut,  wie  ich  oben  er- 
wähnt habe,  wegspvengen,  den  Siloalikanal  bis  auf  seinen  Fel- 
senbodcn  reinigen  und  dadurch  den  'WEisscrspieKcl  so  tief  legen, 
als  überhaupt  miiglitli  i't.  Aiicb  (liiycli  niciiu'  Arbeiten  iiiimlich 
ist  der  urspriing!ic-hi'  FeUtiedeii  des  KaiiiiL-  nii-lit  rfsljfcstellt 
worden.  Wie  hoch  Schlamm  und  Steine  ihn  bedecken,  ist  noch 
gane  unbestimmt.  Abei  gelingt  es,  wie  oben  gesagt,  das  Wasser 
wieder  unmittelbar  fiber  den  Felsen  fliesaen  zu  lassen,  so  wird 
die  InsohiifC  wahrscheinlich  in  die  Höhenlege  der  Augen  kom- 
men und  man  wird  sie  stehend  besichtigen  können  —  eine  we- 
sentliche Erleichterung.  Indessen  hat  eine  solche  ^  erilnderung 
der  örtlichen  Umstände  noch  lange  Weile,  und  auch  dann  —  ich 
^ube  diese  Hoffnung  aussprechen  zu  dürfen  —  wird  man  nicht 
mehr  sehen,  als  ich  jetzt  gesehen  habe.  Die  Wahl,  welche  mir 
zur  Entacheidnng  Torlag,  war  entivcder,  die  Inschrift  an  Ort  und 
Stelle  zu  lassen  und  sie  in  ihrer  jetzigen  KeschafTenhcit  zu  er- 
hatten, oder  die  Inschrift  ansznhauen  auf  die  Gefahr  hin ,  sie  zu 
zerstören.  Ich  entschied  mich  fiir  das  Erstere. 

Gespannt  war  ich  auf  eine  Vergleiehung  meiticr  C'opic  mit 
der  Insohrift  nach  ihrer  üeiinyuui;  durch  Salzsäure.  Ich  nahm 
dieselbe  am  1.  .Iiili   Mir  iiiiler  Maf^iiesiumlieleuchtung. 

Ich  benutzte  da^u  ci::cn  Appiirnt.  den  ich  aus  der  Handlung  von 
F.  Iii  CiKRsimi'K  in  Leipzig  bezogen  hatte.  Der  dünne  Magne- 
siumdraht  wird  von  der;;iliickseite  her  zwischen  zwei  Sollen  hin- 


255 


durch  in  eine  kleine  KStire  geleitet,  deren  Mündung  «ich  Tor 
einer  Blende  beiftadet.  |Der  Dnbt  wird  vor  der  Mündung  ange- 
zündet und  muss  dnrch  eine  Schraube,  welche  die  untere  Kolle 
dreht,  gleichmässig  vorwärts  bewegt  werden ,  damit  die  Flamme 
Siels  Nahninft  hat.  Ein  grosser  L'belstand  «ar,  dass  der  Mat;ne- 
siiimdraht  sich  ieicht  zu  Knoten  verwickelte,  ivelclie  clie  Rleich- 
mSssige  Vorwärtsbewegung  desselben  hinderten.  Uic  Flamme 
erlosch  htUifig,  und  die  Arbeit  musst«  daher  oft  unterbrochen 
werden ,  um  den  MBguerinrndisht  wieder  zu  ordnen.  Kreilich 
befand  sich  an  dem  Apparat  eine  Bolle  snm  Aufwickeln  des 
Drahtes;  allein  dieselbe  war  %-iel  zu  klein  und  für  ihren  Zweck 
ganz  nnfreiiÜKend.  \'f)rzij((lith  klar  traten  aber  die  Züge  der 
Biichsiaheii  bei  dieser  ISeleuehtung  hen-or.  Die  neuen  Beobach- 
tunften.  welche  ich  machte,  waren  folgende ; 

iicilc  2,  Buchstabe  15  hestdtijfte  sich  raeine  Vermuthiiug, 
dass  den  beiden  zusammenlaufenden  ISlrichen  von  linkfi  zwei  aus- 
einanderlaufende von  rechts  entgegenkommen.  Ich  erkenne  den 
eigentSohen  Buchstaben  in  den  reohts  atmenden.  Strichen  und 
lese  ihn  als  y.<)  Die  Stridie  von  links  her  sind  kleine  lUsse, 
durch  welche  dieser  Buchstabe  zum  Theil  zerstört  ist.  In  der  un- 
mittelbar folgenden  Spalte  nach  links  wird  ein  Ituchstahe  «nter- 
gegiiTigen  sein ;  ich  vermuthe  ein  1,  so  dass  zu  lesen  wäre:  T^rS'. 

Vffl.  die  letzten  drei  Kiichstaben  der  ersten  Zeile  rechts  vor  der 
grossen  Spalte).  Den  letzten  Buchstaben  der  zweiten  Zeile  vor 
der  Spalte  Termoohte  ich  auch  jetit  nicht  mit  Sicherheit  m  er- 
kennen ;  nur  mache  ich  darauf  anfinetkram ,  dass  sich  innerhalb 
der  Spalte  noch  zwei  Striche  erhalten  haben,  die  von  einem  alten 
M  herrühren  könnten.  Links  von  der  Spalte  kann  der  Schwanz 
auf  ein  n,  3,  D,  vielleicht  auf  ein  3  hindeuten.  Das  darüber 
Stehende  Zeichen  schien  mir  ein  K  zu  sein ;  doch  ist  dasselbe 
Hehr  schlecht  erhalten.  Deutlicher,  als  bisher,  traten  mir  dann 
die  Reste  eines  b  entgegen.  Das  folgende  Zeichen  könnte  rann 
wieder  fiir  ein  p  halten,  doch  weicht  die  Form  von  der  iu  dieser 
Inschrift  sonst  üblichen  etwas  ah.  Man  könnte  auch  an  ein  miss- 
rathenea  1  denken;  ein  *l  ist  durch  den  Schaft  nach  unten  aus- 
geschlossen. Den  letzten  Buchstaben  der  zweiten  Zeile  erkannte 

l;  DieuB 7 iit aaf dem Gypiibguu  gant iwsifellos tu  ooMtsliren.  Anm. 
der  Rid. 


256 


ich  jetzt  mit  Bestimmtheit  als  p.  Was  dahinter  folgt,  söheiiit 
nur  eis  Loch  des  Gesteins  zu  sein;  es  liegt  auch  Bueaerbalb  der 
Linie,  welche  man  vom  letzten  Uuchstahcii  der  fünften  Zeile  bU 
zum  letzten  Zeichen  der  ersten  Zeile  ziehen  kami. 

Eigenthümlich  ist  iu  der  dritten  Zeile  die  mehrfach  ge- 
krümmte Linie  zwischen  den  beiden  M.  Ich  hatte  sie  bei  der  ror- 
letzteu  Revision  meiner  Copie  bemerkt  und  darin  eine  Conrektur 
des  Steiuhauers  Termuthet  lob  sah  dieselbe  ganz  dentHoh  wie- 
der bei  der  letzten  Yer^ekibung  nwner  Zcäohnung  mit  der  In- 
schrift, Da  die  folgenden  Buchstaben  ohne  Zweifel  '^V^  Vl$  zu 
lesen  sind,  so  muss  man,  entsprechend  der  Verbindung,  welche 
sich  in  der  zn  citcii  Zeile  findet ,  ein  CS  vorher  fordern.  Dieses 
ergiebt  sich  über  nur,  wenn  man  die  gekrümmte  Linie  als 
kleines  V  auffasst.  Der  Steinmeta  scheint  dieses  Zeichen  ver- 
gessen .  hei  einer  Durchsicht  den  Fehler  aber  bemerkt  zu  haben 
und  hat  nun,  so  gut  es  eben  ging,  den  Buobstaben  nachtriglicli 
eingemeiselt.ij  Auffallend  ist,  dass  in  denselben  Worten  der 
2.  Zeile  —  Wi  5!«  —  das  ID  einen  Strich  nach  links  zu  viel 
hat,  vielleicht  ebenfalls  ein  ersehen  des  Steinhauere.^j  Das  vor 
dem  ersten  S  stehende  Zciclien  blieb  mir  auch  bei  der  letzten 
\  ergleichung  unleserlich.  SLm  kann  Kweifehi.  ob  ein  Hiiohstiilie 
dann  verborgcii  ist  oder  nicht,  l'i'ir  das  lirstcrc  scheint  der  Um- 
stand zu  Sprüchen,  dass  eine  vum  ersten  iincliHtaben  der  sechsten 
Zeile  (n]  zum  ersten  Buchstaben  der  zweiten  Zeile  (n)  gezogene 
Linie  dieses  Zeichen  gerade  schneidet.  Dagegen  erscheint  Tor 
der  Verlnndnng  171  Vit  m  alles  Weitere  fiberfifissig.  Die  lecbls 
davor  stehende  Figur  halte  ich  nur  für  ein  Loch  des  Gesteins, 
obglräch  sie  mit  einem  p  etwas  Ähnlichkeit  hat.  —  Den  auf  3 
folgenden  Uuchstaben  hatte  ich  früher  als  1  gezeichnet.  Indess 
«isohien  er  mir  bei  Magnesiumbeleuchtung  mehr  als  freilich 
verbindet  j etat  ein  Sirich  die  beiden  rechten  Schenkel  des  der- 
selbe ist  aber  wohl  nur  eine  kleine  Unebenheit  des  l'elsens.  Zwei- 
felhaft blieb  mir  das  zwischen  n  und  T  stehende  Zeichen.  Ich 
hielt  es  anfangs  nur  fiir  eine  (lurcli  bihcatc  entstandene  Figur, 
die  eine  grosse  Ähnlichkeit  mit  eiiii'in  -i  hiilir.     Diireh  die  Salz- 

1,  Hie»  iäi  nach  ilem  Oj]isalinLH-  iiuiii  ;ani  deutlich 

bloB  M— K;  die  Krilael  daznlachei]  sind  klL'!nc  Itixse.  Anni.  i\.  IL 

i)  Im  Oj'piRbgiui  ist  deutUcb  di«  normKl«  Omtnlt  diu»  v  lU  ootuta- 
ttrsD.  Anm.  d.  Bed. 


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257 


säure  ivar  das  Zeichen  viel  undeutlicher  geworden;  es  fand  sich 
jetzt  nur  eiue  \'ertiefung  des  Gesteins.  alletdinKS  in  alinlichet 
Form.  Eh  wird  wohl  durch  eine  glückliche  Enträlhselnng  dieses 
schwie rieten  Satire«  der  Inschrift  erst  entschieden  werden,  ob  man 
hier  wirklicli  einen  Huchstnhen  oder  nur  einen  Punkt  zu  lesen 
hai.>  D^s  Zeichen  zwischen  den  beiden  Q  erkannte  ich  jetzt  be- 
stimmt als  ein  '',  also  D^TS.  Das  vorletate  Zeichen  vor  der  Spalte 
blieb  nnflicher.  Auf  der  anderen  Seite  derselben  glaubte  ich  das 
erste  Zmehen  inr  die  Heste  eines  it  halten  au  dfiifon,  das  zweite 
ist  nnsioher  (l  oder  i?) ,  an  dritter  Stelle  zeigten  rieh  Spuren 
eines  9.^)  Die  vierte  und  fünfte  Zeile  gab  zu  Verbesserungen 
keinen  Anlass.  Der  letzte  Buchstabe  der  fünften  Zeile,  hinter  S. 
blieb  auch  jetzt  undeutlich :  das  Gestein  ist  zu  sehr  ahgesplitteit. 
In  der  sechsten  Zeile  erkannte  ich  an  zweiter  Stelle  mit  Be- 
stimnithrit  ein  tt,  an  dritter  Tielleiobt  3,  an  vierter  Stelle  srietn- 
Udt  nchet  ein  n.  Der  achte  Buchstabe  —  ich  lüelt  die  Striche 
wenigstens  stets  für  onen  solchen  —  ist  entweder  ein  t  oder  3 ; 
ersteres  ist  mir  wahrscheinlicher.  Wna  durch  die  beiden  Spalten 
hinter  dem  S  zerstört  worden  ist,  konnte  ich  auch  bei  der  guten 
Beleuchtung  nicht  feststellen.  ^1 

I  ber  die  Inschrifttafel  im  allgemeinen  fiige  ich  noch  folgen- 
de!i  hin/n.  Die  Gliittiin«  des  l'elsens  erstreckt  sich  über  pine 
Fiäche  von  ziemlich  genau  7(i  cm.  im  üuodrat.  Die  Inschrift 
befindet  sich  nur  auf  der  unteren  Hälfte.  Es  ist  mir  durchaus 
uatrahrscfaranlich,  dass  jemals  auf  der  oberen  Fläche  noch  Buch- 
staben gestanden  haben  sollten.  Einige  Bisse  sehen  freilich  bis- 
weilen so  aus,  als  ob  sie  Beete  einer  Buchstabenform  seien.  In- 
dessen ist  der  Stein  oben  viel  unebener  und  töcherichter  als 
»Ilten,  Dieser  Unterschied  wird  in  der  ursjirünglichen  Üeschaf- 
fenheit  dieser  Stelle  des  Felsens  seinen  Grund  haben.  Man 
brachte  die  Inschrift  nur  auf  der  unteren  Fläche  an.  weil  sich  die 
obere  nicht  dazu  rig!ielL\  Allerdings  i^-i  die  erste  Zeile  zu  .\n- 
fallg  defeet.  I'^  fcbU'i.  /woL  höcbsicns  drei  Hudi^liibcn .  wenn 
man  den  lieainn  der  Zeile  nftch  den  initeren  bcmisst.  Ich  vev- 
muthe  elwn  nsir  oikr  ni:  also  lautete  der  Eingang:  nap:n  rwt 

1,  Der  Gjpsabgiiss  hal  K«"i  deudieli  rni,  r-n.  -'S.    A.  d.  B. 
2(  Auf  dum  Gj-paabgins  steht  gani  deutlich  n  n";!.  A.  i.  R. 
3]  Siehe  die  Lelung  der  S.  Zeile  nach  dem  TolUtandig  deutüchan  Oypo- 
■bguiB  in  der  unten  folgenden  Abbandloi^.    Anm.  der  Bed. 


258 


oder  napin  ni.  ^dieses  ist  die  Aushöhlung»  oder  der  Kanal.  Mit 
deu  folgenden  Worten  beginnt  ein  neuer  vollständiger  Satz : 
napjn  ^3■^  rrri  mi ,  «und  so  hat  es  sich  mit  dem  Kanal  verhal- 
tenn  oder  «dieses  i«t  die  Geschieht«  den  Kanals».  Auch  daa 
Zeichen,  welches  sich  auf  meiner  Copie  oberhalb  dar  ersten 
Zeile  dicht  rechts  vor  der  gössen  Spalte  befindet,  kann  nicht  ab 
ein  Rest  einer  höheren  Zeile  angesehen  werden.  Eb  atehl  viel  tu 
nahe  über  der  ereten  B«ihe  und  gleicht  in  Wahrheit  keinem  alt- 
hebräischen  Schriftzeichen.  Es  Bind  nur  kleine  Bisse  des  Fel- 
sens, Alles  andere,  das  sich  sonst  über  der  ersten  Reihe  befin- 
det, hat  noch  viel  -rreniger  Ähnlichkeit  mit  einem  althebräJschen 
Buchstaben.  Die  sechste  Zeile  reieht  nur  bis  gerade  unter  die 
Mitte  der  grossen  Spalte.  Uber  die  Lesung  des  ScliluBses  kanu 
kein  Zweifel  bestehen ,  wenn  auch  der  letzte  Buchstabe  zerstört 
ist.  Die  vorhergehenden  sind  deutUoh  imd  bieten :  Sinn  VSn  b7. 
Dies  ist  nach  meiner  Meinnng  eu  ergimen  UShn  lülh  nnf 
das  Haupt*  (oder  «auf  dem  Haupte*)  der  Steinhauer».  Auch  unter- 
halb der  Zeilen  findet  sich  nichts  Bemerkenawerthes.  NamcnE- 
lich  vermag  ich  den  omamentalen  Abschluss  in  Gestalt  aivoier 
TriaDgel.  welche  auf  ihren  Spit/en  stehen,  mit  einem  Winkel 
zwischen  ihnen,  der  in  ähnlicher  Weise  auf  seiner  Spitze  nihtu. 
nicht  zu  entdecken.  Der  Gypsabguss  zei^  gerado  unter  dem  X 
drei  Figuren,  welche  wohl  von  Herrn  Professor  Sayl-b  mit  den 
eben  angeführten  Worten  gemeint  sind.  Ich  halte  sie  für  Risse 
oder  Löcher  im  Stein  nnd  glaube,  dasa  nm  die  ao  kräftige  Phan- 
tasie des  Henn  Profei sor  Satoe  sie  zu  höherer  Bedentong  em- 
porzuheben ancht.  Eben  so  gut  könnte  man  anch  in  anderen 
Rissen  des  Gesteins  unter  der  ^ech.stcn  Zeile  ein  Geheimnies 
suchen,  aber  ich  bin  übereevifTt.  da!■^     vi.Tfri'ljlielii:  Mühe  süin 

Ein  aufmerksamer  Iteohaehier  wird  einige  Abweichungen 
zwischen  demGypsabguss  und  ni  (.'in  er  Copie  herausfinden.  Solohe 
nnd  mir  wohlbekannt.  Einmal  habe  ich  nicht  alle  Risse tmd  Un- 
ebenheiten in  meiner  Kopie  aufgenommen ,  zumal  wenn  sie  mit 
dem  Hilde  des  Bnchslabons  nicht  m  enger  Beziehung  standen. 
Sodann  liegt  meiner  Copic  das  Hild  des  Sternes  zu  Grunde,  wie 
es  vor  der  Heinigung  durch  Salzsäure  beschaffen  war.  Endlich 
sind  die  Buchstaben  und  Zeilen  nicht  nach  dem  Gypaabgusa, 
sondern  nach  einem  Abklatsch  zu  einander  gerichtet.  Papier 


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269 


aber  dehnt  sieii  üms  ujici  zipht  sieh  n  ipiier  Knsammpn.  le  narii 

dem  iiciveTit'iiiirii  /.iii.riiFiiii'      Muri    L'iir  i'iti ii/i'  i-iiiri  ii  ni  iLi  iri 

Abki 

Stellung  iier  Buclisiaben  zu  eman«er  aut  dem  Papier  nicht  ganz 
der  auf  dem  Ongmale.  Das  Bild  des  Ganzen  wird  ja  durch  einen 
GypsabgusB  stets  hesser  wiedergegeben  als  durch  eine  gezeich- 
nete Copie. 

Mir  sind  hier  in  Jerusalem  noch  einige  andere  Copien  zu 
Gesicht  gekommen;  namentlich  hatte  Herr  W.  M.  ScHAPIRA.  die 
Freundlichkeit,  mir  einen  Einblick  in  die  von  ihm  angefert%te 
zu  gewähren,  welche  zugleich  die  Varianten  und  Oonjectiiren 
von  Professor  Satcb  enthielt.  Letzterer  hat,  wie  ich  höre,  jetzt 
seine  Copie  mit  Übersetzung  und  Erklärung  erscheinen  lassen. 
Da  dieselbe  noch  nicht  lu  meine  Hände  gekommen  ist,  so  nar 
mir  eine  Ve^leiohong  unmöglioh.  Hi&siohtlieh  deasen,  was  ich 
"bei  Heim  W.  M.  Sohapiu  gesehen  halie,  bemerke  ich,  dus 
-meine  Copie  ein  weit  genaueres  and  dentÜcheres  Bild  der  In- 
schrift giebt.  Ich  habe  mich  von  dem  Gnindsatu  leiten  lassen, 
nicht  unfertiges  und  unsicheres  Matoriid  niciin'ii  Freunden  nach 
Deutschland  zu  senden  und  iXiefn  iladuroli  zu  voreiligen  Deu- 
tungen zn  Teranlassen,  sondern  habe  Iiis  r.iir  \'ü]len<Uing  meiner 
Co[äe,  über  walobe  ich  oben  ßechenschatt  gegeben  habe,  ge- 
wHitet.  loh  Ug8  diese  und  die  Gypeabgusee  jetzt  vor  in  der 
Hoffiinng,  für  die  Bntnfibnmgsarbeit  Jamit  möglichst  festen 
Boden  geschaffen  und  öne  leidSche  Erkenntnisa  dessen,  -ms  die 
VerfectigeT  der  buohrift  eimt  einmeiaelten,  ang^babut  zu  haben. 

Jeniselem,  14.  JnU  1881. 


Digilized  by  GoOgle 


Die  Siloaliinselirift. 


Von  Prof.  E.  KautiMb  in  Tübingen. 
(Mit  rin«r  Kopie  der  Innilmft ,  nach  dem  Gfpnbguei  auf  ','1  radaört  Ton 
Prot.  A.  80CIH  In  TflUngen.  Tafel  8.| 

Sntnnsnem letzten  Beiinht  {ZDFV.  18S1,  p.  103ff.]  ist  die 
SiloahinsQhrift  fort  und  fort  Gegnutand  ä&igv:  Hemmungen 
geblieben.  Am  35.  Juni  erhielten  vii  durch  Veimittelung  von 
Prof.  Strack  in  Berlin  eine  neue  TtanBcription  der  Inschrift  in 
hebräische  Huchstiiben  nebst  einem  Deutungsversnch  zn  den 
zw«  eieten  Zeilen,  beides  von  der  Hand  des  Buchhändler  Sciu- 
PIHA  in  JeniBalem.  Da  Herr  Schapika  seine  Lesungen  unterdess 
selbst  veröffentlicht  hat  (Athen-,  IG.  und  30,  Juli  IS&l) ,  so  be- 
gnügen Trir  uns  hier,  ihm  für  die  Überlassung  der  Kopie  zu 
danken;  was  sich  von  seinen  LeBimgen  stichhaltig  emiesen  hat, 
soll  spitsr  angemerkt  werden.  Hierauf  erecbien  im  Jnliheft  der 
Onarteiiy  Statement«  eine  Lesung  und  Commentirang  dar  In- 
Bchrift  von  Bev.  A.  H.  Sayce  nebst  einem  Facsimile,  auf  das 
man  nm  so  mehr  gespannt  sein  durfte,  als  Rev.  Sayce  selbst  in 
seinen  fruheie«  Aufsätzen  mit  grosser  Zuversicht  von  dem  Erfolg 
^cinor  Arbeit  geredet  hatte.  Elle  wir  jedoch  unsere  Leser  mit  dem 
thatsäcblichen  Ei^bniss  dieser  Bemühungen  bekannt  machen, 
haben  wir  noch  einen  energieohen  Protest  gegen  die  Art  nnd 
Weise  Toianentschicken,  in  welcher  das  Jnliheft  der  Quarterly 
Statements  die  deutschen  Bemühungen  in  dieser  Sache  abzuthun 
für  gut  findet. 

Seite  128  des  genannten  Heftes  findet  sich  unter  den  Notes 
nud  News  die  Notiz;  There  is  also  a  paper  ou  the  samc  snbject 
in  the  Zeitschrift  of  the  German  Society,  hut  infortunatety  of 
littlc  value,  because  the  ivriter  had  only  the  imperfect  transciipt 
publiehed  by  us  last  April.  Dass  der  Verfasser  dieser  Notiz  den 
Aufsatz  in  ZDPV.  lS6t,  p.  102  nicht  gelesen  haben  kann,  liegt 
auf  der  Hand.  Dort  ist  aktenu^ssig  genaue  Bechenscbaft  darüber 


261 


gegeben ,  ilass  -wir  drei  Facsimile  von  der  Ilanil  des  ^^cml  ISau- 
ralh  Schick  zur  Verfügung  halteu,  und  p.  IÜ5  L>rklürt  auch  I'rtif. 
EiiTiXd  in  ätrassbiii^,  d&es  ihm  ^Eeit  Juli  ISSU  in  verschiedenen 
Z«trouineii  7  Abkl&teche  und  drei  AbzeichnnDgen  Sctiicks  zn- 
gekaaaaau  «eien.  Dass  vir  nicht  blo>  das  FaoBimile  im  Apiil- 
heft  der  Statements  benutzten,  seigen  verabhiedane  Lemmgen, 
die  BUB  jenem  FaCBimile  unmöglich  gewonnen  werden  konnten, 
nämlich  in  Zeile  I  n|  und  die  Conjectur  rpn;  in  Zeile  2  TTJJIl 
in  Zeile  3  rÜT}  DM  fdiesee  m  lange  vor  Hal&vy'b  Lesung  in 
Athen,  vom  14,  Mai  1881) ;  in  Zeile  i  :  11135  im  HST  npb  V», 
Tor  welchra  Worten  wir  ziemlich  richtig  D3p3n  ■o^i  conjicirten 
(in  Wahrheit  steht  da  BSXnn  isn) ;  in  Zeile  5  «IIB  statt  «■'IIB — 
lauter  neue  Lesungen,  die  sich  nachher  mit  geringen  Modifica- 
tionen  als  richtig  bestätigt  haben.  Angesichts  dieses  Thatbe- 
Standes  ist  doch  der  Wunsch  berechtigt:  wenn  der  Einsender 
jeiur  Notii  nicht  genug  deutsch  Terstond,  um  den  üa^ichen 
Auftatz  m  lesen ,  so  hKtte  er  lieber  ganz  fiber  denselben  schwel- 
lten sollen. 

Nicht  minder  befremdlicli  erscheint  uns  (Infi  V  erfahren  von 
Kev.  S.VYCiJ,  p.  103  des  Julihefts  der  Statements.  Er  versichert, 
den  Aufsalz  in  der  ZDPV  nach  Revision  seiner  Abhandlung 
gelesen  au  haben ,  nbut  ieaming  nothing  fnim  it.  A  copy  «f  the 
Intdiption  is  published ,  ^riiioh  is  ms  incorreot  as  that  publidied 
in  the  last  Qnartedj'  Statements  .  .  .  and  Dr.  Kautssch's  ko- 
dings  based  irpos  it  are  iiaturally  worthless,  as  la  also,  for  the 
»ame  reaion,  bis  supposition  that  the  Insoription  is  not  older 
ihan  the  age  of  Hezekiah.  Dieses  behanptet  Iter.  Satce  ,  nach- 
dem er  zuvor  [p.  14S)  so  gut,  wie  alle  oben  von  uns  aufgetähllen 
tienen  Lesungen  in  seine  Transcription  aufgenommen  hat  1 !  Wie 
soll  man  dann  seine  Behauptung  qualificiren '.  Wir  nehmen  gern 
an,  dass  Rev.  Sayce  unterdess  selbst  die  richtigen  Lesungen  ge- 
funden hatte ,  resp.  von  andern  auf  dieselben  Hnfinerksam  ge- 
macht worden  war,  z.  B.  nach  p.  146  Ton  Di.  Nkubauke  damnf, 
dass  «n  Zejin  ein  Zajin  und  nicht  ein  Tet  sei,  —  dann  erforderte 
aber  der  wissenschaftliche  Anstand,  entweder  darüber  zu  schwei- 
gen ,  dasB  diese  Lesungen  bereits  in  der  ZDPV  vorlagen ,  oder 
die  Übereiii Stimmung  zu  constatiren ! 

Doch  Rev.  Saycb  hat  uns  in  einer  Anmerkung  zu  p.  142%. 
noch  zwei  andere  Irrthümer  vorzuwrafen.   Erstlich,  dass  ich  in 


262 


der  AAZ.  vom  29.  April  behauptet  habe ,  der  l^l'V  habe  gleich- 
&lk  G«ld  mm  Bekiif  der  Beinigung  des  Tunnels  gesandt.  Dram 
häsBl  es  weiter :  Dr.  Kautzsch  has  becn  in  such  a  hmr)-  to  vin- 
dicate  the  Geiman  Falestine  Association,  that  he  supposes  I^. 
Schick  s  copy  of  the  inscription  published  in  llie  Quarterly  Sta- 
tements, to  be  mine*. 

Nun,  vrii  pflegen  auch  wenn  wir  lin  Eüe*  mnd,  nach  faeetem 
Wissen  und  Gewissen  die  Wahrheit  zu  sagen,  und  dies  lu  thun 
sind  ivir  auch  in  den  beiden  genannten  Fällen  fest  überzeugt  ge- 
ivesen.  Bev.  SATCt  idrd  uns  iiicht  Lügen  strafen  wollen,  wenn 
wir  behaupten,  dass  wir  auf  Grund  eines  SeschliiEses  des  ge- 
soMftstiihtBndea  Vontands  des  BPV  einen  Credit  von  300  Muk 
zur  Bloslegnng  der  Insohiift  in  JeruBalem  angewiesen  haben 
-{rergl.  auch  die  in  diesem  Heft  enthaltenen  Naohiiiditen,  p.  IV). 
Wie  weit  dieser  Credit  gerade  fnr  den  genannten  Zweck  verwen- 
det worden  ist,  wird  sich  bei  der  Abrechnung  am  Ende  des  Jahres 
ganz  von  selbst  ergehen.  Thataache  ist,  dass  wir  überzeugt 
waren  [mil  Itfcht ;  s,  das  I'o-^tscript  zu  unserem  Aufsatz!) .  dass 
die  HeiuiKiiiifr  'les  Kanals  ehvu  :iiil'iiu''cre  Kosten  erfolfft  .sei.  l"nd 
was  die  iirrigf,  Meinung  üiikitigt.  [lass  die  Kopie  im  Aprilstate- 
ment von  Bcv,  Satue  herrühre,  so  war  diese  Meinung  dureli  das 
betreffende  Heft  (p.  69j  sehi  nahe  gelegt.  Dort  ist  sneist  von 
einer  &überen  Kofne  dea  Hetm  Somos  die  Bede,  dann  heint  es 
[nach  einer  vierzeiligen  Notiz  aber  die  Absicht  Glbbhokt-oaK' 
NBAu's,  die  Inschrift  zu  entciffem) :  Another  and  an  improved 
transcript  of  the  inscription  arrived  on  the  of  March  .... 
This  sccond  copy  is  pnblished  with  this  number".  Wer  sollte 
hieraus  errathen,  dass  auch  diese  zweite  Kopie  von  Baurath 
StiKiL'K  herrührte,  zumal  das  Facsimile  auf  p.  70,  irelohea  mitten 
in  dem  Aufsatze  des  Rev.  Savcb  steht,  keine  wdtCTe  Anbohiift 
trägt,  als  sinscription  fonud  at  Ifae  Pool  of  Siloam»?  Da  mm  der 
betreffende  Aufsatz  des  Ber.  Saxcb  vom  I.  Febnar  daliTt  in,  so 
lag  nichtw  näher,  als  dis  Annahme,  dass  das  am  1 .  tSSxz  in  Xäng- 
land  eingetroStoe  Facsimile  eben  srine  ante  noch  unvollkom- 
mene Kopie  enthielt  1 

.  Diese  unsere  Annahme  war  also  ein  schwerer  IiTtliiini .  den 
wir  hiermit  rectificiren.  Nach  allen  den  angeführten  Äusserun- 
gen der  Statements  hätten  wir  nun  erwartet,  dass  durch  das  eigene 
Facsimile  des  Bor.  Sayce  die  Entzifferung  zum  relativen  Ab- 


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BchluSB  polaiigen  werde.  In  dieser  Erwartung  sind  wir  leider 
durch  das  Juliheft  der  Stittements  ^indlich  getäuscht  worden. 
Um  das  Ergebuies  gleich  liier  zu  fixiren:  als  Zuwachs  an  wirk- 
lichen Lesungen  Igt  zu  verzeichnen  auf  Zeile  I  die  Beetäti^nng 
desvDauna  ooiqiditenrm;  das  [toilOi.  Nbubaubh  richtig  con- 
jioirte)  •urtnadirrvi  undTl»;  Auf  Zrile  2:  im  und  nooh- 
male  *nn  (in  Wahrheit  steht  aber  dort  lim) ;  avS  Zeile  S :  III  blt 
und  "MS;  auf  Zeile  4 :  D3snri  (statt  unserer  Conjectur  S3[p3n]). 
Das  ist  aber  auch  alles  1  Die  übrigen  atigehlichen  Entzifieningen 
4[ommen  auf  wunderbare  l'hantasien  hinaus,  mit  deren  Vortuh- 
nxng  wir  unsere  Leser  verschonen  «'ollen.  Nur  die  Hemerkung 
können  wir  im  Namen  der  ernsten  \\  issen'ichaft  nicht  unter- 
driickcn :  wer  Uingc  zu  Tage  fördert,  wie  die  Notiz  ^1,  1.  p,  Hi 
und  1 50; ,  dasB  die  Schreibung  Ott  für  ITK  auf  die  Ableitung  des 
ph5tii2ischen  JEel&tivpionomens  ein  Licht  werfe;  oder  vie  MBI^, 
wie  ■<tiK^  =  (uonn,  im  liuntUcbon  Sinn  Ibra  distanceH] 
oder  endlich ,  ^e  nrntn  als  ang%bIlohe  Schreibung  t3r  nnii  — 
der  sollte  sich  Irlich  mit  etwas  mehr  Reserve  an  der  Lösung 
palSographischer  Aufgaben  betheiligen,  anstatt  durch  seine  Zu- 
Tersichttichkcit  das  Urtheil  des  grösseren  Publikums ,  resp.  an- 
derer Dilettanten,  irre  eu  fuhren.  Und  dies  um  so  mehr,  wenn 
diese  Zuversichtlichkeit  mit  einem  so  gänzlichen  Mangel  an  pa- 
lüogniidiiBchem  Blick  verbunden  ist,  we  wir  ihn  bei  Heim  Savcb 
durch  das  thateächliche  Facsimile  der  Inschrift  constatirt  sehen. 
Auf  den  Rath  Tan  Prof.  Kur  wo  hatte  Lic.  Gutbe  abge- 
Mibea  Toa  «einer  aiganen  (oben  nütgetbnlten}  vonni^liehen  Zcddli- 
nnng  der  bischrift  auch  mehrere  GTpsabgüsse  anfertigen  lassen 
vergl,  oben  p.  259 ,  einer  derselben  ist  nach  einer  brieflichen 
N (itii  von  dem  Aiifi;rtiger,  Demi  lÜtdhauer  l'Ai.i.ira  in  Jerusalem, 
dem  UPV  geschenkt  worden.  Zwei  von  diesen  Abgüsseu  wur- 
den am  1.  August  von  Prof.  SociK  und  dem  Schreiber  dieses  in 
Tübingen  ftusgepaokt.  Der  eine  war  lüderxerbmolien  tmd  durch 
den  Druck  staA  beschldigt;  der  andere  aber  rief  unser  höotutet 
]&staunen  hervor  durah  die  nie  erhoSte  Schürfe  und  Deutlichkeit 
derZeichen.  Wir  waren  bald  darüber  einig,  dass  gegenüber  einem 
solchen  Facsimile  streng  genommen  alle  anderen  Itcmiiliungen 
nberflüesig  gewesen  sind.  Abgesehen  von  dem  Kiss  auf  der 
rechten  Seite  erwies  sich  der  cerstörende  l^duss  der  Silikate  so 
mimm,  daes  mit  so^ftldger  Benutzung*  Tertohiedaner  Beleuoh- 


tulig.  sowie  der  bereits  sicher  eoiihtnnrten  formen,  /euhen  für 
/eichen  in  relativ  kurzer  Zeit  dehiinn'  von  uns  lest^cetellt  wer- 
den ki)nnle.  Daliei  kann  icli  iin>driLckhcli  versiehcrn  .  da^is  «  ir 
eine  Beihe  scheinbar  ganz  ii niese rhcher  Zeichen  nicht  etwa  er- 
gänzt oder  nnr  zu  sehen  geghtubt,  sondern  sdiliesaUah  mit  Sichei- 
hdt  erkannt  haben,  denn  die  Dunätbwining  der  Zddien  durch 
Sime  oder  Silikate  ist  mm  Glück  fait  immer  ans  der  Fottsetmng 
beider  aus^halb  des  lluchstabens  m  erkennen.  Und  ao  machen 
wir  uhb  auheiechi^,  dass  das  von  Prof.  Socix  als  Resultat  unserer 
Ermittelungen  gezeichnete  Facsimile  den  ThatbeatAud  mit  defi- 
nitiver Sicherheit  med  eigiebt.  Das  wenige  Zweifelhafte  ist  selbsb- 
verständlich  als  Bolohes  vtm  ims  herroigehoben  -wonlen.  Damaoh 
lautet  der  überhaut»  noch  zngingliche  Test  in  'bansoriptioii  fol- 
gendennassen : 

Tira  .  napan  ,1»  .  rm  .  npi .  napsn 
p  «»  .  5»p  .  ip  inb  .  PI» .      .       .  m .  i« .  1» .  Ttrah 
n  .  D-'x  tan: .  D"^  .  fxa  .  irrt  .  rm  .    .  un  . 's»  th 
■isb-'i  .  yni  .      .  yrii .  isi .  nipb  .  Ott .  oaann  .  ^v^ .  naps 
[itjm  .  na»  .  rixi  .  cTsiaa  .  nsian  .  bs  .  ss-iian  .      .  D^Mn 
lElasnn .  ssi  .     .  isn  .  naa  .  n^n  .  reo»  .  n 
(Uie  punktirteu  Buchstaben  sind  zweifelhaft,  die  eingeklam- 
merten von  uns  ergSnst) .  loh  übenetae  dies : 

t.  . .  .  der  Daiehstiah.  Thid  dies  war  der  Hergang  des 
Durchstichs.  Als  noch  .  .  . 

2.  den  Meisel  einer  (in  der  Richtung)  g^en  den  andern. 
Und  als  noch  drei  Ellen  waren  bis  ...  da  rief  die  Stimme  des 

3.  dem  andern  zn,  denn  es  war  HU  im  Felsen:  Wasoer 
[oder:  vom  'laRc  ...!]..  und  am  Tage  des 

•1,  Durchstichs  sehlugcu  die  Mineurs  einer  gegenfiber  dsm 
andern  Meisel  auf  Meisel  und  es  flössen 

S.  die  Wasser  vom  Aulgangspunkt  in  den  Teich  in  (dnet 
Linie  von)  120D  fälennnd 

e.  100  Eilen  war  die  Höhe  des  Felsens  über  dem  Hanpte 
der  HineuTS. 


Xicider  sind  die  Lückeu  in  den  drei  ersten  Zeilen  der  Art,' 
dass  man  nnr  verrnnthungsweise  die  eigentliche  Tendenz  der  be- 
züglichen Angaben  fettstellen  kann.  Ob  vor  rOpMl  Zeile  1  iibar- 


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265 


httupt  etwas  zu  ci^änzon  ist,  kiiimte  uweifelhnft  scheinen.  Es 
wäre  ileiikliar,  (Uis;,  die  Inschrift  jiur  mit  diojeni  Worte  als  einer 
Art  liberschrift  liejfami.  Ist  otwns  zu  ergänzen,  pu  kaun  ea  sich 
nur  um  ewei,  höchstens  ilrei  lluchstabeii  hnndelu  ^rttT  ■) ;  andem- 
fallg  wäre  die  aneite  Zeile  ia  guiz  uDgewöhuliolitt  Wtäaa  eiaga- 
lüekt.  Ln  weiteren  denke  iob  mii  den  G^edankeiigaiig  lo :  das 
erste  raU  nocli*  ist  entwedar,  wie  das  zwräte,  durch  eine  Maaas- 
angabe  ni  ergüiueii  oder  der  Satz  lautete  etwa :  als  der  Fels  noch 
intakt  war.  Übiigene  können  in  der  Lücke  höchstens  12  bis 
II)  Buchstaben  geatuidra  haben,  und  dies  nur.  nenn  die  i^eile 
ebenso  lang  war,  irie  diesweite.  Da  nun  von  jenen  12 — l.l  Kuch- 
staben  nothwendig  auch  das  Regens  lu  ^run  abgezogen  werden 
muss,  so  bleiben  zur  Ei^Snzung  des  IITS  etwa  8 — 10  liucbataben. 
Zu  erkennen  ist  links  vom  Biss  gar  nichts.  AU  Segens  zu  yisn 
denke  ich  mit  asie  richtcAen*  (hielten  gewendet]  den  Ueisel  einer 
gi^en  den  andem»,  und  die«  will  niolüa  wntex  besagen,  als  dass 
der  Tunnel  von  zrcei  Seiten  in  Angriff  genommen  wurde. 

llci  dem  zweiten  Tisa  haben  wir  zn*Hr  die  Maassangabe,  wer- 
den aber  durch  ilcii  leidigen  lliss  um  den  tcrminus  ad  quem  go- 
hrachl.  ^'uu  S^ici'.  n  nEfib  (bis  zur  Müudung  Ij  kann  schon  wegen 
des  Contextes  keine  Kede  sein.  Wenn  vorher  die  Eintreibung 
des  Tunnels  von  swei  Seiten  berichtet  ist,  was  soUte  es  dann 
haBsen:  aUnooh  dieiEUeo  biBzuFBCündungwaren.  Vielmehr 
wird  in  dem  Worte  nach  b  wn  Infinüläv  stecken  [vei^l.  zur  Con- 
struction  Gen.  4S,  7)  und  zwar  wohl  ein  Wort  wie  idurclibrecheni 
,alg  noch  drei  Ellen  waren  bis  zur  Vollendung  des  Durchbruchs), 
Immerhin  will  hierbei  noch  einiges  cnvogen  sein.  Von  wo  an 
sind  die  drei  Ellen  gerechnet f  Von  beiden  Seiten.'  Dann  hätten 
noch  sechs  Ellen  t'elscn  angestanden  und  dies  reimt  hieb  schwer 
za  dem  nachher  berichteten.  Fasst  man  aber ;  unoch  drei  Ellen 
im  Ganzen*,  so  bleibt  immer  die  Frage,  wie  dieses  Maass  nach 
Vollendung  des  Dnrohbmchs  bestimmt  werden  konnte.  Man 
kann  allsrdinge  aotworten;  wenn  jene  Techniker  im  Stande 
waren,  die  TunneUxe  so  genau  festauftellen,  daea  die  Mineurs 
in  der  Mitte  richtig  zusammentrafen,  so  werden  sie  anoh  die 
Länge  der  Axe  im  \  oniut>  richtig  bestimmt  haben.  Immerhin 
schliesst  das  erste  nicht  ohne  weiteres  das  zweite  ein,  wie  s.  B. 
noch  der  Ckittbardtunnel  gelehrt  hat. 

Uei  auf  tVi  etc.  folgende  Satz  wird  kanpi  anders  e^inzt 


werden  können,  als  oben  ^chelien  ist.  Unsicher  ist  das  M  von  VM 
und  auf  Zeile  3  das  ~i  am  Anfang.  Der  weite  Abstand  des  letz- 
teren von  8  liessc  sich  so  erklären,  daaa  bereite  ein  Loch  im  Fel- 
sen war,  welches  der  Steinhauer  umgehen  mnsate.  Das  ganze 
denke  ich  mir  Bo :  eis  Doohdr«tEUen  fehlten  bis  mm  Durohbrudi, 
d«  riefen  die  Uinenrs  «DuideT  zu  —  es  war  nKniliA  eine  mt 
im  Felaen  —  Wasser  (rinnt  oder  zeigt  sieht).  Freilich  bleiben 
auch  hier  manche  Fragezeichen.  Hinter  dem  letzten  erkennbaren 
Zeichen  (3;  ist  bis  zn  D''ai  noch  Kaum  für  ca  6  lluchstaben;  es 
rnnse  also  mehr  orgäuzt  werden,  als  ein  Particij)  oder  eine  soii- 
i^tigc  Verbnlform.  Femer:  wenn  der  Sinn  ist.  ditss  Kchon  jetzt 
Wasser  dTirchsickorfe ,  wer  sind  dann  die  Kiifcnden '  Kufen  es 
die  Mineuiti  im  südlichen  Theil  des  Tunnels  cinmider  zu  oder 
rufen  sie  es  (durch  eine  Felswand  von  drei  Ellen  f]  den  Mineur« 
im  nSrdliohen  Theile  zu?  Und  wo  kam  da»  Wasser  her?  Von 
einer  mif<lltig  aufgeschlossenen  neuen  Ader?  Wahnahemlichei 
doch  von  dar  Wasserader,  die  man  eben  dnrch  den  Tunnel  fähren 
wollte.  Man  miisste  sich  dann  denken,  dass  diese  zvrar  zur  Er- 
möglichung des  'l\[nnen)nues  abgesperrt  war  {was  bei  der  lle- 
«chaffenheit  der  Marienquelle  sobiver  denkbar  ist',  dass  aber  doch 
noch  eiiiijrcs  Wasser  im  oberen  Tunnel  forllief  und  nun  aucb  in 
den  unteren  Theil  eiiidrant;. 

,\nt!s  iviire  vielleiebt  klar.  Menn  man  dem  verzweifelten  niT 
beikommeii  könnte.  Die  Lesung  ist  absolut  sicher  und  vorher 
und  nachher  steht  deutlich  ein  Trennungepunkt.  Lio.  Gdtub 
vermnthe^  rf^Ton'nTanilognn^TDnlW;  ^eeea  Tr][  nJmmt  er 
im  Binn  von  •Übermath,  EmpSrnng,  Frevel»,  denkt  im  folgenden 
an  1^  und  gewinnt  so  den  Satz:  odenn  es  war  ein  Frevel 
geschehen  in  der  Wasserbedifingnissi.  Mit  Üecbi  bemerkt  er 
jedoch  selbst,  dass  ihm  die  Verbindung  U'^'a  "sz  nicht  zusai^e, 
sumal  man  dann  &'<sn  erwarten  müsse.  Dieser  Ansloss  fällt  weg« 
wom  man  ns^  (vei^.  nn  Z.  6)  liest  und  als  Snbjeet  des 
vonunpfan^^oderinp)  abidngigen  Aussa^Ratzes  fbsst.  Aber 
mit  der  Ableitimg  von  TlT  hat  Guthe  doch  vielleicht  Recht.  -Ist 
mr  etwa  terminns  technicua  für  eine  oWaSHeranfwallnng»  nad 
handelt  es  sich  doch  [s.  o,  tim  eine  neue  WasRerader.  die  beim 
Durchbrechen  aufgeschlossen  wunle  f  Oder  steckt  in  mt  ein  Be- 
griff, wie  Riss  oder  Spalte '.  Dami  könnl«  der  explicative  Satz, 
der  durch  iS  eingeleitet  ist,  entweder  den  Grund  dafUr  an^ben. 


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367 


dsEB  siph  die  Arbeiter  durch  die  Felswand  hindurch  verstanden, 
Ofier  den  Gninii  dafür,  dass  sthon  jetzt  Wasser  durchlief.  Näheres 
v;age  ich  nicht  entscheiden,  ziimal  hei  der  Unsicherheit  des 
Ganzen  aitssei  der  Lesung  uyi}  schliesslich  noch  D'l:  ^als  Gegen- 
satz zu  □'^31  Z.  3.  '.>  zur  Discussion  gestellt  werden  wugb. 

Vom  Schlüsse  der  dritten  Zeile  an  ist  alles  klar.  Die  Lesung 
DT<a^  empfiehlt  sich  schon  durch  den  Punkt  nach  D;  das  nach- 
folgende n  iat  der  Artikel  bu  napj  auf  Znle  4 1  diesea  Wort  for- 
dert in  dieeem  Context  dentlicK  die  UedentongT  •Dur^tiolw  in 
&ctivem  Sinn,  wfihrend  es  Zeile  1  suerst  im  passiven  Sinn  (Ihucb- 
stich  =  'i'iinuel;  .  dann  aber  ,in  ';n  "ai)  gleichfalls  in  stirem 
yiuno  ai'hrmicla  ^fheiul.  Ob  nach  Analogie  von  rngj  A^u»- 
hüliluii'j  nn;;;  /u  pimcliren  ist,  oder  nap:  (so  Lie.  Guthk,  als 
Feminin  zu         lüsst  sich  nicht  entscheiden. 

Sinn  der  Notiz  in  Zeile  4 :  Die  Mineurs  bafen  BO  genau  voi~ 
sammen ,  doss  sie  nicht  mehr  blos  den  Meisel  blt  tttt  Eeiieh- 
tet  hielten  iZ.  2i,  sondern  einander  gegenüberstehend  lifeieel  auf 
Meiael  schlugen  —  ein  Ausdnick.  der  natürlich  nicht  buchstäb- 
lich zu  nehmen  ist. 

In  Zeile  ■>  fragt  sich,  welcher  Ausgangspunkt  ist  gememt  f 
Doch  wohl  der  obere  Eingang  des  liinnels.  licrffliiiet  mau 
120U  hehr.  Ellen  auf  :.S2  Meter,  so  habe.i  wit  r.l  Meter  Lbcr- 
schuss  über  die  heutige  Lange  des  lunnels  .lAA  Meter;  vergi. 
ZDPV.  ISSl.  p.  IllJ.  Diese  4»  Meter  müssten  dann  auf  die 
Distana  des  Teiches  TOm  unteren  Tnnnelausgang  gerechnet  wei- 
dra.  Nach  der  Ziiai&iuiA»H*sohen  Temunkinte  beträgt  dieee 
Distana  in  gerader  Urne  (bis  zum  heutigen  Siloahteich)  oiroa 
2fi  Meter.  Bechnet  man  etwaige  krummiingen  hnizn  und  bringt 
man  die  Ungewissheit  der  hebr.  hlle  in  .Ani^chinK.  >o  spricht  docli 
alles  dafür,  daes  mit  der  rvindcu  glimme  liOü  in  der  Pliat  die 
Länge  des  Wasserlaiifs  von  der  Maneuquelle  bis  zum  biloahteich 
gemeint  ist.  Dazu  kommt,  dass  diese  Fassung  in  naturgen^sem 
Zusammenhang  mit  der  ächlussbemerkung  steht  (Unge  des  Tun- 
nels, dann  Tiefe  desselben) . 

Zu  der  Verbindung  t|bH1  svatsa  vergl.  B.  Nuiu.  3,  50. 
Die  Übersetning  umd  hundert  Ellen  wai  die  Höhe  des  Feltenn 
eigänsn  M  awisdien  dem  Q  am  Schlosse  der  6.  Zeile  und  dem  n 
amAnfiragderS.  Zeile  (vergleiche  dasselbe  Abbrechen  des  Wortes 
am  Ende  der  zweiten  und  dritten  Zeile) .  Allerdings  ist  von  die- 


268 


aem  tt  kaum  eine  iä\n\T  zu  constatiren  (das  3  am  Ende  der  ä.  Zeile 
in  Sayce's  Facsimile  ist  offenbar  gerathen,  um  rmtiPi  =  nnr  yo 
heran  9zh1i  rill  Ifen  1  nnd  vor  dem  P  auf  Zeile  6  sieht  definitiv  nichts. 
Soll  man  au  ein  Versehen  des  Steinhaiiers  denken  nder  Hejft  eine 
küliiio  Syncopc  der  Volkssprache  vor  [r-C  —  rsr  !  Das  sicher- 
ste bicilit  scliliesslich  die  Annahme  ,  das  s  hinter  -c  zerstört  ist. 
zumal  auch  Lic.  Gutub  bemerkt,  am  Schhisse  der  Zeile  schienen 
noch  zwei  Buchstaben  vorhanden  sni  win,  der  letzte  (dies  wäre 
«ben  das  VI]  ttä  niclit  za  erkennen.  Die  Lesung  matt  nm  wurde 
von  Prof.  SociM  nnd  mir  gleiehzeiti|;  ^Ainden;  auf  ngi  verfiel 
ich  erst,  nachdem  Somn  näs  vermuth et  hatte.  Nachträglich  selten 
wir,  daes  anoh  Guthe  verrauthnngfi weise  nsa  zur  Wahl  gestellt 
hatte. 

Um  alle  Gerechtigkeit  in  erfüllen,  registriren  wir  noch,  dass 
in  der  uns  mitgetheilten  Transcription  Schapira's  von  neuen 
richtigen  Lesungen  zn  finden  sind;  Ende  der  3.  Zeile  n 
(wie  es  scheint ;  wie  ScHAPinA  dies  gedeutet,  weiss  ich  nicht,  da 
mir  das  Athenäum  vom  IG.  Juli  nicht  zur  Hand  ist;  nnsere 
Lesung  entstand  unabhängig  von  jener  Tran^cription  an  der  Hand 
des  GypsabgiiBses)  ;  femer  'DTl  in  Zeile  4  und  in  Zeile  5  die  rich- 
tige '^'eTmnthung,  dasa  !]bs  ipSTsa  noch  durch  1D  inmitten  heider 
■\Vorte  üu  ergijnzen  sei.  Lic.  Gvthk  hat  vcni  nciieii  Lesungen 
oder  Conjecturen:  [nT  oder  rw]  am  Eingang  doi'  Inschrift;  nnch 
131  anf  Zeile  I  hat  er  ohne  Zweifel  unabhängig  von  Nevuauek 
gelesen ;  femer  in  Zole  3 :  SiO  -Kta  mT  n->n  'Q  (über  seine  Deu- 
tung s.  0.} :  in  Zrile  4  -an  und  '3  in  Zeile  5 :  lt[l]  S^niBa 
in  Zeile  6 :  m  nai  rm  vermuthet  indese  für  roi  bereits  nas  und 
e^nzt  sn  richtig  zu  im.  indem  er  wieder  an  «BedröngnisE» 
denkt.  Am  Schlüsse  liest  er  richtig  oasnn  ■BKi  by. 

Recapitulircn  ivir  nun  die  Ausbeute  der  Entzifferung,  so  ist 
ilicselbe  in  historischer  oder  topo^iaphischer  Heriehung  fast  Null. 
l)i.iin  der  Vx/Adh  rSniAMiiA  s  durfte  durch  unsoie  Analyse  ebensu 
griiiiiilich  lipscitifit  sein.  \vie  die  tbin'd  or  Cnstleo  von  Sayck  am 
Schluss  der  dritten  Zeile.  Sie  ist  ein  Luftschloss,  wie  verschie- 
dene andere,  die  seit  dem  Bekanntwerden  der  Inschrift  in  und 
anf  den  Siloahtunnel  gebaut  worden  sind.  Wer  sollte  auch  nur 
von  weitem  für  möglich  halten,  dass  sich  der  Verfertiger  der  bi- 
flchiift  hemüsngt  fand,  der  Nachwelt  neben  dem  Berieht  fiber 
<ten  Tunnel,  den  er  in  dem  finsteren  Loche  selbst  aushieb ,  auch 


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26S 


noch  die  Kunde  ni  äbennitteln :  und  th«7  woiked  eagmüy  at 
(thej  cesüe  they  bad  excavmted  (?)*.  Von  einem  Namen  oder 
einer  Datimag  nirgendB  eine  Spur,  höchstwahrscheinlich  aus  dem 

Gmnde,  weil  die  Anfertigung  der  Inschrift  nicht  eine  officiell 
antieonbiete ,  sondern  das  Privatvergnügen  oiiie-i  diiliei  liL'thei- 
liglen  gewesen  ist.  Eine  Prunk  in  schrift  hätli?  mau  nicht  an  einer 
fast  unzugänghchen  Stelle  angebracht.  Was  wir  aus  der  Inschrift 
sicher  entnehmen  können,  sind  säi]ie«dioh  nur  die  Notäien  über 
da«  Anbohren  des  FeleetH  Ton  swei  Seiten,  das  Zniammentreffen 
in  der  Mitte ,  die  Lange  des  Wasserlaufi  nnd  die  Höhe  des  Fel- 
senB  über  dem  Tnnnel  —  Tielleicht  auch  die  Notiz  über  rine  im 
Tunnel  angetroffene  Wasserader. 

In  sprachlicher  Hinsicht  haben  wir  zunächst  den  Zuwachs 
TOn  zwei  Wörtern  zu  dorn  alttes  tum  entliehen  \V  ortschatz  zu  Ter- 
zeicluien,  nsp:  /)  /  I  /  ,  l  l  tli  Ihaftt  -rjJ  in  Zeile  ;i. 
Übrigens  Ijieti't  der  iesbüie  lexi  m  i;r;iminHtisciier  und  syntak- 
tischer Hinsicht  das  correctestc  Hebräisch.  Die  einzige  .\bwei- 
ohnng  von  den  un«  geläufigen  Sohreibnngen  ut  rrn  =  nt^^  in 
Zeile  3.  Es  ist  mir  indeis  sehr  nreifelbaft,  ob  bei  dieser  Sohiei- 
bnng  nicht  bereits  die  Aussprache  voransgesetit  ist.  Ein 
MissrerständnisB  der  Form  war  unmöglich,  da  anderweit  mögliche 
Lesungen,  rPTi  etc.,  durch  den  Context  ausgeschlossen  cind,  Sa 
gut.  wie  man  fort  und  fort  nVcp  für  1^9^  u.  s.  w.  schrieb,  konnte 
man  auch  rrr\  für  nr^  schreiben.  Defectivschreibung  Andet  sich, 
wie  zu  erwarten ,  in  int  rfsif  ^  "IS  s''  D^xii  rnjsb ,  dagegen  Ple- 
nesciiption  in  "fura  (sehr  begreiflich  zurUntcrscheiduugTonTPa; 
ebenso  schrieb  man  wohl  in  der  Segel  IV  gegenüber  t^)  nnd  in 
K:rtQ;  auch  letzteres  begreift  sich  aus  der  Etymologie  und  aus 
der  Nöthigtmg,  die  mancherlei  Formen  des  Stammes  tsa  anszu- 
schliessen.  Übrigens  leigt  auch  derMesastein  }b,f^  TVV^i  (neben 
ra'  und  ijün. 

Der  EpigTajihiker  kann  aus  dem  sprachlichen  llefund  der 
Inschrift  aufs  neue  die  Lehre  ziehen,  wie  üiisserst  vorsichtig  man 
sein  muss,  unerhörte  grammatische  oder  syntaktische  Erschei- 
nmigen  sm  acoeptiren,  so  lange  nicht  die  Lesung  über  allen  Zwei- 
fel eiliaben  ist.  Txotx  der  Zurersioht,  mit  der  Satcb  und  ScuAPtiu 
die  Lenmg  nmi  tho  behanptet  haben,  steht  eben  doch  mW  lA« 
da ,  nnd  ich  hitte  nie  an  etwas  anderes  geglaubt,  so  lange  ich  es 
nicht  mit  ögoien  Augen  gesehen  lätte.  Ebenso  sind  eine  Reihe 


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270 


änderet  ^rammatiichet  MotisCra,  die  dilettantischer  Eifer  erzeugt 
hat,  durch  die  richtige  Lesiuip  in  ihr  Nichts  zei-flossen. 

V  ieles  Interessante  bietet  die  Inschrift  in  paläographischer 
Hinsicht.  Das  Alphabet  wi'iclit  von  dem  Mcbh- Alphabet  viel 
stärker  ab,  als  es  nach  den  trutiereii  Können  und  Th,  reibst 
nach  der  trefflichen  Zcichinmg  ljuTiLE  S  scheinen  konnte.  \'or 
allem  haben  wir  zu  constatiren .  rtass  es  mit  der  von  Sayce  be- 
haupteten DoppelgeBtalt  mehrerer  Znchen  nichts  ist  Vielmehr 
findet  sich  in  der  ganzen  bischrifi  eine  medwfird^e  CmiBtans 
der  Formen,  so  dasB  sich  hSohstens  in  der  länge  einiger  Striche 
minime  Differenzen  nachweisen  lassen.  Dem  Mesatypns  folgen 
fast  genau  j,  n  doch  mit  geradem  Ilauptstrichi  ,  5,  C  TO  und 
n.  Dngegen  ist  3  eckiger  imd  mit  längerem  Unterstrich,  1  hat 
auf  einer  Seite  bereits  eine  Verlängerung  nach  unten ,  T  hat 
viel  längere  Querstriche,  desgleichen  ■>  einen  viel  längeren  Linter- 
strich, :  eine  Verlängerung  des  linken  Oberstrichs  unter  den 
Querstrich ,  die  Kreislinie  des  V  ist  in  ein  eckiges  Oval  überge- 
gangen; ebenso  sind  die  £öpfe  des  p  und  1  etwas  eckiger  ge- 
worden. Starke  Veränderungen  zeigen  K,  1  (der  obere  Halbkreis 
ist  in  einen  Fortsatz  nach  links  oben  nebst  Widerhacken  und 
einen  ziemlich  Inngen  Querstrich  verwandelt) ;  n  hat  drei  Quei^ 
striche;  b  steht  aiifliillig  lioch  in  der  Zeile  mit  sehr  langem  und 
gera<iem  überstrich;  13  ist  uiclit  mehr  die  gezackte  Wellenlinie, 
sondern  gleicht  eher  einem  :  mit  einem  dritten  Strich  smschen 
den  beiden  senkrechten  Obexstricben;  eine  ganx  an^Uig  ver^ 
schiedene  tuid  kaum  iigendwie  zu  belegende  Form  zeigt  das  X; 
a  und  C  fehlen  ganz.  Fast  alle  Formen  der  Siloohinschrift  (ansser 
b  7  D  S)  finden  sich  in  Etttinq's  grosser  Inschriftentafel  2u 
Bickell's  hehr.  Grammatik  engl,  liearbeitung  von  CuRTIBS, 
Lpz.  1577)  nntcr  der  Rubrik;  Ohl  Hehr.  Seals  and  Gems. .'  8 
bis  -..  Cent.  Ii.  C.  ;  Oass  das  -lalirlnindert  al.-  der  ansserste 
terminus  a  quo  für  die  .Vnsetzuiig  der  Siloaluiischril't  zu  betrach- 
ten ist,  dürfte  aus  den  oben  itngeführlfii  liistLtnzen  vtin  selbst 
einleuchten.  Herr  Isaac:  Taylor  urtheilt  in  seinem  trefilichen 
Aufsatz  über  die  Datirong  der  Siloabinsohrift  (Qnarterlj  State- 
ments, Juli  18S1 ,  p.  156} :  These  lettera  [i^lioh  K,  1,  »,  n] 
establish  decisivel;  the  fact  that  tbe  Süoam  alphabet  i>  a  Ttan- 
siticn  Alphabet,  beianging  to  a  period  intermediate  between 
tho  Ucabite  aiphabet  of  the  8**'  centnry,  and  the  newer  fonns 


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271 


by  wliich  in  the  6""'  Century  thcy  ivcrc  repkced.  So  urthcilt  Herr 
'rvn  iiii  auf  Orimd  cles  Facsiinilc  von  Sayck.  weitihcs  von  Phan- 
iii-ien  /.  tS.  dem  links  geschlossenen  Zajin !  !  Mimmclt  und  da- 
her paläogrnphisch  völlig  werthlos  ist.  Anf  üinnd  des  authen- 
tiachen  Faceitnile  nird  vielmehr  zu  urtheilen  sein,  dass  der 
Ubergang  vom'  Mesanlphahet  zu  dem  spateren  'i'y|iuE  in  vielen 
Punkten  schon  vollzogen  ist.  Man  sieht  deutlich,  welches  Ke- 
Btreben  obwaltet,  den  (fiir  den  Meiselschlag  sehr  nnbequemen) 
Bundungen  aus  dem  W^e  zu  gehen  oder  (wie  bei  K)  die  ilteie 
Form  einfacher  und  bequemer  zu  gestalten.  Und  bo  muss  ich 
durchaus  Lic.  GuTHp  beistimmen,  wenn  er  in  seinem  Briefe  vom 
l.'i.  Juli  zum  SchlusB  bemerkt,  dass  7nan  besonders  wegen  der 
^russeii  Ähnlichkeit  des  X  mit  dem  auf  makkahäischen  Münzen 
eigentlich  an  eine  spätere  Datirnng  der  Inschrift  denken  müsste, 
wenn  nicht  die  Combination  mit  2  Kön.  20 ,  20  zu  rerlookend 
ttVm,  zumal  ivir  aus  der  Zeit  nach  Hiskia  kdne  Nachricht  über 
eine  Bolche  Wasseranlage  beBitzen.  In  der  That  scheint  auch  uns 
die  Datinmg  iius  der  Zeit  Hiekias  nach  wie  vor  daB  planaibelste. 

Endlich  noch  ein  Wort  üher  die  angeblichen  Ligaturen,  für 
die  a.  a.  auch  Herr  S(:ii.ipira  (Athen.  :I0.  Juli  51)  mit  Eifer  ein- 
tritt. Aber  trotz  des  Aiiathema's,  drts  uns  in  diesem  Punkte  be- 
reit'; notroffi;!!  hiit,  Weihen  ivir  daliei.  dli-s  diosu  I,igaturen  purer 
Scliüiii  MTid,  Es  handelt  sich  um  mehrere  Fülle,  wo  der  untere 
Querstrich  des  3  den  senkrechten  Strich  des  71  berührt  oder  den 
senkrechten  Strich  des  ^  durchschneidet.  Wenn  nun  die  Sache 
so  effinde,  dEtss  der  Unterstrieh  des  3  zum  Behuf  der  Verbindung 
mit  rt  oder  *1  verkürzt  wäre,  dann  könnte  man  von  öner  Ligatur 
reden.  Denn  eine  solche  ist  die  beabsichtigte,  meist  stereotype 
Verbindung  zweier  üudi^lulien  in  iler  "Weise ,  dass  der  eine  von 
beiden  oder  beide  irgend  eine .  wenn  iuich  geringe,  Modification 
erleiden.  Hier  aber  steht  es  so,  dass  bei  normaler  Distanz  der 
Buchstaben  der  lange  Schwanz  des  3  nothwendig  Ton  einem  nach- 
folgenden senkrechten  Strich  berührt  oder  (von  1)  geschnitten 
werden  muBste.  Garade  der  letztere  Umstand,  das  Schneiden  des 
Unterstrichs  Ton  3 ,  hätte  über  den  wahren  Sachverhalt  belehren 
können.  Und  so  helmlt  auch  in  dieser  Beziehung  der  Standpunkt 
Recht ,  der  sieb  auf  epigiaphischem  Gebiete  zu  allen  grammati- 
schen und  paläographischen  inauditia  möglichst  skeptisch  verhalt. 


Zt«ir.4.IW..Vtr.lV.  18 


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Postscripliim  .11  pag.  262. 

Nuchdem  obige?  bereits  gesetzt  war.  ging  am  1 D.  AuguBt  ein 
vom  2S.  Juli  dalirter  Itrici" Lie. GLiut's  aus  Jerusalem  ein,  wel- 
cher ii.n.  folgeiiilc  Noli:!  entliiilt:  uSatck  behauptet  in  seiner 
Pulilicatiou  :  SciiiCK  liabe  für  die  engl,  üesellsclrafl  den  Wasser- 
spiegel niedriger  gelegt.  Allerdings  hat  Dr.  Chaplin  dem  Uau- 
ratU  Schick  25  Pftind  zur  'X'erfügung  gestellt,  Schick  hat  es  aber 
nicht  angenommen, sondern  mU  unseiem  Gelde  gearbeitet,  wo- 
rüber icli  jetzt  detaiUirte  Beohnnng  in  Hjlnden  habe.t 

Wenn  somit  Herr  Bauratli  Sohidk  ,  via  sich  dies  für  uns 
ron  selbst  verstand,  glSmend  getechtfefügt  ist,  so  bleibt  nur 
noch  der  Bath  für  Herrn  Sa.tcb,  die  Angaben  anderer  so  lange 
lieber  nicht  zu  bezweifeln,  bis  er  seiner  Sache  ganz  gewiss  ist! 

Bezüglich  des  beigegebenen  Facsimile  (Tafel ^'II1)  bemerken 
wir  noch,  dass  dasselbe  um  so  zuverlässiger  ist,  als  ihm  die 
Durchzeiohnung  einer  Photographie  zu  Grunde  Uegt,  welche 
dann  von  Prof.  Socm  auf  das  soigfältigate  nach  dem  Gypsabguss 
reridirt  und  ergänzt  wurde.  Die  betreffende  sehr  wohlgelungene 
Photographie  der  Inachiift  von  W.HoBinnrG  in  Tübingen  kann 
zum  Fräse  von  3  Mark  durch  Vermittlnng  der  Buchhandlung 
von  K.  Babdexsr  bezogen  werden. 


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Bächeranzeigen. 


1)     Jer      l      d  J 


.-^  Berlin  ISS I.  f't 
1     /     /    //  /i 


[       ]      1  II  II 
\     1    \         1  Ii 
I  M  MI    l  l 

II  l      II  iR 

11  1  11 

und  etwa  ahrschemlichen  isr 
tcneisfutirung  ist  fast  ilurchaus 
autheit  des  Verf.  mit  dem  IStanA 
lernt,  so  ist  doch  directe  Ausciii- 
1  Aiifetellungen.  ja  die  Nenniiug' 
•.me  \  oi^angei  selten.  Die  Cttaie 


Joseptius  seiüer  mout  immer  zur  nana  naDen,  müssen  so  mauoties 
auf  Treu  und  GlRubenaimebmen,  was  wenigatens  Sefeient,  dutch 
Erfahrnng  misstramsch  gemacht,  nicht  geroe  thnt.  —  Heben  w 
einen  einzehiBn  Punkt  heraus,  so  iat  die  Ausfährung  über  die 
Läse  und  Ausdebniu^  dei  Akra-Ünterstodt  p.  92  fig.  besonden 
wohl  gelungen.  Referent  freut  üch  um  so  mehr  dieses  auszu- 
sprechen, als  er  unabhün^  tob  dem  Verfesser  auf  das  gleiche 
Besultat  geführt  worden  ut  und  der  AuAtellung  in  s.  Aufsatz 
>Zion,  Daridstadt  und  die  SyrOTakra«  in  ZDPV.  1880,  p.  189  tg. 
tmdl881,p.  i8%.eineiioohetwaB  breitere  Unterlage  XU  g^benuad 
ne  in  einen  umfassenderen  Zusainmenliang  zu  stellen  versnobt 
hat.  Gewünscht  hätte  dabei  Beftient,  es  wSre  auch  der  Käme 
des  Mannes  genannt  worden,  der  snerst  diese  Aufstellung  betreffs 
einer  viel  umstrittenen,  aber  für  die  Topt^raphie  der  alten  Stadt 


274 


eiitBulR'ulciKleri  Frngüinit  den  ImltbAroi  Gnmdlagen  gegeben  hat. 
Es  ist  ^iie^f'^-  (.'asciiü  in  s.  liistuvi'.ch  j^i-ngniph.  Liiileituiig  in  das 
Leben  Jl-s  11  IS7(i,  [i.  ■>2y  fg..  wo  lioreitw  die  filr  immer  gültigeu 
hauptsüchlichstenArgumeiiteaufgeführtsind ',.  Nicht  einverstan- 
den kann  Eeferünt  mit  der  Auffassung  des  zweiten  und  dritten 
Hügels  seiu,  ivelche  in  der  Beschreibung  der  Stadt  bell.  j.  b,  4,  1 
erwähnt  werden  (hier  wäre  die  Aufnahme  des  Textes  TOn  Jos^hus 
zu  wünschen  gewesen).  Spiess  nimmt  als  den  aweiten  Hügel 
der  lAkia  Tempelrückeno  und  versteht  unter  dem  dritten  Hügel 
(las  nordwestliche  Terrain ,  welches  den  heuti^n  Calvarienberg 
trSgt,  und  über  dessen  östlichen  Abhang  sich  die  sVorstadti  hin- 
zog, wie  8.  95  richtig  ausführt;  die  Schlucht,  durch  deren  Aub- 
m  Inng  der  Tempel  mit  der  Stadt  in  be^i^ere  Verbindung  kam, 
soll  nun  jener  nördliche  Theil  des  Tyrnpüon  gewesen  sein.  So 
schon  der  EnglBnder  liswiN.  gewiss  unrichtig.  Drnn  in  bsll>  &, 
4.  1  wird  eben  der  Akrahugcl  von  dem  Temiiclbei^  unterschieden 
und  werden  eben  diese  beiden,  nichtein  anderweitiger  Hügel  und 
der  Tempelberg  zu  einander  in  Iteziehung  gesetzt;  ^e^l.  das 
Original,  ZDPV.  1881,  p.  .11).  Die  Erniedrigung  des  zwdten 
Hügels  (Akra)  und  die  Ausfüllung  der  den  zweiten  und  dritten 
Hiwel  trennenden  Schlucht  hatte  zur  Absicht  und  Folge,  dMs 
der  Tempel  mit  der  Stadt  verbunden  wurde  und  den  Tempel  über 
die  Akra  (nidit  über  einen  andern  Stadttheil  —  die  Akra  ist  in 
untnittelbaiwn  Zusammenhang  genannt,  und  die  Beziehung  noch 
besonders  durch  tvivg  ausgedrückt)  hervorragte.  Da  ist  ja  keine 
andere  Folgerung  m&lich,  alfl  dajis  eben  der  Tempel  auf  dem 
drittes  Hügel  ge^^en  nahe.  —  ^an  braucht  nur  consequent  mit 
dem  Verf.  S.  41  testzuhalten ,  ndase  die  Akra  im  Süden  des 
Tempelgebäudes  auf  einem  hohen  Höcker  des  Ostrückens  gelegen 
hat  —  derselbe  wurde  durch  die  makkab&ische  Abtragung  be- 
smtigt.i  Damit  haben  wir  in  dem  heutigen  Ophel  mit  der  jetzt 
nicht  mehr  vorhandenen  Akraerhöbung  den  zweiten,  in  der 
Tempelcrhöhung  den  dritten  Hügel,  und  zugleich  die  Schlucht 
zwischen  beiden,  welche  mit  der  Akraabtragung  von  selber  ver- 
schwand, beziehungsweise  ausgefüllt  wurde.  —  Der  Abschnitt 
über  den  Tempel  ist  gleichfalls  sehr  soigfältig  ausgearbeitet  und 
enthält  mmniigfnch  Hemerkenswerthes ,  ivoranf  einzugehen  nns 
der  Baum  fehlt. 

Göppingen,  Württemberg.  Kj,.\int;n. 

11  Casp.iri  war  elaansiichfr  Geiiilichcr  v  ISIS.  Sein  Werk,  emchienen 
lu  einer  Zeit,  da  der  Elsasa  noch  nicht  in  DeulBchland  gehörte,  w«r  für  die 
deunche  Gelehrten  weit  geschrieben.  CasPAKI  hat  aber  ohne  Verbindung 
mit  literarischen  Qnd  buch händleri sehen  Kreisen  DeuLschlsnda.  So  übcr- 
nihni  der  ihm  befroundet«  Referent,  einen  Verleger  iii  suchen,  nur  nach 
Ung«T  BemOhung  gelmg ;  denn  Deutschland  ist  ein  gchlechter  Mitrkt  fQi  go- 
lebrta  Literatar.  —  IJai  Ktwifuiinim  und  gelehrte  Werk  Cupari'«  lei  hier- 
mit  aufi  neue  dar  Beachtung  empfohlen. 


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I 


MiTSiuuiB,nmi|B. 

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Zeitschrift 
Deutschen  Palaestlua-Vereius. 

von  dem  geschäftaftihroDdeD  Ausschuss 

antur  dar  TtnutwattUakni  Ktdietian 

Llc.  Hermann  Outlie. 
Band  T. 

IClt  11  Tafeln. 


Lelpdg  188S 

io  Commiaeion  bei  E.  BndekeT. 


Inhalt 

des  filnfli'ii  I>;li)<Iis  iIit  /citscliritt  des  Dentsclien 


PaUatinabibliothck  eiBgogHagenen  Bücher,  ZaltBchiiften  u.  B.  w.  Xn 

Pnaonalnaohnohten  und  gauIiSftliche  Hitthdlungen   XV 

Verieiohnüii  sAnuntlidier  Hitglieder  XVIII 


lltriclit  über  meine  Atbsiten  am  Sibwhlunal.  Vod  O.  Sehieli  ...  1 

.\u9grabungen  bei  Jetoiolem.  Von  B.  Qatht.  A.  Berielit   T 

NachtTSgliches  tax  SiloiIüuKluift.  Von  E.  CnrfzieA   3liS 

Bericht  aber  nene  Eiioheinnngeii  auf  dsm  Gebiete  der  FallMEns' 

literatur  tSBl.  Von  X  Soem   in 

ÄuignbuTigen  bei  Joniaalem.  Von  H.  «alkr.  B.  EigebniKe  ...  2TI 

Tafeln:  b  Balta 

L  Antgnbiuigea  hei  Jeniulem,  sOdUoher  Abbai^  dee  Sad- 

oBÜKlgele,  gel.  tod  B.  CMht  ILitbogr.)  ITff. 

11.  ,  AutfluH  dee  Sitoabkanale,  gec,  von  H.  Outbe 

(LitboKT.)  52  ff. 

III.   — ,  Sstlicher  Abhang  dee  BodveiAl^la,  aul^n. 

und  gsi.  ton  71t.  Seadet,  mit  Elginiungen  von 

B.  Outlu  (Lithogr.;  133ff. 


IV 


IV.  Auqcnbungcn  bei  Jnuulem,  Csllichcr  Abtunfc  dn  Süd- 
oathOgclB,  aiiffteD.  und  ga.  loa  3%.  Sandel,  mit  Kr- 

Ktniungen  von  B.  dutit  iLitlmgr.i  IISIT. 

V.  -  -  -        Onindri«  und Dutcbiehnin« de« «llen TliuniieB 

auf  Tafel  IV,  gei.  loa  Th.  Sandil  IfSff; 

VI.    ,  wegtUohet  Abhaog  det  SüdonbOgela  I,  gel. 

Ton  H.  Oaäu  (Lithogi.;  tTUff. 

W\.  .  wenlicherAbhuitcdeiiSadoAhaReUII.  nufKen. 

und  ffii    von  Th.  SanHel .   mit   l  '.rgünxun^i-ii  von 

E.  ffuihe  LidiogT.)  Ils6tt. 

Vm.  ObeiüohUkait«  dei  Aoigrsbungen  bei  Jemuleia.  Nacb 
Ol.  WiitaH'l  Aufnahme  mit  Beiichliguageti  und  Maidi- 
trilg«n  von  Th.  Sandil  und  ff.  Gathe  ILithogr.)    .  .  171  £ 
IX.  Auq^rabungm  bei  Jenmlem,  Tsinwie  am  veillichan  Ab- 
hmog  Ab*  SodoitbaReli,  gei,  Ton  7%.  äWri  iKraida- 

dniBk)  «IC 

X.  idefundene  OegenaUnde ,  Kieidudrucki  2ilff. 

XI.  fOetundene  OeKenitlnde;  Kieidediuckl  2T1  ff. 


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Nachrichten 

Angelegenheiten  des  Deutschen  Vereins 
Erforschung  Palästina's. 


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It«clieiis«haftsbericht  Aber  d»s  Tereln^ahr  1881. 


Däs  Ereigni's  dieeuB  vierten  Vereiasjatirea  sind  diu  Aiisf^ikliun^n. 
velplie  der  Verein  mil  aoinen,  namemlifl,  durdi  rmorsl Atzung  des 
kflniülieh  l'reuasischen  Kultu-miin'^:<!fium:i  ^.-rbol.eni'n  Mitteln  auf  dem 
iludtn  de«  dti-n  Jen i ■Widern in.ri-i Tumurnn  h:.!,  I),r  riilerieiohnele, 
der  dieselben  &uszuffthren  hslte,  ioigfe  iuhci  dem  l'Unc,  welcliem  die 

Mi^i«d«i  dea  gesohUtsfiUiienden  Anseohusse«  voi  andaren  VonohUgen 
den  VoTiQg  groben  hatten,  nimllob  in  der  tlmgebung  der  SQoab- 
(«ehe  die  Reste  der  alten  Stadtmauern  aufiasochen.    Die  Art  und 

Weise  seiner  DurdifabruBg  muiste  üch  fieilich  nach  den  an  Orl  und 
tilelle  anK^Btellten  TerraiDstudien  richten.  Oft  nfltUpl^e  auch  irgend 
eine  neue,  erst  durch  das  Graben  lugllnxlich  (gewordene  Beobachlun;!; 
dszu,  den  anfsnga  eingeacUagenen  Weg  tu  Indem.  Es  war  daher 
sehr  angenehm  fHi  miah,  da«  der  gtsohSfisfOkreiide  AnMohoM  in 
dieser  Beziehung  npr  keine  bindenden  TorHhriflen  mit  anf  den 
gegeben,  londem  fttt  die  DarohfaliTung  des  Planes  frde  Hand  ge- 
lassen hatte.  Den  eingehenden  Berieht  Ober  meine  Arbeiten  und  die 
Ergebnisse  derselben  finden  die  Vereinsmit^flieder  und  Leser  der  Zeit- 
schrift in  diesem  Jahrgang  derselben.  Es  genflgt  daher,  an  dieser 
Stelle  kurz  hervotiuheben,  dass  es  gelun};en  iai,  durch  die  Ausjjra- 
bnngen  den  haai  der  alten  Stadlmnuer  am  .Sddofitliil^el  iin  so  viflen 
Punkten  nachzuweisen,  dass  der  kombinireuden  Erjiilniuni;  nur  noch 
geringe  Strecken  Überlassen  bleiben.  An  einigen  Stellen  wird  es  noch 
mO^iohsein,  diese  Lfleken  durch  weitere  Naehforsehungen  ausmfiiUen, 
an  anderen  dagegen  ist  jede  Spnv  der  alten  Stadtmauer  Tenebwunden. 
Die  Aasdehnung  meiner  Arbdten  snf  den  Didiehen  Abhang  de«  Sod- 
weathflgela  ergab  auch  nerthvolle  Anfachldsw  Uber  die  Fortsetzung 
der  Btadtmaner  an  dem  vestliehen  Rande  des  TyropDeonthalei.  Ihr 


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IV 


weiterer  Lauf  bil  zur  Südivesleclie  der  alten  Stadl  unterliegt  allerdings 
noch  vollatlodiK  der  Konjektur.  Indessen  sind  wii  lUiidi  die  Arbeilen 
UOBBren  Veteina  dem  allernülhiveiidigsleQ  Krturdernisa  Iflr  eine  noch 
ZD  sdueibende  Topogca|)bU!  der  Hauptstadt  larneU  und  Juda  s,  nfim- 
Itoh  die  Grenzen  denelben  über  jeden  Zweifel  binaiu  bestiinmea  tu 
kOntien,  um  einen  guten  Sehritt  alber  gekomineii. 

Auch  (Iber  den  inneren  Bezirk  doB  Sfldosthügels  haben  die  Aus- 
grabungen einiges  Liclit  verbreitet,  son-uhl  was  den  feUi^en  Ijntcr- 
gnind,  bIs  auch  was  die  auf  uder  in  demselben  erlmlieneii  Spuren  der 
früheren  Itoarbeitunj;  und  BcbauunR  anlangt.  Lm  jedoch  vuUe  Klur- 
heit  in  dieser  Hinsicht  au  si^hatfen,  ist  mindestens  eine  Arbeit  von 
,i;leiehi^m  rmti,ni{e  imthwendiw,  "le  dio  im  Wnmmtr  ISSl  von  Ende 
MilrK  Iiis  iiir tu  August  ausgeflilirtc.  I'^i  ht  dann  wird  ilicaer  vornehniBte 
Theil  doB  alten  Jeruaalem  abekanatea  Land»  geworden  aein. 

Im  Norden  von  Jemutlem  habe  ioh  ebBoMla  za  EWei  VQraQhlede~ 
nen  Malen  kurze  Zeit  graben  lauen.  Dureb  den  sistai  Vernich  wurde 
eine  bis  dahin  wen^  bekannte,  gerlluinigeQrabkamBiier  in  ihrem  Um- 
fing feetgeBtallt.  In  ihr  befindet  aich  ein  loh  bchauaner  Block  mit 
arabischen  Sobrifweiclien,  deren  EntEifferung  bis  jeut  nicht  hat  ge- 
lingen noHen.  .  Der  zneite  \'ersuch  führte  zu  einer  genaueren  Kenut- 
niM  der  Auedehnung,  welche  einet  die  sogenannte  Asncrio,  die  Stal- 
lungen dea  Johtiuniterboa[>itaLa,  unweit  des  heut^en  DattiaakusthoreB 
einnahm.  Die  Zeit  gestattete  ea  nicht,  diese  Arbeiten  nach  WuEten 
und  forden  weiter  ausEudehnen.  Es  aollen  dort  in  der  Nähe  jetzt  die 
Trammer  oineg  anderen  alten  QebBnde«,  viclleieht  der  Stephonikinihe, 
aufgeAuiden  worden  eein. 

Zugleich  kig  ea  mir  ob,  &a  eioheres  BQd  der  Siloaliinsahrift  EU 
gewinnen  und  die  Arbeiten,  welche  Buurath  Schick  im  Wintor  1880/81 
n.mientlirli  mi  der  unteren  Mllndung  dea  Tunnels  begonnen  hatte, 
ii>ii/,u-e:/,i  ii.  Si  IUI  K  ä  Beriuht  finden  die  Leaer  zu  Anfang  dieses 
Jahrgangs  der  Zeitschrift.  War  ihn  mit  dem  meinigen  vorgleicht, 
wird  erkennen,  wieweit  Schick  mir  voi^curbeiceC  hatti3.  Da  ee  mir 
gelangen  iit,  eine  TollstRndig  deutliche  Kopie  der  Inachrift,  soweit  sie 
Oberhaupt  erhalten  ist,  in  Zeichnung  und  Ciy])aihgusB  zu  liefern,  ao 
bcateht  die  Auabeule  der  Uutoinchmungen  des  \'origen  Jahres  nicht 
nur  in  topograiibiachen  Funden,  sondern  auch  in  einer  werthvollen 
Beieichening  der  hebräischen  Paläographie  und  Epigraphik. 

Ich  darf  nicht  mit  StiUaohweigen  abergehen,  dasa  der  kräftige 
Bttckhalt ,   den  ich  an  den  lahlTeiehen  in  Jerusalem  wohnenden 


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Dentsehan  hatte,  lu  dam  glflaklichen  FortguiB  dec  AvsgiabungeD  viat 
beigetngen  bat.  Vor  Allem  iat  unwr  damaliger  EoubuI,  Fniliarr 
ToH  HOkcbuavses,  »tat«  bemllht  gen-e»ea,  mir  Daeh.  alleii  Seilen  hin 
mit  Rath  und  That  hciiiistelien.  Sowohl  ihm  als  snoh  dam  EonsulatS- 
kanzk-r.  Herin  Iii  iv>>>,  nnd  J^ui  Kiirti.ljitSiUaüuman,  Harm  FAlÄMiiH 
Miiti  M,  bin  icli  ^ii  iLbhiifttüicin  l)ii;ik(;  l'ür  ihre  oft  etwieaene  Halte 
Terpflichtei.  ■  Daas  mir  tiic  langjährige  Erfuhrung  de«  HbttH  Banrath 

ScBiDK  zur  Seite  aund,  und  dsM  Beins  Untentataoi^  mir  daaAoAuig 
der  AtbeiteD  weaanlliah  silaiBlitBTto,  wu  nüi  gerade  in  der  eralen 

Zeit,  als  ich  seibat  nach  mit  dan  VerhnltniBsen  nnbakannt  war.  von 
RtosEiem  Wortbe.  Auch  Herr  Dr.  SaKDEeciky  hat  durch  uneutgelt- 
lijUe  Behandlung  zweier  bei  den  Arbeilen  verlelzlen  FellRohen  dem 
Vereine  seioe  Dienale  geaidmet.  Allen  den  Herren,  vtelcbe  meine 
Arbeilen  fruiintUicbat  gefordert  haben,  danke  ich  im  Namen  des  Ver- 
ein!) an  dieser  Stelle  aufrichtig. 

Es  war  mir  eine  angenehme  Überraacbung,  auf  der  Beiae  xa  er- 
fahren, daas  das  AiiawScdgo  Amt  des  Deuteoiies  R»ohea,  ohne  daro 
ich  apaciall  dämm  gebeten,  Duoh  an  alle  dentaohan  Konsulate  in  Sf- 
nea  emptoblm  hatte ;  denn  selbst  venn  der  AnJaH  eu  einem  besonde' 
ren  Anliegen  fehlt,  ist  ea  doch  sehr  wohlthuend,  btä  diwen  im  Oriente 
so  einfluBärcichen  Bchrirden  sofort  geebnete  Wege  «0,  finden. 

Dil'  Kij-iivn  iler  Auagcabungon  belaufen  sich  allardingB  auf  einen 
vii4  hiihi'it'ii  iit'ti'^i^.  ala  vamAuMchuM  und  von  dem  »NterenKomiti 
IMr  dieselben  in  Aussicht  genommen  war.  Bliekt  man  jedoeh  sof  die 
ErgebnisM,  ao  mflsaen  dieselben  als  dnzehaus  nielit  thBuer  erkauft 
cTSEhainen,  und.  da  naob  dem  Reohunnguibmhlau  ßli  ISSl  dar  Ex- 
peditionsfonds  noch  einen  guten  Rest  aufzuweisen  hat.  bd  wird  auch 
der  Vorwurf  nicht  erhoben  werden  kennen,  dass  der  Griff  in  die  Ver- 


I. 


des  lindes  geriemer  sin«,  ansei uger  un«  leuiiaiiei  his  iiisjier  m  unter- 
«tatzen.  Diesem  Zwecke  sollte  uncer  Anderem  ein  Vorti^  dienen, 
den  ich  Aber  die  Betheiligiing  an  der  PalSstmaforachung  von  aeiten 
unBerar  dort  uch  aufhaltenden  Landsleuie  un  iDeutschen  Verein«  cu 
Jerusalem  gehalten  habe.  Auch  durch  persOnhebe  Besprechung  mit 
einselnen  Landsleuten  in  jemaaiem  und  an  anderen  Orten  Palflstina'i 


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VI 


suchte  ich  tflr  dieses  Ziul  zu  iviiken.  loKwischen  sind  mü  von  einif^ 
derselbeo  BeitT%B  fflr  die  Zeilschiift  zugegangen,  welohe  in  den  Het- 
tcD  dieses  Jahrganifs  verfltfenilicht  werden  sollon.  Dooli  weiden  die 
Fruchte  mancher  Vembcedungen  erst  langsam  leifen.  Es  sind  dun 
noch  BoiglilltiKcre  VorbeieituD^n  noChwendig.  welche  nur  nach  und 
nach  von  hier  uus  erledigt  werden  kOnnen. 

Durcb  den  Tod  des  kuseiUch  deutaehen  Konmli  in  Beimt,  Herrn 
BRlhnNO,  hat  der  Verein  ein  Mitglied  verioten,  welohes  sich  fflr  dt» 
Gedeihen  de«elben  Uali  lebh*ft  bemdht  hat.  Andi  einer  der  Blteeten 
Freunde  des  Vereins,  Qeh.  Legstionsrath  i.  D.  Baron  lov  Altem, 
Mher  Qeneralkonsul  in  Jenualem,  ist  zu  Anfang  dieses  Jahres  seinen 
langen  und  aohireTen  Leiden  erl^en ,  um  deren  willen  er  sieh  ge- 
nSthigt  geMhen  hatte,  schon  mit  dem  Jahre  18B1  ans  dem  PalBsdna- 
verein  ausiutreten  nnd  die  ihm  lieb  gevtordenen  Sttidien,  welahe  eich, 
wie  die  Leser  der  Zeitaehrift  wissen,  hanptslehllah  um  die  Topogra- 
phie des  altan  Jerosalem  drehten,  voUaUndig  anfougeban. 

Das  Protokoll  aber  die  zahlreich  besuehte  iweite  Oeneralver- 
sammliing  des  Vereins,  welche  während  des  internationalen  Orienta- 
listen hongressea  am  14.  September  ISSl  in  Üerlin  abgehalten  wnrde, 
finden  die  Leser  H  eiter  unlen  mitgetheilt.  Über  den  Ziiwachs  der  Pa~ 
llistin^hililinlhek  Riehl  da-- Ver7cidiniss  der  seit  dorn  25.  Oktober  1 860 
Ijin  zum  VI.  Ajiril  lSb2  ein !;et,'an Renen  Bflafaer  nnd  Sehrifteu  eto. 
nilliiTf  Aii^kiMiii.  Den  jji'L-lirif ii  (Johem  sei  dw  Wtrmst«  Dank  des 
Vtrtins  an  <Ue»er  Stelle  ausgesprucben. 

Die  Prüfung  der  Vereinsrechnnng,  welche  wiedamm  die  Herren 
Prof.  Dr.  J.  OiLI>BifBisiz&  in  Bcmn  nnd  Ffarrar  Dr.  K.  Fctsbek  in 
ZQrioh  gatigst  Qbernommen  haben,  bot  fDr  das  verflossene  Jahr  be- 
sondere SchwieiigknteD.  Die  genannten  Herren  haben  jedoch  ihre 
Anfigabe  nur  mit  am  so  grösserer  Sorgfalt  erledigt.  Auch  ihnen  leL 
anfs  Beste  im  Namen  des  Vereins  gedankt. 

Leiiizig,  tS.Mai  ISSl. 

Fnr  den  Ansschu» 

H.  GtlTBB. 


Protokollarischer  Bericht  Uber  die  lu  Berlin  am  14.  Sep- 
tember ISSl  abgehaltene  zweite  GeneralTeraammlnng  des 
deutscheu  Tereina  snr  firforuhimg  PaUsUna'a. 


Dank  dam  freundlichen  Ent(?egenkummen  de»  Präsidenten  de« 
i.  inletnalionalen  Orientalistencongresses.  Hemi  Prof.  Dr.  Dlu^MAKlf 
in  Berlin,  konnte  die  statutengemSgae  UenetBlvertnmmlnng  des  deut- 
schen PalSstink-VereiiiB  im  Bahnten  der  Veriumdltingen  des  Con- 
grewes  auf  Hittvook,  den  14.  SeptenibM  Absnda  5 — 7  Uhr  im  un- 
phitheatraliBohen  HOrsaal  [No.  6]  der  UniveraitEt  ausgesehrieben  xiet- 
den.  DieBelbe  warde  von  ca.  200  Personen,  aatet  denen  sich  auch 
eine  Anzahl  Damen  and  znhlretche  ausllndiache  Coagiesamilglicdcr 
befanden,  besucht.  Von  Seiten  der  hohen  königlichen  Regierung  be- 
ehrte Herr  Dr.  QoBPfEBT,  Oeh.  Oberregierungsrath ,  die  Versamm- 
lung  mit  seiner  Oegeawait.  Von  dem  getahtftsfObrenden  Vorstände 
des  Veteins  waren  iBrnrntllaha  Mitglieder  ausser  Herrn  Dr.  Zthubs- 
MiMN-Basel  anwesend. 

Dia  SitEung  wurde  nach  5  Uhr  \oa  dem  in  Berlin  anBässigen 
Mitgliede  des  geaoMftsfOhrenden  AueschuBaes,  Herrn  Dr.  O.  Kebstek, 
eröffnet  und  auf  seinen  Antrag  das  Präsidium  Herrn  Prof.  Siicih- 
Tflbingen  durch  Acclamation  übertragen.  Das  Amt  des  Schril'tl'nhrerR 
abenahm  sodann  auf  den  Antrag  des  Vorsitzenden  Prof.  H.  Sthatk- 
Berlin. 

Der  Vonitsende  gab  inerit  eine  Cbersioht  Uber  den  allseitig 
günstigen  Stand  der  Vereinsangelegenheiten,  insbesondere  aber  die 
bisherigen  Leistungen  der  Zeitschrät  des  Vereins.  Die  Zahl  der  Mit- 
glieder stieg  auf  339 ;  die  Kassesverhältnisse  gestalteten  sieh  lument- 
libh  durch  eine  Beihfllfe  des  hohen  preulÜBchen  'Unterrichtemintgts- 
riums  im  Betrage  von       3000  so  gOnslig,  dass  derAussohuss  im 


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 ym 

Sommer  ISSI  durch  Herrn  Lio.  Giitiie  iimfasBendc  Ausgrob iingen 
m  der  Mihe  von  Jerusalem  veranBialten  lausen  konnrc.  Ausserdem  ist 
der  HGit  läni^ert^r  Zeit  getuSHle  J'lan  eitler  Auübeuiuaj;  der  iirii'nt.-iU- 
»chen.  namentlich  arabisehen.  Uuellen  für  die  io]i[jgr;iiiluc  S\rir.n< 
durch  verschiedene  Viirarheiten  spiner  VemirkliehunL-  n.Lli-T  -,  ri,d,i 

Herr  Lie.  Cii^thk  henchtei  in  längerem  Vortrag  über  die  unter 
Miner  Iieitung  vom  28.  Mäiz  bis  lum.  S. August  1881  im  SOdoelen 
Jemstlems  nnteniommeiien  AuagrabungNi'). 

Prof.  KiuTzaoH-Tobmgon  benehtet  aber  die  1S8D  im  3ilaah- 
Tunnel  entdeckte  idthebrfiiachQ  Inschnfti] .  nametitlich  aber  die  acit  der 
VerOffentliDluiiig  deTsetbeu  in  ZDPV  Bd.  IV.  p.  26(1  ff.  cingegange- 
nen  BeitrSge  mr  Entufferung.  Im  Anschluss  aa  diesen  Bencht  cnn- 
jictrt  Herr  Prof.  HAt.ftvv-l-ariB  D''3  als  Anfang  der  Inschrift  und  zieht 
zur  i'irKiarung  von  nir  </iciic  jj  .les.  .-la,  a  neroei,  wo  stMt  n'l  |(ni 
wohl  rmm  zu  lesen  sei. 

Gegen  den  in  ZDPV  IV,  ^i.  VIII  und  IX  verOffeiidiahteti  Eunn- 
berioht  wird  eine  Einwendung  nicht  eihobsn. 

]Ue^VledeTwoUl  iea  gesohsftsfühienden  AnachuHes  fflr  die  Ver- 
WHltunggperiode  I88t — 1883  erfolgt  durch  Aaekmation. 

SchluM  der  Silüuüg  V'/j  Uhr.  ' 


deutscheD  PaläetinaTereinsa). 

1  GoBPPEBT  iQeh.  0.-Ref!.-Rathl. 

2  IW.  Dr.  M.  STii,„  K  "lierlLn^ 


machten  .  die  I.isiu  nlien  Anntsi-ndun  V.  unti^rbreit^n.  So  lehlen  Prof. 
NäLDRKB  und  Prof.  EtTlKO  HUI  Slrattburg.  Prof.  IlALüTY-l'BTia  und  viele 


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6  Th.  SOBVLTt,  Lnmliiohf  tV"'"]'^  i 
'7  Prof.  Dt.  P.  A90kbbsom. 
*B  Dr.  J.  HiuiBsnEiiiEB,  Hnbbiner. 

9  Red.  Predg.  Kküj-se. 
•10  Seminarlehrer  KimiK. 

11    D.  l'AKSdIKB. 

'12  Prof.  Dr.  Lrcifs  (Jaitiee  [Uusannu]. 

13  Dr.  Wn^KBUi  Loiz. 

14  A.  lt.  Ahqb. 

15  J.  N.  Stbahshaies. 

16  C.  Leimoz.   

•17  [l'KiVi  ScjuijUEB  [Berlin). 

■IS  .Prof.]  Ndwack.  [Berlin]. 

10   Dr.  SpVUIDIIX  l'.tfJLGBUKaiOB. 

2<J  [l'ioL]  DiEXERici  [Berlin]. 

21  [Pf.l  Reimcke  [Jerusalem]. 

22  Dr.  phD.  LüESCHE. 

23  Dr.  Gkoiemxxeb. 

24  Dr.  KtaziuXK. 

25  Dr.  J.  MjLnjLVM. 

26  [Prof.]  Weiistbix  [Berlin]. 

"27   pr,  H.  HtLHESnEIUEB. 

2S  Dr.  J.  Poppen. 

29  K.  LiBBKUT,  stud.  Orient. 

30  B.  MOBTIE. 

*3f  Prof.  Meri,  Heidelberg. 

32  Dr.  J.  Lewr. 

■33  Prof.  Kaummusen. 

"34  F.  CuivSE»,  Coae.-S..  und  Paitor. 

"35  Dr.  R.  RnHBiCHT  [Berlin]. 

"36  I'mf.  Hi-.UM.  I„  KiiiACK  Berlin). 

:i7  Iii-.  I).  Ki.ii-Ti.;-  ,](,TlLn  . 

■AS  l'tol.  Sil.  IN,  Tühiii^pn. 

39  Prof.  KiiTascii,  Tübingen. 

40  Lic.  Oi'THB,  Leipzig. 


Auszug  ADS  der  Rechnung  fiber  Einnahme  und 

ül  au  ahmen. 

Jt  15  ^  Uaaaen-UesUnd  vom  Jahre  issil. 

Jf  635.  BS  ^  BOckstäiidlgi;  Jahre sbeilräOT  vü.i  IS7S— ISSij. 

-  3877.  44  -  Lautende  Jnhri'SheiträKe  von  ISsl , 

-  86.  30  -  für  1  r.xcmplarf  Jahrgang  I,  i  Jahrgang  II, 

1  JalirnaiiK  III  und  1  Ki.  I  2-^  von  Mit- 
gliedern des  Veielna  nachbtioKen. 

-  —  -  lar  Ii  Jahr^ngl.  IJalugn^U.  BJabigangin 

unu  1 1  Jshiipmjt  IV  durch  den  BnoUiandel 


Jl    ■Mli.  7S  ^  Itc 

An  VemSgen  beatlit  dn  Verein  ferner : 
Jl  Iii.  BtQck  3X  Sichiitelie  Bent«  L  IDOD  Jl  lom 

Cours  von  ~9,S0. 
-  1SÜ7.  6«  -  aStaek  :i«  Sseh^Mhe  Beate  iSM  Jl  tarn 

Ji  2005.  GO  Sjt  CuuiB  von  SU,60. 

Auaaerdem  a\i\&  iiuch  ca.  Jl.  45D.  —  an  Jehrubdtrfigen 


Die  JahicarechnunK  des  Patiiatina-Vereins  für  II 
Bonn,  10,  April  18(,2. 


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Ausgabe  der  Kasse  des  D.P.V.  im  Jahre  1(181. 

M  1314.  26  ^  fQi  Iliuck,  Lithographie  etc.  dei  Zeilachrifl  Band  IV  und 
Toa  AoddenUan. 
-tO.  TS  -    -  Budibindei-'AlbdIeD. 

Honorac,  ala ; 

.«  r>uil.  —  ^  für  ßedaction  dei  ZeiUchiift  tod  tSBI. 

-  SU.  30  -         :io  -    -  Beitrtge mr ZeiUclirifE. 

~    !4B.  S3  -  für  nusK^leKic  Fruchten.  Pord,  Telcgtunme  und  AbiehnniB- 

-  Vn-W.  'i'S  -    -  Kosten  der  Auagrabungea  in  JernnUm. 

1b(I,  —  -  -  CaasafahiunK  an  den  Bachhnltet. 

3.    1  '  -  Pickpaptor  Eur  Versendung  det  Zeitmhiift. 

.'<0,  —  -  -  Aufstellung  des  Gypa-Al^sui  dar  Siloah-Iniahrift. 

Jt  S33U.  47  ^  äununi  der  AiugBb«n. 


eingehender  Prüfung  in  allen  I'unklen  richtig  befunden  «otden. 

J.  OlJABMEietBB. 
K.  FtlBBBB. 


TerzelchniBs  der  toiu  35.  Üct.  18S0  bis  znm  2S.  AprU  188S 
tttr  die  FaUstina-Bibllotbek  eingegangenen  BSeher, 
Zeltsebriften  n.  8.  w. 


Van  Sr.  ExatlUia  dtm  *.  prnia.  Minieter  der  i/rütlicheu,  UnttnicAlt-  md 
Mtäieinalmiiiihgcnhcileii.  Hinu  von  l'uHkammtr: 
102/101.  Sammtr,  Prot. Dr.,  Anleitung lu  wisseiiflchnftlichenBeobBohtungen 
aufBriien.    Berlin.  Mittler  .V  Suhu.   ]S7i>.  s    Drei  EiempU». 


los,  Ateh'nu,,,  Prof.  Dr.  7',.  KilitinK-ihericlite  dei  Hulamschen  Verein»  der 
Provinz  Brandcnbuij;  XXIII.    211.  April  und  iJ,  Juni  p.  :(!  S.. 

a  ff.    Ke[.aratabiug.  ^. 

m.  Jip(A,  (7.  ,'o™,  I'aUf^fiiina  und  Libanun.  Geulügiscbe  Reises kizit.  Se- 
parat alidruck  aus  dem  Corresnondeniblatt  Ko.  2  der  Verhandlungen  dea 
naturb.  \'ereiiis  der  preuas.  Jibeiul.  u,  Westfalena  IbSI.  UaiTeniUU- 
bucbdruckerei  Ton  C.  Oeoigi.  Bann  1881.  8. 

riihhi:i-Ut<r.  Dr.  X,  Theodoiiui  deiitu  Urrseunetseim  MhtenTtxt 
und  der  Ilrcviarius  de  Hieroaolyma  vervoll«aBdi({l.    Bonn.  Adolpb 

Marcus  l(ti2.  s. 

Von  Iltrni  n-jim,.-R«eti,r  Dr.  Xiiiimermann  üi  Sattl: 

111.  ünlüiiance  Survey  uf  Jeruniiltm.  Made  liv  Csptoin  Oiarlei.W.  JVilten 
K.  £.  Publiahed  hy  Authorilv  of  the  I/irda  Canununionen  ofHerMR- 
jett)'« Treaiury.  ife,  gr.  f.' 

112.  PUne  EuWaTren'aAuagiabungBQ,  3S lilhogiaphirU BUtter  nnd 3 Hand- 
leichnunBcn,  daien  eine  C.  Seh{et't  Namen  tilgt. 


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Vmi  Bim  l^farrtT  G.  jBtuultr  m  floMt; 
1)3.  RöB  ini  gelobta  Lud  etc.  eto.  Run  doch  elg«nWeh  betohiisbin  auch 
kub  Dsw  atwfuhan  unnd  stwu  vennehn  Durch  Abi»  JiAob  ..Immun, 
III  ZQrich.  IfiSU.  Iii. 

I'wiJcn  RfduclioiKU.- 

[H/II  V  l)e-ttrrcid.i^üi,;.M.Hml-.hHri  fflr  ,len  Orient,  Hemusgeir.  von  dum 
<.r;i.Tiial;sL-ticii  Mufeura  iL  M'ieii  Kedigirt  von  -1.  n,.  .s>,i(',i,  fi.  Jahr- 
«ne.   Nr.  11  u.  12.    Novrimlier  und  Ueceml.er  Wien  Iv^",  — 

r.  Jahrganu-  Nr.  1  —  12.  Jänner— December  ISSl.  Wien  I SM.  — 
S.  Jahrgang.  Nr.  [—4.  Jlnner— April  ISSl.  yVien  1883,  4. 

IIB/IIT.  Nmeite  Ifscbriehten  uu  dem  MorganUnde.  Neue  Folge.  Henn»- 
m. TOD Lic  (7.  J^offinnmi.  U.JahiKaag.  Heft4— 6.  BeilinlSSU.— 
».Jahrgang,  HeHl— S.  Berlin  ISSl.  —  se.Jahisang.  Haftl.  Bariin 
IBSS.  B. 

IIH/119.  Zdtachnft  r< 
J.  I.  SdJhr  II- 

Band  III,  Heft  1.   l-ivi>-lsS2.  Uhr,  Schauenburg.  8 
1211/1!!,  Warte  des  Tcmpeli,  Keligiöses  und  politi.cheaWoohenblart  für  da« 

deutuchüVulli,  iieraiisgeir.  \'m  Fr.  Bi'l-irh.  Siutigart  ISSil,  N'r,  45— Ö3, 

—  l  —  l.  Nr  I— i2,  —  1-vJ.  4. 
lS2/l-2,(    \VI-sö.irfi^hafil.  Jahruflberirhl  ülier  die  MorgtnUndischi.n  Studien  im 


l-.'7.   Zeitichrift  d,.r  DeNt-ichen  Murgcnllnd 
von  Prof  llr  E.n'imli<i-h.  liand  :y,  Hffl  1— 4.  —  B« 
-  »and  .Hl.  lltft  1.  Lciiui^  F.  Ä.  brockhau».  S. 

V1'.L  Kevu<,  !ir(heuli>^'ii|ue  im  recucil  ili:  duvumetiui  et  de  mimoiraaetc. 
jiulilies  uar  len  iirintipnui  arch^^uliigues  frsn9aii  et  itrangei«.  Houvelle 
nitK.  21-  aniioc,  .\-XlI,  Ocl,-l)6rhr.  ISSU.  —  21< annte,  1— XU, 
Jan  vier— D^i-emlire  iv-i.  —  2:i'- annee,  !,  JanvierlSSi,  Faril 'ILibralrie 
Bcadimique  IHJier  ei  <.'"■  ,  S. 

.  Bulletin  du  Csnal  Interuceaniiiue.  '^i' an  nee.  Nr».  3t— 1^,  Paiie  1860/ 
1S5I.  —  3- anni't.  Nro,  .li>-i.J.  Paria  1>SI,  lss2.  *. 

.  Die  jadische  Press«,  Organ  für  die  Gesammtinteressen  des  Judenihums, 
1-J.  Jahrg.  Nr.  22— 3«,  Herlin  IS^l  4. 

Vun  dt„.  Verein  Jür  Krdkmu\c  i,.  Ha\U  .■ 

!in9  für  Erdkunde      Halle  s.  S.  l'-SU  u.  ISSl. 

Vnn  dir  Otographiitheii  ' 


134.  Mittheilun 

Helt  I.  Hamburg.  f  rieU 
VAh.  1>r.  T.udwig  Lcichhsrdt » 

Auftrage  d.  Geugriiph.  (i 


:u  Meti  pro  ISSu.  Mit 


xn- 


TiHtim  VwtinJBr  ErdhrniU  in  Liiptig: 
Iii.  MHdwiluDgan  dn  Verrira  für  Erdkunde  luLeipiIfF.  I^ü.  Leipiur, 
IBSI.  BtuiidMT&  HnnbU».  S. 

Fun  dar  iaii.  und  fjfn.  Orsgraphiichcn  QatlUehaJl  in  IFitni 
.  Hltüi«ilunna  der  ku>etL  und  kBiüg;1.  GeovraphUchea  OeaelltchBft  In 
WlBQ  1B8D.  Xxm.  Band.  Wien  IsCu.  8, 

To«  der  Som/U  da  la  Giographie  in  Paria: 
,'140.  Bnüstin  da  ts  SadM£  de  giinriphie.  Kwine  tine.  Tome  XX. 

JniUet— Di«.  ISSfl.  ~  Swtitaie  Tome  I  u.  Tome  U.  JanrieT— 

Sentembra  tf.81.  ». 
,  CompU  rendu  dsi  eiance«.  Stsnoe  dn  8  Junet  1882  —  S£aiice  du 

nmanl^S!.  Peru.  Impiimerie  Emil  Msrtlnet.  6. 


18")».  ^^.  I— J.  ^ 

Von  drm  Vtnin  vom  Imtigm  Grabe  in  CUlm 
146.  DaihnUgeLand.  Oigui  d.Ver^nt  vom  heiligen  Orabe.  24.Jahigsng. 
Henau.  B.  ISSu.  —  ».  Jahrgang,  Heft  1-6.  IfSl.  8. 


PersODalaachriehten  und  gesehlfUicbe  Hitthellnngen. 


AN  MitKlieder  sind  dem  Verein  tsTiiei  beigetreten : 
Bibliotheken; 

de  l'öcole  de»  langueg  orientalei  Vivantes  in  Paris  ^C^.  Seht/er). 
Landes'bibliotkek  in  'WleBbttdeo. 
UniTeisitätsbibliothek  in  Amsterdam. 

Bhanmlhol,  Dr.  M.,  in  Berlin. 

Bourgfoit,  Dr.  G. ,  Pastor  in      Creuzot,  Prankreioli. 
Chmtbruam,  VieediiectOT  in  B«irtit. 
Engel,  J.  Chr.  Ba,,  Pastor  in  Jordkiich,  Schleswig. 
Gatt,  O.,  kathol.  Missionai:  in  Gbzb. 

Ginshurg,  Dr.  in  Cherlsey,  Eneland. 

Goldmann,  Samuft,  Cunlar  in  Cii.  Kanizsa,  L'n)^ra. 

Origor,  A.  B.  M.,  in  Glasgow. 

OrUntrl,  Dr.  Max,  Docent  in  Prag. 

Hrrqutt,  Dr.,  Staatsarchiv«  in  Auiioh. 

md-thnmrr,  Dr.  H.,  in  Berlin. 

i-wi  h:St<iheim,  Oraf,  in  Beimt. 

J"Jt',  ■'^amiiil,  Commeraientath  in  Posen. 

K„m,.  Dr.  pliil..  in  Beirut. 

Kappr^,  Kaufmann  in  Beimt, 

l^wy,  Dr.  J.,  in  Berlin. 

Mtri,  Dr.,  Professor  in  Heidelberg. 

mKaüä,  Ad^f,  in  BerUn. 

Nag,  Kauftasnik  in  Beimt. 

r.  OrtoAerg,  B.,  QjrmnsMallehter  in  Verden,  Hftnnovet. 
PotAa,  Fraia,  Dr.  med.  in  Jerusalem. 
Pttn,  Pastor  in  Beirut. 


XVI 


Pici,  Dr.  B.,  Rev*  in  Allegheny,  Va. 

ItilUr,  Gmtat;  I'asKii  in  Hamburg. 

.Siiiiihl,  Thcoilor.  Archileet  in  Jenisalera. 

S<l,i/i-r,  eil.,  membre  de  l'Inalitut  in  PariB. 

ScAnwlhr,  UckHn  O.,  PffUTBr  in  Derendingen. 

SfU,  Richard,  Sind.  Iheol.  in  Lüpdg. 

Spilla-äet/,  Dr.  IT.,  in  HildsaliBia. 

Slaigir,  Missionar  in  Beirat. 

SUrmekd,  Ksufmaim  in  Beirut. 

Thoimm,  PaBtoi  in  Sterup,  ScUeswig-HoUtein. 

Vereine; 

Caiiitel- Lese -Verein   von  Günzenhausen    ;BavL'rn  ,  Pfarrer 
Stahlin. 

Vereinif^iing,  UesammtstUdtiBclie  freie,  kirchliche,  in  Merse- 

1i'al(lmei/Fr.  Mianlanar  in  Beirut. 

Wehner,  Kaufmann  in  Beirut. 

miss.  Prof.  Dr.  theol.  in  Tdhmgen. 

IFfni^r,  Helfer  in  Vaihingen  a.  Knu,  Wilrtemberg. 

Durch  den  Tod  verlor  der  Verein  die  Mitglieder: 
liiiri-1,111,  ,/. ,  l.drd  Bishop  öf  JeruBalem. 
IlirMiys,  Dr.  ./.,  l'roiesBor  in  Bonn. 
Bröuing.  Con^ul  des  Deutschen  Reiches  in  Beirut. 
de  LnA'irpe,  Dr.,  in  Genf. 
ReMob.  Dr.  O.  M.,  Prof.  in  Hamburg. 

Es  iralen  aus  : 

f.  Alleu.  Krir'jü.  üt'li.  l.!').Milrinsrath  in  Montreux  ^mit  1.  Jan.  I8B1). 

rm,nid>/.  L.,  l'larrcv  .1.  D,  in  Miltenbci-g. 

Dnm,  FrieilricA,  in  Memmingcn. 

Esgerlmg,  Superintendent  in  Weither  bei  Bielefeld. 

Kornfeld,  Dr.  med.  H.,  in  Wohlau. 

loettrential,  H.,  in  Cassel. 

Mülirr.  Dr.  J.  F..  IfennonilenprediKer  in  Emden. 
Xnilniiil.  I'aslor  in  l'oTcr^Cii]ielle,  Livland. 
von  rroskoii-clz.  Dr.  .1/.,  in  KwassiCz  Mahren). 
Schult:,  Generalsuperiniendent  in  Reval. 


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Dn  geBohOftaftthrenda  AuBsehnw  glaubt«  im  Sinne  der  Vanin»' 
milglieder  xn  bändeln,  wana  ar  ao  den  Eoninl  E^eibenB  von  MOxch' 
HADSEH  (g^enwtitig  in  Kiew]  dnieli  ün  besondeiea  Solireibea  dem 
lebhaftan  Danke  des  Vereins  ffir  die  dem  Vertretsr  desselben  nlhiend 
•einer  Arbmten  in  Jerusalem  gewihite  tlnteratatinng  Anadniek  gab. 


Bas  demTerün  gehörige  Original  emes  G^pBabgnues  der  Süoab- 
inichiift  bat  mit  gfltigsr  Grlaubmas  des  Oberbibliothebars  Herrn  Prof. 

Kkkhl  in  dem  HandachrifteniMle  der  UniTeniUUabibliothek  in 
Leipng  seinen  Platz  erbalten. 


VeTzeiohniBB  sämmtlioher  Hitglieder  des  Deutaolien  Vereins 
zur  ErfüiBoluiiig  Fal&atina'B^ 


Seine  MsjesUt  der  Bsuiscns  Kaiser  nm  'KOmo  ton  Pbevssrh. 

Seine  MajeBtflt  der  KOma  vok  WCbitembbbo. 

Seine  Königliche  Hoheit  der  Orobsherioo  vok  Mboklrnburo- 

Seine  Kniierliohe  und  Kflnigliolie  Hoheit  der  KsoNFitiNE  des  Uevtschxm 

RBiona  USD  tok  FsEuesEn. 
Seine  Durchlaucht  der  FüBSi  ton  HoHBmciLLEKIi-SroHARniOEN. 

Ahbol,  Mira,  l'rofesBor  in  Camhridge,  Nordamerika. 
Abnh,  B.  G;  SekretSr  d.  QeeellgBliaft  d.  deutachoDTempelB  inStutt- 
gart. 

Ahlem,  Fr.,  Luhrer  in  LOneburg. 

Aiifitni'n,  Arcliinionilril.  in  .leruBolpm, 

Ar,„/t.  Dr.  7/i..  Hominiiru)..TlühriT  in  Dresden. 

Asr/,m<w.  l'rofpssm  Dr./'.,  in  lierlin. 

AuerbacA.  Kr.        Italjbiiier  in  Hulbersladt. 

Attning,  l'aslor  in  Sesswegen,  Ltvlund. 

Baarli,  PaBlor  in  Kosalilz  bei  Weiweufela. 

Bardeier,  K.,  in  Iieipzig. 

BaU,  Ur.,  Ober-Consislorialralh  in  Coblenü. 

Barrelel,  J.,  l'iislnr  in  Huudevillidrä.  NpiicliAlel. 

Barli,  Dr.  J..  l'rofcasor  in  Htrlin, 

llüllig,  -ViW..  siuil.  iIii;ü1.  im  iiisi-luitl.  I'iii  srr'isominar  in  LilKem. 
V.  Baiidiiam,  Uriif,  Dr.  W.,  l'roftBBor  in  SlraaBliurg. 
Baiir,  J.,  Pfarrer  in  llielerahofen  hei  Klosterwnld. 
Bmr,  Dr.  Q.,  CoDuatorialrath  u.  Profeuor  in  Leipvig. 


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xnt  _ 

Beim,  Dr.  phil,.  Hemr.  SI.  TA.,  OynmasiiiUehrer  in  Uobera«  [Metik- 

Bi/irmaiin,  Hau[)t[iaKtc)r  an  St.  Michaelia  in  Hamburg. 
Birlmer,  Dt.  A.,  Docent  am  HabbineniamiDiLr  in  Berlia. 
Barliaaa,  Bi.  B.,  Geh.  Keg.-R«th  u.  PiofeMor  in  OOttingen. 
BtrAmu,  Carl,  Pastor  an  St.  MiohaelJl  in  Hamburg. 

BOIhaeltm: 

der  Akademie  von  NeuehUel  (fiohwd«]  Pmfwsor  B.  Ad.  Naville. 
de  r^ools  de>  langaos  orientaleB  vivantCB  in  Fuis  (Ch.  Schtftr). 
der  Hochacbnle  fQr  die  Wi»NenHchaft  des  Judcntliutna  in  Berlin, 

l'rof.  Dr.  ioairuj. 
der  iBraelidschen  CultusKemoinde  in  Wien,  l>r.  FranU. 
der  SynagogongDmeinde  in  Breslau,  Dr.  31,  Brann. 
des  Babbinei'SeminBrB  in  Beriin,  Dr.  A.  BtrUntr, 
DiOccsanbibliothek  Horabetg  (Baden),  Phrtet  Fr.  Zimmartnann 

in  Outach. 
Gymnaaialbibliothek  in  Ebingen, 
in  RoUwell. 
KOnigliehs  fiffentliehe  Bibliothek  in  Stutc^rt. 
Ludeabibliothek  in  Wioslmilcn. 

Hinistemlbiblbthek  in  .'<i.'liKfl'li:uH<'ii .  C.  A.  ^AloM,  Hairer, 
öffenlliohe  Bibliothek  in  Ikisi.],  Dr.  Sfeier. 
•     -  -         in  I*yden,  Holland. 

in  Oxford,  Dr,  Neubaaer. 
Stadtbtbliotliek  in  fixaktntt  ft/tbin,  Dr.  Käumm. 

in  Hamlnii^,  Dr.  Iiltr. 

in  Maini,  Dr.  yiUe. 
UnivBisitUabiblLothek  in  Anuterdam. 

in  Dor,.at. 

-  in  Hdlo. 
in  Leipz^. 

-  in  Marbnig. 
in  Prag. 

-  in  Stntiebnig. 
inTablnKsn. 

-  in  Utrecht. 


XX 


ISicktU,  l)r.  G.,  l'rolBSSiir  in  Innsbruck. 

Blm:^.ulJ„il,  Dr.  31.,  in  Hcrliii. 

RoM,  l)r.  E..  ProfosGiir  in  Wien. 

liMhrmij^r.  !„mwnw/,  in  HönnLglieiin,  Wnrtlembern. 

J-.  BMwyt.  Dr.  O.,  linla.  niB».  Stuntsruth  in  Jens. 

Ihimarl:,  P. .  l'laiTcr  in  Manebach  bei  Ilmenau. 

Bonicelich,  Mag.  JV.,  Düccnt  der  Theolugie  in  Dorpat. 

Boiirgtmt,  Dr.  O.,  Pastoi  in  Le  CieuEot,  Frankreich. 

B.  Bndme,  Qnf  tsa  Goome  Ijei.  Friesuk,  Huk  Brandenburg. 

Brmin,  Dr.  /..  Landes-Advooat  in  Prag. 

B™ä,  Dr.  yfrfo;/',  in  Frankfurt  a/M. 

flHifi/«,  Lic.  C,  l'rufcssDr  in  Kunn. 

nnrrilnirdl.  Dr.  C.  F.,  Alt-UOrs-crmciater  in  Dasei. 

}li.yrkliaritl-Zahn.  Ed.,  Kaufmann  \\\  Basel. 

Cahuii-h.  ]")r.  |ihil.,  Hi.u|>t]>as(ür  an  S(.  Jaeobi  in  Hamborg. 

r.W,  Dr.  Ih.  l:,  l'rüfessor  imd  Pastor  iu  Berlin. . 

Chaplm,  Dt.  med.  ySom.,  in  Jetuaalcm. 

ChapuU,  Dr.  P.,  ProfesBor  in  Lansanne. 

Chiwlmam,  Vioediiector  in  Beirat. 

Chwolirm,  Dr.  Dan.,  wirkl.  Staataratb  und  Professor  in  St.  Petersburg, 

Claiatiii  Consistorial-Batb  in  RrQKge  bei  liordesholm  (Holatein]. 

Dallon,  Consistorial-Rath  in  St.  l^elersbatg. 
Ddllsich,  Dr.  Frma.  Professur  in  LcipKiR. 
Dieckmami,  It.,  faslor  in  Hcggerow  bei  Demmin. 
i  a  Berlin. 

Diitmer.  ur,  phil..  Äsironom  und  Ingcninur  in  Charlottenburg. 

Dübel.  Dr.  Fricdr..  Archl\-Br  in  Augsburg. 

Darr.  IV..  U)  Bonn. 

Duubera.  FF.,  in  Jerusalem. 

Eben.  Dr.  (?..  Professor  in  Lcipi^. 

Eckiirdi.  K..  y.&aa.  ihom.  in  Molitow  bei  Treptow  a.  E.,  Pommern. 

Khhujrr-rifign  in  ÜÄ.iel. 

i;im;icr.  iir.  mirii.         .-iiiiiiuirzt  in  Jerusalem. 
Eiimlolir,  Dr.,  I'rufoaaur  in  Heidelberg. 
Engil,  J.  Chr.  Ba,,  l'astor  in  Jordkirah,  Safaleswig. 
Eutiiy,  Viof.  Dr.       Oberbibliolheksr  in  Strasabnig. 
Faier,  IK-,  Superintendent  in  Mansfeld, 

FaArngrtiBer,  Jahatm,  Aushilfspriesler  in  Gerersdort,  Nieder-Österreicb. 
Fay,  F.  R.,  Pfarrer  in  Crefeld. 


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Ffhr.  Dr.  Fredrik,  Prediger  in  Stookholm. 

FiU,  Dr.  Win.,  ÜvmnaBinliehterinCQln. 

FUächtr,  Dr.  H.  L.,  geh.  Hofralh  u.  I'rofessor  in  Leipiig. 

Flotchaer,  Dr.  theol.,  Oberlehier  in  Beuthen. 

Ftrtbmam,  Hr.;  Kbliothekar  in  Leipiig. 

Rim,  Sr.  O.,  Piofenor  in  Stnttgut. 

J^Voni,  Dr.,  Rabbiner  in  COln. 

firtKlitt,  Dt.  E.,  GTinn.-Obailehrei  in  Dreadsn. 

Fhmimt,  Futor  in  Wenabe  [Polt  Sandstedt  bei  Bremen) . 

Pmligtr  J"  Camp.,  J.,  in  Jenuolem. 

Fmrtr,  Dr.  K.,  Pfarrer  in  Zürich. 

Gall,  G.,  kathol.  ^lissiunor  in  Ouza. 

Gautier,  Dr.  Liraen.  Professor  in  I.aiisaiiLli-. 

OildemriiUr,  Dr.       ProfeBsoi  in  Bonn. 

Oimbarg,  Dr.  in  Cheitaej  (England). 

Gmihmy,  Bev'  Oi.  in  London. 

Gladroa,  Zahnarzt  in  Beirut. 

Godet,  Dr.  F.,  ProfesBor  in  Neuchatel. 

dt  Gotje,  Dr.  M..  Professor  in  l^ydcn. 

GoldziAer,  Di.  7..  DocenC  an  der  Univeiailät  in  Budapest. 

Güldmann.  Samuel,  Cantür  in.Or,  KaniiBa,  Ungarn. 

Grur/it,  Dr,  R..  Professor  in  Halle. 

Grael:,  Dr.  W.,  ProfeBaor  in  Bresku. 

Grigor,  A.  B.  M.,  in  Glasow, 

Oroummn,  Lic.  Dr.,  Snpetintendent  in  Orimma. 
Orünhaim,  Dr.  M.,  in  Mfinohen. 
Oriburl,  Dr.  Dooent  in  Prag. 

Grutult.  Dr.  F.  J.,  Oberlehrer  in  Dresden. 
GiilAe.  Lio.  //..  DoconI  in  I^ipiig. 

Hagmmeyer.  ev.  Pfarrer  in  OtosB-Eicbliolaheim,  Baden. 
Hagrrup,  H..  Biiclihflndlcr  in  Kopenhagen, 
Halhrslumin.  S.  J. ,  in  Bieiiti,  Oestreich. 
HaU^y.  J.,  Professor  in  Paria. 

Harhivg,  Prof.  Dr.  A16.,  Bibliothekar  an  der  k.  «iffentl.  Bibliothek  ' 

St.  Fetenbnig. 
Bamaek,  Dr.  jlä.,  FrofeMor  in  Giessen. 

Biaimam,  Dr.,  Eaniler  dea  küa.  deniMhan  Conanlats  in  Beirut, 
fftftir,  ßaver.  Dr.  A.,  In  TVanküirt  a.'Udn. 
Hthtriä,  Dr. ,  Profeaaor  in  Harburg. 


XXI 1 


IhlU,  Dr.  F.  W..  in  Jaiicrnig.  öiteir.  Sehl«aien. 

Jlfjnann.  l'hrrOT  im  PruscIytenbsiM  in  Bwel. 

Ileriiutl,  Dr.,  Slaatsatcliivar  in  Aurieh. 

Heuch,  Pastor  in  Schwerin. 

Heiathr,  O.,  Pfuier  in  Basel. 

Hildahtimtr,  Ot.  J.,  Senüntidireetoi  in  Bcdin. 

Hildahtimer,  Dr.  H.,  in  Berlin. 

Hiklaheimci;  A..  in  Halberstadt. 

Hildesheimer,  Lern,  in  Odessa. 

fllmpel.  Dr.  F.,  Professor  in  Tobingen. 

r.  llilrmi;  }!..  kiiia.  riiss.  wirkl.  SWatsratli  in  Petersburg. 

Ih.ffmiinn.  Lic.  C..  Sui.criiilcadont  in  fraiiendorf  bei  Zollchow,  E.- 

Ilofmana,  CA..  Vuislcher  lies  Tempeli  in  JaruBslem. 

nofmann,  Dr.  O.,  ProfeBSor  in  Eiel. 

HoUaAtrg,  J.,  OynumBiol-Oberlehier  in  Moera. 

Hammtl,  Dr.  Frih,  Bibliothekar  in  München. 

HoemU,  Dr.  A.  F.  Rudolf,  Offg,  Piineipal  Mtdtsnli  Calontta. 

Ulis,  Stefan,  'i.  Z.  anC  Reisen. 

von  IngeiiAeim,  Graf,  in  Beirut. 

Jiijfr.  Samtirl.  Commerzienraih  in  Posen. 

Jllgcr,  Tmius.  liiichlilndler  in  Basel. 

Jiiiniir.  W. .  Pfarrer  in  Bornum  bei  Seeaen,  BraiuUwhneig. 
Jiiniu.  Dr.  juris,  AdvooiLt  in  Frankfurt  a/M. 
Kaftim,  Dr.  J.,  Profeasor  in  Batet. 
Kumt,  Dr.  phil.,  in  Beirat. 

KalUteoda,  OOnlier,  Abt  des  Benediktineratifta  Raigem  bei  BrOnii. 

Kabnui,  JuUiu,  in  Berlin. 

Kaempf,  Dr.  S.  J.,  Professor  in  Frag. 

Kamphaiatn,  Dr.  A.,  ProfessoT  in  Bonn. 

Kappa,  Kaufmann  in  Beirut. 

KaOaxbuieb,  Dr.  F.,  Professor  in  Oiessen. 

Kaujinann,  J.,  Buchh&ndlsr  in  Frankfurt  a/M. 

Kaulaek,  Dr.  E.,  Professorin  Tabingen. 

Kenten,  Dr.  phil.  0.,  in  Berlin. 

Kiepert,  Dr.  B.,  Professor  in  Berlin. 

Küpert,  Dr.  phil.  R.,  in  Beriin. 

Kmd,  Dr,  A.,  Diakonus  in  Jena. 

Kimler,  Adofyh,  Ptamx  im  Missionshans  in  Basel. 


Klaihtr,  Dcbiin  in  Göppingen,  WOrtlemberg. 
Klein.  Sladtpfarrer  in  Pfotiheim. 
Klrin.  llev.  F.  A  ,  ia  Sigmaringeii. 

Kiicucker,  Dr.  J.  J.,  Pfarrer  in  ZiegBlhauBGD  bei Heidelbe^. 

Kober-Gobaf,  P.  J.  F.,  in  BaBel. 

Köch.  A.  W.,  HoCprediger  ia  Sofia. 

Ksgtl,  Dr.,  Hofprediger  in  Berlin. 

Eahkr,  Di.  A.,  Piafeewr  in  Ecltuigeti. 

Xol,  B.,  Buildei  in  Ctraeht. 

Xon^,  Dr.  J.,  ProfeiaoT  in  Frübnig  i.  Br. 

Kötäg,  Lic.  Dr.  E..  Oberlehrer  □.  Docent  a.  d.  UnirersitSt  in  I/sipug. 

Korlm,  Pfarrer  in  Rölsdorf  bei  Düren. 

KraffI,  Dr.,  Professor  in  Bonn. 

KrOJie,  Dr.  pbil.  Ed.,  Stadtscbulingpektor  in  Berlin. 

Kramt.  Alir,,  Pitstor  an  St.  CatharinA  in  Hambnlg. 

Srthl,  Dr.       Professor  und  Oberbibliolhehar  in  Lüpiig. 

Srtiikil,  Bi.  Max,  in  Dreyen. 

Ei^itr,  Dr.,  Professor  in  Tabing«. 

XOper,  Dr.,  ConnaUirialratli  in  Stettin. 

de  Lagarde,  Dr.  F.,  Professor  in  GBttdngen. 

Landgrüff,  Dr.  TA.,  in  Heidelbei^. 

Langt,  Hegierunga-  und  liauraib  bei  der  dculsohen  Qesandtsoluift  in 
Washinglon. 

Xanä,  H.,  RiCtsrgntsbesitzer  in  Lohausen  b/ Kaiserswerth. 
Laos,  Dr.  J.,  in  Berlin. 

Legding,  Superintendent  in  Oeveisdorf  a/d.  Oele  (Hitnnover). 

Legrer,  Pfarrer,  Plochingen  fWartlemberg) . 
Licfilenilein .  Dr.  Alb-,  in  Valironwald  bei  Hannover. 
Limhifr.  Dr.  Br..  Docent  an  der  Univerailül  in  Leipiig. 
Lomngc.  Dr.  med.,  in  ücinit. 
I-nylreä.  künigl.  dSnischer  Vice-Consiil  in  lieirut. 
J-iilge.  H..  Pastorin  Amslerciam. 

LSIlicht,  Vice-Consiil  des  deuischen  Ileiches  in  Damascns. 
Liitlke,  M.,  Pfarrer  in  tichkeuditz  bei  Hall&a/ä. 
LaiunldrcAm,  Arnold,  Orientalist  in  Leipzig. 

MOrchr,  JVons,  eistet  Lehrer  an  der  deutsch-« rang.  Sohnle  in  Jeru- 

ifarti,  lÄc.,  Pfarrer  in  Bnua  im  Kanton  Baoslland. 
Magtr,  Dr.  phiL,  A.,  PcofeHOC  in  Lüpaig. 


xx.iv 


Mehntrt,  O. ,  io  Dresden . 

Men^l,  Dr.  A..  ProleBsor  in  Üonn. 

Merx,  Dr.,  Professor  in  Hciüclbetg, 

dl  Metiron,  H.,  Pastor  in  St.  BLaiae,  Canton  NcuohLtel. 

Meigar,  SemiiuuephoniB  in  ScliBnClial,  WflrUemberg. 

MiehaOü,  Ado^,  in  Berlin. 

Mieteher,  B.,  Pfarrer  in  8t.  Qallen. 

V.  JUoltiä,  Graf,  Exo.,  FeldnuLTSohaU  in  Beclin. 

MüneiAtTs,  Dr.  th.,  ArebidiakonoB  ftn  St.  Nicolai  in  Hambnig. 

Slaads,  A.,  engl.  Prediger  in  Budapest. 

MSHtau,  Dr.  F.,  hais.  rusH.  Staatarath,  ProfesBor  in  Dorpat. 

Müller,  Dr.  A..  Professor  in  Halle. 

V.  MuncMiaustn,  Freiherr,  kais.  deutschet  Consul  in  Kiew. 
Münk,  E.,  IlabbinataasEesBor  in  Altona. 
Nqiitr,  Fitdtr.,  in  London. 
Nayitr,  W.  B.,  Bev.  in  London. 
NeitU,  Dr.  E.,  Diacoaus  in  MamingeD,  WOriembetg. 
Neumann,  Dr.  W.  A.,  Professor  in  Wien. 
Ney,  Kaufmann  in  Dcirul. 
JVierfffi,  Dr..  OeneialBiiiierbtendeol  in  Coblent. 
NnUIrke-,  Dr.  711.,  l'rnfessor  in  Strassburg. 
Nowack,  Lic.  Dr.,  in  Herlin. 
Oorl.  Dr.  H.,  Professor  in  Lcjden. 
0.  Oreüi,  Dr.  C,  Professor  in  Basel. 
t.  Orimbtrg,  E.,  OymnasiallehrBr  in  Verden,  Hannover. 
Olgoed,  Honard,  ProfeHor  in  New- York. 
Afai,  Dr.,  OymnasiaUehm  in  Maonlielm. 
Pahttr,  F.,  Vorateher  der  engUHoben  Zionuclmle  in  Jenualem. 
Paul,  Haar.,  Stodtrikar  in  Scbwetüngen,  Baden. 
Paulm,  Dr.  J.,  Pfarrer  in  Cleveraulabaob  bei  Neuenitadt,  'Württem- 
berg. 

Pcmha,  Pram,  Dr.  med.  in  Jerusalem. 
Fön,  Pastor  in  Börat. 

Poinbut,  Pfarrer  am  OroBsmUnater  in  ZDrioh. 

i%>%H,  Dr.,  ProfesBor  in  Hoatock. 

Koäoi,  AnbidiakonnB  des  EreuzkloKers  bei  Jenualem. 

Piek,  Dr.  B.,  Bev.  in  AUegheny,  Fa. 

Fnmirk,  S.,  Pfarrer  an  St.  Alban  in  Baael. 

Aüiz,  H.,  zweiter  Lehrer  an  der  deutsoh-erang.  Sohule  in  Jsruaslem. 


Jiym,  Dt.       ProfEUOT  in  Bonn. 

JbfinMr,  Sf.  S.,  IKtedor  in  Ju«]>,  Bnndtnien. 

Samii»,  JiUitu,  Profenor  und  StiftibibliaUiBku  in  Zins,  Ungntn. 

Rrlnicke.  I.ic.  De,  ovangcliflcher  Pfarrer  in  JarmalBm. 

R.;'«h,  Dr.  /•*.  //..  Professor  in  Bonn. 
RtHX'.  Dr.        i'rolVssor  in  Strassburg. 
Ei,-hltr,  Dr.  /.  F.,  in  London. 
Rifhm.  Dr.  E-,  Professor  in  Halle  a/8. 
Ritts.  Dr.,  Domkaiiitular  in  Rottenbtug  «.  N. 
Riggenbach,  Dr.       FrofeEsai  in  BbmI. 

Riltchl,  Dr.  ..tUr.,  ConÜBtotiftlntii  n.  ProfesBOt  in,  QOttingrai. 
Sitttr,  Onla«,  Pastoi  in  Hamhnrg. 

Rakricht,  lic.  Dr.  lUinhold,  Oberlehrer  am  Humboldtggjtmnwum  in 

Berlin. 

du  lioi.  All.,  ObGranitsticlitct  in  Wollecbilltel. 
Äipe,  H.,  Paslor  un  öt.  Jacolii  in  Hamburs. 
R/Uch,  G,,  Pfarrer  in  Heunariagen  im  Brenithiil,  Wg, 
e.  Bmih,  Baron  F.,  Dooent  in  Fetetabnrg. 
e.  JtolA,  Dr.  S.,  Profenor  in  Tflbii^. 
Rathe.  H.,  Seminarlcbrcr  in  Cammin.  Ponunem. 
Rolhüti«,  Lic.  Dr.,  Gymnüsiallohrer  in  Elberfeld. 
Ufthrhi.  Dr.  /;.,  D,.Mn  ii,  l'rofessor  in  Horn. 

RysM.  Lic,  Dr.  I'.,  (HiLTloiirer  u.  Dooent  a.  d.  UniveisitSt  iaLMpHg. 

Snrh&r.  Dr.  f.".,  ÜymnaBiallplircr  in  l'own, 

SunSerg^r.  ObcrliclfiT  in  Tüliinjjen. 

Sandel,  V.n»hir.  .\rt!uli>i-t  in  JciuBalem. 

Sandreczki,  Dr.  med-,  in  Jerusalpm. 

SanJraski,  Dr.  C,  in  Pawau. 

Saraän-BinA^,  Tütador,  Eanfmum  in  Basal. 

Seratm-Sltiliti,  Ibid.,  Kaufmann  in  Baiel. 

SaUUr.  Dr.  E..  Privntier  in  lluntem  b/Zflrioh. 

Srhaf,  Rev^.  Dr.  Phil.,  ProfeHBor  in  New-York. 

Sr/ianz,  Dr.  P..  Professor  in  Tübingen. 

Schaplra,  Alei.,  in  fiaia. 

Schapi,.,.  M.  r..  »Viehhändler  in  Jenimlcm. 

Schifrr,  Ch.,  membrc  du  l'lnstilut  in  l'aris. 

SiAcgg,  Dr.  P.,  Professor  io  Münehen. 

Schiel!,  Canr.,  kOnigl.  waittemberg.  Baurath  in  Jemsalen. 

SeUtidm,  Dr.  B,  C,  in  Hambnig, 


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XXVI 


Srihiimatm,  Dr.  C,  ProfwBor  in  Halle  a/8. 

SekmMl,  K.,  Lic.  theol-,  Putoi  in  Slenibeis  {Mecklenburg}. 

SchmolUr,  Dekan  0-,  PfamiT  in  DsTendingen,  Wflittambaig. 

Srhimhl,  K.,  l'ro|istpi-C'oo]iorator  an  der  VotiTkiraho  in  Wien. 

:S^/(-;(r«;r,  K,iiilm;i.ii,  in  JcmsHlem. 
Sr/,rml.r.  1)1-.  !■:..  )'.DlV:SÄ,)r  in  Berlin. 
Sc/,rol«eicr,  Dt.  II'-.,  in  Bonn. 

ScArofder,  Dr.  P.,  kaiBerl.  deuUchor  Konsul  in  Brirat. 

Sehmder,  Dr.  phil.  (?.,  in  Leipzig. 

SehuUe.  Dr,,  Pfarrer  in  Erwitte  b/I/ippstadt. 

S'-hfirer,  Dr.  A^.,  Professor  in  Oieeaen. 
Srhiar:,  G..  IJireetor  der  Deutschen  Sehule  in  Beirut. 
Seriemann,  II.,  Direetor  des  livl.  LandeSgymnudöm»  in  FelUn. 
.W,  ().,  llillsK.'i-lili'l.cr  in  \.v\iv,\^. 

Ilichard.  tlicol.  in  LcipKifr. 

Si^f/fried.  Dr.  A'„  l'rol,  in  Joim. 
SIevrking,  Dr,  jur.  «e™.,  in  HamljuiK. 
SitvtTi,  G.,  Pastor  in  Woistenthin  bei  Oobair,  Pommern. 
S<gri»t-WA»r,  C,  Kaufmann  in  Beirut. 
Sound,  Lic.  Dr.  Rad.,  Profetsor  in  Basel. 
Sorin,  Dr.         Piofessor  in  THbinRen. 
Somnie'-.  Dr.-/  (•'..  I'rijlra-r.r  in  KdoiEsberg, 
SpalcA,  l'lEirror  in  DcKcnfcld  bei  Scliwfib.  QmOnd. 
Sjiitla-Bn/,  Dr,  IC,  in  HiUleshcim. 
,S>r^"y«-,  T)r.        in  Hpidtllirrn. 
.■<lm/e,  Dr.  It..  IV(ir,'smir  in  Uiessi-n. 
Staekelm,  Dt.  E..  l'farrcr  in  Bahcl. 
Slatgtr,  Missionar  in  Beirut. 

Skek,  R,,  Pfarrer  an  der  refanmrten  Gemeinde  in  Dreaden. 
Sleffeiaai,  Dr.,  Professor  in  Basel. 

Siehier.  Dr.  //.,  l'rofessor  in  Zürich. 

Sleagteiii.  itoicliaanwalt  in  Lci]iziK- 

Slennctel,  Kanfmann  in  Beirut. 

Slü-kel,  Dr,  J.  G.,  I'n.^s^,,,  in  ,1,.,,... 

Sftwjbneycr,  Dr.        Anti-tc,.^  und  l'rdti'süor  in  Baael. 

SIrack,  Dr.  ffrnn.  L..  Pri)IVf:sut  in  Ikrlin, 

Strauu,  Dr.  F.  A..  HcifpreditTfr  in  Potsdam. 

Slrat,  Dr.,  Gyina»sialilitoctor  in  Colberg. 

S%Uze,  Dt.  E.,  Pastor  in  Dresden-Neustadt. 


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 XXTI)  

Siirioei,  Dragoman  des  kaiserl.  deutech.  ConsiÜBto  in  BaiiuL 

TJionuen.  Pastiir  in  Steriip,  Schleswig-Holatein. 

rtorli-cke,  Ur.  //.,  l'rofcääor  in  Heidelbei^. 

Trump/),  Dr.  phü.  E.,  PrafeBsor  in  Hänchen. 

>.  ü$tä>ou),  BsTou  Plaio,  in  Jafo. 

Fsltloa,  /.  },  F.,  FrofessoT  in  Groningen. 

AllinDce  inmä.  universelle  in  Paris. 

Capitel -Lese -Verein    Ton    Ounse&liBUBNi    (Bnyem),  Pfarrsr 

smim. 

Capitel-I^sc-Vvriön  von  Itothenbuig  &/Tauber  (Bayern),  Pfarrer 

Bruglif/ifr. 
Deutscher  Verein  in  Jufu. 

LesegeaellecliBft  «uur  Harmoaip.  in  l'ri.nktui-  .i  M  ,  Il<u,-. 
PalcBÜne  Exploration  Funii  in  LoniUin. 

PaatOTal-OeaeÜBchaft,  Auhttlt-Desiiauische .  .^rchiili^cunu»  /yemr 
in  Desoau.. 

Predigeiversln  Ton  Broiitedt,  Pastor  V.  Sciroeltr  in  Broistedt, 
BransBchweig. 

Vereinigung,  QeBammlslOdtiHclie  freie  kirchliche,  in  Heneburg. 

Vischer- HaualtT ,  Dr.  W..  l'rüfeaäor  in  Hasel. 

Vitchtr-Sara$m,  Adolf,  Kaufmann  in  liBsel. 

yagil,  A.,  Pfarrer  in  Hohen-Rainkendorf  b.  Tantow,  Pommern. 

ViAA,  Dr.  W.,  kaia.  nus.  Staatmth  und  Frofesuir  in  Dorpat. 

VmBtumitT,  Dr.  H.,  Professor  In  Lausaime. 

Wadurnagtl,  W.,  Rar.  Prof.  in  Allentown,  PeansflTanien. 

Wagntr  tf  DAt*,  Qeographiselie  Anstalt  in  LeipEig. 

Waldmet/er,  Hisüonar  in  Beirut.  - 

Wthner,  Kaufmaan  in  Beirut. 

IIV„,  Dr.  //.,  l'iüf.  thcul.  in  Tübingen. 

rrrMn,««!,  Ur.        l'rofesBor  in  Greifswald. 

We^zil.  Dr.  phü.  H.,  in  Oxford. 

Wtmer,  Helfer  in  Vaihingen  a/Kns,  WOrttembei^. 

Wutr,  Lic.  H.,  Paalor  in  Berlin. 

Wigrich,  Pastor  in  Arrasoh,  Livland. 

Wiigand,  Pfarrer  in  Sahiiprathen  bei  Serkenrode,  Westfalen. 
RTot&r,  Dr.,  Conaistorialntlt  nnd  Profeasor  in  Oreifkvald. 


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XX  Vitt 

Vilion,  Charlr^  W..  Major  R.  E.  jn  London. 

Wille.  Lundgcrithtsdircklor  in  Brceiitu  und  Mi^sd  det  KeiehsUges. 

Wi^lf.  Dr.  r/...  Mtadt|.farrcr  in  Tflbinfren. 

Wolhm,  Itev.  n.  F  ,  in  .Irrus^tlpm. 

IlVigil.         (I',  l'Li.li'S-iiii  in  Ciimhriaüf,  l-;nL.-lj.nd. 

Zarl,  Dr.,  Uymnasiallehror  in  VürBtcnwalde. 
Zeller,  Bev.  J.,  MiBÜoiiar  in  Jerusalem. 

von  Zuien-ScSwtrm,  Graf  xu  Imovr  bei  Clsmpenov,  Kiüs  Andtm. 
Zäamtmumn,  Dr.  C,  in  Basel. 

B,  ZiofUn  von  Nyevelt,  OiaT,  kOnigl.  niederUnd.  Oesandtet  in  Wien. 


OeBofaloBsen  am  22.  JanE  I8S2. 


Die  Bedactlon. 


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Bericht  Ob«*  meine  Arbeiten  am  Siloalikaiial. 

Von  Bauratb  C<  Bohlck  in  Jerusalem. 


Um  die  Sohtrierigkeiten ,  velche  dem  Kopiren  der  SiloRh- 
inBchrift  im  Wege  Standen,  zu  heben,  wurde  mir  im  Sommer 
1SS0,  unter  Dezn|^ahme  auf  die  deabalb  von  mir  gemachtenlVor- 
sclilaffe,  vom  Deiitsclieii  Vorein  zur  Erfowchung  FalSstina's  die 
Siiinme  von  HU(i  Mark  und  später  noch  ein  weiterer  Kredit')  von 
öiiU  Jlark  anffi^nipsen.  Ha  mir  Herr  Archiraandrit  A>-tonin  von 
hier  —  ebenfnllK  Mit),'lipii  iiimoreK  Vereins  —  bei  einer  liesichti- 
Ifunjf  iiit'iiitT  Arlieiteii  noeli  IO(i  fr('^.  zur  l-'ort-iul/.uui;  ilcr-i'Ilieu 

Summe  anzugreifen,  zumal  da  Ende  März  1SS1  Herr  Lic.  H. 
GuTEiE  hier  eintraf  und  den  Weiterbetcieb  der  Arbeiten  in  seine 
Hand  nabm.  Letzterem  habe  ich  eine  dettiülirte  Kechnung  über 
meine  Ausgaben  überreicht,  und  ich  berichte  hier  nun  kurz,  was 
ich  damals  gethaii  liabe. 

Teil  hiitte  die  Arbeit  gern  schon  im  Sommer  l  B&O  begonnen, 
musstc  aber  bis  Anfang  November  warten,  —  f  ine  VeizÖncrung, 
deren  Gnind  tlieiliveise  darin  lag,  dass  itli  iifters  unwohl  und 
zugleich  mit  anderen  HenifsffcNcbilften  überladen  vui,  also  keine 
Zeit  fand,  theihveise  und  haupls  iichli  ch  darin,  dass  ich  eine 
Art  Erlaubnis»  von  derLocalbehörde  zu  diesen  Arbeiten  brauchte. 
Direkt  um  eine  solche  bei  der  MunidpaliUlt  nachzusuchen,  wüte 
so  viel  gewesen,  als  die  Sache  fibeihnipt  nnmSglich  machen,  da 
die  Effendts  keinen  Sinn  für  dergleichen  haben,  wohl  aber, 
wenn  sie  allenfalls  eine  Inschrin  oder  etwas  Ähnliches  wittern, 
ein  grosses  Geschäft  zu  machen  hoffen.  Ohne  jegliche  An- 
frage die  Arbeit  zu  beginnen,  hätte  gleich  Hindernisse  hervor- 
genifen  und  für  die  Zrikunft  alle  weiteren  Arbeiten  unmöglich 


1)  S.Z1)PV.  IT!,  p.  XXI.  XXV. 


2 


gniiiiiclil.  ho  war  icli  genothigt,  me  dies  überhaupt  bei  allen 
luo  mi  I.iiinlt  i<.  Gel^enheit  und  einen  passenden  Zeit- 
puiikl  ii1i/inMiiloii,  Dieser  Zeitpunkt  kam  denn  auch.  Derl'ruüi- 
Ueiit  iki  MimKi]ialitat .  ein  peRCii  die  l'.urojiacr  iinfreuudlich 
gcsinuttr.  der  alitiirkifehcii  Parioi  imuehoreuder  Mann,  starb, 
lind  eui  iiiildi'v.  um  bulreuiideleT  Mann  "  urde  sein  ^achfolgcr. 
so  da.ss  ich  vuu  dieser  heite  kerne  Opposition  mehr  zu  Iwfurchten 
hatte.  Zudem  «BT  esHerbBt,  ivo  das  Wasser  in  Jerusalem  rar 
virA,  IVO  beinahe  jedes  Jahr  die  Wasserveisor^ng  der  Stadt  zur 
Sprache  kommt  und  auch  an  der  Wiederherstellung  der  alten 
Waeserleitung  von  ilen  f^alomoteichen  her  K'earbeilet  zu  «  erden 
pflegt.  So  ging  leh  denn  zum  Drairiiman  dc.~  1  [ischa  und  sagle 
ihm,  da«S  ich  m  der  Ligenselialt  als  ^^tadtbaumeislcr  mit  licn 
Wasserangelegenheiteu ,  besonders  mit  der  U  asserleituug  voll 
den  SalomoniBoheaTeiohen  seitJahren  zu  thuu  gehabt  hatte  und 
dadurch  nun  Studium  der  alten  Wasserwerke  angeregt  worden 
ivare.  Dei  Siloah  wäre  mir  uocli  Manches  unklar;  ich  mocht« 
daher  den  sehr  verschlammten  leich  nnd  Kanal  rcmigen  und  bei 
dif.-ev  ("elefjenheit  alles  naher  untersuchen.  Hierzu  bato  ich  um 
die  Lrlaubiiii.-  ."meiner  E_\eellenz  des  l'ascha.  Er  antwortete  mir, 
heute  sei  jtrosser  Divau,  imd  danim  der  l'aselia  in  dieser  Anfte- 
legeiihcit  mclit  zu  .'jirecheii .  aber  er  ivolle  es  iiacb  der  J^itzung 
vorbringen  und  mir  dann  morgen  Hescheld  sagen.  Als  ich  am 
nächsten  läge  kam,  sagte  mir  der  hecretair:  "Alles  ist  abge- 
micht  i  Si«  balKii  £rlaubiiiss ,  am  Siloahkanal  zu  thun ,  was  Sie 
furgutfindon.  Nur  wenn  etwas  gefunden  iriid,  müwen  Sie  es 
anzeigen ;  der  Fasoha  verlKsst  sich  auf  Ihre  Ehrlicbkcdt.  Xän 
Salilijo  fl'oliieidiener;  steht  Ihnen  jederzeit  za  Gebote,  wenn  die 
Leute  Ihnen  ISclinicrigkeiten  macheu  sollten  I>    Was  wollte  ich 

Ale  ich  sodann  hinunter  ging,  um  EU  sehen,  was  zunächst 
uiizugreifcii  wäre,  den  Leuten  mein  Vorhaben  mittheilte  und 
.\rbeiter  verlangte,  waren  sie  nicht  nur  daiu  bexeit,  sondern 
segneten  mich  für  eine  so  wohlwollende  Absicht.  Binen  «Sabtije> 
brauchte  ich  nicht.  Aber  nicht  nur  der  Teich  batt«  einen  0,70  M. 
hohen  verdichteten  Sohlammbodensate,  sondern  auch  der  Kanal, 
durch  welchen  das  Wiueei  zur  alten  Kühle  abwärts  läuft,  befand 
eioh  in  ähnlichem  Zustande.  Anfangs  wurde  im  Tagelohn,  dann 
aber  im  Contrakt  gearbeitet,  nach  welchem  der  Kanal  von  der 


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verfalk'iion  Jiilhlc  au  nufivürts  bis  zum  TcLcli  und  der  Toidi  ^olhst 
bis  »iittT  (Iii;  Tri;i>pi.',  dit  zur  Miiuduii);  des  eia^cutlicliüii  ^iluLib- 
kauiils,  des  iVlsL-iituiiiiels.  Iiiuiibfiiliii .  su  ausj^ereiuigt  «ordou 
sollte ,  dass  man  durch  das  seicble  Itäclileiii  überall  de»  witk- 
licten  Boden  sehen  köime.  Werkzeuge,  Stricke,  Köibe  u,  s.  w. 
hatte  zu  liefern,  auch  öfters  die  Azheit  zu  inspiciran.  Diese 
Arbeit  dauerte  mehrere  Wochen,  worauf  ich  dann  mit  einem 
Gehülfen  den  Kanal  selbst  durchkroch  und  mit  dem  Mnsstab 
die  Liuij^e ,  mit  dem  Compasa  die  öflers  wci'liiuliidi'ii  liiebtun- 
gen  mass. 

Der  Kanal  i^t  meist  l  vuileu  Meter,  bisueileii  nudi  manns- 
hoch, an  den  Seiten  gröbsten theils  in  den  Felsen  gehauen,  stellen- 
weise nach  ouen  zu  gemauert  und  mit  flachen  »temeu  zugedeckt. 
Er  hat  mehrere  starke,  scnarfwinkciige  Krümmungen  und  eine 
Anzahl  oeitenkanüe.  welche  theils  m  ihu  emlaufen.  theils  von 
ihm  auageben.  Der  Crrund  ut  überall  Felsen.  Dagegen  fimd 
ich  im  Teiche  emen  mit  Fliessen  belegten  Hoden  und  unter  den- 
selbe  L  u  D  k  g    n  I 

"«^  di"MT  lu-fe  Ii....  ich  graben,  ohnci  jedoch  den 
FLl>e  E       ng  h 

Wassers  kostspieligere  jbiiiricntungen  erforueri :  icn  unteriiess 
daher  die  Forteetiung  der  Arbeit .  um  so  mehr,  da  ganz  in  |der 
Nähe  der  Felsen  sichtbar  ut,  und  der  Heweis  schon  vorlag,  doss 
4ler  Teich  früher  eme  grbssere  Tiefe  halte. 

Nun  wurue  aus  [lern  Felsenkanal .  in  dem  sich  die  Inscnnft 
befindet,  uas  angehäufte  Licroii  herausgeschafii .  <ier  nasse 
Schlamm  auigeruiirt  uiiu  weggoscnwerarac.  In  Folge  ucssen 
sauk  «er  (\  as^ersmeifei  lun  em  iieaeuteniies  .  leuocit  iiucii  Liuure 
nicht  genug.  \in\  aie  lii-ulinrr  iiesscr  KODiren  m  Koiiueu,  ua  (Ut 
Buden  des  iciciic?  immer  nucii  iiicurigor  lag  iiis  (ler  i>  a-M:i"- 
spiegei  uu  Kanai.  so  w  ar  kiar.  uass  imier  der  Treppe,  wo  es  seur 
enge  ist  und  kaiim  ein  ^lensch  hineinkriechen  kann,  ein  Umder- 
niessiob  be&adl  .nach  der  Wegsdiaffung  desselben,  die  einige 
Tage  Arbeit  kostete ,  sank  der  Wassenpiegel  so  Tiel.  dass  die  in 
den  Felsen  gehauene  Sinne,  welche  jetzt  das  Wasser  aus  dem 
Sibmhkaiial  in  den  Teich  führt,  zu  Tage  trat.  Hier  konnte  man 
aho  nicht  mehr  tiefer  gehen.  Dagegen  konnte  ich  neben 
dieser  Binoe,  da  wo  die  Felswand  am  Ausgang  des  Tunnels 
einen. rechten  Winkel  bildet,  eine  Kisenstange  tief  eintreiben; 


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somit  lag  der  Boden  des  Kanals  selbst  doch  tiefer  als  jene  Rinne. 
Da  iuh  nun  bei  der  Aufnahme  des  schon  envähnteii  Kanals 
unterhalb  des  Teiches,  wo  derselbe  einen  rechten  Winkel  bil- 
det, «'alirgcnommen  hatte,  dnss  noch  ein  anderer,  jetzt  j(an/,  mit 
hnrttra  Schlamm  'aviS|jcfülltcr  Kanal  in  gerader  Linie  auf  jene 
Stelle,  wo  ich  die  Eiseiistange  ein ^-i? trieben  hatte,  zidief,  und 
dasB  dieser  verschlamiute  Kanal  ein  tieferes  Niveau  habe ,  als 
der  vom  Teich  hetkonunende ,  aus  dem.  das  Wasser  in  «inem. 
kleinen  Fall  hinunteistSizt,  so  entsoblosa  ich  mich,  auch  ^eseu 
verschlammten  Kanal  reinigen  zu  lassen.  Die  Arbeit  ^ng  jedoch 
sehr  langsam  von  Statten,  weil  der  nasse,  wenn  auch  etwas  ver- 
dichtete Sehlamm  durch  den  nur  l  Meter  hohen  Kanal  in  Itürbeii 
20  Meter  weit  fortzuschaffen  und  dann  durch  einen  kaminarcigen 
Schacht  in  die  Höhe  hinaufztiziehen  und  aufs  freie  Feld  auszu- 
schütten war.  Nachdem  eine  länge  von  15  Metern  Keleert  wor- 
den war,  erklärten  mir  die  Arbeiter,  sie  könnten  nicht  weiter 
vordringen,  da  die  Lichter  in  Folge  der  schlechten  Ausdünstungen 
nicht  mehr  brennen  wollten.  So  gab  ich  die  Arbeit  vor  der 
Sand  auf' 

Ausserdem  liess  ich  noch  an  5  anderen  Stellen  nachgraben ; 
1 1  Etwas  nordwestlich  vom  Jesajasbaum.  Hier  kam  schon 
nach  wenigen  Tagen  eine  alte  starke  Mnuer  zum  Vorschein. 
Ich  hcss  das  Loch  offen,  und  Lic.  Gcthe  setzte  dort  spSter  die 
Arbeit  fort. 

2)  Gleich  nördlich  vom  Jesajasbaum  auf  dem  Daium.  Nach 
Aussage  der  Silwaner  sollte  es  dort  unten  hohl  sein,  d.  h.  Ge- 
wölbe sich  befinden.  Ich  fand  jedoch  einen  kleinen  Teich,  der 
durch  betabgetälleue,  schön  gehauene  Bausteine  ausgefüllt  war. 
Zwischen  diesen  Steinen  waren  kleine  Höhlungen,  was  wohl 
zu  jener  Vermuthung  Anlass  g^eben  hatte.  Weil  jedoch  der 
Weg  diesen  Punkt  durchschneidet,  muaste  ich  das  Loch  wied^ 
üiKcluiiteu  und  auch  die  Steine  wieder  hinranwerfen  lassen, 
weil  sii:  YMia  -lesajushaam  gehören,  den  die  Muhammedaner  lür 
einAVcli«  [tleiligthum]  halten.  Die  ränem  Weli  angehörenden 
Dinge  darf  aber  Niemand  beanspruchen  oder  zn  anderen  Zwecken 
benutzen. 

3]  Anf  dem  Wege  nördlich  Ton  der  minirten  Mühle  und 
südlich  am  Fusse  eines  ruinirten  Thurm  es  Hessen  heransragende 
Steine  anf  ein  Gewölbe  achliessen,  erwiesen  sich  aber  beim  Nach- 


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(fTabeii  als  eine  Mauerfiilluujf  mit  sehr  liailein  Morl«!.  fc.s  ivimle 
danira  die  Arbeit  liald  "iedi.T  aiifgegolieu. 

■l.  Am  siiduistliclwu  Abhauet;  des  ulier  dem  Abtlusskaiial 
neh  erhebeudeii  üpheli  eisen  s  war  schuii  killst  eine  An  iluhle 
liemerkt  «-.mien.  ivelehe  die  E'Vlli;<:lipn .  wem,  >Le  lieiseLts  i^u 
Ifelieii  hatten,  oder  bei  lie^eiisthaneni  als  Ohdaeb  boiiulüleli. 
Ich  hesB  dieselbe  auebnngcn  und  fand  zu  meinem  Erstauueu, 
dasB  ee  ein.  m  den. Fekan  gehauener  Kanal  war,  ganz  ähnlich 
demjenigen,  in  welchem  die  Inschrift  ist,  nur  nicht  so  lang,  da 
er  bald  ostwärta  aus  dem  Felsen  heraus  unter  das  £rdi«oh  tritt, 
TCO  er  dann  theilweise  gemauert  war  und  nnn  zerstört  igt.  Es 
wäre  von  Werth ,  den  Lauf  desselben  durch  Nachgmbungen  fest 
zu  stellen ;  ich  bin  fest  uberzeugt,  dass  er  mit  dem  grossen  Kanal 
in  Verbindung  stand. 

5)  Ungefähr  80  Meter  nordwestlich  vom  Nordende  des  heuti- 
l{en  Teiches,  auf  dem  Wege,  der  vom  Mistthore  kommt,  wurde 
nach  Angabe  der  Fellachen  auch  gegraben,  weil  ein  starker  Re- 
genatrom  einmal  dort  'eine  Grube  eingerissen  und  sehr  grosse 
schSn  behanene  Steine  blosgelegt  hatte.  Ich  vermuthete ,  Beste 
der  nach  roemei  Memung  hier  das  Tyropoonthal  durchschnei- 
denden alten  Stadtmauer  zu  finden.  Ep  fand  pich  mdcss  blos 
lierinifes  Mauenverk;  wahrHcbeinUi  li  limine  dt  r  yelkieli  die  rieh- 
tif[c  Stelle  nicht  mehr  lixiren  ki>ujit'ii.  Im  ^lelierlieit  x\i  er- 
halten, hatte  ich  einen  Graben  von  t^uden  nach  forden  ziehen 
müssen,  aber  diese  Kosten  konnte  und  wollte  ich.  jelst  nicht 
daranwenden.  Ich  werde  jedoch  die  Sache  im  Auge  behalten 
und  mir  weitere  nnd  sicherere  Indieien  sammeln,  die  mich  dann 
die  nchtipe  Stelle  eher  treffen  Ibpscii. 

\\  alireiid  der  Ausliihniiii;  ilieser  Arbeiten,  die  öfter  i>  eirt'Ji 
Ket-eiiwftler  n.  s.  iv.  fiir  kiir/.eie  Zeil  itus«eset/t  werden  miLSsteti. 
Imlie  ich  auf  .LrinKendes  VerlLmRen  wifflerholt  Abklatsche  Und 
Kopien  von  der  Inschrift  t,'<W"<^ht,  wiis  mir  viel  Arbeit  und  Mühe 
venirsaclile  und  viel  Zeit  in  .\iispnieh  nahm,  auch  vielfache 
Corrc8])ondcnzeu  zur  Folge  hatte,  hm  nun  nicht  Stunden  und 
halbe  Tage  im  Wasser  stehen  zu  müssen,  liess  ich  vom  Zimmer- 
mann eine  zerlegbare  und  beweghohe  Brücke  machen ,  auf  wel- 
cher ich  stehen,  kauern  —  zum  Sitzen  ist  der  Kanal  zu  eng  — 
oder  li^en  konnte,  um  so  die  Augen  so  viel  als  möglich  und  in 
den  verschiedensten  Stellungen  den  Buchstaben  nahe  bringen  zu 


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können.  Diese  Vorrichtung  wurde  dann  jedesmal  Abends  wied^ 
herausgenommen  und  in  einem  nahen  Hanse,  das  ön  mirwohl 
bekannter  Maurer  bewohnt,  aufgehoben,  bis  sie  wieder  ge- 
braucht wurde'.  Ijclzteres  kam  nachmals  sehr  oft  vor,  wenn  Rei- 
sende oder  bt'kiiiiiitc  Eiuwohüi'r.feniPalem«  die  Inschrift  anziehen 
wollten. 

Es  dürfte  ein  Plan  vermisst  werden,  der  das  VerstSndniss 
meines  Berichtes  erlrichteit.  Emen  solchen  zusammen  mit  einer 
grösseren  Abhandlung  über  die  ffiloahträche  hoffe  ich  ejdter  lie- 
fern zn  können. 

Jerusalem,  13.  August  1881. 


Ausgrabniigeii  bei  Jerui^iüom 

im  Anftxsge  des  deiit'eheii  l'al iist in a -Vereins  ausgefähit 
und  beschrieben 


1  Lic.  H.  Onthe  in  Leipzig. 
(Hiersu  Tafel  I-XI.] 


l'rRprünjjlieh  war  es  meine  Ahpii'hc,  diircli  reuelmiissige 
CnrresponJenzL'n  über  die  Krfolge  mfiiicr  Aiisgrnbnngen  bei 
Jemsalom  liericlit  zu  erstjitten.  Indessen  erniea  sidi  diese?  Vor- 
haben als  unausführbar.  Wenige  Wochen  mir  hatte  ich  mich  in 
JeniBRlem  ao^ebalten,  als  so  xablreiclie  und  verschiedenartige 
AuBpTüche  an  meine  Zeit  sich  geltend  machten ,  daaa  ich  ent- 
weder diese  znifickweieen  oder  meinen  brieflichen  Yerkehr  mit 
der  Heimath  anf  das  Notbirendigste  beschillnken  mnsste.  Ich 
entschied  midi  fiir  das  Letztere ,  um  raeine  vnlle  Kraft  dem 
eigentlichen  Zwecke  der  Reise  widmen  iLnd  die  zugemessene 
Zeit  nach  Wunsch  nnd  Goieifeiiheit  flir  rb'nselben  aiisniit/on  /.n 
können. 

Form  erscheint,  wie  ich  hoffe,  nicht  zum  Nachtbeil  der  Saclie. 
In  Briefen  hätte  ich  nur  übet  den  jeweiligen  Fortschritt  der 
Ansgislnmgen  berichten  kSimen,  wahrend  ich  mich  jetzt  in  der 
Lage  sehe,  den  gesammten  Umfang  der  Arbeiten  in  einzelne 
Gruppen  Beilegen  und  das  iHumlich  Zusamment{ehnrende  anch 
in  der  Darstellung  vereinigen  xa  können.  Ich  venoH ständige 
dieselbe  auch  insofern,  als  ich  kure  die  Anftnige,  welche  mir  der 
Vorstand  des  deutschen  Vereins  zur  Erforschung'  l'aliistina's  mit 
auf  den  Wef{  gab ,  darlege  und  zugleich  ans  meinen  iti  'AUPV 
IV,  ]).  l.iO  tf.,  p.  2r,i\  ff,  veröffentlichten  Briefen  hie  und  da  Kinige-^ 
wiederhole.  Die  Ergebnisse  meiner  Arbeiten  werde  ich,  in  einem 
besonderen  Abschnitte  zusammengefasst,  dem  eigentlichen  Be- 
richte folgen  lassen. 


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1.  AnfKi.lifii  iMul  Aussichten. 

Jenisulem  BoUt«  die  Stätte  der!  ersten  Untersuchungen  des 
deutaoheu  Falästina-Verems  im  heiligen  Lande  sein.  Insbeson- 
dere war  der  südliclie  Theil  des  Sstliclien  Hügels,  der  auBBeifaalb 
der  jetzigen  Stadtmanem  liegt ,  |als  Arbeitsfeld  |in  Aussicht  ge- 
nommen. Dort  sollte  die  Maner  der  alten  Stadt,  welche  vom 
Teni|n.'l  südiviirtP  um  Ostrande,' dir a es  Hügels  verlief  und  in  der 
Niiho  des  Siloahteielies  das  Tyropüonthal  durehsdinitt ,  anfge- 
funilElii  werden.    Nanientlicli  ivar  in  dem  \'f)rsi:ldiigc  des  ge- 

aiigeratheii  «nriii^n,  vom  dem  liciile  sogenannten  oherfm  zu  dem 
unteren  Siloahteich ,  der  birket  el^hamra  der  Araber,  einen  oder 
mehrere  Giiäbeu  zu  ziehen;  dannmüase  nmn  oa  irgend  einem 
Pnnkte  unf  die  Uauar  Stessen,  welche  laut  der  ältesten  Pilger- 
schiiften  aus  dem  Tierten  bis  sechsten  Jahihnndert  zwischen 
beiden  Teichen  das  Tyropöonthal  absperrte.  Auch  der  Gedanke 
dnrati.  dass  nach  Nehemia  3,  Iti  die  Gräber  Davids  und  seiner 
königlichen  Xachkommcn  auf  der  Südspitne  dieses  Hügels  sich 
hefimden  haben  müssen,  verlieh  <ler  Unl.ersiiehnng  seines  Hodens 
einen  besonderen  Ri-iv,. 

Zu  dieser  Aufgabe  hatte  ^it^h  uiievn  artet  eine  iindeie  gesellt. 
Wie  bekannt,  waren  im  Juni  IS&O  an  der  Felsivujid  des  Siluah- 
kanales  zufällig  die  Züge  einer  Inschrift  entdeckt  worden,  welche 
sehr  bald  das  giösste  InteieasB  auf  sich  zog,  da  ihre  Buchstaben 
schon  nach  der  ersten  vonjBauiath  Schioe  angefertigten  Kopie 
als  althebrMSche  bestimmt  werden  konnten.  Aber  die  Schwierig- 
keiten, ivelohe  ihrer  siclieren  Gewinnung  entgt^cnstandun.  stell- 
ten sich  als  beträchtliche  Iieravis ,  und  selbi^t  uaehdem  Schick 
von  Deci'mher  I  SSO  bis  Februar  ISSl  im  AuftrEUje  iles  E'aliistina- 
\  i  reiii-.  nie'jin'ic  .Vrl>eilen.  üliev  ^velclie  jel/t  ^v\n  l  ifreuer  lierieht 
verlii!i;L '  .  biitU'  ;Misfüliien  bivstn,  um  das  die  Inschrift  üher- 
tliithende  Wasser  al)zu!eiten ,  gestatteten  die  zahlreichen  Ab- 
klatsche ,  welche  derselbe  eingesandt  hatte ,  noch  iiumeE  nicht 
eine  zusammenhängende  Entzifferung.  Dieses  alte  Denkmal  der 
WissenBohaft  zuzüglich  zu  machen ,  war  die  allemotbwendigste 

i|  S.  ZI>PV.  V,  p.  I  ff. 


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Arbeit,  weltlie  meiner  in  .f cnisalein  wiirtele .  iiinl  die  Erfolge, 
«■elt;)i(;  ich  in  iüimt  üt'iiehuiif,'  noliiibl  liuby,  siml  bcroiis  in  dem 
vierten  Üiinile  iler  /.lirV  veiütlcntliL-lit  und  verwürtliet  «  urdeu. 
Indes»  führten  meiiic  Bemühungen,  den  ^Vusserspiegcl  des  Kanals 
tiefer  m  legea,  zu  mehreten  neuen  Entdeckungen  an  dieser  für 
das  alte  Jerusalem  so  wichtigen  Stelle,  und  diese  zu  besohieiben, 
ßSXlt  ebeniälls  in  den  Kähmen  des  vorliegenden  BeiiohteB. 

Als  ich  mich  am  Abend  des  23.  Uärz  der  heiligen  Stadt 
niherte ,  traf  ich  auf  der  letzten  Höhe  vor  Jerusalem  den  Konsul 
iinseiGS  deutschen  Reiches,  Herrn  Freiherm  Ton  MüxciniAXJSBs, 
welcher  mit  einem  Kawnssen  ausgeritten  war,  um  mich  wir  den 
Maueni  der  «tadt  zn  bejfrüsfien.  f^o  selir  mich  dil■^^.^  fliiunvi.lle 
deutsebu  Willkommen  im  fremiien  Lainle  erlVmtc ,  .-ii  •,M-mg 
tröstlich  war  mir  die  Autwort  auf  eine  meiner  nüclisten  Fragen, 
nämlich  ob  en  Ferman  für  mich  aus  Konstantinopel  auf  dem 
Konsulat  öngetroSen  sei.  Herr  von  MnKCiuu.DSBH  hatte  weder 
einen  aolchen  empfangen,  noch  hatte  et  etwas  TOn  einschlagenden 
Verhaudlungen  der  kaiserlich  deutschen  Botschaft  in  Konstan- 
tinopel erfahren.  Also  das  neben  meiner  eignen  Anwesenheit 
wichtigste  Erfordeniiss  für  den  lieginn  meiner  Arbeiten  war  nicht 
vorhaüdi^n ,  tiin  Umstand,  der  meine  gute  Hoffnung  nicht  wenig 
heriibMimm'c,  ]''i  t>ili(;li  lies-  «ieb  noch  iiiinehmfüi ,  dii^s  die 
niich^t^  l'nst  aus  ivoiistuntiuoiiL'l.  v  i'nii  iiiolil  dnu  I'iL'nuaii  selbst, 
so  doch  Nachrichten  über  den  Stand  der  Angelegenheit  mir  briu- 
gea  würde.  Am  1.  USxx  hatte  ich  nämlich  von  Tübingen  aus 
eine  Eingabe  an  das  Answürtige  Amt  in  Berlin  gerichtet,  dasselbe 
von  meiner  Abieise  nach  dem  Orient  in  Kenntniss  gesetst  und 
gebeten,  bei  der  deutschen  Botschaft  in  Konstantinopel  die  Sen- 
dung des  Formans  direkt  nach  Jerusalem  geneigteBt  veranlassen 
zn  wollen.  Doch  begnügte  ich  mich  nicht  mit  dem  einfachen 
Abwarlen.  smulern  lial  Filmi,  vmi  Mi-Ni;iiiiArsEN  ,  in  meinem 
IntiTossi;  lcloLnii|ibiseh  bei  der  dentM-lifn  lint-tliaft  übor  den 
.Sl:in<l  a.'i-  V,.yliiindliingon  anzufia)joJi.  I'cr  KoJisvd  enl.|iraeh 
meiner  Kitte  sofort,  unil  auf  ilas  am  24.  Miirz  aligegaugene  Tele- 
gramm traf  am  26.  Mörz  die  Antwort  des  deutschen  Uotschafters, 
Criafen  Haizfeldt,  ein,  dass  mit  nächster  Post  ein.  Sohraiben 
des  Unterriohtsministers,  die  Ausgrabungen  betreffend,  an  den 
Gouverneur  {rnuieforrif}  von  Jerusalem  abgehen  würde. 

Am  Morgen  desselben  Tages  hatte  ich  jedoch  meine  Arbei- 


to 


ten  schon  hepounen.  Einerseits  wollte  ich  die  Zeit  nicht  unge- 
nützt verstreichen  lassen ,  aadeiereeits  brannte  ich  vor  Begierde, 
mein  Uliick  in  p>Enlilecknn(*enn  m  verenchen.  Und  inaofeni  ich 
mit  meinen  Ansfrriilinnjif'n  genan  da  einsetzte,  wo  Unirfnth  Schick 
im  Febriiin-  Isbl  iiiifffcliört  hatte,  konnte  ich  zur  Xoth.  falls  die 
lifhürilf  mich  über  mein  eigenmächtiges  Beginnen  zur  Rede 
stellen  würde,  antirorten,  dasB  ich  nur  jene  Arheiteu  Schick's 
fortsetze,  zu  welches  Si.  Excellens  Be'üf  Fuclui,  Ghiuvemeur 
von-  Jemialom,  in  sehr  freimdlkiher  Weise  vor  einem  Viettel- 
jahre  seine  Erlaubniss  gegeben  hatte.  Um  mein  Vorhaben  weni- 
ger anffällig  erscheinen  zn  lassen ,  stellte  mich  Baurath  Schick 
den  Fellachen  Ton  Silwän,  welchen  das  Terrain  in  der  L'mgebnnff 
der  Siloahquelle  gebort,  als  seinen  Frennd  vor,  der  sich  ebenfalls 
für  den  beschriebenen  Stein  in  dem  Kanal  intcressirc  und  nun 
seinerseits  versuchen  wolle,  wie  man  demselben  am  besten  bei- 
kommen könne.  Die  braunen  Männer  betrachteten  den  Fremd- 
ling eine  Zettlang  mit  neugierigen  Blicken ,  erhoben  aber  keine 
Knwände  gegen  meine  Absicht.  Bot  ich  ihnen  doch  Gelegen- 
heit, Cretd  zu  vexdieuen  I  Dnd  gewiss  malte  ihre  lebhafte  Phan- 
tosie  ihnen  schon  die  blanken  Silber-  und  Goldstücke  vor  |die 
Augen,  irelche  sie  ans  meiner  Hand  als  Arbeitslohn  und  — 
insclialläh,  »so  Gott  willo  —  auch  als  Bachschisch  empfangen 
würden  l  Schick  hatte  ans  ihren  Reihen  im  Winler  seine  Ar- 
beiter gewählt ,  und  sie  rechneten  ganz  richtig ,  wenn  sie  annah- 
men ,  dass  auch  ich  sie  wieder  bpschäf'tigon  würdf.  N'acli  der 
Angabe  Sciikk's  s.  unten)  wurde  am  20.  Mära  die  Stelle,  wo 
der  erste  Schacht  abgeteuft  werden  sollt«,  bezeichnet  und  am 
Montag,  den  28.  Marz,  die  erste  Hacke  ins  Erdreich  geschlagen. 

Es  vergangen  volle  14,Tage,  ehe  von  der  Botschaft  in  Eon- 
stantinopel  eine  weitere  Nachricht  einlief.  Am  12.  April  theilte 
mir  Frhr,  vnn  MüNciih.wskn  ein  Telegramm  des  (Irafen  \\.\t/.- 
FKi.ivi  mit,  dey  Inhalts,  daps  der  Wali  von  Syrifti  in  l)!imii--kii-) 
und  der  CouviTneiir  von  Jerusalem  telegraph !•■<.■  Ii  ani^i'wieson 
worden  seien,  den  Ausgrabungen  des  deutsibi'ii  l'iiliistina - 
Vereins  kein  Hinderniss  in  den  Wpit  vm  le-eu:  dip  Krtlieihntg 
eines  Fermans  jedoch  machi.'  die  bohr  FtorU'  von  der  Erfüllung 
der  gesetzlichen  Vorschriften  abhängig.  Es  überraschte  mich 
erst  jetzt- zn  erfahren,  dass  mein  Giesuch  irgend  welche  gesecz- 
liche  Vorichriften  nicht  heröcksichtigt  habe.  Freilich  hatte  sich 


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ii 


die  Einreichung  liesselhen  ȟb  mehreren  Griimleii  mehr,  als  mir 
iieb  war,  Tenögert,  aber  seit  derselbpn  wftren  dach  sclion  a  Mo- 
nate verflosBen ,  «ml  rann  wird  mein  Erstaunen  begreifen ,  dass 
ich  bis  dahin  noch  nichts  von  den  Hindernissen  erfahren  hnt.le, 
welfhe  sich  der  Geivährnng  meines  Gesuches  in  Kunstniirinopel 
entgegengestellt  hatten.  Wird  es  noch  möglich  sein,  dieselben 
von  Jenisalem  aus ,  einem  Orte,  der  nnr  alle  14  Tage  Postver- 
bindnng  nach  der  türkischen  Hauptstadt  hat ,  so  rasch  aus  dem 
Wege  en  H«&afi^,  dafs  ich  wBhrend  meinee  Anfenthahes  in 
tsjnen  in  den  Besitz  eines  Feimans  za  kommen  hofi'en  kann! 
Lnd  vor  allem :  Welches  sind  die  gesetilichen  Vorschriften, 
deren  Erfiillnng  ich  verskitmt  hatte?  Ihese  Fragen  bewegten 
mich  aufs  lebhafteste.  Auf  die  erste  konnte  leh  mir  mit  ziem- 
licher liichcrheit  nur  uNeim  antworten;  denn  nenn  2 — 3  Monate 
nnthig  fjpivGsen  waren,  um  den  Mangel  meinu*  Gesuilii's  aus- 
findig zu  machen,  so  liess  sich  mindestens  das  Ddjippltc  der  Zeit 
in  Anschlag  bnngen.  um  die  Hmdermese  zu  losett  und  dann  den 
rennan  xu  erwirxen.  um  uoer  tue  zweite  Frage  Klarheit  zn 
ehalten ,  Tertieße  ich  mich  in  das  Stndinm  der  tüi^ischen  Ge- 
setzEammlnng,  welche  mir  in  der  französischen  Ausgabe  Ton 
Aristarchi-Bey  vom  Konsulat  zur  Verfügung  gestellt  wurde.  Das 
"Reglement  stir  les  antiqiiitesi  etc.  vom  21.  Milrx  IS71  enthielt 
in  iler  That  eine  solche  Anzahl  geselzlicher  Vor^^chriften ,  ohne 
(leren  lieaclitimg  ein  kaiserbeber  l'Vtro;iii  iiü'bl  eitlieilt  werden 
sollte,  dass  mir  alle  Aii-=ichr.  einen  polchen  /n  erlangen,  nmd- 
wckT  abiie.-diuitU'u  scbieii.  Nnr  die  Wahrscheinlichkeit  Hess 
noch  einen  Schimmer  von  Hofiiiung.  dass  die  Praxis  der  türki- 
schen It^eruug  selber  manche  von  den  Weitläufigkeiten,  die 
schwatz  auf  wnas  zn  lesen  waren,  ausser  Acht  lassen  würde. 

Ein  Besuch  bei  dem  ^fntesarrif  von  Jerusalem,  St.  Excellenz 
B e'üf- Pasch a ,  am  14.  April  brachte  vollständiifc  Klarheit  über 
meine  Lage.  Herr  von  Müncueiaoskn  hatte  mir  frcnnaiichst 
zugesagt,  mich  selbst  auf  das  Serai  xi\  geleiten.  Im  II  Lhr 
begaben  wir  uns  nach  vorhergrgaiigeiicr  Anmeldung,  unter  dem 
Vomntritt  eines  schmucken  Kawassen  mit  langem  Schlepps  übel, 
nach  dem  Ilegieningsgehäude.  Der  Weg  vom  Konsulat  dorthin 
ist  nur  kurz;  bald  waren  wir  in  dem  geräumigen  Hufe  des  Serai, 
wo  der  Konenl  von  dem  zahlreichen  Dienstpersonal ,  das  neben 
der  anftrSrts  führenden  Treppe  auf  dem  gepflasterten  Boden 


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umlicrkauerte .  ehrturchtsvoU  begrusst  mude.  A\  iii:Iif 

der  Ihur.  welche  zw  den  Zunmem  Sr.  Excelleu^  tuhiic.  ina-fu- 
tirte  das  Gewehr  vur  dem  ^  ertreter  dea  deutschen  !su:tlii.'> .  uud 
nach  wenigen  Schulten  standen  wir  im£mi)fang8-  und  Oeschatts- 
zunmer  des  Mutesunf.  Ea  war  ein  gioBaer  hoher  fiaum.  lange 
Bivane  sogen  aak  an  den  sohmnoklosen  Wänden  tun,  nur  an 
der  Binen  Ecke  unterbrachen  einige  Sessel  und  Stuhle  in  abend- 
landmchem  i^iil  diese  einfimnige  Mohliniiig.  eiu  kleiner  mit 
lachreibzeug  und  einigen  Akten  bedeckter  lisch  daneben  und 
gegenüber  ein  geiiolsterter  Ruiidsitz  liessen  keinen  Ziveifel.  daas 
dort  der  Platz  or.  Exoellenz  war.  ISaeli  einiireii  bekunden  trat 
Re'üf  Pascha  ein.  ein  freundlieli  blickeiidr-r  Manu  n,n  ftlil  liivki- 
schem  Aussehen  und  kleiner  t>tatur.  NiiclideTii  die  l!eH■nLS!.|ln^^^~ 
formeln  ausgetauscht,  von, meiner  boite  freilich  nur  entgegen- 
genommen waren  —  denn  ich  war  noch  zu  wenig  vertraut  nut 
den  Empfengsbesengungen  onentabscher  Sitte  — ,  natua  man 
Platz.  Ich  hatte  die  Ehre,  ein  kleineres  Sopha  mit  br.  Excellenz 
zu  theilen:  dieser  richtete  sich  gar  rasch  in  onentnlifcher  He- 
quemlichkeit  ant  demselben  ein.  wahrend  ich  steif,  mc  die  sitt- 
samen Franken,  daneben  sass.  Kaffee  und  Cmarotte  waren  bald 
gereicht,  und  iiun  kunntcn  ilie  \  crbundluTigen  begiuneii.  ivelehe 
Frhr.  von  Mi  xcifn.u;sK>-  mi  meiner  Stelle  fiUirte.  KeWf  Pascha 
hatte  von  Kunstantiiiopel  ein  lelegramm  erhalten,  dessen  iMnn 
mit  der  oben  erwähnten  Nachricht  des  llotschafters  übereinkam; 
meinen  topographischen  L  ntersuohungen  stehe  nichts 
miVtega.  Das  bisher  mit  den  Eigenthumern  (b.  p.SZff.)  einge- 
schlagene Ver&hren  billigte  Sr.  Excetlenz  durchaus,  nur  machte 
er  mich  darauf  aufmerksam,  daas  ich  nicht  die  Vortheile  eines 


C  1    Ii  11)  1  1 

d     E       1  I       t        1       I    11  III 

rend  das  zweile  Drittel  dem  Eigenthümer  dos  Fundortes  und  das 
letzte  Dnttel  dann  der  Itegierung  gehöre.  Als  die  Hindernisse, 
auf  welche  mein  Gesuch  gestossen  sei.  hezeiohnete  er  den  Man- 
gel einer  Skizze  desTenams.  anf  velohem  ich  graben  wollte: 
namentlich  mügeten  auf  derselben  auch  alle  beabsichtigten  Gi^ 
ben  und  Schachte  angegeben  sein ,  damit  die  Behörde  die  Ein- 


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13 


irken  könne.  Auch 
■[ ,  nichi  stlcichzeiiig 


n  h  h         m  1      h      n  n 

I  b  kRThrt  hmff 

mir  uoch  zum  Zeichen,  uass  ich  nicht  ohne  Einwilligung  der 
Regierung  meine  Arbeiten  ansfiihte.  ein  sabbie.  em  türkischer 
Pobzeisoldat,  cur  Veiifügiing  gestellt  werden.  Mit  dem  Ersuchen 
an  micli.  Ton  allen  Funden  auf  dem  »crai  Anzeige  zu  machen, 
endigte  diese  erste  Audienz  bei  uem  Jlute^'amf  «er  heiligen  iatadt. 

Ich  kann  nicht  leugnen,  ich  war  mit  aoiiueiter  »orge  hmge- 
g»ngen.  nowohl  wegen  der  Aufnahme  UTiernniiDt  ms  auch  beson- 
ders wegen  einer  beinemgenaen  l^siinff  meiner  Legmmations- 
frage  ^cgeniiber  aer  imsbchorae.  !n  crsrorpr  ne/ierinns  war 
»cn         g        n  ,  El..  m 

wohlwoilenues  Entgegenkommen  gezeigt  unu  keine  anueren 
scbwiengkeiten  meinen  Plknen  entgegengestellt  als  die  wirklich 
Torhandenen.  ja  sein  Rath,  die  Verhimdliuigen  über  den  Ferman 
m  Konstantinopel  ohne  Zögern  fortzusetzen .  war  ohne  Z-neuel 
ilnrchaiie  in  meinem  Interesse :  es  konnie  Niemand  aiiiicrs  dabei 


Re   f        h      n  ki  e 

ciell  auch  uem  iieiiischen  AVesen  nicht  unfreundlich  gesinnten 
Beamten  finden  wurde.  HinHichtliidi  memer  geschäftlichen  An- 
gel^enhpiten  konnte  ich,  wie  die  Dinge  nun  emmal  lagen, 
ebenfalls  wohl«  zufrieden  sein.  Das  lachlimmste  war  gluckhoh 
Termieuen  i  Vei^olich.  ohne  uie  beatisichtigcen  Ausgrabungen 
des  Palästina -Vereins  in  Angriff  nehmen  zu  kounen.  sollte  meine 
Bei^e  nach  .Terusaiem  nicht  geivesen  sein.  .Vnch  <ias  war  er- 
rech     a       h  f  V 

mein  ohne  Leipnmaiiou  una  AMiiin^ianui  iKi>iinni,  iiiui  ira  iryiie 
mich,  an  dieser  Stelle  meinem Johhiiltn,  Dnnk  nva,;,  kiiis.-rl. 
(leutwuu  {uoisciiaii  in  jvuiisiuiitiiiu|)ci  AusiinicK  f^uiienjzu  Kön- 
nen, dasR  sie  durch  jenes  empfehlende  Telegramm  [die  Ausfüh- 
rung meiner  Arbdten  auch  ohne  Ferman  zu  eimöglichen  wusste. 


Indessen  darüber  machte  ii  li  inh  ki'im-  Illusionen  .  Iijite  ich 
mich  iu  ihis  itiigeuelime  Ueliilil  iL'r  vollen  Sii;herlieit  eiiif;ei>  ieijt. 
SU  hatte  ieli  mir  selbst  liie  ^elilimm-tcn  üetaliid Hilgen  iiii.l  iiniiiige- 
uehmsten  Naclitlietle  /uge/ugeii.  uTujiu^raphisiihe  l^iiCersuohiiU' 
gen«  TCuen  mir  gestattet  worden,  wenigstens  soUte  die  Lokalregie- 
rung  denselben  »kein  Hindeniies  in  den  Weg  legeiu.  Jedeimann 
kennt  die  Dehnbarkeit  diesce  officiellen  Ausdrucks.  Wie  dxtm, 
weuii  sicli  ninJertiisse  von  anderer  Seite  erhöhen,  wenn  etwa  die- 
ser oder  jener  Eigenthiimer  des  Terrains  Schwierigkeiten  machte 
und  die  AiiK-dej(eiih(!it  vur  den  Seini  zog.'  Wo  hürten  utopo- 
fTiiipliisclie  l  iiter->u[liuugea"  auf  und  beganncu  solche  Arbeiten, 
die  jenes  Tek-i;Viiinm  nieht  ffenehmigte  J  Ferner  «ie  »eit  ich  auf 
eine  L' n t e i  s t ii i / ung  der  liehördc  rechnen  konute,  war  auch, 
weiui  ich  den  besten  ^Villeu  derselben  annahm,  nicht  vorauS' 
Eusehen.  JedenfallB  war  es  geratben,  eine  Einmisobung  dersel- 
ben nicht  zu  Teranlosaen ,  sondern  darauf  bedacht  zu  sain,  die 
Verhandlungen  mit  den  Grundeigenthiimern  niemals  aus  der 
Hand  zu  geben  und  den  scliledsricliterliclien  S])nich  der  Heliörde 
soriel  wie  mÖglith  zu  vermeiden.  Einem  umsichliijeii  Auf'trcwn 
konute  dieses  ja  vielleicht  gelitigeti .  aber  die  Richtung .  in  wel- 
cher sich  iiioiiio  Arbeiten  bewegeii  h  iirden  ,  hing  weniger  l  on 
meinem  (beschick  als  viehnelir  vini  »leiiiciii  Kindergliick  ah. 
Hier  koimten  sich  mögliclier  Weise  die  grösiten  ycliwieiiKkciten, 
die  unangenehmsten  Differenzen  zwischen  Gewünschtem  und 
Erreichbarem  ergeben.  Indessen  schlug  ich.  mir  diese  Bedenken, 
so  gut  BS  ging,  aus  dem  Sinn  und  hoffte  darauf,  die  Wahrhüt 
des  Spruches  zu  erfahren;  »Kommt  Zeit,  kommt  Ratb.t 

Wenige  Tage  darauf  stcllle  ich  mich  in  freimdlicher  heglei- 
tung  des  Konsulats kanzlers  Herrn  Honbss  dem  Dragoman  und 
Sekretär  Hi:  K.vcelienz  vor,  Herrn  Jüsof  Kffendi  Kriwger  Itey. 
Derselbe  zeigte  sich  durchaus  bereit,  mit  seinem  Rath  und  seinem 
Anselieniiiiilw.il  iinltT-lützen,  eikuniligte  sich  eingehend  imcli 
meinen  bisherigen  .\rlieitcn.  für  die  er  ein  doppeltes  luleresse. 
als  Jude  und  als  Ueamter  der  Regierung,  an  den  Tag  legte. 
Besonders  erleichterte  der  Umstand  den  A'erkebr  mit  ihm,  dass 
er  in  seiner  umfassenden  Spracbenkenntniss  auch  des  Deutscben 
ganz  gut  mächtig  war. 

Mit  der  mlcbsten  Post  ging  durob  die  stets  entgegenkom- 
mende Vermittelung  des  Konsuls  eine  Zeichnung  des  Terrains, 


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15 


über  welches  meine  Arbeite u  sich  erstrecken  sollten:  naeUKon- 
Btantinopel  ab  mit  der  lÜtte  an  die  llutschaft.  "ich  die  Envirkung- 
eines  Fermans  weiter  ajigelcgen  sein  m  lassun.  Ich  hepchrankte 
mich  jetzt  darauf,  mir  für  die  angegebene  Gegend  im  I^iiden  der 
heutigen  Sladt  um  die  gross  herrliche  Ermächtigung  iineli/u- 
Buclien,  luid  kam  aiif  meinen  wrsprüughcheii  Wunsch.  diisM  die- 
selbe auf  mehrere  Orle  ausgedehnt  werden  möchte ,  nicht  wieder 
suriick,  da  ein  Bolcher  in  dem  uBigilement  sur  les  andquit^en  etc. 
Tom  24.  Man  18?4  ja  als  us^Ubafe  bezeiohnetwar.  lob  behielt 
nur  im  Auge,  für  einige  andere  Stätten  Paldstina's  die  mir  durch 
das  lelegramm  der  hoben  Pforte  gegebene  Erlnnbinss  /u  Jiach- 
grabniigcu  imsmiDiilzen.  Ich  liatte  lie-ioiider«  iiii  Oiinii.  Nebasliju. 
Kaisamc  und  /.ei  m  gedacht.  Ersteres  gchurte  zu  dem  Hezirke 
des  jlutesarnf  vmi  -Icrusaleni.  &cbusti]e  und  /er  in  standen 
Hilter  dem  Kmmakani  von  Isabuliis.  Kaisaii|e  uiiter  dem  Jlute- 
saivif  vou  Akkii.  Da  die  beiden  Hedrke  Nfdmlus  und  'Akka 
llieile  des  ^^llalets  bynen  smd.  so  musste  eme  Erkundigung 
darüber  eingezogen  werden,  ob  Sr.  Excellenz  der  ^\all  von 
Damaskus  es  mir  gesUtten  wfirde,  doit  zu  aibeiten.  Freiherr  von 
MuscHHAtisEB  ersuchte  daher  auf  meinen  Wnusoh  den  '\  ice- 
konsul  des  Deutschen  Keichs  in  Damnskup,  Herrn  I.ittk  kk, 
bei  dem  dortigen  Uäh  Bich  über  die  Ankunft  uuil  Auftii^-siiiiir 
des  oben  cnvahiiten  J  eleijriimmcs  der  bohon  l'fone  zu  unter- 
richten und  ihn  lemer  um  ein  emi)tehlende>;  t>cliredieu  an  den 
kaimakam  von  Nabulus  —  denn  iinf  Sebasli|f  und  Am  in  kam 
es  mir  in  erster  Linie  an  —  bitten.  In  der  ersten  IliiHte  des 
Mai  traf  die  Antwort  eui.  von  einem  auf  meine  Alisicht  bezug- 
Ucben  Sohr«ihen  des  Wäli  an  den  Knimakam  von  Nabulue  be- 
gleitet. Dasselbe.wat  m  woblwollenden  Worten  abgefasst,  redete 
jedoch  von  der  Noth wendigkeit  noch  weiterer  ^  erhandliuigen 
und  machte  im  Oan/cn  den  f.indiuck.  als  ob  ich  auf  ein  erleich- 
terndes EntgweukuiiiirK'ii  de^  Widi  iiielK  ivd.u-n  k.iiuilf.  Die- 
ser Umstand  be^tUrktu  niicji  iu  detu  \on  Tu^,^  /.i;  liiyi'  i.ieliv 
reifenden  EntscliKiSBe.  die  gunstigeren  \  erhaltiiisse  in  .]  crusalem 
nach  Kräften  auszunutzen.  An  keinem  Orte  l'alastma's  ver- 
einigten sich  80  viele  günstige  üedmgungen  für  mein  Luter- 
nehmen,  als  gerade  dort.  Die  angesehene  Stellung  und  bereit- 
willige Unterstützung  unseres  Konsuls ,  eine  fteundliclie  Gesin- 
nung der  türkischen  Begiemng,  nicht  bloss  die  Theilnabme, 


16 


snndeni  auch  (liii  stets  dienstfertige»  Münde  einer  grossen  Anzahl 
l.iiiiil-li'uii;,  brsomk'rs  die  mir  nie  versagte  Hülfe  der  ortsansässi- 
(jeii  Mitglieder  iniseres  ^'ereins,  vor  allem  die  langjährige  Er- 
fahrung des  Kauratli  C.  Schick  und  seine  Eenntniss  des  jenisa-- 
lemei  Bodens  waren  wichtige  Vortheile,  die  mir  an  jedem  ande- 
ren Orte  mehr  oder  weniger  ganz  fehlen  würden  ■  dort  aher  nicht 
bloss  meine  Arbeitskraft  vermehrten,  sondern  mioh  auch  fast 
st«ts  in  guter,  zuversichtlicher  Stimmung  erhielten.  So  kam  eine 
Überlegung  von  mehreren  Wachen  zu  dem  festen  Resultat, 
meinen  Aufenthalt  und  meine  Arbeiten  in  Jerusülem  so  lange  als 
möglich  n II dehnen.  Traten  mir  Ilindemisce  und  Sch«"ipriK- 
keiten  (■nlaogra  .  so  koniiTc  ich  sie  liii'r  immcv  iioi  li  um  ohe-itm 
Überwinden.  Duzii  hiolt  luicli  eine  AiiffiiiUc  ja  (ilmc  alle  Frage 
bis  zu  ihrer  Lösung  an  Jerusalem  gefesselt,  nämlich  <iie  Inschi  ift 
in  dem  feuchten  Siloahkanal  für  die  Wissenschaft  xii  geH  innen. 

Die  Leser  mbgen  vemeiben,  wenn  ich  sie  mit  dpr  Schilde- 
rung der  äusseren  Umstände,  denen  ich  Itechnung  tra;;cn  ratisste, 
so  lange  aufgehalten  |hahe.  Ohne  dieselbe  ivurde  aber  das  l)dd 
meiner  Ihatigkeit  em  nnvoll ständiges  sein,  daher  glaubte  ich 
ein  gutes  Recht  KU  liaben  ,  wenn  ich  sie  raittheilte. 

Mein  Quartier  hiitte  icli  im  preusBischfiii  .Tohaiuntorho'piz 
aiiiKeschliigfJi.  Aul  iiiciiic  Imic  luiIte  mir  die  hohe  Ordens- 
behürde  in  Heiliii  luv  dir  Zeil  meii»..s  Aufetitbaltps .  -»eiche  ieh 
anlangs  auf  S  Woclien  berechnete,  ireie  Unterkunft  und  Ver- 
pflegung m  ihrer  Anstalt  gewahrt.  Der  Johanmterorden  wollte 
die  Gelfgenheit,  die  Bestrebungen  des  deutschen  Vereins  zur 
Erforschnng  Palästina's  zu  fordern,  doch  nicht  vorübergehen 
lassen,  obgleich  die  Aufgabe  und  die  Thatigkeit  des  Ordens  auf 
einem  ganz  anderen  Gebiete  hegen,  ^lcht  allem  ivar  ich  dort, 
unter  der  Pflege  von  Herr  und  Frau  Häver,  die  das  Haus  ver- 
walten, gut  aufgehoben,  sondern  leh  fiihle  mich  noch  dadiircli 
zu  dem  h>l>hiilte.sle.,  Dank  neuen  den  .liibannit..rorden  v,.raiihi-ist, 
dasK  ich  dii'  Kciuiiiiilcu  \  orthcilc  w;ilire7id  iiK-iuc-  gnii/c.i.  iiiich 
und  nach  auf  -i  Monate  ausgedehnten  Aufenthaltes  m  Jerusalem 
gemessen  durflie. 


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17 


n.  Dil'  ArhcitiMi  .Tufil.'iu  S  ii  a  i.- 1  !i  iiije  I  l.iszur 
Anffiuduii^r         Irrsten  Miiucr stil r kf  s  i) . 

In  der  zueiteii  vollen  \\  ctche  meiner  AiiHeseiilieit  in  Jeru- 
snleni  nnlini  ith  <lie  Lösiiii);  meiner  iirs])riinglicliPn  Allftfiil>e  in 
Angriff,  nämlich  die  alti'  Stadtmauer  »m  Siiiloftliiigel  zu  suchen, 
leh  liev,-l,U)-.<.  p;n;.llek'  Graben  von  ilem  RÜL-koii  des  Hüntels 
iiacli  ileiii  Kidn.iilliiilu  liiiiiibüi^Kielion  iinil  ileii  Wudi-n  l.is  luif  den 
Feläeti  liliisftleffeii  zu  lüssen.  ^Venu  in  der  Linie  dieser  ÜTäben 
überhaupt  noch  AeBte  dei  Altiuei  Torhasden  waren,  muaate  ich 
nothwraidig  auf  dieselben  etosBen. 

Der  Südosthügel  senkt  sich  der  HanptsBche  nach  in  6  Stufen 
vom  Maram  bis  zu  den  Siloahteichen  litnitl).  Kein  lüicken  iet 
jetzt  fast  überall  mit  Erde  bedeckt,  die  sich  von  der  sonst  in 
Jemsalem's  Vmgebung-  vorkommenden  n  ohl  iiiitersclieidet.  Letz- 
tere ist  wie  riither  I.ehni .  fellig  nnd  znlie,  diiae<;cn  >eU\vaTlkt  die 
Fiirlio  de-  linden-.  di-n  Abliiinijen  im  Siideii  der  hentiiren 
Studt  /.Hi.,-hei,  -IMU  lind  helk^ni  SHiWiit^ .  jeniu-lideni  er  tri>rkeii 
Oller  reichlich  von  Regen  durehtrünkt  ist.  Ii?  ist  eben  nicht  die 
Erde,  irelche  die  Natur  von  je  in  Palästina  auf  das  Gestein  g^ßgt 
hat,  sondern  eine  Jahriinnderte  alte  Schnttablagemng,  welche 
hier  in  sehr  verschiedener  Höhe  die  UiRestnlt  des  felsif^en  Grun- 
des dem  forschenden  Auge  verhüllt.  Nicht  nnr  die  schmiile 
Fläche  des  Rückens  und  der  gelinden  ."»enkiiiif:  zu  dem  ^tiivk 
verschütteten  Tyropoeontlinl  im  Westen,  sundern  nneh  ilio  steilen 
Wände  des  Kidrontbales  im  O-len -^iiid  .  -meit  e-  der  .U)fidl 
gestattet,  in  Ackerland  ver%v:iiididt ,  mit'  dem  (ietreide  ndpr  (Ji- 
müse  gebaut  wird.  Die  Trümmer  vern  ittcrten  /n  Sianli ,  .\l>f;ill 
nnd  l^nnith  häuften  sich  auf  der  unbctvohnten  Stätte,  sei  es  dnss 
Menschen  sie  lüerher  echafften  oder  dass  die  abwärts  fliaGsendeu 
Winterwasser  sie  absetzten.  Jetzt  treibt  schon  seit  langer  Zeit 
jahrans  jahrein  der  Bauer  von  Silwän  seine  kleinen  Kühe  an  dem 
.loch  des  leichten  l'Ön|?cs  über  die  fmchlbare  Erde ,  ivclclic  den 
Schauplatz  der  ruhmreichen  Griindiiii);  des  ilavidi.';chen  llciche'i 
deckt. 

Die  einzelnen  .Aekerlelder  werden  iu  der  Regel  dnrcli  nie- 


 18  _^ 

drige  Mnueni  (MSf)  aus  kleinen,  kunetloB  aufränander  geBohiob- 
teten  Steinen  abgetheilt.  Der  Fflug  des  Fellachen  hat  sie  aus  der 
Eide  gerissen,  oder  sie  sind  beim  Graben  gefunden  und  dann  an 
die  Seite  des  Feldes  Ri'k'Kt  vnrdpu.  Daher  ist  eine  solche  Mauer 
filat  stels  im  Zuiiclimijii .  und  iLiimcntlicb  in  Folge  meiner  Arbei- 
ten, diiruli  die  eiiii.-  Mi  nge  Sloiiii;  aus  der  Hefe  an  das  Tageslicht 
gefordert  niirden,  sind  nicht  irenige  solcher  Zäune  um  ein  gut 
Stüek  erhöht  oder  verlängert  worden.  Im  Durchschnitt  ragen 
sie  bei  ebenem  Terrain  hüben  und  drüben  bis  zu  1  Mftet  aus 
den  Feldern  hervor.  Mräpt  aber  ist  das  Niveau  des  Bodens  auf 
den  beiden  Seiten  der  ^uei  verschieden.  Der  ausserhalb 
derselben  laufende  Weg  liegt  besonden  auf  den  unteren  Ter- 
rassen des  Hügels  tiefer,  als  der  eir^geschloeaene  Acker.  Oft 
bildet  eine  Fcl^'snifc  die  Grenze,  so  dass  an  ihrem  Fusse  die 
Fliiclie  dos  mitcti^n  Feldes  beginnt ,  während  Bich  die  des  oberen 
Ackers  nach  dem  Scheitel  des  Felsens  richtet.  Das  Terrain  ist 
daher  sehr  ungleich.  Mauern  oder  Abhiüige  von  2  bis  10  Meter 
Höhe  trennen  nicht  selten  das  eine  Feld  rom  andern.  Auf  dem 
unteren  Rucken  des  Hügels  regen  in  kurzen,  ziemlich  regel- 
n^lssigen  Zwischenräumen  Klippen  oder  anstehende  Blöcke  her- 
voi;  deren  Kopfstehe  theils  deutliche  Spuren  menschlicher  Bear- 
beitung an  sich  trtigt,  theils  aber  noch  dieselbe  nnihe  Fläche 
darbietet ,  welche  die  Natur  ihr  gegeben  hat.  Diese  Felsen  sind 
ein  uichcigcs  Merkmal  für  den  Forscher.  Sie  leiten  ihn  dazu  an, 
die  nrsprii übliche  Ge!<talt  dßB  Bodens  zu  ahn«i,  und  liefern  ihm 
dl.'])  hftiezi  l'nnkt,  von  welchem  er  seine  Untersuchungen  aus- 
gehen Insscn  kann. 

So  ist  der  Boden  beschaffen,  auf  welchem  ich  mdne  Aus- 
grabungen begann.  Ich  habe  auf  den  P&ien  die  Höhenunter- 
schiede, welche  namendich  an  den  Feldgrenzen  hervortreten, 
vermerkt.  Auf  der  Tafel  VIII,  die  eine  UbetBicht  des  ganzen 
Sobauplatzes  meinei  Arbeiten  bietet,  sind  die  Zahlen  eingetragen, 
die  meine  Messungen  für  das  Gesenke  des  Hügels  ergaben,  und 
auch  ilie  6  Stufen  oder  Terrassen  des  SO. -Hügels  bezeichnet. 
Neben  dem  eben  Uesituteu  wird  der  I.i'ser  darin  ein  weiteres 
Mittel  tinden ,  sich  ein  liild  von  dem  Sc.liuuplalz  meiner  IhÜtig- 
keit  zu  schaffen.  Wollte  ich  alle  Schachte  uud  Gräben  nach 
einander  besichtigen ,  so  war  ich  zu  beständigem  Klettern  ge- 
nöthigt;  denn  ein  freier  Zugang  zu  diesenFeldem,  etwa  ein  Thor 


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19 


in  der  Mauer,  existiit  nicht.  Das  kostete  besondere  in  den  heisse- 
ren  Muiiateu  viel  Schivtiss .  und  ich  würde  das  Anstrengende 
dieser  mühsamen  ISeweguiig  noch  mehr  empfnnden  huheii,  hätte 
nicht  die  leichte ,  ronie  Luft  des  syrischen  Himmels  die  Kräfte 
viel  Irischer  und  die  Lunge  freier  erhalten,  als  es  bei  gleiche» 
^trapat/en  in  unserem  Klima  zu  erwarten  gewesen  wäre.  Ich 
bin  oft  den  steilen  Weg,  welcher  von  dem  Siloalikanal  zu  dem 
SW.-Hügel  hinauffiihrt,  in  Sprüngen  Uuuigeeilt  und  empfand 
ob«n  ftngekonmien  za  meiner  eigenen  Verwundemng  eine  nur 
sehr  geringe  Beklenunung  des  Äthems. 

Die  Ausrüstung  des  Fellnchen  zu  Etdarheiten  ist  sehr  ein- 
fach. Mit  seinem  groben,  weiten  Mantel  aus  Ziegenhitar,  der  so- 
genannten abä/e über  ilen  Schultern  hcgicbt  er  sich  bald  nach 
Sonnenau%ang  an  den  Ort  der  Arbeit  und  wartet  dort,  falls  er 
mitAndren  gemeinsam  beschäftigt  wird,  bis  Alle  versammelt  sind 
oder  die  übrigen  ^"orbedingullgen  der  Arbeit  sich  erfüllt  haben. 
In  der  Regel  führt  er  nur  zwei  Werkzeuge ,  den  /äs  und  die 
madtchri^  [im  Plural  fvs  und  madKAär^] .  Erster  es  entapricht 
unserer  KmÜiaue;  meistens  ist  es  nur  an  dem  einen  Ende  hieit 
geschärft,  seltener  geht  auch  das  andere  in  eine  auf  allen  vier 
Seiten  von  der  Mitte  des  Eisens  an  gleichraässig  sich  verjüngende 
.Spitze  ans.  Der  kiirzi- .Stil  au?  Delbaimihül/.  wird  ohne  beson- 
dere Sort,'fa!t  durch  ein  Loch  des  Eisens  eingetrieben.  Für  einige 
Tage  hält  das  ^V'erkzeiig  wuiil  zusammen,  wenn  die  Erde,  in  die 
es  geschlagen  wird ,  leidlich  locker  ist.  Das  zweite  Geräth  ist 
eine  Hacke,  welche  ebenfalls  an  kurzem  Stil  gehandhabt  wird. 
Das  äache  Eisen  läuft  entweder  zu  einer  breiten  Schaufel  oder  in 
die  Form  eines  Dreiecks  ans.  Mit  äemfSs  wird  der  harte  Boden 
oder  eine  Schioht  von  Steinen  gelockert,  die  madtchrt^  dient 
dazu,  die  aufgelockerte  Erde  bei  Seite  zu  werfen  oder  in  Körbe 
zu  füllen.  In  Korben  'i-ußt,  l'lur.  kii/iif'  nämlich  pflegt  der 
■Fellach  Erde,  wie  auch  andere  Gegenstände,  m  Iranspurtireii. 
Sie  gehören  zu  dem  noch  wendigsten  und  darum  auch  begehrte- 
sten Hausgeräth  in  Stadt  und  Land  und  sind  auf  jedem  Sük  in 
Massen  zu  kaufen.  Sie  bestehen  aus  geflochtenem  Stroh  und 
liaben  die  Form  räner  offenen  Schaala  mit  flachem  Boden  ron 

1)  Meiit'dla  graprochea,  mit  fut  unhSrfaBmn  SDhlüfUttt  am  Ende. 
S.  die  BeMhiMbong  dlswi  Klaidimgutaekes  bsi  KLEIN  in  ZDPV.  IVp.  t9. 


20 


0.20  Meter  Hohe  uud  O.aO  Meter  DurchmesBer.  Ihr  Preis 
schwankte  wahrend  der  MoDate  meiner  Anwesenlieit  (Ende  Mhiz 
1)18  ivlitte  \iigiist]  zwischen  2'  i  bia  a  Piaster,  nach  unserem 

Gelrle  as  Iiis  1j  Pfe. 

G      I    I  I      1    I    1       r  l  1 

i;  U    k  I       M     t       I  !  Ih 

schlechtem  Zustande,  stumpf,  schadhaft  uder  so  abgoinitzt,  dass 
sie  ZOT  Arheit  untanglich  sind.  Aber  solche  Gerathe  pflegt 
der  Fellach  nut  Vorliebe  zu  bringen,  wenn  er  im  Lohn  emes 
Franken  arbeiten  soll.  Denn  er  hofFt.  dass  dieser  sie  ikm  wiid 
repanren  lassen.  Er  hat  vielleicht  erst  wenige  Stnnden  gear- 
beitet, so  beginnt  er  zn  klagen,  dass  er  mit  Semen  schlecbten 
■Werkzeugen  nichts  schaffen  könne .  wnd  zwar  um  so  eher,  wenn 
ptwa  sctnp  l  iasiioit  ihm  cmcii  Tadel  zugezogen  hat.  Der  Franke 
rl  nt  InolarVlUllt 
gern  paiir  I'i^isti;r  aiisgobou  .  welche  die  Ticpararar  des  las 
oder  der  tnadschran  kostet,  damit  der  Fellach  diesen  Vonvand 
zur  faiuneit  Kuntug  nicnt  loenr  geDraacnen  Kann.  jeaeiUBiis 
habe  ich  wiederholt  aus  diesem  Gnmde  die  kämmerlioben  Wedc- 
zeugc  metner  Arbeiter  zum  Schmied  geschickt.  Der  Fellach  aber 
rühmt  sich  tincbher  desaeii ,  dass  der  oFrendschi"  seine  Cleiäthe 
lialie  Tupürin;!!  miissi^n.  lüs  kiuiiint  alicr  »iicli  «ar  nicht  selten 
vor,  diiss  sich  im  iicsitz  eines  liaueni  wfiier  ein  JTis  mich  eine 
•ivnhrhi-uß  findet.  Viele  Silivnner  baten  midi  nm  Arbi-it  und 
wurden  abgewiesen ,  weil  sie  keine  \\"erli;oiiee  besa-iseii  odur 
Icibuii  konnten,  und  als  ich  Mitte  Aii[,'nst  in  ikr  des  ilorfes 

Mebastije  auf  dem  Itodeii  des  alten  Saniaria  einige  oberääcliliche 
Untersuchungen  anstellen  wollte,  liess  sich' im  Orte  nur  eine 
einzige  madtchrt^  aufCtnibBn,  frdUcb  mehrere  Geifithe  der  an- 
deren Gattung.  Sowohl  Herr  Missionar  Follscheer  aus  Näbulua, 
der  mich  an  jenem  Molden  begleitete,  als  auch  ich  wunderten 
uns  nicht  wenig  über  die  .\rmuth  eines  Fellach endorfes  gerade 
an  diosüu  Ointfon,  Oder  war  «s  JlisstraHcn  der  Leute  gegen  uns, 
dass  ■iie  ihre  Geriitlie  \  iTlmrijeTi  hielten '.  leb  hatte  freilieli  einen 
'•/HiyTi!  eiiini  heiitteni.'ii  GeiiMlaniii.n.  -.m-  N;,l>ulii-;  inililf iirinL- 
nien,  iiml  v.m  dm  lü.iyi'U  KiiL-iTn  und  i;ewallili:ilii;ui.  Hilnden 
dieser  Männer  des  Gesetzes  lürch  teil  die  Fellachen  das  Schlimmste, 
[ndessen  kannten  sie  meineu  Begleiter,  Herrn  Fallscheer ,  seit 
langen  Jahren  als  gerechten  und  wohlwollenden  Mann  und  wa- 


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21 


len  auch  epäteiUin  duicLaiis  nicht  zurückhniteiid  oder  ängstlich 
gegen  uns.  So  konnte  es  sehr  wohl  die  Wahrheit  sein ,  dass  es 
im  Dorf  nur  eine  madschrafi  gab,  die  gewiss  run  Hand  zu  Hand 
zu  wandein  pflegt  —  in  der  That  ein  vielsagendes  Zeugniss, 
nicht  nur  für  die  Armutli  des  Dorfes  überhaupt ,  sondern  beson- 
ders für  den  hernntei^ekommeiien  Zustand  der  Landwirthschaft 
in  Palästina,  ■ 

.  Ich  hatte  arät  dem  2S.  März  dieselben  FeUachen  in  Lcdin  Re- 
nominell .  welche  auch  Daurath  bchick  m  den  vergangenen  Mo- 
naten beschäftigt  hatte.  In  dieser  Woche  war  ich  seihst  deii 
(rrösstcn  Theil  des  Tagns  in  unniiltelhnror  Niihc  dn  Arbeiter; 

h     tte  n  I 

konnte  die  Pausen,  in  .hnn,  i.'h  dni  dij-ürco  .\i.fenlhiLh  in 


für  den  stetigen  i'ortganj;  ili^r  AiliL'it  v.u  surften  und  dictellachen 
auzuireioen.  Denn  giug  leinanii  ues  it  eges  vuruei  zum  t) üsser. 
so  waren  uaiu  tue  nanae  nae,  lernen  nacn  uem  Anaeren  in  £Uine, 
aber  die  Lippen  begannen  sich  um  so  eifriger  sn  regen.  Und 
sdessen  sie  gar  auf  einen  grossen  Stein ,  so  nahm  das  Gerede, 
wie  man  ihn  am  liesten  heben  könne,  kein  Ende  und  artete  nicht 
:ieiren  m  einen  icohaiien  AnnK  aus  /wisrlieu  deuten,  die  »m  kliig- 
sten  sein  wollten:  ein  inseiicv  /laiik  nlier  ist  fur  rlns  i'iufoTmiKe 
L  F       hon  die  reclite  ^VÜr/e .  wie  das  Sah  für  di,- 

p  m  7ut  nui^-isüi  niiri-rutlui 

befiLrclitün.  aa>-  die  I.eule  für  inei.i  (u'Ul 
schwatzten  nna  zankten,  h her  nur  nicht  arbeiteten,  hm  zuver- 
lässiger und  energischer  Aufseher  war  diiiigend  nothwendig, 
da  ich  selbst  nicht  beständig  bei  der  AiWt  zugegen  sein  konnte 
und  doch  heahsichtigte .  derselben  einen  grösseren  Umfang 
/.IL  Kci'eu. 

[n  Oer  Wiilil  eines  solelien  wurde  ich  durch  Haunith  HUK 
Üstcr  Goltlüh  liiinerlc.  ein  Mit- 
luf  Alifmse  Heveit.  ,lie  Auf-ielit 


gutem  Oeachick  gewst.  Ich  kann  nicht  umbin ,  auch  an  dieser 
staue  memer  Tonen  Zufriedenheit  mit  seinen  Diensten  Ausdruck 


22 


zu  geben.  Er  wurde  mir  mit  jedem  Tage  iinentb  ehrlich  er  und 
hat  zu  einem  nicht  geringen  Theile  dazu  beigetragen  ,  dass  die 
Arbeiten  ohne  eine  ernstliche  Stömng  verliefen.  Namentlich  in 
der  ersten  Zeit,  so  lange  als  ich  noch  nicht  mit  Am  Fellachen  in 
ihrer  arabischen  Jlnttcrsjirnche  vorkohrcii  konnte,  versah  er  zu- 
gleich das  Amt  eines  Dolmetsclieis  ifpgoniilier  den  Arheiteni  und 
den  Grundbesitzern,  mit  denen  ich  wegen  des  Grabens  zu  ver- 
handeln hatte.  Denn  er  hatte  sich  während  seines  Aiifenthaltes 
in  Falästina  schon  Tolle  Sicherheit  in  der  Handhabtmg  des  Ara- 
bischen angeeignet. 

Anfang»  hatte  ich  ihm  das  Engagement  der  Arlieiter  eben- 
falls übcrlaBsen.  Doch  sprach  or  sjiatcr  den  lebhatten  Wnnsch 
aiisj  von  diesem  hciklun  Gcschatt  befreit  zu  sem.  Die  Fellachen 
schoben  der  Auswahl .  ivelche  er  traf,  jicrsonhche  Motive  unter, 
schleuderten  ihm  den  \  orwnrf  der  Itestechung.  ohne  welche  der 
Orientale  kiium  ome  Entscheidung  von  seinen  Oberen  treffen 
sieht  und  sich  auch  nicht  zu  denken  vermag .  ins  Gesicht ,  ver- 
folgten ihn  mit  ihrem  Gezänk  bis  zn  den  einzelnen  Schachten 
und  versuchten  sogar  in  seiner  Abwesenheit,  ihre  St^ntsElinge  an 
die  Stelle  der  gedungenen  Arbeiter  einzuschieben.  Das  konnte 
allerdings  nicht  geduldet  werden,  und  der  \crdacht.  als  hesse 
sich  IJauerle  durch  Geschenke  in  der  Auswahl  der  T.euto  be- 
stimmen ,  hiitte  das  ehrliche  deutsche  (Tcrauth  tief  verletzt.  Ich 
entschlüss  mich  daher,  in  /iikuuft  selbst  diejenigen  zu  dingen, 
welche  in  der  lieticlli  inlrd  W  lu  he  heschaftigt  sem  sollten.  Jeder 
Jloiitag  Morgen  l"'t;;i}ni  mit  ilie^L'r  wichtigen  Angelegenheit,  die 
nicht  ledes  Mal  ohne  lebhatlore  Ereignisse  vorüberging. 

Anf  der  Hohe  der  untersten  Terrasse  des  SW. -Hügels  stehen 
zwei  Hauser,  welche  ein  altes  Ehepaar  mit  seinen  beiden  ver- 
heiiatheten  Söhnen  bewohnt.  Das  obere  haben  die  Alten  inne; 
es  umfasst  2  Gemächer,  deren  Wände  /iir  Hälfte  der  anste- 
hende, vor  Zeiten  zu  einem  Grabe  oder  einem  Gemache  be- 
haiiene  Felsen  bildet.  Dasselbe  diente  mir  als  Nicderbii;p  sämmt- 
licher  Arbcitsgcräthe.  Vor  dem.selhen  fand  daher  auch  7u  An- 
fang der  Woche  das  Engagement  der  Arbeiter  statt.  Zti  Fuss 
oder  auf  mimtercm  Esel  begab  ich  mich  möglichst  bald  nach 
Sonnenaufgang,  um  l>';i  oder  6  Uhr,  vom  Johanniterhuspiz  in  die 
Gegend  der  Siloahteiche  hinab.  Hier  erwarteten  mich  schon  die 
Silwaner  in  grosser  Anzahl.    Gmppenwräse  lagerten  sie  an  den 


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23 


Abhän(!en  iles  'l  liaka :  in  ihieii  farMRen  Gewändern  sclimückten 
aie  oft  mit  iTthl  nialeripch er  Wirkung  die  kniilcn,  von  der  Morgen- 
Sonne  hell  bc Sellien ene  11  Terrnseen.  Meine  Ankunft  war-  ihnen 
das  Zeichen  sich  zu  etheben,  ich  wechselte  mit  ihnen  den  ubli- 
ohen  MoigengnuB :  faiä^iitm  Ül-ehtBr  (iröitlicli;  »Euei  Moigen 
im  GIüc^n]  und  itöag  dann  mit  Heim  Bänerle  den  schmalen 
Felsensti^  zu  dem  erwafanten  Hanse  hinauf.  Binnen  kiueem 
hatte  mch  die  ganze  Schaar  dichtgedrängt  tot  der  Thür  des 
Hanses  um  mich  und  Jiäuerle  aufgestellt.  Einige  Male  fand 
sich  auch  der  von  der  ISehüide  mir  geschickte  Sahllje  ein,  um 
sein  Urtheil  übet  Fleiss  oder  Faulheit  der  einzelnen  Arbeiter 
abzugeben.  Schacht  nach  Schacht,  Graben  nach  Graben  wurde 
mit  der  erforderlichen  Anzahl  von  Leuten  im  Einverständniss 
mit  Bäuerle  besetzt,  jede  Gruppe  erhielt  die  notbwendigeii  Ar- 
britsgeiäthe  ausgeliefert,  dann:  yälläh'ala  lehufililattm,  ovor- 
värts  an  Eure  Arbeit  I «  Ich  hatte  stets ,  selbst  in  der  Erntezeit, 
die  sonst  allel^nde  eines  Dorfes  in  Anspruch  zu  nehmen  pflegt, 
mehr  Arbeiter  vor  mir,  als  ich  ansiellen  konnte.  Je  lichter  nun 
die  Keihen  durch  den  .\limarsch  der  in  Lohn  Genommenen 
Tninlen,  desto  lebhafter  und  dringender  wurden  stelp  die  Hufe  lier 
Znrückgebliehenen  um  Beschäftigung.  Ane.  aiie,  ja  c/iawädsche, 
lieh,  ich,  c  Herr!'  Fast  regelmässig  standen  im  Hintergründe 
einige  angesehenere  Männer,  die  Itir  ihre  Sohne  oder  Neffen  ein 
gutes  Wort  einlegten,  sich  für  ihren  Fleiss  und  ihr  gutes  Betra- 
gen Terböiffen  oder  auch  durch  Drohnngen  mioh  zui  Erfüllung 
ihrer  Wünsche  m  zvnngcn  suchten .  Gewöhnlich  hielt  der  Eigei^ 
thümei  das  Feldes  darauf ,  dasser  selbst,  sein  Bruder  oder  einer 
srämi  Söhne  an^ seinem  Grundstück  beschäftigt  iviirde.  Diese 
durften  also  in  erster  Linie  nicht  iilicrgangcn  wcnicn ,  falls  ich 
mir  guten  Frieden  sichern  wollte.  Auch  solche ,  welche  sich 
ordentlich  betragen  und  weder  durch  Faulheit  noch  l'ny-csrliick 
zu  Klagen  Anlass  gegeben  hatten,  nahm  ich  -^li'!-:  wii'dcr  iu  Ar- 
beit, und  nicht  wenige  haben  ohne  Unterlin  chunf;  ISbis2U 
Wochen  in  meinem  Dienst  gestanden.  Aber  es  gab  immer  eine 
Anzahl  Enttfiuachter  oder  Ünzufiiedener.  Falla  sie  bescheiden 
waren,  so  hefteten  täe  räch  wie  der  zKhe  Eoth  an  meine  Fersen 
tmd  verfolgten  mich  mit  ihrer  leisen  Bitte  nm  BesöhSitignng  von 
einer  Stelle  eur  andern ,  bis  mir  endlich  die  Geduld  ries  imd  ich 
den  Sabtije  beauftragte,  den  lästigen  Zuschaner  zu  entfernen. 


 21^^  _ 

hs  ivar  crsützlidi  zu  sehen,  mit  wcklicr  Zartheit  iheser  onontali- 
sdie  Tulizist  (Iiis  sI'uUikQini'  hehiUHlcllL' .  iveiiiastcns  ivenii  es  m 
(itsta;!  eines  enmcliseiieii ,  kiäfti(fi'ii  Miiiinea  vor  ilira  stand, 
keiiiu  Droiiung,  geschweige  denn  Anwendung  von  Gewah.  son- 
dern die  höfliche  Ditte:  »ffiuf^al,  rüh»,  «eeiBOgnt,  geh  fort  !• 
Dieaea  vorsichtige  Auftreten  hatte  für  einen  an  atramme  Ord- 
nung gewohnten  Norddeutschen  etwas  a.uBseo'oidentheh  Komt~ 
gches.  Ilnlli wuchsige  llitrschen.  denen  der  Hart  am  Kinn  erst 
keimte .  wurden  freiholi  kurzer  imd  rücksichtsloser  behandelt, 
dafiir  rächten  sie  sich  aber  nucli  durch  nuuiche  derbe  Neckerei, 
dio  sie  itcireii  den  .babtijc  ersannen.  Ich  bemerkte  bald,  dass 
sein  Muth  gmiA  (feiiau  .Lern  N^u-Iidnick  eiUsprüch.  mit  wcK-hein 
ich  ineini- U  uii>ebe  oder  lietelile  ihm  mittlieille.  leb  nebtete 
inicli  darnach  ein  und  konnte  so  auf  eine  sehr  bequeme  und  ein- 
fache ^Veiee  den  Orad  seines  Eingreifens  beetunmen.  Und  ein 
krilfägeteB  Auftreten  von  seiner  Seite  machte  sioU  bisweilen  ge- 
rade nach  önem  neuen  Engagement  der  Arbeiter  zu  Anfang  der 
Woche  nothwendig.  Waren  die  Enttäuschten  nämlich  weniger 
bescheiden,  so  versuchten  sie  wohl  durch  eigenwilliges  Eintreten 
in  die  Beilie  der  .A.rlieiteJiden  sich  eine  Stelle  zu  ertrotzen  oder 
die  Ausgrabun>{eii  durch  ir|;eiui  «eichen  störendeu  l'iingriff  zu 
hindern.  Frt'ilicb  erwies  sich  ^ei;eii  solche  auftrerefrte  Leideii- 
Bchaft  ein  kurze.*  entschiedenes  Wort .  eine  stillschiveigcnde 
DurchfüUrung  der  angeordneten  Massrcgel  oder  ein  ruhigoB 
Behaupten  des  Platzes  oft  Uber  Erwarten  wirksam,  dooh  muaste 
ich  auch  einige  Haie  den  sanften  oder  feigm  SabtSje  zu  raner 
emBthaften  Drohung  oder  abstossenden  Haltung  anfeuern,  da- 
mit er  die  unberufenen  Eindringlinge  und  Störenfriede  aus  dem 
Bereich  der  Arbeiten  entferne. 

Der  J.ohii  der  yellacben  belief  sich  in  derR^el  auf  6  Piaster 
oder  nach  unserm  Oelde  auf  HO  l'fg,  täglich,  .lüngere  Hursclien 
erhielten  -j,  tuchlijrere  Arbeiter  oder  solclie.  dif  schwerer  zu 
schaffen  hatten.  7  und  S  Piaster.  Nur  einem,  den  ich  anfangs 
fiir  sehr  nützlich  erachtete ,  habe  ich  H  Piaster  taglich  gezahlt, 
bis  ich  ihn  w^en  Unverschämtheit  eines  Morgens  we^agte. 
Abgesehen  von  der  leteteten  Summe  wird  man  diese  Sätze  nicht 
hoch  nennen  können,  zumal  wenn  man  in  Anschlag  bringt,  dass 
die  Atbeitezeit  räemlieh  lang  war.  Sie  begann  etwa  eine  halbe 
Stunde  nach  Sonnenaufgang,  zwischen  S'/i  nnd  6  Uhr.  L'm 


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12  Uhr.  d.  h.  wenn  die  Stimme  des  Mu'eddiu  vom  Minaret  deB 
HiirdiH  iVu:  (iliLiiUigen  zum  üebet  malmte,  erscholl  unter  deu 
Arbeiten]  der  freudige  Huf  JiTnandsoha- '}  —  nun  wurde  gerastet 
und  g^esseii.  Nach  anderthalb  Stunden  ertönte  der  Itefehl: 
tlßtnti  itch-iolaighU,  d.  h.  »bimgt  die  Arbeit  wieder  in  Gang«. 
Sie  wurde  fortgesetzt  bis  nngefiihr  S'/j  Uhr,  nämlich  bis  der 
Schatten  der  Berge  JemsolemB  von  den  Strahlen  der  Abendsonne 
auf  eisen  bestimmten  FeUblock  oberhalb  des  Dorfes  Silwm  ge- 
worfen wnrde  —  das  war  das  Zeichen ,  nach  ivetchem  mnetle 
den  Feierabend  ankündigte.  Freilich  muss  anoh  gesagt  verdeiL, 
dass  ein  Fellnch  bei  weitem  niflit  (iii^^icnige  leistet,  was  man  von 
euiem  deutpchen  Arbeiter  y.n  vrwiwU-n  \i\ifgU  Klima  und  Nah- 
rung  erlauben  ihm  nicht  diin  jjlcii^lit'  Miiss  von  Anstrengung. 
Jedoch  ist  seine  Trüglieit  weit  grösser,  iiln  die  Rücksicht  auf  die 
heissen  Sonnenstrahlen  im  Sommer  gebietet.  Üia  Europäer 
schaff,  ohne  seine  Gesundheit  zu  gefährden,  mehr  als  der  Ein- 
geborene, letsterer  ist  es  eben  gewohnt  zu  faullenzen,  dagegen 
lecht  viel  von  derArbeit  au  reden;  Fellaohund  scAt^^  [«Arbeite) 
erscheinen  als  untrennban  B^Ieit«r,  wie  Körper  nnd  Schatten. 
Was  nützt  ihm  auch  die  Auatrengmig  und  der  Sohweiss ,  da  er 
ans  1mij;cr,  langes:  Er&hnmg  weiBS ,  dam  die  Früchte  doch  nur 
iHi-  llLj:i(  rung  pflücken  und  gauesseik  wird?  lat  es  nir  ht  ^  ii  I 
kUigLT.  liiugsam  und  gemHchlich  zu  arfa«ten  nnd  sich  mit  den: 
Erwerb  des  Lebenaunterbaltes  für  sich  nnd  die  Seinen  zu  be- 
schmden,  als  grosse  Mühe  anfznwenden  und  einen  guten  'l'heil 
des  Gewinnes  in  andere  Hände  wandern  zu  sehen '.  (Ihne  Zweifel 
hat  der  nnTerstfinige  Druck  des  türkischen  Kegicruiigssystems, 
an  dem  eine  wohlwollende  Lokalbehörde  nur  wenig  ändern 
vermag,  die  Trägheit  und  Stumpfheit  der  ländlichen  Bevölke- 
rung nicht  imwesentlich  verschuldet.  Andererseits  hat  der  Feilsch 
so  geringe  Kedürftiissc ,  so  wenig  Aneprücbc  an  das  Leben ,  dass 
ihm  daraui^  kein  Autrieb  zu  gesteigerter  'J'hiiti^keil  en^üdl1^t, 
Wie  lioidieiden  war  die  Nahrung,  welche  ich  liäuii-{  die  Fella- 
chen während  der  Mittagsruhe  einnehmen  sah !  für  viele  be- 
stand sie  nni  ans  den  runden  flachen  Waizenbroden  {cAu&z 
feßa^in],  welche  etwa  um  8  Uhr  Mo^ns  niumttelbar  aus  dem 

1;  Dm  Wort  Ut  itaHenischea  Unprungs,  ea  kommt  von  mangiire. 


96 


Hacküfen  vun  de«  Frauen  oder  Mädchen  ihnen  gebracht  wurden. 
Manche  theilten  unter  sich  eine  Schale  geronnener  Milch  ./eben), 
nuch  einige  titück  Kiise.  oder  es  iviirden  vom  Sük  in  der  Stadt 
frieche  Frücht«  geholt,  namentlich  Gurken,  die  gern  roh  ge- 
gessen «erden  und  für  einen  Spottiireis  zu  hohen  sind.  Daen 
kreiste  der  Wssseikrug,  der  anch  während  der  Arbeit  nie  leer 
werden  durfte.  Nochhtar  rtraakeiM  einige  Taback,  d.  h.  sie  rauch- 
ten dne  kurae  Pfeife  [ffha^'Sit)  oder  Cigaretten,  welche  sie  aioh 
seibat  drehten ,  indem  sie  ttUtm  beledi  («einhömiBohen  Tabacki) 
in  die  Bchmalen  Papierstreifen  wickelten,  welche  zu  kleinen  Bü- 
chern zusammengeheftet  in  grnssen  Mengen  aus  Südirankreich 
und  Osterreicli  IWie»)  eingeführt  werden.  Das  war  nun  freilich 
nicht  die  ilauptmalilzcit  des  Tages,  sondern  nur  das  Frühstück 
i/ulür).  Jene  pflegt  der  Orientale  am  Abend,  um  Sonnenunter- 
gang, einznnekmen,  aber  auch  sie  ist  einfach.  Brod,  Früchte, 
Gemnee,  Eier  sind  ihre  gewühnlicbcn  licstandthdtc ;  denn 
Fleisch  wird  nnr  bei  festlichen  Gelegenheiten  gegessen.  Bei  so 
karger  Nahrung  ist  der  Fellach  allerdings  nicht  im  Stande,  die 
gleichen  Kräfte  aufzuwenden ,  wie  der  euroj^sche  Arbeiter,  der 
sich  hesser  nährt.  Auch  das  muss  hei  der  Beurtheilung  dieser 
Verhältnisse  nicht  ausser  Acht  gelassen  werden. 

In  (iiüsem  Ziisammenhanfre  kann  ich  nichr  umhin,  der  eifien- 
thiimlicheii  ychwierigkeituu  zu  i{edeiiken,  mit  dentn  die  Aus- 
zahliiug  desLohues  Jeden  S onn ah end  Nachmittag  verknüpft  war. 
Am  Ende  der  ersten  Woche  hatte  Banrath  SciucK  die  Güte, 
dieses  GeacMfl  mir  abzunehmen ,  weiterhin  erledigte  ich  es  mit 
Unterstütaung  von  Bäuerle  selbst,  doch  nie'  ohne  Seu&er.  Diese 
Schii-ierigkeiCeu  beruhten  auf  dem  trostlosen  Zustande  des  türki- 
schen Miinzwesens  und  auf  dem  grossen  Mangel  an  kleinem 

Mit  Geld  umzugehen  isi  in  Spien  überhaupt  eine  ver- 
«ifkelle  Sache.  Ilenu  clllK■e^el^t■n  \<iu  iIit  Kenntniss  ikr  rhrki- 
schen GeldwÜhniu);  muss  m^in  uucli  dii:  votkiimmenden  fremden 
Münasorten  sicher  in  jene  umrechnen  können,  sonst  wird  man 
täglich  das  Opfer  eines  leicht  geübten  Betruges.  Die  häufigsten 
Nemden  Goldstucke  sind  französische  halbe  tmd  gonie  «Pfändet 
(Napoleons ,  lira  frantaw^fe] ;  ihr  Kurs  schwankte  im  Sommer 
1S81  zwischen  106  und  107  Piaster.  Englische  Goldstücke  und 
mir  selten  in  die  Hände  gekommen,  deutsche  20-Markstüoke 


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 27 

ebeoBOWcaiig  nie  russische  Impennls.  An  fremileii  oilbermunzen 
henBCllt  ebenfalls  der  Franc  vor  und  die  gleichivRrthigen  italie- 
nischen, griechischen  nnd  rumänischen  Münzen  iLira,  Urachme 
und  Leu)  in  ganzen  um!  lialbeii  lituckeii  I  Franc  :=  a  I  iastfir 
1(1  Pttrai.  lliiiifigtT  als  on^lisoKi^  SdiillinKR  /u  B'/j  l'iaster  war 
nissisches  Silber,  1  Rubel  zu  IS  Tiaslcr.  51)-.  25-.  20-.  l(l-Ko- 
pekenstüche,  letztere  an  Werth  1  Fiaster  10  Para,  Die  türkische 
lAxB  (Goldstück)  galt  121  Piaster.  Diese  sowohl  als  auch  das 
Carldsche  Silbergeld  sind  gnt  geprägte  und  schon  auesehende 
Münzen.  Dasselbe  umfasst  Medschidne.  gewöhnlich  veikuizt 
Medschuli  (PI.  m«ÄcAirfy'a(),  zu  1,  '/j  und  soineStucke  von 
'  21  l  und  2  Piastern.  Namentlich  die  letzteren  sind  sehr  nied- 
lieli  lind  lassen  sich  zu  reizenden  hcliraucksaehen  in  der  niaiuinr- 
faltigsten  Weise  verwertlien.  Dann  folgen  ziTei  abscheuliche 
Ucldsnrteii,  die  uTspriin glich  schon  unter  dem  Werth  geprägt 
wurden  und  in  Folge  einer  begonnenen,  aber  nur  halb  ausge- 
führten Münzreform  nun  zum  Theil  auf  die  Hälfte  ihres  nomi- 
nellen Werthes  gefallen  "sind.  Ihre  turkuohen  Namen  sind 
AUlyk  undHescUib.  >Seahsert  nnd  »Fönfern  fron  Piastern  zu 
Terstehen) .  Die  ersteren  heiesen  in  Jerusalem  durchweg  wazafi ') , 
sind  etwaa  grosser,  aber  viel  dünner  als  unser  Thaler  und  wer- 
den nicht  viel  bilher  enthalten,  ^on  ihnen  giebt  es  auch  halbe 
i5tucke.  Noch  -ichlecbter  sind  die  lieschbk;  an  Grosse  stehen  sie 
den  ersteren  lueht  uncli .  ihr  Melallwerth  ist  aber  bedentend  ge- 
nnger.  Wirft  nuin  sie  auf  btem  oder  harten  bodrn .  so  klappt 
es,  als  ob  ein  Blcintuck  Iiinuulcrgcfailen  wate,  iuif  einen  hellen 
Silberklang  horcht  man  vergebens.  bte  sollten  ursprünglich 
6  und  &  Piaster  nach  dem  Regierungskurs  gelten.  Im  ge- 
irSlmlichen  Verkehr,  dessen  Kurs  hSher  ist  und  hier  ausschliess- 
lich von  mir  berücksichtigt  mrd,  sind  sie  seit  einigen  iTahren 
bedeutend  gefallen.  Der  Altlvk  ist  leUt  genau  so  viel  werth  als 
ein  ^  lertehned schuh .  dessen  liegieniugskurs  n  Piaster  beträgt, 
der  Heschlik  gilt  die  Hälfte  eiiiea  Altlyk  oder  \\  azari,  sowie  eines 
Viertelmedschidi ,  hat  also  genau  die  Hälfte  seines  Werthes  ver- 
loren. Ton  ähnlichem  Metall  sind  die  Stöcke  zu  I,  </]  und  74 
Piaster,  welche  aber  nur  sehr  selten  noch  vorkommen.  Ausser- 

1}  Unprfltiglicli wohl  auch  aatmyt,  •Vetietfieldx,  Adjektiv  iimwaär. 


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28 


dura  giebt  es  Kupfermüiineu  zu  5,  10,  20  und  10  Para,  i«  der 
Grüi^se  llu^il!^el'  .i(i-rfciiiiijf-.  Mark-,  ZweimadtrundThalentücke. 
Piuilpeira.sti'L(;ke  hohe  ich  in  Jt-ntsalem  gar  nioht  geBeben,  aber  in 

Im  kleinen  ^'eikelu  leclmet  man  duioWeg  nach  Finster 

,arill>i^cll  /;irsr/i  oder  v-teh,  Phix.  ifurSich  oder  urütcA)  und  Paia 
[orabisch/ui/ife;.  40  Fara  machen  einen  Piaster.  Nun  ist  aber 
das  Üblu,  ilasp  im  Verkehrskuts  der  Werth  keiner  einzigen 
Münze  sicli  auf  I'r  abriiiidel.  Die  KiL|>f'i>riiiiiiizeii  sind  so  enorm 
gesunken,  dass  ein  -Iii  Pnrftstiick,  d.  h,  ein  I'r,  nur  '5  l'aragilt; 

letzen,  ühv  man  ein,'ii  I'r  ausi^.ailen  kn.m.  VAn  llcsoinik  iiih 
2  i'x  und  Jä  l'a,  uiii  \V-.i7.nii.  eboiisu  ein  \  ieilelmedsühidi  I'r 
und  ;*Ci  Pa,  ein  halber  Medschidi  U  I'r  1ä  l'a,  ein  Medschidi 
22  Fr  20  Pa.  Maa  muee  also  s(«U  kleines  Geld  zulegen,  wenn 
man  volle  Pr  ausgehen  will.  Nur  genisse  grösBeie  Summen 
lassen  sich  in  Pr  rund  begleichen,  x.  1).  23  Pr  =  4  Waiari, 
91  Pr  =  4  Medschidi ,  02  Pr  =  IG  Wazari  oder  1  fi  Vierrelme- 
dschidi.  i]  Der  Kurs  der  fremden  Geldsorten  orpobt,  wie  aus  dem 
oben  Gesagten  erhellt,  ebenfalls  stets  IJniehthuile  des  Pr,  die 
Notli wendigkeit  des  kleinen  Geliles  ./.■ii/' a]  tritt  iilsii  um  so  drin- 
(fender  .jedermann  eiilHeRen,  Aber  gerade  an  kleinem  Gelde 
fehlt  es,  und  dieser  Mangel  ist  uni  so  fühlbarer.  hIs  die  Torhan- 
denen  Scheidemünzen  um  'y,  oder  1/;  ihres  Werthes  gesun- 
ken sind. 

Unter  solchen  Umstanden  war  es  eine  absolute  Unmöglich- 
keit, so  nel  kleines  Geld  beim  Wechsler  zu  erlangen  ,  dass  ich 
jeden  Arbeiter  einzeln  hatte  ablohnen  können.  Wie  es  auch 
ijon^t  in  Jerusalem  limuch  ist.  zahlte  ich  stets  an  GTU|ipen  von 
fi — 12  Fellachen  den  Lohn  aus,  diese  machten  sich  dann  ein 
Vergnügen  diiraus.  die  Smnmen  unter  sich  zu  thcilen.  Der  beste 

1  In  lüUKjror  Rechnung  tritt  also  der  fidtsame  Fall  t-in,  dn«4Vierlel- 
meiläohidi  mehr  gtlton  ah  ein  pnnzcr ,  denn  4  Viartolnicdschidi  =  4  X  ö^,«  Pr 
=  rj  I'r,  ober  ein  Medsdiidi  «ird  um-  in  2->>,  I'r  (tL-rechnel.  Solciion  Ge- 
winn beieichnen  die  Ar:it>f  r  ^Us  «Wim  r;!-  ÜbrijjtnK  gelten  alle  diese  Angnlieii 
nur  fnr  JerUBalem.  In  Hebr,)ii  und  Xrilmhis  hau«  im  Summer  ISSl  äet  Med- 
gcbidi ,  wie  grOuere  fremde  SlQnien  vom  Silberruliel  an  einen  viel  höheren 
Xnn.  Wenn  ich  nicht  irre,  galt  der  Medichidi  in  Hebron  29  Pr.  Dagegen 
w  sein  Verth  In  Jafa  und  Beimt  mit  dem  in  Jarunleni  identisch. 


29 


Sechner  empfing  dos  Geld  und  übemahm  stillBchweigend  die 
Verantwortung  dafür,  dasa  jeder  Mann  seiner  Grappe  Alles  bis 
auf  den  letzten  Para  erhielt,  der  ihm  gebührte.    Eb  war  aber 

mit  dieser  Erleichterung  nicht  genilgend  geholfen.  Seihst  dnss 
ich  das  l'nincrgeld,  M-clches  einige  iEinis-nlemer  .Iinli;ji  rtiisxuKt'buii 
pflegen,  mit  zvir  Ausüdihui^  vcnvaiidte,  niiiclile  nicht  jcdur 
Verl^^nheit  ein  Ende.  Entweder  hlieh  ich  den  Leuten  eine 
Kleinigkeit  schuldig,  oder  —  was  freilich  häufigei  vorkam  — 
ich  zaUte  ihnen  20  bis  40  Para  mehr  ans,  je  nachdem  ich 
dem.  Betrag  des  Lobnea^in  türkisoliem  Gelde  am  nSchsten  kom- 
men konnte.  Am  9.  April  besorgte  ich  die  Auslöhnnng  znm 
ersten  Male  selbst.  Ich  hatte  gemeint,  rascher  damit  fertig  wer- 
den zu  können ,  und  liess  es  fast  Feierabend  werden,  ehe  ich  be- 
gann. Kald  war  die  Sonne  hinter  den  HShen  Ton  Jerusalem 
ier!-ch\vniiden,  der  Mond  snmlte  schon  sein  volles  mildes  Licht 
in  dii^i  lief  eingeschnittene  llial  hinein,  und  noch  immer  sasB  ich 
Hilf  einem  rSteine  neben  dem  Siloahteicb  und  rechnete.  Wie  ich 
auch  das  türkische  Geld  zusammenlegen  mooht«,  es  wollte  and 
wollte  die  iinsziiznhleude  Summe  nicht  heTauekonunen.  Zufiülig 
blickte  ich  gen  Himmel  und  sah  den  hell  leuchtenden  Mond 
in  wunderbarer  Klarheit  durch  den  dunkelblauen  Nocbthimmel 
seine  friedliche  Strasse  ziehen.  Es  war  das  erste  Mal,  dass  ich 
ausserhalb  der  Stadt,  im  engen  Thal  zwischen  imgn  ansteigenden 
steilen  Hügeln,  meine  Antren  dem  hulieii  GeH  öllie  des  mond- 
beleuchteten syrischen  Iiininu4-  fin]Hnlii.lj.  Wir  ncliiiiint  «ari'n 
sie  von  dem  Eindrucke,  nnd  diis  IVrimdlid..'  Ilibl  ili>ri  »bün  iibw 
den  ernsten  Höhen  in  meiner  Umgebung  drang  mächtig  in  meine 
Seele.  Was  sollte  ich  noch  über  türkisches  Geld  mich  bücken  ? 
leh  dinckte  dem  Arbeiter  Lohn  genug  in  die  Hand ,  steckte 
mein  Buch  in  die  Tasche,  griff  nach  meinem  Stock  aus  dem 
zähen  Holz  einer  Eiche  von  Hebron  und  wanderte  langsam  den 
Berg  zur  Stadt  hinauf.  Der  "gute  Mondi  hatte  mich  schnell  alles 
Vngemach  des  fremden  Laudeü  vergei^seu  lassen,  eine  feierliche, 
friedliche  Stimmung  gewann  llauni  in  meinem  ller/rti.  Sii>  Mar 
mit  lieb  nach  den  mancherlei  Mühen  der  ^Vni  hr.  ninrircu  ""i" 
Palmsonntag,  der  Anfang  der  au  Feierlichki^itcn  in  .Inn-alrm 
so  reichen  «stillen"  Woche ,  der  lebhaftesten ,  ^^elehe  die  lieihge 
Stadt  im  ganzen  Umlauf  des  Jahres  kennt.  — 

Ich  komme  mit  einigen  Worten  auf  das  Jerusalemei  Papier- 


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geld.  zurück.  Sogik  theilte  in  dem  Jahiesbericht  Uber  die  l'alä- 
stinalitteratur  vou  187S  'j  mit,  duss  nach  den  Angaben  des  I'alä- 
eduaforscbers  James  Finn  die  Juden  in  Jerusalem  eiue  Art 
besonderer  Münze  schlagen,  «eiche  auf  dem  liaaar  kurrent  sei. 
Ich  habe  während  meines  Aufenthaltes  dürt  von  Mäa  bis  August 
1881  —  FiHN  berichtet  aus  den  Jahren  IS^A  bis  1856  —  selbst 
kein  anderes  jüdisches  Geld  gesehen ,  als  die  erwähnten  kleinen 
Scheine.  Vor  mir  li^  ein  solcher  Zettel,  7  Centimeter  lang  und 
4Vi  Cenüiueter  hreit.  Leider  sind  durcb  einen  Stempel  die 
ersten  beiden  Zeilen  des  in  hebrtüsober  Qnadratschrift  darauf 
gedruckten  Titels  unleserlich  geworden.  In  der  Mitte  steht  mit 
grösseren  Hudistaben  »  lü  l'nra  Fleisch«  ''tes  ■•ic  -lO  Ci?31S 
und  darunter,  nieder  in  kleineren  iiuchstttbeu,  der  Name  nJosef 
David  Herscbkonitz  ; ^innplETTn  tit  qDT'>.  In  die  linke 
obere  Ecke  sind  die  arabischeu  Ziffern  für  40  gedruckt.  Andere 
Zettel  lauten  auf  10,  20  Para;  statt  nFleischn  findet  sich  auch 
am  Ende  der  mittleren  Zeile  »Brodi  oder  ■Milohv.  Sie  sind  daher 
strenggenommen  kein  Fapieigeld,  sondern  Anweisungen  auf 
Btod,  MUeh  oder  Fleisch  im  Werth  von  10,  20  oder  40  Pata 
und  sind  bei  jüdischen  Eaufleuten ,  die  deigteichen  feil  bieten, 
einzulösen.  Faktisch  aber  nimmt  sie  iedermann  auf  dem  Sfi^ 
und  bei  anderen  (geringeren  /idiliinffcn  gern  für  banre  Münze  an, 
weil  sie  dem  unaiigcnelinim  Mangel  an  kleinem  Gelde  nicht 
umvesentlich  abhelfen.  Aus  diesem  Onmde  waren  sie  auch  mir 
für  die  AuslÜhnuug  der  Arbeiter  willkommen,  und  diese  ver- 
weigerten nie  ihre  Annahme.  Dass  aber  jetzt  noch  anderes  jüdi- 
sches Geld  in  Jerusalem  kursirc,  kann  ich  wohl  bestimmt  in 
Abrede  stellen.  Auch  Herr  A.  M.  Lunoz,  der  als  Glied  der  jüdi- 
schen Ghm^nde  der  Aschkensöm  mit  den  Vedüilbaissen  der 
Juden  dort  wohl  bekannt  ist  und  ausserdem  als  Herausgeber 
eines  binnen  Kurzem  erscheinenden  Jahrbuches  iJetusalemi  sich 
die  Eenntniss  derselben  noch  besonders  angelegen  sein  lässt, 
hat  mir  wiederholt  versichert,  dass  es  vou  Juden  geschlagene 
Münzen  dort  überhaupt  nicht  gebe.  Entweder  beruht  also  die 
Angabe  Fikk's  auf  einem  Irrthum,  oder  jene  Müncen  haben  nur 

1]  8.  2DPV.  n,  i;.  84. 

2]  J.  Funt,  StirriDg  timei,  Dt  Records  of  JeraaalBm.  Coiuulst  Chtoidoln. 
2  Toll.  laiB. 


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eine  kurze  Existenz  gehabt.  Dass  ein  Priratmaim  Bein  ngeDes 
Geld  führt,  kommt  freilich  in  SjTicn  \oi.  Üo  hat  derBeätcer 
des  Jerusalem-Hotel' s  in  -lafa,  Herr  E.  Hardegg .  seinen  Bedarf 
an  Scheidemünzen  dadiircli  zu  decken  K'^^nclit .  dass  er  gegen 
HintfrU'giing  einor  Kaution  von  der  türkischen  HeliÜrde  die  Er- 
laubniss  erwirkle.  kleine  Stücke  zu  1  und  '/li  I*^  ^i"^  Messing 
prägen  lassen  zu  dürfen.  Dieselben  iverden  nicht  nur  in  Jafa  als 
voll  angenommen ,  sondern  kamen  mix  auch  in  Jerusalem  in.  die 
Hände,  wo  ich  rie  der  Merkwürdigknt  wegen,  als  deutsches 
Geld  in  Syrien,  anhielt  und  tat  Erinnemng  aufbewahrte  ■). 

t}  In  dem  oben  eitirtenJaluetbericht  fbäXi  SoctNnocli  dne  uideie  anf- 
bllende  Angabe  Fnna'i  mit,  DlmÜGb  dui  die  Tudeo  in  Jeruulein  nadi  dem 
Tods  de*  Sulbuu  die  StidtsehlQMel  atbaltin,  ns  «alben  lud  wieder  nuüok' 
geben.  HenA.  M.  Ldkci  gab  mir  anf  tine  AnfTS||s  folgenden  Beeehridi 
£■  bittet  üeb  in  dn  That  da«  Hanpt  der  jadliehen  Oemrande  d«r  SepbaidliD, 
der  ClÄoMm  Bäschi,  >ei  ea  in  Person  oder  dnrch  einen  Freund  oder  durch 
■einen  IKenei,  die  StadticblOHel  von  dem  tOrktichen  OauTemeur  lu  ge- 
iiiuen  Zdtes  ans,  nnd  twar  im  Intereui  dner  jQ^ecben  Satiung.  Ei  iit 
dem  Jaden  yerboten,  >m  Sabbath  LaMan  in  tngen,  nur  inneibalb  leine» 
Haoae*  oder  lonea  Ho&s  iit  «>  Ihm  Ue  iii  dnem  geirfMan  Maei  geelattst. 
Wenn  nan  Terschiadene  Fenonen  oder  Familien  üch  Tsninigen  und  etwa 
ihre  benachtutteii  Onindstficke  dnrch  elnea  Zaun  irgend  welcher  Art ,  und 
sei  ee  auch  nur  an  Faden ,  abgrenzen ,  ao  gilt  auch  dieeer  BeurL  alt  ün  Hof, 
und  ebean  kann  «ne  durch  Hauern  dngsBchlouenG  Stadt ,  wenn  alle  ihre 
Bewohner  dahin  abweiokopunsn,  *U  ein  Hof  hetiMhtat  werden.  In  J«m- 
■alem  wohnen  aber  viele  Gojim ,  also  iit  ta  nrnnOgUeh ,  nna  Cberainkimft 
lur  Erleichterung  des  jOdiBchan  Sabbathgeeetua  lu  Stande  la  bringen.  Da 
bietet  nun  der  Beut!  der  StadUchlOsiel  Tsrmtigs  aymboliacher  Dentoi^  nnen 
glAuklichen  Aoiweg.  "Wenn  nbnlieh  der  tOrluache  GouTomeur  dem  eraten 
Vertreter  der  Juden  —  und  das  ist  der  Chäeböm  Böicbi  —  die  8tadt«chllluel 
flberliaat,  lo  riumt  er  damit  den  Juden  die'Betogmu  dn,  den  Ort  als  den 
ihriges,  all  eine  Anueddong  oder  Vereinigai^  Ton  Juden  lU  belraehteu  nnd 
die  Mauern  dar  Stadt  il*  den  Zmul,  weläxoi  cUeielbe  wie  einen  Hof  am- 
•ohlietit.  Sie  dOrfon  nun  auch  am  Sabbath  innerhalb  der  Stadt,  welche  jetit 
eis  eine  Wohnung  gQt ,  leichtere  Gegautinda  tragen.  Diesem  Zwecke  dient 
die  SchlDBaslceremome,  mit  der  die  Abacblieleung  einei  Vertrag»  Teihnnden 
■u  weiden  pflegt,  durch  weloben  den  Juden  gewehnlicih  COr  ünea  Zeitraum 
ron  15  Jafarän  die  durch  die  einmalige  Cbe^he  der  SchlOssel  eingeräumte 
Beftignlu  gaiantbt  wird,  tat  du  aaleher  Vertrag  nicht  genucbt  worden ,  lo 
wird  die  Cemnonle  bwm  Bagienu^nntritt  dne*  neuen  Soltans  wiederholt. 
Die  8chlüsael  bleiben  unige  Stunden  oder  eine  Ifacht  bei  einem  der  jüdisohan 
Hiupter  nnd  wsidea  dann  lurOckg^eben.  Dem  Oouremanr  pQqen  die 
gennunten  jadischen  OetneindBn  bei  dieser  .Oelmenhelt  ein  -Oeecbenk  in 


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32 


Ich  Buderte  an  der  Arbeiteaeit,  welche  die  Felkohen  einmal 
gevohnt  waren ,  nichts,  ich  sah  auf  gutes  Werk^itii^.  liess  dns 
schadhafte  repatiicu  und  kaufte  nach  lledarl  neue  Ucriithc  an. 
Glücklicher  Weise  gelang  es ,  anch  eiserne  Winden  bei  einem 
Katifmaim  in  Jerusalem  anirfiTiilig  zu  machen.  Diese  vaxea  im 
die  dreisohaikdigeii  BSoke,  welche  über  den  Schachten  zum 
£mp(a8chatfen  der  Erde  und  Steine  aufgestellt  werden  muBSten, 
durchaus  nothwendig,  und  diqenigen,  welche  ich  neben  ein^D 
anderen  Greiathen  sowohl  von  Banrath  Schick,  aU  auch  mit 
Erlaubniss  des  Konsuls  ans  dem  Muristan  erhalten  hatte,  reichten 
bald  nicht  mehr  aus.  Bretter  und  Italken  hezu^  icli  an»  <\«t 
Holzhondlusg  von  Hugo  Wieland;  sie  waren  siinimtlith  aus 
Fichten  geschnitten ,  die  ihre  schlanken  Wipfel  vorlicr  .Mi  ili'n 
Gebirgen  von  Steiermark,  Kämthen  oder  Krain  gen  Himmel  er- 
hohen  hatten. 

Die  zwei  parallelen  Glühen ,  die  mir  zur  AufEndong  alter 
Maueireete  dienen  Bellten,  begann  ich  aa  den  Funkten,  welche 
aufTafelVUImitl  und2bezeichnetBind.  AbAnfang  des  oberen 
bestimmte  ich  die  Ostseite  eines  Felablockes.  welcher  auf  der 
Grenze  von  vier  Ackerfeldern  zu  Tage  steht  und  deutliche  Spu- 
ren der  Hearbcitung  an  sich  trägt.  Die  Erlaubniss  zur  Arboit 
\  1  k         \    1     11  1      r       1  1 

\\         Iii  11       g  1        d        k  I 

l^ellaclieii  geiiieinijaiii.  Ijh  er  iirach  lag.  eu  konnte  ein  etwaiger 
EraatB  für  beschädigte  Früchte  gar  nicht  in  Frage  kommen.  Ich 
versprach  die  Wurzeln  der  Öll^ume  möglichst  zu  Bchonen  und 
nachdem  ich  gesehen ,  was  unter  ihrem  Acker  sei ,  die  Grüben 
zuschütten  und  das  Feld  wieder  in  den  von  mir  vorgefundenen 
Zustand  bringen  zu  lassen.  Auch  stellte  ich  nach  vollendeter 
Untersuchung  ein  liachschisch  in  Auasicht.  Dem  Eigenthumer 
wurde  die  Wahl  gelassen,  mitzuarbeiten  oder  nicht. 

Vom  .->.  I>i.-  /um  20.  April  lüibe  iuli  auf  iliusi^m  olleren  Felde 
graben  lassun.  Der  füste  Fel^en  .-^taud  /.iierst  iu  einer  Tiefe  von 
0,GU  bis  1  Meter  unter  der  Obertiilr.be  au  ,  mit  gelinder  Senkung 

überreichen.  Vun  einsr  Sulbun^  dur  SchlUaacl  war  UermA.  M.  LirNC£  nicht« 
bekonat.  Nach  seiner  Aussage  soll  dieaec  Oebrauok  auch  ia  den  Btldten 
anderer  Lindei  in  Cbung  hid.  Jene  jadisohe  Satiting  faetiitft  die  n-^o^^  des 
Sabbath,  speD.  die  l^;n  rqti'i.  8.  die  Comn.  mr  Misohtu,  Tracut  SabbUh. 


33 


naob  SSO.  Da  in  diesei  Sichtang,  etwa  4  Meter  von  dem  Aus- 
gangspnnlt,  einige  sohturf  abgeeohnittene  Stufen  des  Gesteins 
«ich  seigten ,  so  faestinunte  ich  als  die  weitere  Linie  des  Grabens 
ongefähr  die  Diagonale  von  dem  NW. -Winkel  xa  dem  SO.- 
Winkel  des  unregelmässigen  Viereckes ,  das  dieser  Acker  bildet. 
Auf  eine  lünge  von  10,30  Metel  iTurde  ct  foTtgescizt,  um  dem 
Gesenke  des  Felsens  nach  dieser  Seite  hin  zu  folgen.  Die  Stufen 
ivarea  in  Itreite  und  Tiefe  ganz  unregelmässig.  Üo  fiel  die  eine 
von  2,60  Meter  auf  ä,60  Meter  unter  der  Oberfläche  senkrecht 
ab.  Die  obere  Erdschicht  war  ganz  gewöhnlicher  Schutt  und 
enthielt  saeaeir  eiiugen  werthlosen  SÖhetben  nichts,  das  der 
Beachtung  Werth  gewesen  wKre.  Dazunter  lageite  meist  loset 
Geröll  Ton  kldnea,  gmt  unregelmäasig  geformten  Steinen,  wie 
sie  in  einem  Steinbruch  abzufallen  pflegen.  Femer  bemerkte  ich 
hier  und  da  noch  die  Spuren  der  Schrote,  welche  mau  in  den 
Felsen  getrieben  hatte,  um  die  Steine  auszubrechen.  Es  war 
alsn  zweifellos,  dass  diese  Terrasse  nicht  nur  ihre  ursprüngliche 
Gestalt  vfrloren,  sondern  dass  auch  die  Sparen  älterer  Beaibei- 
iiing  oder  Bebauung  Tollständig  von  ihr  verschwunden  waren, 
da  man  s])äteT  hier  einen  Steinbrach  betrieben  hatte.  Ich  konnte 
nicht  hoffen  dort  etwas  tu  finden  und  brach  die  Arbeit  einst- 
weüen  ab-  Vielldcht  entdeckte  idt  an  einer  anderen  Stelle,  was 
ich  suchte.   Dann  konnte  ich  den  Graben  zuschütten  lassen. 

Auch  der  nveite  Graben  begann  an  einem  Felsen,  welcher 
aus  der  nördlicben  Urenzmauer  eine.s  Urundstücks,  etwa  in  der 
Mitte  derselben,  um  einige  .Meter  vorsprang.  JJer  Acker  gehörte 
einem  Gerber  aus  der  Stadt,  der  hier  sein  Gewerbe  betrieb  und 
dazu  das  Wasser  des  nahen  Siloahkanals  benntute.  Zwei  kleine 
Gebttude  stehoa  auf  der  westlichen  IßUfte,  die  von  einigen  ÖU 
bSumen  und  Gxanatbusdien  beschattet  wird.  Anf  dem  ösdiohen 
Theil  grünte  junge  Gerste,  die  eben  in  die  Ähren  sohoss.  Zur 
ffilfte  waren  die  Halme  schon  von  der  Sichel  gefiUt  nnd  znm 
Fntter  verwandt  worden.  Meine  Än&age,  ob  ich  dort  graben 
könne,  stiess  aufkeilten  Widerspruch,  der  Gerber  sclmitt  noch 
mehr  (ierste  ab,  um  mir  Raum  zu  si'li^iffm,  niul  Aii>si.  ht  :ii.f 
eine  später  zu  zahlende  Entschädigving  »tplllc  iliii  völlig  zufrie- 
den. Der  Graben  folgte  anfangs  der  Senkung  des  Felsens  von 
N.  nach  S.  Sie  bestand  in  «nigan  unregelmässigen  Stufen,  die 
wohl  doroh  datAbhrechen  des  Felsens  zu  Bausteinen  entstanden 


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34 


sein  mögen.  Dem  Verkehr,  um  auf  ihnen  den  Bergrücken  hinan- 
zusteigeii,  können  sie  kaum  gedient  haben,  da  sie  gar  nicht  aus- 
getreten waren,  sondern  noch  eine  sehr  rauhe  Fläche  aufwiesen. 
Und  die  erste  derselben  lag  2,30  Meter  unter  der  Schcitelfläche 
des  Felsens .  an  die  absichtliche  Anlage  einer  Felscntreppe ,  von 
der  hier  i^inige  Stufen  erhalten  seien ,  kann  man  daher  nicht 
denken.  Ahwarta  betrug  der  Abstand  der  zweiten  von  der  eisten 
Stnfe  0, 20  Meter,  der  djdtten ,  die  jedooh  kaum  die  halbe  Länge 
der  beiden  übtigen  bat,  0,60  Meter.  Bei  dei  Biegung  des  Gra- 
bens stiesgen  die  Fellachen  am  zweiten  Tage  ihrer  Arbeit ,  am 
3 .  April ,  auf  zwei  Reihen  geschichteter  Steine.  Die  eine  ruhte 
unmittelbar  auf  dem  l'elsen ,  der  bis  hier  imr  Banfr  nacii  Osten 
geneigt  war,  und  lief  von  Westen  nach  Osten,  ]>ie  andere  hatte 
gar  kein  festes  Fundament  und  zog  in  der  Richtung  vun  N. 
nach  S.  Beide  waren  von  nur  geringer  Breite  und  Festigkeit, 
die  kleinen  Steine  waren  nicht  durch  Mörtel  verbunden ,  auch 
Terloren  miüi  ihre  Sptiren  bald.  Vielleicht  haben  aie  mal  als 
Feldgrenign  gedient,  jedenfiiUs  verdienten  aie  keine  ernstliche 
Beachtung. 

Weiter  naoh  Osten  senkte  sich  der  Felsen  in  ungleichen 
und  unebenen  Absätzen,  In  einer  Tiefe  von  3  Meter  unter  der 
Ackerfltiche  wurden  sorgfähig  liehaiienc  Stufen  gefunden,  die 
ohne  Zweifel  einer  von  S.  nach  N,  abwättsführenden  Feken- 
treppe  angehörten.  An  dieser  Stelle  war  die  Erde  ausserordentlich 
fest  und  hart.  Einselne  schwarze  Punkte ,  die  aus  der  dunkeln 
Sohieldi  in  VoUet,  satter  Farbe  sioh  abhoben,  gaben  sich  bei 
näherer  Untenuohung  als  kleine  Iblzkohles  zu  erkennen ,  die 
in  der  (UchtenSohnttlage  riidtTortrerfflichetliiilten  hatten.  Solche 
Spuren  eines  Brandes  an  dieser  StStte  waren  ruidi  1  bis  2  Meter 
weit  nach  Osten  zu  verfolgen,  sie  zogen  sich  in  einer  Höhe 
von  0,20  bis  0,^1}  Meter  über  dem  Felsen  durch  den  Boden  hin. 
Um  festzu t teilen ,  wohin  die  Treppe  fülire.  lios-^  ifli  in  ilirer 
lAuie  dun  Graben  cnvpitern.  Es  fatuli'ii  sii/li  :<  rcgirlmüssig  eiji- 
gefaauene  Stufen ,  an  deren  Seiten  der  Felsen  als  eine  natürliche 
Wand  emporragte.  Die  Breite  der  Treppe  betrug  oben  1,20  Me- 
ter, unten  0,90  Meter.  Die  H3he  der  rnnzelnen  Stufen,  von 
denrai  nur  die  obere  etwas  ansgebrochen  war,  belief  sich  auf 
0,40  Meter,  ihre  Breite  auf  0, 3Q  Meter.  Die  unterste  erhob  sich 
nur  um  ein  Geringes  über  den  Boden  des  künstlich  ausgehane- 


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nen  Baumes,  in  «eichen  die  Troppe  hinabfühTt«.  Dieser  war 
em  langbdeB  Viereck  von  4  zu  3  Meter,  dessen  Langaeiten 
(S.  nach  N,;  von  1  Meter  Hohe  einer  konkaven  Flache  glichen, 
deri.  1  p  r  1  1  d  rr  I  1  >.p  1  nitte  a  s  e  1  1 1  1  o 
11  (  l  I  r 

kl  I  kl  I  1    l     1      ü  b       t  Ue 

Ilallle  Ivel  gulegt  iviirilu .  neigten  sich  m  dem  Schutt  ilie  für  das 
(•en  olbe  bebauenen  bleme  m  gtotBer  Anzahl,  und  an  einer  Stelle 
lug  noch  auf  dem  felsigen  Wideilagec  Stein  aus  der  ersten 
Mauerschicht,  welcher  alle  Zweifel  über  die  urspriingliobe  Kou- 
sUuktion  dieser  Anlage  xa  lieben  geognat  wat.  Sie  war  Mher 
«ne  mit  gemauertem  G^Slbe  gedeckte  Cisteme  gewesen.  Wo- 
her das  Wasser  derselben  suflosa ,  habe  ich  freilich  nicht  fest- 
gestellt, da  idi  von  der  volIstiiiuHgmi  riiKn^ucliuna  des  Üanmes 
Abslaml  iiiil.iu.    l  ii^'L'l'.lliV  i-üii  dur  Milt.'  drr  fi-llit-hu.i  Li.iit;vfitf 

liaL-h    N.   zu    "Ul-    ILliliai.ll    -.iut  il.'U    (Ul~    ItlMMllH'ck,..,    tili  Irl,.!,-!! 

Schutt  eine  fast  lüe  übertiiiulie  des  liodens  eireicliende  Mauer 
aus  losen  Steinen  aufgesetzt ,  deren  Wagiäumung  viel  Zeit  und 
Mühe  gekostet  hatte  und  gchweiUoh  lohnend  g«weBen  wäre.  So 
lünderte  sie  mich  &eilich  daran ,  das  Noidende  des  kleinen  Bas- 
sins Bu  untennchen,  leistete  mir  jedoch  den  weaentUohen  Dienst, 
die  ArbeUei  unten  vor  dem  Einsturz  dieser  Wand  des  Grabens 
zu  schützen.  Bechte  neben  der  Treppe  war  in  den  Felsenboden 
der  C'isCeme ,  in  der  südö.stlicheii  Ecke  derselben .  ein  rundes 
Luch  vo.i  u.M  Meter  Tiefe  und  n.J.j  Melev  DniTli.i.fsMT  einf;e- 
haueii  «urdeii.  de>ft!li  lie.stiiiiuiuiig  iiiisiclier  erselieiiit.  _\iel- 
Icicht  hat  es  dazu  dienen  sollen,  den  runden  M'asserkrügcn  der 
hier  Schöpfenden  einen  festen  Standort  au.  bieten. 

In  der  Sstlichen  Fortseüning  de«  GrabeuE  bis  zu  der  Maner, 
welche  das  Feld  von  dem  W^  nach  Jerusalem  scheidet,  la- 
gerte der  Felsen  in  sanfter  NKgnng  nach  Osten  durchschnittlicli 
3  Mfitertief  unter  der  jebdgenOberffiiohe.  Es  wurden  auf  dieser 
Strecke  einige  kleine  Kupfermünzen  gefunden,  welehe  ich  sofort 
vursichliK  vM  reiiiii^i'n  sijchle.  Ijcider  ivar  in  dem  feuahtcii  Orte 

hatten,  ilirr  Vinbindiiiig  mit  der  Erde  eine  su  fc^lc  i;i;"'iii'lcn, 
dass  diese  sehr  schwer  von  ihnen  zu  entfernen  war.  Starke 
Siuren  gnffen  die  Mxinzen  selbst  so  sehr  an,  dass  sie  zerbrö- 
ckelten. Dennoch  gelang  bei  einigen  die  Reinigung  vorzüglioh. 


36 


aber  leitler  war  das  Geprüife  so  undeutlich  ffcivordeii ,  daBS  man 
dasselbe  iiii;lit  mulir  erkf'iiiieii,  geschweige  denn  von  den.  Sohrift- 
züf;e!i  etwas  zu  lesen  verniuchte.  In  der  Nähe  der  Cistenie  zeigte 
sich  ein  n  alire^i  Lafjer  l  un  Seherbeji,  Da  sich  noch  sehr  grosse 
und  im  Hrucli  ^[ut  erhaltene  r^tüek(;  vnrCandeii .  so  suchte  ich  die 
besten  aus  und  liess  (üeselbeii  iiacli  meinem  Quartier  in  der 
Stadt,  dem  Johftiiniteriiospiz ,  hinaufbringen,  um  dort  zu  ver- 
sucheii,  ob  sich  aus  den  Scherben  noch  etmu  Ganzes  oder 
giSssere  Theile  eines  Ganzen  xnsammeDsetzen  Uesaen.  Es  ge- 
lang das  freilich  nur  in  seltenen  FSllen.  Dans  ich  sogar  auf  die 
Scherben  Acht  hatte ,  fiel  irenigstens  einem  ITieil  meiner  Fella- 
chen nicht  übermässig-  auf.  Jlanche  von  ihnen  hatten  schon  au 
den  van  Cji.  Wahues  geleiteten  AnsgraUnnjfen  mitfj-earbeitet ; 
(kher  war  es  ihnen  llicht^  Neues,  wenn  sulehe  (ie^jenstünde,  wie 
Scherben,  die  man  auf  den  Wet;  /n  werfen  und  m  /citreten 
pflegt,  von  einem  Franken  gan/.  anders  nngesehen  werden,  so- 
bald sie  in  gewisser  Tiefe  unter  dem  Doden  liegen.  Um  so  mehr 
verwunderte  sich  über  diese  Scherbentranapoite  eine  stattliche 
Sethlehemilän,  welche  in  der  Knche  des  Johanniterhospiies  be- 
schäftigt war.  Sie  liess  mir  sagen,  sie  könne  mir  eine  vielgrSssere 
Menge  von  Scherben  bringen,  auch  noch  bessere,  als  jene  seien; 
es  werde  mir  billiger  kommen  ,  als  wenn  ich  den  Fellachen  die 
Mühe  des  Hera« fscha Heus  veigütete.  Sie  wird  es  aueh  >voh!  ge- 
wesen sein,  welche  nach  dieser  Liebhaberei,  die  ihr  noch  nie 
bcj^egnet  war,  in  echt  arabischer  Weise  die  htlifa,  den  Bei- 
namen, für  mich  prägte.  Et hmtete Mtto  acAa^j/i,  Scherbenmann, 
wörtlich  QScherbenvatera . 

Auf  der  anderen  Seite  des  Weges  Heaa  ich  den  Graben  foit- 
aetisen.  Das  Feld  gehörte  einer  FamiHe  der  Sephaidim,  welche 
auf  einer  niedrigeren  Termsse  neben  demselben  ein  eigenes  Hans 
bewohnte.  Da  der  Vater  gestorben  war,  so  stand  es  unter  der 
vormundschaftlichen  \'erwa!tnng  eines  \  erwandten ,  ebenfalls 
eines  spanischen  Juden.  AIk  ich  diesen  um  die  Erlaubniss 
fragte ,  einen  Graben  durch  den  br.ich  liegenden  Acker  ziehen 
m  dürfen,  hatte  ur /war  ni,-hl~  d;igi>(ren  einzuwenden ,  fallsieh 
denselben  wieder  /nseluitten  luss,.,,  wollte,  wühsehlf  aber  unsere 
Übereinkunft  schriftlich  zu  haben.  Ich  dachte  unwillkührlieh 
an  den  aScheinu  Shylock's  im  Kanfinaun  von  Venedig  und  konnte 
das  Lachen  nicht  ganz  nnt«rdrticken.  Jedooh  erklärte  ich  mich 


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37 


bereit,  ihm  mein  Versprechen  sclinfthch  zu  ^ehen,  wenn  er  es 
durchaus  miSEche.  veisicherte  ilim  aVier  zu};leich.  es  Bei  Aae 
nicht  nothiR.  Muecli  läivn  9  »Es  ist  mclit  nutliiif  • '.  fragte  er  «u- 
ruck.    Meine  iiochmahKe  ^  ersiülienimr  lieniliigtc  ihn.  ich  hatte 

ich  riji^itcr  zu  erlalireii  tielcifenhcit  liatti:.  ilurcli  Mim  aiippniohs- 
loses  Wesen  und  Beiue  rechtachaßeue  (jesiiiiiuiig  sehr  vortheil- 
haft  von  dm  Fellachen,  deren  Geldgier  imd  Zndnnglichlceit  mich 
noch  genug  jäageoi  aoUt«. 

Der  Boden  dieses  Feldes  mr  mit  zahlieiidien  kleinen  und 
grossen  Steinen  vennischt.  Die  Arbeit  vuide  aher  noch  be- 
scbirerlioher.  als  die  FeUscben  etwa  2  m  unter  der  Olierflache  auf 
ein  Lager  von  Steiuhauersohutt  stiessen.  l)a^  Oeroll  fiel  ihren 
Händen  entgegen  und  auf  ihre  Fusae  hinab.  <iir  ande  iIcp  Gra- 
bens druliten  emEUStursen.  Dennodi  Reliin^;  l's.  ikii  l'fi-en  in 
eiiii!i  liefe  von  3.20ni  zu  erreichen.  .Vhev  -nitv  Olieiliai-lii:  ivar 
nicht  mehr  die  natürliche,  ea  waren  einst  oteiiic  von  ihm  ah^a- 
spalten  ivoidra,  ich  war  also  abetmala  in  emen  alten,  langst 
verlasBoien  imd  veTgesRänfiii  Stembrooh  geratben.  Daher  Lese 
ich  diese  Stelle  des  Grabens  wieder  ausfiillea  imd  die  Arbeit 
einige  Meter  weiter  nach  oü.  fortsetzen. 

Es  giiiK  <ini  diese  Zeit  nur  langsam  vorwart!':  denn  am 
1".  April  h^ann  die  Osterwoche  der  abendländischen  und  am 
Ii.  Apnl  die  der  mo^enlandischon  Kirchen.  An  den  bei  uns 
üblichen  Feiertagen  fiel  die  Arbeit  natürlich  aus .  und  da  der 
Itnechische  l'atnarch  in  der  zuvorkommendsten  und  hebenswur- 
digsten  Weise  nuah  zu  den  Festlichkeiten,  die  m  der  folgenden 
Woche  m  der  Grabeskirahe  stattfanden,  regelmässig  emladen 
hesa  und  mir  stets  m  semer  limgebung  einen  bevoiaugteu  PlaU 
anwies,  so  versäumte  ich  nicht,  diese  Vergünstigung  auszunutzen. 
Es  Riebt  |a  keinen  andoron  Ort  in  der  Welt,  welcher  zu  ver- 
ftleiciieiidei-  lletraelilmiL'  df-  Kultus  aller  christlichen  Gemein- 
Ktliafti'ii  i'inr  >ü  beinienie  und  fiir  einen  llleologeii  besiindeis 
aii/iebende  lielej^euheit  bica.  t.  als  JeruSEdem  !  Wie  konnte  ich 
diese  läge,  m  denen  die  gneclnschekirehe  den  strahlenden  &hmz 
imil  die  ansprechende  f>vmbolik  ihrer  Gottesdienste  zur  vollen 
Entfaltung bnngt,  gleicligiltigun  mirvorubcrgeiicti  lassen?  Leider 
traf  es  sich,  dass  Herr  Iföuerle  in  dieser  Woche  nicht  regolmilsBig 
bei  dn  Arbeit  zugegen  sdn  konnte;  es  fiel  dah^r  nicht  nur  die 


88  

Loitiing  der  Arbeiten .  soiiilem  auch  die  Auisicht  über  dieeelben 
mir  alicin  zu.  So  kam  es,  dass  ich  häufig  auB  der  Grabeskirohe 
direkt  zu  den  AusKraliuiiai'n  cdte.  lind  nachdem  ich  die  Hekeiiner 
de«  IslaiiL  üurt'chl  ijüivirspii  oder  1-nedeii  unler  ihnen  nef-Mtet 
hiltL  1  w.  l  1  t  t  1  I  1  rl^  1  liK  11  II.  Ii  M  l  Ii,  i  >\ 
lieh  hfirrüs-cndfii  PatiiaiLOit'ii  iciiiiickkchrtc  und  mich  von  Nonpin 
unter  die  grosse  Schaar  iter  chnsthchen  Pilger  des  Ostens  ge- 
sellte, welche  dte  von  Weihrauch  dnrchdufCetea  fikume  der 
Küche  des  heüigen  Grobes  ihllten.  Es  berührt  nach  scfameis- 
lich,  in  dem  Augenblicke,  wo  ich  diese  Zeilen  niederschreibe,  in 
den  Zeitungen  die  Nachricht  von  dem  Tode  hr.  Seligkeit  de« 
Patriarc)ien  Hierothpos  zu  lesen.  Kr  starb  am  2fl,  Juni  d.  J.  in 
Jenipalem  nn  den  folgen  eiiips  Stnr/es  vom  l'terdo.  l.m  so  Ipli- 
hafter  treten  mir  die  .Stundet] .  m  denen  icli  in  doi'  brabeskirche 
ihm  nahe  n-ar  oder  in  seiner  Residenz  mit  ihm  vrrkehrtp.  vor  die 
Seele.  In  dem  diehtePteii  (j(.'drant;e  der  l'rni'esMoiieii  verga-^--  er 
nie.  sivli  durch  einen  Itlick  zu  vergen  issern.  oh  ich  meine»  i'latz 
in  seiner  Umgebung  noch  behauptet  h^te,  und  wenn  ich  in  dem 
grossen  Saalo  des  Patriarchates  an  seiner  Seite  saes,  habe  ich 
mich  oft  an  dem  IVeundliohen  Ausdruck  seiner  Augen  erfreut. 
Die  kleinen  Geschenke,  ivelche  ich  ans  seiner  Hand  empfing, 
"erden  mir  immer  iverthvoile  Andenken  an  den  Verkehr  mit 
diesem  lieliensiviirdig-en  Kirch enfiirstcn  bleiben.  — 

liei  der  Fürtsetzuiit;  des  Grabens  trafen  die  Arbeiter  an  zwei 
l'unkti  n  iiiif  Milurit.  (M-k,  das  in  einem  rechten  Winkel  anein- 
andei>rii'->.  und  luudi  innen  mit  festem,  rolhem  Cement  bekleidet 
war.  Dasselbe  setzte  sich  südwärts  unter  der  Erde  fort,  und  um 
es  frei  zu  legen,  muBste  derGraben  nachSüden  erweitert  werden. 
Dadurch  kamen  zwä  Uräne  WasseibehBlter  zu  Tage,  die  beid& 
nicht  in  den  Fehen  gehanen,  sondern  aufgemauert  waren.  Ja 
ihr  Hoden  selbst  wurde,  wie  sich  später  ergab,  noch  nicht  von 
dem  anstehenden  Felsen  gebildet.  Der  östlicher  gelegene  (Tafel 
I,  B  hatte  eine  Breite  von  1,20,  eine  Länge  von  2,40m.  Drei 
ungleiche,  sehlecht  erhaltene  Stufen  führten  zu  seiner  geringen 
Tiefe,  die  sich  auf  1,76ni  belief,  hin.ib.  Die  ISreite  derselben 
wechselte  zwischen  0,30  und  0,COm.  ihre  Hohe  zivischen  0,30 
und  0,7äm.  Da  die  gegenüberstehende  Wand  nicht  in  einem 
rechten  Winkel  den  Boden  berührte ,  sondern  mit  ihm  wie  mit 
den  Langseiten  des  Bassins  eine  leicht  gerundete  Ffäche  bildete, 


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80  blieb  zur  Aufnahme  voiiWaBSev  nur  ein  geringer  Kaum  übrig. 
Von  einer  \  ümcbtiuiK'.  tlie  dem  Zufluss  oder  dem  Abtiuss  des 
Wassi.Ts  podii'iil  bütte,  vcrmocbte  ich  nichts  zu  entdecken.  Der 
nestlicher  gelegene  IJehälter  (Tafel  I,  A]  scheint  eine  ähnliche 
Ausdehnung  gehabt  zu  haben.  Seine  Kreite  nnd  Tiefe  zeigten 
das  gleiche  Maass  von  l,  iOm.  Die  tirepriingliche  Länge  konnte 
nicht  mehr  festgestellt  werden.  Denn  0,8Bni  von  der  erhalteneu 
ilieitseite  entfernt  wurde  das  Baiein  von  einer  Schicht  unoident- 
Hcli  gAegte/r,  Üiailweiee  aber  dunh.  Mörtel  verbundener  Sterne 
wie  von  einer  rohen  Mauer  durohechuitten.  Die  Soitenwände  des 
Hehälters  waren  durch  die  Herstelluug  dieser  Schicht  lerstört, 
das»  kein  Zn'eife!  daran  übrig  blieb,  dass  die  rohe  Mauer  aus 
jüngerer  Zeit  stammte  als  die  Anlage  des  kleinen  liaesins.  loh 
liess  die  Steinschtcht  durchbrechen  und  unter  dem.  Schutz  einiger 
ISretter,  die  das  Herabstürzen  des  Erdreichs  verUnderit  sollten, 
untersuchen,  welche  ISewandtniss  es  mit  dieser  Alauer  hatte. 
Hinter  ihr  lag  steiniger  Boden  von  1  m  Dicke  und  dann  hemmte 
iriedenun  rane  f^Bte  Maaet  das  weitere  Vordringen.  Sie  sag  aioh 
etwa  in  einer  Hefe  von  2m  unter  der  Obevfläiäie  des  Temins  in 
der-Bichtung  von  NW.  nach  SO,  hin  und  ruhte  auf  dem  Felsen, 
der  1,60m  unter  dem  Itoden  des  zuletzt  beschriebenen  Wasser- 
behälters gefunden  wurde.  Vor  der  Mauer  war  eine  kleine  Itinne 
in  das  Gestein  gehauen ,  das  sich  sanft  nach  Sü.  zu  senkt«.  Die 
verwendeten  Steine  waren  klein  und  nicht  sorgfältig  behauen 
(Tafel  I,  C' .  die  Dicke  der  Wand  nicht  bedeutend,  wie  die  an  der 
Stelle  Tafel  I,  C'i  auageführte  Untersuchung  ergab. 

So  stand  ich  endlich  vor  einer  Mauer  1  Aber  war  es  die  ge- 
suchte Stadtmauer?  Das  Alter  des  Bestes,  den  ich  vor  mir  sah, 
konnte  nicht  gering  sein;  hatte  man  doch  diese  Slaner  auf  den 
festen  Felsen  gegründet,  während  die  nur  1 — 2ra  entfernten 
Wasserbehälter  mitten  in  dem  Schutt  angelegt  warenl  Dennoch 
vermochte  ich  einen  Rest  der  Stadtmauer  nicht  darin  zu  erkennen. 
Die  Dicke  war  geringer,  die  Steine  kleiner,  kurz  das  Ganze  un- 
an sehnlicher,  als  man  nach  den  zu  Tage  liegenden  und  liereits 
au%efundenen  Besten  der  alten  Lmwalluiig  Jerusalems  erwarten 
durfte.  Auch  wies  der  umgebende  Hoden  darauf  hin,  dass  der 
Graben  die  Grenze  des  alten  Stadtbezirkes  noch  nicht  über- 
schiitten  hatte.  Die  kleinen  Wasserbehälter  waren  schwerlich 
ansBcrhalb  der  Maner  angel^  worden;  der  Schutt  neben,  in 


4(1 


imd  unter  ihiiRn  zeigte  dieselbe  Beschaffenheit .  die  icli  üchon  in 
dum  westliclioii  Gilben,  auf  dem  Felde  des  Gerlier^^.  aii)retroffeli 
luitte  i>.  ]).  3-1).  Er  war  von  dunkler  Farbi;  und  vuii  Knbh^urGsten 
dmchsetzt,  auch  hier  hatte  also  ein  Hrand  die  Sladt  zerstören 
helfen.  Die  Teisohiedenen  S«Bte  von  HauBgeräthen,  weldie  wäh- 
lend dei  Arbeit  gefimden  worden,.  teogbeD.  eben&Us  daSr,  das« 
diese  Stätte  einst  bevohnt  gewesen  war.  Neben  zahlreichen 
Scherben ,  dereu  eiue,  mit  einem  Stempel  vetsehen ,  auf  Tafel  X 
unter  A  abgebildet  ist,  wurden  Bmobstuoke  von  Bteiucmcn  Krügen 
und  Schalen  mit  einfachen,  aber  sorgföl^  in  griechisch-römi- 
schem Stil  ausgeführten  Verzierungen,  sowie  zerbrochene  Jlülil- 
steiiie  zu  Tilge  gefiirdort.  Während  eratere  auf  einen  gewissen 
Wulilataud  der  einstigen  Bewohner  dieser  Stätte  schliessen  lassen, 
insofern  sie  kostbaicrea  Hausgeräth  als  die  gemeinen  Thon- 
waaren  besessen  zn  haben  scheinen  ,■  weisen  letztere  nicht  noth- 
weadig  darauf  hin;  denn  Handmöhlen  waren  und  sind  noch 
heute  in  jeder,  sowohl  der  reichsten,  als  auch  der  ärmsten  Haus- 
h&ltung  vorhanden.  Die  dort  gefundenen  Mühlsteine  bestanden 
ans  Basalt  und  zeigton  gegen  die  jetzt  üblichen  den  üuteracliied. 
daSB  sie  nicht  mit  so  stark  convexen  und  conkuven ,  sondern  mit 
nur  wenig  gekrümmten  Fliielii^ii  a\\(  i;iiiiiiuler  tjopHssl  wari'u.  Sie 
hierzu  lieschreibrii.  iT-cliciiil  ji'durli  iilicrfiti-Hif  da  diis  Hchon  zur 
Genüge  geschchi"'ii  \>t. '  Die  Münzen,  wi'khi'  iIl'tu  Schutt  auf- 
gelesen wurden,  waren  theiU  römische,  theils  arabische,  olme  be- 
sonderen Werth.  Jene  geringfügigen  MauerreBte  aber,  auf  welche 
ich  in  diesem  Graben  gestossen  war,  mi^en  ne  nun  deutbar  sein 
oder  nicht,  legen  ein  beredtes  Zeugniss  dafür  ab,  dass  auf  diesem 
Boden  eine  gewisse  Zeit  hindurch  viel  gebaut  worden  ist.  Die  auf 
demFelsen  ruhende  Mauer  nimmt  ohne  Zweifel  das  liöchsteAlter 
für  sich  in  Anspruch,  jünger  ist  die  Anlage  der  beiden  Wasser- 
behiilter,  da  sie  im  Schutt  iiuf^e mauert  sind,  und  noch  s])ä.tpr 
niu-s  die  Mauer  diireli  das  iins,iii  A  :rele(;t  worden  sein,  da  durch 
MB  dasselbe;  üürslüil.  u  unlc.  ^"un  dem  Orle  dieser  beiden  kleinen 
Iteservoirs  bis  zu  dem  Ostrande  des  Feldes  zog  sich  der  Felsen 
in  einer  Tiefe  von  i  m  unter  der  Oberfläche  hin ,  mit  einer  kaum 
raerMiohea  Senkung  nach  Osten.  Am  9.  Mai  war  der  Giahen 

1,  Neuerdings  I.B,  in  BiSEM'i  BibUwlwmHsadnatterbueb  p.lnlTf.,  la- 
irie  in  EbeBS  und  GVTHE,  Falaadiu  in  Bild  und  Wort  I,  p.  USff. 


41 


wieder  zugeworfen  und  jede  Spur  meiner  Ausgrabungen  ver- 
scUwuudeu.  Der  Hesitzer.  der  oben  erwähnte  sjianischc  Jude, 
verziehteto  fiir  sich  tmf  jede  Vci^tuiig,  Hess  mir  aber  sagen, 
dass  er  ein  Üesclii.-iik  fiir  snin  Miiiuk-l .  dem  diih  ünuidstÜfk  ge- 
hörte, annehmen  iveivie.  Ich  verlehllc  iiif  lii  .  die-i  ii  AVink  j.w 
befolgen. 

Eine  Fortsetzung  dieses  (irabene  in  üsCHclier  Eiclitung-  halte 
ich  ^efgetk  mehzeier  Schwierigkeitea  aufgegeben.  Das  Fdd  des 
Jaden  wurde  mf  dieser  Seite  (Tafel  I,  D)  durah  eine  Mauer  ein- 
gefitsst,  welche  steil  aus  eönem  schmalen  Wege  aufetteg,  der 
etwa  2  m  unterhalb  der  Feldflache  zu  dem  Wohnhaus«  der  spa- 
nisch -jüdischen  Familie  führte.  Jenseits  dieses  Weges  dehnte 
sich  eine  mit  Gemüse  bepflanzte  Terrasse  von  geringer  Kreit« 
aus,  und  unter  ihr  in  einer  Tiefe  von  1- — 2m  trat  der  unbehauene 
Felsen  in  so  (■ch.riitfem  Abstürze  hen  or.  dasf  er  eine  Mauer  nie 
getragen  liaben  konnte.  Den  Weg  und  die  Teriasse  auf^unülilcn 
und  wiederherzustellen,  wäre  weitläufig  und  sehr  kostspielig  ge- 
weeen.  Um  aber  doch  diese  tic^T^d  wenigstens  ein  Mal  bis  zur 
letzten  östlichen  Klippe  m  dttrohschneiden,  beeohloss  ich«  önige 
20  Schritte  abwärts,  auf  dem  südlich  angrenzenden,  3 — 4  m  tiefer 
lit^enden  Felde  [TafeM'ni,  3)  einen  Graben  zu  ziehen.  Am 
10.  Apnl  wurde  dort  die  Arbeit  begonnen,  und  schon  nach  we- 
nigen Stunden  war  der  anstehende  Felsen  erreicht.  Er  ragte  von 
Norden  her  in  den  Lauf  des  Gnibens  und  ivar  in  flaeher.  ciii- 
wart  „lu  y  Wüniuni;  beliauen.   Ohne  Zweifel  bütte  ich  den 

übereil  TheLI  einer  7ei>türleii  (■i^l..rlle  vnr  mir,  di'iei,  W  and  j,- 
doch  an  ileit  ul)rigeii  ISeiten  ausgebrochen  war,  wahrsclieiuhch. 
tun  Uanmaterial  zu  gewinnen.  Ich  rückte  sofort  mit  der  Arbeit 
um  einige  Meter  nach  Osten  —  denn  üne  setstötte  CiaUme  aus- 
bringen und  dann  wieder  zuschütten  zu  lassen,  wäre  ja  vergeh- 
liehe  Mühe  gewesen  —  und  beschloss,  den  Graben  in  zweifacher 
lliegung,  zuerst  nach  Süden ,  darauf  wieder  nacb  Ofttcn.  gegen 
das  Kidronthal  weiterzuführen.  Auf  der  Strecke  EF  wurde  der 
Felsen  in  einer  Tiefe  von  H.  lum  Rcfnmleii-  ^ieine  FHiehf  bildele 
hier  den  Aiifaiig  einer  »iileren  Stufe,  .lenn  >oii  W.-.t.-i>  her  übiT- 
ragte  das  anslebtiude  Ge>lHu  in  eiim>hien  lile.keii  von  'lia  bis 
2,20tn  Höhe  den  blotsgclegten  Felsboden,  in  diesen  war  eine 
mehrfach  gekrümmte  Rinne  von  0,60m  Tiefe  und  0,40 m  Breite 
eingehauen,  welche  auf  mne  Strecke  von  ungefähr  3m  in  dem 


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_  43 

Durchstich  tw  Tiigo  kiira.  fÜt'  h»ite  nhiie  Ziveifel  einst  als 
Kimal  fjeiliL'iit  und  "iiiirnOiflnlloh  kLiiv^  \\'asM?r  (fffiihrl;  denn 
unter  dem  bUink<:n  ,  nur  weiiifr  uiit  iö[lilk:lL,.r  Krd,->  vfrraisr.htm 
üeröil ,  dae  sie  füllte,  neigte  sich  keine  Üpur  von  dem  dunklen 
Schlamm,  den  sonst  Schmutz  und  VnraÜi  in  Kloaken  ahzueeteen 
pflegen.  Ihc  GeiUle,  osn^rts  nach  dem  Kidronthale,  war  indess 
nicht  gross.  Li  dem  letüten  Am  des  Grabens  {FG,  Tafel  I) 
sdessen  die  Arbeiter  wiederholt  auf  grosse  hchnucne  Steine,  wie 
sie  in  den  Resten  der  alten  Stadtmauer  vorkommen.  Sie  he- 
fänden  sich  aber  nicht  mehr  in  ihrer  ursprünglichen  Lage,  son- 
dern waren  von  oben  oder  von  irgend  einer  Weite  her  auf  deri 
Felsui  oder  in  den  Schutt  liinEibiff  stürzl.  Natürlich  machten  sie 
meine  Hoffioung,  im  östlichen  Ende  des  Graliens  nviii  endlich  — 
es  war  bereite  Ende  April  geworden  —  einen  ßcst  der  gesuchten 
Stadtmauer  lu  entdecken,  nicht  wenig  steigen;  mit  Spannung 
erwartete  ich  den  Ausgang  der  AiWt  —  indessen  swei  grosse, 
auf  den  Felsen  gefalleae  Hausteine  war  das  Ijetete ,  was  anter 
der  Decke  des  Schuttes  gefunden  wurde.  Immer  n»tr  diese  zer- 
streuten Anzeichen,  dass  ich  einem  Bau  von  ansehnlichem  Mate- 
rial  nahe  war!  Wo  konnte  sich  nur  ein  ztisnmmen hängender 
liest  desselben  erhalten  haiien !  Denn  stand  ich  oberhalb  des 
Grabens  um  östlichen  liandc  de?  Ftililps,  sn  rali  irb  unmitlclbar 
vor  mir  einen  steilen  Abhang  hinab,  dessen  initcrc  Wand  der  aus 
dem  Ackerboden  der  Thalsohle  senkrecht  aufsteigende  Felsen 
bildete,  dessen  obere  Wand  die  nur  wenig  einwärts  geneigte  Peld- 
mauer  war,  welche  den  Boden ,  auf  dem  ich  stand,  tot  dem  Fall 
in  die  Tiefe  bewahrte.  Nur  eine  schmale  Fläche  des' Felsens  war 
mir  noch  nicht  bekannt,  nämlich  der  Baum  vom  Ende  des  soeben 
beschriebenen  Durchstichs  bis  zu  dem  Östlichen  Abstti«  ins  Ki- 
drontbal.  Auf  diesem  ruhte  jetzt  die  Mant-r,  welche  im  Osten 
den  stützenden  Wall  des  bereits  vcin  mir  durchforschten  Ackers 
bildete,  sollte  er  einst  die  Mauer  des  alten  Jerusalems  getragen 
haben? 

Ich  hatte  einen  regnichten  Tag  ,19.  April  ,  den  letzten  des 
Frül^ahrs  188t,  an  welchem  die  Erde  durch  einen  Bc^engasa 
vom  Himmel  getrilnkt  wnide,  dazu  benutzt,  tim  dm  Band  des 
Südoslfaiigels  nochmals  m%Iiohet  genau  zu  untersuchen.  Da  der 
Boden  zu  feucht  war,  mnssten  die  Arbeiter  feiern;  einige  jedoch 
nahm  ich  mit  mir,  um  mb  von  ihnen  alle  Cistemen  zeigen  zu 


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lassen,  welche  gegenwBrti(;  auf  dem  erwähnten  Hügel  noch  vor- 
handen Tvaren  oder  wenigstens  Spnrcn  ihrer 'einstigen  Anlage 
hinterlassen  hatten,  lieknnntlich  heben  die  Itorichte  über  die 
Helagerungen  Jerusalems  mehr  als  ein  Mal  die  interessante 
Thatsache  hervor,  dnss  den  l!elaj,'erten  in  <ier  Stadt  das  ^\■asser 
nie  ausgegangen  sei,  wohl  aber  die  Hclageror  drausscji  oft  Mangel 
daran  gelitten  heben.  Hiernach  zu  schliessen,  müseeu  die  Herren 
dieser  Be^todt  stete  darauf  bedacht  gewesen  sein ,  innerhalb 
der  Mauern  (Hsteraen  nnd  andere  BeMlter  fiii^tesltiiikwasser 
in  genügender  Zahl  anlegen  m  lassen,  irtUurend  Boichs  Anstalten 
ausserhalb  der  Manem  fehlten.  Diesen  Wink  wollte  ich  be- 
nutzen .  um  den  muthmassHchan  Lauf  der  Stadtgrenze  zu  be- 
scimmeii  inid  danacli  zn  nrtheilen ,  ob  an'  dem  Ende  des  oben 
beschriebenen  tiraliens  weitere  Nachforschungen  sicli  verlohnen 
würden.  Ich  kam  zu  dem  Ergebniss,  dass  ich  ilcn  Wniicrresloii, 
wenn  solche  überhaupt  noch  \  orhanden  wkreii,  in  der  Tliat  sehr 
nahe  sein  müsste.  Itei  einer  genauen  Untersuchung  der  oberen 
Kanten  des  Felsens,  der  sich  ans  dem  Ackeriande  der  Thalaohle 
bis  En  der  oben  entühntcn  Feldmauer  arhob,  entdeckte  ich  dent- 
liohe  Spuren  festen  Mortela  an  denselben,  ein  Beweis,  dass  zwi- 
schen und  auf  ihnen  einst  Mauerwerk  gelegen  batte.  Durch 
diese  Entdeckung  ermuthigt,  beschloss  ich  nun,  die  Stelle,  wo 
[lie  den  Acker  stützende  Feldmauer  den  Felsen  berührte,  sorg^ 
ialtig  untcrsTichcn  zu  lassen. 

Das  abschüssige  Terrjiin  bot  freilich  fiir  die  Arbi'it  niiinche 
Soll wii^rigkcit eil.  doch  kiiiini  so  grosse,  als  ii  li  in  dioseiii  Auj^en- 
blicke  bei  dem  ^"ersuche,  dasselbe  üu  beaclireibeii ,  erapiinde. 
Die  Feldmauer  senkte  sieh  theilweise  in  iwei  Absätzen  von  un- 
gefähr je  2  m  Höhe  auf  die  Feiekanten  hinab,  die  ich  nntersnchen 
wollte.  Theilweise  sage  ich ,  denn  wenn  auch  die  Höhe  dieser 
Absätze  ziemlich  die  gleiche  war.  so  durchaus  nicht  ihre  Länge. 
Nach  NO.  spning  nämlich  der  I-'el.ien  in  steilen  und  mächtigen 
Kliiipcn  nicht  nur  stark  in  das  Kidronlhal  vor  (Tafel  I,  ifi.  son- 
dern stieg  tiiich  znH-Icidi  um  i — :!in,  also  über  iliu  Hohe  des  un- 
teren Absilt^^■^  diT  ;LRsT<i"o,u(e:i  IVi,hiiiiii.  v  om|i.)v,  l>ort  mm, 
wo  er  in  süiiwcsilubn  Iticlit.nif;  iti  kiir/cm  li.>sfii  zurüektrat, 
um  sofort  einen  /weiten,  bedeutend  niedrigeren  nnd  weniger  aus- 
ladenden Vorsprung  zu  bilden  [Tafel  I,  J),  hatte  ich  die  Monel- 
spnreii  an  den  FektSndem  gesehen ,  dort  wollte  iofa  seine  Ober- 


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fläche  mitetsuclifu.  Ks  war  üiigleiuh  die  letzte  t^telie  aliwärts, 
bis  zur  Müiidimg  ikn  Tyvo[iörintlia)cs.  wo  sich  eint  Spur  der  iilwn 
Maiior  erliiilteiL  haben  konnte.  Dgue  auf  jenem  niedrigere», 
rosuh  ius  Tlial  abfallenden  A'orsprunge  hatte  ciu  Gerber  ein 
klemes  Huis  odec  liclidgec  emen  steiBenien  Soliu{»p«n  emobt«t, 
um  seine  Felle  und  Bein  Aibeitsgenüi  darin  zu  betgea;  dort  wkr 
nichts  Altes  zu  suchen. 

Zwischen  der  unteren  Feldmauei  und  dem  Rande  des  Felsens 
war  eine  schmale  Flä(;he  fr  ei  geh  lieben ,  deren  dünne  Erdkruste 
von  hohem  und  iiiedtigem  Unkmut  dicht  bewachsen  war.  Itald 
hatten  die  Arbeiter  dieses,  sowie  den  darunter  Helfenden  lockeren 
Schutt  fortgeschafft,  dann  aber  stiesseu  sie  auf  Gemäuer  von 
solcher  Festigkeit,  dass  es  schlechterdings  unmöglich  war,  das- 
selbe mit  der  Hacke  aufsuieissen.  Selbst  der  au«HerordentIieh 
feine  und  harte  Mörtel  löste  sioh  dnioh  die  Schlage  nur  spärlich, 
wie  Staub,  von  der  MasBe  ab.  loh  liem  nun  vorsichtig  die  Steine 
der  unteren  Schichten  der  Feldmauer  ausheben,  um  zu  erfahren, 
■wie  weit  sich  das  so  widerstandsfähige  Gemäuer  in  den  Boden 
hineinerstrecke.  Als  seine  Uberfläche  in  einer  lireile  von  2,'inm 
m  Tage  lag.  inirde  auch  die  Kückseite  blossgelegt  und  dann 
unter  dem  Schutze  einer  \'er8ohalung  aufwärts,  nach  XO.  zu, 
ein  kurzer  Stollen  eingetrieben ,  um  die  Länge  des  Mauerrestes 
festzustellen.  Leider  horte  er  in  dieser  Kichtung  bald  auf;  der 
Felsen  stieg  in  einer  der  Höhe  des  Mauenverks  entsprechenden 
Stafe  empor,  deren  ObeiMche  das  natürliche  Giesteln  ohne  irgend 
töne  Spur  eines  alten  Baues  zeigte  iTafel  I,  A'j .  Auch  gegenüber, 
nach  SW.,  bildete  der  Felsen  in  gaiu;  gleicher  Weise  die  Creme 
des  Manerstüokes ,  nur  dass  er  von  der  UberfliLche  dessethcn  an 
nicht  mehr  stieg,  sondern  sich  senkte  (Tafel  I,  IJ.  So  war  die 
gefundene  Mauer  iii  ihrer  Länge  vollständig  zwischen  natilr- 
lichein  Gestein  eini;fki:ilt ,  indem  sie  in  ibivr  ^egen »artige n 
Höhe  und  Länge  eiiir  l.iirki!  in  der  v(m  NO.  nach  SW.  gesenk- 
ten Handfläche  des  l-\-hcn^  aiislullte.  Ihre  oberen  Schichten, 
sowie  ihre  Fortsetztmg  aufwärts  und  abwärts  waren  im  Lauf  der 
Jahrhunderte  allmtUtUoh  abgetragen  und  nabiscbmnlicb  als 
werthTolles  Bamnaterial  längst  an  andere  Stellen  geschleppt 
worden.  Hasche  Steine  mochten  auch  noch  in  der  Nähe  unter 
dem  Boden  versteokt  sein ,  wie  ich  ja  am  Ende  des  Ovrohatidus 
FO  [Tafel  Ij  mehrere  grosse  und  alte  Werkstücke  aufgefunden 


46 


.  Nut  diesen  zischen  den  Feisstufen  & 
man  unberührt  gelassen,  wahnohem 
örung  nicht  für  der  Mühe  werth  hielt. 


der  urspiui) glichen  umke  aer  Mauer,  uenn  eismch  liatten  die 
oieine  des  ostlidieii  Bandes  gewiss  niemals  die  Stimseite  dieses 
mit  so  riel  Sleias  und  so  danerhftft  hergestellten  Manemeikes 
gebildet;  sie  waren  nur  klein  nnd  nicht  sorgfältig  behauen.  So- 
dann lehrte  Ucr  Mörtel,  der  in  gleicher  Höhe  und  auch  tiefer,  als 
die  beiden  iftfundpneu  Schichten ,  an  den  vorspringenden  Rän- 
dern lies  Fulsnis  nocli  erhaiteti  war,  dass  unch  diese  jetzt  zwischen 
ihnen  .'^ich  öffnende  Lücke  ein^t  vrtn  der  Mauer  ausgefüllt  war. 
-Vach  '•iiMnni  Aiiziiiclien  schliease  ich,  dass  die  Stirnseite  auch 
abgebiüchi:]!  Moi-don  ist,  und  dass  die  ursprfingliohe  Dicke  der 
Mauer  sich  auf  4  m  belaufen  haben  mag. 

Dieses  Mauerstiick  fiel  mir  auf  durch  seine  enorme  Feetig-- 
knt  und  durch  seine  eigenthümliche  Lage  am  ausMtstenFelten- 
hange,  dem  geeignetsten  Punkte,  den  die  Felsenstufen  für  eine 
Mauer  oberhalb  des  Thaies  darboten.  Da  die  bisherigen  Boobach- 
limgen  der  OberAache  des  Bodens,  sowie  luich  die  damals  schon 
erlangten  Ergelmisse  der  übrigen  Autfgiabiingen  mich  dazu  an- 
leiteten ,  den  Uiiif  der  Stadtmauer  am  in  ilw  Weise 
zTi  vermuthen.  dass  dieser  aufgefnndone  liest  trorrKle  in  cHo  Linie 
desselben  hineinfiel,  da  femer  Heschaffeiibeit  und  Uri  des  ^[auut- 
stückes  Beine  frühere  Zugehörigkeit  xu  einem  Uause  univahr- 
schehiUoh  matditen,  so  hielt  ich  die  Annahme  fär  berechtigt,  dass 
ieh  «ndlioti,  nachdem  ich'  etws  4  Wochen  lang  gesucht,  einen 
unzweifelhaften  Rest  der  alten  Stadtmauer  am  SO.-HGgel  ge- 
funden hatte.  Es  war  nun  der  feste  Punkt  gefunden,  nach  dem 
ich  meine  Arbeiten  richten  konnte.  .letKt  kam  es  darauf  an,  in 
möglichster  Nahe  noch  andere  Reste  der  alten  Mauer  zu  ent-- 
deckcn  und  dadurch  für  meine  Annahme  neue  Stütuen  zu  ge- 
winnen. Zu  diesem  Zwecke  begann  ich  einerseits  meine  Arbeiten 
auch  auf  den  üstlicliBii  Abhang  des  S\V. -Hügels  zu  erstrecken, 
um  den  Beweis  zu  erlangen ,  dass  die  alte  Mauer  wirklich  unter- 
halb der  sogenannten  Siloahteiche  dasTyropöonthal  durohschmt- 
ten  habe;  denn  diese  Folgenmg  war  nnumgänfijich ,  wenn  der 


46 


eben  beschriebene  MaueTTest  von  der  alteu  UmwaUunjjt  der  Stadt 
hen'ühren  sollte.  Änderereeita  fulir  ich  fort,  am  SU.'Hügel  aof- 
wärls  nach  weiteren  Spuren  der  Maner  JerusaleniB  zu  foracheu. 
Was  an  beiden  Pnnkteii  getliau  und  gefunden  worden  ist,  wird 
in  Abschnitt  IV  und  Y  des  Berichtes  seine  besondere  Daietellung 
finden.  Hier  en^hne  icli  noch  einen  Versuch ,  den  ich  zu  dem- 
selben Zweck  in  unmittelbare!:  N&he  des  eben  heschrieheaen  Ar- 
beitsplatzes machte. 

Schon  oben  [p.  44}  habe  idh  darlegt,  dass  allem  Anschein 
nach  abwärts  von  dem  entdeckten  GemKuer  auf  dem  sädSst- 
lichen  Uande  der  Felsenzung;e  zwischen  Tyropöon-  und  Kidroa- 
ilial  nicht.'^  mchi'  /u  auclicn  ivar.  Aber  BufwSrtB  konnten  sioh 
doch  vielleicht  ähnliche  Iteste  der  Mauer  des  SO.-Hügels  unter 
dem  Schutt  erhalten  haben.  Um  hierüber  Gewisaheit  KU  erlangen, 
liess  ich  ein  wenig  nordöstlich  vondemlebtrai  Graben  (.f^O,  Tafel  I] 
einen  senkrechten  Schacht  abteufen  (Tafel  I,  Mj.  Der  Boden  war 
sehr  steinig ,  er  bestand  mehr  ans  kleinen  Steänsplittem  als  aus 
kulturßihiger  Erde.  Trotätdem  hieUen  nch  die  Wände  ohne  Yer- 
sdialnng.  Der  Felsen  wurde  in  einer  Tiefe  Ton  3m  gefunden, 
seine  Oberfläche  war  nnbehausn  und  bot  keine  Spaten  von  Mauor- 
ivci'k  dar.  Ein  wagcrechter  Stolleu  mirde  anf  eine  I^änge  von 
2,;)0m  nach  Xü.  uimiittelbar  auf  dem  sanft  ansteigenden  Fels- 
liodeii  eiiiKclnebea,  ulme  ilkU^s  die  Arbeiter  aiif  Gemäuer  süessen. 
Büdlich  liesa  ich  nach  S\V.  bis  zu  der  Höhlung  durchbrecjiea, 
unter  welcher  sieh  das  Alauerstück  k  gefunden  hatte.  Das  natür- 
liche Gestein  senkte  üch  um  1  m  bis  tm  demselben  hinab ,  txag 
aber  keine  Spuren  von  Mörtel  oder  Mauexwetk.  Es  schien  wirk- 
lich jener  kleine  Best  ganz  vereinzelt  und  einsam  an  dieser  Stelle 
übriggeblieben  zu  sein.  Um  so  mehr  freute  ich  mich,  diesen 
versteckten  Zeugen  derGrenzen  Altjenisalems  wieder  ans  Tages- 
licht gebracht  zu  haben. 

Oleiehiruitig  mit  ciicseu  ersten  .irbelteu  hatte  itli  die  Vuter- 
sucluuig  eines  ■hüli)ciiHrti(feii  Velseugeiiiiiclics  uuleniuinmeii, 
deren  ich  am  Schluss  dieses  Abschnittes  noch  gedenken  will. 
In  der  nordwestlichen  Ecke  eines  Feldes ,  das  stemlich  auf  dem 
Rücken  des  SO. -Hügels  gelegen  war,  wurde  mix  der  Zugang  zu 
einer  •Höhle>  [muff/täraj  gezeigt.  Es  war  eine  schmale  und  nied- 
rige Ö£iung'in  die  senkrecht  aufsteigende  und  behauene  Fels- 
wand gehrochen.  Das  Niveau  des  Feldes  leg  etwa  1  m  höher  als 


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47 


uer  iiodeii  im-  Innern  der  Hohle.  Der  Zugang  war  daher  halb 
verschüttet  niid  konnte  durch  emcu  angelehnipn  htnm  i*oii  nur 
cermger  Hohe  gesperrt  iverden.  Eme  Hesichtieiing  de?  Raumes 
he«      n  n     1  eie  e      1  (1  M 

gazin  oder  als  meusHdiche  Wnliiiiiii!-  L;'>Umn.  hnUr.  D.i-^s 
Oraler  a  f  d  H  1  «e  e  1 
Ä.  T.  beatiinmt.  und  zwar  sehr  angesehen^' :  Die  Ijruftejdes 
Dandisohen  Hauses  lagaa  oberhalb  des  Teiches  der  Wasserlei- 
tan^.  de>  »iloahteioheB  (^eh.  S.  la  f.: .  Ich  hielt  es  also  für  der 
Muhe  Werth,  dieses  unterirdische  1^  eisen  gern  aeh  zu  prufei).  Mit 
nicht  gcnnger.  H  eungloich  iiTiiordnickter  Simmiuiig  vcrfolgie  ich 
1111  1      \       e        el  n  z  m 

I    i  L  1  ^         1  1    H  I       c    ff        1  t 

che  1   1         l  II  /e  t  e  t  rt    or  eu 

Erde  und  StL-iiic  wareu  ,hmn  in  yivM<ji-  Ii  in  eil  ige  fallen  und  hattpn 
aeii  üocicn  raeiir  ai>  nifti^rnoca  tiodi'tkt.  Mit  uer  westlichen 
Wanu  verhielt  es  eich  ebenso.  Dort  siicssen  die  Arbeiter  eines 
lages  aui  einen  macnngen  niooK,  an  oessen  oDBrer  cene  aer 
Biöch  ooob  so  frisch  aussah  i  und  die  hellgtauB  Farbe  des  Kalk- 
BteinB  [melgiii  so  rein  erhalten  war,  als  ob  man  ihn  gestern  erst 
von  dem  lebendigen  Felsen  getrennt  hätte.  Auf  der  unteren  Seite 
war  er  mit  einer  starken  ydiieht  dessoUicn  C'eineiites  überzogen, 
der  an  den  erhaltenen  WäiKleu  und  auf  ilem  Hoden  der  Grotte 
sich  vorfand,  üftciiliar  lag  der  Jiteiu  nocli  genau,  wie  er  von 
oben  hinuntergcf allen  war.  als  man  ihn  abgesprengt  hatte  :  mit 
der  C'emeutbeklcidung  nach  unten,  mit  der  schrägen  Itruchfläche 
nach  oben.  Der  künstlich  auagehaueue  Kaum  war  ursprünglich 
in  zwei  viereckige,  nahein  quadratieohe  Cren^her  getheilt  ge- 
wesen. In  das  erste  fährte  von  Süden  her  der  sohon  erwühnte 
Eingang,  an  dessen  Felsenrahmen  noch  die  VcrsoUnaseinricb- 
tniig,  Nuten  für  die  Thüwapfen  und  den  Thürhalken,  zu  er- 
kennen war.  Das  zweite  erstreckte  sicli  nach  Westeu,  aber  die 
trennende  Fehwand  war  bis  auf  kleine  Reste  oben  an  der  Decke 
und  unten  auf  dem  Hoden  vollständig  ausgebrochen  worden. 
Auch  in  diu  Nordivaiid  waren  durch  den  Cemeiit  hiu(iurcli  die 
bekannten  Spuren  des  Steinbreclieus  eingehauen,  die  eiuffe- 
meisselten  Killen,  durch  welche  man  den  Stein  ringsum  von 
dem  Felsen  zu  lösen  pflegt,  so  doss  er  nur  noch  mit  der  Büok- 
seite  an  demselben  haftet  und  leicht  abgesprengt  werden  kann. 


48 


Dieser  üefiinil  entspriirK  meliii'ii  Knviirtu)igi.'ii  iillerdings 
wellig,  Iii  ik'ra  Sthuti  lagen  eiiii?  Aii/.ahl  Tlioii-ctln^rbtii .  die 
cbeiifio  von  aiust^ii  liiiiciiif^ofalluii  sein.  üIs  vtJii  i^iaev  ohcmü- 
ligen  liewohnuiig  oder  Benutzung  des  l-'eleenritumes  herrüliien 
konnten.  Diese  cementiTten,  halb  Eeistöiten  Wände  vermochten 
den  iragenden  Augen  keine  Antwort  2U  geben.  Eine  (HBteme 
ist  es  nicht  gewesen ;  denn  von  einer  Öfinung  nach  oben,  dem 
BOgemtnnten  Mundloch,  war  niobts  zu  entdecken,  auch  Htimmt 
die  Thür  im  Süden  nicht  zu  dieser  Annahme.  Nicht  das  ge- 
ringste Anzeichen  einer  Grabanlage  war  vorhanden.  Der  Sanm 
wird  entweder  nls  Wohnung  oder  als  Magazin  benutzt  worden 
sein.  Für  beides  lassen  sieb  ja  a^is  dem  heutigen  Leben  der 
Liindesbcwoliner  nocli  zahlreiche  lieispiele  anfilliren,  und  dass 
eine  solche  \'erweuduug  uatürticher  oder  künstlicher  Grotten  vor 
Zeiten  allgemeiner  Ittauch  gewesen  ist,  beweisen  die  uralten, 
tbcilweisc  grossarcigcn  Aushöhlungen  an  den  AblüLngen  der 
Herge  zur  Genüge.  Ich  erinnere  nur  an  die  geräumigen,  eben- 
falls  mit  Cemeut  bekleideten  Grotten  an  der  Örtlichen  Wand  des 
Kidronthales  unterhalb  des  Hiobsbrunnens  [iir  eijTib).  Dicke 
Pfeiler  auagesparten  Gesteins  tragen  die  hohe  Decke  der  weiten 
Höhlen,  Ihre  Herstpllung  muss  ausserordentlich  tiiühevoll  ge- 
wesen sein  imd  viel  Zeit  jiekustL't  h:ilieii.  Dür  Zweck  kann  kaum 
ein  audcrer  gewesen,  iili-  unisai.'  ilL-er[lun  (Hier  \"i)Triitlii'  darin  zu 
bergen.  Die  geringere  Grösse  der  soeben  besprochenen  Höhle 
—  die  Breite  und  lÄnge  der  beiden  GemScher  mag  etwa  je  3 
und  4  m  betragen  haben  —  maobt  es  wahrscheinlioh,  dasa  äa 
Menschen  zur  Wohnung  gedient  hat. 

An  dem  Itesitzer  dieser  Höhle,  einem  Fellachen  aus  Silwän, 
Samens  Jüsef  Selimän,  raaehte  ich  zum  ersten  Mal  die  Krfab- 
rung,  Tvie  wenig  sich  diese  Ijcute  durch  eine  getroffene  Abrede 
für  gebunden  erachten,  namentlich  wemi  ihre  Geldgier  nicht 
genügend  durch  dieselbe  befriedigt  wird.  In  der  Itegel  kennt 
das  Verlangen  eines  Fellachen,  der  mit  ilem  städtischen  Leben 
und  Tieiben  in  Herubrung  gekommen  ist  und  den  Werth  des 
Geldes  ahnt  —  man  kann  nicht  sagen:  begriffen  hat,  gar  keine 
Grennn.  Der  soUichtere  Btiuer,  iveloher  in  einiger  Entfmkung 
von  der  Stadt  und  von  der  Tielbetretenen  Sb»sse  der  Reisenden, 
und  Pilger  lebt,  xeigt  dagegen  nicht  selten  eine  wohlthuende 
Beschddenheit  nnd  Anspruchslosigkeit.    Das  erfuhr  ich  bei 


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49 


einem  Besuche  der  Riiinenstaltc  karjet  es-saidi.  die  etwa  3  bis  4 
btimdeu  wtäthcli  von  .lenisalüm  lie^.  Liieer  Kitt  dorthin  — 
Uerr  Dr.  EuiMzlür  leistete  mir  Gesellsehaft  —  giilt  in  cretei 
Lüne  der  KeBiclitipiiig  uweier  Iiischnfen,  Die  ISewoliiier  der 
Ätutte  empfingpii  uns  mit  Misstraiion  und  luiclit.  Doch  haU 
wurden  sie  freundlicher  und  brachten  uns  pite  frische  Hutter 
{abdij  zur  Itereicheniog  unecres  einfachen  Mahles,  das  wir  aus 
den  grosaen  Tasohea  unseres  churdtch  herroiholtoi.  Später  er- 
sohiao  der  Schech  des  boiaohbarten.  kleinen  Dorfes,  führte  uns 
durch  die  Ruinen  und  antwortete  äusserst  entgegcnkommenit 
auf  alle  Frivjjen .  die  wir  an  ihn  richteten.  Wir  zweifelten  nicht, 
iliiss  m;ui  uns  nur  ife^cn  dun  üblichen  Inbul  cuie:^  kleinen  Itach- 
Ä[jluseli  zieliciL  lassen  wurde:  itli  hielt  daher  ohne  viele  Worte, 
wie  ich  es  hei  ili-u  1-ellaelieii  von  hilwan  gelenit  hatte,  dem 
»chccli  einige  Mnn/.i  n  czitsjeiji'n  und  erwartete  eine  offene  Hand. 
Aber  me  hatte  leh  mich  getauscht !  Auch  nicht  das  leiseste 
Zucken  semes  Armes  vemcth  irgend  welche  Itegierde,  in  sehr 
em&ohet  und  gerader  Weise  lehnte  ei  jedes  Geschenk  ah. 
Offenbar  war  der  Mann  durch  den  Verkehr  mit  l'remden  noch 
nicht  verdorben,  und  sicherhch  wäre  es  das  Kichtige  gewesen, 
wenn  ich  mich  ohne  weitere  Nothigung  von  ihm  verabwcliiedet 
lültte.  Aber  seine  Besch oidenheit  rührte  mich  damols  und  kam 
mir  beiülinenswerlh  vor :   ich  versuchte  daher,  seine  Lmredcn 


nach  dem  Norden  nie  vorgekommen,  vielmehr  verlelate  die  l.n- 
verschamtheit,  mit  welcher  sie  Bachsclusch  forderten  und  an- 
nahmen, mein  Qefiifal  von  Anstand  und  guter  Sitte  namentlich 
in  der  ersten  Zeit  aufs  äusserste.  Und  jener  Fellach  aus  äilwän 
mit  den  nralten,  an  berühmte  Gestalten  des  Alton  Testamentes 
erinnernden  Namen  begehrte  nicht  nur  uBacKschischa,  sondern 
bemühte  sich,  meine  Anwesenheit  nach  jeder  Kiclitiing  hin  zu 
seinem  Vurfhcil  ausi^iibeiilcu.  Kr  begann  damit,  mir  :i>ili!,Til  an- 
/.ilbic'tcii.  vnri  denen  er  .\k  Toaunii'lifalli--te  ,\iiMv;,hi  iiuf/u- 
treibeii  «u-sle.  ilarln  iiiai'lMe  er  jcdoe.b  keine  Kutcii  Gcscliilfte 
mit  mir.  Kich  dnruh  ■lUnibeim  Geld  zu  verdienen,  hatte  er  nach, 
i'inem  kurzen  Versuch  aufg^eben.  Als  nun  die  Arbeit  in  der 
I  liilile  am  NunnHiieiid  den  2(1.  April  abgebrochen  wurde,  erklärte 


ans  dem  l'el 
llachschisi^li. 
Lrajjcbuiij;  ■ 


1-eldi- 


4 


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90 


ich  mich  bereit,  den  inneren  Raum  wieder  nir  Benntaniig  für  ihn 
herrichten  zu  lassen,  und  er  ginf;,  mit  einem  Bnchsohiech  in  det 
iland,  zufrieden  vnn  dannen.  Am  folgenden  Monteg  jedoch  he- 
merkte  ich  zu  meinem  Er^tHunen ,  dass  in  der  Höhle  trotz  meiner 
erfolgten  Weisung  nicht  i^purboitfit  wurde,  und  erfiihr,  dass  der 
Besitzer  den  Wunsi-li  Ki*;ius-ii>rt  lialie.  sie  seihst  wieder  (lir  de» 
Gehntucfa  in  Ordnung  bringen  xn  lassen.  Wie  uneigennützig! 
sollte  man  denken,  und  doch  war  es  nur  Gewinnsucht,  welche 
ihn  bewogen  hatte,  srine  Ueinnng  zu  indem.  Er  hofita  nSmlioh, 
anf  diese  Weise  den  Betrag  des  Lohnes,  den  ich  für  die  Herrich- 
tung der  HShle  an  die  Arbeiter  hätte  zahlen  müssen,  sicherlich 
um  einen  Aufschlag  noch  vermehrt,  in  seine  Tnsche  zu  bringen. 
Allein  ich  zngte  nicht  das  mindeste  Verstandniss  für  ticincn  be- 
gehrlichen Wink  und  liess  die  Hähle  wochenlang  liegen,  wie 
sie  war.  Ich  'ergriff  diese  erste  Gelegenheit,  um  den  Fellachen 
zu  zrigen,  dass  ich  durchaus  nicht  gesonnen  sei ,  einmal  getrof- 
fene Verabredungen  nach  ihren  Eüifdllen  und  Wünschen  zu  än- 
dern. Freilich  erlitt  dadurch  die  Frenndechaft  zwischen  mir  und 
Jüsef  Salimän  ihren  ersten  StOBs,  aber  das  Beispiel  hatte  eine 
heilsame  Wirkung  auf  die  übrigen  Fellachen,  mit  denen  ich 
unterhandeln  musste.  Obgleich  es  einige  Zeit  schien,  als  ob  er 
die  Höhle  ganz  vergessen  habe,  su  erkannte  ich  doch  seinen 
GtqU  aus  mancherlei  Schwierigkeiten,  die  er  entweder  selbst  mir 
entgegenstellte  oder  durch  aiidüre  mir  bereiten  Hess.  In  der 
Sippe  des  Dorfefi  Sil«  ün.  -ah  der  it  geborte,  fand  er  stets  I^ute, 
die  ihre  überfluasi^jc  Zeit,  nvm  di^rgl eichen  Händeln  ividracten. 
Durch  brutale  Gewalt  und  offenen  Ilaub  die  Ausbeutung  der 
Fremden  m  betreiben ,  wie  es  einst  am  Ölheige  Dr.  Sbpf  von 
den  Bewohnern  dieses  Dorfes  ei&hren  und  mit  unerschrockenem 
Küthe  zu  überwinden  gewusst  hat,  macht  ihnen  heute  das  An- 
sehen der  türkischen  Regierung  unmöglich.  Aber  andere  Zeiten, 
andere  Sitten !  Feinere  Mittel  gehraitchen  sie  jetzt  zu  demselben 
Zweck.  Durch  die  freimdlichstcn  Angebote  überraschen  und 
fangen  sie  den  arglosen  Eurü]iiioi-,  dureli  ehrbar  und  emsthaft 
vorgebrachte  lledmikeu  nisn'ii  -ii'  --fiiLi'ii  Ki^ilitssiiiu  au  ap- 
pelliren.  Doch  man  lufif^c  iiiir  ;;('!  l[;l;c  /l  il  nidi  i^uivartend  ver- 
halten, so  wird  die  unverschämteste  Habsucht  aus  dem  gleiss- 
nerisohen  Gewände  hervortreten.  Ihre  wahren  Eigenschaften 
können  sie  auf  die  Dauer  nicht  verbeißen.  Der  one  gönnt  dem 


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51 


anderen  auch  nicht  das  genngate.  Darum  venuthen  sie  häufig 
seibat  ihre  eigennützige  Ahaicht  durch  die  dringende  Eile,  mit 
der  sie  ihre  Angelegenheit  Iietreiben.  nm  nicht  durch  den  anderen 
überholt  KU  werden ;  oder  der  iindere.  von  Mipsgunsit  gvinetien. 
maphc  sich  nm  \  ergnugpn  «ntinis.  dii!  krummmi  Wo!?«  seines 
to  fik        tnl  mfcnlPcl 

hc]   n       n  I      1  C   t,      t     !         l         l  pr 

hirr  n     V  \  rt  ins         hi     M      1  /    I  o 

verschmiilicn  sie  es  ganz  und  pncnen  ein  neues,  l^iese  grosse 
\eTanuerhchkett  ihrer  einzelnen  Anschlüge  offenbart  raeistens 
ihres  Henens  eigentlichen  Sum.  sie  ist  eine  hervonagende. 
wenn  nicht  die  heironageadste  Eigenthumhchkeit  ihiea  Wesens, 
das  sich  am  besten  mit  den  Worten  beschreiben  lasst;  sie  sind 
wie  die  Kinder  I  Die  starken  und  schwachen  Seiten  derselben 
kann  mim  an  ihnen  beobachten,  oie  sind  aufschlössen  nnd 
empfänglich  fiir  alles,  was  um  sie  vorgeht:  sie  Vussem  eme  leb- 
hafte und  iiafürlidic  l'Vude  Über  das  AuRenehme.  das  ihnen  bo- 
gep  e  1       k  f  K       f  II     n  ^  1 

richtig  liehau<lelt.  Aber  ikiniibeii  boKelirlicli  oft  ohne  jeden 
Zweck.  Hic  gerathen  über  Kleinigkeiten  in  den  heftigsten  Zorn 
und  sind  im  nächsten  Augenbliok  allein  schon  durch  ein  passen- 
des Wort  wieder  TersShnt,  sie  ermangeln  jeder  weitsichtigen 
Überlegung  und  lassen  doh  von  ihren  EinfiUlen  bald  zn  diesem, 
bald  zn  jenem  TersnOh  treiben.  Der  höheren  geistigen  und  sitt- 
lichen Bildnng  des  EiirojÄets  kann  es  nicht  schwer  werden, 
diese  Kinder  an  Geist  und  Sinn  ohne  Anwendung  tos  Gewalt 
zu  lieluinsclipn.  Ein  fester  und  gerechter  Wille  ist  ihnen  eine 
unbek:ninte.  aber  ile^-ibiilii  um  ^o  fiihlharere  Macht;  denn  ohne 
böses  tiewissen  sind  clie  lellachen  nicht.  Aber  es  ist  ein  grosses 
Uass  von  Geduhl  und  Auadauer  erTorderliCh,  um  dem  Wankel- 
muth  dieser  Menschen  gegember  die  sichere  Haltung  und  die 
Herrschaft  Über  sich  selbst  zu  bewahren.  Beharrlichkeit  hat  mir 
die  besten  Dienste  gefhon  und  von  emei  muEigen,  später  zn  er- 
wähnenden Ausnahme  al^esehen,  sieh  stets  als  ausreichend 
enriesen.  Auch  Jüsef  SeHmSn  mnaste  sich  f&gen ;  er  gab  bald 
die  Hoffirnng  auf,  den  Aibeitslohn  in  seine  Tasche  zn  Stedten, 
und  liess  die  Bitte  an  mich  gelangen,  doch  die  Hohle  wieder  in 
Ordnung  bringen  la  lassen,  was  denn  auch  endlich  geschah. 


52 


UI.  Die  Arbeiten  am  Auefhiss  des  Siloahkanals. 

Wider  alles  Erwartoii  ii.ilmifii  niirli  iHi;  l"]iU'rsu(;liiiTif,'fH 
neben  dem  sogenannten  (ilu-ivii  Siloiiliii'ii  h  von  ulini  [iioiijun 
Arbeiten  am  längten  in  Aiispnicli ,  obgleich  Suhilk  mir  ilort 
schon  TOi^«Brbeitet  hatte,  und  mir  überhaupt  nur  durch  die  zufiil- 
lige  Entdeckung  der  Easohrift  üne  Au^be  an  diesem  bb  dahin 
weniger  beachteten  Punkte  zugefallen  war  [b.  o.  p.  8,  p.  16).  An 
der  Satlichen  Seite  des  Teiches  schlugen  die  braunen  Fellachen 
zum  ersten  Mal  in  meinem  Dienst,  am  2&.  Mar/  IBSl  (s.  oben 
p.  10),  ihre  WiTkmnige  in  di(>  ÜrrK',  nnd  an  di:r  «estlichen  Seite 
dpsaplhr>n  l^^:rdl^  am  1  Ii.  Angust  derjcnigr  Wdiacllt  j^i!'-'^'! bis- 
sen, iii  «olfbi^DL  ivlilirrnd  der  .iiiii.illi'llmr  vi,vborf;,;hi'ii,li>ii  T.i^c 

Ich  «elKtc  an  dieser  Stelle  zunächst  nur  fort,  was  Herr  llau- 
ntth  C.  Schick  im  Winter  begonnen  hatte.  Nicht  nur  mein  Ziel 
war  daaseibo.  nämlich  den  WasBetspiegei  im  Kanal  tieier  tn  legen. 
um  aer  inechnft  oesaer  heiKommen  su  Können,  sondern  ich  ver- 
folgte auch  denselben  Weg,  welchen  Haumth  Schick  eingeschla- 
gen halte,  nämlich  durch  einen  engen,  unter  dem  jet/.igen 


wartig  das  uurcu  <ien  lunnei  unu  den  leicu  her 
Wasser  an  Thaie  fahrt:  tier  obere  Theii  hingegen 
mehr  dem  Ursprung  Lienen  ZwecK  ima  war  mii  leste 


gestellte  l''liiche  siniHÜrlw  ;iuf  d<-n  verschlammten  Kimal  hinwies. 
iscKiCK  uacic  Ilaner  me  iieinigung  ueeseinen  von  aem  runkte 
B  an  Hchon  im  xinicr  begonnen  unu  aui  eine  Lange  von  lam 


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aiisfiilimti  halte  daiiii  iiher  ilif  Arbeit  iilibrcf.)ic:ii  miisseti. 

woii  clip  Arboiler  cm  wimIltc^  \  'irdnii^cn  in  dem  engen,  leuch- 
ten K-.in-.d  fiii-  iiiim;ij;lidL  erklurüfii '  .  leli  scMdss  micli  iIlt  Au- 
Eicht  äCHlcK  ä  an  iiiiil  lie^!!.  um  Luit  und  Liullt  lu  den  dunklen 
Kanal  hmeinznbnngcn .  von  ohen  emen  bcfaacht  auf  den  vei- 
rnnthlicheo  Laut  desselben  abteufen.  ScmoK  war  ao  freundlieh, 
am  2b.  Marz  (s.  oben  p.  lu  mit  den  Fellachen,  die  schon  im 
\V  iiiter  von  ihm  /u  den  Erdarbeiten  gcdungon  waren,  das  N5- 
ihiffe  üu  verabreden.  Lr  siiudte  lun  2h.  Marz  früh  einen  seiner 
Arbeiter  auf.  der  totadt  mit  vcrpehicdenoni  Oerath,  wie  liock, 
AVmde.  heil  u.  dgl..  Kii  <let  Quelle  hinunter,  um  die  Leute  anzu- 
weisen. Diese  Linlcitung  monier  Ausgrabungen  war  mir  sehr 
angenehm;  denn  einerseits  wurde  imr  auf  diese  Weise  ein  Ge- 
schäft abgenommen,  das  ich  damals  w^en  raemer  genngen 
EenutniBS  der  arabischen  Sprache  noch  gar  tuobt  besoigen 
konnte,  andeieneita  erBohienen  dadurch  meine  Arbeiten  auch 
aussetlioh,  m  ihrer  j^nnchtnng,  so  sehr  ab  Fortsetzung  der  von 
Schick  geleiteten,  dass  sie  wenig  Au&ehen  erregten,  woran  mir 
damali;  wegen  Mangels  einer  jeden  Legitimation  ausserordent' 
lieh  viel  gelegen  sein  musste.  Ihs  Herr  Itanerle  als  Aufseher  in 
memo  Dienste  trat  f5,  Apri!|.  anmlf  N  im  k  }rini,  Mann  wieder- 
liolt  liinunter.  wenn  etwa  die  (li  uMinUvi,'  llaiiil  .  ii].  -  -i  li  uitn, 
Hand«erkers  nüthig  war.  um  iibir  S.liu irri^'kriteii  hiu^^,■Ky.u- 
helfen  oder  z.  Ii.  eine  Holzversthahmg  /.uni  l'.iiisetzen  lerlig  m 
machen.  Ich  war  in  dieser  eisten  Arbeitswoche,  namentlich  vom 
38.  bis  mm  31.  Wiiz,  fast  den  giössten  Theil  des  Tages  tmten, 
da  ich  dis  Insdirift  an  der  Felswand  des  Tanneis  kopiien  wollte. 
So  hittte  ich  reichlich  Gelegenheit,  die  Arbeitswmse  der  Lente 
in  beobachten,  ihren  Fleiss  und  ihre  LeistungBiahigkeit  kennen 
zn  lernen  und  —  worauf  nicht  wenig  ankam  —  ihr  Vertrauen  zu 
erwerben.  An  Versuchen  zur  Unterhaltimg  Hessen  sie  es  nicht 
fehlen ;  leider  konnte  ich  ihnen  onr  wenig  antworten.  Und  wie 

1}  Vgl.  ScBiCK,  Bericht  Aber  mdoe  ArbafteD  am  Sllnüikaiul  ZDFV.  V, 
p.  3f.  und  meinen  enten  Berioht  aber  die  Auignbungeii  Tom  T.  April  lB8t 
in  ZUPV.  IV,  p.  1  IT  £  Dieter  Kanal,  itucoli  velobeu  dM  Wunr  aua  dam  Sf- 
loahteioh  abflient,  darf  iiioltt  mit  dem  Falsentunnel  Toa  der  Marisoqaelle  her 
TBtwechielt  werden.  Den  latateren  beielofane  ich  stela  als  SüoahkanBl  oder 
all  den  Tunnel  nlileehlT^,  «filirend  ich  den  erateran  einfach  Kaniü  nannen 


54 


neugierig  beubachteteii  sie  alloB,  was  ich  vor  ihre»  Aiinen  aiifer- 
tigl«,  mein«  Kopie,  müne  Abklatsche  I  Sic  erfreuten  mich  mich 
[lurch  das  Urtheit,  alles,  was  ich  gomacitt  hätte,  sei  hettr  (aij'ib, 
DBehr  gut» !  Eimes  Mittags  hmohten  de  ein  ADtdoben  —  vielleicht 
war  ^  aiioh  eine  junge  Frau  —  ans  Silwln  au  mir  mit  dem  lle- 
merken,  sie  kSnne  deutsch  sprechen,  schreiben  und  lesen,  denn 
sie  sei  hei  Schwester  Charlotte,  d.  h.  in  ThalitfaalEumi,  dem  Er- 
ziohunghause  der  Kaiscrswcrthcr  Diakonissinnen,  gewesen.  Er- 
staunt  blickte  ich  sie  an  und  bcmcrkle,  Aass  ilu  Ausücres  in  der 
Tbat  die  Spuren  einer  besseren  GewÖliniLng  verricth,  als  man  sie 
sonst  hei  den  Weibern  von  Siluah  findet.  Und  wirklich  vernt!»nd 
sie  nirinr  iiii  --ii-  K'  i  iü'i'i'te  I''rii^c  sofort  und  lieantwortete  sie  rich- 
tiff,  "i;inL  iiuch  mit  iinf,'stlidier  tichüchtcmhcit.  Nim  wollten 
aber  die  Fcllaclicu  erfuliren ,  ob  uie  auch  das  Buch,  das  ich  bei 
mir  hatte,  zu  lesen  vermöchte.  Jene  hatten  nach  ihrer  ein&chen 
Logik  mit  vollem  Bechte  voiaiisgesetE^  dass  ma  BentacheT  deut- 
sche Bücher  bei  sich  führe  und  lese ,  wie  der  Araber  arabische. 
Aber  die  Ausrüstung  eines  Jüngers  der  Wissenschail  i^aohte  ihre 
natürliche  Logik  zu  ISuliandon ;  lag  nämlich  ein  Separatabzug 
von  — J.  Euting's  semitisclier  tlchriftlafel,  der  bekannton  lleilage 
zu  CuKTiBs"  englischer  Ausgabe  von  lin;KKi,i,'s  hebräischer  Gram- 
matik, auf  meinem  Knie,  und  davon  «  iisstt;  diis  nrabische  MüeI- 
chen  freilich  nichts  zu  entziffern.  Ks  mochte  ihr  schwarz  wer- 
den vor  den  Augen ,  wenn  sie  auf  die  aaldloscn  nicht  nebenein- 
ander, Boudem  untereinander  gestellten  dicken  Zeichen  blickte 
und  dabei  dachte,  dass  des  deutsch  sein  sollte  I  Sie  sah  mich 
verwundert  und  zugleich  beschämt  an ;  ich  sagt«,  es  sei  faehrSisch, 
und  alle  waren  beruhigt.  Doch  vielleicht  konnte  das  Mädchen 
seine  Aufgabe  lösen,  wenn  der  Titel  für  sie  lesbar  war!  leb  schlug 
daher  um  und  wies  ihr  die  leiclitei-ten  Wörter.  Aber  acht  Der 
Titel  war  mit  hileini>chen  Lettern  gesetzt.  Mag  nun  der  Lehr- 
plaii  viiu 'lluilitluikumi  niclit  :iul' ItekEinntschafl  mit  diesen 
Zcitheii  t'r^treekcii,  O[lor  moi^hti'  (iic  ^iUi  ;iiieriii  schon  viel  wieder 
von  dem  vergessen  haben,  was  sie  einst  in  dem  trefflichen  Unter- 
richt der  uuermüdlichen  Schwestern  gelernt  hatte,  jedenfalls 
brachte  sie  nur  wenig  von  dem  Gedruckten  heraus.  Also  ergab 
das  Examen,  das  ich  mit  der  jungen  Aiaherin  am  hüssen  Mittag 
vor  der  Silcahquelle  angestellt  hatte,  im  Lesen  sehr  unbefrie- 
digende Resultate  1 


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ft5 


Ich  beBchriinkte  mich  in  den  ersten  Tagen  hauptsachlich 
»iifs  Iteul  lach  teil  nnil  tneb  ihc  1  cllüchuii  nur  a.n .  wenn  ihre 
]  Innde  siuh  mir  ti^t  -/m  liin^nni  vm  nihreu  schienen.  Mehr  als  ein 
.MhI  S|iranfr  ich  auch  scilist  in  di'ii  Si  liiii  ht  hinab  und  zeigte  ihnen 
KU  ihrem  Crossen  hrstauiiMi ,  «  ic  sie  ilive  Arbeit  lasoher  und  ge- 
schu:ktifr  iingryifcn  k(iiuili;ii.  Diis  i)tlcgtc  mehr  Emdraok  zu 
machen  als  Worte,  durch  welche  ich  nnfange  Überhaupt  wenig 
auf  die  Fellachen  einwirken  konnte ,  denen  alle  anderen  Laute 
ausser  den  Rnbischen  ledigjioh  uaveiBföudHohee  Graiusch 
waren.  Doch  um  der  Wahrheit  gemäss  zu  benchten,  darf  ich 
moht  verschweigen,  dase  emcr  der  Arbeiter  an  diesem  bchacht 
wirklich  mehreieT  deutscher  Wörter  mächtig  war.  iGut>.  »guten 
Tag*,  i>Steui>  oder  vielmehr  nSte-ino,  neins  kwci  ilretn  hat  er  iin- 
zahliife  Male  mir  KUgcrufen.  um  mich  nu  erfreuen,  und  noch  an- 
dere Wortiir  ^.^11  mir  zu/uirmrn  v,;rsu,-)it.  Aber  ^hickUclier 
\\  ei^L>  narL'ji  >i;luin  vun  AntiLiif;  an  meine  aiahiüchcn  Kenntnisse 
grosser  als  seine  deutschen,  wenn  ich  auch  einige  Male  in  nicht 
gemge  Verlegenheit  kam.  So  horte  ich  z.  B.  eines  Morgens 
von  meinBm  feuchten  Sitz  tot  der  iDschrift  im  Kloahkanal,  doss 
mmne  Arbeiter  in  den  heftigsten  Wortwachsel  gerathen  waren. 
Da  er  gar  kein  Ende  nehmen  wollte,  so  begab  ich  mich  hinaus, 
tun  Knhe  zu  stiften.  Was  war  der  Anlass  t  Im  Schacht  lag  ihnen 
ein  grosser ,  schwerer  Mauerstein  im  Wege ,  über  ilessen  Fort- 
schafTung  cic  sich  nicht  cinigon  konnten.  Die  pinen  wollten  ihn 
unten  zcrBcblaKen  und  dann  die  Stücke  in  den  kleinen  Körben 
hinaufwindon.  Diese  Ansicht  vertraten  die  Faulen ;  denn  wäre 
sie  durchgcdruiiKt'u,  so  hiltten  drei  Arbeiter  bit.  Mittag  dieHünde 
in  den  Schoos?  legen  können,  wübrend  die  beiden  übrigen  mit 
dem  Zerschlagen  des  Steines  bssohE^gt  gewesen  wären.  Die  an- 
deren hingegen  wollten  den  Block  in  starke  Schlingen  legen  und 
vcnuittelet  der  Winde  aus  der  Tiefe  heraufziehen.  Diese  letztere 
Partei  hatte  in  dem  Wortgefechte  bereits  gesiegt;  aber  es  sah  mit 
dem  Gelingen  ihres  Versuches  übel  aus,  da  keiner  es  verstand, 
die  Stricke  fest  und  dauerhaft  um  den  Stein  zu  knüpfen.  Jeden- 
falls verdienten  diese  schon  um  ihres  grössere»  Kifeis  «illen 
unterstützt  zu  werden.  Ich  Hess  mich  also  an  dem  Seil  in  den 
Schacht  hinab  und  band  denSteim  fest  nnd  sicher  in  die  vorhan- 
denen Stricke  ein.  Nim  wollte  ich  das  Hinaufwinden  desselben 
anordnen,  aber  leider  fehlten  mir  die  richtigen  Kommando- 


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Worte,  Heliräisch  wiipsti:  ich  i'p  wohl  ™  pngi'ii.  Da  brachte  mich 
ilie  Noth  nuf  den  ücdankoii,  mir  der  s^chim  öfter  von  mir  heoh- 
achtülcii  AliuHcklieit  dor  hcbriiii^chrn  und  vuli;ilr-iiriihi^chf'n  For- 
men eine  Probe  zu  machen.  Mit  arabischeiu  Acceiit  und  einigen 
theils  abeiclitUchen,  theils  ituOilligcii  ÄndoniDgeii  galt  ich  in  dem 
irmide^clieii  Dialekt  die  nöthigen  kurzen  Üefehle  und  —  wurde 
ventanden.  Binnen  kuizem  lag  der  grosse  Stein  oben,  er  hat 
mir  apätet  oft  den  Mangol  einoe  Stuhles  und  Tisohee  eraetat.  Ich 
glaaber  dieses  erfnlgmche  Eingreifen  setate  mich  gleich  in  den 
ersten  Tagen  meiner  Aasgiabuiigen  in  gutes  Ansehen  bei  den 
Arbeitern. 

Am  3.  April  irnrde  der  Felsen  in  einer  Tiefe  van  ,i,2i)  in  er- 
reicht. In  der  aüdliohen  Wand  des  Schachtes  kamen  einige  in 
das  lebende  Gestein  gehauene  niedrige  Stufen  zum  Vorschein, 
die  EU  dem  Boden  unter  den  FüBseu  der  Arbeiter  hinabluhrten. 
Ich  liesB  sie  ränstweilen  anbeiüoksichtigt  und  verfolgte  den 
e^^tliohen  Zveok  des  Sohaohtee  weiter,  nSmKah  den  ver- 
schlammten Abzngskanal  von  oben  zn  finden.  UnzSfalige  Idale, 
machte  ich  zugegen  sein  oder  nicht,  machten  die  Arbeiter  den 
.Versuch,  über  die  einnisohtagende  Achtung  sich  zu  vcrgoTTis- 
seni.  Es  drnng  einer  von  ihnen  in  den  engen  Kanal,  soweit  ihn 
Hauriitb  Schick  hatte  reinigen  lassen,  vor  un<l  klopfte  tt.Ii  sri- 
nem  Hammer  gegen  die  Feluwand  oder  gegen  ilie  yteiiiplatleii 
iler  Decke  derselben.  In  der  That  vernaliiu  man  von  dem 
Schacht  aus  den  duni)ifeii  Ton  der  Schlüge,  obgleich  die  Entfer- 
nung ziviseben  beiden  l'imkten  noch  mehr  als  1  m  betragen 
mochte.  AbgcEchen  von  jenen  steinernen  Deckplatten  füllte  nur 
das  ilichte  Schuttlager  den  Zniscbenraum.  Ein  kunter  Stollen, 
der  die  Seitenivand  des  Schachtes  in  der  Richtung  auf  JB  (Ta- 
fel II)  durchbrach,  führte  bald  zu  den  l'intten.  Siewuiden  ge- 
hoben, nnil  die  I{eiiii!,'iiiig  des  Kanals  wieder  be^'onnen.  Er 
wi,r  sehr  inr,!,!;,-  „„.1  ...lun^.h  e-  koinite  T,ur  immer  ein  Ar- 

heiter  in  -i  liln  kl,  ]-  Sli  lliLii-  in  ihn,  -eh.iireiL,  Ilie  Wiinde  Mnd 
der  linden  l>esiiMHU>ii  Eins  l''elseii ,  {I^uIümt  wineii,  wie  schon  ge- 
sagt, roh  Kugerichtele  l'hitten  gelegt.  ISlcine  und  dum Lcr  Schlamm 
füllten  ihn  hin  y.ur  Hälfte  an.  Die  .\rbeit  war  sehr  mühevoll  und 
schmutzig.  Nachdem  sie  einen  'l'ag  lang  furtgesetzt  war,  brachte 
mir  Itüuerle,  der  inzwischen  die  Aufsicht  übcmommeu  hatte,  die 
Meldung,  daes  der  Eelsen  plötslich  denKanal  absperre  und  jedes 


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57 


weitere  ^'o^^lrill)(en  unmöglich  mache.  Diet=e  Nflchriclit  kam  mir 
sehr  unerwartet  und  vetwitrte  das  Kihl,  das  ich  mir  nach  der  Be- 
sprechung mit  >)Ci[iuK  von  dem  ursprünglichen  Zusammenhange 
dieses  Kauab  mit  dem  l'uiinel  von  der  Maricinjnelle  lier  gemacht 
hatte ,  vollständig,  [ch  hatte,  nachdem  der  Kanal  einmitl  gefun- 
den, fest  geg-Iauht,  dort  auf  einer  siehcreu  Fährte  zu  sein,  und 
mich  diesem  Gedanken  um  so  lieher  hingegeben,  als  ich  draussen 
un  Itande  des  SO. -Hügels  noch  immer  vergeblich  naoh  der  alten 
Stadtmauer  suchte.  Es  erging  mir  daher  irie  dem  Spieler,  der 
auf  gewisse  Figuren  des  Schachhiettes  seinen  Plan  gebaut  hat  und 
plötzlich  bemerkt,  dass  ihm  eine  wichtige  fehlt.  loh  vermochte 
kaum  daaGciulil  dcrEnttSiisehnng  so  weit  zu  uuterdriickcn,  dass 
ich  die  Vorbereitung  eines  \'urtranes  vollenden  konnte,  den  ich 
eine  Stunde  iiaeli  dem  Kiii|if:iiiK  diet^er  Niichricht  im  »llentschen 
Vcreinoj'.u.lenisidem  iil)i'r(lip  lictlieiligiingnnseyerd(irtit,'eii  Lands- 
leute au  der  l'^diistinaforsclinuf?  vm  halten  vorspiochen  Imtte. 

Am  fulgcnden  Murgen,  den  !).  April,  b^ab  ich  mieh  fiiih 
an  Urt  und  Stelle,  um  den  Felsen,  das  uniibemindUohe  Hinder- 
niss  der  Arbeit ,  in  Aufjenschein  zu  nehmen.  Aber  in  Folge  der 
nochmaligen  genauen  Untersuchung,  die  ich  schon  am  Abend 
vorher  angeordnet  hatte,  war  derselbe  versehwunden  oder  hatte 
sich  wenigstens  in  eine  feste  Lage  von  Mauersteinen  undCement 
verwandelt!  Vielleicht  war  er  üherlumpt  nur  eine  Erfindung  deB 

dercsfiii  »{iii>rhr  iis,vrrlh  K^^hiih™  liiiHe.  die  iiii>iiul>ori.' Arbeil 
in  dL'm  i'iiKi;ii  Kin-Lbnill  z.i  lieendei,.  Srin,;  XhAiihl  —  weim  es 
sich  witklicli  so  verhielt  —  erceichie  er  aucli,  Dunu  weder  wollte 
ich  die  auffallende  Mauer,  deren  Gefüge  viel  zu  feat  und  sorgfäl- 
tig war,  als  dass  meja  ihr  keine  Hedentuog  hätte  beilegen  dürfen, 
mit  Gewalt  zerstören  noch  die  Fellachen  an  dieser  für  jede  Auf- 
sicht unzugänglichen  Stelle  weiter  beschäftigen.  Ich  be- 
stimmte daher,  dass  sie  von  dem  senkrechten  Schacht  ans  einen 
wagcrecliten  Stollen  in  nordöstlicher  Itichliuig  auf  den  vennnth- 
lichen  olietcu  ),aiit'  des  engen  Kiuials  anlegen  xdlten,  um  den- 
i-ellien  noclnnals  ^ou  oben,  j.'doch  näher  niwh  d,>in  l-'elsrn- 

tunnel  aiitiintlndcn  '  .  tiro.-se  Steine  hcunnrcn  « iLa,..iliull  das 
^'□Td^iugen  der  Arbeiter.   Der  Felben  unler  ihren  l'  iiäscii  büilete 

1)  Dfr  auf  T>f«l  II  neben  dem  Schacht  eingetragene  Pfeil  bcidiihnet  den 
Im!  diewi  epStel  lum  Hieil  wieder  ^igebioehcaen  StoUeiv. 


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eine  glatte,  theitweis  noch  cementirte  Flitche,  durch  deren  Mitte 
in  RÜdliclicr  Uitthtiinir  eine  kleine  Rinne  von  ^erini^'Pr  Ureile  und 
nneli  irenni^mir  1  leli:  liel.  IM  idli  iiliirr  ilie  Mtrtsin/iliiir  ücs  KiiniUn 


(ue  Crestaic  einet  kreisrunden  iirosdie  hatte,  leider